Mittwoch, 17. April, 2024

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Vereinbarkeit Familie & Beruf: Fahrlehrerin erzählt, warum das für sie funktioniert

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist für die meisten Mütter im deutschsprachigen Raum eine Dauer-Herausforderung. Obwohl immer mehr Arbeitgeber nachziehen und ihren Angestellten mit Familie attraktive Arbeitszeitmodelle bieten, dürfte der Großteil der Frauen im Alltag immer noch “jonglieren”. Dementsprechend groß ist die Nachfrage nach Jobs, die eine gute oder halbwegs vertretbare Vereinbarkeit von Familie und Job mit sich bringen.

Den Beruf des Fahrlehrers haben viele Mütter in diesem Zusammenhang bestimmt nicht auf dem Schirm. Und doch ist es ein Job, der mit viel Flexibilität einhergeht. Das Nachrichtenmagazin spiegel.de hat dieser Tage eine Fahrlehrerin porträtiert, die über die gute Vereinbarkeit ihres Berufs mit ihrer Rolle als zweifache Mutter spricht. Und dabei auch noch verrät, warum für sie Männer die besseren Autofahrer sind…

Junge Fahrlehrerin spricht über tolle Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Die 30jährige Fahrramtslehreranwärterin aus Berlin heißt Gamze Arslan und hat wirklich interessante Dinge aus ihrem Berufsalltag im Auto zu berichten. Das ist schon deshalb spannend, weil man sich mit diesem Job ja eher weniger beschäftigt. Die meisten machen ihren “Lappen” und haben – im Idealfall – mit Fahrlehrern nie wieder etwas zu tun.

Umso schöner die Einblicke, die Frau Arslan öffentlich gewährt. Zitat:

“(…)Zuvor arbeitete ich zehn Jahre lang in Supermärkten und Modegeschäften. Schichten am Wochenende und oft abends – das war mit meinem Leben als zweifache Mutter schwer vereinbar. Ich sehnte mich nach mehr Zeit für meine Familie. Und nach einem Job, der mich erfüllte. Hinter dem Steuer saß ich schon immer gern, ich liebe die geschmeidige Art des Automatikgetriebes, die Freiheit und dass es so ruhig ist im Auto. Als ich vor ein paar Jahren meiner Schwester Tipps für ihre Führerscheinprüfung gab, merkte ich, wie viel Spaß ich daran hatte.(…)”

Spannend auch, wie so eine Ausbildung abläuft.

Die Ausbildung zur Fahrlehrerin ist anspruchsvoll

Einfach drauf los, fahren und erklären ist natürlich nicht, wie sich zeigt:

“(…)Die Ausbildung zur Fahrlehrerin dauert ein bis eineinhalb Jahre und beginnt mit einem theoretischen Teil. In einem Bildungszentrum lernte ich mehr über Verkehrsrecht, über Motoren und darüber, wie man spritsparend fährt. Am spannendsten fand ich den pädagogischen Teil, dort wurde uns anhand von Fallbeispielen gezeigt, wie man nervöse Fahranfänger beruhigen kann. Im praktischen Teil saß in den ersten Wochen noch ein erfahrener Fahrlehrer hinter mir, mittlerweile lehre ich allein. Zwei Lehrproben liegen noch vor mir, dann darf ich mich Fahrlehrerin nennen.(…)”

Infos gibt es auch zu dem Verdienst von Fahrlehrern, immerhin nicht der uninteressanteste Aspekt an einem Job. Zitat:

“(…)Als ausgebildeter Fahrlehrer wird man in der Regel nach Fahrstunden bezahlt. Laut der Jobplattform Stepstone kommt man dabei mindestens auf ein Bruttogehalt von 3000 Euro pro Monat, wobei die Gehälter je nach Bundesland variieren.(…)”.

Gar nicht mal so schlecht!

Männer und fahren: Ein Vorurteil wird bestätigt

Und wie ist es nun mit den Männern und ihrer Fahrweise? Hier bestätigt Gamze Arslan ein festes Vorurteil:

“(…)Leider hat sich für mich ein Vorurteil bestätigt: Frauen fahren oft schlechter als Männer. Sie sind eher nervös und zaghaft, die meisten Männer hingegen fahren entspannt, intuitiv.(…)”

Tja, wer, wenn nicht jemand aus dem Lager der Fahrlehrer könnte hier so frank und frei über Erfahrungswerte sprechen? Eben!

Fahren lernen: Kein Tag ist wie der andere

Die junge Berufsanfängerin gibt in dem Porträt auf spiegel.de noch weitere Einblicke in ihren Job, der zwar recht komplex, dafür aber wahnsinnig abwechslungsreich ist:

“(…)Ich muss wachsam sein, abschalten darf ich nie. Die ersten Monate waren besonders anstrengend, ich musste auf so viele Dinge gleichzeitig achten: präzise Vorgaben machen, den Verkehrsfluss vorausahnen, das Verhalten der Schüler beobachten. Da fühlte ich mich abends oft leer und mental müde. Mittlerweile mag ich, wie anspruchsvoll und abwechslungsreich der Job ist: Ich muss immer improvisieren, kein Tag ist wie der andere.(…)”

Alles in allem ein Beruf, der vielleicht doch erst auf den zweiten Blick interessant ist, aber dann richtig! Und eben – wie gesagt – familienfreundlich.

Fahrlehrer: Ein Beruf auf den zweiten Blick?

Das betont Gamze Arslan sehr ausdrücklich:

“(…)meistens kann ich mir frei einteilen, wann und wie lange ich arbeiten möchte. So lässt sich mein Job besser mit meiner Rolle als Mutter vereinen.(…)”

Ein Wunsch, den viele Mütter haben und für dessen Umsetzung viele Familienverbände hierzulande noch kämpfen. Aber wie das immer so ist: Jobs, die Leute mit der Familie gut vereinbaren können, mögen rar sein, aber es gibt sie. Wenn man sie oft auch erst auf den zweiten Blick erkennt.

Wie eben den Fahrlehrer-Beruf!

Quelle: spiegel.de vom 22. Februar 2024

Bild (Symbolbild): pexels.com / Berendey_Ivanov / Andrey_Kobysnyn

 

 

 

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