Flip Chart "Höhle der Löwen" - TV Show

Ein tolles Produkt vor Millionen von Fernsehzuschauern vorstellen – diesen Traum träumen viele Leute, die ein Start-up gegründet haben. Der Run auf die Gründershow „Die Höhle des Löwen“ ist deshalb groß. Alle wollen den Löwendeal! Oder zumindest kostbare Sendezeit. Denn die Minuten der Ausstrahlung, in denen die Gründer ihr Produkt vorstellen können, sind für junge Unternehmer unbezahlbar (und für ältere meist auch). Oftmals sorgen sie dafür, dass die Bestellungen nach der Sendung in die Höhe gehen – ganz gleich, ob der ersehnte Deal zustande kam oder nicht. Werbung – kostenfreie noch dazu – ist eben alles.

Deshalb ist in der Start-up-Szene ein Auftritt vor Maschmeyer & Co. der Hauptgewinn.

Gründer-Show wurde für Start-up-Frauen zur „Hölle des Löwen“

Den glaubten auch die Gründerinnen Alexandra Vázquez Bea und Annette Rieger aus Hannover, für die die „Höhle der Löwen“ zur „Hölle der Löwen“ wurde. 

Beide Frauen vertreiben außergewöhnliche Lebkuchen. „Lenchen“ heißt das süße Wintergebäck, das nach einem Familienrezept, das einst Oma Lene erfand, gebacken wird. Durch die Löwenhöhle sollte die süße Verführung einem Millionenpublikum bekannt werden und neue Kunden anlocken.

Daraus wurde nichts.

Die Produktionsfirma, die die beiden Gründerinnen bereits zu einem Dreh eingeladen und auch vor Ort bei „Lenchen“ gefilmt hatte, sagte die Präsenz der beiden in der Show aus heiterem Himmel ab. Per E-Mail.

Schock nach Absage war groß

Der Schock war groß, bei Vázquez Bea und Annette Rieger. Nach einem Bericht der Ostsee-Zeitung schrammten die beiden engagierten Frauen knapp an einer geschäftlichen Katastrophe vorbei. 

Das Blatt schreibt:

„Sie geben bei ihrer Partnerbäckerei 35.000 Lebkuchen-Portionen in Auftrag, bauen ihren Online-Shop um, mieten zusätzliche Server. Insgesamt bauen sie Verbindlichkeiten in Höhe von 140.000 Euro auf, um sich auf die Ausstrahlung vorzubereiten. Um ihr schnelles Wachstum zu finanzieren, verkaufen sie sogar Anteile ihres Start-ups an einen Privatinvestor und eine Förderbank.“

Als die schnöde Absage eintrifft, können es beide kaum fassen. Zumal es November war und kaum mehr Zeit blieb, die vorproduzierten Lebkuchen an die Frau oder den Mann zu bringen. Obwohl „Lenchen“ das ganze Jahr über produziert wird, sind doch die Gewohnheiten der meisten Leute so, dass sie Lebkuchen nur in der Winter- und Weihnachtszeit essen.

Ausladung aus Show bescherte Verluste

Logisch, dass die Entscheidung der Show-Macher ein tiefer Einschnitt war und Verluste bescherte.

Die Ostsee-Zeitung schreibt in ihrer Ausgabe vom 23. Mai 2019 weiter:

„Sie stoppen sofort die Produktion, suchen mit Hochdruck neue Vertriebspartner, aktivieren Freunde und Bekannte, nehmen auch privat Kredite auf. Nachts liegen sie wach, ihre Gedanken kreisen darum, die Insolvenz abzuwenden. Am Ende verkaufen sie rund die Hälfte ihrer Lebkuchen, zu niedrigeren Preisen als kalkuliert – den Rest müssen sie entsorgen. Sie schließen das Jahr nur mit einem Umsatz von 150.000 Euro ab.“

Und heute? Nun – echte Powerfrauen gehen nicht unter. Das weiß man. Und weil die Lebkuchen-Expertinnen nicht aufgaben, sind sie immer noch da. Logisch!

Nun geht es für „Lenchen“ aufwärts

Mittlerweile ist der Schock verdaut und die Auftragsbücher werden praller. Zwar müssen die beiden noch die eine oder andere Rechnung abstottern, aber interessierte Händler fragen mehr und mehr an. Langsam, aber sicher – so scheint es – geht es aufwärts.

Das wäre den beiden Gründerinnen auch von Herzen zu wünschen. Dass es dann auch klappt, ist wahrscheinlich. Denn Vázquez Bea und Annette Rieger profitieren von vielen Umständen. Zum einen werden Lebkuchen (und solche, die nach alter Tradition gebacken werden erst recht) immer gern gegessen und zweitens steigt der Kauf per Internet mehr und mehr an. 

„Lenchen“, so scheint es – wird sich behaupten!

Bildnachweis: picture alliance/Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

 

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Pflege zwei paar Hände

Die Arbeit liebevoll ausführen, empathisch und vielleicht ja auch mit nicht allzuviel Druck. So hatte sich eine Altenpflegerin, die diesen Beruf noch ganz neu und mit Herzblut ausübt, die Arbeit vorgestellt.

Wer sich ein wenig zu dem Thema beliest oder – was wahrscheinlicher ist – familiär selbst schon mit den Gepflogenheiten in einem Altenpflegeheim konfrontiert wurde, weiß, dass sich diese Attribute im Geschäft der Altenpflege zumeist nur auf den Werbeutensilien vieler Pflegeeinrichtungen finden.

Der Alltag indes ist durchgetaktet – vom Waschen über das Zähneputzen bis hin zum Kämmen gilt ein unerbittliches Zeitdiktat, hinter dem ein knallhartes Abrechnungssystem der Krankenkassen bzw. der Pflegekassen steht.

Altenpflege-Job kann mürbe machen – Posting einer Altenpflegerin spricht für sich

Wie sich aber eine Altenpflegerin fühlt, die (noch) nicht ganz diesem System angepasst ist, zeigt ein aktuelles Posting aus dem Forum der Online-Ausgabe der BRIGITTE. Die bekannte Frauenzeitschrift unterhält im Netz eine der größten Communities für Frauen. Vom Liebeskummer über Rezepte und Bewerbungstipps bis hin zum Frust im Job kann man (FRAU) hier posten und sich guter Ratschläge gewiss sein.

Dieser Tage klagte dort die eingangs erwähnte Frau, die als Altenpflegerin arbeitet, ihr Leid. Nicht zuletzt, weil sie schon mit dem Schlimmsten – der Kündigung –  rechnet. Warum? Lesen Sie selbst (relevante Stellen, die Rückschlüsse zulassen, haben wir unkenntlich gemacht oder weg gelassen):

„Hallo liebe Community,

ich habe am XXXX meinem ersten Job als Altenpflegehelferin angefangen. Für mich ist es ein Job, den ich unbedingt machen wollte und wo ich echt geglaubt habe dort meine Erfüllung zu finden. In meiner Ausbildung zur Pflegehelferin bekam ich die Rückmeldung das ich mich für diesen Beruf eigne, nur ein bisschen schneller werden müsste. Doch ich sagte mir das ein höheres Arbeitstempo schon mit der Routine kommen würde.

Leider hatte ich von Anfang an den Eindruck das eine Kollegin ein Problem mit meiner sensiblen und ruhigen Art hatte. Sie ist das genaue Gegenteil von mir und so kritisierte sie mich oft auf sehr abwertende Weise. Es hieß dann ich wäre zu verzagt und müsse die Bewohner bei der Pflege mal ein bisschen „antreiben“.
Ich vergaß in den ersten Wochen auch schon mal etwas z.B. in Bezug auf die Dokumentation oder welches Formular wofür verwendet wird.

Vor einer Woche hatte ich ein unerfreuliches Gespräch mit der Pflegedienstleiterin. Sie wollte von mir wissen, was ich an meiner Arbeitsweise positiv sehe und was ich aus meiner Sicht verbessern könnte. Nachdem ich diese Angaben gemacht hatte, erfolgte ihre „Mängelliste“. Sie sagte, ich wäre zu ruhig und könnte mich deshalb nicht genügend gegenüber den Bewohnern durchsetzen. Auch würde ich mit diesem Persönlichkeitsmerkmal im Team dauerhaft untergehen. Desweiteren warf sie mir vor, zu viel zu vergessen.
Ich rechtfertigte mich das ich mir viele Notizen gemacht habe, aber erst noch mehr Routine bekommen müsste. Zu dem Zeitpunkt war ich schließlich erst 6 Wochen in dem neuen Job.

Die Pflegedienstleiterin gab mir aber eindeutig zu verstehen das man das nicht mehr lange dulden würde. Bisher habe ich ihren Worten nach noch Welpenschutz gehabt. Doch wenn sich meine Leistungen bis zum 27. März nicht wesentlich verbessern, müssten wir leider ein sehr ernsthaftes Gespräch führen!
Was eindeutig heißt das es dann auf eine Kündigung hinausläuft.

Ich war echt verzweifelt, zwang mich aber, nicht in eine Schockstarre zu verfallen. Ich fasste den Vorsatz noch mal mein Bestes zu geben und sie davon zu überzeugen das ich eine fähige Mitarbeiterin bin.
Ich setzte mich sehr unter Druck, weil die Leiterin sehr häufig dort auftauchte wo ich gerade war. Das verunsicherte mich und ich machte ein paar Fehler bei der Dokumentation die ich aber zum Glück noch rechtzeitig bemerkte und ausbessern konnte.

Doch die Leiterin, die vorher noch halbwegs freundlich war, zeigte plötzlich ein ganz anderes Verhalten. Sie grüßte nur noch kurzangebunden und teilte mir nicht mehr wie vorher bei Dienstbeginn mit wer verstorben war.(…)Ich habe wirklich alles gemacht, um doch in dem Heim bleiben zu können und nicht gekündigt zu werden. Viele der Bewohner habe ich ins Herz geschlossen und sie akzeptieren mich auch. Ich habe sogar bei einer sehr lieben alten Dame Sterbebegleitung gemacht, obwohl ich mir das vorher niemals hätte vorstellen können. Ich bin auch länger geblieben, um mehr Zeit für sie zu haben. Als sie so röchelnd atmete, habe ich sie immer wieder beruhigt und ihren Arm und ihre Hand gestreichelt. Nie werde ich vergessen wie sie mich ein letztes Mal anlächelte. Sie ist gestern Abend verstorben und ich las es auf der Tafel im Büro. Niemand hatte mir etwas gesagt. Vor dem Mittagessen war eine Gedenkminute und ich weinte, als ich ihren leeren Platz mit einer Kerze und einem Foto von ihr sah. Kurze Zeit später musste ich eine Mitarbeiterin, rechte Hand von der Pflegedienstleiterin, nach einer Liste fragen. Obwohl sie bei der Gedenkminute auch anwesend war, schnauzte sie mich gleich an wofür ich die Liste brauche. Ob ich etwa wieder etwas vergessen habe. Die Leiterin hatte heute plötzlich ein Problem damit das ich meine Straßenschuhe in eine Ecke an der Garderobe abstelle, wie ich es schon seit Beginn an mache. Ich muss sie ab morgen in einem Raum im Keller hinstellen.

Ja, zu guter Letzt muss ich wohl noch schreiben das ich gestern wirklich etwas wichtiges vergessen habe. Ich weiß es ist keine Entschuldigung, aber ich fühlte mich schon den ganzen Morgen komisch. Nachmittags habe ich noch Sterbebegleitung gemacht und war anschließend bei einer anderen Bewohnerin die alles mögliche benötigte. Darüber habe ich diese Sache, die ich erledigen sollte total vergessen! Als ich es feststellte, war ich geschockt. Nur war es zu spät und es kam eine Kollegin und meinte verärgert das sie das jetzt erledigt hätte.

Ich habe ein sehr ungutes Gefühl wenn ich an das Gespräch mit der Pflegedienstleiterin denke.
Das sie sich mir gegenüber plötzlich so kurzangebunden verhält kann nur bedeuten das man mir kündigen wird, oder?
Meint ihr wenn ihr diesen Beitrag lest das ich für den Job nicht geeignet bin?

Liebe Grüße(..)“

Der erste Gedanke, der einem bei diesem Posting kommt, ist „Die Frau ist doch viel zu menschlich für diesen Job, er wird sie zermürben!“ Denn: so viele (ehemalige) Pflegekräfte, die einst mit Engagement, Herzblut und dem Ziel, in der Altenpflege manche Dinge zum Positiven  zu verändern, in diesen Beruf gegangen sind, sind längst auf dem Boden der Realität angekommen. Und lange schon zermürbt. Manch andere werfen hin oder flüchten sich in Hartherzigkeit.

Zu menschlich für das aktuelle Altenpflege-System?

Und so sind die Kommentare und Ratschläge anderer Userinnen denn auch recht eindeutig, wie die nachfolgenden Zitate belegen (Rechtschreibung im Original übernommen). Eine Leserin schreibt:

„Ich denke, daß du geeignet bist, aber nicht für das System. Du bist einfach zu menschlich.“

Eine andere gibt folgendes Feedback:

„(..)ich habe den Eindruck, dass du deinen Job gut machst (..)
Leider sind die meisten Pflegeeinrichtungen nicht mehr auf Menschlichkeit ausgelegt(..)“

Wieder andere Frauen sprechen der Betroffenen ihre Wertschätzung aus. So zum Beispiel diese Userin:

„(…)ich bin ehrlich froh, dass es menschen wie dich gibt. ich könnte das nie leisten.
such dir einen anderen arbeitgeber, der beruf ist gefragt und dringend gesucht.
du musst dich nicht so behandeln lassen, durch den druck entstehen sicherlich auch fehler.
aus meiner sicht würdest du auch sehr gut in die palliativmedizin passen.
lass dich nicht beirren, du passt gut in die pflege, such dir was anderes.“

Der Ratschlag zum Schluss mag stimmen, doch was wäre, wenn irgendwann alle Altenpflegerinnen und Altenpflerginnen „in den Sack hauen“? Sollte nicht zuallererst das Altenpflegesystem geändert werden? Und zwar hin zu einer menschlicheren und zuwendungsintensiven Pflege? Ohne oder mit nur wenig Zeitdruck?

Einer der bekanntesten Kritiker des deutschen Altenpflegesystems ist Claus Fussek. Er spricht öffentlich davon, dass in Pflegeheimen oft auch Mobbing herrscht und die Arbeitsatmosphäre vergiftet ist. Genau, wie es die Frau im BRIGITTE.de-Forum schildert.

„Pflegepabst“ Fussekt weist seit Jahren auf Zustände in Altenpflege hin

Der Pflegepabst, wie Fussek auch genannt wird, weist seit Jahrzehnten unermüdlich auf die Missstände hin, prangert an, hat Verbesserungsvorschläge.

Parallel dazu aber hat man den Eindruck, dass sich die Situation für die Pflegebedürftigen eher verschlimmert, als verbessert. Die fast täglichen Medienmeldungen über Pflegemissstände bestätigen das.

Und solange diese Missstände, die tatsächlich zunächst im System zu suchen sind, nicht beseitigt werden, solange wird es auch Situationen geben, wie sie die zitierte Altenpflegerin geschildert hat.

Traurig. Und den alten Menschen mehr als unwürdig!

Das vor allem.

Bildnachweis (Symbolbild): pixabay.com

 

 

 

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Früher waren sie in Sachen Zeitungsabo und Einträge in Telefonbuchverlage unterwegs – am Telefon und vor Ort. Die ominösen Leute, die vor allem Selbständige und Gewerbetreibende mit Lockangeboten unseriös abzockten. Vor allem im Osten kam es Anfang der Neunziger zu einer regelrechten Abzock-Schwemme, als Betrüger die Unwissenheit der einstigen DDR-Bürger ausnutzten.

Mancher machte als Betrüger den Reibach seines Lebens

Zeitungsabos und unnütze Werbeanzeigen in Büchern oder Telefonbüchern wurden zuhauf geschalten, so mancher machte damals den Reibach seines Lebens. Eine Zeitlang hatte man den Eindruck, dass diese Betrüger weg vom Fenster – oder zumindest nicht mehr ganz so aktiv – sind. Aber: Fehlanzeige! Auf Facebook macht aktuell der Fall einer Frau die Runde, der vor allem Geschäftsfrauen alarmieren und sensibilisieren sollte!

Das Opfer, Brigitte Ehrbar aus Puchheim, hat ihn auch selbst in einer Frauengruppe im Netz öffentlich gemacht. Folgendes ist passiert:

Die selbständige Kosmetikerin nutzte den kostenfreien Service des Suchmaschinenriesen Google, um ihr Geschäft bekannter zu machen (Google my business).

Eines Tages wurde sie angerufen und man übermittelte ihr, dass sie für diesen Google-Service nun über 500,00 Euro zu zahlen hätte. Angeblich sei das Google-Angebot nur für einen begrenzten Zeitraum kostenfrei.

Die Kosmetikerin war verunsichert, klar! Immer wieder überlegte sie, ob vielleicht doch sie es war, die etwas falsch gemacht oder übersehen hatte. Vor allem deshalb, weil man nicht davor zurückschreckte, Brigitte Ehrbar sogar noch eine schriftliche Rechnung zu übersenden.

Engagierte Unternehmerin meldete Betrug der Polizei

Die engagierte Unternehmerin tat allerdings das einzig richtige – sie ging zur Polizei. Vorher hatte sie im Internet bereits recherchiert und stieß auf die Betrugsmasche, die aktuell scheinbar „in“ ist und die die kostenfreien Werbeofferten von Google zum Anlass nimmt, um Leute abzuzocken.

Auch die Polizei, die den Fall aufnahm, erkannte das schnell und kommunizierte, dass diese Art, an Geld zu kommen im Grunde eine alte Betrugsmasche in neuem Gewand ist. Die Täter suchen sich Menschen aus, deren Vornamen auf ein reiferes Alter hinweisen. Wahrscheinlich deshalb, weil es wohl bei einem nicht unerheblichen Teil dieser Leute, die dann per Telefon oder Inkassobrief unter Druck gesetzt werden, oftmals klappt und das Geld fließt.

Perfide: manche dieser Gauner schneiden Telefonate als Beweismittel so zusammen, dass es am Ende so ausschaut, als hätte man einem Vertrag am Telefon ausdrücklich zugestimmt.

Die Polizei hat denn in dieser Angelegenheit auch eine glasklare Botschaft: niemals mit „Ja“ ans Telefon gehen, wenn sich auf dem Display eine fremde Nummer zeigt! Im schlimmsten Fall wird das „Ja“ in einen Zusammenschnitt integriert, der als Beweis dienen soll, dass die Geschädigten auf die Offerte freiwillig eingegangen sind.

Alles zu dem Fall, bei dem es für Kosmetikerin Brigitte Ehrbar noch gut ausging, lesen Sie hier.

Bildnachweis: pixabay.com

Recherche: merkur.de

Die meisten Leute, die beruflich an einem Schreibtisch arbeiten, dürften es kennen: das Phänomen, dass sich nach einem gründlichen Aufräumen des Schreibtisches nur wenige Tage später erneut Chaos am Arbeitsplatz breit macht. Auch ich, die ich im Home-Office arbeite, kann ein Lied davon singen. Bedingt dadurch, dass ich als „Familienmanagerin“ auch den Schriftverkehr von Mann und Kind manage, landet irgendwie alles auf dem Schreibtisch im heimischen Büro. 

Räume ich auf und sortiere ich ab, kann ich schon darauf warten, dass nur kurze Zeit später mein Schreibtisch vor lauter kreuz und quer liegenden Unterlagen wieder kaum mehr zu sehen ist. 

Ablage-Chaos durch eintrudelnden Papierkram – geht bei der Familienmanagerin gar nicht! 

Das kommt auch davon, dass ich vieles, was am Nachmittag eintrudelt (die Post kommt bei uns erst gegen 14.00 Uhr) oder sich erst im Laufe des Tages ergibt, erstmal auf meinen Schreibtisch lege, weil nachmittags Familienzeit ist. Stromrechnungen, Abrechnungen für`s Schulessen, Tankquittungen und Belege vom Einkauf für`s Geschäft – alles landet zunächst im Home-Office. Bei mir, der Familienmanagerin.

Meist nehme ich mir dann für den nächsten Tag vor, alles zu sortieren, aber wenn Aufträge drängen oder/und Kundentermine anstehen, verschiebe ich das. An einer leichten Aufschieberitis leide ich nämlich definitiv!

Da mich aber der sich stets wieder einstellende Chaos-Zustand auf meinem Schreibtisch mehr und mehr nervt, werde ich jetzt Nägel mit Köpfen machen und Struktur in mein Arbeitsumfeld bringen. Es ist nicht so, dass ich diese nicht habe, immerhin habe ich für jedes berufliche und private Thema einen Ordner, aber ehe diese Papiere dort landen, verursachen sie vermeidbares Chaos an meinem Arbeitsplatz. 

Ordnungscoaches kennen das….! 

So manchen Morgen muss ich mich erstmal zu meinem Kalender vortasten, weil darüber unzählige Papiere liegen, die ich am Abend zuvor dort abgelegt habe. 

Um mich zu motivieren, las ich mir noch einmal den Artikel über die Ordnungscoaches durch, den ich sogar selbst produziert habe. Ich habe auch mit all` diesen Expertinnen persönlich gesprochen und wie ein roter Faden zog sich eine bestimmte Aussage durch diese Gespräche. Nämlich die Aussage, dass man, wenn man denn Struktur schaffen will – ganz gleich, ob im Keller oder auf dem Schreibtisch – einfach loslegen und nichts aufschieben sollte. Wie gesagt: an letzterem hapert es bei mir so manches Mal….! 

Um das zu ändern, habe ich mich zunächst durch`s Internet geklickt, um mich zu motivieren. Und siehe da: mein Problem haben viele andere Frauen auch! Und genau so viele Frauen haben auch superordentliche und strukturierte Schreibtische, die gezeigten Fotos sprechen immerhin für sich. 

So motiviert stöberte ich weiter im Web, um mich mit kleinen Ordnungshelfern einzudecken, denn meine Vorgehensweise stand fest. Ich würde keine großartige „Alles-verändern“-Aktion starten, sondern einfach mein Ablagesystem verändern. Oder besser gesagt: erst mal eines schaffen. Denn bislang war meine Ablage – leider – der gesamte Schreibtisch. 

Auf einfache Weise Struktur in die Ablage bringen

Fündig wird man im Netz schnell, was die kleinen Helferlein betrifft und so brauchte es auch gar nicht viel, um mir eine gute Struktur zu schaffen. Da das eingangs erwähnte Chaos nur meinen Schreibtisch und nichts anderes betraf, herrscht dort jetzt Ordnung. Und das auf ganz einfache Art und Weise. Ich habe für jedes Thema (von der Rechnung bis zum Info-Brief von der Schule meines Kindes) jetzt eine eigene Ablage. Dort hinein kommt das jeweilige Dokument und dort bleibt es auch, bis ich es endgültig im jeweiligen Ordner abhefte. Eine – zugegeben – sehr simple Maßnahme, doch sie hilft. Und bedeutet nur einen minimalen Zeitaufwand mehr. Statt – wie früher – alles auf den Schreibtisch zu knallen, nehme ich mir jetzt die halbe Minute mehr und lege die Papiere in die jeweils dafür vorgesehenen Ablagen ab. Ganz simpel, das Ganze. Man muss nur einen überwinden: den inneren Schweinehund!  

Bildnachweis: pixabay.com

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Public Relation – abgekürzt PR – das klingt aufregend! Und ganz ehrlich: das ist es auch. Zumindest wenn ich einmal aus dem Nähkästchen meiner Erfahrungen plaudern darf, die ich als PR-Beraterin im Bereich Prominente und Lifestyle machte.

Es ist nun schon eine ganze Weile her, mittlerweile arbeite ich pr-technisch online, aber ich schaue gerne zurück auf diese Zeit und schwelge in Erinnerungen.

Vor allem in solchen, die mich als PR-Beraterin mit Prominenten zusammenbrachte. Natürlich nicht einfach so. Ich rutschte per Quereinstieg in dieses Promi-Ding und hatte jahrelang sowohl eine Promi-Kolumne als auch eine Promi-Sendung.

Freilich alles in unserer Region, aber das reichte aus, um mit vielen großen Namen in Kontakt zu kommen. Das geschah meist in Form von Interviews, ich erinnere mich aber auch gern daran, wie ich Prominente im Rahmen von PR-Aktionen betreute.

Und da fange ich gleich mal an mit meinen verrückten Erfahrungen. Natürlich werde ich die Namen der meisten VIP`s hier nicht preisgeben, sondern dahingehend etwas anonymisieren. Sicher ist sicher. Nicht, dass sich der eine oder andere womöglich im Nachgang auf den Schlips getreten fühlt.

Als PR-Beraterin empfand ich die Superstars am angenehmsten!

Obwohl ich in diesem Zusammenhang sagen muss, dass ich die Erfahrung gemacht habe, dass sich meist nur die „C“-Promis aufspielen und die richtigen Megastars total zurücknehmen.

Ja, wirklich!

Ich denke da an eine Backstage-Begegnung mit Peter Maffay (ihn muss ich nicht anonymisieren!) zurück, damals war er noch mit Tanja zusammen, die ebenso anwesend war.

Hier wartete ich leider mit einem Fauxpas auf, denn ich begrüßte Tanja mit „Michaela“. Diese war allerdings seinerzeit schon die Expartnerin von Maffay und ich erschrak natürlich, als man mich lachend darauf aufmerksam machte.

Da aber wirklich alle lachten – Tanja, der Manager, die Partnerin des Managers und Maffay selbst – konnte ich erleichtert auch mit einstimmen und mit dem Interview beginnen. Im Schlepptau hatte ich  meinen Kameramann, da wir damals den Dreh mit Maffay im Zusammenhang mit einer Charity-Gala planten. Nach dem Interview saßen wir noch eine Weile zusammen, Maffays damalige Frau begutachtete, ganz frei von der Leber weg – gemeinsam mit der Frau des anwesenden Managers –, ihre offenbar gerade erst gekauften Schuhe. Supernatürlich und ohne jedwede Allüren. Genau wie Maffay selbst!

Aber apropos Allüren.

Die kamen mir natürlich auch unter. Und – wie oben schon erwähnt – von Promis, die nicht gerade von sich behaupten konnten, in der allerersten Promi-Kategorie mitzuspielen.

So zum Beispiel der – eher stets im Hintergrund wirkende – Co-Moderator eines super bekannten Late-Night-Talkers.

Wie heute auch noch bei Leuten dieser Art üblich, hatte er seinerzeit ein Buch herausgebraucht, über das das damalige Magazin, für das ich arbeitete, ein Interview mit diesem Menschen wollte. Nun, ich organisierte das und es lief darauf hinaus, dass dieses Interview via Telefon geführt werden sollte, wenn dieser Mann – im Rahmen seiner Lesetour – in einem Hotel unserer Stadt eingetroffen ist.

Ich vereinbarte das so mit seinem Management. Eigentlich war es mehr als albern, dass sich dieser Typ ein Management leistete, aber das hatte ja damals schon jede Frau, die einen One-Night-Stand mit einem Promi verbrachte, am nächsten Tag….Egal.

Da ich selbst an diesem Tag anderweitig verplant war, delegierte ich dieses Telefoninterview an meine Assistentin. Diese rief auch zum vereinbarten Termin brav im Hotel an und ließ sich in das Zimmer dieses Mannes verbinden.

Aus Höflichkeit begann sie das Gespräch mit „Hallo, Herr XY, wir haben ja für heute den Telefontermin vereinbart, ist es Ihnen recht?!“.

Logisch, dass sie daraufhin ein „ja“ erwartete, aber der Typ – unfassbar eigentlich! – legte, ein mürrisches „Nein“ dazu brummelnd, kurzerhand auf. Tja – auch so kanns gehen.

Heute übrigens ist dieser Mensch lange schon in der Versenkung verschwunden, es ist auch nicht bekannt, dass das Buch irgendwelche Verkaufsrekorde schlug – im Gegenteil!

Viele lustige und skurrile Erfahrungen!

Aber schauen wir doch weiter auf ein eher lustiges Ereignis. Na ja, lustig ist vielleicht etwas übertrieben, eher skurril. Ich sollte für eine PR-Aktion, die ich für einen Kunden organisiert hatte, den Schauspieler, der für dieses Event gebucht war, von Berlin nach Leipzig fahren.  Dieser Mann war und ist durch die Sonntagabend-Tatorte sehr bekannt.

Da ich viele Freunde in Berlin habe, verband ich diese Aktion mit einem Besuch bei einer guten Freundin.

Am nächsten Morgen – ich hatte mir natürlich den Wecker schon sehr früh gestellt, um nicht zu spät zu der Abholung zu kommen (Pünktlichkeit ist für mich als PR-Beraterin immer das A und O gewesen) – wurde ich schon im Morgengrauen via Handy aus dem Schlaf gerissen und der besagte Schauspieler war dran.

„Anja, Du musst sofort kommen, die haben mein Auto geklaut“ rief er durch die Leitung. Ich wusste erstmal gar nicht, wie mir geschah, zumal ich Minuten zuvor noch tief und fest geschlafen hatte.

Es stellte sich rasch heraus, dass tatsächlich jemand die Nobelkarosse von dem Promi geklaut hatte, ausgerechnet in der Nacht vor unserer PR-Aktion! Da seine Frau nicht da war und er – logisch! – keinen Bock hatte, mit den Öffentlichen zum Polizeipräsidium zu fahren, bat er mich, dies zu übernehmen.

Ich sah also zu, dass ich mich in Windeseile fertig machte und düste zum Privathaus des Schauspielers, den alle Welt vom Bildschirm nur als ermittelnden Kommissar kennt.

Schon komisch, wenn man dann als PR-Beraterin in eine solche absurde Situation kommt und diesen Promi höchstpersönlich zum Polizeirevier fährt, damit er eine Anzeige für seinen gestohlenen Wagen aufgeben kann!

Das Prozedere erledigte er ziemlich rasch und professionell wie er war, stand er mir dann für den bevorstehenden PR-Termin zur Verfügung.

Allerdings störte es mich – ich bin Nichtraucherin – sehr, dass er die gesamte Fahrt über in meinem Auto stinkende Zigarillos Kette rauchte.

Ich hatte wahnsinnige Kopfschmerzen und mir graute vor der Tatsache, dass ich auch noch die Rückfahrt übernehmen sollte. Eigentlich sind solche Transferleistungen keine Dienstleistung, die eine PR-Beraterin übernimmt, aber damals hatte sich das so ergeben, warum genau, weiß ich nicht mehr.

Auf jeden Fall war mir klar, dass ich unmöglich die Rückfahrt noch übernehmen konnte, da ich ja auch die Organisation und Durchführung des gesamten PR-Termins mit innehatte.

Meine damalige Assistentin war dann so nett und fuhr den Herrn „Hauptkommissar“ wieder nach Hause.

Eine PR-Beraterin muss gegenüber Kunden immer professionell bleiben!

Viele werden jetzt vielleicht auch darüber nachdenken, ob man als PR-Beraterin mit den männlichen Prominenten vielleicht auch mal flirtet. Dazu kann ich – ausgehend von meiner Person – nur sagen: „nein, nein und nochmals nein!“.

Ich habe das nie gemacht und es wäre auch höchst unprofessionell! Das heißt aber noch lange nicht, dass nicht das prominente Gegenüber nicht einen entsprechenden Versuch startet. So passierte das mir im Rahmen eines Interview mit einem hochkarätigen Film-Star aus DDR-Zeiten, der im Rahmen einer Lesung in der Stadt war.

Er unterbrach das Interview immer wieder – ganz aus heiterem Himmel – um mich anzuflirten und mich zu überreden, mit ihm nach seiner Lesung noch auszugehen.

Ich verneinte das jedoch.

Aber weiter mit den Plaudereien aus dem Nähkästchen über die Erfahrungen einer PR-Beraterin. Eine amüsante, aber doch recht stressige Begegnung mit einer sehr bekannten weiblichen Formation ist mir sehr stark noch in Erinnerung geblieben.

Und zwar stand wieder einmal eine Charity-Gala an, dessen VIP-Akquise ich mit belgeitet hatte. In diesem Zusammenhang buchte mich der Kunde für die Betreuung dreier VIP`s / Acts gleich mit.

Bei diesen handelte es sich um einen Schlagersänger, eine Sportlerin und die besagte Formation der Frauen, die allesamt ihre Kunst mit kleinen Tieren darboten.

Sie stiegen alle in einem Luxushotel ab und ich wartete am Nachmittag am Tag der Veranstaltung vor dem Hotel auf ihr Eintreffen. Während der Schlagersänger und die Sportlerin geräuschlos ihre Suiten bezogen, ging mit der Frauen-Formation samt ihren kleinen Tieren ein großes Hallo los. Nicht nur, dass sie Unmengen an Gepäck dabei hatten – nein: ehe man es sich versah, nahmen die Tierchen die ganze Lobby in Beschlag, zur Irritation manch` anderer Gäste und auch zur Freude einiger Leute, die in dem Hause abgestiegen sind und sich gerade im Empfangsbereich aufhielten.

Es war, als lieferten sie hier – vor den Augen des Luxushotel-Publikums – eine separate Show ab!

Irgendwann aber kehrte dann Ruhe ein, die Damen hatten sich – nebst ihren Tieren – auf ihre Zimmer zurückgezogen und der Gala-Abend wurde ein voller Erfolg. Am nächsten Nachmittag – einem Sonntag – fiel mir dann die Aufgabe zu, diese Promis zu verabschieden. Erwartungsgemäß ging das mit dem Schlagersänger und der Sportlerin recht rasch über die Bühne.

Allein die kunterbunte Formation der sehr bekannten Promi-Ladies präsentierte wieder ganz großes Kino.

Wie schon bei der Anreise wurde auch zur Abreise die Hotellobby von den Tieren der Frauen in Beschlag genommen und aufgrund der vielen mitgebrachten Gepäckstücke musste der Hotel-Boy mit seinem güldenen Gepäckwagen pausenlos rotieren.

Erfahrungen als schöne Erinnerung

Ich erinnere mich noch daran, dass es ein brütend heißer Tag war – die ganze Verabschiedungs-„Show“ spielte sich auch vor den Augen der amüsierten Gäste des Freisitzes des Hotels ab – und ich von Minute zu Minute mehr Kopfschmerzen bekam.

Die Damen waren allesamt recht laut und  – na ja – gackernd unterwegs und bis die letzte nebst ihren Kleidern und dem jeweiligen Tier im Auto saß, vergingen für mich gefühlte Stunden, dabei waren gerade mal sechzig Minuten vergangen. Ich war wirklich froh, dann die Rücklichter des VIP-Kleinbusses zu sehen und legte mich den Rest des Tages schlafen.

Das ist auch so ein Thema bei einer PR-Beraterin: da sie oft arbeitet, wenn andere Feierabend haben oder/und sich zur Nachtruhe begeben, nutzen engagierte PR-Damen freie Stunden oder Wochenenden oft zum schlafen, lesen oder ausruhen.

Zumindest ging mir das immer so und ich kenne es auch von Kolleginnen, die ebenfalls als PR-Beraterin arbeiten. Da man schon im normalen Alltag ein kunterbuntes Programm hat, verspüren die wenigsten Leute, die in diesem Job arbeiten, in ihrer Freizeit den Drang, auf Events zu gehen oder wild abzufeiern.

Aber vielleicht hat sich das ja mittlerweile auch geändert – ich rede hier immerhin von Erinnerungen, die bald ein Jahrzehnt zurück liegen.

Aber wie auch immer: schön war es!

Nachweis Symbolfoto: pixabay.com

Ob nach der Elternzeit, aufgrund einer beruflichen Veränderung oder einfach dem Herzenswunsch wegen: kontinuierlich entscheiden sich Frauen dazu, als Existenzgründerin durchzustarten. Und wenn es nicht gerade die Bäckerei von nebenan oder das gut eingeführte Unternehmen mit solidem Kundenstamm ist, das sie übernehmen, brauchen Frauen dann vor allem eines: ein Offline-Netzwerk.

Also Menschen, die sie per sogenannter „Mund-zu-Mund“-Propaganda an andere Menschen weiterempfehlen.

Es gibt nicht wenige Neu-Selbständige, für die das Erschaffen eines realen Netzwerkes erst einmal wie Hexenwerk klingt. Das jedoch ist es nicht und Bedenken dahingehend sind unbegründet.

Lediglich kommunikativ sollte man sein, aber das ist ja sowieso in nahezu jeder Branche, in der man (FRAU) sich selbständig macht, eine Voraussetzung. Und dann kann es mit dem Aufbau eines Netzwerkes schon losgehen. Und zwar völlig unabhängig davon, ob man seine Selbständigkeit offline oder online betreibt – ganz klar!

Natürlich gibt es im Netz Geschäftszweige, bei denen die Online-Vernetzung überwiegt, aber die Regel ist das nicht. Für die allermeisten Branchen gilt: im realen Leben Kontakte zu anderen (selbständigen) Leuten aufzubauen, ist das A und O.

Und so macht FRAU das am besten:

Veranstaltungen besuchen ohne Ende

Um sicherzugehen, eine Menge Leute an einem Ort zu treffen, gehen Sie am besten auf Veranstaltungen. Und zwar auf so viele, wie möglich.

Hier sollten Sie Veranstaltungen, die nur mit Einladung zu besuchen sind, ebenso wahrnehmen, wie öffentliche Veranstaltungen. Um an Events zu kommen, zu denen nur ein bestimmter Personenkreis Zutritt hat, müssen Sie am Anfang ein wenig rührig sein.

Überlegen Sie beispielsweise, wer in ihrem Freundeskreis an attraktive Einladungen für bestimmte Veranstaltungen kommt und sprechen Sie die Freundin oder den guten Freund ruhig darauf an, dass Sie Interesse hätten, dort- oder dahin gern einmal mitzukommen.

Wichtig ist außerdem, dass Sie sich schlau machen, welche Veranstaltungen, Kongresse, Fachvorträge und so weiter, die ihre Branche betreffen, in Ihrer Stadt oder Ihrer Region abgehalten werden.

Kreativ an Einladungen kommen

Hier lohnt es sich oft, die entsprechenden organisatorischen Stellen zu kontaktieren und höflich darum zu bitten, in den Verteiler für Veranstaltungen aufgenommen zu werden. Das ist in den meisten Fällen kein Problem und auf diese Weise werden Sie schon bald die eine oder andere Einladung zu einer Veranstaltung oder zu einem Expertenforum bekommen.

Hier ist es ganz egal, ob Sie einen Pflegedienst führen oder schrille Hüte designen. Das Prinzip ist jedes Mal gleich. Beispiel gefällig?

Nun – wenn Sie einen Pflegedienst führen, sollten Sie sich in Ihrer Region die Ansprechpartner aus dem Bereich Pflege/Gesundheit/Soziales heraussuchen und schauen, was die veranstaltungstechnisch auf die Beine stellen. Ein kurzer Anruf oder/und eine Mail sollte dann genügen, um in den damit zusammenhängenden Einladungsverteiler zu kommen und beim nächsten Mal, wenn hier branchenspezifisch ein Event stattfindet, eine Einladung zu bekommen oder informiert zu werden.

Sind Sie Hut-Designerin, lohnt sich der Kontakt zum nächstgelegenen Stadt- oder Regional-Marketing und schon dürfte es klappen, mit der Aufnahme in den Verteiler. Warum? Ganz einfach: die meisten Stadtmarketing- und Tourismus-Büros veranstalten regelmäßig Events, bei denen die Strahlkraft der jeweiligen Region herausgearbeitet und auf das Potential hingewiesen wird.

Oftmals veranstalten diese Institutionen eigene Messen oder schaffen themenbezogene Plattformen, bei denen Sie die ansässigen Unternehmen/Selbständigen einbeziehen.

Auch laden solche Stellen oftmals überregionale Medienvertreter ein, um diesen das kreative Potential der jeweiligen Region nahe zu bringen.

Da würde es sich doch gut machen, wenn Sie als Hutdesignerin dabei wären – oder?

Und die Chance darauf haben Sie, wenn Sie im Vorab mit den Verantwortlichen in Kontakt getreten und somit dann auch gleich im Verteiler aufgenommen sind.

Kommunizieren, kommunizieren, kommunizieren….

Sind Sie dann auf den entsprechenden Veranstaltungen präsent, heißt es kommunizieren so gut es geht!

Nehmen Sie auf Events wirklich jede Möglichkeit wahr, mit anderen Leuten ins Gespräch zu kommen, denn die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass Sie hier auf potentielle Auftraggeber treffen.

Klar, so manche Frau, die gerade den Prozess der Existenzgründung abgeschlossen hat, hat Skrupel, auf Veranstaltungen mit wildfremden Menschen ins Gespräch zu kommen und Smalltalk zu betreiben. Aber auch diese Hürde lässt sich nehmen, denn Smalltalk ist an und für sich superleicht und kann von jedem angewandt werden. Wenn man einmal drin und darin sicher ist, wird man sich nie wieder scheuen, ein erstes belangloses, nettes Gespräch mit anderen Leuten zu führen. Mehr dazu hier.

Visitenkarten immer an der Frau haben!

Wer mit der Zeit häufiger auf Veranstaltungen geht, wird feststellen: nach dem Smalltalk schließt sich meist ein Gespräch oder eine lockere Plauderei über das jeweilige Berufsfeld der Gesprächspartner an.

Bleiben Sie hier bewusst an der Oberfläche, erzählen Sie keine Romane, aber bringen Sie schon auf den Punkt, was Sie anbieten. Das ist ganz wichtig! Und noch wichtiger ist es, dass Sie immer – wirklich immer! – Ihre Visitenkarten einstecken haben, wenn Sie auf eine Veranstaltung gehen.

So können Sie mit dem Überreichen Ihrer Visitenkarte eine Plauderei stets charmant abschließen oder gekonnt abrunden, wenn Sie das kleine Papier mit Ihren Kontaktdaten weitergeben.

Meist erhalten Sie im Gegenzug auch die Visitenkarte Ihres Gesprächspartners.

Verlegen Sie diese nicht, sondern bewahren Sie diese später in einem dafür vorgesehenen, kleinen Ordner auf oder – noch besser! – erstellen ein Tabelle mit diesen Kontaktdaten. Eine solche Tabelle wird sich rasch füllen – warten Sie es ab!

Kontakte zu erfassen zahlt sich aus!

Im Übrigen macht es sich auch immer gut, in eine solche Aufstellung oder auf die Rückseite der Visitenkarte auch den Anlass zu notieren, bei dem Sie die betreffende Person kennengelernt haben. Sollten Sie später einmal ein wichtiges Anliegen haben, für das Sie diese Person kontaktieren und es ist vielleicht viel Zeit vergangen, so dass die Gefahr besteht, dass man sich an Sie nicht erinnert, können Sie kurz und gekonnt einflechten, wo man einst aufeinandertraf.

So nach dem Motto: „Wir haben uns damals auf dem Stadtmarketing-Kongress in XY kennengelernt“.

Das macht viel aus und ist eine große Hilfe, selbst wenn man längst von der Existenzgründerin zur Unternehmerinnen-Persönlichkeit aufgestiegen ist.

Zurück zu den Veranstaltungen und den Leuten, die dort präsent sind:

Versuchen Sie einfach, hier mit so vielen Menschen wie möglich in Kontakt und am besten auch ins Gespräch zu kommen.

Nur so nimmt man Sie und vor allem das, was Sie zu bieten haben, wahr! Und nur so kommen Sie an Aufträge. Meistens nicht sofort, aber es ist keine Seltenheit, dass jemand, den Sie vor Ewigkeiten mal auf einer Veranstaltung kennengelernt haben, nach vielen Monaten (oder gar Jahren) auf Sie zukommt und Ihre Leistungen in Anspruch oder Ihre Produkte kaufen will.

Oftmals kommt es auch vor, dass jemand, den Sie erst kurze Zeit zuvor kennengelernt haben, nur wenige Wochen später bei Ihnen anruft, mit den Worten: „Sie machen doch das und das. Und ich habe hier jemanden, der genau danach sucht – darf ich demjenigen Ihre Nummer geben?“.

Oder es erreicht Sie der Anruf einer Person, die sich auf eine Frau oder einen Mann, die oder den Sie kürzlich bei einer Veranstaltung kennengelernt haben, bezieht. Und will mit Ihnen ins Geschäft kommen.

Nicht nachlassen im „Kontakte generieren“

So funktioniert ein Offline-Netzwerk. Und nur so! Haben Sie sich erstmal ein beachtliches Netzwerk geschaffen, werden ganz von allein Leute auf Sie zukommen, denen Sie irgendwann einmal Ihre Karte gegeben haben. Oder Bekannte beziehungsweise Freunde von denen.

Das Schöne dabei: durch neue Kontakte erhalten Sie ganz automatisch auch neue Einladungen und damit oft auch Zugang zu Kreisen, die Sie noch nicht kennen oder in denen Sie noch nicht genetzwerkt haben. Hat all das erst einmal Fahrt aufgenommen, wird sich ganz viel von alleine ergeben – das werden Sie feststellen.

Aber: sich dann zurücklehnen und dem Kontakte-Karussell frönen, ist nicht! Denn all das will gepflegt und erhalten werden. Lässt man hier nach und hört irgendwann auf, auf Veranstaltungen und Events zu gehen, wird das aufgebaute Netzwerk nach und nach brüchiger. Es sei denn, Sie veranstalten ein bis zweimal im Jahr eigene Events und laden Ihre vielzähligen Kontakte dazu ein. Geht natürlich auch…!

Als Existenzgründerin Kontakte pflegen

Egal, ob Sie noch Existenzgründerin oder schon eine gestandene Unternehmerinnen-Persönlichkeit sind: pflegen Sie Ihre Kontakte! Auch und vor allem die, die zwar keine Kunden bei Ihnen sind, aber die Sie regelmäßig an andere Leute, die dann Kunden bei Ihnen werden, empfehlen.

So sollte es selbstverständlich sein, solchen Multiplikatoren auch einmal ein Präsent zukommen zu lassen. Im Business bietet sich hier zumeist das alljährliche Weihnachtsfest an. Es ist üblich, zum Jahresende – neben den Geschäftspartnern und Kunden, die ja `eh mit einem Präsent bedacht werden – auch den „Empfehlern“ ein adäquates Präsent zukommen zu lassen.

Sind Sie über besondere geschäftliche Termine oder/und Jubiläen der „Empfehler“ informiert, so ist es eine schöne Geste, hier ebenfalls mit einem kleinen Präsent oder einem stilvollen Glückwunsch-Gruß aufzuwarten.

Wichtig: das gilt auch für Leute, die sie zwar noch nicht an andere Menschen empfohlen haben, aber mit denen Sie auf der einen oder anderen Veranstaltung schon einen netten Plausch geführt und die Visitenkarten ausgetauscht haben. Bringt man sich immer wieder in Erinnerung, ist man bei diesen Leuten nämlich auf dem Schirm, wenn sie einen Auftrag vergeben oder ein Produkt kaufen wollen, wofür Sie die richtige Ansprechpartnerin sind!

Auch privat gekonnt kommunizieren

Gerade als Existenzgründerin ist es außerordentlich wichtig, auch im privaten Umfeld auf die eigene Dienstleistung oder das eigene Produkt aufmerksam zu machen. Gelegenheiten hierfür gibt es meist mehr, als man denkt. Einzig das WIE ist wichtig, denn plumpe Eigenwerbung kommt kaum gut an, klar.

Dezentes Eigenmarketing bei Erledigungen oder Begegnungen im Alltag sind dagegen total okay und entsprechende Gelegenheiten sollten deshalb unbedingt wahrgenommen werden.

Dazu zwei Beispiele:

Stellen Sie sich vor, Sie kommen mit Ihrem Elektriker oder der neuen Mieterin einen Eingang weiter ins Gespräch. Flechten Sie hier ruhig – wenn es passt – ein, was Sie beruflich machen. Ist eine Grundsympathie zwischen Ihnen und den Gesprächspartnern vorhanden, können Sie davon ausgehen, dass sich diese Leute erinnern, wenn sie einmal Bedarf haben, Ihre Leistungen in Anspruch zu nehmen oder auf der Suche nach einem Produkt sind, das Sie anbieten.

Ebenso müssen Sie keine Scheu davor haben, Ihre Visitenkarte einem netten Gesprächspartner zu überreichen, den Sie im Privatleben treffen. Auch dieser ist ein potentieller Kunde und somit wichtig.

Wenn Sie all diese Tipps beherzigen, werden Sie rasch erkennen, dass der Aufbau eines beruflichen Netzwerkes keine besondere Kunst ist. Gerade als Existenzgründerin sollte es Ihnen ein Anliegen sein, ein solches Netzwerk aufzubauen.

Natürlich ist das Investment „Zeit“ nicht zu unterschätzen, aber sowohl eine Existenzgründerin als eine gestandene Unternehmerinnen-Persönlichkeit wird wohl kaum bei der Kontaktpflege mit der eigenen Zeit geizen.

Denn auch hier – und vor allem hier! –  gilt der knarzige Spruch: „Zeit ist Geld“.

Viel Erfolg!

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Wer berufstätig ist – ganz gleich, ob angestellt oder selbständig – der weiß, wie wichtig Selbstbewusstsein ist. Nun ist allerdings nicht jeder mit einer extrovertierten Art ausgestattet, nicht wenige Leute sind eher zurückhaltend, als draufgängerisch, aber mal ehrlich: erfolgreich sind zumeist die Menschen, die ihr Selbstbewusstsein voll ausleben.

Dabei muss man (FRAU) noch nicht mal den Hardcore-Draufgänger geben, Selbstbewusstsein verträgt sich durchaus auch mit Zurückhaltung. Die allerdings sollte gekonnt und nicht unbedingt gleich zu Beginn einer geschäftlichen Kommunikation eingesetzt werden. Schon gar nicht bei einem Verkaufs- oder Akquise-Gespräch!

Eher introvertiert – wie steht’s dann um das Selbstbewusstsein?

Wie aber Selbstbewusstsein an den Tag legen, wenn man in der Tat eher der introvertierte Typ ist? Oder Akquise an sich eigentlich verabscheut? Gute Frage, denn wahr ist auch: wer etwas verkaufen, vermarkten oder prinzipiell im Business etwas erreichen möchte, muss selbstbewusst auftreten.

Dies gelingt auch schon mit diversen Kleinigkeiten, für die man nicht die Welt und schon gar nicht das eigene Wesen fundamental ändern muss.

Die da wären:

  • Setzen Sie sich bei einem Telefongespräch, bei dem Sie einen neuen Kunden gewinnen oder ein Produkt vorstellen wollen, aufrecht hin – wenn Sie einen Bürosessel haben, schrauben Sie ihn hoch. Mit dieser Haltung kommen Sie nämlich stimmlich ganz anders rüber, als wenn sie weit unten sitzen und ihr Kinn mit der Schreibtischkante fast auf Du und Du ist! Der Hintergrund: in einer solchen Sitzposition (weiter unten sitzend) nimmt man meist fast automatisch eine gebeugte Haltung ein, was dem anstehenden Telefonat in Sachen Selbstbewusstsein so gar nicht dienlich ist. Hoch und aufrecht gerade sitzend sieht das Ganz schon ganz anders aus, fast wie von selbst wird in einer solchen Haltung Ihre Stimme fester, das Selbstbewusstsein stärker.
  • Gilt eher für Leute im Home-Office: angemessene Kleidung. Natürlich ist es verlockend, sich in der ausgebeulten Jogginghose und womöglich noch mit dem fleckigen Zuhause-Shirt an den Schreibtisch zu setzen. Nur: ein solcher Look wirkt sich auch auf das Unterbewusstsein aus, man weiß ja eigentlich, dass man mit einer Art NO GO-Kleidung seiner Arbeit nachgeht. Förderlich für selbstbewusste Telefonate ist das nicht – im Gegenteil! Ich würde mal behaupten, in einem solchen Aufzug wirkt man weniger selbstsicher, als wenn man seine Arbeit in einer Art „Büro-Look light“ verrichtet. Will heißen: es muss freilich nicht gleich das Kostüm oder der Anzug daheim im Home-Office getragen werden, aber Sachen, die halbwegs als Business-Kleidung durchgehen, sollten es schon sein. Starten Sie gern mal den Eigenversuch und rufen Sie einmal einen potentiellen Kunden im fluffigen Zuhause-Look an und einmal, wenn Sie in einer schönen Hose und einer Bluse vor dem PC sitzen! In letzterem Outfit werden Sie das Gespräch viel selbstbewusster und souveräner führen – probieren Sie es mal aus!
  • Last but not least hat auch der Zustand des Schreibtisches etwas mit Ihrem Selbstbewusstsein, das Sie am Telefon ausstrahlen (oder eben nicht) zu tun. Was meinen Sie, wie selbstbewusst Sie wohl klingen, wenn während eines wichtigen Telefonates mit einem (potentiellen) Kunden der schriftliche Tadel Ihres Kindes vom Schuldirektor, auf den Sie noch reagieren wollen, in Sichtweite liegt? Oder aber die Mahnung vom Telefonanbieter, dessen Rechnung Sie ja dieser Tage endlich mal bezahlen wollen? Eben! All das sind irgendwo Dinge mit einer negativen Behaftung, die einem bei einem wichtigen Telefonat ins Auge fallen und eher – wenn auch mehr unbewusst – dafür sorgen, dass Sie nicht das Selbstbewusstsein ausstrahlen, das Sie ja eigentlich haben.

Ein kleiner Tipp zum Schluss – aber lange kein MUSS (reimt sich sogar…):

An Homeoffice-Tagen oder wenn Sie prinzipiell ein Homeworker sind, sorgt eine frisch in Schwung gebrachte Frisur und ein klitzekleinwenig Schminke im Gesicht für DEN Selbstbewusstseins-Booster schlechthin.

Graue Maus oder nicht? Der Unterschied machts!

Es macht nämlich in der Tat einen Unterschied in Sachen Selbstbewusstsein, wenn Sie wie eine graue Maus und mit dem hastig und lieblos zusammengebundenen Pferdeschwanz in ihren Geschäftstag gehen, als ein wenig aufgefrischt – ehrlich!

Ich zumindest kann raten: einen Versuch ist es wert! Probieren Sie es unbedingt mal aus!

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