Beiträge

Ich weiß noch wie heute, wann ich das erste Mal gesiezt wurde: 16 Jahre war ich alt und stand in einer Apotheke. „Was wünschen Sie?“, fragte die Dame hinterm Tresen. Ich war geschmeichelt und fühlte mich wahnsinnig erwachsen.

Als wäre ein Damm gebrochen, wurde ich von da an überall gesiezt: in der Pizzeria, beim Discounter, sogar in der Schule. Das ging viele Jahre lang gut. Mit Ende 30 kreidete ich dann eines Abends in der Billardhalle meinen Queue ein. Damals spielte ich Turnier und übte viel. Ein junger Bursche kam an den Tisch und fragte höflich: „Entschuldigung, wie lange spielen Sie noch?“

„Sie“. Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Ich war dabei, älter zu werden. „Älter“, nicht alt wohlgemerkt. Bis zu diesem Zeitpunkt war ich von Jugendlichen immer geduzt worden, aber nun nahmen sie mich als Erwachsenen wahr. Das brachte mich zum Nachdenken. Aber nicht allzu lange, denn ich hatte einfach zu viel zu tun mit einem Job, einem Nebenjob, Haus, Garten, Verein und Hobbies. Also wurde ich einfach älter. Und noch älter.

Lässt einen der Kurzhaarschnitt nicht mehr alt aussehen?

Jahre später besuchte mich eine gute Freundin. „Du solltest dir dringend die Haare schneiden lassen. Hab‘ ich auch gemacht.“ Prüfend musterte Gisela meine lange Mähne. „Der Friseur sagte, je zehn Zentimeter kürzer wirkt man zehn Jahre jünger.“ „Warum?“, antwortete ich verblüfft. „Die muss ich dann alle paar Wochen nachschneiden lassen. Ich bin nicht gern beim Friseur, da ist mir immer so langweilig, weil ich tatenlos herumsitzen soll.“

„Na dann brauchst du auch nicht jammern“, meinte sie und schüttelte ihren nagelneuen Bob. Ganz ehrlich: Mit langen dunklen Haaren hatte sie mir besser gefallen.

Ich jammere ja gar nicht, Gisela. Älterwerden gehört zum Leben. Und da die Friedhöfe voll mit Menschen sind, die keine 40 werden durften, sehe ich das mit dem Altern nicht so eng. Es erdet ungemein, gelegentlich über die stillen, bekiesten Wege zu schreiten und Inschriften auf Grabsteinen zu lesen. Was hab ich doch für ein Glück, dass ich Falten kriegen darf. Ich meine das ernst.

Neulich war ich wieder mal in meiner Lieblings-Parfümeriefiliale, um mir eine Augencreme zu kaufen. Als ich zögernd vor dem Regal mit der hochpreisigen Kosmetik stand, tippte mir eine Verkäuferin auf die Schulter. Gewandt griff sie nach unten und hielt mir eine kleine Pappschachtel vor die Nase. Ich konnte nur entziffern „Laser Antifalten Turbo“, dann ließ sie die Schachtel sinken und sah mich streng an. Ihr Gesicht hatte was von einem Hühnerhabicht. Vielleicht hielt sie mich für ein Kaninchen. „Nehmen Sie lieber den Super-Turbo-Antifalten-Kleister“, befahl sie mir mit belehrendem Unterton. „Der hilft wenigstens wirklich.“

Diesen Krieg verliere ich so oder so

Es war helllichter Tag, das Sonnenlicht zauberte Kringel auf den grauen Linoleumboden und meine Krähenfüße, was aber beim Bodenbelag definitiv besser aussah. Die Verkäuferin schien mein Baujahr zu sein, und bis auf die Tatsache, dass ich weniger geschminkt war, unterschied uns nicht viel. Der Zahn der Zeit nagte auch an ihr mit Vehemenz, aber immerhin tat sie ihr Bestes, um es zu vertuschen, wohingegen ich bereits aufgegeben hatte.

„Ich habe mich schon entschieden“, antwortete ich deshalb entschlossen. „Sehen Sie mich an – diesen Krieg verliere ich so oder so. Ich möchte nur nicht, dass sich meine Haut um die Augen morgens nach dem Waschen trocken anfühlt. Aber danke.“ Dann schnappte ich mir die Augencreme, machte mich auf den Weg zur Kasse und ließ sie einfach stehen.

Parfümerien betrete ich meist mit einem Gefühl der Unzulänglichkeit, denn alle Verkäuferinnen sehen stets aus wie aus dem Ei gepellt, mit perfekt aufgetragenem Lidstrich, makelloser Foundation und akribisch nachgezogenen Lippen.

Und immer, wirklich immer, wenn mir eine von ihnen einen Flakon, eine Tube oder einen Cremetiegel vors Gesicht hält, klingt es ein wenig vorwurfsvoll nach dem Motto: „Wenn ICH so aussehen kann, können Sie das auch. Wohl zu faul, oder?“

Schönheitsindustrie bietet alles, um dem Altern entgegen zu wirken

Was ich nicht alles an mir reparieren lassen sollte, wenn es nach der Schönheitsindustrie ginge: Facelifting, Fadenlifting, Schälkur, Cremes, deren Tubeninhalt scheinbar mit Gold aufgewogen wird, Falten-Unterspritzungen, Pilates, Yoga, Gymnastik, kübelweise Mineralwasser, um die Haut aufzuplustern, Meditation, Spezial-Dragees und so weiter. Ich komme gar nicht hinterher und habe festgestellt, dass es wesentlich einfacher ist, sich ohne Brille im Spiegel zu betrachten – da sehe ich nämlich immer noch klasse aus, denn ich bin stark kurzsichtig. Kann ich nur empfehlen. Es bringt ja nichts, sich über jedes Fältchen aufzuregen, davon gehen die nicht weg. Ich habe eher das Gefühl, sie werden bei Beachtung schlimmer.

Neulich war ich beim Hautarzt zum jährlichen Checkup. „Meine Freundin nimmt jetzt immer diese Kapseln mit Hyaluron“, erzählte ich ihm, während er mit dem Vergrößerungsglas um mich herumschlich. „Die sollen gut sein.“ „Kann sie gerne tun“, antwortete er lächelnd. „Sie darf nur nichts erwarten. Das einzige, das wirklich funktioniert, ist ein Lifting. Aber auch dessen Wirkung ist zeitlich begrenzt, und dann müssen Sie es wieder machen lassen.“

Ich muss dazu sagen, dass er keine einzige dieser Leistungen, weder Falten-Unterspritzungen noch Fadenliftings anbietet. Er meint, er hätte schon mit Hautkrankheiten genug Arbeit.

In Würde älter zu werden ist relativ hart, denn ich lebe in einem Zeitalter, in dem sich schon 30jährige alt vorkommen (warum eigentlich?), kenne Frauen, die einmal jährlich zum Fettabsaugen an den Bodensee fahren, sich mittags Botox spritzen lassen und spätestens mit 50 der blanken Verzweiflung anheimfallen.

Einfach mal prominente Frauen googlen!

Letzte Woche las ich einen Artikel über Katie Price, Englands berühmtestes Ex-Boxenluder, die von einem gewieften Paparazzi kurz nach ihrem letzten Lifting fotografiert wurde – mit noch blutigen Nähten neben den Ohren, schlampig in den Haaransatz geklemmten blonden Extensions, mit zugeschwollenen Augen und überproportional aufgespritzten Lippen.

Katie Price ist 41. Und während ich fassungslos das Bild der armen Frau betrachtete, drängte sich mir die Frage auf: „Was macht die, wenn sie 50 wird? Oder 60? Kopf ab und ein neuer drauf?“

Wenn es Sie interessiert, wozu die plastische Chirurgie mittlerweile imstande ist, googeln Sie „Mutter von Sylvester Stallone“. Die Dame wird geschmeidige 93, zumindest Teile von ihr. Das gilt übrigens auch für Cher, Meg Ryan oder Demi Moore. Gerne delektiere ich mich außerdem wohlig-schaudernd an Fotos von deutschen „Promis“, die des Guten etwas zu viel getan haben. Oder tun haben lassen. Ich mache das nicht aus Bosheit, sondern aus einer Art morbider Neugierde heraus, weil ich mir vorstelle, wie sie getrieben werden, immer auszusehen, als hätten sie ein Bild im Keller hängen, das an ihrer Stelle für sie altert.

Es ist ein sinnloser Kampf. Man kann eine Schlacht gewinnen, aber keinen Krieg. Und es ist mit dem Gesicht ja nicht getan, als da wären noch die Oberarm- und Hals-Straffung, die Straffung der Bauchdecke, ein Hals-Lifting, eine Korrektur der Schlupflider und für die ganz Gründlichen Hand-Implantate, denn an den Händen erkennt man das wahre Alter ohnehin sofort. Ein gutes Beispiel für gründliche Restaurierung ist auch Madonna, die jetzt mit 61 immer noch super aussieht, weil sie sich das leisten kann. Bei anderen ist es leider nicht so gut gegangen. Oft wirken die Gesichter aufgequollen oder unnatürlich verzerrt, oft wurde die Haut dermaßen gestrafft, dass sich die Augen zu Schlitzen verzogen haben. Auch dafür gibt es im Netz gute Beispiele.

Ich habe einmal aus Versehen beim Zappen eine Schönheits-OP im Fernsehen „erwischt“ und bin erschrocken hängengeblieben. Die schälen einem tatsächlich die Haut vom Gesicht wie einer Orange, schneiden etwas davon ab und nähen den Rest dann wieder an.

Jede einzelne Falte redlich verdient

Nur über meine Leiche. So eine Welt brauch‘ ich nicht, in der ich ständig jung und schön sein muss, um wahrgenommen zu werden. Ich habe keinen Grund, zu leiden, damit andere was Nettes anschauen können.

Jede einzelne Falte habe ich mir redlich verdient – in durchweinten Nächten, weil ich verlassen wurde, an Gräbern geliebter Menschen, beim Tierarzt in den letzten Minuten meiner Samtpfoten, in Krankenhäusern, wenn ich mich mich mühsam in die Welt der Gesunden zurückkämpfte. Ich würde keine einzige Falte wieder hergeben. Sie sind Zeugnisse eines Lebens voller Anstrengung, Hindernisse und Erfahrungen. Das bin ich. Wem’s nicht passt, der soll sich den „Pirelli“-Kalender oder den „Playboy“ kaufen. Gern geschehen.

Wo ist das Selbstbewusstsein von uns Frauen geblieben? Warum macht man sein Wohlbefinden an Äußerlichkeiten fest? Warum bitte denken 30- oder 40jährige, dass sie sich Botox spritzen lassen müssen? Die haben keine Ahnung vom Alter. Glauben Sie mir: Falten sind das kleinste Übel, wenn man beginnt, auseinanderzufließen wie zu weich geratener Kuchenteig. Da kommen ganz andere Nettigkeiten, auf die man sich freuen darf. Lieber Gott, ich nehm statt der Arthrose, dem Rheuma, Gicht oder Osteoporose lieber die Augenfalten. Dankeschön.

Da ich kein Hollywood-Star bin, tut’s für mich die fettige Creme von Doktor Grandel oder Clinique. Alle meine Freunde und Bekannten werden auch älter und damit naturgegeben weitsichtig, die sehen nicht mehr sonderlich gut, bei denen gehe ich als „gepflegte Erscheinung“ jederzeit durch. Und meine Oberarme kaschiere ich mit längeren Ärmeln. Für so was würde ich mich niemals unters Messer legen.

Geheime Beauty-Tipps von Promis oft amüsant

Am meisten amüsiere ich mich immer über die „geheimen“ Schönheitstipps weiblicher Prominenter. Da sitzt dann eine 50jährige, die wie 40 wirkt und behauptet, 30 zu sein, auf der Yogamatte mit anmutig verknoteten, schlanken Beinen und blickt versonnen in die Kamera.

„Was ist das Geheimnis Ihres jugendlichen Aussehens?“, fragt der Reporter.
„Äh, Wasser“, antworten sie dann immer lächelnd und zeigen zwei Reihen makelloser Implantate. „Rohkost natürlich auch. Und jeden Montagabend röste ich mir einen Grottenolm mit Rucola.“

Dann plaudern sie weiter über ihre Schönheitstipps und schwören, ihre feste Kinnlinie, die straffen Oberarme und die seitlich gezogenen Lider seien ausschließlich das Ergebnis von Mineralwasser, veganer Ernährung und Yoga.

Klar doch.

Wann ist das eigentlich passiert, dass man nicht mehr in Ruhe vor sich hin altern, in die Breite gehen und Kittelschürzen tragen darf? Oder wenigstens einen Trainingsanzug? Warum darf nicht einfach jeder rumlaufen, wie er möchte? Warum sehe ich bei Facebook 60jährige im Mini mit einem Oberteil, das bis zum Schambein dekolletiert ist?

Wie ich meine Mutter und meine Großmutter beneide. Die saßen abends mit den anderen Damen vom Haus zusammen im Garten, klimperten mit ihren Stricknadeln und waren mit sich und der Welt im Reinen. Bundfaltenrock, Beton-Dauerwelle, rote Holz-Pantoletten mit Lederriemen und fertig war die Laube. Es gab nicht das Konkurrenzdenken, es gab nicht das durch die Werbung in den Köpfen verankerte Massenbewusstsein: „Nur Schönheit zählt.“

Keine Lust auf Hanteln

Sicher, Cher sieht immer noch klasse aus, und in der Sitcom „Hot in Cleveland“, in der vier Singles zwischen 50 und 60 in einem kleinen Ort stranden und dort nur ärmellose Klamotten tragen, haben alle eine Bombenfigur und straffe Oberarme wie aus Plastik modelliert. Aber das setzt mich unter Druck, denn ich habe einen Vollzeitjob, mehrere Hobbies und nicht die geringste Lust, abends mit Hanteln durch die Wohnung zu turnen, nachdem ich gerade geputzt habe. Das können die Mädels aus der Traumfabrik gerne machen – die haben ja auch nichts anderes zu tun.

Da lobe ich mir Betty White, die „Rose Nylund“ aus „Golden Girls“. Die hat sich getraut, einfach älter zu werden, mit Hängebäckchen und einem Busen in Nähe ihres Bauchnabels, und macht es mit Humor wett. Betty sieht nicht aus, als hätte an ihr jemand geschraubt, gezerrt oder gespritzt, sie ist einfach nur alt und strahlt eine unbändig ansteckende Lebensfreude aus.

„Jung sein ist toll. Man muss nicht mal hübsch sein, um hübsch zu sein“, sagt Dorothy, eine von den „Golden Girls“, in der allerersten Folge zu ihrer Freundin. „Weißt du, was heute für mich jung ist? 40!“

Man sollte immer daran denken, dass, wie ich eingangs erwähnte, viele nicht einmal ihr 40tes Lebensjahr erreichen. Und man sollte sich beizeiten spirituelle, intellektuelle oder mentale „Vorräte“ schaffen, von denen man zehren kann, wenn sich die Proportionen verschieben wie bei einem schlecht aufgeblasenen Globus aus Gummifolie. Das wird passieren – geben Sie sich keinerlei Illusionen hin. Die Hüften werden breiter, die Taille verschwindet nach Paraguay, Nase und Ohren wachsen einfach weiter, und die Oberarme bedürfen ständigen Trainings, weil der Trizeps sich sonst im wahrsten Sinne des Wortes hängen lässt. Und hängen bleibt.

Buch, Hobbies & Co. gehen auch in späteren Jahren noch

Dann kann man, wenn man vorgesorgt hat, immerhin von seinen Vorräten zehren: Interessen, Hobbies, Talente, irgendwas, das nicht von Äußerlichkeiten abhängig ist. Wer ein gutes Buch zu schätzen weiß und einsieht, dass es mit 60 ein bisschen länger dauert, den Mount Everest hinaufzukraxeln, wird sich leichter tun, wenn er morgens in den Spiegel schaut. Den Berg erklimmen kann er trotzdem, nur eben ein wenig langsamer.

Wer aber seiner verlorenen Jugend hinterherrennt (und die ist wirklich weg und kommt auch nicht wieder…), dem wird irgendwann die Puste ausgehen bis er atemlos am Wegesrand sitzen bleibt. Es ist wie beim Hasen und beim Igel.

Irgendwann mutiert jeder von „attraktiv“ zu „gepflegte Erscheinung“. Irgendwann stellt jeder fest, dass die Restauration vor dem Ausgehen allmählich an Bauernmalerei erinnert und immer aufwändiger wird. Irgendwann landen beim Verreisen im Koffer nicht mehr nur Tanga und Zahnbürste, sondern Säurebinder, Interdentalbürsten und Schlaftabletten. Irgendwann wird man in der Pizzeria „Signora“ genannt werden und nicht – wie noch vor 5 Jahren – „Signorina“. Am besten stellt man sich darauf ein, dann erschrickt man nicht, denn es kommt wie ein Hammerschlag, wenn man bemerkt, dass andere einen als „älter“ wahrnehmen.

Das Wichtigste im Leben altert nie: unsere Lebensfreude, unser Charme, unser Charisma, unsere Begabungen und Vorlieben, und unsere Neugierde auf alles, das unser Leben weiterhin bereichern könnte. Und ein liebevolles Herz, eine begeisterungsfähige Seele, brauchen kein Botox – die bleiben immer 25. Ist das nicht schön?

Ich finde, das sind gar keine so schlechten Aussichten. Machen wir was draus!

Bildnachweis (Symbolbild): stock.adobe.com / Kontrastwerkstatt

Frau am Weihnachtsbaum

Weihnachten alleine zu Haus – eine Horrorvorstellung für viele Singles. Vor allem, wenn die Trennung frisch ist und der Liebeskummer noch sehr weh tut, dann sind die sich langsam nähernden Advents- und Weihnachtstage eine große emotionale Belastung. Das erste Weihnachten ohne den Partner? Kaum vorstellbar! Viele haben dann einfach nur einen Wunsch – sich zu Hause zu verkriechen und die Zeit möglichst schnell vorüber gehen zu lassen. Klingt verständlich, ist aber alles andere als empfehlenswert. Auch wenn es im ersten Moment absurd klingt: Gerade jetzt sollten Sie aktiv gegen diese dunklen Gefühle angehen.

Gestalten Sie die Festtage als IHRE Zeit – ganz bewusst als Single!

Machen Sie die Weihnachtstage bewusst zu Ihrem Fest. Mit diesen Tipps gelingt es Ihnen!

  1. Keinen Kontakt zum Ex

Ja, das ist sicherlich eine besonders schwierige Aufgabe. Ich weiß, der Griff zum Handy ist so verführerisch. Eben mal kurz hören, was er vorhat, wie es ihm geht… Vielleicht ist er ja auch allein. Bitte lassen Sie es! Vermeiden Sie gerade in der akuten Phase nach der Trennung jeden Kontakt, und ich meine wirklich jeden: Keine WhatsApp, keine Mail, nichts! Ihr Ex hat sich entschieden, machen Sie sich das immer wieder klar. Auch wenn Sie es sich wünschen: Es gibt kein Zurück! Jeder Kontakt nach einer Trennung reißt eine frische Wunde auf. Stellen Sie sich das so vor wie eine Verletzung, die mit einem Pflaster abgeklebt wurde. Sie kennen sicher diesen scharfen Schmerz, wenn man das Pflaster von einer frischen Wunde abreißt. Je häufiger Sie die Wunde aufreißen, desto schlechter heilt sie. Banal, aber das gilt auch für verwundete Herzen.           

  1. Sie sind eine starke Frau – Ihr Wohlbefinden ist nicht von Ihrem Ex abhängig

Auch wenn Sie sich im Moment eher klein, unattraktiv und elend fühlen – tief in Ihrem Innern gibt es diese Frau. Diese starke, autonome, neugierige und lebenslustige Frau, die Sie vielleicht einmal waren oder zu der Sie werden können. Sie müssen es nur wollen! Eine Trennung zu überwinden hat leider viel mit Disziplin und Wollen zu tun. Machen Sie jetzt den ersten Schritt. Ihre Weihnachtsfreude sollte nicht von Ihrem Expartner abhängig sein. Sie schaffen das auch alleine. Nehmen Sie dazu einmal eine andere Perspektive ein.

Welchen Rat würde man der Single-Freundin geben?

Was würden Sie Ihrer Freundin in genau Ihrer Situation raten? Machen Sie ein inneres Brainstorming und fragen Sie sich, was Ihnen jetzt guttun würde. Ich bin sicher, es fällt Ihnen etwas dazu ein. Und dann: Setzen Sie Ihre Ideen um. Aber setzen Sie sich bitte nicht unter Druck: Es müssen nicht die großen, bahnbrechenden Pläne sein: Im Moment geht es um kleine, erste Schritte in Richtung Autonomie. Wenn Sie das schaffen, sind Sie schon ein ganzes Stück weiter.     

  1. Gute Planung hilft

Jetzt bloß nichts dem Zufall überlassen. Werden Sie zur Strategin Ihres eigenen Festes. Füllen Sie die Weihnachtstage mit schönen Dingen. Treffen Sie sich mit Freunden, machen Sie es sich mit Büchern und Musik auf dem Sofa oder im Bett richtig gemütlich, besuchen Sie Konzerte, gehen Sie ins Kino, ins Theater – die Möglichkeiten sind vielfältig. Vor allem machen Sie etwas, was Ihnen Freude macht und Sie ablenkt. Wichtig ist jetzt, dass Sie nicht in ein emotionales Loch fallen.

Tapetenwechsel an Feiertagen hat sich bewährt

Falls Sie es zu Hause gar nicht aushalten, dann denken Sie über eine Reise nach. Ein Tapetenwechsel kann sehr hilfreich sein, denn nichts erinnert Sie an daheim. Es gibt Reiseanbieter, die sich auf Singles spezialisiert haben. Sie treffen dort garantiert auf Gleichgesinnte. Und wer weiß, vielleicht wartet sogar ein kleiner Flirt auf Sie.             

  1. Helfen Sie anderen Menschen   

Klingt paradox, funktioniert aber! Wenn Sie anderen Menschen helfen, helfen Sie sich selber. Einer meiner Klienten hat sich nach der Trennung entschieden, Weihnachten Obdachlosen zu helfen. Er hat sich ein Weihnachtsmannkostüm besorgt, einen Jutesack mit Obst gefüllt, zwei Flaschen Schnaps besorgt und etwas Bargeld mitgenommen. Heiligabend ist er dann losgezogen, hat die Obdachlosen besucht und sie mit seinen Geschenken versorgt.

Sich sozial zu engagieren kann helfen

Aber das Wichtigste und Schönste: Er ist mit Ihnen ins Gespräch gekommen und hat viel über deren Sorgen und Träume gehört. So hat er die Weihnachtsnacht auf den Straßen Hamburgs verbracht und sich um andere Menschen gekümmert, die es noch viel schwerer hatten als er. Noch nie sei er Weihnachten so nahe gewesen, hat er mir später erzählt. Es waren glückliche und berührende Momente, die er an dem Abend hatte. Sein Liebeskummer hat in diesen Stunden keine Rolle gespielt. Ich bin mir sicher, dass er sich an dieses Weihnachten immer erinnern wird.     

  1. Schauen Sie nach vorne! 

Stellen Sie sich vor, Sie hätten eine Zeitmaschine und würden ein paar Jahre weiter in Ihre Zukunft reisen. Dieses erste Weihnachten alleine, das Sie jetzt so quält, liegt dann weit zurück. Nutzen Sie die ruhige Zeit der Weihnachtstage, um sich ein wenig in die Zukunft zu träumen: Wie wollen Sie leben, haben Sie vielleicht eine Familie, einen spannenden Job?

Die Zukunft imaginieren

Was ist Ihnen wichtig, was macht Sie und Ihr Leben aus? Mentale Distanz hilft, um Abstand zu sich selbst zu gewinnen. Ich verspreche Ihnen, ihr Liebeskummer wird vergehen. Ja, es wird dauern, aber im kommenden Jahr wird sich Weihnachten schon viel leichter anfühlen. Und denken Sie immer daran: Sie sind das Beste in Ihrem Leben! 

In diesem Sinne: Kümmern Sie sich gut um sich selber. Ich wünsche Ihnen eine gute Adventszeit und schöne Weihnachtstage.   

Über die Gastautorin:

Heike Klopsch ist Herzkümmerin aus Leidenschaft. Als ausgebildeter systemischer Coach und Prozessbegleiterin (aetk.de, DCV zertifizierte Ausbildung) begleitet sie Menschen durch schwere Liebeskummer-Phasen. Was sie besonders an dem Thema fasziniert? „Liebeskummer hat ein enormes Powerpotenzial, es ist toll zu sehen, was Klienten ab einem bestimmten Punkt alles in ihrem Leben bewegen.“ Mehr Informationen finden Sie auf: www.herzkuemmerei.de. 

Bildnachweis: stock.adobe.com / Kalim
"    

Frau sitzt auf Treppe

…lautet ein altes Sprichwort. Und nichts ist so beständig wie der Wandel, sagen die Buddhisten. Man kann sich im Leben nur auf eines verlassen: dass nie etwas für immer so bleibt, wie es ist. Leider. Oder Gottseidank? Das kommt auf die jeweilige Lebenssituation an.

Melanie ist seit Jahrzehnten eine gute Freundin – und eine wahre Kämpfernatur. Niemand in meinem Bekanntenkreis hat schon so viel erlebt wie sie – und überlebt. Sie lag mit Organversagen im Sterben und erholte sich wie durch ein Wunder, verlor nacheinander zwei Kinder, wurde Opfer eines brutalen Kapitalverbrechens, und kämpfte sich jedes Mal mit unverwüstlicher Willenskraft wieder zurück ins Leben, das sie über alles liebt.

Im Februar 2019 wurde sie von ihrem Mann vier Wochen vor ihrem 50ten Geburtstag verlassen – nach 27 Jahren Ehe. Er baute sich an einem Samstagabend vor ihr auf und teilte ihr mit angestrengt-betrübter Miene mit: „Du bist nicht das, was ich mir für den Rest meines Lebens vorstelle. Ich ziehe aus.“ Melanie fiel aus allen Wolken, immerhin hatten sie ein paar Wochen zuvor noch harmonische Weihnachten gefeiert. Nichts hatte darauf hingedeutet, dass etwas im Argen liegen könnte.

Brennender Kummer nach Trennung aus dem Nichts

„Er hat eine kennengelernt und sich eiskalt aus dem Staub gemacht“, erklärte sie mir später. „Da kennt er gar nichts. Dafür hat er mich liegenlassen wie gebrauchtes Einwickelpapier.“

Erschwerend kommt hinzu, dass Melanie in derselben Firma wie ihr Ex beschäftigt ist, wo er eine wesentlich höhere Position bekleidet als sie. An diesem Abend, als er sie verließ, klärte er sie gönnerhaft lächelnd darüber auf, dass sie noch eine Weile („vielleicht sechs Monate oder so“) ihren Job behalten könne, danach müsse sie allein zurechtkommen, denn es ginge nicht, dass sie weiterhin zusammenarbeiteten, und er würde beim Boss dafür sorgen, dass man sie entließe.

„Du kriegst das schon hin“, grinste er teilnahmslos. Dann ging er schlafen, ohne sich weiter um sie zu kümmern, und ließ sie allein am Küchentisch sitzen, wo sie mit kalkweißem Gesicht um Fassung rang.

Eine Weile starrte sie schweigend auf das gemaserte Holz, schluckte dann eine Beruhigungstablette und ging ebenfalls ins Bett, wo er bereits selig vor sich hin schnarchte. Alles in ihr war leer und kalt. Irgendwann dämmerte sie weg. Als sie am nächsten Tag aufwachte, war er verschwunden – in seine neue Zukunft ohne sie. Sein Abgang schien von langer Hand geplant gewesen zu sein, denn sie entdeckte, dass einiges von seiner Kleidung fehlte, er musste es schon vorher klammheimlich weggeschafft und dafür gesorgt haben, dass es ihr nicht auffiel.

„Da stand ich also an diesem Sonntag“, erzählte sie. „Jeder Schritt fiel mir schwer, als hätte ich Bleigewichte an den Beinen. Draußen schien die Sonne, die Welt strahlte förmlich, nur meine eigene war grau und trübe und dabei, über mir einzustürzen. Aber ich schwor mir, nicht zu heulen.

Und ich nahm mir vor, auf gar keinen Fall verzweifelt zu sein. Sobald man beginnt, zu verzweifeln, schrumpft man innerlich zusammen und stürzt kopfüber in ein schwarzes Loch, in das kein Tageslicht mehr dringt. Das konnte ich mir einfach nicht erlauben – so viel war mir klar.“

Grund genug zur Panik hätte sie gehabt, denn in einer Umgebung von 100 Kilometern waren Arbeitsplätze für Frauen in ihrem Alter rar gesät, außerdem hatte sie keine Ahnung, wie sie die horrende Miete für die Wohnung aufbringen sollte. Also schlurfte sie wie ferngesteuert zum Sofa, loggte sich bei Amazon ein und lud sich ein Selbsthilfebuch über positives Denken herunter.

Erste Hilfe: Selbsthilfebuch

„Es schien mir einfach richtig, das zu tun“, berichtete sie. „Ich war wie gelähmt, weil ich das alles nicht fassen konnte. Es kam aus heiterem Himmel und zog mir den Boden unter den Füßen weg.“

„Ein Selbsthilfebuch?“, wunderte ich mich.

Sie nickte. „Kannst mich gern auslachen, aber da war eine Stimme in meinem Kopf, die flüsterte: ‚Ich hab nicht bis heute auf dich aufgepasst, um dich jetzt im Stich zu lassen.‘ Die Idee mit dem Buch war plötzlich da. Wenn du mal so viel durchgemacht hast wie ich, klammerst du dich an jeden Strohhalm, und sei er noch so dünn. Ich wäre auch zu einem Wunderheiler gegangen, wenn ich einen gekannt hätte, nur damit mein Herz nicht mehr so wehtut. Aber leider hatte wohl die Geschichte mein Immunsystem angegriffen, denn gegen 13:00 Uhr desselben Tages krümmte ich mich bereits auf dem Sofa mit Schüttelfrost, Magenkrämpfen und Kopfschmerzen. Meine Glieder fühlten sich an, als hätte mir jemand mit dem Baseballschläger sämtliche Knochen gebrochen.
Und mein Fieberthermometer, das ich mir mit letzter Kraft aus dem Bad holte, zeigte beinahe 41 Grad. Also legte ich mich schlotternd wieder hin, hüllte mich in zwei Decken, und dann war ich auch schon weggetreten.“

„Warum hast du nicht angerufen?“, schimpfte ich sie. „Ich wäre doch gekommen.“

„Das konnte ich nicht“, klärte sie mich auf. „Ich wusste, wenn ich jetzt mit jemandem rede, dann ist alles Vorgefallene präsent, und ich gebe ihm zusätzlich Kraft. Weil die Energie der Aufmerksamkeit folgt. Und ich war mir sicher, wenn ich anfangen würde, zu weinen, dann würde ich nie mehr damit aufhören. Ich hab der Verzweiflung verboten, sich bei mir einzunisten, die hätte mich umgebracht. Und offen gestanden ging es mir wegen des hohen Fiebers viel zu schlecht, um überhaupt zu registrieren, was genau passiert ist.“

„Du hättest sterben können“, murmelte ich betroffen. „Das war bestimmt eine Virusgrippe.“ „Möglich“, winkte sie ab. „Du hast keine Ahnung, wie ich dagelegen bin. Einmal fand ich ein nasses Handtuch auf dem Fliesenboden und gehe davon aus, dass ich halb bewusstlos versucht habe, mir einen Wadenwickel zu machen. Hat wohl nicht geklappt.“ Sie verzog ihr Gesicht zu einem Grinsen. „Unfassbar.“ Ich konnte nur den Kopf schütteln, während ich lauschte.

In schwierigen Situationen zeigt sich der Lebenswille

„Ich hatte die ganze Zeit so schrecklichen Hunger, trotz des Fiebers“, erzählte sie weiter. „Gelegentlich holte ich mir mit zittrigen Beinen eine Flasche Mineralwasser, weil ich wusste, ich muss etwas trinken, aber mir was zu essen zu machen, das schaffte ich nicht. Ich fürchte, ich war wirklich ziemlich krank. Hab mich an der Wand langgetastet und an allem festgehalten, was herumstand.“

„Das war sehr leichtsinnig von dir“, gab ich zu bedenken.

„Einmal hab ich Tomatensuppe aus der Tüte in einen Topf mit Wasser geworfen und umgerührt“, fuhr sie sie fort. „Nach drei Tagen oder so. Weil der Hunger richtiggehend wehgetan hat. Ich hab diese rote, flockige Brühe gelöffelt, sie war kalt und eklig. Aber ich dachte nur immer: ‚Wenn ich DAS schaffe, dann schaffe ich alles. DER kriegt mich nicht klein. Es war wie eine Narkose im Gehirn, und es kostete mich wahnsinnig viel Kraft, die Tür zuzuhalten, damit die Verzweiflung nicht rein kann.“

Ungläubig musterte ich sie. Melanie hatte innerhalb von 10 Tagen 7 Kilo abgenommen, ihre Augen lagen tief in den Höhlen, das Gesicht war eingefallen. Aber in ihrem Blick war ein kämpferisches Leuchten.

„Wahnsinn, wie du mit dem Unglück zurechtkommst“, sagte ich beeindruckt. „Kunststück, ich hab ja lange genug geübt, überleg mal, was ich schon alles hinter mir habe“, antwortete sie verschmitzt. „Das Fieber kam zur rechten Zeit, denn ich war deshalb zu benommen, um über meine beschissene Lage nachzugrübeln. Dafür bin ich dem Universum dankbar. Was mir unglaublich geholfen hat, war dieses Buch über positives Denken. Immer, wenn ich mal wach war, habe ich eine Seite gelesen oder zwei. Dann fielen mir wieder die Augen zu.“

Das Gute im Schlechten sehen

Sprach’s, setzte sich neben mich und lächelte. Und als ihr Ex einige Wochen nach unserer Unterhaltung mit kleinlauter Stimme vor der Tür stand und sie unter einem fadenscheinigen Vorwand besuchen wollte, weil sie ihn auf allen Kanälen blockiert hatte und er sie nicht erreichen konnte, öffnete sie einfach nicht mehr.

Melanies Talent ist, sich aus allem Schlimmem, das ihr widerfährt, ein groteskes Stücklein Gutes zu klauben, wie beispielsweise ihre Dankbarkeit für das hohe Fieber, das ihrer Meinung nach ein Geschenk war, denn sie war deshalb zu krank zum Nachdenken.

Andere reagieren anders:

Lisa und ihr Mann haben sich 2009 ein Haus gekauft für sich und ihre drei Kinder. Ihre Sanitärfirma lief damals super, die Kinder waren aus dem Gröbsten raus, die Immobilie schien günstig, und beide hatten sich sofort in das riesige verwilderte Grundstück verliebt. Dann blieben bei Lisas Mann die Aufträge aus, und sie selbst verlor ihre Stelle im Büro. Seitdem haben beide jeweils zwei mies bezahlte Jobs. Lisas Mann fährt nachts nach der Arbeit LKW, sie bedient nebenher noch in einem Café bis in die Nacht. Das Geld reicht trotzdem nie für alles, denn immer ist irgendwas: Das Haus war nämlich doch kein Schnäppchen und benötigt ein neues Dach, die Heizung ist total kaputt, und beim Verkauf würden sie trotz der derzeitigen Immobilienpreislage auf einem Schuldenberg sitzenbleiben. Ohne Dach über dem Kopf. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Essen aus Kummer – für viele ein Stress-Ventil

Lisa hat vor Kummer angefangen, zu essen und innerhalb kürzester Zeit 35 Kilo zugenommen. Mittlerweile wiegt sie bei einer Größe von 160 Zentimetern stolze 110 Kilo und hat sich eine beginnende Diabetes und ein schmerzhaftes Lipödem eingehandelt.

„Ich habe die ganze Zeit nur noch Angst“, gestand sie mir neulich. „Davor, dass wir das Haus verlieren, dass wir unsere Jobs verlieren, dass nochmal was kaputtgeht, das wir uns nicht leisten können, reparieren zu lassen. Und wenn ich Angst habe, esse ich. Ich kann einfach nicht mehr damit aufhören, es ist, als hätte ich ein schwarzes Loch in meinem Inneren, das niemals voll wird. Nach jeder Fressorgie fühle ich mich mieser als zuvor, weil ich dick bin. Dann hasse ich mich. Und gegen diesen Hass gibt es nur ein einziges Mittel: noch mehr essen.“

Todunglücklich sieht sie aus, als sie das sagt, während sie gerade ein Stück Torte verdrückt. „Den Kummer in sich hineinfressen“, würde ich das nennen. Und während Lisa sich mit übermäßigem Essen quält, weicht eine Dritte auf pharmazeutische Erzeugnisse aus:

Anna, Anfang 50, ist seit 24 Jahren verheiratet. Zusammen mit ihrem Mann hat sie sich eine Firma aufgebaut, mit viel Arbeit, wenig Schlaf und hartem Einsatz. In ihrer Freizeit kümmert sie sich um Haus und Garten und putzt die Geschäftsräume.

Existenzängste können zermürben

Nun ist ihr Mann ernsthaft erkrankt und alles, wofür sie in den letzten Jahrzehnten gearbeitet haben, in Gefahr, denn es geht ihm mit jedem Monat schlechter. „Er nimmt so starke Tabletten, dass seine Haut allmählich so dünn wie Papier ist“, vertraute sie mir an. „Und er arbeitet Tag und Nacht, als müsse er dringend noch was fertigbringen, ehe er stirbt. Das macht mir eine Heidenangst. Irgendwann fällt er einfach um. Er sollte sofort aufhören zu arbeiten. Aber das will er nicht, denn dann ist alles weg. Dieses winzige alte Haus, das wir in den letzten 20 Jahren mühsam in Kleinarbeit renoviert haben, unser Einkommen, alles. Ich krieg‘ nicht mal Rente, weil er immer sagte, es sei zu teuer, mich anzustellen. Das hab‘ ich nun davon.“

Wenn Anna es gar nicht mehr aushält, verkriecht sie sich in den Keller der Firma und heult in eine Rolle Klopapier. Täglich schluckt sie Tranquilizer in immer höherer Dosierung.
„Manchmal mache ich kein Auge zu, und ich muss doch leistungsfähig bleiben“, rechtfertigt sie ihren Tablettenkonsum.

„Die Dinger haben ein starkes Suchtpotenzial“, warne ich sie. „Du solltest die nicht so oft nehmen.“

„Gibst du mir jeden Monat einen Scheck?“ braust sie auf. „Zahlst du mir mal die Rente? Machst du meinen Mann gesund? Hilfst du mir, wenn er stirbt, und ich dann mit der Firma und ohne Job dastehe? Jahrzehntelang hab ich geschuftet, nie Urlaub gehabt, und jetzt fordert er meine ganze Aufmerksamkeit. Ich komme nicht mal zum Luftholen. Alles dreht sich nur noch um ihn und seine Krankheit. Wenn ich nicht im Geschäft stehe, kümmere ich mich um ihn. Ich bin am Ende.“

Mittlerweile kann Anna ohne ihre Tabletten nicht mehr leben. Sie wirkt fahrig und unkonzentriert, bricht aus nichtigem Anlass in Tränen aus und übergibt sich ständig. Außerdem hat sie festgestellt, dass ihre Beruhigungsmittel besser wirken, wenn sie ein oder zwei Gläser Wein dazu trinkt. Der weitere Werdegang ist absehbar. Es bricht einem das Herz.

Schicksalsschläge – sie können jeden treffen

„Er wollte nur mit dem Fahrrad schnell Brötchen fürs Frühstück holen“, erzählte mir Frau O. Mit ihrem Mann habe ich vor vielen Jahren lange zusammengearbeitet. Zufällig sind Frau O. und ich uns bei Aldi über den Weg gelaufen.

Heute, mit Anfang 70, ist sie immer noch eine imposante, gepflegte Erscheinung. Nur in ihren Augen spiegelt sich endlose Trauer, als sie fortfährt:

„Ich hörte durch das geöffnete Fenster die Sirenen, während ich den Tisch deckte, und wusste instinktiv, mit ihm ist etwas Schlimmes passiert.“ Für einen Moment stockt sie. „Ein unachtsamer Autofahrer hat ihn gerammt – er war sofort tot.“

Betreten lausche ich, denn ich erinnere mich noch, als wäre es gestern gewesen, wie Herr O. mir einmal in der Woche den von ihm abonnierten „Spiegel“ auf meinen Schreibtisch legte, damit ich ihn gratis lesen konnte. Ich hatte damals wenig Geld, und er war immer sehr nett zu mir. Eine Stunde stehen wir im Gang des Discounters, während sie ihrem Herzen Luft macht.
„Es ging so schrecklich schnell“, sagt sie zum Abschluss leise. „Wir haben uns so liebgehabt. Das hätte nicht passieren dürfen.“

Ja. Hätte es nicht. Das nicht und alles andere auch nicht.

Jeder hat anderen Weg für Konfliktbewältigung

Ich kenne viele solcher Geschichten, noch wesentlich schlimmere sogar. Das Schicksal zieht einem manchmal einfach den Boden unter den Füßen weg, wirft uns ins Nichts, und nie sind wir wirklich darauf gefasst. Jeder Mensch hat seine eigene Art der Konfliktbewältigung, und nicht selten enden solche gravierenden Einschnitte in Sucht oder völliger Selbstaufgabe. Nicht jeder hat eine kleine Stimme im Kopf, die ihn tröstet, nicht jeder kann mit einem Buch über positives Denken die Verzweiflung überwinden, nicht jedem helfen Esoterik oder Spiritualität, dafür ist das Leben einfach manchmal viel zu grausam.

„Geteiltes Leid ist halbes Leid“, heißt es, doch wer von uns traut sich, auf andere zuzugehen und etwas Anteilnahme einzufordern? Wer von uns kann denn wirklich noch zuhören und echtes Mitgefühl entwickeln – das übrigens etwas ganz anderes ist als Mitleid. Wir Menschen sind komische Wesen. Viele von uns, denen es mies geht, behalten ihr Leid für sich, weil sie anderen nicht auf den Wecker gehen möchten. „Keine Umstände machen“, nennen sie es verschämt.

Werden wir gefragt: „Wie geht’s dir?“, dann antworten wir normalerweise „Alles bestens, und selbst?“ Für Schwäche und Krisen gibt es im Bekanntenkreis ein begrenztes Kontingent an Mitgefühl, das man tunlichst nicht aufbrauchen sollte. Um das herauszufinden, brauchen Sie nur mal an einer Depression zu erkranken wie Pia, die vier Monate nach ihrem Zusammenbruch oft gefragt wurde: „Jetzt ist es aber wieder gut, oder? Man muss sich nur zusammenreißen.“

Offenes Ohr ist selten

„Sich zusammenreißen“. Zusammenbrechen. Es gibt viele Worte für das Elend, das uns umgibt, und Schmerz, echter Schmerz, echtes Leid, ist überall um uns herum, es wird nur allzu selten sichtbar. Wir verbergen es nämlich tapfer, denn man hat uns beigebracht, stumm zu leiden, um niemandem zur Last zu fallen. Dabei ist es für die Seele ungemein erleichternd, sich mitteilen zu dürfen. Ich bin ganz sicher: Würde ich mir heute eine 0900er-Nummer legen lassen und in der Zeitung inserieren: „Ich höre Ihnen zu – pro Minute 2,50 €“, dann könnte ich damit richtig Geld verdienen. Denn ein offenes Ohr hat Seltenheitswert. Zu sehr sind alle mit sich selbst beschäftigt.

Laut der Website der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde kümmern sich derzeit 13.500 Psychiater in Deutschland um Betroffene.

Bei „Statista“ kann man erfahren, dass die Zahl der nicht ärztlichen Psychotherapeuten in Deutschland von 3.783 (2012) auf 5.102 im Jahre 2015 angewachsen ist. Dies entspricht einem Anstieg von knapp 35 Prozent. 2015 gab es insgesamt 22.547 Psychotherapeuten.

Und die Zeitschrift „Der Spiegel“ berichtet in einem Artikel vom 05.07.2012, dass nach Angaben des Berufsverbands der Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie(BPM) ein Drittel (!) der erwachsenen Bevölkerung in einem Jahr an mindestens einer psychischen Erkrankung leidet. Zu den häufigsten psychischen Krankheiten gehören Depressionen und Angststörungen.

Wartezeiten für Termin beim Psychologen oft lang

Ein Drittel… Lassen Sie das mal sacken.

Zwar verfügt Deutschland also über ein Heer an Psychotherapeuten und Psychiatern, aber irgendwie sind nie genug für alle da. Die üblichen Wartezeiten betragen nämlich normalerweise 6 Monate bis zu 2 Jahren. Wenn es einem wirklich schlecht geht, ist dies entschieden zu lang. Außerdem können diese Therapeuten keine Wunder bewirken. Sie hören zu. Sie geben Anleitungen, sie helfen einem, sich selbst zu erkennen. Den Rest müssen wir allein schaffen. Oder es ergeht einem wie Pia, bei der mittlerweile jeder zweite Satz mit den Worten beginnt: „Mein Therapeut hat gesagt…“

Die deutsche Sprache ist wie ein Präzisionsinstrument zur Beschreibung diffuser Zustände. Wenn jemand „untergeht“, dürfen wir das ohne Weiteres wörtlich nehmen, denn je tiefer wir im Ozean unseres Kummers versinken, umso mehr verstärkt sich – genau wie in der Physik – der Wasserdruck, und irgendwann implodieren wir. Wer erst mal ganz unten angelangt ist, wird von der Umwelt nicht mehr wahrgenommen. Peinlich berührt drehen alle die Köpfe weg. Plötzlich ist man eine Unperson.

„Ich hab eigene Sorgen“, denkt das Umfeld dann. „Und genug mit mir selbst zu tun.“ Manchmal – wenn wir in einem tiefen schwarzen Loch sitzen, dann hoffen wir in einem Winkel unseres malträtierten Herzens verzweifelt darauf, dass irgendjemand kommt und uns hilft. Einer, der spürt, dass es uns nicht gut geht. Einer, der plötzlich vor der Tür steht, klopft und sagt: „Es geht dir schlecht, komm, ich unterstütze dich. Du schaffst das nicht allein.“ Aber so funktioniert das Leben leider nicht.

Wenn keiner da ist, muss man sich selbst helfen

Manchmal müssen wir uns einfach selbst helfen, weil es sonst keiner tut. Wenn wir Hilfe brauchen, müssen wir uns artikulieren, laut werden, uns mitteilen. „Prima, alles bestens“, ist keine wahrheitsgemäße, geschweige denn vermeintlich tapfere Zustandsbeschreibung, sondern eine traurige, sinnlose Lüge.

Es sind nicht immer Krankheiten, die einem den Boden unter den Füßen wegziehen. Unverschuldete Arbeitslosigkeit zum Beispiel kann es sein, wenn man auf die 60 zugeht, ein schwerer Unfall, der Verlust eines Haustieres oder eines geliebten Menschen. Oder man wird verlassen wie Melanie.

Manchmal ist es auch nur blanke Angst, die einen auffrisst, wie bei der übergewichtigen Lisa. Wenn immer zu viel Monat am Ende des Geldes ist, wenn einen eine Waschmaschinen-Reparatur an den Rande der materiellen Existenz bringen kann, wenn eine Reparatur am Auto einen vor die Entscheidung stellt, ob man in der letzten Novemberwoche lieber isst oder zur Arbeit fahren soll. Wenn das Kind schwer erkrankt, man in der Firma gemobbt wird, kann einen das zerstören – die Seele ist extrem zerbrechlich. Und ein Menschenleben auch. Keine Mauern, keine Steine, keine bleiverkleideten Türen schützen einen vor der Willkür des Schicksals. Es bleibten nur Demut, Durchhaltevermögen und der Glaube an sich selbst.

Das Unheil hat viele Gesichter

Für das Unheil ist man meist Zufallsopfer

Manchmal stelle ich es mir als eine dürre, braungewandete Gestalt mit glühenden Augen vor, die gekrümmt, mit hasserfülltem Blick durch eine Fußgängerzone schleicht und wahllos jemandem auf die Schulter tippt, der gerade fröhlich lachend im Straßencafe sitzt und mit seinen Freunden scherzt. „Jetzt bist DU dran“, flüstert sie dann heiser. „Dir ist es lange genug gut gegangen. Ab mit dir in das schwarze Loch.“

Aber jetzt die gute Nachricht: Im Normalfall dauert kein Leid ewig. Und die Zeit heilt tatsächlich viele Wunden. Nicht alle, aber viele. Und wenn sie die Wunden nicht heilt, dann sorgt sie zumindest dafür, dass Schorf darüber wächst, so dass man sich nicht mehr fühlt, als bestünde die Seele aus rohem Fleisch in einer mit Salz gefüllten Schale. Man muss einfach durchhalten.
Und – in ganz seltenen Fällen – steht tatsächlich jemand vor unserer Tür, der uns an die Hand nimmt und uns hilft. Das nennt man dann „Glück“.

Ich habe schon sehr viel erlebt, aber die allerwichtigste Erkenntnis aus diesen langen Jahren, die an vielen Tagen voller Schatten waren, ist: Jeder hat sein Päcklein zu tragen. Niemand ist ohne Schmerz, ohne Leid, ohne Kummer. Jeden erwischt es einmal. Und es liegt an uns, wie wir damit umgehen.

Zeit schenken – das ist kostbar heutzutage

Vielleicht sollten wir anderen zuhören, auf Zwischentöne achten und ihnen etwas Zeit schenken – es ist aller Wahrscheinlichkeit nach nämlich sehr gut möglich, dass irgendwann wir selbst jemanden brauchen, der uns mal zuhört.

Haben Sie sich nicht gelegentlich gefragt, warum seichte Hollywood-Produktionen solchen Zuspruch erfahren, ganz im Gegensatz zum guten alten deutschen Problemfilm? Weil wir die heile Welt dringend brauchen, auch wenn sie sich nur ein begabter Drehbuchschreiber ausgedacht hat. Weil wir glauben können MÜSSEN, dass Dinge wie Liebe und Zusammenhalt existieren, weil wir hoffen können MÜSSEN, dass irgendwann alles gut wird.

Ich persönlich liebe Familienserien und Serien über Freundschaft. Ich mag Sitcoms mit eingebauter Lachspur, denn alle Probleme der Welt (wenn sie denn überhaupt auftauchen) sind innerhalb von 20 Minuten gelöst, und das regelmäßig. Und ich weiß, dass es im wahren Leben anders zugeht, darum nehme ich mir ganz bewusst mit solchen Produktionen Urlaub im Kopf. Ich mag Filme mit Happy-End, Liebesgeschichten und Berichte über Menschen, die Gutes tun, denn mit Schlechtem werde ich täglich konfrontiert – da brauche ich nur ans Telefon zu gehen, wenn eine verzweifelte Seele anruft. Diese Welt quillt über vor Gram und Krankheiten, Mord und Totschlag, und indem ich den Fernseher einschalte, verschaffe ich mir einen kleinen Ausgleich.

Realitätsflucht? Das kann schon sein. Aber immer noch besser als Tabletten, Alkohol oder Drogen. Immer noch besser als sich mit sinnlosen Aktivitäten zu betäuben, seinen Aggressionen freien Lauf zu lassen oder uns im schlimmsten Falle etwas anzutun. Dann doch lieber fernsehen.

Probleme nimmt man immer mit – auch in den Urlaub

Oft höre ich auch: „Ich brauche nur mal wieder Urlaub. Zwei Wochen in der Dominikanischen Republik, und ich bin wie neu.“ Fehlanzeige. Die Sorgen fliegen nämlich – eingerollt in die Socken -mit und sind meistens das erste, das man versehentlich auspackt. Da kann ich auch zuhause bleiben und die Glotze einschalten.

Denn dem Kummer kann man nicht entrinnen, gleich, wie schnell man rennt. Man kann versuchen, ihn mit Branntwein zu betäuben, obwohl Freude und Angst Vergrößerungsgläser sind – Alkohol ist sogar ein Mikroskop. Es gibt auch keine Tabletten, die dauerhaft gegen das Leid wirken. Sie helfen einem nur dabei, es verschwommen wahrzunehmen. Verschwinden wird es deswegen nicht. Wir stehen täglich mit dem Leben – einem rücksichtslosen, gemeinen Gegner – im Ring. Und machen wir uns nichts vor: Es wird irgendwann einen gewaltigen linken Haken landen, der uns umwirft. Man kann ihn nicht ewig ausweichen.

Kummer ist nämlich wie ein Maßanzug vom Edel-Schneider – vom Schicksal speziell für jedes Individuum angefertigt. Er legt sich über einen wie eine zweite Haut, fesselt einem die Hände mit Drähten an die Hüfte und färbt die Tage braungrau. Er bringt einen zum Weinen, versetzt einen in Angststarre oder zwingt einen zu hektischer Aktivität, sozialem Rückzug oder irrationalem Verhalten.

Jeder von Ihnen hatte vermutlich schon Leid zu ertragen. Und ich kann Sie heute an dieser Stelle nur bitten: Teilen Sie sich mit. Reden Sie. Werden Sie „lästig“. Sie müssen nicht stolz sein, Sie müssen nicht alles allein aushalten. Sie dürfen unbequem sein, denn immerhin geht es um Ihr Leben. Teilen Sie sich mit. Suchen Sie sich Hilfe oder wenigstens jemanden, der Ihnen zuhört. Denn einer Tatsache sollten Sie sich bewusst sein: Sie sind nicht allein. Dieses Universum ist voller Stolperfallen. Aber es ist auch voller guter, anständiger Menschen. Und manchmal schafft man es nicht, selbst wieder auf die Beine zu kommen.

Was mir meine geliebten Familienserien sind, ist bei Ihnen vielleicht das Tagebuch, eine Selbsthilfegruppe, ein guter Therapeut, ein Sozialarbeiter, ein Forum anderer Betroffener im Netz, ein Wahrsager, der liebe Gott, oder ein guter Freund, der Ihnen die Hand reicht, auch wenn Sie vom Leid zu erschöpft sind, um sie hilfesuchend auszustrecken.

Lassen Sie sich selbst nicht allein. Haben Sie sich bitte lieb genug, auf sich zu achten, sich nicht aufzugeben. Sie werden es sich danken. Irgendwann.

Licht zur Selbsthilfe brennt in uns

Denn gleich, wie dunkel, tief und schwarz das Loch auch sein mag, in das man stürzt, es gibt immer einen Ausweg, eine Leiter und ein Licht, das Ihnen leuchtet in finsterster Nacht.
Manchmal müssen Sie das allerdings selbst sein. Wir alle tragen dieses Licht in uns.

Neulich las ich bei Facebook folgenden Satz: „Manchmal kann man gar nichts machen, außer weiter.“

„Ich wollte ja nicht sterben, ich wusste nur nicht, wie ich es schaffen sollte, weiter zu leben, weil alles so aussichtslos schien“, sagte einmal jemand zu mir, der in letzter Sekunde nach einem Selbstmordversuch gerettet worden war. Und genau darum geht es. Nachdem Sie auf die Bretter gegangen sind, bleiben Sie nicht liegen, bis der Ringrichter Sie ausgezählt hat, wenn Ihnen in diesem Boxring, den wir „Leben“ nennen, ein brutaler Schwinger verpasst wurde. Ziehen Sie sich benommen an den Seilen hoch, richten Sie sich auf, und taumeln Sie schwankend in nächste Runde. Denn nach „Aus durch K.O.“ kommt nichts mehr.

Irgendwo ist immer ein Seil, das uns beim Aufrichten hilft. Wir müssen es nur erkennen.

Bildnachweis: pixabay.com, quinntheislander

Sekretärin

„Wenn man 30 ist, ist 50 sein utopisch“ sang einst Howard Carpendale in seinem Song „50 Jahre.“ „Irgendwann passiert es jedem, dass man einfach so dazugehört“ hauchte der dauersmarte Sunnyboy noch hinterher. Ja, das stimmt – Howie hat recht! Vor allem ist die 50 utopisch, wenn man U-20 ist und einem schon Leute ab 30 wie eingestaubte Dinos vorkommen. Allerdings kann man das auch umgekehrt sehen: Wenn man sich so langsam an das fünfte Lebensjahrzehnt ranpirscht, erscheint es einem auch utopisch, dass man mal 16 oder 17 Jahre alt war.

Eine Zeitreise in diese unbeschwerten Jahre erlebte ich dieser Tage, als ich nach fast 30 (!) Jahren einstige Mitschülerinnen meiner Ausbildung wieder traf. Einige von ihnen hatten ein Klassentreffen organisiert und ich hatte mir den besagten Tag schon ein halbes Jahr vorher im Kalender eingetragen.

Klassentreffen nach fast 30 Jahren

Das Besondere an der Klasse, die sich nun nach so vielen Jahrzehnten wieder treffen wollte, war zum einen die Tatsache, dass wir unsere Ausbildung – damals zur Facharbeiterin für Schreibtechnik – noch zu DDR-Zeiten begannen und dann volle Kanne in der Wendezeit landeten. Und zum anderen der Umstand, dass diese Klasse damals nur aus Mädchen bestand. Heute wahrscheinlich unvorstellbar, wie man an den vielen Quotenmännern und -frauen landauf, landab sieht. So ein Mädels-Haufen würde heutzutage wahrscheinlich die Gleichstellungbeauftragte auf den Plan rufen, die ob dieser Zusammensetzung Diskriminierung wittern und den in einen Norwegerpulli gehüllten Quotenmann „Martin“ in eine solche Klasse stecken würde.

Damals war das kein Thema, denn den Beruf, den wir erlernen wollten, ergriff zu DDR-Zeiten schlichtweg kein Mann. Jedenfalls ist mir keiner bekannt, der als Sekretär in einem VEB-Vorzimmer in die Tasten einer Schreibmaschine hackte. Wobei natürlich die Bezeichnung „Sekretärin“ für den Beruf Facharbeiterin für Schreibtechnik damals offiziell nicht verwendet wurde. Das „Facharbeiter für….“ wurde korrekt davor gesetzt, da gab es nix im einstigen Arbeiter- und Bauernstaat.

Ich für meine Person habe in den Jahren danach allerdings auf die Frage, was ich gelernt habe, schlicht und ergreifend immer nur „Sekretärin“ geantwortet. Im Grunde genommen war es das ja auch.

Großes Wiedersehen nach Jahrzehnten

Aber zurück zu unserer Mädels-Klasse. Nach fast drei Jahrzehnten wurde nun ein Treffen organisiert, wo wir alle uns wiedersehen sollten. Die Vorfreude war groß und stieg schon beim Kommunizieren in der WhatsApp-Gruppe, die eigens für diesen Anlass gegründet wurde. Ein großes gegenseitiges Hallo und Staunen machte sich mit dem Eintrudeln der ersten Fotos auf WhatsApp breit. Manche der Mädels hatten sich so gar nicht verändert und bei anderen wiederum musste erst einmal nachgefragt oder nachgedacht werden, um wen es sich handelt. Dazwischen kreisten Schwarz-Weiss-Bilder aus Zeiten der Ausbildung – so um 1989. Die Aufnahmen unterscheiden sich nicht großartig von jenen, die heute in jeder MDR-Doku eingeblendet werden, wenn es darum geht, den Osten zu porträtieren oder die so widerspenstige Ossi-Seele zu ergründen. Hochgefönte Locken, Schneejeans , Blousons und die eine oder andere auch mit einem feschen Popper-Schnitt: So lachten wir in die Kamera, vom Leben noch unbeleckt.

Da sich der Kontakt untereinander nach der Ausbildung – eine Zeit, in der die Wendejahre tobten – schnell verlor, war natürlich nun jede neugierig, wie die anderen Mädels heute aussehen und wie es ihnen ergangen ist. Deshalb war das Hallo groß, als eine nach der anderen auf dem Parkplatz eintrudelte. Ich hatte vorher noch Daniela mit dem Auto mitgenommen – eine ehemalige Mitschülerin aus eben jener Ausbildungsklasse. Sie hatte sich kaum verändert, auch das Mundwerk lief noch nach Jahrzehnten wie geschmiert. So wie meines auch – wir haben uns da nie was genommen. Zwar stellten wir fest, dass unser beider Hüftgold etwas an Umfang zugenommen hatte, aber das tat der Freude des Wiedersehens natürlich keinen Abbruch.

Als die Mädels-Runde komplett war, gab es kein Halten mehr. Umarmungen, Hallo-Hallo, Komplimente, anerkennende und ungläubige Blicke hielten sich die Waage.

Der Spirit der einstigen Ausbildungsklasse war zu spüren

Ich stellte fest, dass sich manche der Mädchen von einst überhaupt nicht verändert haben und hatte bei der einen oder anderen doch Schwierigkeiten, sie zuzuordnen. Das löste sich allerdings schnell auf, so dass der alte Spirit aus der einstigen Sekretärinnenklasse wieder zu spüren war.

Während wir uns von einem Schiff auf dem Wasser treiben ließen – zur Feier des Tages war eine Rundfahrt über die Gewässer unserer Heimat angesagt – machten die ersten Lebensläufe die Runde. Partner, Kinder, Ex-Männer, Ex-Ehemänner und die jetzige Familienkonstellation: Alles kam zur Sprache. Währenddessen kreiste ein guter Tropfen, was die Stimmung zusätzlich anhob. Verblüffend war, dass die allermeisten Schreibtechnikerinnen aus der einstigen Ausbildungsklasse auch heute noch in ihrem erlernten Beruf tätig sind. Das ist keine Selbstverständlichkeit, bei den vielen Brüchen in nicht wenigen ostdeutschen Biographien, die den Wendejahren geschuldet sind. Schön auch: Alle waren in Lohn und Brot, abgehängt schien keiner.

Unterschiedliche Erinnerungen – vieles verblasst

Allerdings waren die Erinnerungen sehr unterschiedlich. So konnte ich mich beispielsweise an den Sportunterricht in meiner Ausbildung überhaupt nicht mehr erinnern, während die eine oder andere eine Story darüber zum Besten gab. Dafür gab es so manche „Ach-ja-stimmt“-Momente, als Episoden, Storys und Ereignisse von dazumal zur Sprache kamen. Manche Erinnerung kam auf einmal so blitzschnell hervor, dass man davon ausgehen kann, dass sie jahrelang verschüttet war. Eine in unserer Runde meinte, dass das einfach daran liegt, dass die Erlebnisse damals in den normalen Alltag integriert und eben nichts Besonderes waren. Heute sind sie das umso mehr, denn es ist schon etwas Besonderes, die Ausbildung in einem völlig anderen System gemacht zu haben und sich heute – als gestandene Frauen – in einer Lebenswelt wiederzusehen, die damals unvorstellbar und auch unerreichbar war.

Alles in allem war es ein superschöner Abend. Und zudem ein mehrstündiges Abtauchen in eine längst vergangene Zeit. Auch nach der herzlichen Verabschiedung von den Frauen am Ende des Abends begleitete mich ein Gefühl der Melancholie und Nostalgie durch die Nacht. Ja, unsere Mädels-Klasse damals – die war schon was ganz Besonderes!

Nunmehr dürfte es nicht wieder fast drei Jahrzehnte dauern, bis sich der lustig-sympathische Weiberhaufen wieder trifft. Sicher wird es schon bald mal wieder – um es erneut mit Howie zu sagen – „Hello Again!“ heißen.  Auf bald also, Mädels!

Bildnachweis (Symbolfoto): picture alliance/dpa-Zentralbild

"

Liebeskummer-Beratung

Liebeskummer – schlägt er zu, hebt sich die Welt aus den Angeln und man ist von jetzt auf gleich kaum mehr handlungsfähig. Die Standleitung zur besten Freundin – ja, das bekommt man noch hin und diese Menschen sind meist auch die ersten Retter in der seelischen Not. Doch es ist für nahestehende Menschen bei Liebeskummer kaum möglich, professionell zu agieren. Zumal die oder der Leidende im Herzschmerz stets dieselben Themen zur Sprache bringt. Eine Endlosschleife, die oft auch mit einem belastenden Kopfkino bei den Betroffenen einhergeht. Freunde oder Familienmitglieder kommen hier schnell an ihre Grenzen. Vor allem, wenn sich der Herzschmerz hartnäckig festsetzt.

Spätestens hier sehen viele Betroffene ein, dass fachkundige Unterstützung von Experten hilfreich sein kann und wenden sich an einen Liebeskummer-Coach. Mittlerweile gibt es von diesen professionellen Helfern in der emotionalen Not eine ganze Menge und das bundesweit. Kurzfristig erreichbar und für den Klienten da, gehen diese Berater den Kummer mit ihrem Know-How an und sorgen dafür, dass die Lebensfreude zurückkehrt. Dabei kommen bei den Liebeskummer-Coaches verschiedene Methoden zum Einsatz. Wie die aussehen können und welche Herangehensweisen helfen, den fiesen Herzschmerz loszuwerden, schildern nachfolgend fünf Liebeskummer-Beraterinnen bei uns. Die porträtierten Coaches kommen aus den unterschiedlichsten Regionen Deutschlands und haben uns Auskunft über ihre Arbeit gegeben. An Herzschmerz Leidende können somit sichergehen, dass adäquate Hilfe zumeist ganz in der Nähe zu finden ist. Lesen Sie selbst:

„Wut bei Liebeskummer als Energiequelle nutzen“

Die Methode der systemischen Familientherapie steht bei Bianca Bontempo im Mittelpunkt. Die amtsärztlich geprüfte Heilpraktikerin für Psychotherapie, DGSF (Deutsche Gesellschaft für Familientherapie) zertifizierte systemische (Familien)Therapeutin und Life-Coach arbeitet mit Klienten in Berlin. Ihren Focus legt sie bei akuten Krisen der von Liebeskummer Betroffenen auf das „innere Team“. Bei dieser Methode, die aus der Familientherapie stammt, schaut die Expertin darauf, welche Persönlichkeitsanteile durcheinander gekommen sind und woher das kommt. Dabei legt Bianca Bontempo ihr erstes Augenmerk auf die Ohnmacht und die Trauer, mit denen ihre Klienten bei Liebeskummer konfrontiert sind.

Bianca Bontempo

Bianca Bontempo hilft Liebeskummer-Betroffenen in der Hauptstadt.

 „Die Gefühle sollen ihren Raum bekommen, man darf erstmal emotional alles rauslassen“ gibt Bianca Bontempo einen Einblick in ihre Arbeit. Damit wirft sie auch ein Schlaglicht auf ein Gefühl, das wohl jeder kennt: Wut. Diese kann sich auch in Form von Rachegedanken manifestieren. Auch diese haben ihre Berechtigung, solange es nur in Gedanken geschieht. Es kann auch helfen, diese in einer Coaching-Session einfach mal frei heraus zu verbalisieren. „Diese Wut im Zusammenhang mit Liebeskummer gibt Energie, man sollte sie dazu im positiven Sinne nutzen, unter anderem um das Leben wieder neu aufzustellen“ konstatiert die Fachfrau. Und führt bei ihrem Coaching stets auch die Frage ins Feld, was denn für die Klienten wichtig wäre, wenn sie ihr Leben mit 70 Jahren betrachten?  

„Lebensvisionen zusammen mit dem Coach zu entwickeln, hilft“ sagt Bianca Bontempo und weiß, dass diese Strategie auch bei anderen Lebenskrisen nützlich ist. Ihr Coaching nehmen längst auch (junge) Männer in Anspruch. Vorbei die Zeiten, als Hilfe in Form von Liebeskummer-Beratung ein reines Frauenthema war. Das dürfte nicht zuletzt am Online-Dating liegen. Hier vergessen viele Partnersuchende ihre gute Kinderstube, was häufig Herzeleid beim anderen, der das Dating im Web offen und ehrlich angeht, verursacht. Aber egal, ob Liebeskummer offline oder online ausgelöst wurde – zur Bewältigung desselben spielen auch persönliche Vorlieben mit rein. 

„Der eine macht eine Weltreise, der andere igelt sich erst einmal daheim ein“ berichtet Bianca Bontempo. Man sollte erstmal das tun, was einem gut tut und ablenkt. Bei einer Liebeskummer-Beratung werden auch die eigenen Ressourcen und die innere Stärke herausgearbeitet. Der Fokus des Klienten liegt auf dem ICH, eigene Bedürfnisse und Selbstfürsorge. Im Ergebnis führt das dazu, dass Schritt für Schritt die Lebensfreude zurückkehren kann. Kontakt: bontempo-psychotherapie.de

Neue Wege mit geheilter Seele gehen

Seelenheilung ist für Bewusstseinstrainerin Anja Schönborn eine wichtige Komponente im Liebeskummer-Coaching.

Wer bei Liebeskummer professionelle, einfühlsame, tiefgründige und mediale Hilfe sucht, ist bei Anja Schönborn genau richtig. Denn sie holt Sie mit Ihrer liebevollen Art da ab, wo Sie jetzt stehen! Die Kombination ihrer Arbeitsweise ist einzigartig und bringt seit fast 30 Jahren unzählige positive Rückmeldungen von begeisterten Kunden. Krisen sind als Hinweis des Lebens zu sehen, um die innere Einstellung und damit die Richtung zu ändern. Das ist das Credo der Bewusstseinstrainerin. „Liebeskummer ist eine Form der Trauer“ sagt Anja Schönborn. „Man betrauert auch sich selbst und die verlorene Lebensvision.“

Aus ihrer Erfahrung heraus weiß sie, dass in Kennenlernphasen und in bestehenden Beziehungen die Anfangs-Warnsignale oft überhört und verdrängt werden. „Die anfängliche Hormonelle Großhirnvergiftung und die tiefe Sehnsucht nach Ankommen in der Partnerschaft, lassen uns Dinge in Kauf nehmen, die zwar der Seele dienlich sind, aber einem ebenbürtigen, harmonischen Miteinander im Weg stehen“ konstatiert die Expertin. Somit arbeitet sie mit ihren Klienten darauf hin, sich erst einmal selbst neu zu erfinden und durch das Wissen um den Seelenplan, die Sprache der verschiedenen Ich-Anteile für den Alltag und die Partnerschaft zu nutzen. 

Interessant ist dann auch, sich den Seelenweg des (Wunsch-)Partners anzuschauen! Wo sind unsere Triggerpunkte? Warum hat uns das Leben zusammengeführt? Wie kann ich durch kleine Veränderungen  eine bessere Partnerschaft leben? Was macht es mit meinem Partner, wenn ich so bin, wie ich bin?  Anja Schönborn umschreibt ihre Herangehensweise mit einem einzigen Satz: „Wenn der Verstand versteht, kann die Seele in die Heilung gehen und neue Wege kreieren!“

Kontakt: anjaschoenborn.de

Mit dankbaren Gefühlen den Herzenskummer loslassen

Gisela Berg hat für ihre Klienten ein Selbstliebe-Coaching entwickelt.

Ein eigener, starker Liebeskummer war für Gisela Berg der Grund, sich dieser Thematik beruflich zu widmen. Die Heilpraktikerin und psychologische Beraterin aus Hamburg setzt in ihrem Coaching darauf, Zeuge der jeweiligen Geschichte, die zum Liebeskummer führte, zu werden. Das heißt: reden, reden, reden.

„Das nimmt den Druck raus und meine Klienten wechseln in die Beobachter-Rolle“ spricht Gisela Berg aus Erfahrung. Kompetent in Reiki-Übungen integriert sie in ihre professionelle Hilfe auch solche fernöstlichen Methoden, um die Energie-Frequenz der oder des Liebeskummer-Geplagten zu erhöhen. „Viele Menschen distanzieren sich dann von ihrem Liebeskummer und können so Informationen besser aufnehmen und verarbeiten“ erläutert die Expertin dieses Vorgehen. Da ihre oberste Priorität darin liegt, die betroffenen Personen wieder handlungsfähig zu machen, hat sie ein spezielles Selbstliebe-Coaching entwickelt, das den Klienten zum Beispiel hilft, das Kopfkino auszuschalten. Oder sich wieder gesünder zu ernähren, um so Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen. All` das gehört zur Neuausrichtung des eigenen Lebens nach dem schmerzlichen Herzeleid und ist das A und O des Coachings bei Gisela Berg.

Hierin integriert sind auch Reisen zum inneren Kind, die bei den meisten Klienten ein tiefes Mitgefühl mit dem eigenen ICH auslösen. All das führt dazu, dass sich unter Liebeskummer leidende Menschen wieder selbst in den Mittelpunkt des eigenen Lebens stellen. Auch Dankbarkeit, Vergeben und Loslassen spielen dabei eine große Rolle. „Ich erinnere die Menschen daran, wofür sie dankbar sein sollten. Und Dankbarkeit führt direkt ins Herz“ führt Gisela Berg aus und verweist darauf, dass dankbare Gefühle und dankbare Gedanken das Gehirn umprogrammieren und die Betroffenen den Herzenskummer somit leichter loslassen können.  Kontakt: beziehungstherapie-hamburg.de 

Den Trennungsschmerz mit Kinesiologie und Hypnose angehen

Silke Ludwig

Silke Ludwig hat sich auf Kinesiologie und Hypnose spezialisiert.

Geht der Partner fremd, ist der Liebeskummer oft groß und Frauen, die betroffen sind, melden sich bei Silke Ludwig in der Praxis. Die Expertin bietet Liebeskummer-Coaching in Isernhagen nahe Hannover an und hat sich hier auf Kinesiologie und Hypnose spezialisiert. „Wenn Menschen verlassen werden, kann aus Liebeskummer schnell eine Depression entstehen“ spricht die professionelle Beraterin aus Erfahrung und verweist darauf, dass an Herzschmerz Leidende in Japan Sonderurlaub in einer solchen Stress-Situation bekommen.

In Deutschland gibt es das bekanntlich nicht, weshalb Expertinnen, wie Silke Ludwig, gut zu tun haben. „Weinen, shoppen, naschen, exzessiv fernsehen – das ist bei Liebeskummer alles okay“ sagt Silke Ludwig und berichtet davon, dass beste Freundinnen bei dieser Art von Schmerz oft überfordert sind. „Freundschaften werden bei Liebeskummer oft überstrapaziert“ ist sich die Fachfrau sicher. Als Expertin für Trennungsschmerz weiß sie, wovon sie redet. Die meisten ihrer Klienten möchten in diesem Zusammenhang ausführlich über ihren Liebeskummer reden und können in ihrer Praxis ihr Herz vollends ausschütten.

Davon machen auch Männer oft Gebrauch. „Männliche Zeitgenossen überhören IN der Beziehung oftmals jegliche Warnsignale, entwickeln sich aber NACH der Beziehung und überstandenem Liebeskummer in ihrer Persönlichkeit immens weiter“. So fasst Silke Ludwig die Erfahrung mit Männern in ihrer beruflichen Tätigkeit zusammen. Dass sie viele ihrer Klienten durch Krisen adäquat begleiten kann, liegt unter anderem auch an der Kinesiologie, die sie in ihrer Praxis anwendet. Hierbei werden negative Körperemotionen aufgespürt und der daraus resultierende, im Körper abgespeicherte Stress, der Blockaden verursacht, aufgelöst.

Mit Hypnose wiederum erreicht die Expertin, die auch Paare in einer Versöhnungsphase begleitet, dass verschiedene Ängste aufgelöst werden können. Vielfältige Möglichkeiten also, um dem verhassten Herzeleid Paroli zu bieten und zu neuer Stärke zu gelangen. Dazu passt auch das Credo von Silke Ludwig, dem wohl viele ihrer Klienten erst im Rückblick zustimmen können: „Jede Krise ist eine Chance“! 

Kontakt: www.kinesiologie-isernhagen.de, www.expertinfuertrennungsschmerz.de, www.kommunikations-leine.de

Nach dem Herzschmerz durch innere und äußere Schönheit strahlen

Sandra Damke

Empathisch und sehr einfühlsam gestaltet Sandra Damke in Minden ihr Coaching.

„Komm nicht auf Scherben zu stehen“ zitiert Sandra Damke, Heilpraktikerin für Psychotherapie und Expertin für gebrochene Herzen, eine bekannte Songtextzeile.

In ihrer Praxis in Minden, Nordrhein-Westfalen, bietet sie insbesondere für Frauen in emotionalen Krisen ein umfassendes Coachingangebot an, welches lösungsorientiert und tiefenpsychologisch wirkt. Mit viel Herz und Empathie kümmert sie sich auch um die Wiederherstellung des nach Trennungen oftmals verletzten Selbstwertgefühls. Ihr Klientel besteht vorwiegend aus weiblichen Zeitgenossinnen, die professionelle Unterstützung vor allem nach Trennungen benötigen.

In den hellen und freundlichen Räumlichkeiten bei Sandra Damke nehmen aber auch viele Liebeskummer-Geplagte Platz, die schlechte Erfahrungen im Bereich Online-Dating gemacht haben. Nicht selten verursacht diese Art der Partnersuche schon in der erweiterten Kennenlern- oder Beziehungsauftaktphase Liebeskummer. Neben den therapeutischen und psychologischen Ansätzen bietet die Liebeskummer-Expertin auch Beratungen im Bereich Farb- und Stilberatung an. Gerade in der abklingenden Phase des Liebeskummers lassen sich Frauen von ihr gern rund um den weiblichen Look coachen. Nicht selten geben schon kleine Stiländerungen oder eine neue Friseur einen Schub neuer Lebensfreude. Ihren Coaching-Stil fasst die sympathische Mindenerin folgendermaßen zusammen: „Ich verhelfe Frauen zu einem Leben in innerer und äußerer Schönheit, weil wir es uns das wert sein sollten“. Kontakt: heilpraxis-liebeskummer.de

„Liebeskummer gehört zum Leben dazu“

Coach Frau Dr. Berle

Ist in München und Stuttgart präsent: Life-Coach Dr. Berle

Als Life-Coach ist Dr. Fiona Waltraud Berle in München und Stuttgart vertreten. Sie sagt: „Liebeskummer gehört zum Leben dazu und ist deshalb auch Thema meiner Arbeit “. Viele ihrer Klienten kommen ins Coaching, weil es im Beruf hakt. Probleme im Beruf, sind laut Dr. Berle meistens Selbstwert-Probleme im sozialen und kommunikativen Kontext. Diese Thematik wirkt sich entsprechend auf alle Beziehungen und auch die Liebe in Paarbeziehung aus – und macht den Kummer. Die Expertin sagt: „Je stärker, selbstbewusster, ganz bei mir und authentisch ich als Mensch bin, desto leichter lassen sich Konflikte lösen. Ganz gleich, ob im Beruf oder in der Liebe“.

Die meisten Menschen steckten, sagt sie aus ihrer beruflichen Erfahrung heraus, in Bedürftigkeits-Beziehungen. „Krückstock-Beziehung“ nennt Dr. Berle das mit einem drastischen Bild: „Es ist, als würde jemand mit einem linken amputierten Bein sich zusammentun mit einem, der ein rechtes amputiertes Bein hat und so humpelt man gemeinsam durch`s Leben“. Dass das auf Dauer nicht gut gehen kann, ist klar und so trennen sich viele solcher Paare irgendwann.

Oft geht das mit schwerem Liebeskummer einher, weshalb sich die Klienten an die Fachfrau wenden. Unter dem fiesen Herzweh leiden aber auch Menschen, die im schnelllebigen Online-Dating an den Falschen geraten sind und sich nach professioneller Hilfe umschauen.

Kontaktieren diese Frauen oder Männer Dr. Berle, so führt diese ihre gesamte Autorität und Kraft ins Feld, um ihre Klienten davon zu überzeugen, zunächst einmal das eigene ICH zu sehen und sich auf sich selbst einzulassen. Hier zu neuer Stärke zu gelangen, ist der Schwerpunkt ihres Anti-Liebeskummer-Coachings. Den Klienten verhilft sie so zu einem neuen Selbstvertrauen, mit dem man bei sich selbst ankommt. Aus Liebeskummer-Qual wird Freiheit. Wer frei ist statt liebe- und hilfe-bedürftig findet auch den richtigen Partner. Denn Liebe gedeiht unter Gleichen, nicht unter Bedürftigen. Kontakt: dr-berle.de

Bildnachweise: Dorothee Elfring, Silke Ludwig, picture people, Anja Schönborn, BEAUTYSHOTS DAS FOTOSTUDIO//, Sandra Damke, pixabay.com

Se Frentzen

Geburtstage, Jubiläen, Junggesellinnen-Abschiede – so vieles wird hierzulande gefeiert. Aber eine Scheidung? Das ist für viele noch Neuland. Nicht aber für Se Frentzen. Die sympathische Unternehmerin aus Nordrhein-Westfalen (im Bild zweite von rechts) hat sich auf Scheidungspartys spezialisiert und der Erfolg gibt ihr recht. Ausschlaggebend war ein Stück weit auch ihre eigene Scheidung, die sie – als sie nach langer Zeit durch war – als Befreiung empfand. Sie zelebrierte den neuen Lebensabschnitt mit einer eigenen Party und stellte fest, dass auch andere geschiedene Frauen so ticken wie sie und die amtliche Trennung gern feierlich begehen würden. Und weil das so ist, hat Se für die Ex-Bräute und deren Party mittlerweile alles im Angebot, was dem Start in das Single-Leben so richtig Schwung gibt. Vom Make-up-Artisten über die individuelle Scheidungsrede bis hin zur Limousine: Agenturchefin Frentzen lässt die einstigen Bräute auf ihrer Scheidungsparty Königinnen sein. Dass da auch die Location stimmen muss, versteht sich. Im Interview berichtet Se über ihre pfiffige Geschäftsidee:

FB: Se, Ihre eigene Scheidung liegt schon ein paar Jahre zurück. Wie haben Sie das Ende dieses Lebensabschnitts gefeiert?

Mit einer großen Party! Da sich mein Scheidungstermin wie Kaugummi in die Länge“ gezogen hatte, konnte ich alles bis ins kleinste Detail planen. Ich wählte meine Lieblings-Location, bestellte ein Menü für meine Gäste, es gab eine offizielle Einladung mit dem Vermerk für den Dresscode (white), der Saal wurde geschmückt und mit vielen Ballons dekoriert. Alles in weiß. Und vieles mehr…

Eine Scheidungsparty war 2005 noch ungewöhnlich

Meine Freunde und Familie warteten ungeduldig auf mich, denn eine Scheidungsparty war damals (2005) neu für alle und sie waren gespannt und aufgeregt. Wichtig war mir, dass ich an diesem Abend mein Brautkleid zum zweiten Mal „ausführte“. Ich fand es sehr passend und außerdem musste ich mir keine Gedanken um ein Outfit machen. Ich wollte meinen Neuanfang feiern – und ehrlich gesagt wollte ich gefeiert werden. Positiv durchs Leben gehen, durch mein neues Leben. Nach vorne schauen und das alte Leben hinter mir lassen. Diese Party war mein Neuanfang!

Se Frentzen

Se organisiert ihre Partys bundesweit.

FB: War das der Start für Ihre Agentur FINALLY DIVORCED?

Nicht ganz. Im Laufe der Jahre ergaben sich zwei Scheidungsfälle in meinem Bekanntenkreis. Hier durfte ich die Organisation der Feierlichkeiten übernehmen. Mir gefiel die Aufgabe. Ich hatte Spaß, meine Ideen umzusetzen und die Feier so schön es ging, auszurichten. Während der Vorbereitungen fielen mir noch mehr Ideen ein.  Ich hatte so viele Ideen – teilweise auch sehr außergewöhnliche Einfälle. Ich merkte, dass ich alles umsetzen konnte und fing an, alles zu dokumentieren und erstellte mir ein Konzept. Nun hatte ich ein Ziel vor Augen: Mein Ziel war es, Menschen, deren Ehe gescheitert war, mit einer Scheidungsparty den neuen Weg zu „pflastern“.

Es gab auch reichlich Kritik, was meine Geschäftsidee betraf, denn viele waren der Meinung, dass eine Heirat  immer noch  ein einmaliges Ereignis ist und für immer dieses Versprechen eingehalten wird. Nun – „bis dass der Tod uns scheidet “- dafür gibt es keinen Garant. Sicherlich wäre der Tod die denkbar einfachste Möglichkeit einer Scheidung. Doch was, wenn wir unseren Ehering vorher „verlieren“?

Alles mögliche wird gefeiert – warum nicht auch die Scheidung?

Wir feiern ständig einen neuen Lebensabschnitt! Sei es eine Geburt, Geburtstage, Hochzeiten, Abitur, ja – sogar der Tod wird „ gefeiert“. Eine Scheidung ist auch ein neuer Lebensabschnitt und sollte  gefeiert werden.

FB: In welcher Stimmung befinden sich die Frauen, die zu Ihnen kommen? 

Deko Scheidungsparty

Auf der Scheidungsparty wird nichts dem Zufall überlassen – die Deko stimmt von A bis Z

Die Frauen, die mich aufsuchen, haben das Kapitel Ehe abgeschlossen und möchten ihren Neuanfang mit einer Scheidungsparty feiern. Da sind die seelischen Wunden definitiv verheilt!

FB: Wie planen Sie die Scheidungsparty für die jeweilige Kundin?

Die Planung ist ganz individuell. Wichtig ist, dass ich mich dem vorgegebenem Budget anpasse.

Je nach Wunsch kann ich die Feier in verschiedenen Räumlichkeiten ausführen, wie zum Beispiel in der Lieblings Bar, im heimischen Garten, oder in einer exclusiven  Location (z.B. Rooftop Bar).  Bei dem persönlichen Gespräch halte ich nicht nur die Planung, wie die Farbe der Dekoration, Menü oder Buffet, Songauswahl für den DJ etc. und den Ablauf der Party fest, sondern der Mensch, meine Auftraggeberin, ist der wichtigste Punkt. Ich erfahre auch viel über die Person – privates, viele lustige Ereignisse,  über ihre Ehe und warum es zur Scheidung gekommen ist. Diese Gespräche sind sehr wertvoll. Vor allem richte ich die Scheidungsrede, die ich für meine Auftraggeberin halte, nach ihr.

Make-up, Hairstyling und Limousinen-Service – der Ex-Braut fehlt es an nichts!

Auf Wunsch steht der Ex-Braut an Ihrem unvergesslichen Tag ein Make-up Artist, sowie ein Hairstylist zur Verfügung. Ein professionelles Fotoshooting, Limousinen-Service, Scheidungstorte, Scheidungsring, Highlights wie Tänzerinnen oder Magier, Feuerwerk – alles ist machbar und garantiert eine unvergessliche Scheidungsparty!

FB: Wie muss man sich das Event vorstellen?

Im Grunde ähnlich wie bei einer Hochzeit- das einzige was fehlt ist der ( Ex) Mann – er landet meist „geköpft“ auf der Scheidungstorte! Ich empfehle bei den Einladungskarten einen zusätzlichen Vermerk zu einem strengen  Dresscode – nur in weiß !

FB: In was für einem Umfeld wird gefeiert? Eher daheim oder in außergewöhnlichen Locations?

Es ist unterschiedlich. Ich kann eine unvergessliche Scheidungsparty im eigenen Garten ausrichten, oder auch in einer Top-Location. Ich richte mich nach den Wünschen meiner Auftraggeber und dem Budget.

FB: Wie sieht das „Drumherum“ bei einer Scheidungsparty aus? Gibt es Torte? Eine Ansprache? Wie läuft das ab? Und was trägt die Auftraggeberin?

Auf der Scheidungsparty

Auf der Scheidungsparty lässt FRAU es krachen

Die Ex Braut trägt an diesem Abend ihr Brautkleid. Sie eröffnet die Party mit einem Tanz. Im Anschluss folgt eine Scheidungsrede. Diese Rede ist persönlich für die Ex Braut und sehr bedeutsam.
In der Scheidungszeremonie wird der Ex- Braut ein Scheidungsring angesteckt. Dann möchte die „ Braut „ auch endlich aus ihrem „alten“ Kleid heraus und zieht sich um.

Brautkleid wird auf Scheidungsparty vernichtet

Anschließend wird das Brautkleid vernichtet. Es wird ausgiebig gefeiert und auf Wunsch gibt es Showacts , ein Feuerwerk etc.

Später wird die Scheidungstorte angeschnitten. Meist ist es eine Torte, die in der Mitte durchtrennt ist –  könnte auch durchaus passieren,  dass sich der Ex-Mann mit auf die Torte geschlichen hat…!

FB: Da Sie ja einen umfassenden Einblick in das Thema „Trennungen“ haben – bekommen Sie mit, aus welchen Gründen Paare sich trennen? Gibt es einen Grund, der Ihnen immer wieder begegnet?

Sehr oft ist die Begründung, dass man sich auseinandergelebt hat. Gründe, wie Vertrauensbruch und häusliche Gewalt sind leider auch Tatsachen, warum sich Paare trennen.
Einmal habe ich als Grund gehört, dass die Geburt des Kindes zur Trennung geführt hat. Das hat mich so sehr beschäftigt, dass ich mich wochenlang damit auseinandergesetzt habe. Ich habe mich im Laufe der letzten Jahre speziell auf das Thema Trennung/ Scheidung konzentriert und muss feststellen, dass die meisten Ehen an fehlender Kommunikation scheitern.

FB: Wie fühlen sich die Frauen nach einer Scheidungsparty mental? Bekommen Sie Feedback?

Scheidungsparty

Für Frauen ist die Scheidungsparty ein Befreiuungsschlag

Sie sind glücklich und freuen sich auf ihren Neubeginn. Sie sehen Ihre Scheidungsparty auch als Befreiung. Nicht falsch verstehen – das hat nichts mit Rachegelüsten zu tun. Es ist ein Abschluss mit der Vergangenheit und gleichzeitig ein Neubeginn. Ich muss auch ehrlich sagen, dass ich schon des Öfteren gesagt bekommen habe, dass die Scheidungsparty besser als die eigene Hochzeit war.

Scheidungsservice ist deutschlandweit buchbar

FB: Wo kann man Sie buchen?

Ich biete meinen Service deutschlandweit an. Ich bin ständig auf der Suche nach verschiedenen Locations, um meinen Kunden eine große Auswahl anbieten zu können. Auf Mallorca und Ibiza schaue ich aktuell gezielt nach besonderen Objekten, um diese bei Anfragen auch anbieten zu können.

FB: Denken Sie, dass manche Frauen (und Männer) zu jung heiraten? Gibt es Ihrer Ansicht nach ein „richtiges“ Alter, um zu heiraten?

Ja, davon bin ich überzeugt! Ich war auch mal 20 und hatte eine ganz bestimmte Vorstellung von meinem Leben. Alles war durchdacht – meinte ich zumindest. In Deinen 20ern  hast du schon deinen Traummann vor Augen- Du weißt genau wie er aussieht und sogar wie er duftet. Der Vater deiner Kinder – Du musst ihn nur finden! Und zwar schnell, denn du hast ja schon dein Traumkleid gefunden – wir wollten doch alle wie Sissy heiraten.

Falsche Vorstellungen lassen viele Leute jung heiraten

Du findest ihn und verliebst dich. Und du denkst, dass das die „Ich kann nicht mehr ohne dich leben Liebe“ ist.

Also wird mit 23 oder 24 geheiratet. Alles ist schön – doch dann holt dich die Realität ein und mit Ende 20 bist du schon geschieden. Wenn du Glück hast und schlau bist!  Das war deine Lektion!

Mit 20 ist Mann oder Frau noch in der Entwicklung. Verliebt euch, zieht in die erste gemeinsame Wohnung, lernt einen Beruf. Aber heiratet nicht! Man benötigt die 20iger um erwachsen zu werden. Eine Beziehung/Ehe heißt Kompromisse eingehen -wie lange ist deine Bereitschaft? Du“ wächst“, deine Einstellung ändert sich und du hast mehr Erwartungen.

Mit 30 sieht die Welt schon anders aus!

Mit 30 steht man schon eher im Leben. Man hat einen Beruf, der einen erfüllt und Zukunftspläne. Wenn du mit 30 deine Drinks selber bezahlen kannst, dann kannst du dir auch Gedanken um Familie und Hochzeit machen.

FB: Wie schauen Ihre Pläne für die nächsten Monate in Sachen Ihrer Agentur aus? Können Sie schon etwas verraten?

Ich plane aktuell eine exclusive Scheidungsparty. Mein Wunsch ist, dass das Thema Scheidungsparty nicht mehr tabuisiert wird. Mein Ziel ist es, dass sich diese Partys etablieren. Scheidungen sind nichts negatives. Es sollte mehr darüber berichtet werden. Es ist ein sehr wichtiger psychologischer Aspekt, diesen Neuanfang zu feiern.

Bisher habe ich nur für Ex-Bräute eine Scheidungsfeier ausgerichtet. Liebe Ex- Männer, „traut“ euch, denn für die Herren habe ich ein besonderes Special vorbereitet!

In diesem Sinne: Drum prüfe wer sich ewig bindet, ob sich nicht was Besseres findet!

Mehr zur Agentur von Se Frentzen hier.

Mehr zum Thema auch hier.

Bildnachweis: Finally Divorced, Se Frentzen, Schreiber Photografie

"

90 Jahre alt und noch immer in der Mode- und Modelszene aktiv: Daphne Selfe denkt noch lange nicht ans aufhören! Im Gegenteil: Die stilvolle Britin ist nach wie vor ein gefragtes Supermodel und hat auch ihr eigenes Business am Laufen. Auf ihrer Homepage bietet sie Onlinekurse für potentielle Models an und veröffentlicht zudem regelmäßig News aus der Welt der Laufstege.

Dass sie lange schon in dieser Szene arbeitet, merkt man auch in Sachen der Ratschläge, die sie Frauen von heute gibt. Zum einen fordert sie – so schreibt es der SPIEGEL in seiner Ausgabe vom 18. Mai 2019 – dass sich ein jeder um Stil und Schönheit kümmern möge. Und zum anderen bemängelt sie, dass weibliche Zeitgenossinnen von heute nicht mehr in den Spiegel schauen. Ihr Rat laut SPIEGEL: „Man müsse eben wissen, was einem steht.“

Nachlässige Kleidung im Theater für betagtes Supermodel „respektlos“

Nun – ganz so nachlässig, dass der Blick in den heimischen Spiegel unterbleibt, dürfte wohl das Gros der Frauen von heute nicht handeln, aber Daphne Selfe wird aufgrund ihrer Erfahrungen wissen, wovon sie spricht. Und nicht selten gibt ihr ja ein Blick in die Fußgängerzonen unserer Städte recht. Oder auch nur der Gang ins Theater! Den allzu viele Leute heutzutage tatsächlich nicht mehr in stilvoller Kleidung absolvieren.

Das betagte Model sagte hierzu folgendes, Zitat SPIEGEL:

„Wenn ich ins Theater gehe, mache ich mich schick“.

All jene, die auf dieses schick machen verzichten, findet Selfe den Schauspielern gegenüber respektlos. Ja, da ist was dran! Das gilt auch für die Sache mit dem Altern. Hier scheint das 90jährige Model mit sich im reinen zu sein und das Ganze mit Humor zu nehmen.

Betagtes Supermodel trägt Älter werden mit Fassung

Sie sagt:

„Die Sache ist, du schrumpfst, die Taille befindet sich heute am falschen Platz“.

Nun – wohl dem, der das Älterwerden mit Fassung trägt! Was bei Daphne Selfe definitiv der Fall ist!

Recherchenachweis / Zitate: SPIEGEL, Ausgabe 18.5.19,

Bildnachweis: picture alliance / empics

Zwei Anwältinnen

Sich als Frau in einer männerdominierten Branche zu behaupten – das ist den beiden Frauen Thirza Höfer und Katja Haug gelungen. Die beiden engagierten Juristinnen führen eine Steuerberatungs- und Rechtsanwaltsgesellschaft mbH in Leipzig. Spannend sind die verschiedenen Lebensläufe der beiden. Hat doch die eine noch die DDR erlebt, während die andere im Raum Stuttgart aufwuchs. Das Unternehmen, das sie heute führen, gibt es schon eine ganze Weile und hier lernten sich die beiden Frauen auch kennen. Neben den beruflichen Gemeinsamkeiten verbindet sie auch die Rolle als Mutter. Denn sowohl Thirza Höfer als auch Katja Haug haben eine Familie gegründet.

Im Gespräch erzählen sie, wie sie Familie und Beruf unter einen Hut gebracht haben und berichten aus ihrem Alltag, den vor allem männliche Zeitgenossen prägen.

FB: Frau Haug, Frau Höfer, Sie sind beide Anfang vierzig, studierte Juristinnen, und Sie führen seit fünf Jahren miteinander ein Unternehmen in Leipzig. Was machen Sie da genau?

TH: Wir sind Dienstleister für mittelständische Unternehmerinnen und Unternehmer. Unsere Idee ist eine Paketlösung, die einfach alles enthält, was irgendwie mit Geld, Recht, Verwaltung und Steuern zu tun hat. Unsere Klienten sparen dadurch enorm Zeit und Kosten. Sie müssen nicht mehr, je nach Situation und Anliegen, immer neue Berater suchen, die sich dann erst mit viel Aufwand in ihre Verhältnisse hineinfragen müssen. Diese Hintergründe kennen wir alle schon. Das macht alles wesentlich effektiver.

Hohes Beratungspotenzial muss vorgehalten werden

Allerdings müssen wir eine Menge Beratungspotential vorhalten, um auf ganz verschiedenen Gebieten glaubwürdig kompetent zu sein. Finanzbuchhaltung zum Beispiel ist ein völlig anderes Thema als Forderungseinzug. Und Personalmanagement oder Geldbeschaffung stehen ebenfalls auf ganz anderen Blättern. Unternehmerinnen und Unternehmer müssen dieser Themenvielfalt aber gewachsen sein, auch wenn sie keine eigene Rechtsabteilung oder sonstige Kompetenzpools ihrer Betriebe hinter sich stehen haben.

FB: Sie beide sind ursprünglich gelernte Rechtsanwältinnen. Damit hören die Gemeinsamkeiten aber auch schon auf.

KH: Stimmt. Ich stamme aus Neubrandenburg, bin später in der Nähe von Jena aufgewachsen und habe damit noch einige, vielleicht prägende Erinnerungen an die DDR. Thirza kommt dagegen aus dem Stuttgarter Raum und damit aus einer ganz anderen Himmelsrichtung. Thirza hat ihre ersten Berufserfahrungen in einer Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüferkanzlei gesammelt. Meine eigene Entwicklung verlief nicht so gradlinig. Ich war erst Rechtsanwältin, und dann eine Zeitlang Geschäftsführerin von Fondsgesellschaften. Dadurch kenne ich mich auf dem Kapitalmarkt gut aus. Als sich unsere gemeinsame Geschäftsidee abzeichnete, war ich noch im Vorstand einer Aktiengesellschaft, die Popmusik produziert.

Von der Welt des Glamours in eine bodenständige Branche

Die Welt der Stars und der Prominenz, der Galas und der Preisverleihungen war zugegeben aufregend, und ich bin heute noch meinem großen Mentor aus dieser Szene dankbar, dass er mich damals diesen Job hat machen lassen. Dann aber wurde ich Mutter, und damit verstärkte sich das Bedürfnis nach Bodenständigerem. Daraus wurde die Haug & Höfer Steuerberatungs- und Rechtsanwaltsgesellschaft mbH. Das klingt nüchtern und bodenständig, und das soll es auch sein.

FB: Ein paar Jahre fehlen aber in Ihrer Schilderung.

TH: Wir sind kein Start Up. Gegründet wurde unser Unternehmen schon 1991, damals natürlich nicht von uns. Katja und ich gingen 1991 schließlich noch in die Schule. Wir haben uns erst 2008 dort kennengelernt. Ich selbst stand damals gerade vor meinem Steuerberaterexamen, und die Kanzlei durchlief in dieser Zeit einige Veränderungsprozesse. Es waren neue Ideen und Begriffe aufgetaucht, von denen Katja und ich bis dahin eigentlich noch gar nichts gehört hatten. Beispielsweise Mediation oder systemische Unternehmensberatung. Darüber gab es damals sehr gespaltene Meinungen. Etliche Kollegen hielten dies für neumodisches Affentheater und gingen. Dies waren hauptsächlich Männer. Dabei ging es eigentlich nur um eine einzige Frage, die sich jedes Dienstleistungsunternehmen unablässig stellen muss: Wie kann ich meinen Kundinnen und Kunden noch nützlicher sein? Vor dieser Frage drückt man sich gern, weil sich für die Antwort immerzu etwas verändern muss.

Richtige Entscheidungen führten zu Umsatzplus

Katja und ich haben darin den richtigen Weg gesehen, und im Ergebnis spülte es uns nach vorn. Wir haben noch andere Unternehmen dazugekauft, um unser Beratungsportfolio abzurunden und neue Gruppen von Klienten dazuzugewinnen. Seit 2015 führen wir die Geschäfte und halten auch die Mehrheit der Anteile. Die Umsätze haben sich seitdem verdreifacht. Falsch war es offenbar nicht.

FB: Das hört sich nach Frauenpower an. 

KH: Auf den ersten Blick mag es danach aussehen. Hinter allen Zimmertüren unseres Büros sitzt tatsächlich nur noch ein einziger Mann. Forciert haben wir das aber keineswegs. Dass es so gekommen ist, war eher Zufall.

TH: Vielleicht ist es einfach so, dass sich Männer unter einer weiblichen Geschäftsführung unwohl fühlen. Dies ist aber nur eine Vermutung, ich weiß es nicht, und ich habe bislang auch über diese Frage überhaupt nicht nachgedacht. Von unserer Seite hätten wir nichts dagegen, wenn mehr Männer bei uns mitmachen würden.

FB: Sie sind beide Mütter. Deshalb kommt jetzt die unvermeidliche Frage, wie Sie Ihren Beruf mit dieser Rolle in Einklang gebracht haben.

KH: Mittlerweile habe ich zwei Kinder, und ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass dies immer reibungslos geklappt hätte. Organisationstalent ist in dieser Hinsicht schon gefragt. Wenn die Kinder allmählich größer werden, löst sich diese Doppelbelastung nach und nach auf. Es gab bis dahin aber viele Situationen, in denen ich mich gefragt habe, wie es Frauen in normalen Anstellungsverhältnissen gelingt, Beruf und Kinder unter einen Hut zu bringen. 

TH: Genau. Unser Vorteil ist, dass wir im wahrsten Sinn des Wortes zu den freien Berufen zählen. Darunter fällt auch die Freiheit, eine Lösung zu gestalten, wie wir es für richtig halten. Als meine Tochter im Säuglingsalter war, habe ich sie einfach ins Büro mitgenommen, schon wenige Tage nach der Geburt.

Das Kinderbett stand im Arbeitszimmer

Mich hat es nicht gestört, dass in meinem Arbeitszimmer ein Kinderbett stand, und etwa für Besprechungen mit Klienten haben wir eigene Räume, bis zu denen die unvermeidlichen Kindergeräusche nicht vordringen können. Ein Patentrezept für andere Frauen kann dies natürlich nicht sein, aber es wäre wünschenswert, wenn sich Arbeitgeber durchringen könnten, Frauen ähnliche Freiheiten zuzugestehen, wie ich sie in dieser Situation hatte: einfach improvisieren und ausprobieren lassen.

KH: Ach, das wird nicht gehen! Das Arbeitsrecht ist für legere Lösungen viel zu starr. Arbeitsschutz und Mutterschutz sind gut gemeinte rechtliche Anliegen, verhindern aber Improvisation und Einfallsreichtum. Die meisten Arbeitgeber befürchten viel zu sehr, womöglich ein Dutzend Rechtsverstöße zu begehen, wenn sie solche Freiheiten von Fall zu Fall zugestehen würden, und dies nicht ohne Grund. Mir fallen gleich ein paar Gesetze ein, mit denen man hierdurch in Konflikt kommen könnte. 

TH (nickt zustimmend): Sehr wahrscheinlich. Aber genau das ist unser Produkt: Wir lassen uns dazu eine Lösung einfallen, die funktioniert. Und das ist auch das Reizvolle an unserem Beruf, kreativ sein, gestalten, sich etwas ausdenken und Starres überwinden. Dies mag vielleicht nach typisch weiblicher Herangehensweise klingen, aber mir macht das jeden Tag aufs Neue Spaß.

FB: Sind Ihre Klienten eigentlich überwiegend Frauen oder Männer?

TH: Männer natürlich. Die Mehrzahl der Unternehmer ist männlich. Nach wie vor.

FB: Würden Sie sich mehr Frauen wünschen?

KH: Als Klienten? Darüber habe ich mir, ehrlich gesagt, noch nie den Kopf zerbrochen. Es gibt da kein Besser oder Schlechter. Es gibt sehr respektvolle Männer, die gute Leistung zu schätzen wissen und einen nicht in erster Linie als Frau sehen. Männer verlieren sogar eher mal ein Wort der Anerkennung, wenn etwas gut gelaufen ist, als Frauen.

Männer tun sich mit Anerkennung gegenüber Frauen offenbar nicht schwer

Vielleicht spricht sich so etwas für Männer gegenüber einer Frau auch leichter aus als gegenüber einem Mann.

FB: Was halten Sie von Frauenquoten?

TH: Nichts. Überhaupt nichts. Ich will für meine Leistung und für meine Kompetenz geachtet werden, aber nicht dafür, dass ich eine Frau bin und trotzdem etwas kann. Frauen in bestimmte Positionen zu hieven, nur weil sie Frauen sind, ist kein fairer Wettbewerb. In einem fairen Wettbewerb darf es ausschließlich um Können und um Leistung gehen, aber nicht um das Geschlecht. Es ist so wie beim Sportunterricht, wo der schlechtere Läufer manchmal Vorsprung bekommt. Es ist kein gutes Gefühl, mit Vorsprung starten zu dürfen, weil man von vornherein als der schlechtere Läufer gilt. Genau das finde ich diskriminierend.

KH: Gut gemeint ist und bleibt das Gegenteil von gut gemacht.

FB: Kann man sagen, Sie tummeln sich überwiegend in einer Männergesellschaft?

KH: In gewisser Weise schon. Man muss halt ihre Regeln kennen, dann klappt das auch. Diese Regeln sind am Anfang nicht ganz einleuchtend, aber man kann sie lernen. Ich habe mir beispielsweise früher nie Gedanken gemacht, was für ein Auto ich fahre, wahrscheinlich, weil ich eine Frau bin. Wenn einen der männliche Klient in einem typischen niedlichen Frauenauto vorfahren sieht, fühlt er sich unwillkürlich überlegen und lässt sich nichts sagen.

Status-Symbole für Männer wichtig

Bei Zwanzig-Zoll-Felgen klappt die Zusammenarbeit aber plötzlich ganz gut. Männer denken in Statuskategorien und stellen unentwegt heimliche Vergleiche an, wer die tollere Uhr oder das bessere Smartphone hat. Da muss man halt mitziehen.

FB: Woher nehmen Sie denn solche Weisheiten?

TH (lacht): Von unseren Männern natürlich. Die haben uns das verraten.

FB: Ja, dann – vielen Dank für das Gespräch.  

Informationen zu Haug & Höfer finden Sie hier.

"

Daniela Gotta in Airportlounge

Übersetzen, sprechen, filmen, moderieren und Unternehmer interviewen – das Aufgabenspektrum, dem sich Daniela Gotta (im Bild links) widmet, ist vielfältig. Die dynamische Frau, die sich ein gut gehendes Übersetzungsbüro aufgebaut hat, bietet längst spezielle Dienstleistungen an, die über das klassische Übersetzen und Dolmetschen hinausgehen. Mit viel Engagement ist so das Unternehmen DANILINGUA entstanden, das Wort, Ton und Bild professionell ineinander fließen lässt. Dass sich Daniela Gotta ihrem Tun mit so viel Leidenschaft und Herzblut widmet, hängt auch mit ihrem familiären Background zusammen. Aufgewachsen in einem international ausgerichteten Familienunternehmen, kristallisierte sich ihre kosmopolitisch-unternehmerische Lebenseinstellung schon frühzeitig heraus.

Unternehmertum lag Daniela Gotta schon im Blut

Gepaart mit der Neugier auf Menschen ging die vielseitige Frau und Mutter zielstrebig ihren Weg und ist heute eine gefragte Expertin auf ihrem Gebiet. Wir haben mit Daniela Gotta über ihre Arbeit, die Familie und über ihr ehrenamtliches Engagement gesprochen. Herausgekommen ist ein spannender Einblick in einen interessanten Beruf, der für die lebensbejahende Unternehmerin aus Rödermark längst zu einer Berufung geworden ist.

FB: Frau Gotta, Sie sind heute unsere Interviewpartnerin. Aktuell aber sind Sie selbst auch als Interviewerin unterwegs – erzählen Sie doch mal! 

Ich bin ein echtes Mittelstandskind. Das Unternehmertum liegt bei uns im Blut und zwar drei Generationen zurück auf jeder Familienseite. So hatte meine Uroma z. B. den ersten Dauerwellenapparat in ihrem Friseursalon in Reutlingen. Der Grundstein für das Familienunternehmen „Gotta Contacts – Manufaktur feiner Lederwaren“ wurde 1899 gelegt. So bin ich aufgewachsen. Im international ausgerichteten Familienunternehmen und einem Designer als Vater, der unter anderem die Linien „Porsche Design“, „BMW-M-Style“, Davidoff, Dupont Paris und den „Colani-Koffer“ sowie Produkte für viele weitere Markenunternehmen entworfen hat. So habe ich im Lauf der Zeit bis zu meinem USA-Aufenthalt und auch danach, zahlreiche Inhaber oder Geschäftsführer der deutschen Industrie und weltweit bekannter Luxusmarken kennengelernt und konnte bereits in jungen Jahren direkte Einblicke in Unternehmen gewinnen.

Mit meinem Übersetzungsbüro und der angeschlossenen Medienproduktion (Film und Vertonung) bekomme ich viele Einblicke in Unternehmen, was sich seit meiner Mitgliedschaft beim BVMW noch intensiviert hat. Irgendwann hatte ich dann den Impuls „Mensch, warum gehe ich nicht raus und frage selbst, wo es beim Mittelstand heute drückt? Was ihn bewegt usw.“

Menschen und Unternehmen im Porträt

Frau interviewt Mann

Daniela Gotta im Interview mit einem Unternehmer

Daraus sind dann die Interviews auf meiner Seite DANILINGUA – im Dialog mit DANILINGUA – geworden, wo ich Menschen und Unternehmen portraitiere und ihnen Gelegenheit biete, zu sagen, was sie bewegt. Außerdem liebe ich es, interessante Dinge über spannende Menschen zu erfahren und dies an andere weiterzugeben. Auch besonders vor der Kamera. Wir haben z. B. einen Filmpreisgewinner und eine Kämpferin für gerechte Familienbesteuerung befragt. Bei dem Mädchen mit der Wasserallergie war zwei Tage später „Maintower“ vom Hessischen Rundfunk bei uns und hat eine Reportage über sie gedreht. Die Resonanz auf den Bericht war überwältigend. Heute ist das Mädchen beschwerdefrei. Meine Interviews dienen also keinem reinen Selbstzweck. Ich gebe anderen Menschen die Bühne und den Raum, sich zu präsentieren und für ihre Anliegen zu werben.

FB: Wenn man sich Ihre Aktivitäten so ansieht, so geht das doch über die klassischen Übersetzer- und Dolmetscher-Leistungen hinaus, oder?  

Das ist richtig. Ich habe mich nie als „klassische Diplom-Übersetzerin“ gesehen, die tage- und wochenlang kein Tageslicht sieht (wobei, diese Phasen gab und gibt es dann und wann natürlich auch). Das ist auch wieder durch meinen unternehmerischen Hintergrund geprägt, weil ich stets nahe an den Unternehmen bin. So arbeite ich auch überwiegend mit Direktkunden, weil ich mit ihnen aus der eigenen Erfahrung heraus direkt auf Augenhöhe stehe und mich in sie hineinfühle.

Außerdem hat sich das Berufsbild verändert. Wort, Ton und Bild fließen immer mehr ineinander. Viele meiner Kunden benötigen außer den reinen Textdokumenten auch das gesprochene Wort oder Content für ihre Videos, Präsentationen oder Produktfilme. Die Doppelqualifikation als ausgebildete Sprecherin und Übersetzerin bedeutet Sicherheit und nur einen einzigen Anlaufpunkt für die oft vielgestaltigen Anforderungen eines Kunden. Auf „Spreche“ zu schreiben erfordert eine andere Herangehensweise als Schreiben von zum Lesen verfassten Texten.

Mit Sprache ein Bindeglied zwischen den Kulturen sein

Kreativität ist mir wichtig. Sie liegt mir einfach im Blut. Und wie lässt sich das besser miteinander verbinden, als über das gemeinsame Vehikel „Sprache & Kommunikation“? Ich baue Brücken. Ich sehe mich als Bindeglied zwischen den Kulturen.

FB: Hatten Sie schon immer ein Faible für fremde Sprachen? Wie sind Sie zu Ihrem heutigen Beruf gekommen?

Meine Mutter ist in Süddeutschland, im Schwäbischen, aufgewachsen, wo nach 1945 Französisch neben Deutsch die zweite Sprache war. Hier in Hessen, wo mein Vater aufgewachsen ist, war es das Englisch der Amerikaner. Amerikaner sollten auch bei der Rettung meines Großvaters vor dem Tod eine wichtige Rolle spielen. Das in Rödermark verwurzelte Familienunternehmen war von Anfang an international ausgerichtet. Englisch und Französisch waren zwar Schulfächer, intensiviert wurden die Sprachen allerdings durch sehr viele Besuche von Freunden und Geschäftspartnern aus dem Ausland und eigene, sich über viele Wochen erstreckende Auslandsaufenthalte seit meiner frühen Kindheit.

Unser Leder bezogen wir überwiegend aus Italien. Als Kind verinnerlichen Sie eine Sprache ja wirklich schnell. Und was mir später in Italienisch an Vokabeln gefehlt hat, habe ich mir aus Französisch irgendwie zusammengebaut. Nach der Schulzeit stand die große Entscheidung an: Was nun? „Irgendwas mit Werbung, Kindern oder Sprachen“ sollte es sein. In der Schule lief der Tausch folgendermaßen ab: „Mathe und Physik“ gegen „Englisch und Französisch“. Fragen Sie mal einen Übersetzer, warum er Sprachen studiert hat … und, es war schon immer mein Wunsch, selbständig zu arbeiten.

Beruflicher Einstieg in Germersheim – später in den USA

Der Fachbereich Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz bot für eine Zukunft mit Sprachen die idealen Voraussetzungen. Gekoppelt mit einem Auslandsstudium am ETI in Genf rundeten das Bild ab, bevor es dann in die USA ging. Als Ein-Eltern-Familie von Anfang an hatte ich also schon weit davor die richtigen Weichen gestellt.

FB: Welche Sprachen sprechen Sie? 

Deutsch mit Hessisch (wenn ich meinen Sprech-Coach ärgern will), Englisch, Französisch und Italienisch.

FB: Für welche Berufsgruppen arbeiten Sie am häufigsten? 

Es sind überwiegend international tätige Unternehmen. Dazu zählen große Anwalts- und Steuerkanzleien ebenso wie Produktionsunternehmen und Agenturen. Der Mittelstand und auch das Handwerk sind bei mir ebenso gut aufgehoben, wie multinationale Konzerne und Finanzinstitute. Durch meine gerichtliche Ermächtigung werde ich auch gerne für Verhandlungen bei Notaren, Dolmetschen bei der Justiz und anderen Behörden sowie die Übersetzung von Dokumenten, bei denen es auf Rechtssicherheit ankommt, eingesetzt. Ich habe auch schon viele Auswanderer „über den großen Teich übersetzt“, im wahrsten Sinne des Wortes. Durch die unterschiedlichen Berufe der „Neu-Kanadier“ oder „Neu-Amerikaner“, erweitert sich der eigene Horizont ebenfalls unaufhörlich.

FB: Ihre Vielseitigkeit beweisen Sie auch als Moderatorin. Wie hat sich das ergeben?

Frau mit Mikrofon

Das gesprochene oder geschriebene Wort spielen in Daniela Gottas Beruf die Hauptrolle.

Vor einigen Jahren erhielt ich einen Anruf, ob ich an Tag X für einen Walk bei einer Modenschau Zeit hätte. Ich habe gesagt, dass ich keine „Size 0“ sei. „Das macht gar nichts“, kam es vom anderen Ende der Leitung. „Kommen Sie einfach vorbei.“ Gesagt, getan. Drei Tage lang war ich als Model für Ulla Popken auf dem Laufsteg in Frankfurt. Die durch das Programm führende Moderatorin und ich hatten sofort einen guten Draht zueinander. Zu der Zeit hatte ich bereits die Sprecherausbildung abgeschlossen, und so kam das eine zum anderen. Ich habe mich aus- und weiterbilden lassen – und voilà. Auf der Bühne zu stehen und die Menschen fröhlich, informativ und auch mal ernst durch ein Programm zu führen, dazu das ein oder andere Live-Interview, ist, wofür ich brenne und was mich einfach erfüllt.

„Moderation genau mein Ding“

Nie genau zu wissen, was im nächsten Moment passiert. Den Schwung und die Dynamik einer Moderation mit dem Publikum mitzunehmen und stets „wach“ zu sein und auf das Unvorhergesehene spontan zu reagieren. Das ist genau mein Ding. In Deutsch oder Englisch oder im Wechsel, je nach dem, wie es sich ergibt und was die Situation erfordert.

FB: Ihr Business haben Sie sich neben Ihrer Verantwortung als Mutter aufgebaut. Was war die größte Herausforderung, die es zwischen Familie und Job zu stemmen galt?   

Da sprechen Sie ein Thema an. Wir hatten einen wirklich aufregenden Ritt als Ein-Eltern-Familie, seit mein Sohn 10 Monate alt war. Einerseits war ich „da“, also im Haus, aber eben doch „nicht greifbar“. Sie wären einfach gern viel öfter mit ihrem Kind zusammen, weil es diese Zeit wirklich nur einmal gibt … Ich kann es nur immer wieder betonen: „Genießt die Zeit mit Euren Minis, wenn es finanziell nur irgendwie machbar ist.“ Seine Freiräume kann man sich auch ohne den Beruf schaffen. Oder andere Aufgaben suchen. Natürlich ist jede Entscheidung so individuell wie die Person, die sie trifft. Ich hätte es mir gewünscht, noch mehr Zeit für uns beide zu haben. Andererseits ist die Unabhängigkeit natürlich toll gewesen. Da wir beide Langschläfer waren, konnten wir diesen Luxus dank Home Office auch ausgiebig genießen. Sie lernen zu planen, wie ein Oberst beim Militär.

Planung als Ein-Eltern-Familie das A und O

Sie takten und planen alles durch. Jedes Dominosteinchen und jedes Zahnrad wird bedacht. „Plan B“ ist für Anfänger. Ich hatte eher Plan A bis Y. Sie machen keinen Schritt ohne Planung. Ich hatte ein super verlässliches System rund um Großeltern, Freunde und Kinderbetreuung. Sogar bei unseren Besuchen in den USA. Das erste Mal war er vier. Für mich war das wie „nach Hause kommen“, zurück in San Francisco, wo ich fünf Jahre lebte, und meinen Kleinen bei meinen Freunden in guten Händen zu wissen. Ich konnte meinen Sohn manchmal auch zu Kundenterminen mitnehmen. Einmal hatte ich ihn UND seinen Freund bei einem Kunden aus England dabei. Das war super. Beide waren beschäftigt, und wir konnten übers Geschäftliche sprechen. Dieser Kunde hat dann sogar unserem Kindergarten (in dessen FV-Vorstand ich lange war) damals sogar 1 000 Pfund gespendet. Das gab’s vorher noch nie.

Das schlechte Gewissen ist dennoch ein regelmäßiger Begleiter gewesen. Und die Sehnsucht. Und natürlich konnten Sie die Uhr danach stellen, dass die heftigen Krankheiten pünktlich mit einem Großauftrag zusammenfielen. Dann lag er eingepackt auf dem Sofa in meinem Büro und so haben „wir gearbeitet“. Nacht- und Wochenendschichten waren an der Tagesordnung. Aber auch Freiraum dazwischen und viel Zeit auf dem Spielplatz und unterwegs. Alles in allem erfüllt mich große Dankbarkeit, dass wir unser Leben so frei gestalten konnten. Und durch meine Tätigkeit in Elternbeirat und Förderverein seit eigentlich der Mini-Krabbel-Gruppe, war ich auch durchgehend nah am Geschehen dran.

FB: „Der klassische Beruf des Übersetzers und Dolmetschers wandelt sich gerade“ – so Ihre Aussage. Was genau ändert sich und wie stellen Sie sich auf diese Veränderungen ein?   

KI ist da. Das ist Tatsache. Es verändert sich gerade viel. Durch viel Technik oder Wiederholungen geprägte Texte können durch die Maschinen laufen und erfordern vom Menschen an der einen oder anderen Stelle nur noch Nachjustierungen. Kreativität erfordernde und marketingorientierte Texte oder auch Skripte mit werblichen Inhalten leben vom menschlichen Input. Wir werden also lernen, mit den Programmen zu kooperieren.

Übersetzen und Dolmetschen hat mit Vertrauen zu tun

Es wird mehr nachkorrigiert und beurteilt werden, welche Texte sich für KI eignen und welche man lieber einem erfahrenen Profi an die Hand gibt. Beim Dolmetschen würde ich mich, vor Gericht zum Beispiel, nicht darauf verlassen wollen, dass KI über Gitter oder Freiheit entscheidet. Das gilt auch für Gespräche, bei denen viel auf dem Spiel steht. Wortwitz, Anspielungen, vernuschelte Aussprache, falsche Begriffe, die der Dolmetscher auffängt und unbemerkt „im Prozess umarbeitet“, damit sie auf der anderen Seite korrekt landen, sind dünnes Eis. Dafür möchte ich bitte einen wichtig: ausgebildeten und neutralen – Dolmetscher an meiner Seite haben.

Übersetzen und Dolmetschen sind Vertrauenssache. Der Dolmetscher ist oft das Zünglein an der Waage bei Entscheidungen von großer Tragweite. Ein Übersetzer kann beispielsweise über Erfolg oder Nichterfolg Ihres Engagements im Ausland sorgen. Achtung, wichtig: Der Beruf des Übersetzers ist nicht geschützt. Ebenso wenig wie der des Sprechers oder Dolmetschers. Darum fragen Sie bei der Auswahl eines Sprachmittlers nach Qualifikation, Spezialisierung und Erfahrung. Oder lassen Sie sich jemanden empfehlen, zum Beispiel von mir. Ein Diplom kann ebenso eine Qualifikation sein, wie ein Quereinstieg aus einem Spezialgebiet (Medizin, Recht, Chemie usw.). Auf meiner Website www.danilingua.de habe ich dazu einen Leitfaden hinterlegt.

FB: Was macht Ihnen im täglichen Berufsalltag am meisten Spaß? 

Ich stehe gern vor der Kamera oder auf der Bühne. Menschen dort in den Mittelpunkt stellen und das Beste von ihnen zu zeigen, ist mein Ansporn. Der Erfolg meiner Kunden macht mich glücklich. Genauso macht es mir aber auch Spaß, einen Ausgangstext in eine den Kunden in Begeisterung versetzende Version in der jeweiligen Zielsprache zu bringen. Ebenfalls macht mir Akquise einen Riesenspaß. Ich rufe für mein Leben gern Menschen an. Das Schöne an meinem Beruf ist ja, dass kein Tag dem anderen gleicht. Und oft wird man auch zum Unterstützer, auch bei zunächst traurigen Anlässen. Einmal habe ich Dokumente für eine Mutter übersetzt, deren Kinder vom Vater in die USA entführt wurden. Was für ein Fest, als die Minis wieder in den Armen ihrer Familie in Deutschland waren! Auch beim Dolmetschen bin ich meinem Element. Am liebsten live über TV. Nicht zu wissen, was als nächstes kommen mag sorgt für das nötige Adrenalin gepaart mit der Sicherheit einer guten Vorbereitung.

Es bleibt aber dennoch immer das gewisse Quäntchen Ungewissheit. Oder Ton und Bild fallen mal aus. In diesen Momenten profitiere ich von meiner gelernten Gelassenheit als Sprecherin und Moderatorin.

Alltagstrott gibt es nicht!

Zusammengefasst macht mir also am meisten Spaß, dass der Alltag eben keiner ist und mit so viel Abwechslung geprägt ist. Es ist ein wunderbarer Wechsel zwischen Adrenalin pur, wenn ich „draußen“ bin und – relativer – Ruhe zurück im Home Office.

FB: Neben Ihrer Arbeit sind Sie auch ehrenamtlich engagiert – erzählen Sie doch bitte einmal von diesem Engagement!

Ich kenne es gar nicht anders, als dass man nicht nur für sich lebt, sondern sich auch über den eigenen Tellerrand hinaus um andere kümmert, die vom Leben nicht immer gut behandelt wurden. Ich gehöre einer internationalen Service-Organisation mit Sitz in Oak Brook, USA, an. Dieses Engagement für „Deinen Nächsten“ wurde mir von Anfang an in meiner Familie vorgelebt. Ich habe in meinem Carport z. B. eine „Give Box“ eingerichtet. Dort deponieren mittlerweile sogar Nachbarn das, was sie zu Hause nicht mehr benötigen. Es findet ein wirklich reger Austausch statt. Von Kindersachen über Haushaltsartikel, Bücher und Kleinmöbel findet alles einen neuen Platz.

Ehrenamtliche Jugendarbeit mit solidem Netzwerk

Durch meine Erfahrung mit Jugendlichen hat es sich auch dahin entwickelt, dass sich die Jugendhilfe als Hauptgebiet herauskristallisiert hat. Da kommt es auch schon mal vor, dass jemand hier unterkommt, wenn es zu Hause nicht mehr geht. Ich stehe auf dem Standpunkt, dass wir viel zu wenig Ansprechpartner zwischen Elternhaus und Polizei haben, wenn’s im „spannenden Alter“ brennt. Ich mache das rein ehrenamtlich und bin bei keiner Institution registriert. So kann ich gezielter agieren, wo Not am Mann ist. Ob es sich um zugezogene Familien, Müttern in brenzligen Lagen oder Jugendliche handelt. Irgendwann haben Sie als Frau und Mutter einen Erfahrungspool aufgebaut und können das weitergeben. Dabei ist es wichtig, den nötigen Abstand zu wahren, den es für das „Außen“ braucht, und den „Schützlingen“ dennoch die nötige Wärme und viel Verständnis zu vermitteln, aber auch mal Grenzen aufzuzeigen. Und es hat sich mittlerweile ein wirklich solides „Sozial-Netzwerk“ aufgebaut. Menschen, Fachleute wie Privatpersonen, auf die zu 100 % Verlass ist. Das ist ein schönes Gefühl. So ist keiner allein.

FB: Ihr Terminkalender wird sicherlich stets voll und private Zeit rar sein. Wenn aber doch freie Stunden anstehen – wie verbringen Sie diese? Haben Sie Hobbys? 

Frau hinter Kamera

Daniela Gotta steht auch gern hinter der Kamera.

Freie Zeit. Ja. Da sagen Sie was. Mir macht meine Arbeit so viel Spaß, dass ich selten darüber nachdenke, was freie Zeit und was „Arbeit“ ist. Wenn wir mit der Kamera unterwegs sind, vergeht die Zeit wie im Flug. Ich tanze für mein Leben gern. Zumba ist eine dieser Leidenschaften. Und „Funk Nights“ sowie andere von Lieblings-DJs veranstaltete Partys. Krafttraining und Spaziergänge mit meiner Hündin im Wald, der bei uns vor der Haustür liegt, sorgen für den Ausgleich. Ich sage jeden Tag „Danke“, dass ich den Wald genießen darf. Singen ist auch etwas, was mich total befreit und die Endorphine fliegen lässt.

FB: Gibt es derzeit berufliche Pläne, die Sie angehen möchten? 

Ja. Die gibt es auf jeden Fall. Wir haben mit GOTTAFILMYOU gerade ein Konzept zum Thema „Recruiting“ erarbeitet und setzen das mit Bewerbervideos um. Einmal für Employer Branding oder für Kandidaten, die sich gerne präsentieren möchten. Besonders schön ist dies für kreative Menschen oder wo Lücken im Lebenslauf zu immer wieder den gleichen Fragen führen.  Dann gibt es weitere Pläne.

Neue Pläne schon in der Schublade

Dazu will ich noch nicht allzu viel verraten, nur so viel: „Regional, national, international“ sind Begriffe, die darauf hindeuten. Wichtig ist, finde ich, dass man stets weitergeht. Meine Oma hat immer gesagt: „Kind, ich bin jetzt 81 Jahre alt und lerne jeden Tag dazu“. Das Leben hat so viele spannende Facetten.

Drei Lebensträume habe ich mir bereits erfüllt. Einer davon war, in den USA zu leben und zu arbeiten. Das habe ich mir erfüllt und war fünf Jahre in San Francisco. Erst mit einem J1-Visum, danach mit einem H1-B-Visum. Ich werde das Gesicht des Konsulatsmitarbeiters nie vergessen, als ich es hier in Frankfurt eingelöst habe: „Wie haben Sie das denn bekommen?“ hat er gefragt. Ein weiterer Herzenswunsch ist das Singen. Das Klavier steht schon bereit. Wenn es soweit ist, wird die für den regelmäßigen Unterricht benötigte Zeit frei sein.

Glaube an deinen Traum. Bleibe dran. „All energy goes somewhere“, hat mal eine liebe Freundin in den USA gesagt. Hole dir Rat und höre dann auf dich. Und merke: Es wird erst richtig schwer, bevor der Durchbruch kommt. Damit ist dafür gesorgt, dass es sich bei den Plänen um keine Eintagsfliegen handelt und du nicht gleich beim ersten „ Buh“ umfällst.

Meine nächsten Pläne werden auf jeden Fall über die sozialen Medien bekannt gegeben werden. Sie haben etwas mit „Pendeln“ zu tun. Mehr sage ich nun wirklich nicht. Wer mich kennt, hat es sowieso schon vor zwei Absätzen gewusst (lacht).

“If you can dream it, you can do it”.

Copyright: Daniela Gotta

"

Frau auf Pferd

Das ist mutig! Als dieser Tage eine Frau in Hainburg (Hessen) bemerkte, dass ein Dieb in ihr abgestelltes Auto eingedrungen war, überlegte sie nicht lange und nahm vom Pferd aus die Verfolgung auf.

Erst kurz zuvor hatte die Reiterin ihr Auto geparkt, um sich dem Pferd zu widmen. Als sie merkte, was passiert ist, schwang sie sich auf das Tier und nahm hoch zu Roß die Verfolgung auf. Es gelang ihr sogar in dieser Situation, den Täter festzuhalten. Sogar mehrfach. Allerdings war der Kriminelle schneller, so dass es der Frau nicht gelang, den Dieb zu stellen.

Reiterin bewies Zivilcourage!

Schade! Denn das ist einmal Zivilcourage, wie sie im Buche steht. Und immer wieder gefordert wird. Nichtsdestotrotz war die Situation freilich auch hochgefährlich – zur Nachahmung ist sie deshalb wohl auch nur bedingt zu empfehlen…Im Zweifel gilt immer: das eigene Tun und die eigenen Kräfte sollten im Vorab blitzschnell eingeschätzt werden. Sicherheit und die eigene Unversertheit haben stets Vorrang!

Dies bitte im Kopf haben, falls Sie jemals in eine brenzlige Situation geraten! Und falls Sie in der Region der mutigen Reiterin leben: der Täter wird noch gesucht. Siehe hier.