Samstag, 6. Juni, 2020

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Ich liebe meine Familie, aber sie geht mir manchmal auf die Nerven! – Gastbeitrag von Kira Liebmann

Ja – auch trotz der Coronakrise…! Ich liebe meine Kinder und meinen Mann, aber ich brauche sie keine 24 Stunden um mich. Ich finde nicht die Erfüllung meiner Tage darin, mich rund um die Uhr NUR um die Belange der Kinder zu kümmern. Auch wenn ich mit Leib und Seele Mama bin. Mir macht Homeschooling nicht wirklich Spaß, auch wenn ich mit Herzblut Vorträge für Jugendliche halte!

Ich möchte nicht der Dauer-Animateur meiner Kinder sein, im Internet nach den neuesten Lernmethoden schauen und mich neben Home Office, Lernen, Haushalt und Arbeiten noch zum perfekten Pädagogen und Lerncoach ausbilden – im Selbststudium. Ich wünsche mir, auch mal alleine zu sein, faul zu sein und nichts zu tun. Ich möchte in Jogginghose auf der Couch liegen, mir GZSZ anschauen, ohne das Gefühl zu haben, ein schlechtes Vorbild zu sein!

Ich wünsche mir, in Ruhe mit einem Buch in die Badewanne zu gehen, ohne dass alle 3 Minuten jemand hereinkommt und mich fragt, ob ich wisse, wo er (oder sie) das Buch, den Stift oder das Telefon hingelegt hat.

Die meisten Eltern hatten selber Mütter, die sich aufgeopfert haben

Hat Ihre Mutter sich auch für die Familie aufgeopfert oder hat sie sich für ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse stark gemacht? Viele Eltern sind mit Müttern groß geworden, die all ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse hintenangestellt oder gleich ganz aufgegeben haben. Dieses Bild prägt sich natürlich ein. 

Ich kann mich gut erinnern, dass meine Mutter nie darauf geachtet hat, was sie braucht, sondern nur darauf, was wir Kinder und ihr Mann brauchen könnten. Das hat dafür gesorgt, dass sie irgendwann mit starken Depressionen zu kämpfen hatte. 

Selbstfürsorge ist nicht immer das, was wir von unseren Eltern gelernt haben 

Schon ohne die aktuelle Ausnahmesituation sind sehr viele Eltern darauf aus, dass es den Kindern gut geht. Doch die wenigsten achten im selben Maß darauf, dass es einem auch selber gut geht! Sie können aber dauerhaft nur so viel Kraft geben, wie sie selber haben. Die natürlichen Pausen in denen die Kinder in der Schule sind, sie arbeiten gehen oder ungestört zuhause sind, fallen bei den meisten aktuell weg.

Zu Zeiten von Ausgangsbeschränkungen und Kontaktsperren ist es deshalb umso wichtiger, dass Sie sich Ihre Kräfte gut einteilen. Sehen Sie Ihre Energie wie ein Konto an. Wenn Sie mehr abheben als einzahlen, sind Sie irgendwann dick im Minus und das kostet Zinsen. 

Mit der Energie verhält es sich wie mit einem Konto. Sie können nur das kostenfrei ausgeben, was als Guthaben vorhanden ist. Alles andere kostet Sie Zinsen. Wenn Sie nun dauerhaft mehr Energie ausgeben als Sie selber haben, dann zahlen Sie Zinsen in Form von Erschöpfung, schlechter Laune, Streit, Aggression, Wut oder gestresst fühlen. Dies wirkt sich natürlich auch auf Ihre Familie aus. 

Es muss sich nicht alles 24/7 um die Kinder drehen – Sie sind auch wichtig!

Anfangs kann es sein, dass sich das komisch anfühlt. Vielleicht haben Sie sogar ein schlechtes Gewissen dabei. Doch das ist nicht nötig. Nehmen Sie sich Ihre Kinder als Vorbilder. Die meisten Kinder wissen was sie brauchen und fordern das auch rigoros ein. Da sind Kinder die besten Coaches für die Eltern. Fangen Sie langsam an. Nehmen Sie sich zuerst 15-20 Minuten am Tag für sich Zeit. Diese Zeit verbringen Sie ausschließlich mit Dingen, die IHNEN guttun. Wenn das klappt, steigern Sie gerne auf 30-60 pro Tag. Das ist ok! Geben Sie sich und ihrer Familie Zeit, sich daran zu gewöhnen, aber bestehen Sie auf Ihre Auszeiten. 

Sie werden sehen, wie gut das tut und wieviel Einfluss das auf viele andere Lebensbereiche hat. Selbstfürsorge kann man lernen. Sobald Sie das vorleben, lernen Ihre Kinder diese Fähigkeit von ganz alleine und damit geben Sie einen wertvollen Schatz fürs Leben weiter. Zudem: Kinder machen nicht immer das was Eltern sagen, aber sie tun fast immer das, was Eltern tun.

Zu mir:

Mein Name ist Kira Liebmann. Ich bin Familiencoach und Motivationscoach.

Ich habe bereits mit über 100.000 Jugendlichen und Eltern live gearbeitet und habe all dieses Wissen in einen Onlinekurs gepackt.  

„Einfach motiviert als Teenager“ vermittelt Jugendlichen einprägsam und verständlich, wie man glücklich wird, wie man sich richtig Ziele setzt, wie man sich motiviert und seine Stärken herausfindet, wie man mit Freude lernt und sich selber aus Stimmungstiefs holt. 

Mehr dazu finden Sie unter www.kiraliebmann.de/teenager-masterclass

 

Bildnachweise: Kira Liebmann, stock.adobe.com / glisic_albina

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