Ein Gastbeitrag von Birgit. „Immer müde“ – das soll hier im Gastartikel mein Thema sein. Denn ich habe die Erfahrung vor kurzem gemacht und denke, dass es bestimmt vielen Frauen da draußen ebenso ergeht und ich mit meinem Erfahrungsbericht ein wenig Orientierung bieten kann.

Die totale Müdigkeit erreichte mich vor Weihnachten. Von jetzt auf gleich, ohne Vorwarnung. Wenn ich morgens aus dem Bett stieg, fühlte es sich an, es hätte ich höchstens eine Stunde geschlafen. In der Stunde, in der sich mein Kind für die Schule fertig machte und ich in der Zeit die Schulbrote bestrich, kam ich kaum heraus aus dem Gähnen.

Müde bis in den letzten Knochen

Die extreme Müdigkeit machte es mir sogar schwer, eine Zeitlang stehend zu verbringen. Ich fühlte mich bis in den letzten Knochen müde und war froh, wenn ich die Pausenbrote geschmiert und eine Gelegenheit zum Hinsetzen hatte. Da mein Kind im Bad stets seine Zeit braucht, trank ich in der Zeit in Ruhe einen Tee in der Küche. Vom Kaffee bin ich schon lange weg, weil ich ihn auf Dauer schlecht vertrage. Aber ich denke, dass er mir auch nicht viel bei meinem Problem, stets müde zu sein, geholfen hätte.

Und während meiner ruhigen Minuten bei einer dampfenden Tasse Tee, schlug sie dann auch wieder zu: die Müdigkeit. Aber wie! Ich kann mich an keine Zeiträume in meinem Leben erinnern, in denen ich nach dem Aufstehen so unendlich müde war.

Wie mit dieser Müdigkeit die nächsten Tage überstehen?

Ich weiß noch, wie mich die blanke Panik befiel: es war kurz vor Weihnachten und mein einziger Gedanke war, wie ich das Fest wohl überstehen sollte, mit dieser Müdigkeit? Da ich eine verständnisvolle Frauenärztin habe, habe ich sofort einen Termin bei ihr bekommen, denn meine Ahnung war, dass es bereits die Wechseljahre sein könnten. Ich bin etwas über Mitte Vierzig.

Das wollte ich abklären lassen.

Die Tage bis dahin verbrachte ich manches Mal so, dass ich, nachdem mein Kind zur Schule gegangen war, wieder ins Bett ging und noch ein, zwei Stunden schlief. Ich arbeite von Zuhause aus, muss also nicht alltäglich mein Haus für den Job verlassen.

Wenn ich mich doch soweit fühlte, die Arbeit am Schreibtisch anzugehen, dann musste ich nach circa drei Stunden schon wieder abbrechen. Ich war zu müde und konnte mich kaum auf den Beinen – beziehungsweise auf dem Stuhl – halten…!

Auch am Nachmittag extrem müde

Meist legte ich  mich in so einer Situation noch einmal hin, aber ein Zustand war das freilich nicht. Zumal sich die Müdigkeit auch in den Nachmittag zog. In Zeiten, in denen mit meinem Kind ein wenig Spielplatz oder ein Spaziergang in der Natur anstand, war ich wiederum extrem müde. Es fiel mir auch sehr schwer, mit dem Nachwuchs dann später die Hausaufgaben anzugehen. Ich schlief fast dabei ein! Das Dilemma betraf freilich auch die Hausarbeit, ich schaffte vor Müdigkeit kaum etwas. Der Horror vor den bevorstehenden Feiertagen wurde denn auch immer größer. Mein Partner war nicht wirklich eine Hilfe, denn er arbeitet wochentags auswärts. Eine Wonne waren natürlich die Wochenenden, an denen er da war und ich ausschlafen konnte. Allerdings braucht man auch keinen Familienausflug anzugehen, wenn einer der Familie erst nach eins aus dem Bett findet…! Nicht schön.

Zwischenzeitlich bemühe ich Google und gab „immer müde“ in den Suchschlitz ein. Das half aber auch nicht viel, denn „Dr. Google“ ist nun wahrlich kein guter Ratgeber in Sachen Symptome. Für mich jedenfalls nicht. Denn dem Wörtchen „müde“ folgten unzählige Treffer, die zu vermeintlichen Krankheitsbildern führten, die man aufgrund von Müdigkeit vielleicht ja schon haben kann.

Nichts für mich!

Gründliche Untersuchung in Sachen Müdigkeit

Umso froher war ich, als der Tag des Termins bei der Frauenärztin anbrach. Sie befragte mich gründlich, untersuchte mich, nahm Blut ab. Kurz darauf hatte ich schon das Ergebnis: eine Schilddrüsen-Unterfunktion. Und Entwarnung: die Wechseljahre waren es noch nicht. Wie schön! Ich bin zwar – wie erwähnt – noch keine Fünfzig,  aber man (FRAU) weiß ja nie…!

Ich bekam Tabletten verordnet und nehme diese jetzt erst einmal. In zwei Monaten bin ich dann wieder bei der Frauenärztin bestellt, damit die checken können, ob die Arznei was bewirkt hat.

Zusätzlich nehme ich auf Anraten einer Freundin noch Vitamin D-3-Tabletten. Diese sollen das wenige Sonnen- und Tageslicht, das man ja als typischer Home-Office-Mensch zu sehen bekommt, ausgleichen. Der besagten Freundin haben diese Tabletten auch dergestalt geholfen, dass sie nicht immer so müde war. Sie kennt dieses Phänomen nämlich auch! Allerdings hat sie keine Probleme mit ihren Schilddrüsenwerten.

Deshalb – und was ich prinzipiell mit diesem Artikel hier sagen will -: stets müde zu sein, kann die verschiedensten Ursachen haben! Das sollte jedem klar sein. Wichtig ist, dass dieses belastende Phänomen untersucht wird.

Wer über einen längeren Zeitraum hinweg von einer bleiernen Müdigkeit befallen wird, sollte deshalb den Gang zu einem Arzt des Vertrauens nicht scheuen! Ob Hausarzt oder – wie bei mir – der Frauenarzt, das ist ganz egal. Hauptsache, man klärt es ab.

Dauermüdigkeit hat immer eine Ursache!

Denn: eine Ursache hat die Dauermüdigkeit eigentlich immer und kaum jemand kann müde seinen Alltag bewältigen. Ganz klar.

Klar ist aber ebenso, dass die Ursachen der Müdigkeit so individuell sind, wie die verschiedenen Menschen selbst. Und: was „Schlimmes“ ist es selten, was uns müde macht. Deshalb unbedingt einen Arztbesuch ins Auge fassen.

Denn: die Alternative ist nicht wirklich alltagstauglich!

Bildnachweis (Symbolbild): pexels.com

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