Mittwoch, 29. Mai, 2024

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“Enkeltrick” immer professioneller: So sensibilisieren Sie ältere Angehörige

Immer wieder Polizeiwarnungen, Beiträge in “Aktenzeichen XY…ungelöst” und jede Menge Presseberichte: Der “Enkeltrick” ist in aller Munde. Aufgrund der fast durchgängigen Berichterstattung sollte man meinen, dass dieses kriminelle Treiben, bei dem zumeist Senioren um viel Geld gebracht werden, gar nicht mehr erfolgreich ist. Aber weit gefehlt: Die Straftäter zocken ab wie eh und je und werden vor allem im Zusammenhang mit Schockanrufen immer professioneller. Einem aktuellen Bericht auf welt.de zufolge nutzen die skrupellosen Banden immer mehr die veröffentlichten Todesanzeigen in den lokalen Zeitungen. Indem sie sie aufmerksam studieren, gelangen sie an die Namen der Enkel.

“Enkeltrick”: Kriminelle grasen auch Traueranzeigen ab

Da reicht es schon, wenn bekanntgegeben wird, dass der Opa verstorben und Ehefrau Martha mit den Enkeln Hannes und Luise in tiefer Trauer ist. Einmal durchgelesen, haben die Gangster die Namen der jüngeren Hinterbliebenen – also der Enkel – und können so, nachdem sie den Namen ihres Opfers im Telefonbuch ausfindig gemacht haben, ihre kriminelle Nummer starten.

Medienberichten zufolge geht der Schaden infolge dieser Straftaten in die Millionen. Und kein Ende ist absehbar, auch wenn es immer mal polizeiliche Schläge gegen einzelne Straftäter-Gruppen gibt.

Doch was kann man tun, damit ältere Angehörige – Oma, Opa, Tanten, Onkel – nicht vielleicht auch noch Opfer dieser Verbrecher werden und ihnen treuherzig Bargeld aushändigen?

Angehörige verraten, welche Vorkehrungen sie getroffen haben

Im Kommentarbereich des besagten Artikels auf welt.de schildern etliche Leser, welche Vorkehrungen sie für und mit älteren Verwandten getroffen haben.

Hier ein Auszug:

  • Trillerpfeife – Das gute alte Lärm-Utensil sollte bei älteren Menschen unbedingt neben dem Telefon liegen und zum Einsatz kommen, wenn bemerkt wird, dass der “Enkeltrick” angewandt werden soll. Hier tut man gut daran, seine Angehörigen im Seniorenalter darüber aufzuklären, wie wirksam so eine Trillerpfeife für den Moment ist und dass Oma oder Tante keineswegs Konsequenzen befürchten müssen, denn die Anrufer sitzen bekanntlich meist im Ausland
  • Passwort – Ein in der Familie vereinbartes Passwort, das unbedingt zum Einsatz kommen soll, wenn am Telefon von einem Unfall oder einem anderweitigen Unglück die Rede ist und daraufhin Geld verlangt wird, kann Schlimmes verhindern. Vereinbaren Sie ein solche Passwort beim nächsten Familientreffen und erinnern Sie ältere Verwandte ruhig ab und an daran, so dass diese Vereinbarung für den Fall der Fälle abrufbar bleibt.
  • Begrenzung der Bargeldsumme zum Abheben bei der Bank – Ist der oder die betreffende Angehörige, den oder die man sensibilisieren will, gesundheitlich angeschlagen oder eingeschränkt (Stichwort: Demenz oder beginnende Demenz), sollte man die Bankgeschäfte gemeinsam neu strukturieren. So können Beträge zum Abheben in bar auf ein bestimmtes Limit herabgesetzt werden. Hier spielt auch das Thema “Vollmacht” mit rein, weshalb es sich empfiehlt, dass man mit den betreffenden Angehörigen spricht und gemeinsam zur Bank geht, um Änderungen vorzunehmen
  • Anrufbeantworter vorschalten: Bewährt hat sich auch das Vorschalten eines Anrufbeantworters. Da viele ältere Menschen noch Festnetz-Telefone haben, sollte man sich die Mühe machen und einen Anrufbeantworter anschließen. Den oder die betreffende Verwandten sollte man darüber aufklären, dass sich jederzeit in das Gespräch eingeschaltet werden kann, wenn beispielsweise Enkelin Jana zu hören ist. Bei unbekannten Anrufern indes sollte nicht rangegangen werden. Diese Strategie gegen den infamen “Enkeltrick” setzt freilich voraus, dass sämtliche Familienmitglieder, die bei dem oder der betreffenden älteren Angehörigen zu den “Stamm-Anrufern” gehören, auch wirklich erst einmal auf das Band sprechen, so dass man sich direkt in das Gespräch reinschalten kann. Ein kleines “Hallo Oma, hier ist die Jana, nimmt doch bitte einmal ab” reicht da schon aus

Erst einmal den Enkel anrufen!

Die genannten Anregungen sind einige von vielen. Ob sie auf die jeweilige Familiensituation passen, muss am Ende jeder, der sich mit dem Thema beschäftigt und gewappnet sein will, selbst entscheiden. Der Möglichkeiten gibt es sicher noch etliche. Wichtig ist, dass ältere Angehörige überhaupt sensibilisiert werden. Dazu gehört – so schlicht es auch klingt – im Fall des Falles zunächst einmal ein Anruf bei jenem Familienmitglied, das angeblich in einen Notfall verwickelt sein soll.

Deshalb: Sämtliche Rufnummern der Familienmitglieder – allen voran der Enkel – sollten gut lesbar und platziert direkt am Telefon liegen. Das ist schon die halbe Miete. Die man den Betrügern für ihre oftmals protzigen Häuser schon mal nicht zukommen lässt…!

Quelle: welt.de vom 13. Dezember 2023

Bild: stock.adobe.com / olly

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