Dienstag, 9. März, 2021

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Liebeskummer: Warum wir ihn haben & 6 Tipps, was dagegen hilft

Ist eine Beziehung in die Brüche gegangen oder die eigenen Gefühle werden nicht erwidert, ist das eine unglaublich belastende Situation. Es gibt kaum einen Menschen, dem in seinem Leben noch nicht das Herz gebrochen wurde. Dieser Beitrag kann dabei helfen, Trennungsschmerz besser zu begreifen, um schlussendlich den Liebeskummer zu überwinden.

Herzschmerz – ein raffiniertes Konstrukt der Natur

Wenn der Partner fremd gegangen ist, die Beziehung wie aus heiterem Himmel zerbricht oder der Schwarm kein Interesse zeigt, löst das viel Leid und Verzweiflung aus. Einige Experten vermuten, dass hinter diesen starken Emotionen eine eindeutige Aufforderung nach Zuwendung an das Umfeld steckt.

Theorien gehen ebenfalls davon aus, dass die heftigen Gefühle abschreckend auf die Psyche wirken sollen. Wer seelische Schmerzen kennt, wird es sich mehrfach überlegen, den Partner zu verlassen. Ein raffinierter Mechanismus der Evolution, denn so bleibt die Kontinuität der Fortpflanzung gewährt.

An der Universität Regensburg untersuchten Neurobiologen dieses Phänomen bei Präriewühlmäusen, die dafür bekannt sind, lebenslang bei ihrem Partner zu bleiben. Trotzdem neigen die männlichen Nager immer wieder einmal zu Seitensprüngen.

Als das Forscherteam das Weibchen aus dem Bau verschwinden ließ, zeigten sich bei den männlichen Mäusen Depressionen und der verzweifelte Wunsch, die Partnerin zurückzubekommen. Ein Phänomen, das sich eins zu eins auf den Menschen übertragen lässt. Die Wucht der Sehnsucht ist vergleichbar mit der Verzweiflung, die ein Junges an den Tag legt, um sein verschwundenes Muttertier wieder an seine Seite zu rufen.

Was passiert im Körper, wenn das Herz bricht?

Verliebte wollen nicht nur Bäume ausreißen, sondern würden vor lauter Glück am liebsten die ganze Welt umarmen. In dieser Phase hat das Gehirn Hochkonjunktur. Es schüttet permanent sogenannte „Glückshormone“ wie Dopamin und Oxytocin aus.

Ein gewaltiger Adrenaliausstoss sorgt zusätzlich dafür, unter Hochspannung und freudiger Erwartung zu stehen. Die Partien des Gehirns, die für das rationale Denken verantwortlich sind, haben im Stadium des Verliebtseins Sendepause. Das lässt sich durchaus mit einem Drogenrausch vergleichen.

Zerbricht die Beziehung oder bleibt sie ein Wunschtraum, sinkt der Dopamin-Spiegel rapide ab. Das sorgt für ein Gefühl der Unsicherheit, Mutlosigkeit und kann sich bis hin zu einer handfesten Depression steigern. Liebeskranke können sich nur noch schlecht auf ihre alltäglichen Aufgaben konzentrieren, leiden unter Schlafstörungen sowie Appetitlosigkeit.

In den Nebennieren werden gleichzeitig verstärkt Stresshormone wie Cortisol und Adrenalin produziert. Darauf reagiert jeder unterschiedlich. Die einen schwitzen und haben Herzrasen, andere fangen an zu zittern. Wenn Verliebtsein wie ein Drogenrausch ist, dann ist Liebesleid mit dem Entzug vergleichbar.

Dauert der Seelenstress zu lange, können innere Organe in Mitleidenschaft gezogen werden – das klassische gebrochene Herz.

Wenn das Liebesleid zu extrem wird

Körper, Geist und Seele brauchen ihre Zeit, um zu heilen. Kummer, Leid und Einsamkeit dürfen zur Verarbeitung durchaus den nötigen Raum einfordern. Bei einigen Menschen löst das gebrochene Herz jedoch drastische Reaktionen aus. So kann die Gefahr von Alkohol- und Drogenmissbrauch steigen, wenn der Schmerz zu groß ist.

Laut einer Studie der Universität Wien haben rund 45 % aller Verlassenen und Verschmähten Gedanken an Suizid. Tatsächlich ist eine gescheiterte Liebe bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen der häufigste Grund für einen Selbstmord. Besonders tragisch wird es, wenn die Verlassenen Ex-Partner oder sogar die Kinder mit in den Tod nehmen.

Männer neigen häufiger als Frauen dazu, ihre Gefühle mit einem aggressiven Verhalten zu kompensieren. Die Palette reicht dabei von den klassischen Kneipenschlägereien bis hin zu Angriffen auf die Ex-Partnerin oder deren neuen Lebensgefährten. Frauen setzen weniger auf körperliche Gewalt, könnten aus Wut jedoch durchaus in der Lage sein, die Autoreifen des Ex‘ zu durchstechen.

Eine besonders belastende Form, die in Zusammenhang mit nicht oder nicht mehr erwiderter Liebe aufritt, ist das Stalking. Die Abservierten verfolgen ihre Ex-Partner wie ein Detektiv, lungern in Haus und Garten herum oder lassen das Telefon in der Endlosschleife klingeln. Der Drang zur Überwachung kann sich durch die sozialen Netzwerke verstärken. Denn Überwachung und eventuell auch Verunglimpfung, sind auf Facebook, Instagram & Co. relativ leicht zu realisieren.

Die verschiedenen Phasen von Liebeskummer

Das Ende einer Beziehung ist vergleichbar mit dem Tod eines geliebten Menschen. Aus diesem Grund wurde das Fünf-Phasen Modell der Sterbeforscherin Elisabeth Kübler-Ross auf das Phänomen Herzschmerz angepasst. Möglich sind vier bis sieben verschiedene Phasen.

Die verschiedenen Phasen nach einer Trennung müssen nicht alle auftreten. Manchmal gehen die einzelnen Episoden ineinander über, dann treten sie wieder gleichzeitig auf.

Ein gebrochenes Herz zu heilen kann 12 bis 36 Monate in Anspruch nehmen – je nachdem, wie intensiv die Gefühle für den Partner waren oder die Beziehung angedauert hat. Selbst wer nie mit dem Herzensmann zusammenkam, aber über Jahre hinweg heimlich verliebt war, kann einen langen Zeitraum leiden. Vor allem dann, wenn alles Hoffen auf eine feste Beziehung durch die Hochzeit mit einer anderen Frau endgültig zum Scheitern verurteilt ist.

Phase 1: Verdrängung von Gefühlen

Wenn es nur noch Stress in einer Beziehung gibt, stellt sich bei vielen bereits eine Vorahnung ein. Ist das Aus dann auf dem Tisch, möchten viele das Beziehungsende zunächst nicht wahrhaben. Eine Kurzschlussreaktion des Partners wird vermutet. Selbst wenn dieser nicht zurückkehrt, lebt der Verlassene in seinen Erinnerungen an die schönen Momente der Beziehung. In diesem Stadium ist es weder möglich das Scheitern, noch den eigenen Beitrag zum Ende der Partnerschaft einzugestehen.

Phase 2: Trauer und Depression

Die Unmöglichkeit, die Beziehung noch einmal aufleben zu lassen, wird erkannt. Sämtliche Versuche, den Partner zurückzuerobern sind gescheitert. Es breitet sich eine tiefe, innere Leere aus. Die oft mit übermäßigem Essen, zu viel Alkohol oder Zigaretten versucht wird, zu füllen. Manche Menschen werden derart lethargisch, dass selbst einfache Alltagsaufgaben zu unlösbaren Problemen werden. Diese Antriebslosigkeit kann bis in eine schwerwiegende Depression gehen.

Phase 3: Wut

Kurz nach der Trauerphase, manchmal auch abwechselnd, können heftige Emotionen auftreten. Es macht sich eine unbändige Wut auf den Ex-Partner breit, die alle anderen Gefühle überdeckt. Der Schuldige am Scheitern der Beziehung ist gefunden. Es treten Rachegedanken auf. Diese Hassgefühle beherrschen die komplette Stimmung. Doch sind diese Regungen die ersten Vorboten eines Neuanfangs.

4. Phase: Neuanfang

Nach einigen Monaten, bei manchen auch erst nach einigen Jahren, kommt der Moment, in dem die ehemalige Beziehung überwunden ist. Das Ende wurde akzeptiert und verarbeitet. Bei sehr dramatischen oder traumatischen Trennungen bleiben Wunden auf der Seele zurück. Aus diesen Erfahrungen resultiert eine gewisse Klarsicht. Denn nun ist offensichtlich, welche Fehler in Zukunft vermieden werden, damit die nächste Partnerschaft erfolgreicher verläuft.

Über eine Trennung hinwegkommen – was hilft wirklich?

Einen pauschalen Rat, wie Betroffene die verschiedenen Phasen nach einer Trennung besser überstehen, gibt es nicht. Wir haben dennoch 6 Strategien zusammengestellt, mit denen sich der Herzschmerz leichter ertragen lässt.

  1. Reden mit Freunden oder Verwandten: Ist eher der Blick von außen gewünscht, kann ein psychologischer Berater oder ein Beziehungs-Coach sinnvoll sein. 
  2. Schreiben: Briefe an den Ex-Partner, die nie abgeschickt werden, aber den gesamten Schmerz beinhalten, können helfen, den Ballast auf der Seele loszuwerden. Alternativ kommt ein Trennungstagebuch infrage.
  3. Sich selbst verwöhnen: Ein Friseurbesuch, ein Wellnesswochenende oder ein komplettes Umstyling sind kleine Dinge, die helfen können, sich selbst liebevoller anzunehmen.
  4. Ausmisten: Um Platz für Neues zu schaffen, sollten persönliche Dinge an den Ex-Partner zurückgeschickt werden. Gemeinsame Erinnerungsstücke werden weggepackt und auch die Verbindung in Social Media sollte gekappt werden – wer ständig das Profil des ehemaligen Partners checkt, sollte sich selbst zuliebe die Blockier-Funktion anwenden.
  5. Neue Aktivitäten: Jetzt ist die beste Zeit, um endlich ein neues Hobby auszuprobieren oder die lang ersehnte berufliche Weiterbildung anzugehen. Auf diese Weise lassen sich auch gleich neue Kontakte knüpfen.
  6. Sport: Sport kann dafür sorgen, dass sich Ängste und Depressionen mindern. Vor allem Bewegung an der frischen Luft tut Körper und Seele gut.

Schokolade scheint tatsächlich den Level des Stresshormons Cortisol zu senken und wirkt sich positiv auf den Herzschmerz aus. Diese „Esstherapie“ sollte allerdings dem absoluten Notfall vorbehalten bleiben. Denn wer sich „Frustspeck“ anfuttert, ist am Ende eventuell noch unglücklicher.

Fazit

Wer möchte nicht die eine große Liebe erleben, die ein Leben lang hält? Sich auf eine Partnerschaft einzulassen kann das Risiko bedeuten, eines Tages vielleicht Liebeskummer zu erleben. Der Schmerz über eine Trennung lässt sich leichter verarbeiten, wenn die Beziehungen zu Freunden und Familie gepflegt werden und Hobbys für eine erfüllte Freizeit sorgen. Somit ist der Verlust des Partners zwar immer noch emotional belastend, doch schenken die anderen Bereiche Stärke und Optimismus.

Bildnachweis: pexels.com
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