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In diesen Tagen ins Grüne rauszugehen, ohne auf viele andere Menschen zu treffen, dürfte in Städten oder dicht besiedelten Gegenden ein Ding der Unmöglichkeit sein. Hier den empfohlenen Corona-Mindesabstand von circa 1,50 Meter einzuhalten, schafft man unter diesen Vorraussetzungen wohl kaum. Deshalb lohnt es sich aktuell, lieber ein paar Kilometer weiter in die aufblühende Natur zu fahren und die Einsamkeit zu suchen.

Abgeschiedene Waldwege laden zum Spazierengehen ohne andere Leute ebenso ein, wie so manches Kleinod, das man auf diese Art gleich mal noch nebenbei entdecken kann. Auch wer seine Heimat und deren Umland gut kennt, wird staunen, was es so für Orte gibt, die einem bislang verborgen blieben. Sich hier das eine oder andere – bislang unbekannte – Ausflugsziel zu erschließen, dürfte eines der wenigen positiven Dinge sein, die die derzeitige Corona-Krise bietet.

Ein Auto ist oftmals die Voraussetzung, Kleinode zu entdecken

Wald

Auf einsamen Waldwegen lässt es sich herrliche Frischluft tanken, ohne dass man anderen Leuten begegnet.

Die einzige Voraussetzung ist allerdings – wie eingangs schon angerissen – ein Auto. Ohne selbiges geht es nicht, um aus dem eigenen Umfeld hinauszukommen und bis dato unbekannte Orte, an denen sich keine anderen Menschen tummeln, zu entdecken.

Spitzenreiter dürfte hier nach wie vor der Wald sein. Mit vielen einsamen Wegen ausgestattet, macht er es einem leicht, ganz allein und ohne andere Menschen in der Nähe seiner (Spazier)Wege zu gehen.

Aber auch alte Schlossanlagen, die abseits des Bekanntheitsgrades von Sanssouci & Co. hinter Wäldern oder in Auen thronen, lohnen sich. Die sich meist anschließenden, großzügigen Parkanlagen laden zum Erkunden und Entspannen ein, ohne dass man großartig anderen Leuten begegnet. Und wenn doch, kann man den empfohlenen 1,50-Mindestabstand locker einhalten oder aber sieht etwaige andere Menschen nur aus der Ferne.

Wichtig ist eigentlich nur, Ausflugsziele, die mit Einsamkeit locken, erst einmal zu finden. Nicht selten entdeckt man schöne oder/und verwunschene Orte auch durch Zufall. Bei einer Fahrt ins Blaue zum Beispiel, die man mit unbestimmtem Ziel antritt und dabei einfach so umherfährt. Wer hierbei mal da und mal dort hält, wird garantiert neue und ihm noch unbekannte Ausflugsziele entdecken.

Vitamin D tanken an einsamen Orten

Einmal aufgestöbert, kann man solche Orte in den aktuellen Corona-Tagen immer wieder ansteuern und dort – ohne Menschenmassen und manchmal sogar ganz alleine – wichtiges Vitamin D tanken.

Einsame Spazierwege sind in diesen Tagen Trumpf!

Probieren Sie es ruhig mal aus: Suchen Sie sich ihren einsam-verwunschenen Lieblingsplatz und steuern Sie ihn aller paar Tage an. Ihr Immunsystem wird es Ihnen in diesen so unruhig gestarteten Zwanzigern danken – garantiert!

Und: Bleiben Sie gesund!

Unsere Ausflugslocations in den eingefügten Bildern:

Titelbild: Schlosspark Schloss Zschepplin

Bild 2: Einsamer Waldweg im Presseler Heidewald/Moorgebiet

Bild 3: Am Schloss Zschepplin

Bildnachweise: privat

 

 

 

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Frau Beine

Neulich im Supermarkt: Eine bildhübsche junge Frau in engen Jeans läuft an mir vorbei. Ihr auf Taille geschnittener Kapuzenparka in Kombination zur windschlüpfrigen Jeans, die hohen Stiefeletten und das klitzekleine Designertäschchen mit dem Gucci-Logo erwecken den Eindruck, als hätte sie sich auf dem Weg zum Casting für eine Model-Show verlaufen.

Mit wallender Mähne, perfekt gezeichneten Augenbrauen und eisiger Herablassung sieht sie durch mich hindurch und schreitet dann graziös in Richtung Ausgang, begleitet von einer mir unbekannten Duftnote nach Patschuli und Zimt. Amüsiert schaue ich ihr nach. Niedliche Mütze, tolle Figur, aufrechter Gang. In ihrer Jeans würde ich mich vermutlich fühlen, als hätte man mich für einen Sado-Maso-Streifen verschnürt. Die dunkle Wolke an Haaren wurde wahrscheinlich heute Morgen penibel in Form gebracht.

Damals konnte ich alles tragen

Vom aufwändigen Make-Up ganz zu schweigen. Das Mädchen erinnert an die Zeit, als ein abgebrochener Fingernagel oder ein winziger Pickel am Kinn für mich den Abend ruinierte.

Als ich in der Disco stündlich auf dem Klo mein Make-Up überprüfte, und als ich mich beim Pizza-Essen mit Freunden auf eine Peperoni vom Nachbarteller beschränkte, um weiterhin in Größe 34 zu passen. Alles konnte ich damals tragen – vom weit ausgestellten Tellerrock bis zur hautengen Leggings, vom Bleistiftrock bis zum Abendkleid in A-Linie. Und tat es auch.

Denken Sie jetzt nicht, ich stünde gerade vor dem Supermarkt-Gewürzregal in ausgelatschten Boots, schmuddeligem Shirt und einer Frisur, die aussieht wie das Innere eines Staubsaugerbeutels. Ich habe nur damit aufgehört, perfekt sein zu wollen. Es war mir schlussendlich zu viel Arbeit, und es hat wahnsinnig viel Zeit gekostet. Irgendwann stand der Aufwand in keiner Relation mehr zum vermeintlichen Nutzen. Heute habe ich keine Ahnung mehr, warum ich mich viele Jahre lang so reglementiert und diszipliniert habe. „Praktisch“ bedeutet ja nicht gleichzeitig, sich gehen zu lassen.

Kurz sehe ich an mir herab. Dezente Stiefel von Marc’O Polo in neutralem Kackbraun, dunkelblauer Daunenmantel von Ralph Lauren, No-Name-Jeans, und ein zwar älterer, aber flauschiger Pulli aus 100 % Kaschmir, den ich mit Haarshampoo wasche und liegend trockne. Designerklamotten mit riesigem Logo auf Brust oder Rücken habe ich aus Prinzip ohnehin nie getragen. Das Zeug ist teuer genug, warum sollte ich zusätzlich für die Edelmarken showlaufen?

Der Kleiderschrank quillt nicht mehr über!

Seit längerem quillt mein Kleiderschrank nicht mehr über mit hochhackigen Pumps, für die man in manchen Ländern einen Waffenschein bräuchte, mit enganliegenden Etuikleidern und dazu passendem Blazer, mit Hosenanzügen aus Kammgarn und Seide, mit Gürteln in verschiedenen Farben von Prada, Armani oder Gucci. Aus die Maus.

Mittlerweile schleppe ich meine samstäglichen Einkäufe in flachen Stiefeln zum Auto und überlege mir morgens, was am jeweiligen Tag zu tun ist. Danach richtet sich meine Kleiderwahl. Ich besitze einen riesigen Fundus aus Jeans, T-Shirts, Long-Pullovern und Sneakern, dazu massenhaft flache Lederstiefel von Ralph Lauren, weil ich die Marke mag. Die ungetragenen Stiletto-Pumps von Guess liegen jetzt in einem Karton, den ich irgendwann auf den Flohmarkt schleppen werde. Diese Pumps habe ich mir drei Tage vor meinem Zehenbruch gekauft, bald dürfen sie jemand anderen glücklich machen. Sie hätten der jungen Frau im Supermarkt bestimmt prima gestanden.

So praktisch dachte ich nicht immer. Ehe ich nämlich früher beispielsweise ungeschminkt aus dem Haus gegangen wäre, hätte ich mich lieber erschossen.

Allein der Aufwand, den ich mit meinen Haaren betrieb, erhielt mehrere Friseursalons am Leben. Sie sollten mal meine Hochleistungs-Föhne im Badschrank sehen. Ich habe mir seinerzeit zwei gekauft, damit ich einen für den Notfall in Reserve habe. So was wird heute gar nicht mehr gebaut. Jeder von denen könnte eine Katze ins nächste Dorf blasen. Heute erhitze ich mit diesen Geräten Schrumpffolie zum Einschweißen meiner handgemachten Seifen.

Geschminkt beim Camping

Mit 20 fuhr ich mit meiner Freundin Susi zum Campen an den Gardasee. Jeden Abend baute ich vor dem Zelt einen kleinen Tisch auf, holte meinen bis zum Bersten gefüllten Schminkkoffer und bemalte mich für den Abend. Ein kleines Mädchen vom Nachbarzelt kam dann jedes Mal mit ihrem Blasebalg, um mir die selbstverständlich frischgewaschenen Hare zu trocknen. Oft wurde ich von amüsierten und fassungslosen Touristen während meiner Sitzungen fotografiert: vor Bergen von Fläschchen und Döschen, in der Hand einen riesigen Rouge-Pinsel, angestrengt mein Gesicht in einem Rasierspiegel musternd, damit mir nur ja kein noch so winziger Pickel entginge.

Ein anderes Mal war mein rechter Arm wegen eines Motorrad-Unfalls bis zur Schulter in Gips. Freunde fuhren mich abends zu einem Date, und ich schaffte es tatsächlich, ausschließlich mit der linken Hand, auf dem Rücksitz eines Autos in völliger Dunkelheit mein Make-Up zu vervollständigen. Ich war ein Profi.

Als ich wegen einer Gallenblasen-OP ins Krankenhaus musste, ließ ich mir zuvor eine fluffige Dauerwelle legen und lackierte mir die Nägel in knalligem Pink, denn ich wollte auch in Narkose gut aussehen. Die Geschichte ging übrigens nicht gut aus, denn als ich nach vier Wochen im künstlichen Koma aufgeweckt wurde, hing mein Haar wie Schnittlauch ins Gesicht und von meinen knallpinken Fingernägeln war nicht mehr viel übrig. Als ich später zum ersten Mal in einen Spiegel blickte und mein ausgezehrtes Gesicht nicht auf Anhieb erkannte, brach ich in Tränen aus.

Ich war ein ernster Fall…!

Kaum war ich wieder in der Lage, eine Gangschaltung zu bedienen, vereinbarte ich einen Termin mit meiner Kosmetikerin und fuhr schweißgebadet, vor Anstrengung keuchend, zu ihr. Die vier Stufen zu ihrer Praxis hoch schaffte ich mit Pausen, aber so wollte ich nicht rumlaufen, nicht mal halbtot.

Sie sehen – ich war ein ernster Fall.

Jahre zogen ins Land, meine Kosmetikprodukte wurden hochpreisiger, weil ich es mir leisten konnte, aber  nicht weniger. Immer noch quoll mein Badschrank über mit Cremes, Tuben, Kajalstiften, Lidstrich, Lidschatten, Rouge-Puder und Lippenstiften, von denen ich ungefähr 80 Stück besaß. Ausschließlich von Clinique, Shiseido, Kanebo oder Helena Rubinstein. Da war mir nichts zu teuer. Diese Lippenstifte verteilte ich griffbereit im Auto, sämtlichen Handtaschen, Jeans-Hosentaschen oder auf dem Couchtisch, damit ich immer einen zur Hand hatte. Spiegel brauchte ich keinen, denn nach ein paar Jahrzehnten Übung, und bei Verwendung transparenter Farben, kann man sich auch ohne die Lippen nachziehen.

Meine Ansprüche an mich selbst waren hoch. Alles musste zusammenpassen: die Handtasche zu Gürtel und Schuhen, der Lippenstift zu Kostüm und Bluse. Ich orientierte mich mit militärischer Disziplin an teilweise überkommenen Regeln wie „no brown after six“ oder „niemals eine weiße Handtasche nach September“. Übertreten hätte ich diese Regeln niemals. Da war ich eisern.

Geboren wurde ich als „echte“ Blondine – mit blonden Haaren, Augenbrauen und Wimpern. Im Laufe der Jahre verwandelte sich allerdings diese Farbe in eine Art „Straßenköterblond“, das von meinem Friseur „aschig“ genannt wurde.Aber dann kam der 18.12.93, und mit ihm mein erstes Date mit einem Mann, in den ich sehr verliebt war. Unentschlossen musterte ich mich vor dem Spiegel. „Blonde Strähnen würden alles auflockern“, flüsterte die unzufriedene kleine Stimme in mir, wegen deren Quengelei ich immer so viel Zeit für mein Äußeres aufwendete, also fuhr ich zum Friseur, wo ich mir normalerweise nur einmal im Vierteljahr die Spitzen schneiden ließ.

Auf einmal war ich blond

„Was machen wir?“, fragte eine freundliche Friseurin, als sie mir das Plastikmäntelchen umlegte. „Ich möchte Strähnen“, antwortete ich. „Goldblond wäre gut.“

Kurze Zeit später kam sie mit einer kleinen Schüssel zurück und begann, eine weiße Creme auf meinem Kopf zu verteilen. Das kam mir spanisch vor, aber sie würde wissen, was sie tat, dachte ich.
Damals bekam ich zum ersten Mal die Haare gefärbt und brauchte tatsächlich eine ganze Stunde, um das zu kapieren. Das Blond war aber hübsch, es gefiel mir. Da ich niemand bin, der wegen verschütteter Milch jammert, sagte ich mir: „Ist nun mal so, hör auf zu jammern“, und ließ es von da an alle sechs Wochen nachfärben.

Es ging anfangs nicht immer gut. Einmal bemerkte ich am Morgen nach dem Friseurbesuch im hellen Tageslicht, dass meine Haare dieselbe Farbe hatten wie meine ausgewaschene Jeans: Hellblau. Ein anderes Mal schimmerten sie grünstichig, denn ich war frisch gefärbt im Freibad gewesen. Und wieder ein anderes Mal blätterte die Haut hinter meinen Ohren in großen Schuppen ab. Aber von solchen Kleinigkeiten lässt sich eine Frau wie ich nicht irritieren.

Im Jahre 2000 ließ ich mir dann in einem Anfall von Wahn die Haare in Dunkelbraun färben, weil ich dachte, es wirke seriöser. Das war für mich als Natur-Blondine keine wirklich gute Idee, denn es sah scheiße aus. Ich war zu blass, meine Augen zu blau, und der Farbton wirkte rötlich, statt brünett. Im Grunde hätte ich zusätzlich noch eine komplett neue Garderobe gebraucht, da ich plötzlich Orange und Froschgrün tragen konnte, zwei Farben, in denen ich normalerweise aussah wie beim Auskurieren eines Magen-Darm-Virus. Und alle meine „Blondinen“-Outfits wirkten fade.

Das neue Ich war zeitaufwändig

Zeitaufwändig war dieses neue brünette Ich auch: Schon eine Woche nach dem Färben begannen meine Haare in Aschblond nachzuwachsen, das aber aussah wie Grau. Ich kaufte mir ein paar Tuben Tönung, versaute mindestens 10 Handtücher, färbte aus Unfähigkeit die Kopfhaut mit, und bemerkte entsetzt, dass meine Dusche nach jeder Benutzung aussah wie die Filmsequenz in „Psycho“, in der die Blondine erstochen wird. Irgendwie hatte ich mit braunen Haaren noch mehr Arbeit als zu meiner aschigen Zeit.

„Bitte, mach sie wieder blond“, flehte ich meinen Lieblingsfriseur nach fünf Wochen an. „So einfach funktioniert das nicht“, erklärte er mir bedauernd. „Ich kann sie dir jetzt nicht einfach wieder blond färben, da gehen die Haare kaputt. Wir hellen es nach und nach auf, aber mit knapp zwei Jahren musst du rechnen.“ Es waren verdammt lange zwei Jahre. Kurz vor deren Ablauf schaffte ich es immerhin bis zu einem glänzendhellen Rotton, mit dem ich wirkte wie frisch aus Irland eingeflogen.

Kurz vor meinem 40ten Geburtstag beschloss ich, künftig ein Fitness-Studio aufzusuchen, das taten alle, und ich wollte nicht der faule Sack sein, der sich nicht um seinen Muskeltonus kümmert. Also trainierte ich dreimal wöchentlich  morgens um 7:00 Uhr, denn ich musste nach dem anschließenden Duschen sofort zur Arbeit. Zwei Jahre hielt ich durch. Während dieser Zeit fühlte ich mich so  stark wie der „Hulk“, lief aufrechter und trug bei fast  jedem Wetter ärmellose Klamotten. Dann verpasste ich wegen höherem Arbeitsaufkommen den ersten Termin. „Ach, diese Woche lass ich mal aus, ich hab mir eine Pause verdient“, dachte ich. „Da kann ich auch nächsten Montag weitermachen.“

Das Fitnessstudio sah ich nur noch beim Vorbeifahren

Ich ging nie wieder hin, und ich fand immer neue Ausreden. Zwar zahlte ich noch 10 Monate weiter meine Beiträge, aber das Studio sah ich nur noch beim Einkaufen, wenn ich dran vorbei fuhr.
Zum Ausgleich schaffte ich mir, getrieben von guten Vorsätzen, zuerst ein Rudergerät, dann einen Crosstrainer an. Falls Sie Bedarf haben…

Zwei Jahre später ging das mit den Gelnägeln los. Alle meine Freundinnen hatten welche, also wollte ich die auch. Bis zu diesem Zeitpunkt benutzte ich normalen Nagellack, den ich einmal in der Woche erneuerte. Aber natürlich bekam ich das nie so hin wie zum Beispiel meine Bekannte Sissi, die auf ihren Fingernägeln quasi das Fresko der Sixtinischen Kapelle in Strass auf Acryl spazieren trug. So was musste ich haben!

Da ich zeitlich sehr eingebunden war und keine Zeit für lange Autofahrten hatte, dauerte es eine Weile, bis ich jemanden in der Nähe fand: eine Hausfrau im Nachbarort, die sich nebenbei was dazuverdiente und ein paar Kurse in Nageldesign absolviert hatte. Sie verpasste mir French Manikure. Es war elegant, es sah unglaublich gepflegt aus, und stolz wedelte ich bei Gesprächen fortan mit den Händen vor meinem Gesicht herum, damit es auch jeder sehen konnte.

Niemand hat mich vor „Nebenwirkungen“ gewarnt

Niemand hatte mich vor den „Nebenwirkungen“ gewarnt: An der Kasse im Supermarkt konnte ich weder das Wechselgeld vom Transportband aufklauben, noch die EC-Karte aus dem Fach im Portemonnaie fieseln, weshalb ich dazu überging, der Kassiererin flehend meinen Geldbeutel mit geöffnetem Münzfach oder meine bittend ausgestreckte Handfläche entgegen zu strecken. Die aber legte jedes einzelne Mal wieder mein Wechselgeld mit verstohlenem Grinsen auf das Laufband.

Bis heute habe ich keine Ahnung, wie andere Frauen das mit ihren Nägeln hinbekommen. Ich selbst hatte beispielsweise Probleme damit, eine Bluse auf- oder zuzuknöpfen, denn ich kriegte die Knöpfe nicht zu fassen. Bei der Arbeit vertippte ich mich ständig, weil ich  drei Buchstaben anschlug, anstatt einem. Tippen habe ich nämlich auf uralten mechanischen Maschinen gelernt, auf deren Tastatur man mit dem Hammer hauen musste.

Auch Gartenarbeit war eine frustrierende Beschäftigung geworden. In die üblichen Gartenhandschuhe passten meine langen Nägel nicht rein, Gummihandschuhe machte ich sofort kaputt. Zupfte ich Unkraut mit nackten Händen, sah ich hinterher aus, als hätte ich soeben ein Grab geplündert, ganz zu schweigen von der Mühe, die Nägel mit einer Bürste wieder zu sauber zu bekommen. Mein Leben war  umständlich geworden. Gepflegter, aber umständlich.

Meine Nägel waren dünn wie Papier

Nach eineinhalb Jahren ließ ich die Gelschicht entfernen und erschrak: Die Nägel waren dünn wie Papier geworden. Das können Sie wörtlich nehmen. Sie rissen bei der kleinsten Kleinigkeit bis ins Fleisch, waren am Ansatz entzündet, und ich konnte immer noch keine Bluse zuknöpfen, weil es höllisch schmerzte. Weiß an den Nägeln hatte ich gar keines mehr. Es sah schrecklich aus und ich versteckte die Hände, mit denen ich vor kurzem noch begeistert herumgewedelt hatte, von da an schamhaft unter dem Tisch. Nicht mal mit Nagellack konnte ich das Elend überdecken, dazu waren meine Nägel viel zu kaputt.

Vor einigen Jahren begann der Trend mit den gemalten Augenbrauen. Meist sind sie dunkel und deutlich gezeichnet. Sehr viele junge Frauen tragen sie. Nein. Da mach ich nicht mit, das würde nur schiefgehen, ich kenne mich. Jahrelang ließ ich meine Brauen vom Profi zupfen und färben, aber es kam jedes Mal etwas anderes dabei heraus. Erstens hielt die Farbe nie länger als zwei Wochen, zweitens gerieten die Brauen entweder zu dick oder zu dünn. Wahlweise sah ich aus wie Marlene Dietrich nach einer Sauftour oder Bette Davis in „Wiegenlied für eine Leiche“.

Mein Gesicht pflege ich seit meinem 18ten Lebensjahr konsequent, da las ich nämlich in der „Cosmopolitan“, dass man gar nicht früh genug damit anfangen könnte. Über Jahrzehnte besuchte ich allmonatlich meine Kosmetikerin, die auch ausgebildete Visagistin war, und verließ ihr Studio nie ohne eine prall gefüllte Tüte mit Cremes, Lidschatten oder Lippenstiften, denn sie war nicht nur kompetent, sondern auch geschäftstüchtig.

Den Kosmetik-Termin verpasste ich nie

Nie verpasste ich einen Besuch, denn meine Fee zupfte mir nicht nur lästige Härchen vom Kinn, sie verpasste mir auch nach jedem Termin ein super Make-Up, mit dem ich aussah wie eine Mischung aus Michelle Pfeifer und Sharon Stone, wenn ich mit meinem Tütchen zum Parkplatz wankte. „Wanken“ deshalb, weil das Zeug in der Tüte ein Vermögen kostete. Aber ich gönnte mir ja sonst nix, vor allem keine Kalorien.

Seit meinen jungen Jahren befand ich mich nämlich auf Dauerdiät. Ich sehe mich heute noch mit 19 im Kreis meiner Freunde in der Pizzeria sitzen. Alle aßen, nur ich hatte nichts bestellt und zupfte hungrig eine Peperoni vom Teller meines Nachbarn. Noch heute kann ich Ihnen den Kaloriengehalt aller gängigen Grundnahrungsmittel aufsagen. Die habe ich auswendig gelernt und kriege sie auch nicht mehr aus dem Kopf.

In meinen Vierzigern dämmerte mir schließlich, dass mein Leben stressig geworden war. Zusätzlich zum Vollzeitjob, einem riesigen Garten, Kinderbetreuung, Vereinsleben und häuslichen Pflichten kamen ja regelmäßige Besuche bei Kosmetikerin, Nagelstudio, Friseur, Fitness-Studio, dazu eine Diät nach der anderen. Als gepflegte Frau hat man eben nie Feierabend. Oder genug zu essen.

„Gepflegtsein“ wurde zum Fulltime-Job

Als das „Gepflegtsein“ allmählich zum Fulltime-Job mutierte, erreichten mich plötzlich innerhalb eines einzigen Monats mehrere Hiobsbotschaften. Meine Kosmetikerin wanderte aus und ließ mich sitzen. Das neue Fitness-Studio, in dem ich mich kurz zuvor reuig angemeldet hatte, wurde wegen Insolvenz geschlossen, meine Nägel unter dem Gel entpuppten sich als gesundheitsgefährdend ruiniert, und mein Lieblings-Friseur ging in den Ruhestand. Wer sollte mir künftig die Haare färben, mich beim Trizeps-Training beraten, meine Augenbrauen konturieren, mir teure Cremes ins Gesicht massieren? Ich war erledigt! Nach dem ersten Schock dämmerte mir, dass ich das auch positiv sehen könnte. Es war eventuell an der Zeit, diesen Wahnsinn etwas einzudämmen. Aber das klappte nicht von heute auf morgen.

Als dieser Bann erst mal gebrochen war, ging es schleichend weiter. Nachdem ich mir ein paar nagelneue sündteure Pumps von Prada im Abtropf-Gitter eines Bahnhofs ruiniert hatte, begann ich, öfter flaches Schuhwerk zu tragen. Irgendwann fand ich nämlich keinen ausreichenden Grund mehr für hohe Pumps beim Abholen von Leuten an Bahnhöfen oder beim Schlendern durch den Supermarkt, im Gegenteil. Irgendwann fing ich an, Jeans zu bevorzugen, und trug Kleider, vor allem eng geschnittene, nur noch im Sommer oder zu besonderen Anlässen. Irgendwann begann ich, lange Wintermäntel zu kaufen statt kurze, in denen ich ständig an den Schenkeln gefroren hatte. Irgendwann nahm ich fünf Kilo zu und suchte nicht sofort nach einem Hanfseil oder meldete mich bei den Weight Watchers an, sondern kaufte mir meine Klamotten eine Nummer größer.

Der praktische Stil kam schleichend

Ich rannte auch nicht von einem Tag auf den anderen los mit dem Entschluss, jetzt blindwütig nur noch „praktische“ Klamotten zu kaufen. Die schlichen sich nach und nach in meinen Schrank, weil ich bei jedem Teil heute gründlich überlege, wann ich es tragen könnte, wie oft, und zu welchem Anlass.

Wenn Sie wie ich oben auf einem Berg wohnen und die stark abschüssige Straße vor Ihrem Haus im Winter häufig gefroren ist, bevorzugen Sie vermutlich auch Schneestiefel mit dicken Sohlen. Ich hab jetzt ein hübsches Paar von Armani. Meine Stiefel mit hohen Hacken sind zu „Taxi-Schuhen“ mutiert, die trage ich nur noch, wenn ich höchstens fünf Meter damit laufen muss und dann in ein Auto einsteigen darf. Egal in welches.

Sneaker besitze ich mittlerweile in allen Farben und Formen, vor allem, seit ich mir vorletztes Jahr innerhalb eines Monats an jedem Fuß einen Zeh gebrochen habe, weil ich ganz offensichtlich zu blöd zum Barfußlaufen bin.

Und letztes Jahr besuchte ich tatsächlich ein Straßenfest, für das ich mich vor fünf Jahren noch voll in Schale geworfen hätte, in flachen weißen Sandaletten, Skinny-Jeans und einem langen Leinenhemd. Ist niemandem aufgefallen. Die Augenbrauen färbe ich seit Jahren mit einem speziellen Puder, der wie Lidschatten aufgetragen wird. Meine super coole Friseurin kommt mit dem Trike ins Haus, wenn ich mir das wünsche und macht aus mir wieder eine aschige Blondine. Ich trainiere regelmäßig mit  Hanteln vor dem Fernseher und mache Yoga, dazu muss ich nicht mal vor die Tür. Meine Nägel knipse ich einmal die Woche kurz. Sie sind gesund und in meinen Augen schön.

Designerkleidung kaufe ich immer noch gern!

Zwar kaufe ich immer noch gern Designerkleidung, aber eben funktionelle. Die gibt es tatsächlich. Von guter Qualität müssen die Klamotten sein, das ist mir wichtig. Und ich habe im Laufe der Jahre eine tiefe Abneigung gegen Kunstfasern entwickelt, weil ich jedes Mal eine gewischt kriege, sobald ich den Küchenherd oder eine meiner Katzen anfasse, wenn ich ein Polyestershirt trage. Sobald ich heute eines dieser Blüschen aus durchsichtigem Material durch meine Finger gleiten lasse, schaudere ich, obwohl die teilweise wirklich hübsch aussehen.

Letztes Jahr wollte ich mir eine halbe Stunde vor einem Termin die Zeit vertreiben und betrat die Filiale einer großen Bekleidungskette. Schon nach zwei Minuten standen mir im wahrsten Sinne des Wortes die langen Haare zu Berge. Fluchtartig verließ ich den Laden und habe ihn nie wieder betreten. Ob Sie es glauben oder nicht: Es knisterte da drinnen.

Ja. Ich bin praktisch geworden. Dafür kann ich jetzt aber Kopfsteinpflaster, sandige Kinderspielplätze oder verschneite Wege betreten, ohne Angst davor, mir alle Gräten zu brechen oder mir Absätze von sündteuren Schuhen zu reißen. Ich kann mich über die Tieflühltruhe beugen, und meine Kehrseite bleibt bedeckt. Ich kann mit meiner Freundin ein Restaurant besuchen, mir was bestellen, es tatsächlich essen und dann einen Nachtisch ordern. In den Kleidern, die ich vorher trug, hätte ich nach einem Teller Kraftbrühe genau überlegen müssen, wie tief ich einatme.

Lieber unscheinbar, als unübersehbar!

Vielleicht wird mir nicht unbedingt ein gutaussehender Mann die Tür aufhalten, wenn ich in meinen kackbraunen praktischen Stiefeln schwer beladen ein Geschäft verlasse, aber das nehme ich gern in Kauf. Lieber unscheinbar als unübersehbar, denke ich heute. Mann, war das anstrengend.

Vielleicht sind wir uns schon mal begegnet in letzter Zeit. Ich war die mit der weißen Handtasche. Im Dezember. Ja, ich hab’s tatsächlich getan: etwas Weißes nach September getragen.

Für mich ist das ein riesen Fortschritt. Oh – es klingelt.

Ich hoffe, das ist nicht die Modepolizei…!

Herzlichst,

Ihre Barbara Edelmann

Bildnachweis: stock.adobe.com / Kaspars Grinvalds

Wellness

Graue Tage, Kälte, früh am Abend und morgens noch immer dunkel: Das Wetter nach dem Jahreswechsel präsentiert sich in unseren Breitengraden in den meisten Fällen noch viele Wochen lang trist und unwirtlich. Was liegt da näher, als in dieser Jahreszeit dem Alltag für ein paar Tage zu entfliehen und die Seele baumeln zu lassen? Zumal in den ersten drei Monaten des Jahres oft noch so manche Resturlaubstage verfügbar sind, die gerade von Frauen gern für erholsame Wellness-Auszeiten genutzt werden.

Mit der besten Freundin oder gleich mit der ganzen Mädels-Runde wird sich dann ein schönes Wellnesshotel gesucht und auf geht`s. Wer aktuell auf der Suche nach erstklassigen Häusern in Deutschland ist, in denen es sich fürstlich entspannen und völlig vom Alltag abtauchen lässt, dem möchten wir zwei wunderbare Hotels vorstellen. Das Wellness- und Gartenhotel Heusser im Pfälzer Wald in Bad Dürkheim und das Hotel Romantischer Winkel in Bad Sachsa im Harz.

Beginnen wir mit dem Haus in Bad Dürkheim.

Refugium für Alltags-Auszeit: Wellness- und Gartenhotel Heusser

Im Wellness- und Gartenhotel Heusser erwartet Sie ein wunderschönes Refugium für eine entspannende Auszeit vom Alltag. Das familiengeführte Wellnesshotel mit 93 Hotelzimmern und Suiten liegt inmitten einer asiatischen Gartenanlage. Die Gartenanlage mit japanischem Teehaus, Koiteichen, Bachläufen, asiatischen Statuen und exotischen Pflanzen bietet eine Vielfalt an schönen Nischen, die dazu einladen, die Sinne schweifen und die Seele baumeln zu lassen.

In den schönen Hotelzimmern und Suiten, welche alle über Balkon oder Terrasse sowie eine individuell regelbare Klimaanlage verfügen, lässt man einen stressigen Alltag schnell hinter sich. Den Tag beginnt man hier mit einem ausgiebigen Frühstück vom Buffet, in den Sommermonaten gerne auf der Gartenterrasse, mit dem einmaligen Blick auf das japanische Teehaus.

Hallenbad

Hallenbad im Wellness- und Gartenhotel Heusser

Die schöne WellnessOase erwartet die Gäste mit einer großen Saunalandschaft mit Eisbrunnen, Kneipbecken, Wärmebänken und Wärmeliegen, Infrarotkabine, Dampfbad, finnischer Sauna mit integrierter Salzwand, Edelsteinsauna und einer BioSauna mit Maximusofen. Ein ganz besonderes Highlight in Heussers WellnessOase sind die acht verschiedenen Erlebnis-Ruheräume. Es warten ein Wasserbettenruheraum, ein Ruheraum mit Schaukelnestkörben, ein Entspannungsraum mit Panoramablick in die Rheinebene, ein Raum der Stille sowie vier weitere individuelle Ruheräume mit viel Platz zum Abschalten und Erholen. 

Kleine Snacks im Bistro der WellnessOase

Im Sommer stehen zusätzlich zahlreiche Außenterrassen für ein ausgiebiges Sonnenbad zur Verfügung. Das große Hallenbad mit Zugang zur Liegewiese und ein kleiner Fitnessraum laden zu sportlicher Aktivität ein. In den Nachmittagsstunden werden die Gäste mit kleinen Snacks im Bistro der WellnessOase verwöhnt. Die Snacks und Getränke im Spa-Bereich stehen zur Selbstbedienung bereit und sind in der Verwöhnhalbpension enthalten.

Ein breites Massage- und Anwendungsangebot stehen zur Wahl, so dass der Entspannung im Wellness- und Gartenhotel Heusser keine Grenzen gesetzt sind. Neben klassischen Massagen und Beautytreatments erwarten die Gäste auch ganz besondere Erlebnisse wie zum Beispiel ein Hamam für Träume aus 1000 und einer Nacht und ein Floater für schwerelose Entspannung. 

Heusser

Wellness(t)traum in Reinkultur – hier wird er wahr!

Der Pfälzer Wald und die Weinberge der Deutschen Weinstraße sind vom Hotel aus zu Fuß schnell erreichbar und laden zu ausgiebigen Wanderungen und Ausflügen in die Natur ein. Sehr empfehlenswert ist in diesem Zusammenhang auch der Besuch eines Winzers zur Verkostung der hervorragenden Pfälzer Weine. Das Restaurant Gartenblick lädt mit einem schönen Blick in die Gartenanlage zum kulinarischen Genuss sowie zum Verweilen ein.

Hier verwöhnt das Küchenteam seine Gäste im Rahmen der Verwöhnhalbpension mit leckeren Buffets und einer abwechslungsreichen Küche. Im Anschluss ans Abendessen klingt in der modernen Hotelbar bei einem Cocktail der Abend ganz gemütlich aus.

Wer hier eine entspannte Auszeit genießen möchte, dem sei die Gastfreundschaft der Familien Köhler und Berwing versichert! Alle Informationen zum Wellness-Special für Freundinnen in diesem stilvollen Domizil finden Sie hier.

Romantischer Winkel bietet Wellness-Higlights im Harz

Ein weiteres erstklassiges Haus, das für einen entspannenden Freundinnen-Wellness-Trip wie geschaffen ist, ist das Hotel Romantischer Winkel.

Wer im Romantischen Winkel seine Seele baumeln lassen und dem Köper etwas Gutes tun will, der relaxt in den allerbesten Händen! Denn das traditionsreiche Haus am Südrand des Harzes war immer schon Vorreiter in Sachen Wellness. Bundesweit gehörte das Hotel zu den ersten Häusern, das seinen Gästen einen überaus großzügigen Spa- und Wellnessbereich bieten konnte. Auf 3.500 Quadratmetern finden Erholungs- und Entspannungssuchende alles, was einer Auszeit auf höchstem Niveau gerecht wird. 

Inhaberin hat eigenes Wellness-Konzept entwickelt – es ist preisgekrönt!

Massagen sind ein Teil des RoLigio®-Konzeptes

Zudem hat Nora Oelkers – Inhaberin des Romantischen Winkels – mit Experten ein Wellnesskonzept erarbeitet, das dem Gast auch nach seinem Urlaub eine anhaltende Wirkung bietet. RoLigio®  – so der Name des mehrfach preisgekrönten Konzepts steht für die Verbindung von „Romantischer Winkel“ und dem lateinischen Wort „religare/religio“, was „rückverbinden“ heißt.

Diese Methodik sorgt dafür, dass Gäste auch nach ihrer Abreise eine bleibende Lebensbereicherung erfahren und sich mit einer harmonischen Balance von Körper und Geist dem oftmals stressigen Alltag stellen können.  

Wer jetzt Lust bekommen hat, mit der besten Freundin – oder sogar mit der kompletten Mädels-Truppe – eine schöne Zeit in Bad Sachsa zu verbringen, der sollte sich das Angebot „Mädels unter sich“, die der Romantische Winkel entspannungssuchenden Frauen offeriert, genauer anschauen. Die Offerte ist als „Freundinnen-Auszeit“ konzipiert, wird aber auch gern von Müttern genutzt, die ein paar Tage mit der Tochter entspannen wollen. 

Romantischer Winkel

Stimmungsvoll in Szene gesetzt: Der Spa-Bereich im Romantischen Winkel. Hier lässt es sich erstklassig relaxen!

Rund um den wohltuenden Aufenthalt für neue Kraft und Frische gibt es neben den verschiedensten Wellness-Anwendungen unter anderem auch ein Sektfrühstücksbuffet, ganztägig Obst und Mineralwasser im Wellnessbereich, kulinarische Highlights am Abend, sowie Styling- und Make-up-Tipps in gemütlicher Runde.

Neue Impulse im Rahmen eines kleinen Coachings

Zudem werden den Freundinnen im Rahmen eines kleinen Coachings Impulse übermittelt, die den eigenen persönlichen Beziehungen unterschiedlichster Art neue Wertschätzung verleihen werden.

Daneben bleibt natürlich noch ganz viel Zeit für Gespräche, Spaß und den einen oder anderen Bummel durch das von Jugendstil-Architektur geprägte Bad Sachsa. Das ist „Freundinnen-Quality-Time“, wie Sie sein soll!  

Bildnachweise: stock.adobe.com/Kalim, Wellness- und Gartenhotel Heusser, Hotel Romantischer Winkel
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Bett

Einmal ausschlafen. Oder einfach nur mal durchschlafen. Überhaupt: Schlafen. Dieser Wunsch entsteht wohl bei fast allen Müttern oder Vätern, die erst seit Kurzem ein Kind in ihrem Leben haben! Schlafmangel prägt seit jeher das Leben junger Eltern in der Zeit nach der Geburt des Nachwuchses.

Wohl dem, der dann eine Oma, Geschwister oder andere Verwandte in der Nähe hat, die das Kleine auch mal abnehmen, damit Mama oder Papa (oder beide) einfach mal in Ruhe (aus)schlafen können. Bedingt dadurch, dass heutzutage aber viele Familien nicht mehr am selben Ort wohnen, dürfte es zur Genüge Familien geben, die nicht in den Genuss solcher verwandtschaftlicher Hilfe kommen. Viele setzen auf Freunde oder/und andere Eltern, was auch gut klappen kann, aber nicht muss.

Manche frisch gebackenen Eltern haben keine helfenden Hände in der Nähe

Und dann sind da noch jene Mütter und Väter, die auf gar keine Hilfe im Umfeld zählen können. Sei es, weil die Freunde nicht mehr in der Nähe leben oder man selbst als Paar oder junge Familie berufsbedingt in eine andere Stadt gezogen ist, in der man keinen kennt. Ganz zu schweigen von der Situation in Ein-Eltern-Familien, in denen nur ein Erwachsener die Verantwortung für das Kind trägt.

Für all jene dürfte Schlaf wohl der allergrößte Luxus in den ersten Lebensjahren des Kindes sein.

Ein hippes Hotel in Schottland hat dieses Problem erkannt und bietet einen ungewöhnlichen Service an: Die Verlosung eines kostenlosen Zimmers für Eltern mit Schlafmangel! Dem nicht genug, bietet das YOTEL – so der Name des Hauses – sogar einen Milch-Lieferservice. Das heißt, dass die glückliche Mutter, die ein Zimmer im YOTEL zum Ausschlafen ergattert hat, ihre Muttermilch abpumpen und von einem Boten zum Vater des Kindes oder einer anderen Vertrauensperson liefern lassen kann.

Offerte dürfte ziemlich gefragt sein

So umsorgt kann er dann kommen: Der langersehnte Schlaf! Dass der Run auf diese Offerte groß ist, davon kann man ausgehen. Eltern bzw. einzelne Mütter oder Väter müssen dafür im Vorab dem sogenannten „Sleep Club“ des Hotels beitreten. Unter dessen Teilnehmern werden dann die kostenlosen Nächte für je ein Elternteil verlost.

Eine klasse Idee, die Schule machen sollte! Und die man sogar noch etwas weiterspinnen könnte. Warum könnte nicht hier und da auch ein „Schlafhotel“ für frisch gebackene Eltern eröffnet werden? Vielleicht gesponsert von großen Bettenherstellern? Der Andrang wäre freilich groß und das Angebot wahrscheinlich nie ausreichend. Aber dass irgendwann einmal irgendetwas in dieser Richtung angeboten wird, das wäre fantastisch!

Das YOTEL hat hier eine Vorreiterrolle eingenommen, dem andere Macher unbedingt folgen sollten!

Pamela Schwietzke

Wenn das Gleichgewicht des weiblichen Körpers aus der Balance gerät – dann kann das viele Ursachen haben. Fest steht, dass bei vielen Frauen der stressige Alltag eine Rolle spielt. Hormone im Trink- und Badewasser sowie Umwelt- und Nahrungsgifte tun ihr Übriges. Fühlt man sich auf Dauer überfordert, müde und nicht belastbar, dann liegt definitiv ein Problem vor – der Körper signalisiert es. In solchen Situationen suchen Frauen Pamela Schwietzke (im Bild) auf. Die Heilpraktikerin führt ihre Naturheilpraxis in Berlin und arbeitet mit einer speziellen Hormon Therapie. Diese wendet sie gegen Periodenbeschwerden ebenso an wie gegen seelische Ursachen. Damit tanken die Patientinnen Kraft und können aus sich selbst heraus wieder sehr viel mehr für die eigene Balance tun.

Zudem hilft die von Pamela Schwietzke entwickelte Natürliche Hormon Therapie (NHT) Frauen auch bei unerfülltem Kinderwunsch. Wir haben mit der sympathischen und engagierten Heilpraktikerin gesprochen.

FB: Frau Schwietzke, wann ist Ihnen aufgefallen, dass so viele Frauen im Ungleichgewicht sind – gesundheitlich gesehen?

In meiner Praxistätigkeit ist es mir aufgefallen. Die Symptome von Krankheiten sind vielfältig, doch die Ursachen sind oftmals gleich und ähneln sich auffällig. Wir Frauen müssen uns ja nicht nur nach den Jahreszeiten, Tag und Nacht Rhythmus, Mondphasen, sondern auch noch nach unserem ganz eigenem Monatszyklus richten. 

Stressiger Alltag oft die Ursache für weibliches Ungleichgewicht

Und dabei haben wir ja auch noch mehrere Jobs unter einen Hut zu bringen. Mutter, Frau, Geliebte, Arbeitskraft, Haushälterin, Animateurin,…Da kann Frau schon mal aus dem Ungleichgewicht geraten.

FB: Was sind die Ursachen dafür? 

Die Ursachen aus dem Gleichgewicht zu kommen, sind oftmals geringfügig. Fühlt man sich überfordert, ist geschwächt, übermüdet. So kann dies schon ein Auslöser sein. Oder psychische Probleme, die sich aus der Kindheit schleppen und nie wirklich behandelt wurden, brechen hervor. Hormone in Trink- und Badewasser, Umwelt- und Nahrungsgifte, Stress ganz allgemein, allem gerecht zu werden, 

Krankheiten und Medikamente – jedes für sich kein Problem für einen gesunden Körper. Doch irgendwann kann es nicht mehr kompensiert werden. Die vielen „Kleinigkeiten“, geraten nun zu einem Problem.

Frauen und Kinder jeden Alters kommen in die Praxis

FB: In welchem Alter sind die Frauen, die zu Ihnen kommen?

Meine Praxis ist für Frauen und Kinder jeden Alters. Zur Natürlichen Hormon Therapie war meine jüngste Klientin gerade mal 12 Jahre alt und hatte jeden Monat mit Zyklusbeginn wahnsinnige Bauchschmerzen und Launen. Nach der erfolgreichen Therapie hatte sie keine Schmerzen mehr und die entspannte Situation zu Hause, war für die Mutter eine ernorme Erleichterung.

Meine älteste Klientin ist  75 Jahre alt gewesen. 

FB Sie selbst haben eine natürliche Hormontherapie entwickelt – wie kam es dazu? 

Ich habe festgestellt, dass es nicht „die Eine“ Lösung für scheinbar gleiche Ursachen gibt. Sondern es ist stets das Gesamte zu betrachten. Damit meine ich, sowohl die Klientin in ihrer gesamten Konstitution, als auch die Summe der äußeren Einflüsse. Auch bemerkte ich dabei, dass die Klienten die „Lösung“ bereits in sich trugen, sogar aktiv auf eigene Defizite und Zusammenhänge hinwiesen, aber nicht selbstständig in der Lage waren, sich zu helfen, aktiv zu werden.

Seelisches Ungleichgewicht geht oft mit der Schwächung der hormonellen „Rüstung“ einher

An diesem Punkt setzt meine Hormontherapie an. Denn vielfach geht ein seelisches Ungleichgewicht mit einer Schwächung der hormonellen „Rüstung“ einher. Stärke ich also den Hormonhaushalt über meine Therapie, so helfe ich der Klientin, selbst die Kraft zu finden, sich von den Symptomen zu lösen und an den Ursachen zu arbeiten. 

FB: Wie genau läuft Ihre Hormontherapie ab? 

Beim ersten Termin verschaffe ich mir einen Überblick über die Klientin. Ihre Rolle in der Familie, in Schule und Beruf, ihren empfundenen und tatsächlichen Status in der Gesellschaft. Ich nehme ich mir ausgesprochen viel Zeit. Wir reden nicht nur, sondern ich schaue mir auch die Reflexzonen der Füße an. Hier erkenne ich Blockaden des Organsystems, Verspannungen, sowie die tatsächliche Gemütsfassung. Bereits im ersten Termin zeichnet sich ab, ob die selbst wahrgenommene körperliche Verfassung stimmig ist und sich tatsächlich mit den in den Fußreflexzonen erkennbaren Fehlfunktionen des Körpers deckt. 

Sanfte Massage an verschiedenen Körperzonen

Zum nächsten Termin behandle ich die Zonen des Nackens, des Rückens und des Bauchraums in Form einer sehr sanften Massage. Auch hierbei reden wir miteinander. Zumeist stellen wir gemeinsam Schritt für Schritt fest, dass durch die Behandlung  andere mögliche Ursachen, die bisher völlig außer Beachtung geratenen  sind, ans Tageslicht kommen. 

Diese Massage wiederhole ich dann wöchentlich, bis eine Besserung eintritt. Das kann schon mal 6-10 Wochen dauern, je nachdem wie lange die Klientin schon mit ihren Symptomen lebt.

FB: Mit welchen Beschwerden kommen Frauen zu Ihnen, die sich dieser Therapie unterziehen?

Das ist die ganze Bandbreite. Bei jungen Mädchen sind es vor allem Bauch- und Kopfschmerzen, bei jungen Frauen kommen noch Verstimmungen, Fress-Attacken, Wassereinlagerungen, Zyklusunregelmässigkeiten und Stress dazu.

Verlust der Libido oder Blasenschwäche bei Älteren ein Thema

Bei Älteren besteht oft der Verlust der Libido, Hitzewallungen, Schilddrüsenfunktionsstörungen oder Blasenschwäche.

FB: Sie sagen, dass Ihre Methode auch bei unerfülltem Kinderwunsch helfen kann, inwiefern? 

Ich habe die NHT aus der Fruchtbarkeitsmassage von Birgit Zart entwickelt. Sie hatte mich, wie auch andere Therapeuten,  in ihre wundervolle sanfte Massage eingeweiht, mit der sie schon sehr vielen kinderlosen Paaren zum langersehnten Wunschkind verholfen hat. Diese Fruchtbarkeitsmassage von Frau Zart war für mich ein ganz wesentlicher Auslöser. Ich habe lediglich das „handwerkliche Arbeiten“ am Klienten um verschiedener Elemente aus anderen Therapieformen erweitert. Im Ergebnis leistet die NHT daher deutlich mehr. Denn die jeweilige Kombination der Therapieformen, kann somit sehr fein auf das individuelle Erfordernis abgestimmt werden. 

Kinderwunsch bei Klientinnen schon erfüllt

Und – ja – natürlich ist auch bei Klientinnen in meiner Praxis der Kinderwunsch schon erfüllt worden. Sehr zu meiner eigenen Freude.

FB: Wie äußern sich Frauen, die Ihre Hormontherapie in Anspruch genommen haben – wie sind die Rückmeldungen? 

Also für mich ist es immer das Schönste, wenn meine Klienten nicht mehr wiederkommen. Das klingt zwar jetzt sehr ungewöhnlich, aber wenn die Frauen sich nach einer Therapie nicht mehr melden, stimmt mich das eher froh, denn dann war sie erfolgreich.

Aus dem Rücklauf an Empfehlungen kann ich davon ausgehen, dass ich Ihnen helfen konnte und sie wieder in Balance leben. Ich hatte zumindest noch keine Frau in meiner Praxis, die nach der NHT nicht begeistert war oder ausdrücklich Unzufriedenheit geäußert hätte. Im Gegenteil, die Bereicherung und das Wohlempfinden der Klientinnen ist durchweg positiv, selbst wenn der Behandlungserfolg nicht unmittelbar sofort eintritt. 

Mehr Informationen finden Sie direkt auf der Homepage der Naturheilpraxis von Pamela Schwietzke.

Bildnachweis: Pamela Schwietzke

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Von der Bankkauffrau zur Feng Shui-Beraterin in Singapur und Deutschland: Diesen Berufsweg hat Christine Kronshage aus Taunusstein gemeistert. Erfolgreich! Dass sie sich professionell der Feng Shui-Lehre widmet, ist einem Auslandsaufenthalt zu verdanken, der gerade zu dem Zeitpunkt in ihr Leben kam, als sie eigentlich in den alten Beruf zurückkehren wollte. Es kam – wie so oft im Leben – alles anders und heute ist Christine als Feng Shui-Beraterin erfolgreich. Das Rüstzeug dafür hat sie sich in Singapur geholt – der asiatischen Region, in der ohne Feng Shui-Regeln gar nichts geht. Was dort zum Alltag gehört, wird hierzulande teilweise ins Esoterische transportiert oder als Lifestyle abgetan. Über beides kann Feng Shui-Profi Christine nur mit den Kopf schütteln. Im Interview gibt sie spannende Einblicke in die asiatische Harmonielehre und räumt zudem mit einigen Klischees auf, die ihr diesbezüglich immer wieder begegnen. Interessant ist es auch zu lesen, wie die dreifache Mutter in Asien den Grundstein für ihre heutige berufliche Existenz legte.

FB: Christine, was hast Du beruflich gemacht, bevor Du Dich auf Feng Shui fokussiert hast?

In meinem „ersten Leben“ habe ich als Bankkauffrau bei einer großen deutschen Bank gearbeitet. Zunächst in der Kundenberatung, später dann in Projekten zur Prozessoptimierung. Das war soweit auch alles ganz interessant. Bis ich Ende der 90er Jahre ein Schlüsselerlebnis hatte, als ich für diese Bank 15 Monate in Asien arbeitete. Damals kam ich durch die lokalen Kollegen zum ersten Mal mit Feng Shui in Berührung. 

Durch meiner Arbeitskollegen bekam ich kleine Einblicke in die für mich unbekannte Welt der Chinesischen Metaphysik und erfuhr, quasi am eigenen Leib, dass es möglich ist, die Raumenergie zu beeinflussen um meine Ziele schneller und leichter zu erreichen. Und damit war ich infiziert…

Auslandsaufenthalt war Glücksfall

FB: Mit Feng Shui – so sagst Du – begann ein zweites Leben für Dich. Wie kam das? 

Als wir in 2011 als Familie mit drei Kindern nach Singapur umzogen, hatte ich gerade neun Jahre Elternzeit hinter mir. Eigentlich wollte ich zurück in meinen alten Beruf, doch der Auslandsaufenthalt machte mir einen Strich durch die Rechnung. Heute sage ich: Zum Glück! In Singapur ergriff ich die Gelegenheit, als eine der wenigen Ausländer, das faszinierende Thema Feng Shui an der Universität zu studieren. Und stellte fest, dass es riesige Unterschiede gibt zwischen dem, was ich mir vorher in Deutschland aus Büchern angelesen hatte und dem echten, asiatischen Feng Shui. 

FB: Die chinesische Harmonielehre wird in Asien ganz anders angegangen als in Deutschland. Wie muss man sich das vorstellen? 

Die Grundlagen von Feng Shui sind in der Bevölkerung allgemein bekannt. Kaum eine Familie, die in ihrem Haus nicht auf die wichtigen Kompetenten für Gesundheit, Wohlstand und gute Beziehungen achtet. Feng Shui gehört zum Alltag, fließt bereits in die Stadtplanung ein. Schulen, Bürogebäude, Einkaufszentren, Museen und Konzerthallen – in fast allen Gebäude wird auf gutes Feng Shui geachtet. Umgekehrt wird bei Unglücksfällen oder Umsatzeinbußen schnell ein Feng Shui Master zu Rate gezogen, um durch geeignete Maßnahmen die Energie wieder zum Fliessen zu bringen.  

Fernöstliche Lehre machte glücklich

FB: Was hat Dich persönlich an dieser fernöstlichen Lehre so fasziniert? 

Ganz einfach: Sie hat mich glücklicher gemacht. Seit ich nach diesen Regeln lebe und unser Haus so ein- und ausgerichtet habe, bin ich achtsamer geworden, zufriedener, mein Leben verläuft viel häufiger so, wie ich es mir wünsche. Und das finde ich klasse!

FB: Wann hast Du die Entscheidung getroffen, Dich mit Feng Shui selbständig zu machen?

Eigentlich war das gar nicht meine Entscheidung, sondern die meines ersten Lehrers. „Geh raus und sammle Erfahrungen“ sagte er. „Das ist nicht nur gut für Dich, sondern so kannst Du Dein Wissen teilen und anderen helfen.“ Mit seinem Empfehlungsschreiben in der Hand und ziemlich weichen Knien, stand ich dann irgendwann tatsächlich bei der zuständigen Behörde und bat um die Erlaubnis, ein Geschäft als Feng Shui Beraterin anzumelden. Als Deutsche. In Singapur. Und sie wurde erteilt … und damit war ich „die deutsche Asiatin“ und durfte offiziell als Feng Shui Beraterin unterwegs sein. Und andere Menschen glücklicher machen.

Feng Shui funktioniert einfach – kein Glaube daran nötig

FB: Was ist das stärkste Argument für Feng Shui?  

Es funktioniert. Und man muß nicht daran glauben! Wie oft ich bei uns zu Hause testweise Möbel umgestellt oder Bilder ab- und umgehängt habe, lässt sich gar nicht mehr zählen. Meinen Söhnen und meinem Mann habe ich gewöhnlich nicht vorher erklärt, warum ich dies tue, sondern nur aufmerksam zugehört – oder beiläufig nachgefragt – wenn sie dann in den folgenden Tagen von positiven Ereignissen oder Erfolgen berichtet haben.

FB: Wie siehst Du die esoterische Komponente im Zusammenhang mit dieser Harmonielehre? 

Feng Shui hat nichts mit Esoterik zu tun, ist weder mystisch noch spirituell. Es ist wirklich schade, dass Feng Shui hier teilweise belächelt oder als Humbug abgetan wird. Feng Shui sei „nicht mehr modern“ wurde mir neulich in einer Buchhandlung mitgeteilt. Leider werden tatsächlich viele merkwürdige und teils absurde Praktiken und Formeln verbreitet, die auf Aberglauben oder falschen Übersetzungen basieren. Echt bedauerlich. Das klassische, traditionelle Feng Shui, das auch heute noch im modernen Singapur angewandt wird, hat nichts mit Esoterik zu tun. In Asien ist Feng Shui eine anerkannte Wissenschaft, die logisch aufgebaut ist und auf Natur-Beobachtungen beruht. 

Mehr Harmonie wird oft gewünscht – vor allem in Beziehungen

FB: Was wünschen sich Deine Kunden, für die Du Projekte umsetzt und wie gestaltest Du die Herausforderungen der Kundschaft?

Christine Kronshage

Feng Shui-Beraterin Kronshage

Meine Kundinnen wünschen sich mehr Harmonie, Gesundheit und ein liebevolleres Miteinander in ihrer Familie. Manchmal geht es auch um mehr Erfolg im Beruf oder (für ihre Kinder) in der Schule oder im Studium. Aber meist handelt es sich um Beziehungsprobleme.  Gleichzeitig hängt in vielen Köpfen immer noch der Vorbehalt, das sich durch eine Feng Shui Beratung der gesamte Einrichtungsstil ändern müsste. Dem ist nicht so. Die Prinzipien des Feng Shui lassen sich wirklich in jedem Stil umsetzen. Gutes Feng Shui sieht man nicht – aber man spürt es!

Ich beginne immer mit einem Gespräch und finde dabei heraus, was die Kundinnen sich wünschen. Bei der Wohnungsbesichtigung geht es mir zuerst um eine Balance von Yin und Yang. Bereits während ich die Räume mit meinem Kompass vermesse, fallen mir Unregelmäßigkeiten auf, die ich sofort anspreche. Manchmal entfernen wir spontan kleinere Gegenstände oder Bilder und spüren die Energieveränderung! 

Rasche Lösungen, die nicht zu teuer sind, kommen zum Einsatz

Viele Menschen haben Dekorationsobjekte, Lampen, Bilder oder andere Objekte in ihren Wohnungen, die sie überhaupt nicht mögen. Oder die schlicht und einfach am falschen Platz stehen / hängen. Mit solchen „Kleinigkeiten“ beginnt schon ein Prozeß. Mir ist es wichtig, dass meine Lösungen schnell umsetzbar und nicht allzu kostspielig sind. Vor allem in Mietwohnungen ist es oft nicht möglich, „mal eben“ eine Tür zu versetzen. Und auch neue Wandfarbe ist für manche Menschen mit viel Aufwand verbunden. 

FB: Was für Räumlichkeiten lässt Deine Klientel bevorzugt umgestalten und wo liegen bei Neubauten die Prioritäten in Sachen Feng Shui? 

Vielfach wird Feng Shui im gleichen Atemzug mit Innenarchitektur und Raumgestaltung genannt. Dabei geht es aber eigentlich eher um Optimierung der Energie innerhalb von Räumen. Wir spüren, dass es uns nicht gut geht, machen es allerdings nur selten an den Räumen fest. Ich werde nicht direkt zur Umgestaltung gerufen, sondern um Probleme zu lösen. Dafür schaue ich mir die Räume an. 

Eingangsbereich ist am wichtigsten

Aus Feng Shui Sicht ist der Eingangsbereich am wichtigsten, denn – und das wird leider oft vergessen – die gute Energie kommt von draußen ins Haus. Und die Haustür, die täglich mehrfach geöffnet wird, ist nun mal der Zugang der Energie. Daher sollte der Eingang bereits draußen so gestaltet sein, dass Besucher sich willkommen fühlen. Mülltonnen direkt neben der Eingangstür sind daher keine gute Idee. Eine schöne Fußmatte, eine der Jahreszeit entsprechend dekorierte Haustür, eine funktionierende Klingel, eine schöne Lampe, ein gut lesbares Namensschild, bzw. die Hausnummer, vielleicht sogar noch eine oder zwei schöne Kübelpflanzen und eine Bank – so heißt man die Energie willkommen. 

Negative Energien vermeiden

Auch bei Neubauten ist der Eingangsbereich sehr wichtig. Außerdem wird geschaut, dass der Grundriss so gestaltet wird, dass alle Bewohner ihre positiven Bereiche gut nutzen können. Man versucht, negative Energie weitestgehend zu vermeiden, indem man bei der Platzierung von Treppen, Türen und Fenstern auf die Einhaltung der Regeln des Feng Shui achtet. 

FB: Du arbeitest bundesweit – woran derzeit? 

Mein Fokus liegt auf Einzelberatungen. Im Rhein/Main Gebiet erarbeite ich individuelle Lösungen für meine Kunden vor Ort in ihren Räumen. Außerdem biete ich über die Landesgrenzen hinaus online Beratungen an. Momentan plane ich beispielsweise bei einem Neubau in Österreich mit. Das wunderschön gelegene Grundstück hat einen tollen Blick, ist durch seine Hanglage aber auch eine Herausforderung, der ich mich gern stelle. 

Digitaler Workshop für kleinen Teilnehmerkreis geplant

Um für alle Interessierten gut erreichbar zu sein und das Wissen über Feng Shui zu verbreiten, biete ich in Kürze einen Online-Tagesworkshop an. Bei diesem Workshop arbeite ich intensiv und exklusiv mit einem kleinen Teilnehmerkreis. So kann ich mich optimal auf die Wünsche und Bedürfnisse des Einzelnen konzentrieren. Ziel des Workshops ist es, an nur einem Tag den Energiefluss und damit das Wohlbefinden des Teilnehmers spürbar zu verbessern. Besonders viel Freude habe ich auch bei der Produktion von Videos, die ich gern bei YouTube oder auf meinem Facebook Account veröffentliche.

Weitere Informationen zu Feng Shui und Christines Leistungsspektrum finden Interessierte auf ihrer Homepage.

Bildnachweis: Christine Kronshage

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Frau im Home Office

Von daheim aus arbeiten, sich die Arbeitszeit selbst einteilen können, flexibel sein. Das ist nicht nur ein Modell für Freiberufler und Selbständige, sondern auch für etliche Angestellte in mittleren und großen Unternehmen. Vor allem Frauen nutzen die Möglichkeit, im Home-Office zu arbeiten, rege und gern. Dass hiermit nämlich die Vereinbarkeit von Familie und Beruf besser gegeben ist, ist in den letzten Jahren zu immer mehr Unternehmen vorgedrungen, die nun ihren Mitarbeitern das Arbeiten von Zuhause aus ermöglichen.

Home-Office wird zumeist für bessere Vereinbarkeit von Familie und Job genutzt

Freilich sind diese Firmen noch immer in der Unterzahl, wird gesamtgesellschaftlich um eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Job immer noch gerungen. Vor allem Familienverbände fordern, dass Unternehmen noch viel mehr von diesen Home-Office-Arbeitsplätzen zur Verfügung stellen sollen. Hier übertrifft die Nachfrage das Angebot aktuell um Längen.

Doch parallel zu dem Wunsch vieler (weiblicher) Arbeitnehmer, von daheim aus arbeiten zu können, wird häufig auch Kritik am Home-Office laut. Fundierte Kritik. Damit zielt man aber nicht auf den gemeinen Home-Worker ab, der ja doch zwischendurch die Waschmaschine befüllt und in schlapperiger Jogginghose ungeduscht am Schreibtisch sitzt – dieses Gerücht hält sich, solange es die Heimarbeitsplätze gibt. Nebenbei erwähnt: Diese Verlockungen werden in diversen Web-Gruppen, in denen sich Leute, die im Home-Office arbeiten, austauschen und vernetzen auch immer wieder thematisiert. So mancher gibt freimütig zu, dass er sehr wohl die Waschmaschine nebenher laufen lässt und sich bis Mittag erstmal nur im Bademantel beruflich betätigt. Andere wiederum berichten davon, dass sie es sehr diszipliniert halten, sich ordentlich angezogen und – als Frau – sogar geschminkt an den Heimarbeitsplatz setzen.

So weit, so gut.

Karriere-Expertin sieht im Home-Office etliche Nachteile

Ganz andere Gründe führt nun Petra Rohner von der PR Consulting GmbH ins Feld. Auf dem Karriere- und Vernetzungsportal XING veröffentlichte sie einen Beitrag unter der Überschrift:

„Frauen und New Work: das Homeoffice als Karrierefalle“

Ihre Gründe, die sie im Beitrag nennt, sind nachvollziehbar. So schreibt sie unter anderem:

„(…)Zu Hause arbeiten bedeutet jedoch auch, in vielen wichtigen Momenten in der Firma nicht dabei zu sein. Da Homeoffice noch immer besonders von Frauen beansprucht wird, ist genau dies einer der Schwachpunkte der sonst so guten Entwicklung. Wer zu Hause arbeitet, merkt mit der Zeit, dass viele Themen, die im Team in den Pausen oder über Mittag besprochen werden, an einem vorbeigehen. Von Beförderungen erfährt man oft erst, wenn sie offiziell mitgeteilt werden – sogar wenn man selbst Interesse an der Position gehabt hätte.(…)“

Da ist natürlich etwas dran und nicht erst seit gestern ist bekannt: Im Home-Office arbeiten kann ziemlich einsam sein. Fernab von Kollegen, der Firma und alles was sich in diesem Zusammenhang abspielt, kann es tatsächlich passieren, dass man etwas isoliert wird. Nicht beabsichtigt freilich, aber eben als sich ergebende Konsequenz.

Mancher kennt nur das von Zuhause aus arbeiten

Wobei man hier wahrscheinlich unterscheiden muss, zwischen Leuten, die neu ins Home-Office gehen und Menschen, die es gar nicht anders kennen. Leute, die zunächst in einem Unternehmen und inmitten eines Kollegenkreises, eines Teams, gearbeitet haben, tun sich im Home-Office eventuell tatsächlich schwer und vermissen mitunter die Atmosphäre zwischen Büroflur und Kantine.

Wieder andere, die von Anfang an alleine von zuhause aus arbeiten, kennen es nicht anders und werden wohl auch nichts vermissen. Vor allem viele Freiberufler, die schreiben, konzipieren oder anderweitig geistig tätig sind kennen kein anderes Arbeitsumfeld, als die eigenen vier Wände. Wahrscheinlich ist es auch eine Sache der Gewohnheit.

Für Menschen, die zwar sehr gern im Home-Office arbeiten, sich aber auf Dauer isoliert fühlen, eignet sich deshalb eine Aufteilung der Arbeit sehr gut. So kann beispielsweise von Montag bis Mittwoch in der Firma und Donnerstag und Freitag von zuhause aus gearbeitet werden. Oder umgekehrt. Immer vorausgesetzt, der Arbeitgeber macht mit – klar!

Durch ein solches Modell würde der Draht zu den Kollegen inhouse nicht ganz so arg gekappt und die von Expertin Petra Rohner ins Feld geführten Nachteile lassen sich so ein Stück weit umschiffen.

Home-Office immer auch eine Typ-Frage

Am Ende ist es wohl eine Typ-Frage: Den einen stört es nicht im Geringsten, aus einem Kollegenkreis gänzlich ins Home-Office zu wechseln, während der andere zu dem erwähnten Teilungs-Modell tendiert. Schon immer von Zuhause aus Arbeitenden wird sich die Frage sowieso nicht stellen. Siehe oben. Erfahrungsgemäß vernetzt sich diese Klientel ganz gut, zumeist online. Gerade für Frauen gibt es hierfür im Netz diverse Gruppen, vor allem auf Facebook. Von den Mompreneurs über die Frauen Business Lounge bis hin zu der She preneuer Community gibt es in dem sozialen Netzwerk interessante Gruppen und Communitys für Frauen, in denen auch viele Mitglieder dabei sind, die im Home-Office arbeiten. Hier wird sich untereinander geholfen, mit Tipps versorgt oder auch mal Luft gemacht. Zwar findet alles digital statt, aber nicht wenige Frauen vernetzen sich auch offline, gehen mal einen Kaffee trinken, sehen sich. Eine gute Alternative zu fehlenden Kollegen ist dies gerade für Leute, die es nicht anders kennen, als stets allein zu arbeiten, allemal.

Mann muss es wollen (und mögen)!

Insofern: Es gibt sicher nicht nur DIE negativen oder nur DIE positiven Seiten in Sachen Home-Office. Und es ist garantiert nicht jedermanns Sache, auch klar. Wie bei allem im Leben gilt: Man muss es mögen.

Wer den erwähnten Artikel von Petra Rohner im Original lesen will, hier ist er.

Bildnachweis: pixabay.com

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Rothenburg ob der Tauber

Suchen Sie noch ein Ausflugsziel für den sonnigen Herbst, einen malerischen Ort, an dem Sie bummeln, nach Herzenslust shoppen oder einfach nur die Seele baumeln lassen können? Dann kann ich Ihnen heute ans Herz legen: Lernen Sie Rothenburg ob der Tauber bei Ihrem nächsten Städtetrip kennen. Gleich, ob Sie ein romantisches Wochenende verbringen, sich durch üppige Speisenkarten schlemmen oder einfach nur hemmungslos einkaufen wollen – hier werden Sie auf jeden Fall fündig, denn die Stadt bietet ein reichhaltiges Repertoire an Galerien, kleinen, aber feinen Boutiquen mit handgefertigten Einzelstücken, unzählige Souvenir-Shops, oder den sprichwörtlichen exklusiven „Porzellan-Laden“, in dem Sie endlich eine Untertasse aus Meißener Porzellan erwerben können – gesetzt den Fall, Sie haben eben mal 2000 € übrig, oder Ihre Kreditkarte ist noch nicht zu ausgefranst …

Egal, ob verliebt oder auf Nostalgie-Trip: Rothenburg ob der Tauber begeistert!

Ob Verliebte, Nostalgiker, Souvenirjäger, Feinschmecker oder Wanderer: Jeder findet hier und im angrenzenden Taubertal, was er sucht. Das Tolle an Rothenburg ist außerdem für mich persönlich, dass ich dort hemmungslos einfach nur Tourist sein und sogar wie einer aussehen darf. Niemand stört sich hier an einer vor der Brust baumelnden Kamera, dem ständig gezückten Smartphone, riesigen Sonnenbrillen unter monströsen Hüten (kann man nur im Urlaub tragen…), neugierigen Blicken in romantisch bewachsene Hof-Einfahrten oder verwirrtes Herumtippen im digitalen Reiseführer – die Rothenburger kennen das bei jährlich über 2 Millionen Besuchern alles und nehmen es gelassen.

Aber zuerst einmal ein paar trockene Zahlen: Rothenburg ob der Tauber ist eine mittelfränkische Kleinstadt im Landkreis Ansbach (Bayern) mit knapp über 11.000 Einwohnern. Einen Teil ihrer Berühmtheit verdankt die Stadt nicht nur ihren einzigartigen Baudenkmälern, sondern auch dem sogenannten „Meistertrunk“ aus dem Jahre 1631, als Generalissimus von Tilly – ein katholischer Feldherr (Rothenburg war protestantischund wollte es auch bleiben) – mit 60.000 Mann am 30. Oktober 1631 die Stadt stürmte und den Bürgermeister sowie alle Räte der Stadt zum Tode verurteilte. Einfach so.

Anschließend war das damals allgemein übliche Plündern und Brandschatzen eingeplant, denn Tillys Armee aus rauen Gesellen war für seine Gründlichkeit in diesen beiden Tätigkeiten weithin bekannt. In ihrer Not boten ihm die Rothenburger Ratsherren einen gläsernen Humpen, gefüllt mit 3 ¼ Litern Wein, an, vielleicht um ihn milde zu stimmen. Niemand war wohl mehr überrascht als die verzweifelten Ratsherren selbst, als Tilly den Humpen eine Weile betrachtete und dann meinte, wenn es jemand fertigbrächte, das Gefäß in einem Zug zu leeren, dann würde er die Stadt verschonen.

„Meistertrunk“ machte Rothenburg berühmt

Gottseidank hatte die Stadt damals einen trinkfesten Bürgermeister namens Georg Nusch, der sich freiwillig meldete und es tatsächlich hinkriegte, sich die 3 ¼ Liter in einem Zug hinter die Binde zu kippen. Daraufhin musste Tilly Wort halten und Rothenburg verschonen. Da er, wie erwähnt, mit 60.000 Mannen angerückt war, wäre das Brandschatzen und Plündern wohl ziemlich übel für die Reichshauptstadt Rothenburg und ihre Einwohner ausgegangen, hätte Nusch nicht eine Leber aus Gusseisen besessen. Dieser „Meistertrunk“ wird seit langer Zeit jährlich am Pfingstwochenende mit einem riesigen Fest gefeiert, und wer sich unterm Jahr zur vollen Stunde zwischen 10.00 und 22:00 Uhr am Marktplatz einfindet, kann oberhalb der Rathausuhr beobachten, wie sich zwei Türchen öffnen, in deren Öffnungen zwei Figuren erscheinen, von denen dann eine den berühmten Humpen leert.

Ei

Frühstücksei mit asiatischem Schriftzeichen.

Aber es ist nicht nur der Meistertrunk, der die Menschen anzieht: Wegen seiner größtenteils erhaltenen historischen Altstadt ist Rothenburg bis heute ein Magnet für Touristen aus der ganzen Welt. Auf einem Rundgang über die beinahe vollständig begehbare Stadtmauer treffen Sie Japaner, Amerikaner, Italiener oder Koreaner. Rothenburg ist wahrlich multikulturell. Und es ist einzigartig. Sogar die Frühstückseier begrüßen Sie hier mehrsprachig (siehe Bild).

Rothenburg ob der Tauber fesselte von Anfang an

Seitdem ich im zarten Alter von 20 Jahren eigentlich nur zufällig in dieser Stadt gelandet bin, weil ich mich wie üblich verfahren hatte, ließ sie mich niemals wieder los. Ich habe dort schon in unzähligen Hotels genächtigt, in charmanten Lokalen gespeist, und natürlich von jeder Reise die Rothenburger Spezialität, den sogenannten „Schneeballen“ mit nach Hause gebracht – eine aus Brandteig geformte, in Fett gebackene Kugel – die dann zuhause, eingewickelt in eine fleckige Tüte, vor sich hin trocknete, bis ich sie jemandem andrehen konnte, denn eigentlich sind „Schneeballen“ eine recht staubige Angelegenheit, trotz der Füllung aus Nougat, Marzipan oder Kokosnuss.

Ihnen jetzt hier sämtliche Sehenswürdigkeiten zu nennen, die Ihnen die Stadt bietet, würde den Rahmen sprengen. Ich selbst habe meine absoluten Favoriten in Rothenburg, die ich seit Jahrzehnten bei jedem Besuch ablaufe, wie zum Beispiel die „Schäferkirche“, auch „Wolfgangs-Kirche“ genannt.

Sie wurde im Jahre 1475 zu Ehren des heiligen Wolfgang errichtet und stellt insofern eine Besonderheit dar, weil sie neben den Gebetsbänken in die Mauern eingelassene Schießscharten besitzt. Immerhin liegt die Kirche direkt neben dem Klingentor und bot daher ein gutes Angriffsziel für solche plündernden und brandschatzenden Truppen, wie sie im 30jährigen Krieg leider öfter zu finden waren. Wird Ihnen Herr Tilly gerne bestätigen.

Kirche

Schäferkirche in Rothenburg ob der Tauber.

Im Inneren der Kirche kann man über eine enge Wendeltreppe ins Schäfermuseum gelangen, das einen kleinen Einblick in die Welt dieser Zunft während der Zeit des 30jährigen Krieges bietet. Achtung – die Treppe ist nicht unbedingt etwas für schwache Gemüter. Von der Kirche aus gelangen Sie auch in die Gänge zu den unterirdischen Kasematten oder den Geschützboden. Das ist den Eintrittspreis allemal wert.

Historisches auf Schritt und Tritt

Mein zweiter regelmäßiger Anlaufpunkt sind die unter dem gotischen Rathaustrakt liegenden historischen Gewölbe. Oberhalb, im Erdgeschoss, bietet ein Museum eine beeindruckende Sammlung von Artefakten, Schautafeln und mit Puppen nachgestellte Szenen aus der Zeit des 30jährigen Krieges. Nach diesem informativen Rundgang begeben Sie sich über eine steile steinerne Treppe abwärts in diese finsteren, „Verließe“ genannten, Löcher, in denen manch armer Teufel ohne Licht oder Hoffnung bei Wasser und Brot dahinvegetierte, bis er entweder durch seine Hinrichtung oder einen natürlichen Tod erlöst wurde. Ich tippe aber eher auf Hinrichtung, wie ich das Mittelalter kenne.

Wenn Sie möchten, können Sie sogar eines der Verließe betreten, sich beklommen in der nur von einer spärlichen Glühbirne beleuchteten Kammer mit Steinboden, ohne Fenster oder einen Funken Licht, umsehen und noch einen Hauch der alten Verzweiflung spüren. Wer hier von Schergen auf den Boden geschmissen wurde, für den galt vermutlich der Spruch: „Lasst alle Hoffnung fahren.“

Auch das Kriminalmuseum in der Burggasse (direkt an der Großen Schmiedgasse auf dem Weg zum Rathaus gelegen) ist immer wieder einen Besuch wert und bietet etliche eindrucksvolle Sehenswürdigkeiten wie zum Beispiel eine eiserne Jungfrau, die interessanterweise aus Holz besteht. Im Mittelalter war man recht erfinderisch, wenn es darum ging, Verhafteten ein Geständnis abzupressen, das werden Sie bei einem Besuch des Kriminalmuseums merken. Sie finden dort unter anderem ein originales Richtschwert, sogenannte „Schandmasken“, vermutlich vielbenutzte Daumenschrauben, die komplette Einrichtung einer Folterkammer, oder den sogenannten „Landstreicherstuhl“, auf dem obdachlose Gesellen gerne mal fixiert und gepiesackt wurden, bis sie „freiwillig“ die Stadt wieder verließen. Da war man nicht sonderlich zimperlich.

Keuschheitsgürtel zeugen von alten Ritualen

Meine Lieblings-Vitrine ist die mit der Sammlung von Keuschheitsgürteln, welche mit Sicherheit ihren Zweck erfüllten, wenn der Herr Ritter sich auf einen längeren Kreuzzug begab, („Ich gehe eben mal Zigaretten holen“ war noch nicht erfunden…). Das eiserne Ding wurde abgeschlossen und dann wahrscheinlich der Schlüssel in die Tauber geworfen, denn sicher war sicher.
Und wenn der Edelmann tatsächlich von seinem Kampfeinsatz (mit Plündern und Brandschatzen?) zurückkam, konnte er sich immer noch an den Schmied seines Vertrauens wenden, um die holde Dame zu befreien und neue kleine Edelleute zu zeugen, denn bei einem Durchschnittsalter von 29 Jahren bei Frauen und 32 Jahren bei Männern (wegen der hohen Sterblichkeitsrate bei männlichen Kleinkindern) konnte man gar nicht schnell genug damit anfangen, Nachwuchs zu produzieren. Außerdem starben um die 40 % aller Kinder vor Erreichen der Pubertät. Da war Eile geboten.

Der Keuschheitsgürtel diente aber nicht nur zur Bewahrung des „Eigentums“ des Hausherrn, sondern auch als Sicherheitsmaßnahme vor plündernden und brandschatzenden Horden (ich freunde mich gerade mit diesen Begriffen an…), denn an Ritters Kleinod sollte niemand Hand legen außer dem Ritter. Versteht sich ja von selbst.

Im Freien vor dem Kriminalmuseum, wenn Sie atemlos von den vielen Eindrücken, das Gebäude verlassen, können Sie sich dann in einen echten Pranger begeben, der vor dem Eingang steht, Kopf und Hände durchstecken und sich vorstellen, mit Eiern oder Schlimmerem beworfen und beschimpft zu werden. Heute macht man das elektronisch und nennt es „Shitstorm“, damals ging das alles manuell, war aber genauso effizient.

Untergewichtige Brötchen waren damals ein Strafbestand

Außerdem hängt vor dem Tor für jeden sichtbar der Käfig für die sogenannte „Bäckertaufe“, denn untergewichtige Brötchen wurden seinerzeit als strafbarer Tatbestand eingeordnet und sanktioniert, man höre und staune.

Der betreffende Bäcker wurde in den Käfig gesperrt und ein paar Mal unter Wasser getunkt, bis er glaubhaft schwor (falls er nicht ertrank), niemals wieder zu kleine Brötchen zu backen. Immerhin winkte ihm da nämlich ja sonst das nächste Bad. Auch den Karren, in dem Delinquenten zu ihrer Hinrichtung über die Galgengasse ihre letzte Fahrt antraten, können Sie anfassen und sich die Hoffnungslosigkeit in den Gesichtern der Verurteilten vorstellen, denn es ging zur Hinrichtung. „Lasst alle Hoffnung fahren“, bekommt hier eine neue Bedeutung.

Übrigens liegt in der Galgengasse mein persönliches Lieblingslokal, die Pizzeria „Roma“. Jedes Jahr an meinem Geburtstag gönne ich mir dort Ravioli mit Frischkäse und Salbei, Butter und Parmesan – einfach zum Reinknien. Gegenüber, im Wirtshaus „Butz“, einem Lokal mit gut bürgerlicher Küche, speisen Sie wie ein Edelmann oder mindestens ein honoriger Kaufmann zu moderaten Preisen und sitzen dabei noch in einem herrlich eingewachsenen Innenhof mit ganz besonderem Charme.

Für Henker galten im Mittelalter besondere Regeln

Stadtmauer

In Rothenburg ob der Tauber ist die Stadtmauer begehbar.

Jeder einzelne Stein, jeder alte gemauerte Brunnen, jeder Hinterhof in Rothenburg atmet Geschichte, und solch eine atmosphärische Dichte wie in den verwinkelten Gassen dieser Stadt findet man selten. Spaziert man abends durch die stillen Gassen und ignoriert ein oder zwei geparkte Autos, dann fühlt man sich mit einem Schlag um mindestens 500 Jahre zurückversetzt in eine Welt, wo der städtische Henker in keinem Lokal etwas zu essen bekam, wenn nicht jeder einzelne Gast sich damit einverstanden erklärte. Und nach seinem Besuch wurde sein Geschirr an die Wand genagelt, damit niemand jemals von seinem benutzten Teller äße. Man brauchte ihn, aber man mochte ihn nicht wirklich.

Wie gesagt: Rothenburg ist jede Minute wert, die man sich dort aufhält. Ob Sie in der „Trinkstube zur Höll‘“, einem tausend Jahre alten Gebäude in der Nähe des Kriminalmuseums, einen edlen Tropfen genießen, ob Sie durch den Garten des ehemaligen Dominikanerinnenklosters lustwandeln, ob Sie die Gerlachschmiede direkt an der Stadtmauer besichtigen oder in der gotischen Jakobskirche den Tilmann-Riemenschneider-Altar bewundern – die Zeit ist immer viel zu kurz, um alle Sehenswürdigkeiten zu schaffen.

Auch ein Spaziergang ins Handwerker-Museum ist äußerst lohnenswert, denn dort können Sie auf einer Fläche von zwei eng bemessenen Stockwerken nachempfinden, wie im Mittelalter eine durchschnittliche Familie samt Gesinde lebte und schlief. Alles Kochgerät, der Alkoven des Knechtes, die Schlafstatt der Hausherrn oder der Kinder – ist im Originalzustand erhalten und führt einem das Spartanische dieser Zeit vor Augen.

Während Reichsstadttage verwandelt sich Stadt in mittelalterliches Lager

Rathaus

So gut wie alle Häuser in Rothenburg ob der Tauber sind eine Augenweide!

Letztes Wochenende besuchte ich wieder einmal „mein“ Rothenburg anlässlich der sogenannten Reichsstadttage. Dann verwandelt sich nämlich die gesamte Stadt in ein mittelalterliches Lager. Auf der Straße begegnen Ihnen trommelnde Landsknechte, bunte Marketenderinnen oder sogar, wenn Sie Glück haben, ein Dudelsackspieler oder ein Herold in prächtigem Gewand. Sie werden von prunkvoll herausgeputzten Rittern auf edlen Rössern überholt, können das Lager des Schillingsfürster-Bauernhaufens vor der Franziskanerkirche bestaunen oder der Tanztruppe im Garten der Kirche beim Reigen zusehen – immer wieder ein Genuss, mit wie viel Hingabe und Engagement die Rothenburger Einwohner sich alle an diesem Spektakel beteiligen.

Dieses Mal mietete ich mich im „Goldenen Hirsch“ an der Schmiedgasse ein, der seit nunmehr 350 Jahren Gäste beherbergt.

Das Hotel ist ein besonders geschichtsträchtiges Gemäuer. An einzelnen Zimmertüren weisen Schilder darauf hin, wer schon alles hier logierte, zum Beispiel Willy Brandt, Francois Mitterand, König Maximilian von Bayern (1806) oder Friedrich Karl Ludwig Konstantin, Prinz zu Hessen. Gerade der offene Salon im ersten Stock verströmt einen solch bezaubernden Charme von vergangenem Glanz, dass ich meine Hotelwahl nicht bereute, denn wenn man für einen Moment die Augen schloss, konnte man sich vorstellen, wie hier prächtig ausstaffierte adelige Damen, flankiert von ihren hurtig huschenden Zofen, die Räume bevölkerten und naserümpfend im Salon ihren Tee zu sich nahmen. Selbstverständlich habe ich es mir nicht nehmen lassen, mich in einem der kuscheligen Sessel im ersten Stock des Salons zu fläzen, in dem eventuell sogar schon Willy Brandt seine Zigarette zum Kaffee geraucht hat. Eine schöne Vorstellung.

Aber natürlich war ich nicht gekommen, um mich ausschließlich im Hotel aufzuhalten und so zu tun, als sei ich Frau von und zu, im Gegenteil.

Winziges Fachwerkhaus ist begehrtes Fotomotiv

Der „Goldene Hirsch“ liegt nur 50 Meter vom meist fotografierten Flecken in Rothenburg entfernt, dem „Plönlein“, einem winzigen Fachwerkhaus neben dem Kobolzeller Tor. Selbstverständlich musste ich wieder mal, wie immer, vorsichtig die ausgetreten Stufen hinabsteigen und einen Finger in den Springbrunnen tauchen. Keine Ahnung, warum ich das immer mache. Versuchen Sie es einfach, es hat was.

„Wo wollen wir zuerst hin?“, ist immer die obligatorische Frage, für mich allerdings keiner Rede wert, denn ich muss ganz einfach meinen Abstecher ins Weihnachtsmuseum von Käthe Wohlfahrt machen, wo auf mehreren Etagen ganzjährig Advent herrscht. Schon im Eingang wird man von einem mehrere Meter hohen schneeweißen, geschmückten Christbaum und weihnachtlicher Musik begrüßt (auch im Juli bei 30 Grad im Schatten…) und schlendert dann auf mehreren Stockwerken an Weihnachtsbaum-Deko, Tischdecken, Teddybären, Spieluhren oder edlem Porzellan vorbei. Stellen Sie sich einfach einen riesigen Raum, gefüllt mit unzähligen Körben voller Christbaumkugeln vor. Ich schaffe es wahrlich nie, dort mit leeren Händen hinauszugehen.

Traumhafte Shoppingmöglichkeiten locken

Dieses Mal war es eine Plätzchenschale von Villeroy & Boch, die mir zurief: „Nimm mich mit, bitte!!“. Ich habe sie erhört, man ist ja kein Unmensch. Einen 60 cm hohen Rauschgoldengel habe ich gleichfalls „erlöst“ und bruchsicher verpacken lassen. Im Grunde ist er größer als mein Baum, aber das lasse ich jetzt mal drauf ankommen. Und da es sinnlos ist, sich etwas vorzumachen, bin ich seit letztem Wochenende stolze Besitzerin einer Kundenkarte. Endlich.

Zurück an der frischen, gar nicht weihnachtlichen Luft, steht man wieder vor der Qual der Wahl. Wohin denn nur? Ich jedenfalls muss noch zu „Eigen-Art“ am Markt Nr. 10, einem kleinen ausgefallenen Laden, der handgefertigte Accessoires und vor allem eine ansehnliche Sammlung von Vendula-Bags bietet, schicken, außergewöhnlichen Handtaschen, die in Deutschland nicht ganz einfach zu bekommen sind. Mittlerweile besitze ich zwei. Aber genug des Einkaufens, immerhin war ich ja wegen der Kultur hierher gereist. Nehme ich an…

So viele schöne Ecken, so viele hübsche Läden, so viele Sehenswürdigkeiten und nur ein Wochenende Zeit. Wo fängt man an? Wenn Sie möchten, können Sie eine Tour im Elektromobil machen, das einem Automobil um die Jahrhundertwende herum nachempfunden ist, und wo Ihnen ein beschlagener Führer detailliert die Stadt erklärt und sie dabei CO2-freundlich an alten Gemäuern entlang transportiert. Sehr empfehlenswert sind übrigens auch die „Henker“-Tour oder die „Nachtwächter-Tour“ – Stadtführungen mit besonderem Flair, die Sie ohne vorherige Anmeldung mitmachen können. Jede davon hat ihren eigenen Reiz, und es gibt nach einem opulenten Abendessen schlechtere Methoden, sich die Beine zu vertreten.

Fackelzug in Rothenburg ob der Tauber einzigartiges Erlebnis

Festumzug Ritter

Mittelalterlicher Umzug in Rothenburg ob der Tauber.

Als ich schwer beladen aus dem Weihnachtsmuseum stolperte, blieb aber gerade noch Zeit für einen Cappuccino gegenüber der Franziskanerkirche, denn es war schon wieder tatsächlich Zeit fürs Abendessen und den anschließenden jährlich stattfindenden Fackelzug, bei dem immerhin 27 historische Gruppen mitwirken.

Es war ein Erlebnis: ein Meer von Fackeln, getragen von mittelalterlich gewandeten gutgelaunten Menschen, die endlos an einem vorbeizogen. Ich hörte Dudelsäcke, Zimbeln, Flöten, Trommeln, Gesänge, lautes Lachen – eine ergreifende Angelegenheit, die einen schwupps ins Mittelalter zurückversetzte, wenn man bereit war, sich auf diese stimmungsvolle Zeitreise einzulassen.

Anschließend fand am Rathaus ein Fassaden-Feuerwerk statt, das mit großen Beifall aufgenommen wurde. Später verteilten sich die Menschenmassen und verloren sich in den Gassen und Winkeln der Stadt, bis ein wenig Ruhe einkehrte. Auch ich bettete mein müdes Haupt auf das fluffige Kissen meines luxuriösen Hotelzimmers. Immerhin hat in meinem Appartement laut dem Schild an der Tür Herzog Friedrich-Ferdinand von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg gepennt. Das will schon was heißen. Wer war das überhaupt? Prompt schlief ich todmüde von all den Eindrücken ein und erwachte ausgeruht am nächsten Morgen.

Nur einmal schreckte ich von dem Ruf „Lasst uns plündern!“ hoch, der von der Straße gedämpft ins Zimmer gellte – dann erinnerte ich mich an den Fackelzug und nahm richtig an, dass es sich bei den Schreihälsen um ein paar angeschickerte übriggebliebene „Landsknechte“ handelte, die am nächsten Tag wohl einen rechten Brummschädel haben würden.

Fackelzug in Rothenburg

Der Fackelzug in Rothenburg ob der Tauber ist ein grandioses Erlebnis!

Am nächsten Tag war leider schon wieder die Abreise angesagt, und nach einem letzten ausgedehnten Bummel, einem Besuch bei der Falknerei, die wie jedes Jahr ihren Stand bei der Jakobskirche hat und einem Besuch im Cafe „Lebenslust“, in dessen beinahe mediterran wirkendem Innenhof ich eine sehr angenehme Stunde verbrachte, musste ich mich schweren Herzens auf den Heimweg begeben.

Aber ich verrate Ihnen mal was: Mein nächster Besuch ist schon geplant, am 31.10.2019 habe ich vor, die stillen Winkel und Gassen Rothenburgs erneut unsicher zu machen und eine ganz spezielle „Henkers-Tour“ zu buchen, der Veranstalter bietet nämlich auch vorgetäuschte Enthauptungen an.

Wie ich vorhin schon schrieb: Es gibt schlechtere Methoden, sich nach dem Essen die Beine zu vertreten, und vielleicht buche ich sogar noch ein Gespenst dazu. Wer weiß? Ich würde mich freuen, wenn ich Ihnen eine kleine Anregung für Ihren nächsten Wochenendtrip geben konnte. Wir sehen uns am Plönlein. Oder?

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Frau und verleihen

Gehören Sie auch zu den Menschen, die schlecht „Nein“ sagen können? Willkommen im Club! Viele Jahre lang war ich sozusagen der „Depp vom Dienst“. Egal, ob Sie Hilfe bei der Kinderbetreuung, in stundenlanger Kleinarbeit angerichtete kalte Platten für Partys (zu denen ich nicht eingeladen war), Schlafsäcke fürs Camping oder Arzt- und Besorgungsfahrten brauchten – von mir bekamen Sie es.

Für ein 27seitiges Gedicht, das bei mir „bestellt“ worden war anlässlich der Hochzeit zweier Unbekannter, zu der ich selbstverständlich nicht geladen war, („Du kannst so gut reimen, und ich würde dafür viel länger brauchen“) erhielt ich als Bezahlung ein schiefes Holzbrett zum Zwiebelschneiden, denn der „Auftraggeber“ hatte Beziehungen zu einem Sägewerk, und ihn kostete das Ding nichts. Das Brett besitze ich übrigens heute noch, damit ich nie vergesse, wie billig ich mal gearbeitet habe. Und wie bescheuert ich war.

Ich war allerdings noch nie gut darin, irgendjemandem etwas abzuschlagen und könnte Bücher mit meinen persönlichen Niederlagen füllen. Einmal habe ich beispielsweise mitten in Texas einem chronisch abgebrannten Familienvater einen PC gekauft (Ich war die mit der Kreditwürdigkeit…), weil er mit flehendem Blick schwor: „Wenn du mir diesen Computer schenkst, dann bin ich mein ganzes Leben lang in deiner Schuld.“

Das „Nein“ kommt schwer aus meinem Mund…

Nun – ich hatte keinerlei Interesse daran, dass jemand in meiner Schuld stünde, denn ich wollte hier nur eine Woche Urlaub machen und seine Frau besuchen, also suchte ich nach den richtigen Worten für eine Absage.

Sie haben keine Ahnung, wie sehr sich das „Nein“ anstrengte, aus meinem Mund zu schlüpfen, aber ich war von seinem gequälten Blick so eingeschüchtert (Immerhin handelte es um den Mann einer alten Freundin), dass ich wortlos meine VISA zückte. Bitte sagen Sie nicht, ich sei dumm. Weiß ich selbst.

Mindestens 24 Stunden lang konnte ich anschließend meine eigene Spucke nicht mehr runterschlucken, so sehr schnürte es mir den Hals zu vor lauter Zorn über meine Feigheit. Eine Einladung von anderen Bekannten zum Dinner am selben Tag musste ich deswegen absagen und im Hotel bleiben. Die restliche Zeit verbrachte ich damit, sauer auf mich selbst zu sein.

Diesen treuherzig dreinblickenden Mann habe ich nach meiner Rückkehr nach Deutschland niemals wiedergesehen, da meine Freundschaft mit seiner Frau in die Brüche ging. Vor kurzem erfuhr ich, dass er sich einige Jahre nach meinem Besuch in den Staaten das Leben genommen hat. Das tut mir sehr, sehr leid, denn er war eine liebenswerte Person. Aber immerhin hat diese bedrückende Nachricht meinen Ärger über mich selbst relativiert, so dass ich nichts mehr bereue. Wenn ich dir eine kleine Freude machen konnte, dann ist es gut. Du warst ein netter Kerl, R., und scheinbar habe ich deine traurigen Augen schon damals richtig interpretiert. Mögest du in Frieden ruhen.

Aber zurück zu dem guten alten „Nein“, das ich jahrzehntelang nicht aussprechen konnte. Angefangen hat alles in grauer Vorzeit mit Büchern und Schallplatten – Sie wissen schon: der analoge Kram ohne Hintergrundbeleuchtung oder Nachschlage-Funktion, und die runden Teile aus Polyvinyl, auf die man tierisch aufpassen musste, um sie nicht zu zerkratzen.

Ich liebte schon immer Musik und knappste mir dafür von meinem kleinen Verdienst regelmäßig etwas für eine Schallplatte ab. Man konnte ja nicht, wie heute bei I-Tunes, einen Song probehören und anschließend aufs Handy streamen, nein, wir mussten in den nächstgelegenen Plattenladen – meist verrauchte Buden mit engagierten, aber geistesabwesenden Verkäufern – und dort in Bergen von riesigen Covern kramen. Eine Scheibe kostete um die 20 Deutsche Mark, das war ein nicht zu unterschätzender Teil meines sauer verdienten Gehalts. Dafür verzichtete ich oft auf vieles andere.

Meine kostbaren Schätze wurden stets ausgeliehen

Bei mir zuhause lagerte ich meine „Schätze“ aus Platzmangel dann in einfachen Regalen an der Wohnzimmerwand. Ich besaß ein Sortiment an fluffigen Tüchern zum Reinigen sowie einen gebraucht gekauften Plattenspieler, dessen teure Nadel ich hütete wie Gollum seinen Ring.

Oft saß man mit Bekannten auf dem Sofa, trank ein Glas Wein und hörte Musik. Leider sah bei solchen Gelegenheiten auch jeder, was ich im Regal stehen hatte, das war gefährlich, denn andere waren nicht so dumm wie ich. Die sparten sich ihr Geld für wichtige Sachen, im Gegensatz zu mir.

„Echt? Mike Oldfields ‘Tubular Bells’?”, fragte zum Beispiel T., ein schlaksiger Bursche mit wuscheligen Haaren und verträumtem Blick aufgeregt nach einem Blick in mein Plattenregal. „Die MUSST du mir unbedingt borgen.“ Ich hasse es, wenn jemand behauptet, ich müsste irgendwas…

Es handelte sich um eine sogenannte „Bildplatte“, die war wesentlich teurer gewesen als meine anderen Scheiben. Natürlich wollte ich diese Kostbarkeit nicht herausrücken, aber T. löcherte mich so lange, bis ich zähneknirschend nachgab. In den nächsten Jahren (!) erinnerte ich ihn bei jedem Treffen an die Bildplatte. „Was? Ich soll mir die geliehen haben? Da kann ich mich nicht dran erinnern. Wie sah die denn aus?“, fragte er immer und schüttelte den Kopf.

Wäre er der einzige gewesen, hätte mich das nicht so geschmerzt, aber bei mir entwickelte es sich epidemisch, Dingen hinterherzulaufen, die ich verborgt hatte. Scheinbar war ich die einzige Blöde im Bekanntenkreis, die Geld für etwas ausgab, das andere auch besitzen wollten. Und schwupps, hatte ICH es plötzlich nicht mehr.

Fünf (!) Jahre später bekam ich die Mike Oldfield-Platte zurück: ein zerkratztes Exemplar in zerfleddertem Cover mit aufgerissenen Ecken, und schon gar keine Bildplatte, sondern eine normale. Sie halten mich für nachtragend? Mittlerweile bin ich es wirklich.

Ich war wohl die einzige, die nie widersprach, wenn jemand was wollte…

Mit Büchern lief es übrigens genauso. Viele Jahre kaufte ich dicke Schmöker sogar nach Gewicht, denn ich las unglaublich viel und wollte lange etwas davon haben. Leider bewahrte ich meine Bücher ebenfalls im Wohnzimmer auf. Oberhalb der Schallplatten.

„Oh, du hast was über die psychologische Deutung von Träumen? Das MUSS ich mir anschauen“, behauptete eine Bekannte, schnappte sich das Buch und verschwand. Ich habe es bis zum heutige Tage nicht wiedergesehen. („Ach das? Ich habe es Heidrun geliehen, die wollte es unbedingt auch mal lesen. Sobald ich es zurückhabe, bringe ich es dir vorbei…“).

Sie wollen gar nicht wissen, wie lange das her ist, sonst erschrecken Sie über mein gutes Gedächtnis. So lief das immer: Wenn ich was hatte, kam kurz darauf jemand an und borgte es sich. Manchmal kam ich mir vor wie eine Bücherei oder ein Plattenladen, in dem es alles gratis gab. Für jeden außer mir. Dabei war ich die einzige im Bekanntenkreis, die ganz allein ihre Kohle verdiente, nicht zu zweit. Jeder wusste, wie sehr ich zu kämpfen hatte, um mich finanziell über Wasser zu halten, und welche Entbehrungen ich gelegentlich auf mich nehmen musste, um über die Runden zu kommen. Das juckte aber niemanden, denn scheinbar war ich die einzige, die nie widersprach, wenn man was von ihr wollte.

Die ganzen Geschichten gingen allmählich so richtig ins Geld, und wenn ich die Leute an meine Leihgaben erinnerte, war ich ein „kleinlicher Korinthenkacker mit einer Buchhalterseele“, wie mir mehr als einmal vorgeworfen wurde.

Sträubte man sich, etwas herauszurücken, bekam man zu hören: „Aber das gilt nicht für mich, oder? Wir kennen uns doch schon so viele Jahre! Traust du mir etwa nicht?“

Erst sehr viel später habe ich bemerkt, dass es wesentlich einfacher gewesen wäre, sofort „Nein“ zu sagen, als seinem Kram über Jahre nachzurennen.
Manche lernen eben nur durch Schmerz. Oder durch Nachkaufen.

Die Schnorrer starben auch in moderneren Zeiten nicht aus

Dann kam die digitale Revolution, und mit einem Mal waren meine geliebten Schallplatten unmodern geworden. Die viel kleineren CDs versteckte ich im Schlafzimmer, und als es erst mit dem Streamen losging, war ich erleichtert. Merkwürdigerweise wollte ab dem Aufkommen der Smartphones niemals mehr jemand ein Buch von mir, obwohl ich der ungeliebten Verleiherei mit dem Kauf eines Kindle entgegengewirkt hatte („Tut mir leid, alles digital, ich habe keine Printausgaben von dem neuen Roman von T.C. Boyle, musst du dir selber kaufen“). Ich könnte heute sogar alle meine Bücher mitten im Wohnzimmer zu einer Pyramide stapeln, das würde keinen mehr interessieren. Versuchen Sie heutzutage mal, welche zu verschenken, dafür müssen Sie sogar noch bezahlen. Zeiten ändern sich.

Die Schnorrer starben aber nicht aus, auch nicht, als die ersten PCs in Privathaushalten auftauchten. Einmal besuchte mich ein Bekannter, der wohnte 300 Kilometer entfernt, und gab ganz offen zu, er unternehme gerade eine „Rundreise“ und frage alle Leute, zu denen er kam, ob sie tolle Spiele hätten, die er sich dann kopierte, damit er sich selbst keine kaufen musste. So viel Unverschämtheit machte mich sprachlos, und ich bat ihn, zu gehen. Sie sehen, sogar ich habe meine Grenzen.

Auch bei Kleidung kannten viele meiner weiblichen Bekannten keine Scham. Gefährlich wurde es, als es mir finanziell besser ging, denn wenn ich mir was Neues kaufte – dummerweise in dieselben Größe wie eine gute „Freundin“, die wegen ihrer Vorliebe für teure Urlaubsreisen, ausgedehnte Barbesuche und große Autos ständig abgebrannt war – hatte ich es nicht mehr lange .

Bis heute fehlen mir etliche Designer-Jeans, Ralph Lauren-Shirts, edle Handtaschen („Bitte, nur einen Abend, kriegst sie nächste Woche wieder!“) und sogar eine Armbanduhr von „Dolce & Gabbana“ („Die passt so gut zu meinem roten Kostüm, Himmel, du kennst mich doch und weißt, dass du dein Zeug immer gleich zurückkriegst.“) Falls Sie glauben, ich spreche immer von derselben Person – weit gefehlt. Es waren mehrere sehr auf ihr Aussehen bedachte Damen mit großem Ego und kleinem Portemonnaie.

„Ist das echt?“, fragte eine Freundin hingerissen, als ich ihr stolz einen eben bei Ebay erstandenen Traum aus Tüll, Strass und Perlen zeigte: ein original Ballkleid aus den 50er-Jahren, das ich an Halloween tragen wollte. Ich hatte ein Vermögen dafür hingelegt.

Den Traum von Ballkleid verliehen…

„Das MUSST du mir leihen“, beschwor sie mich. „Wir gehen doch am Samstag auf den großen Faschingsball. Jetzt komm, sei nicht so. Immer hockst du auf deinem Zeug.“
(S. – ein Jahr jünger als ich, gleiche Kleidergröße – Außenstände in Sachwerten bei mir: 14 Bücher, Schallplatten in unbekannter Anzahl, und außerdem so hohe Geldschulden, dass ich mich schämen würde, Ihnen zu gestehen wie viel ich ihr im Laufe der Jahre geborgt hatte).

„Ich weiß nicht“, zierte ich mich aus o.g. Gründen. „Eigentlich hab ich das nur für mich gekauft.“ „Vertraust du mir nicht?“, entgegnete sie sauer. „Jetzt kennen wir uns schon über 20 Jahre.“

Am Ende hatte sie mich rumgekriegt, so wie immer. Also übergab ich ihr mit einem Knödel im Hals, wie damals in Texas, das herrliche Ballkleid mit der Bitte, darauf aufzupassen. Und fragte anschließend ein (!) Jahr lang immer wieder, wann ich es endlich zurückbekäme. Die Antworten lauteten wie folgt:

„Wir müssen es erst waschen, es ist ein wenig schmutzig geworden, und du weißt ja selbst, wie das bei Tüll so ist.“

„Es liegt gerade in der Reinigung. Kann noch dauern.“

„Ich finde es momentan nicht, keine Ahnung, wo ich es hingelegt habe.“

„Mann, bist du kleinlich, das nervt allmählich. Halloween ist doch schon lange vorbei. Als könntest du ohne diesen Fetzen nicht leben, ist ja peinlich.“

Kurz vor Silvester bekam ich dann die grausame Wahrheit serviert:

„Das Kleid ist so kaputt, das können wir dir nicht mehr zurückgeben“, (Lapidare Handbewegung). „Jemand an der Bar neben mir hat scheinbar mit einer Zigarette Löcher reingebrannt. Ich habe es weggeworfen.“ Total gleichgültig klang sie, als spräche sie von einer leeren Plastiktüte oder einem gebrauchten Küchentuch, als wäre es völlig egal, dass ich dieses herrliche Ballkleid gekauft und teuer bezahlt hatte. War ja nur mein Geld.

Ich bin definitiv zu gutmütig!

Das war für mich persönlich der Moment, in dem ich bemerkte: Ich war zu gutmütig. Oder zu blöde. Oder beides. Und ich beschloss, damit aufzuhören, denn ich hatte die Nase voll von Personen, die auf anderer Leute Kosten lebten und sich ihr eigenes Geld sparten, wie zum Beispiel ein Bekannter aus der Schweiz, der allen stolz erzählte, er besäße aus Umweltschutzgründen kein Auto. Außerdem sei jeder, der heutzutage noch ein Fahrzeug auf sich angemeldet hätte, ein rücksichtsloser Idiot.

Merkwürdigerweise war er aber das ganze Jahr durchgehend in ganz Europa unterwegs, wozu er sich dann Autos von Freunden lieh, die diese gekauft hatten, dafür Steuer und Versicherung bezahlten und im Endeffekt die Angeschmierten waren. Die Bahn war ihm nämlich zu unbequem.

Dieses Verleihen funktioniert eigentlich nur, solange es einen Deppen gibt, der alles kauft und bezahlt und einen, der es benutzen will, ohne was dafür zu tun.
Kann mir mal jemand erklären, warum ich immer der Gelackmeierte sein muss?

Irgendwann hatte ich es auf jeden Fall satt. Die Ausreden ebenfalls:

„Echt? Eine Bluray über Havanna? So was interessiert mich doch gar nicht, du verwechselst mich garantiert und hast das jemand anderem geborgt.“
(Nachgekauft)

„Die braunen Wildlederschuhe? Die habe ich dir doch schon ewig lange zurückgegeben. Du solltest echt mal wieder bei dir aufräumen.“
(Nie mehr erhalten)

„Also, das wüsste ich, wenn ich mir von dir einen DVD-Player geliehen hätte. Der müsste ja hier irgendwo stehen.“
(auf Streaming umgestiegen)

„Welches Waffeleisen? Ich backe doch überhaupt nicht?“
(Nachgekauft)

Und, und, und…

Es musste aufhören!

Ich musste damit aufhören. Es war meine einzige Chance. Denn bis auf mein Auto oder meine Tupperdosen hatte ich immer alles jedem geborgt.

Ja – Sie lesen schon richtig. Bei diesen beiden Dingen hört jeder Spaß auf, vor allem bei Tupperware, denn jede Frau weiß, wie viele Tupperdosen sie besitzt, welche Farbe die Deckel haben, und wann sie diese angeschafft hat. So was gibt man nicht her – da verleiht man eher seinen Ehemann.

Kleiner Scherz.

Aber nun kommen wir zur Königsdisziplin des Verleihens: dem Geld. Die Kür unter den Gefälligkeiten, und nur Hartgesottenen zu empfehlen. Sobald Sie ihrem Bekannten aus einer pekuniären Klemme helfen, mutieren Sie mit einem Mal nämlich vom netten Menschen zur Spezies „Gläubiger.“ Und den mag keiner so richtig. Jedes weitere Treffen wird künftig zur Belastungsprobe, denn der riesige rosa Elefant steht grundsätzlich dabei und grinst sich einen. Man bemüht sich, Themen zu vermeiden, die das Wort „Geld“ beinhalten, gefährlich sind auch „Euro“, „Betrag“ oder alles, das beim Schuldner eine Assoziationskette in Gang setzen könnte, die ihm signalisiert, Sie wollten ihn darauf ansprechen, wann er Ihnen endlich die Kohle wieder gibt.

In meinem Leben gab es wahrhaftig schon ein paar heikle Situationen, aber die waren nichts gegen den vorsichtigen Versuch, jemandem ins Gedächtnis zu rufen, dass er mir Geld schuldet und ich es wiederhaben möchte.

In den wenigsten Fällen wird man ja von Personen angepumpt, die ihr Leben auf der Reihe haben. Sollte es sich nur um kurzfristige, überschaubare Engpässe handeln, ist es kein Thema. Aber wer verzweifelt vor Ihnen steht und stottert, dass er nicht weiß, wie den Monat überstehen soll, dem wird es vermutlich in vier Wochen nicht wesentlich besser als heute gehen.

Letztes Jahr wurde ich von einem ehemaligen Geschäftsmann angepumpt, der es immerhin geschafft hat, über viele Jahrzehnte einen aufwändigen Lebensstil zu pflegen, mit Liegenschaften in der gesamten Republik, Golfspielen, Maßanzügen, kostspieligen Damenbekanntschaften und weiten Fernreisen, von denen er sich in seinem Luxus-Appartement in einer noblen Gegend erholte. Nun ist er Mitte 70 und so was von pleite, dass ihm die Obdachlosigkeit droht. Alles verjuckt, wirklich alles. Bis auf ein paar Kaschmirpullis und Poloshirts.

Mit der Rückzahlung des Geldes rechnete ich nicht…

Es ist nicht meine Angelegenheit, zu richten, denn auch ich habe in meinem Leben schon Fehler gemacht, also überwies ich ihm einen Betrag, der mir nicht allzu wehtat, denn ich wusste: Das Geld sehe ich nie wieder. Ich wünschte dem Mann alles Gute und wechselte meine Handynummer. Mit der Rückzahlung des Geldes rechnete ich keinen Moment, und damit liege ich vermutlich richtig.

Bitte halten Sie mich nicht für kleinlich – Niemand sagt was bei einem ausgelegten Kaffee für 2,50 €, oder einem Kino-Ticket, das man online im Voraus bezahlt hat. Das kann ich einem guten Freund mal schenken. Aber bei größeren Beträgen verwende ich mittlerweile Kreditvertrags-Vordrucke aus dem Internet, denn an so was zerbrechen Freundschaften.

Und seien Sie vorsichtig mit dem Satz: „Gib es mir zurück, wenn du kannst, es eilt nicht.“ In den meisten Fällen wird man nämlich beim Wort genommen, und auf Sie wartet eine peinliche Odyssee, an deren Ende SIE sich vermutlich fühlen, als hätten Sie was verbrochen.

„Aus Schaden wird man klug“, lautet ein altes Sprichwort. Leider sagt es einem aber nicht, wie lange so was dauern kann – in meinem Falle entschieden zu lange.

Wissen Sie, was mich heute so richtig freut? Dass ich meinem Ärger endlich einmal Luft machen konnte, denn Ihnen habe ich nichts geliehen. Sie können nicht behaupten, ich sei kleinlich oder eine Buchhalterseele, wie die neuen Besitzer meiner Platten, Bücher, Klamotten, DVDs und elektrischen Geräte. Und jetzt gehe ich in meine Küche und zähle Tupperdosen.

Mit herzlichen Grüßen

Ihre

Barbara Edelmann

Expertin für`s Finanzielle: Christine Aschauer

Haben Sie einen sehnlichen Wunsch, den Sie sich gerne erfüllen würden? Oder einen Kindheitstraum, der noch immer darauf wartet, Realität zu werden? Viele Frauen haben unerfüllte Träume und Ziele. Warum? Immer wieder stoße ich auf Frauen, die sich Ihre Träume schlichtweg nicht erfüllen können, weil das nötige Kleingeld fehlt. Gründe dafür gibt es so einige: familiäre Herkunft, Partnerabhängigkeit, Elternzeit,… – um nur ein paar davon zu nennen.

Fehlendes Geld wirkt sich negativ auf gesamtes Leben aus

Abgesehen davon, dass Sie ohne Geld Ihre Träume und Wünsche nicht finanzieren können, hat fehlendes Geld negative Auswirkungen auf Ihr gesamtes Leben, auf Ihre Entscheidungen und ihr persönliches Wachstum.

3 Gründe, warum ein Mangel an Geld negative Auswirkungen auf Ihr Leben hat

  1. Wachsende Existenzängste
    Was würde passieren, wenn Sie Ihren Job verlieren? Wie lange würden Sie mit Ihren momentanen Ersparnissen über die Runden kommen? Wie lange könnten Sie Ihre Miete oder den Kredit für Ihr Haus bezahlen?
    Haben Sie keinen entsprechenden Geldpolster für diese Themen hinterlegt, werden Sie früher oder später von Existenzängsten geplagt. Die Ausprägung kommt stark auf Ihre Persönlichkeit an. Aus Erfahrung weiß ich, dass im Grunde jeder von uns Existenzängste kennt – manchmal bewusst, manchmal weniger bewusst. Diese Ängste beeinflussen in unserem Unterbewusstsein all unsere Entscheidungen, die wir in unserem Leben treffen (Partner, Job, Karriere, Kinder,…).
  2. Steigende Abhängigkeit
    Haben Sie zu wenig Geld oder das Gefühl, dass Sie mit Geld nicht umgehen können, werden Sie abhängig von anderen Personen. Zuerst sind es Ihre Eltern, die Ihnen lange vorschreiben, wofür Sie Geld ausgeben dürfen und welche Wünsche Sie sich erfüllen dürfen. Später ist es häufig der Partner. Sollten Sie Kredit benötigen, werden Sie wiederum abhängig von Ihrer Bank. Dies führt dazu, dass Sie keine freien Entscheidungen treffen können. Sie werden eingeengt, können sich persönlich nicht entfalten und bleiben unter Ihren Möglichkeiten
  3. Behinderung von Wachstum & Persönlichkeit
    Wann haben Sie das letzte Mal einen Kurs, ein Seminar, einen Vortrag besucht oder in Fachbücher investiert?
    Investition in Ihr Wissen, in Weiterbildung und Persönlichkeitsentwicklung ist das

Wichtigste und Beständigste in Ihrem Leben. Bildung kann Ihnen niemand wegnehmen. Vielmehr noch steigert es Ihren inneren und äußeren Wert und bestimmt Ihr künftiges Einkommen und langfristiges Vermögen. Um in Ihrem Leben voran zu kommen und die Karriere zu verfolgen, die Sie sich wünschen und vorstellen, benötigen Sie das nötige Kleingeld und die Möglichkeit sich persönlich weiterzuentwickeln.

Ganz egal, worin die Ursache liegt, warum Ihnen Geld fehlt – mit schnell umsetzbaren Schritten, können Sie bereits zum Ende des Monats mehr Geld zur Verfügung haben.

Das Geld selbst in die Hand nehmen!

Nehmen Sie Ihr Geld selbst in die Hand! Ihre Existenzängste werden minimiert. Sie werden ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben führen und in Ihrer Persönlichkeit wachsen. Es werden sich neue Türen für Sie öffnen und ihre langersehnten Träume können dadurch Realität werden.

Ich verrate Ihnen heute ein paar Tipps, wie Sie Ihren Herzenswünschen um ein ganz schönes Stück näher kommen und anderen Frauen in diesem Thema 3 Schritte voraus sind.

Haben Sie Lust? Los geht’s:

6 Tipps, die Sie bereits Morgen umsetzen können:

  1. Ausgaben aufdecken – Werden Sie sich über Ihre laufenden Ausgaben bewusst. Häufig sind es die kleinen Dinge, die zusammengezählt am Monatsende einen großen Anteil an Ihren Ausgaben haben. Ein Haushaltsbuch ist hier empfehlenswert, weil es alle Ausgaben strukturiert aufzeigt. Es reicht, das Haushaltsbuch für 3 Monate zu führen. Sie werden nach dieser Zeit bereits ein gutes Gefühl für Ihre Ausgaben haben und wissen, wo Sie sparen können. Mein persönlicher Rat: Schätzen Sie vorab Ihre monatlichen Ausgaben. Sie werden überrascht sein, wie hoch sie tatsächlich sind. Mir ging es genauso. Bei meinem Haushaltsbuch hatte ich das geschätzte Budget für auswärts Essen bereits nach 2 Wochen aufgebraucht. Bei anderen Ausgaben war es ähnlich. Da war noch sehr viel Monat ohne geplantem Budget übrig.
  2. Ausgaben reduzieren – Wenn Sie einen guten Überblick über Ihre Ausgaben haben, ist es ein Leichtes über mögliche Einsparungen nachzudenken. Notieren Sie sich Ihre Einsparungspotenziale schriftlich, so erhalten Sie mehr Verbindlichkeit. Handys und unnötige Versicherungen – immer wieder sind wir „überversichert“ – sind Kostenpositionen, auf die Sie besonders Augenmerk legen sollten. Decken Sie dadurch Ausgaben auf, von denen Ihnen überhaupt nicht bewusst war, dass es sie gibt und eliminieren Sie diese. Achten Sie auch auf kleine Positionen, denn in Summe können diese einen wesentlichen Einfluss auf Ihr Vermögen haben.
  3. Spar-Rate festlegen – Sie kennen Ihre monatlichen Einkünfte und Sie wissen mittlerweile besser über Ihre Ausgaben und Sparpotenziale bescheid. Nun können Sie Ihre monatliche Sparrate festlegen. Diese zweigen Sie am besten bereits am Anfang des Monats ab und überweisen den Betrag auf ein eigenes Sparkonto. Sie werden erstaunt sein, wie schnell Sie es schaffen werden, höhere Summen als bisher zu sparen. Werden Sie Ihre eigene Schatzmeisterin!
  4.  Bewusstsein schaffen – Werden Sie sich bewusst, wofür Sie Geld ausgeben möchten. Tun Sie es nicht aus Gewohnheit oder weil Ihr Umfeld sich gewisse Dinge leistet. Seien Sie ehrlich zu sich selbst. Gönnen Sie sich lieber jene Dinge, die Sie in Ihrem Leben vorwärts bringen, mehr Einkünfte schaffen oder die Sie sich sehnlich wünschen.
  5. Ziele festlegen – Setzen Sie sich Ziele, die Sie in Ihrem Leben erreichen möchten. Halten Sie diese schriftlich fest um Verbindlichkeit zu schaffen. Überlegen Sie sich anschließend, wieviel Geld Sie für die Erreichung Ihrer Ziele benötigen. Wichtig: nicht umgekehrt! Zuerst über Ihre Ziele nachdenken und erst im Anschluss über das notwendige Geld.
    Schränken Sie sich hier nicht durch Ihre aktuelle finanzielle Situation ein. Seien Sie kreativ und hören Sie auf Ihr Bauchgefühl. Jetzt ist der beste Zeitpunkt über Ihre Zukunft nachzudenken und wie Sie diese gestalten möchten.
  6. Finanziell weiterbilden – Auf Sie warten interessante Blogs, Bücher und Veranstaltungen über Möglichkeiten zum Vermögensaufbau. Viele Frauen schreiben und halten Vorträge zu diesem Thema um Finanzen und Geld anderen Frauen zugänglicher zu machen. Haben Sie keine Scheu vor Börsen und Aktien. Halten Sie sich an gewisse Grundregeln und der Aktienmarkt wird positive Überraschungen für Sie bereit halten. Sie wären nicht die erste Person und insbesondere auch nicht die erste Frau, die vorher keine Ahnung über Finanzen und Vermögensaufbau hatte und nach kurzer Zeit fasziniert ist von diesem Thema.

Haben Sie Vertrauen – Leben Sie ein selbstbestimmtes Leben und Ihre Träume und Herzenswünsche werden Wirklichkeit!

Schauen Sie auf sich!

Zur Person:

Christine Aschauer hat sich ihr Know-How in mehr als 15 Jahren Organisationsentwicklung und im strategischen Management erfolgreicher, international tätiger Unternehmen erworben. Heute lässt sie ihr Wissen bei jungen, engagierten Selbständigen und Unternehmern einfließen und schöpft dabei aus einem vielfältigen Erfahrungsschatz, den sie sich bei Einblicken in unterschiedlichste Branchen angeeignet hat. Diesen weiterzugeben ist der engagierten Österreicherin ein Herzensanliegen.

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Bildnachweis: by Botagraph