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Paar

Was tun, wenn man sich als Paar sehnlichst ein Kind wünscht, es aber nicht klappt? Nicht wenige Männer und Frauen, die verheiratet sind oder zusammenleben, weichen dann auf einen Samenspender aus. Die wenigsten Paare allerdings werden es wohl so handhaben, wie es Schauspielerin Viola Wedekind („Sturm der Liebe“) und ihr Mann (mittlerweile der Ex) getan haben. Sie suchten per Tinder einen Samenspender.

Tinder: Bislang nicht als Plattform für Samenspender bekannt

Als Plattform für Singles ist das Portal in aller Munde, dass jedoch dort nach einem Samenspender gefahndet wird, ist neu. Die rechtliche Situation bezüglich eines anonymen Samenspenders ist in Deutschland heikel. Viele Paare und auch Singlefrauen mit Kinderwunsch weichen deshalb zumeist ins unkompliziertere Ausland aus. Insofern ist es schon erstaunlich, dass eine Schauspielerin, wie Viola Wedekind, die ja einen gewissen Bekanntheitsgrad hat, ausgerechnet über eine Datingplattform einen Mann für diese gewisse Aufgabe gesucht hat. Ob ihr damaliger Ehemann, Jaques Breuer, da wirklich hundertprozentig zugestimmt hat?

Denn der Schauspielerin ist passiert, was nicht hätte passieren dürfen: Sie hat sich in den so gar nicht anonymen Samenspender verliebt, ist schwanger von ihm und lebt jetzt mit ihm zusammen. Laut gala.de heißt der Neue Michael Fischer und ist Lehrer. Der einstige Gatte hatte das Nachsehen, die Liebe war – laut Angaben der Schauspielerin – stärker. Dabei hatten die beiden mehrere zehntausende Euro investiert, damit Viola Wedekind schwanger wird. Doch künstliche Befruchtungen und vorherige Samenspenden haben nichts genützt. Ob die vorhergehenden Samenspender anonym waren oder ebenso reale Männer, ist nicht bekannt.

Auf einmal hat es gefunkt!

Fakt ist, dass der Wunsch des Paares, durch fremden Samen ein Kind zu bekommen, gescheitert ist. Wedekind verliebte sich in den Tinder-Mann, es prickelte. Auf gala.de heißt es zum Kennenlernen des Lehrers über Tinder:

„Es hat sich dann nicht nur darauf beschränkt. Wir hatten eine Kennenlernphase, in der mehr entstanden ist.“

Für die TV-Frau lief das Ganze außer Kontrolle, denn am Ende stand die Trennung von Ehemann Jaques Breuer an. Doch wer ist schon gegen starke Gefühle gefeit? Schnell wurde die 41jährige vom neuen Partner schwanger, verlor jedoch das Kind. Jetzt jedoch hat es geklappt – im Herbst erwarten Viola Wedekind und Michael Fischer ein gemeinsames Baby. Im Netz posiert die Schauspielerin hochschwanger. Wie der einstige Ehemann auf die Bilder reagiert, ist nicht bekannt. In Zeiten von Instagram & Co. muss er das aushalten, obgleich Wedekind aufgrund der Vorgeschichte der beiden ein wenig Medienzurückhaltung sicher besser zu Gesicht gestanden hätte.

Aber wie heißt es so schön in der Welt der Stars, Sternchen und Serien-Darsteller? „The Show must go on!“

Mehr zum Thema Samenspende und wie das juristisch mit einem Samenspender hierzulande ausschaut, finden Sie hier.

Bildnachweis: picture alliance

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Liebeskummer-Beratung

Liebeskummer – schlägt er zu, hebt sich die Welt aus den Angeln und man ist von jetzt auf gleich kaum mehr handlungsfähig. Die Standleitung zur besten Freundin – ja, das bekommt man noch hin und diese Menschen sind meist auch die ersten Retter in der seelischen Not. Doch es ist für nahestehende Menschen bei Liebeskummer kaum möglich, professionell zu agieren. Zumal die oder der Leidende im Herzschmerz stets dieselben Themen zur Sprache bringt. Eine Endlosschleife, die oft auch mit einem belastenden Kopfkino bei den Betroffenen einhergeht. Freunde oder Familienmitglieder kommen hier schnell an ihre Grenzen. Vor allem, wenn sich der Herzschmerz hartnäckig festsetzt.

Spätestens hier sehen viele Betroffene ein, dass fachkundige Unterstützung von Experten hilfreich sein kann und wenden sich an einen Liebeskummer-Coach. Mittlerweile gibt es von diesen professionellen Helfern in der emotionalen Not eine ganze Menge und das bundesweit. Kurzfristig erreichbar und für den Klienten da, gehen diese Berater den Kummer mit ihrem Know-How an und sorgen dafür, dass die Lebensfreude zurückkehrt. Dabei kommen bei den Liebeskummer-Coaches verschiedene Methoden zum Einsatz. Wie die aussehen können und welche Herangehensweisen helfen, den fiesen Herzschmerz loszuwerden, schildern nachfolgend fünf Liebeskummer-Beraterinnen bei uns. Die porträtierten Coaches kommen aus den unterschiedlichsten Regionen Deutschlands und haben uns Auskunft über ihre Arbeit gegeben. An Herzschmerz Leidende können somit sichergehen, dass adäquate Hilfe zumeist ganz in der Nähe zu finden ist. Lesen Sie selbst:

„Wut bei Liebeskummer als Energiequelle nutzen“

Die Methode der systemischen Familientherapie steht bei Bianca Bontempo im Mittelpunkt. Die amtsärztlich geprüfte Heilpraktikerin für Psychotherapie, DGSF (Deutsche Gesellschaft für Familientherapie) zertifizierte systemische (Familien)Therapeutin und Life-Coach arbeitet mit Klienten in Berlin. Ihren Focus legt sie bei akuten Krisen der von Liebeskummer Betroffenen auf das „innere Team“. Bei dieser Methode, die aus der Familientherapie stammt, schaut die Expertin darauf, welche Persönlichkeitsanteile durcheinander gekommen sind und woher das kommt. Dabei legt Bianca Bontempo ihr erstes Augenmerk auf die Ohnmacht und die Trauer, mit denen ihre Klienten bei Liebeskummer konfrontiert sind.

Bianca Bontempo

Bianca Bontempo hilft Liebeskummer-Betroffenen in der Hauptstadt.

 „Die Gefühle sollen ihren Raum bekommen, man darf erstmal emotional alles rauslassen“ gibt Bianca Bontempo einen Einblick in ihre Arbeit. Damit wirft sie auch ein Schlaglicht auf ein Gefühl, das wohl jeder kennt: Wut. Diese kann sich auch in Form von Rachegedanken manifestieren. Auch diese haben ihre Berechtigung, solange es nur in Gedanken geschieht. Es kann auch helfen, diese in einer Coaching-Session einfach mal frei heraus zu verbalisieren. „Diese Wut im Zusammenhang mit Liebeskummer gibt Energie, man sollte sie dazu im positiven Sinne nutzen, unter anderem um das Leben wieder neu aufzustellen“ konstatiert die Fachfrau. Und führt bei ihrem Coaching stets auch die Frage ins Feld, was denn für die Klienten wichtig wäre, wenn sie ihr Leben mit 70 Jahren betrachten?  

„Lebensvisionen zusammen mit dem Coach zu entwickeln, hilft“ sagt Bianca Bontempo und weiß, dass diese Strategie auch bei anderen Lebenskrisen nützlich ist. Ihr Coaching nehmen längst auch (junge) Männer in Anspruch. Vorbei die Zeiten, als Hilfe in Form von Liebeskummer-Beratung ein reines Frauenthema war. Das dürfte nicht zuletzt am Online-Dating liegen. Hier vergessen viele Partnersuchende ihre gute Kinderstube, was häufig Herzeleid beim anderen, der das Dating im Web offen und ehrlich angeht, verursacht. Aber egal, ob Liebeskummer offline oder online ausgelöst wurde – zur Bewältigung desselben spielen auch persönliche Vorlieben mit rein. 

„Der eine macht eine Weltreise, der andere igelt sich erst einmal daheim ein“ berichtet Bianca Bontempo. Man sollte erstmal das tun, was einem gut tut und ablenkt. Bei einer Liebeskummer-Beratung werden auch die eigenen Ressourcen und die innere Stärke herausgearbeitet. Der Fokus des Klienten liegt auf dem ICH, eigene Bedürfnisse und Selbstfürsorge. Im Ergebnis führt das dazu, dass Schritt für Schritt die Lebensfreude zurückkehren kann. Kontakt: bontempo-psychotherapie.de

Neue Wege mit geheilter Seele gehen

Seelenheilung ist für Bewusstseinstrainerin Anja Schönborn eine wichtige Komponente im Liebeskummer-Coaching.

Wer bei Liebeskummer professionelle, einfühlsame, tiefgründige und mediale Hilfe sucht, ist bei Anja Schönborn genau richtig. Denn sie holt Sie mit Ihrer liebevollen Art da ab, wo Sie jetzt stehen! Die Kombination ihrer Arbeitsweise ist einzigartig und bringt seit fast 30 Jahren unzählige positive Rückmeldungen von begeisterten Kunden. Krisen sind als Hinweis des Lebens zu sehen, um die innere Einstellung und damit die Richtung zu ändern. Das ist das Credo der Bewusstseinstrainerin. „Liebeskummer ist eine Form der Trauer“ sagt Anja Schönborn. „Man betrauert auch sich selbst und die verlorene Lebensvision.“

Aus ihrer Erfahrung heraus weiß sie, dass in Kennenlernphasen und in bestehenden Beziehungen die Anfangs-Warnsignale oft überhört und verdrängt werden. „Die anfängliche Hormonelle Großhirnvergiftung und die tiefe Sehnsucht nach Ankommen in der Partnerschaft, lassen uns Dinge in Kauf nehmen, die zwar der Seele dienlich sind, aber einem ebenbürtigen, harmonischen Miteinander im Weg stehen“ konstatiert die Expertin. Somit arbeitet sie mit ihren Klienten darauf hin, sich erst einmal selbst neu zu erfinden und durch das Wissen um den Seelenplan, die Sprache der verschiedenen Ich-Anteile für den Alltag und die Partnerschaft zu nutzen. 

Interessant ist dann auch, sich den Seelenweg des (Wunsch-)Partners anzuschauen! Wo sind unsere Triggerpunkte? Warum hat uns das Leben zusammengeführt? Wie kann ich durch kleine Veränderungen  eine bessere Partnerschaft leben? Was macht es mit meinem Partner, wenn ich so bin, wie ich bin?  Anja Schönborn umschreibt ihre Herangehensweise mit einem einzigen Satz: „Wenn der Verstand versteht, kann die Seele in die Heilung gehen und neue Wege kreieren!“

Kontakt: anjaschoenborn.de

Mit dankbaren Gefühlen den Herzenskummer loslassen

Gisela Berg hat für ihre Klienten ein Selbstliebe-Coaching entwickelt.

Ein eigener, starker Liebeskummer war für Gisela Berg der Grund, sich dieser Thematik beruflich zu widmen. Die Heilpraktikerin und psychologische Beraterin aus Hamburg setzt in ihrem Coaching darauf, Zeuge der jeweiligen Geschichte, die zum Liebeskummer führte, zu werden. Das heißt: reden, reden, reden.

„Das nimmt den Druck raus und meine Klienten wechseln in die Beobachter-Rolle“ spricht Gisela Berg aus Erfahrung. Kompetent in Reiki-Übungen integriert sie in ihre professionelle Hilfe auch solche fernöstlichen Methoden, um die Energie-Frequenz der oder des Liebeskummer-Geplagten zu erhöhen. „Viele Menschen distanzieren sich dann von ihrem Liebeskummer und können so Informationen besser aufnehmen und verarbeiten“ erläutert die Expertin dieses Vorgehen. Da ihre oberste Priorität darin liegt, die betroffenen Personen wieder handlungsfähig zu machen, hat sie ein spezielles Selbstliebe-Coaching entwickelt, das den Klienten zum Beispiel hilft, das Kopfkino auszuschalten. Oder sich wieder gesünder zu ernähren, um so Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen. All` das gehört zur Neuausrichtung des eigenen Lebens nach dem schmerzlichen Herzeleid und ist das A und O des Coachings bei Gisela Berg.

Hierin integriert sind auch Reisen zum inneren Kind, die bei den meisten Klienten ein tiefes Mitgefühl mit dem eigenen ICH auslösen. All das führt dazu, dass sich unter Liebeskummer leidende Menschen wieder selbst in den Mittelpunkt des eigenen Lebens stellen. Auch Dankbarkeit, Vergeben und Loslassen spielen dabei eine große Rolle. „Ich erinnere die Menschen daran, wofür sie dankbar sein sollten. Und Dankbarkeit führt direkt ins Herz“ führt Gisela Berg aus und verweist darauf, dass dankbare Gefühle und dankbare Gedanken das Gehirn umprogrammieren und die Betroffenen den Herzenskummer somit leichter loslassen können.  Kontakt: beziehungstherapie-hamburg.de 

Den Trennungsschmerz mit Kinesiologie und Hypnose angehen

Silke Ludwig

Silke Ludwig hat sich auf Kinesiologie und Hypnose spezialisiert.

Geht der Partner fremd, ist der Liebeskummer oft groß und Frauen, die betroffen sind, melden sich bei Silke Ludwig in der Praxis. Die Expertin bietet Liebeskummer-Coaching in Isernhagen nahe Hannover an und hat sich hier auf Kinesiologie und Hypnose spezialisiert. „Wenn Menschen verlassen werden, kann aus Liebeskummer schnell eine Depression entstehen“ spricht die professionelle Beraterin aus Erfahrung und verweist darauf, dass an Herzschmerz Leidende in Japan Sonderurlaub in einer solchen Stress-Situation bekommen.

In Deutschland gibt es das bekanntlich nicht, weshalb Expertinnen, wie Silke Ludwig, gut zu tun haben. „Weinen, shoppen, naschen, exzessiv fernsehen – das ist bei Liebeskummer alles okay“ sagt Silke Ludwig und berichtet davon, dass beste Freundinnen bei dieser Art von Schmerz oft überfordert sind. „Freundschaften werden bei Liebeskummer oft überstrapaziert“ ist sich die Fachfrau sicher. Als Expertin für Trennungsschmerz weiß sie, wovon sie redet. Die meisten ihrer Klienten möchten in diesem Zusammenhang ausführlich über ihren Liebeskummer reden und können in ihrer Praxis ihr Herz vollends ausschütten.

Davon machen auch Männer oft Gebrauch. „Männliche Zeitgenossen überhören IN der Beziehung oftmals jegliche Warnsignale, entwickeln sich aber NACH der Beziehung und überstandenem Liebeskummer in ihrer Persönlichkeit immens weiter“. So fasst Silke Ludwig die Erfahrung mit Männern in ihrer beruflichen Tätigkeit zusammen. Dass sie viele ihrer Klienten durch Krisen adäquat begleiten kann, liegt unter anderem auch an der Kinesiologie, die sie in ihrer Praxis anwendet. Hierbei werden negative Körperemotionen aufgespürt und der daraus resultierende, im Körper abgespeicherte Stress, der Blockaden verursacht, aufgelöst.

Mit Hypnose wiederum erreicht die Expertin, die auch Paare in einer Versöhnungsphase begleitet, dass verschiedene Ängste aufgelöst werden können. Vielfältige Möglichkeiten also, um dem verhassten Herzeleid Paroli zu bieten und zu neuer Stärke zu gelangen. Dazu passt auch das Credo von Silke Ludwig, dem wohl viele ihrer Klienten erst im Rückblick zustimmen können: „Jede Krise ist eine Chance“! 

Kontakt: www.kinesiologie-isernhagen.de, www.expertinfuertrennungsschmerz.de, www.kommunikations-leine.de

Nach dem Herzschmerz durch innere und äußere Schönheit strahlen

Sandra Damke

Empathisch und sehr einfühlsam gestaltet Sandra Damke in Minden ihr Coaching.

„Komm nicht auf Scherben zu stehen“ zitiert Sandra Damke, Heilpraktikerin für Psychotherapie und Expertin für gebrochene Herzen, eine bekannte Songtextzeile.

In ihrer Praxis in Minden, Nordrhein-Westfalen, bietet sie insbesondere für Frauen in emotionalen Krisen ein umfassendes Coachingangebot an, welches lösungsorientiert und tiefenpsychologisch wirkt. Mit viel Herz und Empathie kümmert sie sich auch um die Wiederherstellung des nach Trennungen oftmals verletzten Selbstwertgefühls. Ihr Klientel besteht vorwiegend aus weiblichen Zeitgenossinnen, die professionelle Unterstützung vor allem nach Trennungen benötigen.

In den hellen und freundlichen Räumlichkeiten bei Sandra Damke nehmen aber auch viele Liebeskummer-Geplagte Platz, die schlechte Erfahrungen im Bereich Online-Dating gemacht haben. Nicht selten verursacht diese Art der Partnersuche schon in der erweiterten Kennenlern- oder Beziehungsauftaktphase Liebeskummer. Neben den therapeutischen und psychologischen Ansätzen bietet die Liebeskummer-Expertin auch Beratungen im Bereich Farb- und Stilberatung an. Gerade in der abklingenden Phase des Liebeskummers lassen sich Frauen von ihr gern rund um den weiblichen Look coachen. Nicht selten geben schon kleine Stiländerungen oder eine neue Friseur einen Schub neuer Lebensfreude. Ihren Coaching-Stil fasst die sympathische Mindenerin folgendermaßen zusammen: „Ich verhelfe Frauen zu einem Leben in innerer und äußerer Schönheit, weil wir es uns das wert sein sollten“. Kontakt: heilpraxis-liebeskummer.de

„Liebeskummer gehört zum Leben dazu“

Coach Frau Dr. Berle

Ist in München und Stuttgart präsent: Life-Coach Dr. Berle

Als Life-Coach ist Dr. Fiona Waltraud Berle in München und Stuttgart vertreten. Sie sagt: „Liebeskummer gehört zum Leben dazu und ist deshalb auch Thema meiner Arbeit “. Viele ihrer Klienten kommen ins Coaching, weil es im Beruf hakt. Probleme im Beruf, sind laut Dr. Berle meistens Selbstwert-Probleme im sozialen und kommunikativen Kontext. Diese Thematik wirkt sich entsprechend auf alle Beziehungen und auch die Liebe in Paarbeziehung aus – und macht den Kummer. Die Expertin sagt: „Je stärker, selbstbewusster, ganz bei mir und authentisch ich als Mensch bin, desto leichter lassen sich Konflikte lösen. Ganz gleich, ob im Beruf oder in der Liebe“.

Die meisten Menschen steckten, sagt sie aus ihrer beruflichen Erfahrung heraus, in Bedürftigkeits-Beziehungen. „Krückstock-Beziehung“ nennt Dr. Berle das mit einem drastischen Bild: „Es ist, als würde jemand mit einem linken amputierten Bein sich zusammentun mit einem, der ein rechtes amputiertes Bein hat und so humpelt man gemeinsam durch`s Leben“. Dass das auf Dauer nicht gut gehen kann, ist klar und so trennen sich viele solcher Paare irgendwann.

Oft geht das mit schwerem Liebeskummer einher, weshalb sich die Klienten an die Fachfrau wenden. Unter dem fiesen Herzweh leiden aber auch Menschen, die im schnelllebigen Online-Dating an den Falschen geraten sind und sich nach professioneller Hilfe umschauen.

Kontaktieren diese Frauen oder Männer Dr. Berle, so führt diese ihre gesamte Autorität und Kraft ins Feld, um ihre Klienten davon zu überzeugen, zunächst einmal das eigene ICH zu sehen und sich auf sich selbst einzulassen. Hier zu neuer Stärke zu gelangen, ist der Schwerpunkt ihres Anti-Liebeskummer-Coachings. Den Klienten verhilft sie so zu einem neuen Selbstvertrauen, mit dem man bei sich selbst ankommt. Aus Liebeskummer-Qual wird Freiheit. Wer frei ist statt liebe- und hilfe-bedürftig findet auch den richtigen Partner. Denn Liebe gedeiht unter Gleichen, nicht unter Bedürftigen. Kontakt: dr-berle.de

Bildnachweise: Dorothee Elfring, Silke Ludwig, picture people, Anja Schönborn, BEAUTYSHOTS DAS FOTOSTUDIO//, Sandra Damke, pixabay.com

Se Frentzen

Geburtstage, Jubiläen, Junggesellinnen-Abschiede – so vieles wird hierzulande gefeiert. Aber eine Scheidung? Das ist für viele noch Neuland. Nicht aber für Se Frentzen. Die sympathische Unternehmerin aus Nordrhein-Westfalen (im Bild zweite von rechts) hat sich auf Scheidungspartys spezialisiert und der Erfolg gibt ihr recht. Ausschlaggebend war ein Stück weit auch ihre eigene Scheidung, die sie – als sie nach langer Zeit durch war – als Befreiung empfand. Sie zelebrierte den neuen Lebensabschnitt mit einer eigenen Party und stellte fest, dass auch andere geschiedene Frauen so ticken wie sie und die amtliche Trennung gern feierlich begehen würden. Und weil das so ist, hat Se für die Ex-Bräute und deren Party mittlerweile alles im Angebot, was dem Start in das Single-Leben so richtig Schwung gibt. Vom Make-up-Artisten über die individuelle Scheidungsrede bis hin zur Limousine: Agenturchefin Frentzen lässt die einstigen Bräute auf ihrer Scheidungsparty Königinnen sein. Dass da auch die Location stimmen muss, versteht sich. Im Interview berichtet Se über ihre pfiffige Geschäftsidee:

FB: Se, Ihre eigene Scheidung liegt schon ein paar Jahre zurück. Wie haben Sie das Ende dieses Lebensabschnitts gefeiert?

Mit einer großen Party! Da sich mein Scheidungstermin wie Kaugummi in die Länge“ gezogen hatte, konnte ich alles bis ins kleinste Detail planen. Ich wählte meine Lieblings-Location, bestellte ein Menü für meine Gäste, es gab eine offizielle Einladung mit dem Vermerk für den Dresscode (white), der Saal wurde geschmückt und mit vielen Ballons dekoriert. Alles in weiß. Und vieles mehr…

Eine Scheidungsparty war 2005 noch ungewöhnlich

Meine Freunde und Familie warteten ungeduldig auf mich, denn eine Scheidungsparty war damals (2005) neu für alle und sie waren gespannt und aufgeregt. Wichtig war mir, dass ich an diesem Abend mein Brautkleid zum zweiten Mal „ausführte“. Ich fand es sehr passend und außerdem musste ich mir keine Gedanken um ein Outfit machen. Ich wollte meinen Neuanfang feiern – und ehrlich gesagt wollte ich gefeiert werden. Positiv durchs Leben gehen, durch mein neues Leben. Nach vorne schauen und das alte Leben hinter mir lassen. Diese Party war mein Neuanfang!

Se Frentzen

Se organisiert ihre Partys bundesweit.

FB: War das der Start für Ihre Agentur FINALLY DIVORCED?

Nicht ganz. Im Laufe der Jahre ergaben sich zwei Scheidungsfälle in meinem Bekanntenkreis. Hier durfte ich die Organisation der Feierlichkeiten übernehmen. Mir gefiel die Aufgabe. Ich hatte Spaß, meine Ideen umzusetzen und die Feier so schön es ging, auszurichten. Während der Vorbereitungen fielen mir noch mehr Ideen ein.  Ich hatte so viele Ideen – teilweise auch sehr außergewöhnliche Einfälle. Ich merkte, dass ich alles umsetzen konnte und fing an, alles zu dokumentieren und erstellte mir ein Konzept. Nun hatte ich ein Ziel vor Augen: Mein Ziel war es, Menschen, deren Ehe gescheitert war, mit einer Scheidungsparty den neuen Weg zu „pflastern“.

Es gab auch reichlich Kritik, was meine Geschäftsidee betraf, denn viele waren der Meinung, dass eine Heirat  immer noch  ein einmaliges Ereignis ist und für immer dieses Versprechen eingehalten wird. Nun – „bis dass der Tod uns scheidet “- dafür gibt es keinen Garant. Sicherlich wäre der Tod die denkbar einfachste Möglichkeit einer Scheidung. Doch was, wenn wir unseren Ehering vorher „verlieren“?

Alles mögliche wird gefeiert – warum nicht auch die Scheidung?

Wir feiern ständig einen neuen Lebensabschnitt! Sei es eine Geburt, Geburtstage, Hochzeiten, Abitur, ja – sogar der Tod wird „ gefeiert“. Eine Scheidung ist auch ein neuer Lebensabschnitt und sollte  gefeiert werden.

FB: In welcher Stimmung befinden sich die Frauen, die zu Ihnen kommen? 

Deko Scheidungsparty

Auf der Scheidungsparty wird nichts dem Zufall überlassen – die Deko stimmt von A bis Z

Die Frauen, die mich aufsuchen, haben das Kapitel Ehe abgeschlossen und möchten ihren Neuanfang mit einer Scheidungsparty feiern. Da sind die seelischen Wunden definitiv verheilt!

FB: Wie planen Sie die Scheidungsparty für die jeweilige Kundin?

Die Planung ist ganz individuell. Wichtig ist, dass ich mich dem vorgegebenem Budget anpasse.

Je nach Wunsch kann ich die Feier in verschiedenen Räumlichkeiten ausführen, wie zum Beispiel in der Lieblings Bar, im heimischen Garten, oder in einer exclusiven  Location (z.B. Rooftop Bar).  Bei dem persönlichen Gespräch halte ich nicht nur die Planung, wie die Farbe der Dekoration, Menü oder Buffet, Songauswahl für den DJ etc. und den Ablauf der Party fest, sondern der Mensch, meine Auftraggeberin, ist der wichtigste Punkt. Ich erfahre auch viel über die Person – privates, viele lustige Ereignisse,  über ihre Ehe und warum es zur Scheidung gekommen ist. Diese Gespräche sind sehr wertvoll. Vor allem richte ich die Scheidungsrede, die ich für meine Auftraggeberin halte, nach ihr.

Make-up, Hairstyling und Limousinen-Service – der Ex-Braut fehlt es an nichts!

Auf Wunsch steht der Ex-Braut an Ihrem unvergesslichen Tag ein Make-up Artist, sowie ein Hairstylist zur Verfügung. Ein professionelles Fotoshooting, Limousinen-Service, Scheidungstorte, Scheidungsring, Highlights wie Tänzerinnen oder Magier, Feuerwerk – alles ist machbar und garantiert eine unvergessliche Scheidungsparty!

FB: Wie muss man sich das Event vorstellen?

Im Grunde ähnlich wie bei einer Hochzeit- das einzige was fehlt ist der ( Ex) Mann – er landet meist „geköpft“ auf der Scheidungstorte! Ich empfehle bei den Einladungskarten einen zusätzlichen Vermerk zu einem strengen  Dresscode – nur in weiß !

FB: In was für einem Umfeld wird gefeiert? Eher daheim oder in außergewöhnlichen Locations?

Es ist unterschiedlich. Ich kann eine unvergessliche Scheidungsparty im eigenen Garten ausrichten, oder auch in einer Top-Location. Ich richte mich nach den Wünschen meiner Auftraggeber und dem Budget.

FB: Wie sieht das „Drumherum“ bei einer Scheidungsparty aus? Gibt es Torte? Eine Ansprache? Wie läuft das ab? Und was trägt die Auftraggeberin?

Auf der Scheidungsparty

Auf der Scheidungsparty lässt FRAU es krachen

Die Ex Braut trägt an diesem Abend ihr Brautkleid. Sie eröffnet die Party mit einem Tanz. Im Anschluss folgt eine Scheidungsrede. Diese Rede ist persönlich für die Ex Braut und sehr bedeutsam.
In der Scheidungszeremonie wird der Ex- Braut ein Scheidungsring angesteckt. Dann möchte die „ Braut „ auch endlich aus ihrem „alten“ Kleid heraus und zieht sich um.

Brautkleid wird auf Scheidungsparty vernichtet

Anschließend wird das Brautkleid vernichtet. Es wird ausgiebig gefeiert und auf Wunsch gibt es Showacts , ein Feuerwerk etc.

Später wird die Scheidungstorte angeschnitten. Meist ist es eine Torte, die in der Mitte durchtrennt ist –  könnte auch durchaus passieren,  dass sich der Ex-Mann mit auf die Torte geschlichen hat…!

FB: Da Sie ja einen umfassenden Einblick in das Thema „Trennungen“ haben – bekommen Sie mit, aus welchen Gründen Paare sich trennen? Gibt es einen Grund, der Ihnen immer wieder begegnet?

Sehr oft ist die Begründung, dass man sich auseinandergelebt hat. Gründe, wie Vertrauensbruch und häusliche Gewalt sind leider auch Tatsachen, warum sich Paare trennen.
Einmal habe ich als Grund gehört, dass die Geburt des Kindes zur Trennung geführt hat. Das hat mich so sehr beschäftigt, dass ich mich wochenlang damit auseinandergesetzt habe. Ich habe mich im Laufe der letzten Jahre speziell auf das Thema Trennung/ Scheidung konzentriert und muss feststellen, dass die meisten Ehen an fehlender Kommunikation scheitern.

FB: Wie fühlen sich die Frauen nach einer Scheidungsparty mental? Bekommen Sie Feedback?

Scheidungsparty

Für Frauen ist die Scheidungsparty ein Befreiuungsschlag

Sie sind glücklich und freuen sich auf ihren Neubeginn. Sie sehen Ihre Scheidungsparty auch als Befreiung. Nicht falsch verstehen – das hat nichts mit Rachegelüsten zu tun. Es ist ein Abschluss mit der Vergangenheit und gleichzeitig ein Neubeginn. Ich muss auch ehrlich sagen, dass ich schon des Öfteren gesagt bekommen habe, dass die Scheidungsparty besser als die eigene Hochzeit war.

Scheidungsservice ist deutschlandweit buchbar

FB: Wo kann man Sie buchen?

Ich biete meinen Service deutschlandweit an. Ich bin ständig auf der Suche nach verschiedenen Locations, um meinen Kunden eine große Auswahl anbieten zu können. Auf Mallorca und Ibiza schaue ich aktuell gezielt nach besonderen Objekten, um diese bei Anfragen auch anbieten zu können.

FB: Denken Sie, dass manche Frauen (und Männer) zu jung heiraten? Gibt es Ihrer Ansicht nach ein „richtiges“ Alter, um zu heiraten?

Ja, davon bin ich überzeugt! Ich war auch mal 20 und hatte eine ganz bestimmte Vorstellung von meinem Leben. Alles war durchdacht – meinte ich zumindest. In Deinen 20ern  hast du schon deinen Traummann vor Augen- Du weißt genau wie er aussieht und sogar wie er duftet. Der Vater deiner Kinder – Du musst ihn nur finden! Und zwar schnell, denn du hast ja schon dein Traumkleid gefunden – wir wollten doch alle wie Sissy heiraten.

Falsche Vorstellungen lassen viele Leute jung heiraten

Du findest ihn und verliebst dich. Und du denkst, dass das die „Ich kann nicht mehr ohne dich leben Liebe“ ist.

Also wird mit 23 oder 24 geheiratet. Alles ist schön – doch dann holt dich die Realität ein und mit Ende 20 bist du schon geschieden. Wenn du Glück hast und schlau bist!  Das war deine Lektion!

Mit 20 ist Mann oder Frau noch in der Entwicklung. Verliebt euch, zieht in die erste gemeinsame Wohnung, lernt einen Beruf. Aber heiratet nicht! Man benötigt die 20iger um erwachsen zu werden. Eine Beziehung/Ehe heißt Kompromisse eingehen -wie lange ist deine Bereitschaft? Du“ wächst“, deine Einstellung ändert sich und du hast mehr Erwartungen.

Mit 30 sieht die Welt schon anders aus!

Mit 30 steht man schon eher im Leben. Man hat einen Beruf, der einen erfüllt und Zukunftspläne. Wenn du mit 30 deine Drinks selber bezahlen kannst, dann kannst du dir auch Gedanken um Familie und Hochzeit machen.

FB: Wie schauen Ihre Pläne für die nächsten Monate in Sachen Ihrer Agentur aus? Können Sie schon etwas verraten?

Ich plane aktuell eine exclusive Scheidungsparty. Mein Wunsch ist, dass das Thema Scheidungsparty nicht mehr tabuisiert wird. Mein Ziel ist es, dass sich diese Partys etablieren. Scheidungen sind nichts negatives. Es sollte mehr darüber berichtet werden. Es ist ein sehr wichtiger psychologischer Aspekt, diesen Neuanfang zu feiern.

Bisher habe ich nur für Ex-Bräute eine Scheidungsfeier ausgerichtet. Liebe Ex- Männer, „traut“ euch, denn für die Herren habe ich ein besonderes Special vorbereitet!

In diesem Sinne: Drum prüfe wer sich ewig bindet, ob sich nicht was Besseres findet!

Mehr zur Agentur von Se Frentzen hier.

Mehr zum Thema auch hier.

Bildnachweis: Finally Divorced, Se Frentzen, Schreiber Photografie

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Frau schaut aus Wohnwagen

Wut, Verzweiflung, Entsetzen und Tränen. Diese Gefühle vereinen sich zu einer fiesen Melange, wenn einen der Herzschmerz ereilt. Eine aufgeflogene Affäre, eine Trennung oder ein halbherziges „Die-Gefühle-reichen-nicht“ in einer Kennenlernphase – es gibt viele Gründe, warum Leute Liebeskummer haben. Wer ihn je hatte, wird bestätigen können, dass man in diesem Zustand eines nicht bewerkstelligen kann: die Herausforderungen, die der Berufsalltag mit sich bringt.

Wer gerade erfahren hat – womöglich noch aus zweiter Hand – dass der eigene Partner sich mit einer anderen Frau vergnügte oder sich via Singlebörse in jemanden verliebt hat, der ihn aber eiskalt abserviert, der will erstmal nur seine Ruhe. Um den Schmerz zu verarbeiten und den Liebeskummer rauszulassen. Meistens geschieht dies bei Frauen durch Dauergespräche oder – telefonate mit der besten Freundin, mit viel Schokolade und oft auch mit viel Alkohol und Nikotin.

Manche können bei Liebeskummer ihr Zuhause nicht ertragen

Hinzu kommen schlaflose Nächte. Denn die wenigsten können in so einer Situation abends ins Bett gehen und ganz normal schlafen. Meist ist das Gegenteil der Fall: Man liegt (weinend) wach oder aber verbringt die Abende und Nächte außer Haus, weil man die Leere in den vier Wänden nicht ertragen kann.

Obgleich Liebeskummer hierzulande offiziell nicht als Krankheit eingestuft ist, so gibt es doch verschiedene Möglichkeiten, sich mit den Symptomen, die Liebeskummer verursacht, an einen Arzt oder auch an einen Psychologen zu wenden. Inwieweit man dann krank geschrieben wird, entscheidet natürlich der jeweilige Experte.

Nur: wie sinnvoll ist es, sich mit tränendickem Gesicht und ohne Konzentration an seinen Arbeitsplatz zu begeben? Vor allem dann, wenn man in Berufen arbeitet, von denen auch Menschenleben abhängen können? Wo die kaufmännische Angestellte im Büro vielleicht den Tag noch irgendwie herumbringt, ohne ein Menschenleben zu schaden, dürfte es bei einem Piloten oder einer Krankenschwester, die mit spezieller Medikamenten-Vergabe zu tun hat, schon anders aussehen.

Herzschmerz verursacht in der Wirtschaft hohen Schaden

So oder so: für die jeweiligen Unternehmen verursacht Liebeskummer definitiv einen Schaden. Wie hoch, das veröffentlichte jetzt das Magazin infranken.de. Hier ist dazu folgendes zu lesen:

„(…)Damit entpuppt sich Liebeskummer als milliardenschwerer Wirtschaftsfaktor: Angenommen jeder der 16 Prozent wäre nur genau einen einzigen Tag zu Hause geblieben, ergeben sich laut Studie insgesamt mindestens 6,6 Millionen Arbeitsunfähigkeitstage. Das bedeute einen Produktionsausfall von über 774 Millionen Euro und ein Verlust an Bruttowertschöpfung von mehr als 1,4 Milliarden Euro. Die Rechnung basiert auf der Gesamtarbeitnehmerzahl von 40,61 Millionen und einem durchschnittlichen Arbeitnehmerentgelt von 42.984 Euro jährlich.(…)“

Da kommt schon was zusammen – und das alles nur wegen dem gehassten Herzschmerz…!

Dass dagegen aber ein Kraut gewachsen ist, dem ist bekanntlich nicht so. Denn Liebeskummer wird es geben, solange es die Liebe gibt. Trennungen, Affären, Lügen und Heimlichkeiten sind leider ein Bestandteil vieler Beziehungen in der heutigen Zeit. Von den Herzen, die in den vielen Singlebörsen gebrochen werden, ganz abgesehen. Denn auch sehr kurze Verbindungen wie Kennenlern- und Beziehungsauftaktphasen können heftiges Herzeleid verursachen, wenn die Gefühle einseitig sind.

Das Internet ist voll davon.

Viele Singlefrauen haben deshalb auch die Nase voll vom Online-Dating. Der Herzschmerz, der nicht selten auf eine Verliebtheit folgt, ist zu deprimierend. Allerdings ist das freilich kein Alleinstellungsmerkmal der Partnersuche im Internet. Auch offline wird betrogen und gelogen, was das Zeug hält. Der fiese Liebeskummer kann überall zuschlagen. Von jetzt auf gleich – was ja das Tückische an ihm ist.

In der Liebe geht´s nicht ohne Risiko…!

Ihm entrinnt nur, wer sich nicht bindet und die Partnersuche nicht angeht. Aber das ist natürlich keine Alternative, logisch! Insofern gilt: volles Risiko in der Liebe. Alles oder nichts. Oder: Wer wagt gewinnt. Und Gewinner gibt es trotz so vieler Liebeskummer-Fälle immer noch genug!

Sollte er auch Sie (irgendwann) mal wieder ereilen, dann gilt aber definitiv: Zuhause bleiben und den Herzschmerz verarbeiten, ist nicht die schlechteste Variante. Die Wirtschaft wird es verkraften können.

Wer aktuell im Liebeskummer-Dilemma steckt, dem sei unsere große Liebeskummer-Serie empfohlen!

Recherchenachweis: infranken.de

Bildnachweis: pexels.com

 

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Paar am Meer

„Deutsche Sprache, schwere Sprache“ – wer hat diesen Ausspruch noch nicht benutzt?! Meist seufzt man ihn dahin, wenn man über eine bestimmte Kommasetzung grübelt. Oder ein anderes Problem mit der manchmal tückischen deutschen Rechtschreibung hat. Diese schöne Sprache löst aber auch noch andere Reaktionen aus. Und zwar lustige! Ich stellte das immer wieder in der Kommunikation mit Leuten aus dem ehemaligen Westen fest. Und zwar stets im Zusammenhang mit einer Ost/West-Liebe.

Denn es gibt eine Menge Begriffe aus DDR-Tagen, die – abseits von Dialekten, was noch mal was anderes ist – Menschen aus Westdeutschland nicht kennen. Und deshalb auch nicht verstehen.

„Heftzunge“ regte in Ost/West-Liebe zum Schmunzeln an

Das erste Mal bemerkte ich das, als ich vor langen Jahren mit einem Partner aus Baden-Württemberg zusammenlebte und er das Wort „Aktendully“ nicht kannte. Er meinte, das hieße „Heftzunge“. Ich hatte diesen sperrigen Namen noch nie gehört und benutze bis heute den Begriff „Aktendully“ für eine gelochte Plastikklammer, die man für das Einheften in Ordner verwendet.

Dass diese Irritationen in Sachen Sprache und Ausdruck anhalten sollten, erfuhr ich in der darauffolgenden Zeit, in der ich wiederum mit einem Partner aus Westdeutschland liiert war. Die Worte „Kaufhalle“ (für Supermarkt) oder „Zellstofftaschentuch“ (für ein Tempotaschentuch) waren ihm völlig fremd. Ich dagegen kannte – zum Beispiel – den Begriff „Trinkhalle“ nicht. Er steht vor allem im Ruhrgebiet für eine Art Imbiss.

Mittlerweile habe ich eine Familie und mein jetziger Partner stammt – wieder aus Westdeutschland. Obwohl die Thematik der verschiedenen Begriffe, bei denen einer nur Bahnhof versteht lange Zeit vom Tisch war, flammte sie kürzlich wieder auf. Wir renovierten und wollten in einem Raum Teppichboden verlegen. Obwohl mir das Wort „Teppichboden“ lange schon in Fleisch und Blut übergegangen ist, verwandte ich den Begriff „Auslegware“. Den aber kannte mein Partner gar nicht und fragte, was ich wohl meine? Ich erklärte es ihm, er schüttelte schmunzelnd den Kopf.

Auch andere Ost/West-Paare kennen das

Nur kurze Zeit später waren wir erneut bei einem speziellen DDR-Begriff, diesmal ging es um die „LPG“. Wir wohnen ländlich und fuhren kürzlich an bäuerlichen Stallungen vorbei. „War wahrscheinlich früher mal LPG“ antwortete ich, als mein Kind mich etwas im Zusammenhang des ländlichen Gewerbe-Anwesens fragte. Natürlich verstand der Nachwuchs ebenso wie mein Partner nur Bahnhof und ich erklärte, dass „LPG“ in der DDR für „Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft“ stand.

Offenbar ist die Bezeichnung für Leute, die nicht mit dem Begriff aufgewachsen sind, sehr sperrig und schwer zu merken, denn als wir auf der Rückfahrt wieder an dem Gelände vorbeifuhren, fragte mein Partner: „Wie nannte man das damals nochmal?“. Er fragt das bis heute, wenn wir dort lang kommen…!

Dass es auch anderen Paaren, die in einer Ost/West-Liebe verbunden sind, so geht, las ich vor kurzem in der Zeitung. Da wurde eine Frau porträtiert, die der Liebe wegen aus dem Rheinland nach Thüringen gezogen ist.

Ihr Mann trug ihr eines Tages – in Abwesenheit, er war auf Dienstreise – auf, dass sie eine „Eidechse“ voller Sand bestellen solle. Die Frau wusste mit dem Begriff „Eidechse“ im Zusammenhang mit Sand überhaupt nichts anzufangen. Dabei handelt es sich hier um einen kleinen LKW, einen Multicar. Er kam in der DDR ständig zum Einsatz und wurde „Eidechse“ oder auch „Echse“ genannt.

Von „Polylux“ bis „Dederon“

Erst, als sie über den Begriff aufgeklärt wurde, konnte die besagte Frau dann agieren. Was ja auch logisch ist! Ähnlich nur Bahnhof verstanden hat auch ein Kollege von mir, mit dem ich mich irgendwann mal über die DDR-Schulzeit unterhielt und das Wort „Polylux“ einband. Er fragte, was ich meine, denn er hatte diesen Begriff nie zuvor gehört. Ich klärte ihn auf, dass der „Polylux“ im Unterricht als Overheadprojekter zum Einsatz kam. Einen solchen kannte er natürlich.

Ich bin mir sicher, dass es anderen Paaren, die ebenso eine Ost/West-Liebe leben, ähnlich geht und unterschiedliche Wortschöpfungen, die aus der langen deutschen Teilung resultieren und die im Alltag noch immer rege genutzt werden, für so manches Schmunzeln im Alltag sorgen.

Kein Wunder – manche Begriffe muten tatsächlich putzig an. „Dedoron“ zum Beispiel oder das hart ausgesprochene „Plaste“. Auch alles spezielle DDR-Begriffe, die beim in Westdeutschland oder West-Berlin aufgewachsenen Gegenüber auch heute noch für fragende Blicken sorgen (könnten).

Mal schauen, wie lange sie sich noch halten. Über die nächste Generation hinaus bestimmt nicht!

Wer sich schlau machen mag, über Dederon, Plaste & Co. kann hier klicken und in einer Liste weiterer skurriler Ossi-Begriffe schmökern! Schmunzeln garantiert…

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Frau sitzt und schreibt

30 Jahre ist kein Alter. Sollte man meinen. Und doch scheint diese 30 für eine Singlefrau, die von ihrem Freund verlassen wurde, ein Fluch zu sein. Denn sie wähnt sich nun auf der Resterampe. Aber von vorn. Die Frau um die es geht, hat auf dem Portal beziehungsweise-magazin.de einen Beitrag verfasst. Anonym. So jedenfalls lautet die Angabe des besagten Portals. Das ist ein wenig schade, denn so hätte man einmal zu der Frau Kontakt aufnehmen und ihre Sichtweise nochmal hinterfragen können.

Singlefrau sieht sich auf Resterampe

Denn ihr Beitrag klingt ziemlich verbittert. Sie schreibt darin, dass sie gebundenen Freundinnen nichts gönnt – nicht die Schwangerschaftsbäuche, nicht das Haus, nicht die Verlobung und schon gar nicht das Liebesglück. Sie selbst wurde von ihrem Freund verlassen, kurz vor dem 30. Geburtstag. Und wähnt sich nun selbst auf der Resterampe.

Nun – dazu muss man sagen, dass das alles eine Einstellungssache ist. Die Gefühle der Frau sind wahrscheinlich die eines schlimmen Liebeskummers. Eigentlich sollte man in so einer Akutphase am besten gar nichts für die Nachwelt veröffentlichen, da die Welt meist in einigen Monaten wieder ganz anderes aussieht. Auch und gerade mit 30!

Man könnte auch auch eine Vier vor die Null setzen, es würde sich trotzdem nichts ändern. Weil auch Frauen mit (Mitte) 40 noch alle Chancen haben, einen Partner zu finden. Insofern wirkt der Vergleich mit einer Resterampe aus dem Mund einer gerade mal 30jährigen Singlefrau grotesk.

Irritierend auch, dass Sie schreibt, dass man in diesem Alter nicht mehr in Clubs geht. Klar, dort lernt man selten den Mann für`s Leben kennen, aber das ist völlig unabhängig vom Alter.

Was aber spricht faktisch dagegen, dass man als Singlefrau in den 30igern auf dem Abstellgleis landet?

Mit 30 noch lange nicht auf dem Abstellgleis!

Vieles!

Fangen wir an:

  • das Alter – 30 ist nichts, gar nichts!
  • die Lebenssituation in diesen Jahren bietet viele Möglichkeiten, einen Mann kennenzulernen (Job, Freizeit, Social-Media),
  • Singlebörsen im Internet werden von Frauen in den Dreißigern gern und rege genutzt – warum sollte da nicht auch Mr. Right warten?
  • Reisen – mit 30 und darüber hinaus entdecken viele Menschen die Welt, sind unterwegs. Ideale Aktivitäten, um (zufällig) jemanden kennenzulernen!
  • In Sachen Hobby testen viele, die 30 Jahre jung und aufwärts sind, diverse Freizeitmöglichkeiten aus. Auch hier gibt es gleichgesinnte Singles!

Den Kopf in den Sand zu stecken, gilt also nicht. Und schon gar nicht in diesem Alter!

Man wünscht der Frau, die so verbittert und sogar mit ein klein wenig Hass rüberkommt, dass sie ihre gekränkte Phase so schnell wie möglich überwindet und den Alltag normal stemmen kann. Alles relativiert sich mit der Zeit und die meisten Liebeskummer-Wunden verheilen.

Zumal mit Druck `eh nichts zu machen ist, das weiß jeder, der je einmal eine Singlefrau war. Oder noch ist. Krampfhaft suchen und Aktivitäten nach „Mr.Right“-tauglichen Freizeitgestaltungen abzuklopfen hat bislang noch immer zu Frust geführt.

Lieber dem Zufall eine Chance geben!

Und wenn man sich umhört, bei welchen Gelegenheiten Singlefrauen ihre jetzigen Männer kennengelernt haben, stellt sich oft heraus, dass Gevatter Zufall eine ziemlich große Geige spielte! Warum also nicht erst einmal auf ihn warten, bevor man als Singlefrau zu Torschlußpanik neigt? Auf den Zufall?

Einen Versuch ist es definitiv wert! Probieren Sie es mal aus, ganz gleich, ob Sie die „Resterampe“-Meinung teilen oder ganz lässig auf Partnersuche sind.

Den Originalartikel finden Sie hier.

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Langsam geht es Richtung Februar und der triste Januar ist schon mal bald geschafft! Wie jedes Jahr ist der 14. Februar ein viel beachtetes Datum. Kritiker wie Liebhaber thematisieren ihn, denn er steht für den Valentinstag. Von dem böse Zungen behaupten, dass er eine Erfindung der Blumenhändler ist. Aber wer weiß das schon. Fakt ist, dass dieser Tag auch die Gelegenheit bietet, den Mann an der Seite zu überraschen. So viele Möglichkeiten – außer Weihnachten und Geburtstag – bieten sich ja nun nicht. Doch statt, wie bei Weihnachtsgeschenken, auf schnöden Konsum zu setzen, darfs für den Partner zum Valentinstag schon mal eine ganz besondere Überraschung sein.

Das muss weder was mit viel Geld noch mit einem Riesen-Aufwand zu tun haben, denn ich rede von gemeinsamer Zeit.

Es geht wohl den meisten Paaren so, dass der Alltag früher oder später die Regie im Beziehungsleben übernimmt, vor allem, wenn Kinder das Paarglück komplettieren. Romantik, wie zu HOCHzeiten der Verliebtheit ist aus vielen bekannten Gründen dann nur noch selten zu verspüren. Was freilich der Liebe keinen Abbruch tun muss, auch das gemeinsame Stemmen des Alltags ist ja Liebe. Nur auf einer anderen Ebene.

Valentinstag schöner Anlaß für Überraschungen, jenseits von gekauften Produkten

Deshalb darf und sollte der Valentinstag ruhig zum Anlass genommen werden, ihm eine kleine Überraschung zu bereiten. Freilich ein, von der SIE auch was hat. Klar!

Und was böte sich da besser an, als gemeinsame Zeit zu verschenken? In unserer hektischen Welt kommen solche Überraschungen mittlerweile wohl besser an, als zum -zigsten Mal ein Eau de Cologne…! Tja, aber was könnte SIE nun konkret aussuchen, um ihn am Valentinstag zu überraschen?

Nun, in Zeiten von booking.com & Co. ist es keine Kunst mehr, in einem schönen Hotel zum vertretbaren Preis (nicht selten gar zum Schnäppchen-Hammer!) abzusteigen. Warum also nicht mal stöbern, was für Unterkünfte und Hotels im Ort Ihrer Wahl so zur Verfügung stehen? Mittlerweile haben viele Hotels auch Zimmer, die ganz auf eine Pärchen-Auszeit zugeschnitten sind – Whirlpool und Saune inklusive! Auch hier lohnt sich eine Internetrecherche auf jeden Fall.

Das passende Arrangement für ein romantisches Wochenende auswählen

Tipp: checken Sie, welche Zeiträume im Laufe der nächsten Monate für eine kleine Wochenendauszeitfür Sie beide in Frage kommen und buchen Sie ein passendes Arrangement als Überraschung zum Valentinstag! Wer Kinder hat, klärt freilich noch die Betreuungsfrage, die in vielen Fällen durch liebe Omas, Opas oder andere Verwandte klappen sollte.

Danach nichts wie ab zum Schreibwarenhändler und eine stilvolle Gutschein-Karte kaufen. Dort hinein wird die Überraschung geschrieben und einem tollen Valentinstag steht nichts mehr im Wege!

Charmant ist es aber auch, den Partner mit einer Reservierung in ein Restaurant zu überraschen, in das beide schon sooo lange mal gehen wollten. Wann, wenn nicht am Valentinstag sollte ein solches Vorhaben in den Vordergrund rücken? Auch hier kann man (FRAU) mit einem Gutschein verfahren und diesen am 14. Februar entsprechend in Szene setzen. Übrigens: wenn hier von Gutschein die Rede ist: es geht nicht darum, dass ein solches Geschenk voraussetzt, dass die Partnerin dann auch den Romantik-Trip oder Kulinaria-Abend finanziell übernimmt!

Zum Valentinstag Gelegenheiten schaffen, die sonst zu kurz kommen

Nein: es geht schlichtweg darum, Gelegenheiten zu schaffen, die sonst einfach zu kurz kommen.

Wird die Fahrt über`s Wochenende dann angetreten, ist es schon keine große Sache, wenn beide den Trip begleichen. Übernimmt der Mann solche Dinge seit jeher, dann kann er dies natürlich auch bei so einer Gelegenheit tun. Das Gleiche gilt für den angepeilten Restaurantbesuch.

Denn die Finanzen sollen hier eher eine untergeordnete Rolle spielen, es geht schlichtweg um das Thema Zeit. Und zwar: gemeinsame Zeit!! Wie oft denkt man im Alltag, wenn einem ein schönes Hotel oder Restaurant unterkommt: „Mensch, das wäre was für….und mich“.

Und wie oft klickt oder schlägt man dann solche Angebote oder Berichte wieder zu, ohne etwas unternommen zu haben? Eben!

Gemeinsame Zeit als Geschenk ist unschlagbar!

Deshalb gilt zum Valentinstag: Ein Produkt zu schenken, ist silber – Zeit zu verschenken ist Gold!

Viel Spaß mit diesen Anregungen und angenehmes Recherchieren nach vielen weiteren Ideen und Überraschungen für Ihren Liebsten! Die Auswahl in Sachen „gemeinsame Zeit schenken“ ist nahezu unendlich.

Packen Sie`s an und entfliehen Sie mit Ihrem Partner einfach mal dem stressigen Alltag. Es lohnt sich wirklich.

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Wir Frauen sind in der Regel emotionaler als Männer. Das absolut okay, nur führt das immer wieder zu Herausforderungen, die gemeistert werden wollen. Ich meine damit nicht, dass Frauen oder Männer sich verbiegen sollten.

Eine mögliche Lösung ist eine respektvolle wertschätzende Kommunikation. Einige Paare praktizieren deshalb die radikale Ehrlichkeit. Da stellt sich die Frage, ob das sinnvoll ist oder nicht?

Am Ende findet jede Form der Beziehung selbst heraus, was funktioniert oder eben nicht. Ich selbst bin ein großer Fan von Offenheit und Ehrlichkeit, doch hier ist Feingefühl angesagt. Es gibt ein paar Aspekte, die wir beachten sollten, wenn es darum geht, radikal ehrlich zu sein. Vor einiger Zeit habe ich ein Interview eines Paares gesehen, das radikal ehrlich zueinander war. Der Vorteil liegt eindeutig darin, dass beide Seiten wissen, woran sie sind.

Allerdings können wir nicht davon ausgehen, dass unser Gegenüber gerade in dem Moment, wo uns gerade danach ist, die Kapazitäten für unsere Offenheit hat. Wenn unser Gesprächspartner vielleicht selbst in dem Augenblick sehr emotional ist oder den Kopf einfach voll hat mit anderen Dingen, kann das zu einem unnötigen ziellosen Streit führen, der sogenannte Nachwehen hat.

Sich zu streiten ist per se nicht verkehrt; ganz im Gegenteil. Es ist sogar sinnvoll eine partnerschaftliche Streitkultur aufzubauen. Jedoch braucht das Vertrauen und am besten haben wir uns schon im Vorfeld dazu Richtlinien bzw. Commitments dazu festgelegt.

Zum Beispiel indem wir vorher abgemacht haben, dass wir uns nach dem emotionalen Dampf ablassen auch sachlich und ruhig darüber unterhalten und jeder den anderen aussprechen lässt. Was auch hervorragend funktioniert:

  1. Jeder hat 5 Minuten komplett freie Redezeit – manchmal sehr herausfordernd.
  2. Nachdem eine Seite gesprochen hat, bekommt der zuhörende Part ein paar Minuten für sich, um das Gesagte sacken zu lassen.
  3. Anschließend tauschen sich beide reflektiert und fair weiter darüber aus und finden gemeinsam eine Lösung, mit der alle einverstanden und zufrieden sind, um sich in der Zukunft besser zu verstehen.

So können wir auch mal über die Stränge schlagen und daran wachsen; vor allem zusammenzuwachsen. Doch sich immer wieder im emotional überlasteten Zustand zu streiten, macht wenig Sinn und entfernt uns meistens voneinander. Auch streiten will gelernt sein.

Die Frage ist immer, was will ich mit meinem Verhalten erreichen und bringt das unsere Partnerschaft auch langfristig weiter?

Wenn ich meinem Partner eine Szene mache, weil er meiner Meinung nach etwas getan oder eben nicht getan hat, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er das Geforderte nicht aus Verständnis tut, sondern um den emotionalen Stress zu vermeiden, den ich ihm bereitet habe.

Da ist es doch sinnvoller und fairer, wenn ich sachlich erkläre, was ich möchte, warum ich es möchte und was es mit mir macht, wenn das nicht geschieht. Dabei ist eine achtsame Wortwahl sehr wichtig. Viele verwenden Sätze wie „ nie machst du…“, „ ich hab dir schon 100 Mal gesagt, dass…“, …… Alles eindeutig vorwurfsvoll.

Leider macht das dem Partner keine guten Gefühle, sondern ganz im Gegenteil.

Viel zielführender, weil wertschätzender, sind Formulierungen wie „ich wünsche mir dass du, weil…“, „ kannst du ….. für mich tun, denn dadurch fühle ich mich……“. Ja, da kann das Ego schon mal kurz Hallo sagen, doch worum geht es?

Geht es darum, sich Anerkennung zu erkämpfen, um Macht oder sich selbst durchzusetzen? Oder wollen wir eine respektvolle wertschätzende Partnerschaft? Eine glückliche funktionierende Beziehung brauch Investment – von beiden Seiten.

Dazu gehört es einerseits, dem anderen Raum zu geben und andererseits, auch klar zu kommunizieren, wo die eigenen Grenzen liegen. Jeder von uns hat seine Werte und No Go`s und das ist auch völlig legitim. Nur sollten wir auch so erwachsen sein und unserem Partner die Chance geben, uns zu verstehen. Und für mein Verständnis sind Vorwürfe da absolut kontraproduktiv.

In dem Interview mit dem Pärchen, dass radikale Ehrlichkeit praktiziert, passierte eine Situation, die mich dieses Beziehungsmodell überdenken lies.

Die beiden sagten sich nonstop, was sie dachten und fühlten. Im Gespräch sagte der Mann, dass er das Doppelkinn seiner Partnerin nicht mochte. Die Mimik der Frau sprach Bände und es war nicht zu übersehen, dass sie verletzt war. Doch sie überspielte es und tat so, als ob es okay für sie gewesen wäre.

Meiner Meinung nach war das von ihrer Seite nicht radikal ehrlich. Und ich frage mich, ob solche Äußerungen einer Beziehung tatsächlich gut tun?

Auf jeden Fall entstehen dadurch keine guten Gefühle und möglicherweise werden auf diese Weise sogar Hemmungen gefördert. Anderseits weiß sie nun, wie er denkt und kann entscheiden, ob sie das annimmt oder nicht. Für mein Dafürhalten ist es verletzend, vor allem, da sie nun weiß, dass sie ihrem Partner nicht 100% gefällt. Insgesamt ist dieses Beziehungsmodell fraglich.

Ich bin froh, eine für mich gut funktionierende, gesunde Form der Kommunikation innerhalb einer Partnerschaft gefunden zu haben und lerne jeden Tag dazu. Dabei gibt es Werte, die absolut wichtig sind und zusammenschweißen, Ehrlichkeit und Offenheit – allerdings im passenden Kontext.

Daher prüfe ich erstmal, was mich stört und warum. Anschließend lasse ich – meistens – etwas Zeit vergehen und passe einen Moment für ein Gespräch ab, bei dem ich das Gefühl habe, dass es mich und meinen Partner weiterbringt. Dabei steht bei mir an erster Stelle, dass wir einen gemeinsamen Nenner finden und wir beide zufrieden mit der Lösung sind. Nur so funktioniert Wachsen und Zusammenwachsen, in respektvoller wertschätzender Cokreation*.

Mein Fazit: wertschätzende und respektvolle Ehrlichkeit verbindet mehr als radikale Ehrlichkeit. In diesem Sinne: finden Sie heraus, was für Sie am besten funktioniert.

Ihre Nicole Szopinski

* Cocreation, statt einschränkender Abhängigkeit, Freiraum und Wachstum innerhalb einer verbindlichen Beziehung.

Copyrights: Katharina Kraus / Seelenportraits pexels.com

Frau am Bahnhof

Bedingt durch die vielen Möglichkeiten, mit denen Menschen in der heutigen Zeit einen Partner finden können, kommt der Fernbeziehung eine hohe Bedeutung zu. Denn diese Art der Partnerschafts-Variante ergibt sich häufig, wenn Paare sich online finden. Meist geschieht das durch Singlebörsen oder auch soziale Netzwerke.

Wer sich hier findet, trifft nicht selten auf einen Herzens- und Seelenverwandten, bei dem es passt, der aber leider hunderte Kilometer weit weg wohnt. So beginnt denn meist auch die klassische Fernbeziehung. Dass diese Art der Partnerschaft sehr oft mit verschiedenen Herausforderungen verknüpft ist und vor allem das allwöchentliche Ankommen und Verabschieden so seine speziellen Höhen und Tiefen mit sich bringt, ist ein Dauerthema – vor allem im Netz.

Wir haben mit Sandra Damke, die als Liebeskummercoach in Nordrhein-Westfalen arbeitet, über diese Art der Beziehung gesprochen.

FB: Sandra – Stichwort „Fernbeziehung“. Googelt man diesen Begriff, fällt auf, dass unheimlich viele Ergebnisse angezeigt werden, die Tipps für ein „Frisch halten der Liebe“ in einer Fernbeziehung geben. Ist denn diese Beziehungsart tatsächlich so oft vom Welken der Liebe betroffen?

Ich glaube, dass Fernbeziehungen nicht zwangsläufig häufiger scheitern als „normale Beziehungen“. Sie sind jedoch mit größeren Herausforderungen verbunden, die zu bewältigen sind. Allerdings kommt der Fernbeziehung zugute, dass die Partner, die sich darauf einlassen, all das in Kauf nehmen und somit ein hohes Maß an Engagement und Optimismus aufbringen, was die Beziehung wiederum stärkt und lebendig hält.

FB: Die meisten Fernbeziehungen dürften unfreiwillig zustande gekommen sein. Aber es gibt durchaus auch Paare, die diese Art der Beziehung bewusst eingehen. Was gibt in diesen Fällen den Ausschlag, sich für diese Beziehungsform zu entscheiden?

Für Menschen, die sehr freiheitsliebend sind und ihre Individualität in vielen Lebensbereichen  voll ausleben wollen, ist eine Fernbeziehung eine attraktive Mischung aus Nähe und Distanz. Gewisse Alltagsprobleme entstehen gar nicht erst. Die Partner nerven sich nicht mit unterschiedlichen Auffassungen von Ordnung, Ernährung oder Wohnraumgestaltung. Jeder hat sein Reich und die eigenen Alltagsrituale.

Durch den Abstand bleibt die gefühlte Anziehungskraft länger erhalten. Wer sich im Alltagstrott schnell langweilt, erlebt so eine Beziehung wie eine fortlaufende Aneinanderreihung von Dates. Die einzelnen Begegnungen, auch die sexuellen, wirken bedeutungsvoller und werden intensiver gelebt. Eigene Freiräume und Hobbys können in der Woche entspannt ausgelebt werden. Das gibt einigen Menschen ein hohes Zufriedenheitsgefühl in der Fernbeziehung.

FB: Ganz gleich, ob Paare bewusst oder unfreiwillig eine Fernbeziehung leben – was für Herausforderungen bringt diese Partnerschafts-Variante mit sich?

Das Thema Vertrauen steht ganz vorne auf der Liste der Herausforderungen. Gefolgt von der Sehnsucht nach körperlicher Nähe, die in der Woche keine unmittelbare Erfüllung finden kann.

Nicht zu unterschätzen ist der energetische Aufwand, der von beiden Partnern geleistet wird. Solange die Beziehung noch frisch ist, bewältigt man die Reisestrecke nahezu schwebend, und der Elan scheint grenzenlos zu sein. Gerne verschenkt man sein komplettes Wochenende an den Liebsten oder die Liebste. Nach einer gewissen Zeit kann es dann aber doch anstrengend werden. Irgendwann muss jeder die unliebsamen Arbeiten, die in der Woche nicht geschafft wurden, erledigen. Was man zum Beispiel sonst ganz entspannt am Samstagvormittag geschafft hat, muss nun in der Woche so nebenbei erledigt werden, damit von Freitag bis Sonntag freie Bahn für die Liebe ist.

Und auch die wiederkehrende Kofferpackerei kann mit der Zeit nerven. Irgendwas fehlt immer …! Die warmen Socken, das passende Outfit für den plötzlichen Partybesuch oder den Wetterumschwung. Sonntagabend ist der Zauber vorbei. Voller Eindrücke und einer Tasche voll mit geknüddelten Klamotten kehrt man in die eigene, ungeheizte Bude zurück.

Das klingt unromantisch, ist aber leider die mögliche Schattenseite einer Fernbeziehung.

FB: Paare, die frisch zusammenkommen und (zunächst) eine Fernbeziehung leben müssen, haben oft Sehnsucht und leiden nicht selten darunter, den Alltag in der Woche nicht zu zweit gestalten zu können. Was sorgt bei diesen Paaren am meisten für Frust?

Die Tatsache, dass der Partner nicht greifbar ist; und das im wahrsten Sinne des Wortes. Es macht einen Unterschied, ob man seine Sorgen telefonisch mitteilt, oder bei einem Glas Wein in den Armen des Partners gemeinsam besprechen kann. Zudem kann sich das Thema Eifersucht sehr schnell einschleichen. Schließlich dauert es in einer Fernbeziehung häufig länger, bis man den Freundes- und Bekanntenkreis des Partners gut genug kennt. Wenn einem an schlechten Tagen die Fantasie durchgeht und sich das Gedankenkino nahezu überschlägt , erfordert das viel Verständnis vom Partner.

Außerdem sind spontane Unternehmen gemeinsam nicht möglich, wie mal eben schnell gemeinsam zu den Nachbarn rüber gehen und grillen. Oder wenn das Auto den Geist aufgibt, kann der Partner nicht rasch zur Hilfe eilen. Diese Dinge sind kein Weltuntergang, können aber schon mal Frust aufkommen lassen.

FB: Gibt es Erkenntnisse, welches Geschlecht besser mit einer Fernbeziehung klarkommt – die Männer oder die Frauen?

Ich kenne hierzu keine Statistiken. Durch meine Praxiserfahrung und den Stimmen aus meinem eigenen Bekanntenkreis, bin ich der Meinung, dass beide Geschlechter gleichermaßen gut oder schlecht damit klarkommen. Eifersucht und Sehnsucht finden sich – wie evtl. vermutet – nicht überwiegend bei Frauen. Auch Männer haben Schwierigkeiten damit.

FB: Ist das Wochenende und damit das Wiedersehen da, zelebrieren viele Paare die wenigen Stunden des Zusammenseins. Zu schnell allerdings naht dann meist schon wieder der Abschied. Haben Sie Tipps, wie man diesen händeln kann, damit er einen – gerade in einer noch jungen Beziehung – zum Sonntagabend nicht allzu sehr runterzieht?

Ich rate hier, das Wochenende nicht zu voll zu packen. Gemeinsame Aktivitäten verbinden und erhöhen den Freizeitwert, aber bitte gut dosiert. Lassen Sie den Sonntag gemütlich ausklingen und nehmen Sie die Anwesenheit des Partners nochmal ganz bewusst wahr, und zwar mit allen Sinnen. Kuscheln Sie, entspannen Sie sich und schmieden Sie neue Pläne für weitere Unternehmungen und planen Sie den Termin für das nächste Wiedersehen.
Die modernen Medien sind für Fernbeziehungspärchen eine gute Möglichkeit, sich auch auf Distanz zu „erleben“. Smartphone und Skype machen so vieles möglich. Ein Gute-Nacht-Video, Sprachnachnichten, Fotos, Gedichte … Die gute Nachricht ist: Hier machen tägliche Aufmerksamkeiten bzw. Liebesbekundungen tatsächlich Sinn, ohne kitschig zu wirken.

Ein weiterer Tipp besteht darin, das Wochenende möglichst häufig zu verlängern. Wer kann, sollte sich ein paar Stunden oder Tage Extrafreizeit rausarbeiten und diese in die Beziehung investieren. Am Montagmittag reist es sich viel entspannter ab …

FB: Stimmt es, dass viele Paare Konflikte oder Probleme nicht ansprechen oder angehen, weil man die kurze Zeit der Nähe – zumeist am Wochenende – nicht belasten will?

Ja, das kommt vor. Es ist auf der einen Seite verständlich, aber leider nicht zielführend. Egal welche Art von Beziehung geführt wird – Reden muss sein und Probleme gehören auf den Tisch. Es geht hier vielmehr um das WIE als um das OB.

Ich empfehle, dass es die grundsätzliche Absprache gibt, dass Probleme jederzeit angesprochen werden dürfen, erst recht, wenn es wirklich unter den Nägeln brennt. Niemand sollte über Tage aus seinem Herzen eine Mördergrube machen. Das belastet die Beziehung erst recht.

Grundsätzliche Dinge, die noch etwas Zeit haben, dürfen am Wochenende besprochen werden, aber bitte nicht gleich in den ersten 30 Minuten … Kommen Sie erstmal an und genießen Sie das Wiedersehen in Ruhe und Harmonie. Und bitte tischen Sie die Probleme nicht kurz vor der Verabschiedung auf. Bedenken Sie, dass es immer die letzte Emotion des Treffens ist, die der Partner oder die Partnerin in die Woche transportiert.

FB: Noch mal zum Thema Eifersucht: nicht wenige Menschen, die eine Fernbeziehung haben, befürchten, dass der Partner sich anderweitig in jemanden verlieben oder gar fremdgehen könnte. Für viele misstrauische Naturen dürfte diese Art der Partnerschaft `eh nicht ganz einfach sein. Was raten Sie diesen Leuten?

Wer zu Eifersucht und sonstigen Befürchtungen neigt, sollte hieraus kein Geheimnis machen. Gehen Sie offen damit um. Kündigen Sie an, dass das für Sie ein Problem werden könnte und schauen Sie wie das Gegenüber reagiert. Überlegen Sie gemeinsam, ob es Rituale gibt, die vertrauensbildend sind und wie Sie sich gegenseitig helfen können.

Wenn der Partner überhaupt nicht mit diesen Gefühlen umgehen kann und sich regelrecht belästigt fühlt, sollten Sie sich  fragen, ob Sie wirklich stark genug sind, damit umzugehen. Das wird kein Spaziergang für Ihre Emotionswelten.

Ich muss hierzu allerdings sagen, dass Eifersucht und Misstrauen jede Beziehung, ob nah oder fern, belasten. Daher ist es ein generelles Thema, welches Sie sich anschauen sollten. Fremdgehen kann jeder überall, wenn es darauf angelegt wird.

FB: Gibt es eine Art Richtwert, nach welcher Zeit der Fernbeziehung man(n) zur „Nah“Beziehung übergehen sollte oder gibt es Erkenntnisse, wann das gemeinhin geschieht?

Das Wichtigste ist, dass es überhaupt eine realistische Perspektive gibt, in eine Nah-Beziehung überzugehen. Ich bin der Meinung, dass man nach circa sechs bis zwölf Monaten die erste Prognose über den Fortbestand der Beziehung abgeben kann. Beide kennen sich nun einigermaßen gut und es ist ratsam, erste Zielvereinbarungen für die Zukunft zu treffen.

Selbst, wenn die Realisierung einer gemeinsamen Wohnsituation erst in zwei oder drei Jahren in Betracht kommt, ist zumindest die Aussicht auf eine Nah-Beziehung sehr motivierend. Somit lassen sich die Nachteile und Anstrengungen viel besser ertragen. Frau in pinkem Pullover

Mehr zum Coaching unserer Interviewpartnerin Sandra Damke (im Bild) erfahren Sie hier.

Copyrights: pexels.com, Sandra Damke

 

 

Nachdenkliche Frau

Stellen Sie sich vor, Sie haben beschlossen, sich einen Gebrauchtwagen zuzulegen, weil Sie einen fahrbaren Untersatz benötigen und es satthaben, zu laufen.

Was Sie wollen, wissen Sie genau: einen benzinsparenden fünfsitzigen Kombi mit bis zu 90 PS in der Farbe Grau oder Anthrazit. Monatelang haben Sie sich im Internet schlau gemacht und Angebote geprüft, beschließen aber, den Wagen vor Ort zu kaufen, damit sie ihn sofort mit nach Hause nehmen können. Sie klappern alle Händler in Ihrer näheren Umgebung ab, doch nirgends gibt es, was Ihnen vorschwebt. Am Ende eines langen Tages stehen Sie dann vor einem sperrigen Geländewagen mit Dellen und Rost an verschiedenen Stellen. Er hat 180 statt 90 PS und ist nicht grau, sondern feuerrot. In den Fond passen mit viel Glück zwei Kleinwüchsige, und das Ding wird garantiert mehr Sprit saufen als Ihr verstorbener Onkel Leipold seinerzeit Apfelkorn.

Sie wollen aber unbedingt einen Wagen, jetzt, sofort, deshalb denken Sie sich:

„Ach, zur Not bringt man da auch 5 Leute rein. Der hat zwar keinen Kofferraum, aber ich lasse eine Anhängerkupplung montieren. Und der Spritverbrauch ist enorm, aber dann fahre ich weniger. Hauptsache, nicht mehr laufen.“

Und jetzt ersetzen Sie einfach „Gebrauchtwagen“ durch „Mann“.

Würden Sie diesbezüglich so einen Kompromiss eingehen? Nein? Dann lesen Sie, wie es meiner Bekannten Beate erging.

Vor fünf Jahren lernte sie – eine hübsche Brünette Mitte 30, Sekretärin der Geschäftsleitung, und verbissen auf der Suche nach dem Partner fürs Leben – Tom, 36, freiberuflicher Grafiker, auf einer Party kennen.  Er war groß, schlank und dunkelhaarig, mit freundlichen braunen Augen und gewinnendem Lächeln. Tom mochte laut eigener Aussage Kinder und Tiere und schien still, sanftmütig und gelassen zu sein. Beate verknallte sich sofort, denn es war spät am Abend und kein anderer Kandidat in Sicht.

Am nächsten Tag gingen sie zusammen essen. Tom erschien beinahe eine Stunde zu spät zu der Verabredung beim Italiener, in einem Parka aus Restbeständen der Bundeswehr, mit dreckigen Sneakers und fleckiger Hose. Bei Spaghetti und Lambrusco erklärte er Beate freimütig, dass er weder vom Heiraten noch von Beziehungen oder Familie etwas hielte. Nach seinem dritten, in Rekordgeschwindigkeit geleerten Glas Wein flocht er beiläufig ein, dass er momentan mehr trinke, weil seine letzte Freundin ihn verlassen habe, diese verständnislose Zimtzicke. Und dass er sparen müsse und Beate deshalb heute nicht einladen könne, denn er restauriere gerade einen Oldtimer, der eine neue Zylinderkopfdichtung bräuchte. Er sei außerdem öfter mal pleite, weil die Aufträge gelegentlich auf sich warten ließen, er aber freiberuflich bleiben wolle und sich nicht vorstellen könne, sich in eine Firmen-Hierarchie einzufügen.

Weiter gab er zu, dass ihn außer alten Autos nichts interessiere, weder Musik, noch Freunde, weder Filme noch Bücher. Er schien wie ein weißes Blatt, das Beate sich im Stillen vornahm, zu beschriften. Mit einem dicken wasserfesten Eddingstift, nämlich ihren eigenen Vorstellungen.

Tom redete langsam und bedächtig. Beate lauschte ihm scheinbar aufmerksam, und doch hörte sie… nichts, denn alles, was sie dachte war: „Endlich muss ich nicht mehr zu Fuß gehen.“ Im übertragenen Sinne.

Sie interpretierte Toms Desinteresse an allem, was ihn umgab, als Abgeklärtheit, seine Einsilbigkeit als Gelassenheit, und dass er sich am Lambrusco bediente, als wäre er gratis, fand sie nicht so schlimm.

Als sie mir Tom damals vor fünf Jahren vorstellte, war ich erstaunt, denn normalerweise stand sie auf Anzugträger mit einwandfreien Manieren – kultivierte, weltgewandte Männer mit Charme und Bildung, die sich auf jedem Parkett zu bewegen wussten. Tom sah nicht aus, als hätte er überhaupt schon mal ein Parkett von näherem gesehen. Höchstens beim Draufknallen, wenn er betrunken war. Er war das genaue Gegenteil von allen Männern, mit denen ich Beate zuvor gesehen hatte.

„Der ist so cool“ schwärmte sie, als Tom auf der Toilette verschwand. „Tiefgang hat der. Und tierlieb ist er auch. Ich glaube, ich bin verknallt. Endlich mal ein Typ, der nicht so oberflächlich ist wie dieser Versicherungsmakler vom letzten Mal. Und vielleicht hat er Recht, wenn er mir vorwirft, ich hätte zu viele Klamotten. Wahrscheinlich wird es Zeit, dass ich mein Leben umstelle, immerhin werde ich in fünf Jahren 40.“

„Du bist nicht verknallt, du bist verzweifelt“ dachte ich damals, behielt es aber für mich. Es half nicht, Beate dreinzureden. Sie wusste normalerweise sehr genau, was sie wollte. Aber ihr Kinderwunsch war in den letzten Jahren drängend geworden, und scheinbar dachte sie, Tom wäre der richtige Mann, ihr bei deren Produktion behilflich zu sein. Wie sie so dasaß mit leuchtenden Augen, gönnte ich es ihr von Herzen, glücklich zu werden.

Zwei Jahre lang hörte ich von Beate und Tom wenig. Nur gelegentlich rief sie an und klang längst nicht mehr so begeistert wie am Anfang.

„Genau einmal habe ich Blumen zum Geburtstag bekommen“ erzählte sie vor einiger Zeit.  „Da war das Etikett noch dran, denn die waren reduziert. Ich könne mir die zukünftig selbst kaufen, sagte er. Weil ich besser verdiene. Aber ich glaube, das ist eine Ausrede, der ist nur knickerig. Immer muss ich ihn einladen, wenn wir zum Essen gehen. Zu Weihnachten habe ich einen selbst gekritzelten Gutschein für eine Massage gekriegt. Er wird schon noch draufkommen, wie viel Glück er mit einer so geduldigen Frau wie mir hat.“

„Und wie geht es weiter mit euch? Fühlst du dich gut?“ fragte ich.

„Weiß nicht“ murmelte sie. „Ich hätte wohl damals auf meinen Bauch hören sollen. Irgendwie hat der sich von Anfang an geziert, und ich musste ihn förmlich überreden, sich mit mir einzulassen. Stell dir das mal vor! Aber ich weiß mittlerweile nicht mehr, was der überhaupt will. Wenn ich ihn frage, wie es mit uns weitergeht, weicht er mir aus. Er meint dann, es sei doch alles gut so, wie es ist. Aber ich möchte, dass wir mindestens zusammenziehen und die Beziehung auf den nächsten Level heben. Immerhin werden wir beide nicht jünger.“

Das klang nicht so toll, aber Beate ließ sich von Toms Verweigerungshaltung nicht beirren. Sie fand ein bezahlbares Haus zur Miete und plante einen Wohnungswechsel. Tom weigerte sich standhaft. Erst als sie ihm mit Schlussmachen drohte, gab er nach, denn offenbar wollte er die Annehmlichkeiten wie regelmäßige Mahlzeiten und kostenlosen Sex nicht verlieren.

Beate hatte ihre Vision von einem Leben zu zweit, und sie versuchte, sich dieses gewaltsam zusammenzubauen, als wären Hoffnungen und Wünsche bunte Legosteine, die sie nur aneinanderfügen musste, damit aus ihnen ein Wolkenkuckucksheim entstünde.

Sie setzte sich durch. Tom willigte in den Umzug ein – unter der Bedienung, dass er ein eigenes, abschließbares Zimmer bekäme.

Am Tag des Umzuges halfen wir Freunde alle mit. Alle, außer Tom. Der musste nämlich angeblich einem Kumpel bei einer Autopanne Nothilfe leisten und kam erst, reichlich angeschickert, zurück, als wir bereits sämtliche Möbel ins Haus gewuchtet hatten und uns gerade ausruhten. Dann setzte er sich aufs Sofa, grinste verlegen und schlief anschließend ein.

„Ist hart für ihn, dass er seine Wohnung aufgeben muss, da hat er wohl etwas über die Stränge geschlagen“ entschuldigte ihn Beate verlegen. Wir dachten uns unseren Teil und schwiegen. Man sagt nie was, wenn man sieht, wie jemand in sein Verderben rennt. Ist ja nicht unser Verderben. Ein klein wenig schäme ich mich sogar heute noch dafür.

Ich hörte in der Zeit nach dem Einzug in das Häuschen nicht mehr viel von Beate und Tom. Scheinbar hatten sie sich eingerichtet und kamen zurecht. Einmal erschienen sie auf meiner Halloweenparty gemeinsam gegen 20:00 Uhr und gingen sich dann bis ungefähr 3:00 Uhr erfolgreich aus dem Weg. Aber immerhin verließen sie die Party zusammen wieder – sie hatten denselben Heimweg.

Beate war nach Jahren mit Tom immer noch nicht schwanger, geschweige denn verheiratet. Tom trug nach wie vor seinen alten grünen Parka und trank zu viel. Aber wie das so ist mit guten Bekannten, gelegentlich verliert man sich aus den Augen. Und so fiel mir gar nicht auf, dass ich schon länger nichts mehr von Beate und Tom gehört hatte.

Letzte Woche nun bemerkte ich am späten Nachmittag, dass mir für das Abendessen noch ein paar Zutaten fehlten, also machte ich mich auf den Weg zum Supermarkt.

Als ich durch die Gänge irrte, hörte ich, nur durch ein Regal getrennt, die lauten Stimmen von Beate und Tom. „Ich zahl das nicht, basta!“ Das war Tom, und er schien recht aufgebracht zu sein. Von unheilvoller Neugierde getrieben arbeitete ich mich von den Cerealien zu den Hygieneartikeln. Tom schwenkte gerade entrüstet eine Packung Wattestäbchen. Beate tappte stinksauer von einem Fuß auf den anderen und starrte mich entgeistert an.

„Hallo, ihr beiden“ grüßte ich, während ich schon bereute, mich herangeschlichen zu haben. „Der sagt, er will die Wattestäbchen nicht mitbezahlen!“ schimpfte Beate los und funkelte Tom wütend an.

Ich warf einen Blick auf den Einkaufswagen. Darin lagen nur ein 10er-Pack WC-Papier und ein großer Stapel Katzenfutter. Tom und Beate trugen aber jeweils einen Einkaufskorb am Arm. „Das ist mein Zeug!“ Beate deutete auf ihren roten Plastik-Korb. „Da kommen nur Sachen rein, die ich allein verwende.“

„Ja, und das meiner!“ Tom schwenkte den roten Korb an seinem Arm, in dem Rasierschaum, Klingen und ein Männer-Duschgel lagen.

„Und jetzt will Beate Wattestäbchen und Küchenrollen in den Einkaufswagen mit den Sachen legen, die wir gemeinsam kaufen.  Das akzeptiere ich nicht, weil sie so verschwenderisch mit dem Zeug umgeht. Ich brauche zwei Wattestäbchen im Jahr. Das bezahle ich nicht mit.“ Tom schien wirklich entrüstet.

„Ich hoffe, dir bricht mal eins ab und bleibt dir im Ohr stecken, du Depp!“ zischte Beate fuchsteufelswild. Dann wandte sie sich an mich. „Es ist doch die Höhe, dass dieser Geizkragen sich nicht dran beteiligt. Demnächst wird bei uns wohl noch das Klopapier abgezählt?“

Tom grinste verlegen. „Und was ist mit den Küchenrollen?“ fragte ich irritiert.

„Na, jedes Mal, wenn Beate was überläuft am Herd, dann nimmt sie so ein Papiertuch und wischt da drüber!“ nuschelte Tom. „Da kann man einen Lappen benützen. Es ist einfach unerträglich, wie sie mit den Sachen umgeht und das Geld raushaut. Genauso ist es mit den Putzmitteln. Man muss doch nicht einen halben Liter Kloreiniger ins WC schütten. Eine Bürste täte es auch. Sie kann einfach nicht sparen.“

„Und du bist geizig wie die Nacht dunkel. Der hat jetzt sogar eine eigene Kommode“ berichtete Beate. „Stell dir vor, die ist abgeschlossen. Da war seine blöde Schokolade drin, und kürzlich hatte ich Lust auf Süßes und hab mir eine Rippe von seiner Schokolade genommen. Eine Rippe!“ Sie schaute Tom anklagend an.

„Das ist die gute Fair-Trade-Bio-Schoki“ verteidigte sich Tom. „Du kannst dir ja was von dem Billigfraß holen. Aber wenn du zu geizig bist, dir anständigen Süßkram zuzulegen, dann mach nicht mich dafür verantwortlich.“

„Habt ihr beiden denn festgelegt, was gemeinsam bezahlt wird?“ fragte ich vorsichtig und schaute nochmal in den Einkaufswagen, wo einsam Katzenfutter und Klopapier lagen.

„Ja, haben wir“ maulte Beate. „Aber scheinbar will er neu verhandeln, weil ich mehr Klopapier verbrauche als er. Männer benutzen seiner Aussage zufolge nach dem Pinkeln kein Papier, und deshalb zahlt er angeblich immer drauf.“

„Das stimmt doch, oder?“ Tom blinzelte mich beifallheischend an. Endlich ging mir ein Licht auf. Die beiden brauchten einen Schiedsrichter. Und der wollte auf keinen Fall ich sein. „Sorry, ich muss dringend los, brauch noch gefüllte Eichhörnchen fürs Abendessen“ murmelte ich deshalb verlegen und schaute, dass ich wegkam, nachdem ich mich hastig verabschiedet hatte.

Ich mische mich grundsätzlich nicht in Beziehungsangelegenheiten. Da könnte ich auch gleich in einen riesigen Gartenhäcksler hüpfen und darauf warten, dass dieses Ding mich als kleingemahlene Brösel auf den Gehweg spuckt, denn man kann, wenn es um die Streitigkeiten anderer Leute geht, eigentlich nur alles verkehrt machen.

Auf dem Heimweg dachte ich über dieses Treffen nach. Scheinbar lagen die Probleme noch tiefer, als mir Beate bei den letzten Telefonaten gestanden hatte. Am nächsten Tag rief sie mich an.

„Ich habe gestern die Wattestäbchen und die Küchentücher bezahlt“ erzählte sie mürrisch. „Der war eigentlich von Anfang an so geizig, wenn ich darüber nachdenke. Aber jetzt ist es ihm nicht mal mehr peinlich. Das einzige, das er mal kocht, wenn er das Essen selbst kauft, sind Rühreier oder Kartoffeln. Und jedes Mal sieht es hinterher aus in der Küche wie im Libanon. Ich muss aber alles saubermachen, weil der keinen Finger rührt.“

Im Grunde genommen signalisiert Tom Beate durch jede Pore, dass er nicht mit ihr leben möchte. Er verkriecht sich oft tagelang in seinem Zimmer, wo Beate, wenn sie vorbeiläuft, nur den Fernseher vernimmt oder Tom im Flüsterton telefonieren hört. Auf gut Deutsch: Er separiert sich, so gut er kann, denn er wurde genötigt und lebt jetzt etwas, das er nicht möchte. Das lässt er Beate deutlich spüren.

Die Weigerung, sich an minimalen Ausgaben für den täglichen Bedarf zu beteiligen, darf umdefiniert werden in eine Weigerung, ein Leben zu zweit, wie Beate es sich vorstellt, zu führen.

Genaugenommen hat sie nichts erreicht, außer dass sie in dem neuen Haus eine größere Fläche putzt als vorher in ihrer kleinen Wohnung, denn Tom sieht nicht ein, dass er einen Finger in diesem Haushalt rührt, den er eigentlich gar nicht wollte. Ihm hätte seine düstere Bude mit Blick auf den Hinterhof weiterhin genügt. Erholen konnte er sich ja immer in Beates blitzsauberem Appartement.

All das – den Geiz, die Lethargie, diese völlige Verweigerung von allem, was Beate wichtig wäre, registrierte sie damals beim Kennenlernen nicht.

Sie sah nur einen schlanken, intelligenten Mann in ihrem Alter und dachte sich: „Wenn wir erst mal zusammen sind, wird der seine Einstellungen schon ändern.“ In verständliches Deutsch übersetzt bedeutete das: „Ich brauche einen Mann, dringend, sofort, und dann nehme ich eben, was ich kriege und biege mir das zurecht.“ Basta.

Bestünden Männer aus Knetmasse, hätten wir Frauen es einfacher. Aber sie sind eigenständige Persönlichkeiten, die sich nicht verformen und schon gar nicht brechen lassen. Ab einem gewissen Alter ist die Persönlichkeitsentwicklung abgeschlossen, und Sie müssen das ganze Paket nehmen, mit allem, das drin ist, ob Ihnen das gefällt oder nicht. Darum sollten Sie genau hinsehen, worauf Sie sich einlassen. Manche Wundertüte enthält eben kein Feuerwerk, sondern nur ein paar abgebrannte Zündhölzer. Selbst schuld, wenn Sie nicht vorher nachsehen. Und man kann auch nicht behaupten, dass Tom Beate getäuscht hätte. Schon beim ersten Treffen machte er unmissverständlich klar, was ihm wichtig war: nichts außer seinen Oldtimern. Sie hat nur nicht zugehört.

Beate wollte damals nicht nachdenken. Sie war zu optimistisch, sie war zu hungrig nach Zuwendung, und sie war zu einsam.

Ihr ging kein Licht auf nach den ersten 10 Dates, bei denen sie nicht nur ihr eigenes Essen bezahlte, sondern Tom sogar einladen musste, weil er in seinem Geldbeutel herumkramte, als suche er auf dem Grund des Münzfaches nach der versunkenen Stadt Atlantis. Ihr ging kein Licht auf, als er immer wieder Verabredungen absagte, weil ein Ersatzteil für seinen Oldtimer eingetroffen war, das er einbauen musste. Beate wollte einen Mann, sie wollte ihn bald, und Tom war da und schien keinen sonderlich ausgeprägten Fluchtinstinkt zu haben. Das genügte ihr.

Neulich musste Beate zum Arzt. Ihr eigener Wagen war in der Werkstatt, also bat sie Tom darum, sie hinzubringen. Er verlangte 10 Euro fürs Benzin. Ist wirklich wahr.

Viel mehr kann man sich nicht abgrenzen.

Beate ist auch nach der „Wattestäbchen-Affäre“ weiterhin mit Tom zusammen, obwohl sie durchaus erkennt, dass ihre Beziehung gescheitert ist. Aber sobald sie diese Tatsache anerkennt, müsste sie die Konsequenzen ziehen und sich von ihm trennen.

„Wir sind jetzt fünf Jahre zusammen, es kann nicht sein, dass ich diese Zeit umsonst investiert habe!“ erklärte sie mir am Telefon grimmig. „Es gibt schlimmere Kerle als ihn. Wenigstens geht er nicht fremd.“

So kann es gehen, wenn Verzweiflung auf Gleichgültigkeit trifft. Tom, der eigentlich auch ohne Beziehung gut zurechtkam – er war ohnehin viel zu lethargisch, um sich selbst eine Frau zu suchen – ließ sich „einfangen“ von Beate, die lediglich nicht mehr allein sein wollte.

Für Tom ist Heiraten eine überholte Institution. Das würde ich an seiner Stelle auch behaupten, denn wenn er Beate ehelicht und mit ihr Kinder bekommt, bleibt für die Schrauberei an seinen alten Schrottkisten weniger Zeit oder Geld als vorher, und Ersatzteile kann er sich vielleicht auch nicht mehr leisten. Das scheint seine größte Sorge zu sein.

„Manchmal denke ich mir, er hat sich schon heimlich einer Vasektomie unterzogen“ klagte Beate am Telefon ihr Leid. „Es kann doch nicht sein, dass ich ums Verrecken nicht schwanger werde, obwohl ich es mir so wünsche.“

Merken Sie was? Beide Teile dieses Paares tun eigentlich, was sie wollen. Sie täuschen eine Partnerschaft lediglich vor, und das nicht mal besonders gut. Das kann nur in einer Katastrophe enden. Nur weil man sich innerhalb derselben vier Wände bewegt, dieselbe Toilette benützt, gelegentlich gemeinsam kocht oder isst, bedeutet das nicht, dass man eine Beziehung führt. Die beiden haben eine Wohngemeinschaft mit gelegentlichem Geschlechtsverkehr in den wenigen Momenten, in denen sie sich nicht gerade um Wattestäbchen oder Küchennutzung streiten.

Etwas Traurigeres kann ich mir nicht vorstellen.

„Manchmal laufen wir morgens aneinander vorbei und murmeln nur hallo“, erzählte Beate. „Als wären wir Gäste in einer Pension. Da ist nichts Herzliches oder Liebevolles mehr. Wenn ich nur verstehen könnte, warum er so reserviert ist.“

Die Masken sind also gefallen. Trotzdem ist die Möglichkeit groß, dass beide dieses traurige Spiel weiterspielen. Tom wäre schön dumm, Beate zu verlassen, denn sie hält das Haus sauber, versorgt seine Katzen, wenn er wieder mal eine Sauftour mit seinen Kumpels macht und kocht gut. Mit Lebensmitteln, die sie bezahlt.

Seit dem Vorfall im Supermarkt haben die beiden getrennt angelegte Vorräte, über die strengstens Buch geführt wird.

All das artet aus zu einem Partisanenkrieg, bei dem es nur noch darum geht, wer dem anderen zuerst eine Handgranate vor die Beine wirft, um ihn ins Straucheln zu bringen, damit er schadenfroh lachen kann. „Wenn du mich schon nicht liebst, dann möchte ich, dass du leidest.“

Da quälen sich zwei vernunftbegabte Wesen täglich aneinander vorbei, die eigentlich Freunde sein und zusammen eine Menge Spaß haben könnten, wären sie nicht durch irrationale Vorstellungen und lethargische Nachgiebigkeit aneinander gekettet wie Galeerensklaven.

Ich als Frau verstehe Beates Sehnsüchte. Mit Ende 30 will man nicht mehr konsequenzlos vor sich hinleben, sondern Verbindlichkeiten generieren. Man möchte einen Partner, der sich erklärt und sagt: „Zu dieser Frau gehöre ich, mit ihr möchte ich mein Leben gemeinsam meistern.“

Aber gleich, was Beate anstellt: Tom gleicht diesbezüglich einem Ei. Je länger sie es kocht, um so härter wird es. Sie wird weiterhin warten und hoffen, bohren, nörgeln und quengeln. Denn sie hat ja laut eigener Aussage „Zeit investiert“. Als würde diese einem nicht durch die Finger rinnen wie giftiger Sand, als wäre Zeit eine messbare Größe, wie ein Stapel Goldbarren, etwas, das sich nicht sofort verflüchtigt, nachdem man es gelebt hat.

Eine Beziehung ist keine Spardose, wie zum Beispiel ein kleines Schweinchen, das man in einer Notlage mit dem Hammer zerdeppert, um dann herauszuholen, was man vorher reingeworfen hat. Eine Beziehung ist, was beide Partner daraus machen, wenn es denn beide wollen.

Genau darum sollte man aufmerksam zuhören, wenn man jemanden kennenlernt. Gesetzt den Fall, man wird nicht angelogen (auch solche Männer gibt es leider), lassen sich schon aus den ersten Unterhaltungen Rückschlüsse ziehen, ob es sich bei unserem Objekt der Begierde um einen potenziellen Kandidaten für ein Leben zu zweit handelt, oder nur um eine Feuerfliege, die nach einer gemeinsamen Nacht verglüht.

Zu glauben, man könne einen Menschen von etwas überzeugen, das er vom ersten Moment an kategorisch ablehnt, ist eine Lüge gegenüber sich selbst. Druck erzeugt Gegendruck. Je mehr Beate will, umso mehr verweigert sich Tom. Sie führen ihre kleinlichen Scharmützel um Küchenrollen und Wattestäbchen vertretungsweise für ihre diametral verlaufenden Lebensvorstellungen. Es geht nicht um Küchenkrepp oder Kleingeld – es geht um alles, denn die Zeit, dieser flüchtige Stoff, mit dem wir nur begrenzt ausgestattet sind, verfliegt in rasendem Tempo, je älter wir werden.

Beate und Tom – diese beiden tragischen Figuren – werden nur noch vom Kleber der zusammen verbrachten gemeinsamen Jahre zusammengehalten, der mittlerweile an vielen Stellen bröckelt.

Und darum, wenn Ihnen das Leben eine dieser „Wundertüten“ präsentiert, in Form eines Mannes, der Sie gewinnend anlächelt, wenn ihr Herz Purzelbäume schlägt und die Schmetterlinge in Ihrem Magen wilde Flugmanöver veranstalten – bleiben Sie vorsichtig.

Manche Überraschungen sind nämlich böse und unserer seelischen Gesundheit abträglich. Es ist immer besser, rational zu sondieren, worauf man sich einlässt. Halten Sie nicht an sinnlosen Gegebenheiten fest, machen Sie sich frei davon, dass jeder, der Ihnen schöne Worte ins Ohr flüstert, mit Ihren eigenen Vorstellungen von einem gemeinsamen Leben konform gehen müsste.

Das Leben ist eine fiese Lotterie mit wesentlich mehr Nieten als dem sehnsüchtig erwarteten Hauptgewinn. Manchmal darf man nur zwischen einer neuen Zahnbürste oder einem Schokoriegel wählen. Nehmen Sie ruhig, was das Schicksal Ihnen bietet, aber versuchen Sie nicht, den Trostpreis zum Hauptgewinn umzudefinieren.

Belügen Sie sich nicht selbst. Sie müssten sich die Wahrheit wert sein. Betrachten Sie mit dem falschen Partner verschwendete Zeit nicht als fehlgeschlagene Investition, sondern als das, was sie ist: ein Irrtum, dem Sie erlegen sind. Fehler machen wir alle. Wir sollten nur darauf bedacht sein, sie nicht zu wiederholen.

Ich wünsche Ihnen alles Gute und eine schöne Zeit.

Herzlichst,

Ihre Barbara Edelmann

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