Freitag, 3. Juli, 2020

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Ein Garten für die Familie

Ein Gastbeitrag von Doris Kamps. Vor etwa 100 Jahren war es Standard in jeder normalen Grundschule: rund um das Schulgebäude befand sich ein Garten mit Gemüsebeeten und Obstbäumen. Im praktischen Unterricht lernten die Kinder von klein auf, Obstbäume zu schneiden und Gemüse anzubauen.

Eine wichtige Voraussetzung für ihr Leben, war doch ein Großteil der Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig. Jeder kleinere Bauer versorgte sich und seine Familie zum Großteil selbst. Kartoffeln, Gemüse und Kräuter aus dem eigenen Garten, Obst und seine Zubereitungen wie Kompott und Marmelade, im Wald gesammelte Beeren und Pilze sowie Milch(produkte), Eier und selten Fleisch der eigenen Tiere standen auf dem Speiseplan.

Mit fortschreitender Industrialisierung und mittlerweile der Digitalisierung ist unseren Kindern (und auch uns Erwachsenen) das über Jahrhunderte erworbenes Wissen rund um den Anbau im eigenen Garten verloren gegangen.

Seit einigen Jahren gibt es jedoch wieder eine regelrechte Nutzgarten-Renaissance. Zu viel hören wir von mit Glyphosat vergifteten Feldern, Bienensterben oder Pestizidrückständen auf unseren Lebensmitteln.

Wie können Sie also möglichst einfach frisches Gemüse aus dem eigenen Garten gewinnen und noch dazu Ihr(e) Kind(er) zur Mithilfe begeistern?

 Mit einigen pfiffigen Ideen hat die gesamte Familie Spaß and der Gartenarbeit und noch dazu frisches Bio-Gemüse.

Kartoffeln anbauen in der Kartoffelpyramide

Die Kartoffelpyramide besteht aus vier etwa 20 cm Holzrahmen. Der erste Rahmen hat eine ideale Größe von 100 x 100 cm. Die weiteren, immer kleineren Rahmen werden um jeweils 90° versetzt übereinander gestellt und jeweils zur Hälfte mit guter Bio-Erde aufgefüllt. Setzen Sie in jede Ecke ein bis zwei Stück Bio-Pflanzkartoffel und bedecken Sie diese mit Erde.

Besonders interessant sind bunte Sorten, z.B. violette oder rotschalige Kartoffeln. Mit einer Kartoffelpyramide lässt sich eine Ernte von 15-20 kg Kartoffeln erzielen und das auf nur einem Quadratmeter. Und was gibt es leckereres, als selbst geerntete Kartoffeln direkt auf den Grill zu geben?

Bohnenzelt: zum Ernten und Verstecken

Gleich einen doppelten Nutzen bringt ein Zelt aus Bambusstämmen oder Weiden. Während rund um die Stangen die Ranken von Kletterbohnen empor ranken, können die Kinder im Zelt verstecken spielen. Bepflanzen Sie Ihr Bohnenzelt mit Feuerbohnen – mit ihren leuchtend roten Blüten wird aus dem Tipi so zusätzlich ein wunderschöner Blickfang im Garten.

Hochbeet für Groß und Klein

Nichts hat im Garten so einen raschen Siegeszug angetreten wie Hochbeete. Und das aus gutem Grund. Sie sind bequem zu bearbeiten. Der Ärger mit Schnecken, Wühlmäusen und Unkraut ist auf ein Minimum reduziert.

Und der Ertrag im Hochbeet ist doppelt so hoch wie auf einem normalen Bodenbeet. Die Höhe des Hochbeetes soll auf die Körpergröße abgestimmt sein. Während Erwachsene mit einer Höhe von etwa 84 cm gut bedient sind, eignet sich für Kinder je nach Alter ein Mittelbeet (56 cm) oder ein Niederbeet (38 cm).

Starten Sie mit einfachen Gemüsearten, die rasch wachsen und den Kindern schmecken. Dazu zählen Radieschen, Pflücksalate, Kohlrabi, Karotten oder Erbsen. Für Fortgeschrittene sind Tomaten und Paprika eine gute Wahl.

Den Winter nutzen

Im Dezember oder Jänner frische Vitamine ernten?

Ja, das geht. Nutzen Sie Ihr Hochbeet auch für die kalten Wintermonate! Ideale Gemüsepflanzen sind Feldsalat, Spinat, frostresistente Pflücksalate (z.B: Venezianer, Misticanza) und Asia Gemüsesorten (z.B: Oriental Mix, Pak Choi).

Naschhecken anlegen

In keinem von Kindern bewohnten Garten sollten Naschhecken fehlen. Gut geeignet dafür sind dornenlose Brombeerstauden, Himbeeren, Ribiseln bzw. Johannisbeeren und Jostabeeren. Neue Geschmackserlebnisse abseits vom üblichen Speiseplan erfahren Kinder mit den  Früchten von Wildobst wie z.B. Felsenbirne, Kornelkirsche oder Schlehe.

Diese Sträucher bieten vielen Vogelarten Unterschlupf und  Nahrung und ermöglichen das Beobachten von verschiedene Vogelarten aus unmittelbare Nähe.

Zur Person: Doris Kampas ist die Autorin des Buches „Biogärten gestalten“ und betreibt mit ihrem Team ein kleines Unternehmen in der Nähe von Wien. Hier wird großen Wert darauf gelegt, alle Produkte und Dienstleistungen ökologisch, fair und nachhaltig anzubieten. Den Einsatz oder Verkauf von chemisch-synthetischen Produkten lehnen Doris Kampas und ihr Team strikt ab.

Mehr Informationen finden Sie auf den Seiten von Doris Kampas: hier und hier

Bildnachweise: Doris Kampas

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