Ein Gastbeitrag von Manuela

So viele Jahre habe ich keinen Sport gemacht und entsprechend auch einige Kilochen zugelegt. Ich bin Mitte Vierzig und irgendwann an den Punkt gekommen, wo ich aus dem eigenen Wohlfühlbefinden heraus das starke Bedürfnis hatte, abzunehmen.

Etwas runder zu sein, stört mich so im Alltag nicht, ich hasse Diäten und Sport eigentlich auch. Aber was tun, wenn die Sachen nicht mehr passen, schöne Markenkleidung noch dazu?

Als ich irgendwann nämlich meinen Hosenknopf nur noch mit Mühe zubekam (bei der letzten Hose, die mir passte) und ich mit einem schon fast schmerzhaft einschneidenden Hosenbund den Tag überstehen musste, stand für mich fest: „so und nicht weiter“.

Wie den Sport in den Alltag integrieren?

Allerdings stand ich vor zwei Problemen:

in Sachen Sport kommen für mich – vor allem aus gesundheitlichen Gründen – nur sehr leichte Sportarten in Frage und zwar Schwimmen und Walken.

Das war das erste Problem – diese Eingeschränktheit. Das zweite: ich habe in meinem Alltag so gut wie keine zeitlichen Kapazitäten, Sport zu integrieren. Zumindest keinen, der damit einhergeht, dass ich ein Fitness-Studio oder eine Schwimmhalle besuche. Zwar gab es solche Einrichtungen in meiner Nähe – aber mit so grottenschlechten Öffnungszeiten, dass ich das vergessen konnte.

Dass etwas Sport aber sein muss, stand für mich fest, schon deshalb, weil ich ein Genussmensch bin und sehr gerne esse. Natürlich hatte ich mir auch hier vorgenommen, etwas zurückhaltender zu sein, aber um ein wirklich gutes Ergebnis in Sachen Gewichtsverlust zu erzielen, war für mich ein wenig Sport unabdingbar.

Aber wie das Ganze nun umsetzen?

Nun – der Zufall kam mir zur Hilfe. Durch eine Nachbarin erfuhr ich, dass in meinem Ort einmal wöchentlich ein Gymnastikkurs stattfindet. Obendrein zu einer Uhrzeit, die ich ermöglichen konnte und zudem nur wenige Schritte von meinem Zuhause entfernt. Das hatte ich vorher nicht gewusst!

Ich meldete mich sofort an und stieß schon bald zu der Sportgruppe dazu, die aus einigen Frauen aus der Umgebung bestand.

Eine versierte Physiotherapeutin leitete uns mit Pilates-Übungen an. Ich als Neuling schaffte – ehrlich gesagt – manche Einheit überhaupt nicht, zu sehr machte mir die jahrelange Sportabstinenz zu schaffen. Aber ich merkte dennoch, dass die Übungen was für mich waren, mir guttaten, auch wenn ich die Erste war, die außer Puste kam. Eine ganze Stunde musste durchgehalten werden, es kam mir vor wie eine Ewigkeit!

Am Schluss gab mir die Übungsleiterin einige Blätter mit Übungen für daheim mit. Am nächsten Tag war natürlich nicht daran zu denken, dass ich Gymnastik in den eigenen vier Wänden machte, denn ich hatte einen tierischen Muskelkater!

Sanft und moderat – nur nicht übertreiben!

Erst drei Tage später machte ich mich daran, sanft einige Übungen durchzuführen. Und wenig später war schon die Woche rum und die nächste Übungsstunde im Ort stand auf dem Plan. Diesmal konnte ich schon besser mithalten, obgleich ich natürlich noch immer schnell aus der Puste kam!

Aber ich blieb dran und machte daheim weiter. Gerade mal zweimal die Woche, mehr nicht, aber mit der Zeit bemerkte ich eine neue Leichtigkeit an mir.

Ich hatte auch essenstechnisch etwas umgestellt – allerdings nur auf FDH, das berühmte „Futtere die Hälfte“! Hinzu kam der wöchentliche Gymnastiktermin im Ort, den ich nie versäumte.

Nach wenigen Monaten schon waren einige Kilos weg – um die fünf Kilo, um genau zu sein.

Private Übungen meist besser als Diäten, Fitness-Studio & Co.

Meine Entscheidung, ein wenig Sport zu integrieren und mich beim Essen etwas zu mäßigen, war goldrichtig. Meine Klamotten passten mir wieder und mein Wohlfühlgefühl stieg immens. Und das mit dieser zeitlich geringen Investition, ganz ohne Bücher von vermeintlichen Diätgurus, Diäten, Workshops, Wunder-Crash-Abnehmkonzepten & Co.

Zudem dankte mir mein Körper die moderate sportliche Betätigung mit einer neuen Geschmeidigkeit. Das Gefühl, meine Knochen seien eingerostet, verschwand schon nach kurzer Zeit und heute, wo ich konsequent darauf achte, sowohl in meiner Sportgruppe als auch daheim kräftigende Übungen für Bauch, Beine und Po in Eigenregie durchzuführen, habe ich das Gefühl, in einem elastischeren Body zu wohnen.

Für mich ein wahnsinnig tolles Körpergefühl, das ich behalten möchte. Auf diesem Niveau! Mehr muss nicht, zu mehr habe ich auch keine große Lust.

Und da ich mir vorstellen kann, dass es eine Menge Frauen gibt, für die Sport so überhaupt nichts ist und schon gar nicht die Mitgliedschaft in einem Sportstudio, habe ich mir die Freiheit genommen, über diese – meine – persönliche Erfahrung zu schreiben. Vielleicht macht es ja dem einen oder anderen weiblichen Sportmuffel mit zu engen Hosen Mut, dem Körper zumindest etwas Beweglichkeit zu gönnen.

Seien Sie versichert: es lohnt sich!

Bildnachweis: pexels.com

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