Freitag, 4. Dezember, 2020

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Für`s perfekte Foto: schon über 250 Smartphoner fanden Tod beim Selfie knipsen!

Eine spektakuläre Aufnahme vor einem Abgrund hier, der Schnappschuss an der Klippe da: seit im Internet Privatpersonen in außergewöhnlichen Situationen bewundert werden können, ist der Trend zur Selbstinszenierung nicht nur ausgebrochen, sondern auch ungebrochen!

Plattformen wie Instagram befeuern die Selbst-PR noch und bei vielen Blogs und Accounts spielen wohl auch zahlende Vertragspartner eine Rolle. Für die man meint, sich immer spektakulärer in Szene setzen zu müssen. Doch wie groß das wahre Ausmaß wirklich ist, konnte man kürzlich im Nachrichtenmagazin SPIEGEL nachlesen, in dem diesem Thema ein ganzer Artikel gewidmet war. Beschrieben wird am Anfang des Beitrages ein Paar, das sich für das perfekte Selfie im Yosemite-Nationalpark (USA) an einem Aussichtspunkt in Szene setzen wollte. Zum Verhängnis wurde den beiden ein Felsvorsprung, der ihr Schicksal schlussendlich besiegelte. Beide wurden zudem nur durch einen Zufall gefunden. Tot.

Das perfekte Selfie und ein gefährlicher Trend

Inzwischen – darauf verweist das Magazin – haben sich bereits indische Wissenschaftler diesem gefährlichen Trend gewidmet.

Im SPIEGEL ist dazu zu lesen:

„Eine Studie indischer Wissenschaftler zählte zwischen Oktober 2011 und November 2017 weltweit insgesamt 259 Todesfälle bei dem Versuch, sich selbst zu fotografieren.“     

Nun, von einigen dieser Fälle hat man in den Medien gelesen, sie sorgen immer wieder für Unverständnis und Kopfschütteln.

Doch was ist der Reiz, sich für ein außergewöhnliches Selfie in eine tödliche Gefahr zu begeben? Als Außenstehender kann man das nicht ganz so nachvollziehen, Instagram-Jünger haben da sicher eher den Durchblick. Denn diese Plattform ist es nunmal, die dafür bekannt ist, die absurdesten, spektakulärsten und außergewöhnlichsten Schnappschüsse auf einer einzigen Website zu präsentieren.

Viele Insta-Fluencer präsentieren superspektakuläre Selfies

Längst hat mancher Insta-Influencer den gutgezahlten Blogger überholt. Statt Worte und Absätze geht es auf der Bilder-Seite fast nur um visuelle Inhalte – je schriller und abgehobener, desto besser.  Da diese Art der Präsentation inzwischen gut bezahlt wird, legt sich mancher Selbstdarsteller auf Instagram so manches Mal immer riskanter ins Zeug. Sei es, weil er das staunende, virtuelle Publikum beeindrucken oder eine gute bezahlte Kooperation an Land ziehen will.

Doch was sind schon tausende Likes im Gegensatz zu einem Menschenleben? Diese Frage scheint so mancher, der für das ultimative Foto Gefahren eingeht, wohl auszublenden. Es zählt der schnelle Online-Ruhm, gar kein Frage!

SPIEGEL-Artikel zeigt unfassbaren Fall auf

Wie furchtbar schief das gehen kann, ist ebenso in dem besagten SPIEGEl-Artikel aufgeführt, Zitat:

„(…)Allerdings dürfte kaum ein Fall von so krasser Achtlosigkeit dokumentiert sein wie jener, der sich März vergangenen Jahres bei einem Hubschrauberrundflug über Manhattan zutrug. Einer der Passagiere fotografierte während des Fluges seine aus dem Helikopter baumelnden Füße; dabei kam es zu einer folgenschweren Panne mit einer Sicherheitsleine, mit deren Hilfe sich der Fluggast in der Kabine bewegen konnte: Die Schnur verfing sich offenbar an jenem Nothebel, der die Treibstoffzufuhr des Flugzeuges unterbricht – daraufhin geriet das Triebwerk ins Stottern. Der Hubschrauber musste auf dem East River notwassern. Nur der Pilot überlebte das Manöver, die übrigen fünf Insassen starben“.

Nun – anhand solche Beispiele sollte jeder, der nur ansatzweise schon mal darüber nachgedacht hat, mit einem krassen Foto digitalen Beifall im Netz zu erhalten, die Konsequenzen seines Tuns mit einkalkulieren.

Es ist ja nicht so, dass diese Gefahr nicht bekannt ist. Deshalb: lieber einmal zuwenig digital aufgetrumpft, als ohne Not offline auf dem Friedhof liegen!

Bildnachweis: pexels.com

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