Beiträge

Die meisten Leute, die beruflich an einem Schreibtisch arbeiten, dürften es kennen: das Phänomen, dass sich nach einem gründlichen Aufräumen des Schreibtisches nur wenige Tage später erneut Chaos am Arbeitsplatz breit macht. Auch ich, die ich im Home-Office arbeite, kann ein Lied davon singen. Bedingt dadurch, dass ich als „Familienmanagerin“ auch den Schriftverkehr von Mann und Kind manage, landet irgendwie alles auf dem Schreibtisch im heimischen Büro. 

Räume ich auf und sortiere ich ab, kann ich schon darauf warten, dass nur kurze Zeit später mein Schreibtisch vor lauter kreuz und quer liegenden Unterlagen wieder kaum mehr zu sehen ist. 

Ablage-Chaos durch eintrudelnden Papierkram – geht bei der Familienmanagerin gar nicht! 

Das kommt auch davon, dass ich vieles, was am Nachmittag eintrudelt (die Post kommt bei uns erst gegen 14.00 Uhr) oder sich erst im Laufe des Tages ergibt, erstmal auf meinen Schreibtisch lege, weil nachmittags Familienzeit ist. Stromrechnungen, Abrechnungen für`s Schulessen, Tankquittungen und Belege vom Einkauf für`s Geschäft – alles landet zunächst im Home-Office. Bei mir, der Familienmanagerin.

Meist nehme ich mir dann für den nächsten Tag vor, alles zu sortieren, aber wenn Aufträge drängen oder/und Kundentermine anstehen, verschiebe ich das. An einer leichten Aufschieberitis leide ich nämlich definitiv!

Da mich aber der sich stets wieder einstellende Chaos-Zustand auf meinem Schreibtisch mehr und mehr nervt, werde ich jetzt Nägel mit Köpfen machen und Struktur in mein Arbeitsumfeld bringen. Es ist nicht so, dass ich diese nicht habe, immerhin habe ich für jedes berufliche und private Thema einen Ordner, aber ehe diese Papiere dort landen, verursachen sie vermeidbares Chaos an meinem Arbeitsplatz. 

Ordnungscoaches kennen das….! 

So manchen Morgen muss ich mich erstmal zu meinem Kalender vortasten, weil darüber unzählige Papiere liegen, die ich am Abend zuvor dort abgelegt habe. 

Um mich zu motivieren, las ich mir noch einmal den Artikel über die Ordnungscoaches durch, den ich sogar selbst produziert habe. Ich habe auch mit all` diesen Expertinnen persönlich gesprochen und wie ein roter Faden zog sich eine bestimmte Aussage durch diese Gespräche. Nämlich die Aussage, dass man, wenn man denn Struktur schaffen will – ganz gleich, ob im Keller oder auf dem Schreibtisch – einfach loslegen und nichts aufschieben sollte. Wie gesagt: an letzterem hapert es bei mir so manches Mal….! 

Um das zu ändern, habe ich mich zunächst durch`s Internet geklickt, um mich zu motivieren. Und siehe da: mein Problem haben viele andere Frauen auch! Und genau so viele Frauen haben auch superordentliche und strukturierte Schreibtische, die gezeigten Fotos sprechen immerhin für sich. 

So motiviert stöberte ich weiter im Web, um mich mit kleinen Ordnungshelfern einzudecken, denn meine Vorgehensweise stand fest. Ich würde keine großartige „Alles-verändern“-Aktion starten, sondern einfach mein Ablagesystem verändern. Oder besser gesagt: erst mal eines schaffen. Denn bislang war meine Ablage – leider – der gesamte Schreibtisch. 

Auf einfache Weise Struktur in die Ablage bringen

Fündig wird man im Netz schnell, was die kleinen Helferlein betrifft und so brauchte es auch gar nicht viel, um mir eine gute Struktur zu schaffen. Da das eingangs erwähnte Chaos nur meinen Schreibtisch und nichts anderes betraf, herrscht dort jetzt Ordnung. Und das auf ganz einfache Art und Weise. Ich habe für jedes Thema (von der Rechnung bis zum Info-Brief von der Schule meines Kindes) jetzt eine eigene Ablage. Dort hinein kommt das jeweilige Dokument und dort bleibt es auch, bis ich es endgültig im jeweiligen Ordner abhefte. Eine – zugegeben – sehr simple Maßnahme, doch sie hilft. Und bedeutet nur einen minimalen Zeitaufwand mehr. Statt – wie früher – alles auf den Schreibtisch zu knallen, nehme ich mir jetzt die halbe Minute mehr und lege die Papiere in die jeweils dafür vorgesehenen Ablagen ab. Ganz simpel, das Ganze. Man muss nur einen überwinden: den inneren Schweinehund!  

Bildnachweis: pixabay.com

"

Eine spektakuläre Aufnahme vor einem Abgrund hier, der Schnappschuss an der Klippe da: seit im Internet Privatpersonen in außergewöhnlichen Situationen bewundert werden können, ist der Trend zur Selbstinszenierung nicht nur ausgebrochen, sondern auch ungebrochen!

Plattformen wie Instagram befeuern die Selbst-PR noch und bei vielen Blogs und Accounts spielen wohl auch zahlende Vertragspartner eine Rolle. Für die man meint, sich immer spektakulärer in Szene setzen zu müssen. Doch wie groß das wahre Ausmaß wirklich ist, konnte man kürzlich im Nachrichtenmagazin SPIEGEL nachlesen, in dem diesem Thema ein ganzer Artikel gewidmet war. Beschrieben wird am Anfang des Beitrages ein Paar, das sich für das perfekte Selfie im Yosemite-Nationalpark (USA) an einem Aussichtspunkt in Szene setzen wollte. Zum Verhängnis wurde den beiden ein Felsvorsprung, der ihr Schicksal schlussendlich besiegelte. Beide wurden zudem nur durch einen Zufall gefunden. Tot.

Das perfekte Selfie und ein gefährlicher Trend

Inzwischen – darauf verweist das Magazin – haben sich bereits indische Wissenschaftler diesem gefährlichen Trend gewidmet.

Im SPIEGEL ist dazu zu lesen:

„Eine Studie indischer Wissenschaftler zählte zwischen Oktober 2011 und November 2017 weltweit insgesamt 259 Todesfälle bei dem Versuch, sich selbst zu fotografieren.“     

Nun, von einigen dieser Fälle hat man in den Medien gelesen, sie sorgen immer wieder für Unverständnis und Kopfschütteln.

Doch was ist der Reiz, sich für ein außergewöhnliches Selfie in eine tödliche Gefahr zu begeben? Als Außenstehender kann man das nicht ganz so nachvollziehen, Instagram-Jünger haben da sicher eher den Durchblick. Denn diese Plattform ist es nunmal, die dafür bekannt ist, die absurdesten, spektakulärsten und außergewöhnlichsten Schnappschüsse auf einer einzigen Website zu präsentieren.

Viele Insta-Fluencer präsentieren superspektakuläre Selfies

Längst hat mancher Insta-Influencer den gutgezahlten Blogger überholt. Statt Worte und Absätze geht es auf der Bilder-Seite fast nur um visuelle Inhalte – je schriller und abgehobener, desto besser.  Da diese Art der Präsentation inzwischen gut bezahlt wird, legt sich mancher Selbstdarsteller auf Instagram so manches Mal immer riskanter ins Zeug. Sei es, weil er das staunende, virtuelle Publikum beeindrucken oder eine gute bezahlte Kooperation an Land ziehen will.

Doch was sind schon tausende Likes im Gegensatz zu einem Menschenleben? Diese Frage scheint so mancher, der für das ultimative Foto Gefahren eingeht, wohl auszublenden. Es zählt der schnelle Online-Ruhm, gar kein Frage!

SPIEGEL-Artikel zeigt unfassbaren Fall auf

Wie furchtbar schief das gehen kann, ist ebenso in dem besagten SPIEGEl-Artikel aufgeführt, Zitat:

„(…)Allerdings dürfte kaum ein Fall von so krasser Achtlosigkeit dokumentiert sein wie jener, der sich März vergangenen Jahres bei einem Hubschrauberrundflug über Manhattan zutrug. Einer der Passagiere fotografierte während des Fluges seine aus dem Helikopter baumelnden Füße; dabei kam es zu einer folgenschweren Panne mit einer Sicherheitsleine, mit deren Hilfe sich der Fluggast in der Kabine bewegen konnte: Die Schnur verfing sich offenbar an jenem Nothebel, der die Treibstoffzufuhr des Flugzeuges unterbricht – daraufhin geriet das Triebwerk ins Stottern. Der Hubschrauber musste auf dem East River notwassern. Nur der Pilot überlebte das Manöver, die übrigen fünf Insassen starben“.

Nun – anhand solche Beispiele sollte jeder, der nur ansatzweise schon mal darüber nachgedacht hat, mit einem krassen Foto digitalen Beifall im Netz zu erhalten, die Konsequenzen seines Tuns mit einkalkulieren.

Es ist ja nicht so, dass diese Gefahr nicht bekannt ist. Deshalb: lieber einmal zuwenig digital aufgetrumpft, als ohne Not offline auf dem Friedhof liegen!

Bildnachweis: pexels.com

Pflegebedürftigkeit in Deutschland – ein Dauerbrenner-Thema, das immer wieder für Schlagzeilen und Aufreger sorgt. Der größte Kritikpunkt am hiesigen Pflegesystem ist vor allem die wenige Zeit, die Pfleger für pflegebedürftige Menschen haben. Waschen, Anziehen, Kämmen – alles läuft nach Stoppuhr. Läuft diese ab, ist auch der Aufenthalt der Pflegekraft beim Pflegebedürftigen zumeist beendet. Ein kleiner Plausch, emotionale Zuwendung, vielleicht noch eine Tasse Tee mit dem pflegebedürftigen Menschen trinken? Fehlanzeige.

Das deutsche Pflegesystem ist auf absurder „Minuten-Reiterei“ aufgebaut, die weder den Pflegekräften noch den zu pflegenden Frauen und Männern gut tut.

Pflege in Niederlanden gestaltet sich komplett anders

Ganz anders geht es dagegen in den Niederlanden zu. Denn dort bestimmen Pflegekräfte selbst, wieviel Zeit sie bei einem Pflegebedürftigen verbringen. Hierzu veröffentlichte das Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL in seiner Ausgabe 52/18 einen umfangreichen Artikel.

Er handelte von einem Pilotprojekt im Münsterland, in dessen Rahmen das niederländische Modell aktuell getestet wird. Porträtiert wird gleich am Anfang des Artikels eine 32jährige Pflegekraft, die sich für den ihr anvertrauten Menschen – eine ältere Dame – Zeit nehmen kann. Zitat:

„Sie weckt die alte Frau, die sie pflegt, behutsam; sie hebt deren Bein an, stülpt den Strumpf über die Ferse und zieht ihn hoch bis zum Knie(…)“ Und sie geht danach nicht einfach, sondern sie bleibt. Wie fast jeden Morgen, denn die Patientin bittet die Pflegerin, noch etwas zu bleiben, weil sie großen Kummer hat(…)“.

Dieses Beispiel dürfte wohl exemplarisch für unzählige pflegebedürftige Menschen in Deutschland stehen. Wie oft sind sie einsam, nicht selten schon verwitwet und haben manchmal gar keine Bezugspersonen im Alltag mehr? Da ist der Wunsch oft groß, mit der Pflegekraft, die täglich kommt, einen Schwatz zu halten.

Was aber eben kaum machbar ist, wenn die Stoppuhr unerbittlich tickt.

Nicht die Rendite zählt – man arbeitet kostendeckend

Und genau das ist beim niederländischen Pflegedienst Buurtzorg nicht der Fall. Gegründet von einem Pfleger, der die Akkordarbeit am Menschen nicht mehr ertragen konnte, ist dieser Pflegedienst laut SPIEGEL in den Niederlanden schon viermal zum besten Arbeitgeber des Jahres gewählt worden. Der besagte Gründer, Jos de Blok, schielte bei seiner Unternehmenseröffnung nicht auf die Rendite, sondern gestaltete die Struktur so, dass kostendeckend gearbeitet wird.

Im SPIEGEL heißt es dazu weiter:

„De Blok schuf auch einen neuen Beruf: den des Pflegesozialarbeiters, der sich nicht nur um die körperlichen Gebrechen kümmert, sondern auch ein soziales Netz um den Patienten aufbaut“

Dieses Konzept imponierte Gunnar Sander, der laut dem Nachrichtenmagazin in Deutschland an verschiedenen Standorten sowohl Pflegedienste, Pflegeheime und Alten-WG`s betreibt. Er holte also den niederländischen Pflegedienst Buurtzorg für ein Pilotprojekt ins Münsterland. Drei Jahre lang hat er nun die Möglichkeit dieses empathische Pflegekonzept zu testen. Die beteiligten Kranken- und Pflegekassen haben sich probehalber auf das Projekt eingelassen – nun muss man die Testphase abwarten.

Nur – warum funktioniert das besagte Konzept eigentlich in den Niederlanden so gut? Dazu der SPIEGEL:

„In den Niederlanden funktioniert das, weil die Pflegekräfte anders als in Deutschland für das Kümmern und Beraten bezahlt werden. Die Kosten werden dort nicht durch strenge Zeitvorgaben gedrückt, sondern dadurch, dass die Pflegekräfte Arbeit abgeben – an Nachbarn, Freunde und Familie, die pflegerische Aufgaben ehrenamtlich übernehmen“

Bleibt die Frage, ob in Deutschland funktionieren könnte, was in den Niederlanden schon zum Alltag gehört? Dem SPIEGEL ist zu entnehmen, dass das lange noch nicht ausgemacht ist.

Könnte die Pflege auf diese Art in Großstädten funktionieren?

Zumal vor dem Hintergrund, dass man bislang nicht weiß, ob ein solches Konzept auch in Großstädten funktionieren könnte. Das Pilotprojekt ist im April 2018 gestartet und hat sich noch mit vielen offenen Fragen zu befassen.

Doch mit diesem Versuch ist definitiv ein Anfang gemacht. Möge das liebevolle Konzept so bald wie möglich auch hierzulande Schule machen! Pflegebedürftige und Angehörige würden es wohl gleichermaßen danken!

Bildnachweis (Symbolbild): picture alliance/imageBroker

Stellen Sie sich vor, Sie verlieren einen Familienangehörigen, Freund oder engen Verwandten, wohnen seiner Beerdigung bei und entdecken auf dieser plötzlich eine mysteriöse Frau – abseits stehend und dunkel gekleidet. Was klingt, wie aus einem Thriller-, Mystery- oder Horror-Roman wird tatsächlich seit einiger Zeit real angeboten.

Mystische Frau auf Beerdigung als Geschäftsmodell

Von einer Frau, der dieses Geschäftsmodell eingefallen ist und die dafür, Medienangaben zufolge, auf Twitter bejubelt wird. Mehr noch: die Autoren eines STERN-Artikels, der dieses Business zum Inhalt hat, bedauern gar, dass ihnen diese Idee nicht selbst eingefallen ist. Und so läuft die makabre Angelegenheit:

Die Erfinderin dieses Geschäftsmodells bietet Interessierten an, nach deren Tod, für 50,00 Dollar, die vorab überwiesen werden sollen, auf dem Friedhof, am Tag der Beerdigung, zu erscheinen und sich abseits zu positionieren. Ganz in Schwarz und mit einem Schirm.

Laut STERN sind die User verzückt von dem Angebot und unterbreiten der Frau sogar noch Vorschläge, diese Geschäftsidee „aufzupeppen“. Indem sie nämlich gern noch mit einem Kind erscheinen oder am Ende der Beerdigung eine mysteriöse Schachtel auf den Sarg legen sollte.

Nach solchem Erlebnis auf Beerdigung könnten Hinterbliebene geschockt sein

Ganz ehrlich? Beim Lesen dieses Beitrages fragt man sich tatsächlich, ob der Großteil der Menschheit noch alle Tassen im Schrank hat? Es scheint keiner der Leute, die diese makabre Geschäftsidee bejubeln, auf den Gedanken zu kommen, was das mit den Angehörigen macht.

Man stelle sich vor, auf der Beerdigung des – sagen wir – Bruders zu sein und während der Zeremonie abseits eine mysteriöse Frau mit Regenschirm und dunkel gekleidet zu sehen, die ihre Blicke auf die Beerdigungsgesellschaft richtet.

Denkt wirklich niemand daran, dass dieser makabre Scherz etwas in den Hinterbliebenen auslöst? Dass diese vielleicht für den Rest des Lebens grübeln, was denn der oder die Verstorbene für ein dunkles Geheimnis hatte? Denjenigen dann vielleicht gar noch in einem anderen Licht sehen? Oder einen richtigen Schock bekommen?

Viele Leute oft gedankenlos!

Ideen wie diese zeigen, wie gedankenlos doch viele Leute sind! Ohne nachzudenken würden offenbar tatsächlich nicht wenige Personen eine solche geschmacklose Offerte annehmen und die eigene Beerdigung mit diesem schlechten Scherz „krönen“.

Insofern wünscht man der Erfinderin nur eines: dass sich abseits der eingeschworenen Twitter-Gemeinde im realen Leben möglichst wenige Kunden finden, die ihr Angebot annehmen!

Nicht umsonst geht es, im Zusammenhang mit Tod und Beerdigung, immer auch um den „Frieden“. Vordergründig natürlich für den Verstorbenen, aber auch die hinterbliebenen Angehörigen sollen ihn finden.

Mit der Präsenz einer fremden Frau auf dem letzten Weg wird das Gegenteil erreicht! Definitiv!

Bildnachweis: pixabay.com

 

 

Julia Sohn – Initiatorin der Aktion #grüneBüroklammer in Nordrhein-Westfalen

Mit einer Büroklammer für den guten Zweck – was hat das zu bedeuten? So reagierte ich, als mir auf Facebook die #grüneBüroklammer als Hashtag im Newsfeed unterkam. Aus Neugier klickte ich drauf und staunte was man – oder besser gesagt: Frau – mit diesem kleinen Büro-Utensil so alles erreichen kann.

Julia Sohn, eine engagierte Unternehmerin aus Nordrhein-Westfalen, nutzt nämlich tatsächlich eine  simple Büroklammer, um sich für den guten Zweck zu engagieren. Mittlerweile hat die umtriebige Düsseldorferin, die in der bekannten Metropole am Rhein auch eine eigene Business Academy aufgebaut hat, bereits die unterschiedlichsten Unternehmerinnen und Unternehmer in ihrer Region mit der Initiative #grüneBüroklammer angesteckt.

Erreichen möchte sie mit der außergewöhnlichen Idee, dass am Ende ein stattlicher Erlös in ein Kinderarmutsprojekt der Stiftung Sterntaler fließt.

Doch schon innerhalb der jetzigen Aktivitäten konnte finanziell benachteiligten Menschen geholfen werden – so einem Rentner, der dank der Aktion erforderliche Zahnarztbehandlungen vornehmen lassen kann, die er sich selbst nicht mehr leisten konnte. Alles in allem ist die #grüneBüroklammer ein außerordenlich kreatives Projekt, über das Julia Sohn – die selbst Mutter ist – im Interview Auskunft gibt.

FB: Frau Sohn, bevor wir zu Ihrer Aktion kommen – erzählen Sie doch etwas über sich und Ihre Arbeit, sowie über die Kurse, die Sie für Kinder entwickelt haben.  

Ich selbst habe Marketingkommunikation studiert und mir war schnell klar, dass ich mein eigener Chef sein möchte. 2001 habe ich mich mit der vame Business Academy selbstständig gemacht, ein Online-Weiterbildungsinstitut, dass ich seitdem als Akademieleiterin leite. Seinerzeit steckte das Thema eLearning noch in den Kinderschuhen. Manchmal weiß ich selber nicht, wo ich die Kraft hergenommen habe, so lange durchzuhalten. Heute weiß ich, dass sich das definitiv gelohnt hat. Im Angebot stehen bei uns diverse IHK-Prüfungsvorbereitungskurse sowie private Studiengänge aus den Bereichen: Vertrieb, BWL, Marketing, Werbung, Eventmanagement. Die vame arbeitet bundesweit und ortsunabhängig. Unsere Lehrgänge werden im Blended Learning-Format angeboten.

2008 kam meine Tochter zur Welt und da ich seinerzeit keinen sinnvollen Krabbelkurs gefunden habe, der auch mein Hirn etwas beansprucht, habe ich kurzerhand selbst einen kreiert. Daraus entstanden ist das „Krabbelreich“ in Düsseldorf-Oberkassel, das es bis heute parallel zur vame Business Academy gibt. Viele hundert Mütter haben schon an unseren Kursen teilgenommen. Von klassischer Rückbildung, Krabbelkursen mit Bildungscharakter, musikalischer Frühförderung, 1. Hilfe Kursen mit Schwerpunkt Babys und Kinder und seit über 1 Jahr auch 1. Hilfe-Kurse für Kinder ab 6 Jahren.

Die Kinder lernen bei uns, wie man sich in Notsituationen zu verhalten hat. Von 112 anrufen, stabiler Seitenlage, Verbänden anlegen bis zur Bedienung eines Defibrillators. Ein sehr sinnvoller Kurs, der unter dem Motto steht: Auch Kinder können Leben retten! Seit einigen Monaten ist daraus in Kooperation mit der Stiftung Sterntaler ein Stadtprojekt geworden. Wir versorgen gemeinsam alle 4. Klassen der Grundschulen mit diesem Kurs. Was gibt es sonst noch über mich zu sagen? Ich würde mich als sehr kreativen Menschen bezeichnen, der gerne mit der Zeit geht und verrückte Ideen blitzschnell umsetzt.

2017 habe ich den Unternehmerinnenpreis der Stadt Düsseldorf gewonnen, was mir gezeigt hat, dass ich mit meinen Ideen nicht ganz falsch liege.

Mit einer Flasche Wein ging`s los – Julia Sohn mit Petra Mennigmann.

FB: Die besagte Aktion, der Sie sich derzeit widmen, ist eher ungewöhnlich und auch der Name – #grüneBüroklammer – lässt erst mal nicht auf ein Charity-Engagement schließen. Was steckt dahinter und wie kamen Sie zu dieser Idee? 

Das war wieder eine meiner verrückten Ideen. Ich war laufen und hatte ein Hörbuch auf den Ohren. Mitunter ging es in diesem um eine Geschichte, die 2006 in Kanada stattgefunden hat. Ein Kanadier schaffte es binnen 1 Jahr eine rote Büroklammer in ein Haus zu tauschen. Das Haus schenkte er schlussendlich seiner Verlobten. Ich fand die Geschichte witzig und habe nach einigem Zögern eine eigene Geschichte daraus gestrickt. Allerdings zugunsten der Stiftung Sterntaler und in deutlich abgewandelter Form.

Der Betrag, der am Ende dabei herauskommt, wird 1:1 in ein Kinderarmutsprojekt der Sterntaler gesteckt.

FB: Wie gestaltet sich die Aktion in der Praxis – wo finden Sie die Tauschpartner und was wird so alles angeboten?

André Schnaudt u. Thorsten Poersch (Part2Gallery) tauschen Matratzen-Gutschein gegen tolles Bild.

Gar nicht so einfach, wie zunächst gedacht. Der Ursprungsgedanke war, dass ich „etwas“ gegen etwas Gleichwertiges oder im besten Falle Höherwertiges eintausche. In kürzester Zeit schoss die Summe nach oben und ich konnte Dinge, die ich toll fand, die aber vielleicht etwas günstiger waren, als das Tauschobjekt, nicht mehr annehmen. In den Moment ist eine zweite Sparte entstanden: nämlich, dass ich Gutscheine oder Sachgegenstände in Form von Spenden annehme. Schon war das „Preisproblem“ gelöst. Die Spenden fließen an Stellen in die Geschichte ein, wo es einmal klemmt. Z. B., wenn ein Tauschgeschäft keinen klar definierbaren Wert hat oder ich jemanden dazu bringe seinen Tauschgegenstand direkt weiter zu spenden und er aber trotzdem eine Kleinigkeit dafür bekommen soll.

Ein Beispiel: Ich habe zwischendurch einen 500 EUR Gutschein eines Zahnlabors in den Händen gehalten. Dieser wurde von einem Cateringunternehmen gegen einen Catering-Gutschein eingetauscht. Gemeinsam haben wir entschieden den Zahnlabor-Gutschein direkt an die Bürgerstiftung weiter zu reichen. Nun hat ein Rentner etwas davon, der sich keine Zähne mehr leisten kann und das Cateringunternehmen bekommt von mir ein kleines Goody, damit es nicht ganz leer ausgeht. Alle Sachspenden, die am Ende übrig sind, werden auf einer Abschlussveranstaltung versteigert.

Die Summe kommt dann auch in die Sterntaler-Kasse.

Der Story folgen kann man zum Beispiel auf unserer Homepage. Dort findet man eine Zusammenfassung. Die volle Story kann man bei Facebook mitlesen, wenn man dort: #grüneBüroklammer eingibt.

Julia Sohn mit Sonja und Vera Schmittmann von der Edelbrennerei Schmittmann.

Angefangen haben wir mit einer Flasche Wein, dabei waren schon Champagner, Kunstwerke, eine professionelle Zahnreinigung, private Golfstunden, ein Frühstück für 4 Personen im Riesenrad von Oscar Bruch und vieles mehr. Man selbst weiß nie, was als Nächstes kommt. Ganz schön aufregend! Was mich sehr freut: am 13. Januar 2019 wird es eine tolle Abschlussveranstaltung geben im „Chateau Rikx“ – ein begehrter Club in Düsseldorf. Der Betreiber wird alle Getränkeeinnahmen, die auf der Veranstaltung über die Theke gehen, in meinen Spendentopf werfen. Das wird die Summe noch mal anständig nach oben treiben. Noch dazu wird Theo Fitsos, ein bekannter DJ aus Düsseldorf kostenlos auflegen, um ein wenig Schwung in die Veranstaltung zu bringen und Peter Inhoven, ein großartiger Metzger aus Düsseldorf, wird einen Würstchenstand aufstellen und die Einnahmen ebenfalls spenden. Ich freue mich über ein sehr breites Netzwerk. Meine Tauschpartner finde ich auf diesem Wege, etliche sprechen mich von sich aus an.

FB: Klappt es immer, dass der eingetauschte Gegenstand einen höheren Wert hat?

Das ist ziemlich viel Organisation meinerseits – aber ja. Und seitdem ich noch zusätzlich Spenden ohne Tauschgegenstand annehme, hat sich das Problem ohnehin gelöst. Schön ist zu sehen, dass viele einfach etwas Gutes tun- und bei der Story dabei sein wollen und gar nicht so sehr darauf schauen, ob und was sie dafür bekommen.

FB: Wie profitieren die teilnehmenden Unternehmen?

Jeder, der etwas gibt (ab einem Wert von 50 EUR aufwärts) bekommt eine Story in Form eines redaktionellen Beitrags, wo die Person/das Unternehmen/das Tätigkeitsfeld vorgestellt wird. Es ist kaum zu glauben, wie viel Reichweite die Storys haben. Ich kann tatsächlich nirgendwo mehr hingehen, wo nicht jemand „grüne Büroklammer“ sagt. Sehr lustig. Ich träume auch schon von grünen Büroklammern ;-). Die Beiträge erscheinen auf einer Vielzahl von Plattformen. 4 Seiten bei Facebook, LinkedIn, nebenan.de, auf unserer Homepage, bei XING, auch werden sie weitergeteilt…das ist ein klarer Mehrwert, da die Leute lieber eine schöne Geschichte lesen, als auf eine langweilige Werbeanzeige zu klicken und schon werden Personen und Unternehmen gesehen, die vielleicht vorher gar nicht so präsent waren.

FB: Was geschieht mit dem Erlös?

Alles wird bis auf den letzten Cent an die Stiftung Sterntaler gespendet. Dort wird der Betrag gut investiert, in ein Projekt gegen Kinderarmut in den eigenen Reihen.

FB: Wie lange läuft die Aktion noch und wie können Interessenten mit Ihnen in Kontakt treten?

Die Aktion selbst läuft noch bis zum 01.01.2019. Dann ist mit den Tauschgeschäften und Spendenannahmen Schluss. Dann gibt es noch die Abschlussveranstaltung am 13. Januar, 15:00 Uhr h und danach brauche ich erst mal Urlaub…Neben 2 Firmen und einem Kind, ist das alles ist doch nicht ohne. Wer noch etwas Tolles anzubieten hat (bitte keine alten Skiklamotten oder Ähnliches), darf sich sehr gerne melden: jsohn@vame.de

Bildnachweis / Copyrights: Julia Sohn

Public Relation – abgekürzt PR – das klingt aufregend! Und ganz ehrlich: das ist es auch. Zumindest wenn ich einmal aus dem Nähkästchen meiner Erfahrungen plaudern darf, die ich als PR-Beraterin im Bereich Prominente und Lifestyle machte.

Es ist nun schon eine ganze Weile her, mittlerweile arbeite ich pr-technisch online, aber ich schaue gerne zurück auf diese Zeit und schwelge in Erinnerungen.

Vor allem in solchen, die mich als PR-Beraterin mit Prominenten zusammenbrachte. Natürlich nicht einfach so. Ich rutschte per Quereinstieg in dieses Promi-Ding und hatte jahrelang sowohl eine Promi-Kolumne als auch eine Promi-Sendung.

Freilich alles in unserer Region, aber das reichte aus, um mit vielen großen Namen in Kontakt zu kommen. Das geschah meist in Form von Interviews, ich erinnere mich aber auch gern daran, wie ich Prominente im Rahmen von PR-Aktionen betreute.

Und da fange ich gleich mal an mit meinen verrückten Erfahrungen. Natürlich werde ich die Namen der meisten VIP`s hier nicht preisgeben, sondern dahingehend etwas anonymisieren. Sicher ist sicher. Nicht, dass sich der eine oder andere womöglich im Nachgang auf den Schlips getreten fühlt.

Als PR-Beraterin empfand ich die Superstars am angenehmsten!

Obwohl ich in diesem Zusammenhang sagen muss, dass ich die Erfahrung gemacht habe, dass sich meist nur die „C“-Promis aufspielen und die richtigen Megastars total zurücknehmen.

Ja, wirklich!

Ich denke da an eine Backstage-Begegnung mit Peter Maffay (ihn muss ich nicht anonymisieren!) zurück, damals war er noch mit Tanja zusammen, die ebenso anwesend war.

Hier wartete ich leider mit einem Fauxpas auf, denn ich begrüßte Tanja mit „Michaela“. Diese war allerdings seinerzeit schon die Expartnerin von Maffay und ich erschrak natürlich, als man mich lachend darauf aufmerksam machte.

Da aber wirklich alle lachten – Tanja, der Manager, die Partnerin des Managers und Maffay selbst – konnte ich erleichtert auch mit einstimmen und mit dem Interview beginnen. Im Schlepptau hatte ich  meinen Kameramann, da wir damals den Dreh mit Maffay im Zusammenhang mit einer Charity-Gala planten. Nach dem Interview saßen wir noch eine Weile zusammen, Maffays damalige Frau begutachtete, ganz frei von der Leber weg – gemeinsam mit der Frau des anwesenden Managers –, ihre offenbar gerade erst gekauften Schuhe. Supernatürlich und ohne jedwede Allüren. Genau wie Maffay selbst!

Aber apropos Allüren.

Die kamen mir natürlich auch unter. Und – wie oben schon erwähnt – von Promis, die nicht gerade von sich behaupten konnten, in der allerersten Promi-Kategorie mitzuspielen.

So zum Beispiel der – eher stets im Hintergrund wirkende – Co-Moderator eines super bekannten Late-Night-Talkers.

Wie heute auch noch bei Leuten dieser Art üblich, hatte er seinerzeit ein Buch herausgebraucht, über das das damalige Magazin, für das ich arbeitete, ein Interview mit diesem Menschen wollte. Nun, ich organisierte das und es lief darauf hinaus, dass dieses Interview via Telefon geführt werden sollte, wenn dieser Mann – im Rahmen seiner Lesetour – in einem Hotel unserer Stadt eingetroffen ist.

Ich vereinbarte das so mit seinem Management. Eigentlich war es mehr als albern, dass sich dieser Typ ein Management leistete, aber das hatte ja damals schon jede Frau, die einen One-Night-Stand mit einem Promi verbrachte, am nächsten Tag….Egal.

Da ich selbst an diesem Tag anderweitig verplant war, delegierte ich dieses Telefoninterview an meine Assistentin. Diese rief auch zum vereinbarten Termin brav im Hotel an und ließ sich in das Zimmer dieses Mannes verbinden.

Aus Höflichkeit begann sie das Gespräch mit „Hallo, Herr XY, wir haben ja für heute den Telefontermin vereinbart, ist es Ihnen recht?!“.

Logisch, dass sie daraufhin ein „ja“ erwartete, aber der Typ – unfassbar eigentlich! – legte, ein mürrisches „Nein“ dazu brummelnd, kurzerhand auf. Tja – auch so kanns gehen.

Heute übrigens ist dieser Mensch lange schon in der Versenkung verschwunden, es ist auch nicht bekannt, dass das Buch irgendwelche Verkaufsrekorde schlug – im Gegenteil!

Viele lustige und skurrile Erfahrungen!

Aber schauen wir doch weiter auf ein eher lustiges Ereignis. Na ja, lustig ist vielleicht etwas übertrieben, eher skurril. Ich sollte für eine PR-Aktion, die ich für einen Kunden organisiert hatte, den Schauspieler, der für dieses Event gebucht war, von Berlin nach Leipzig fahren.  Dieser Mann war und ist durch die Sonntagabend-Tatorte sehr bekannt.

Da ich viele Freunde in Berlin habe, verband ich diese Aktion mit einem Besuch bei einer guten Freundin.

Am nächsten Morgen – ich hatte mir natürlich den Wecker schon sehr früh gestellt, um nicht zu spät zu der Abholung zu kommen (Pünktlichkeit ist für mich als PR-Beraterin immer das A und O gewesen) – wurde ich schon im Morgengrauen via Handy aus dem Schlaf gerissen und der besagte Schauspieler war dran.

„Anja, Du musst sofort kommen, die haben mein Auto geklaut“ rief er durch die Leitung. Ich wusste erstmal gar nicht, wie mir geschah, zumal ich Minuten zuvor noch tief und fest geschlafen hatte.

Es stellte sich rasch heraus, dass tatsächlich jemand die Nobelkarosse von dem Promi geklaut hatte, ausgerechnet in der Nacht vor unserer PR-Aktion! Da seine Frau nicht da war und er – logisch! – keinen Bock hatte, mit den Öffentlichen zum Polizeipräsidium zu fahren, bat er mich, dies zu übernehmen.

Ich sah also zu, dass ich mich in Windeseile fertig machte und düste zum Privathaus des Schauspielers, den alle Welt vom Bildschirm nur als ermittelnden Kommissar kennt.

Schon komisch, wenn man dann als PR-Beraterin in eine solche absurde Situation kommt und diesen Promi höchstpersönlich zum Polizeirevier fährt, damit er eine Anzeige für seinen gestohlenen Wagen aufgeben kann!

Das Prozedere erledigte er ziemlich rasch und professionell wie er war, stand er mir dann für den bevorstehenden PR-Termin zur Verfügung.

Allerdings störte es mich – ich bin Nichtraucherin – sehr, dass er die gesamte Fahrt über in meinem Auto stinkende Zigarillos Kette rauchte.

Ich hatte wahnsinnige Kopfschmerzen und mir graute vor der Tatsache, dass ich auch noch die Rückfahrt übernehmen sollte. Eigentlich sind solche Transferleistungen keine Dienstleistung, die eine PR-Beraterin übernimmt, aber damals hatte sich das so ergeben, warum genau, weiß ich nicht mehr.

Auf jeden Fall war mir klar, dass ich unmöglich die Rückfahrt noch übernehmen konnte, da ich ja auch die Organisation und Durchführung des gesamten PR-Termins mit innehatte.

Meine damalige Assistentin war dann so nett und fuhr den Herrn „Hauptkommissar“ wieder nach Hause.

Eine PR-Beraterin muss gegenüber Kunden immer professionell bleiben!

Viele werden jetzt vielleicht auch darüber nachdenken, ob man als PR-Beraterin mit den männlichen Prominenten vielleicht auch mal flirtet. Dazu kann ich – ausgehend von meiner Person – nur sagen: „nein, nein und nochmals nein!“.

Ich habe das nie gemacht und es wäre auch höchst unprofessionell! Das heißt aber noch lange nicht, dass nicht das prominente Gegenüber nicht einen entsprechenden Versuch startet. So passierte das mir im Rahmen eines Interview mit einem hochkarätigen Film-Star aus DDR-Zeiten, der im Rahmen einer Lesung in der Stadt war.

Er unterbrach das Interview immer wieder – ganz aus heiterem Himmel – um mich anzuflirten und mich zu überreden, mit ihm nach seiner Lesung noch auszugehen.

Ich verneinte das jedoch.

Aber weiter mit den Plaudereien aus dem Nähkästchen über die Erfahrungen einer PR-Beraterin. Eine amüsante, aber doch recht stressige Begegnung mit einer sehr bekannten weiblichen Formation ist mir sehr stark noch in Erinnerung geblieben.

Und zwar stand wieder einmal eine Charity-Gala an, dessen VIP-Akquise ich mit belgeitet hatte. In diesem Zusammenhang buchte mich der Kunde für die Betreuung dreier VIP`s / Acts gleich mit.

Bei diesen handelte es sich um einen Schlagersänger, eine Sportlerin und die besagte Formation der Frauen, die allesamt ihre Kunst mit kleinen Tieren darboten.

Sie stiegen alle in einem Luxushotel ab und ich wartete am Nachmittag am Tag der Veranstaltung vor dem Hotel auf ihr Eintreffen. Während der Schlagersänger und die Sportlerin geräuschlos ihre Suiten bezogen, ging mit der Frauen-Formation samt ihren kleinen Tieren ein großes Hallo los. Nicht nur, dass sie Unmengen an Gepäck dabei hatten – nein: ehe man es sich versah, nahmen die Tierchen die ganze Lobby in Beschlag, zur Irritation manch` anderer Gäste und auch zur Freude einiger Leute, die in dem Hause abgestiegen sind und sich gerade im Empfangsbereich aufhielten.

Es war, als lieferten sie hier – vor den Augen des Luxushotel-Publikums – eine separate Show ab!

Irgendwann aber kehrte dann Ruhe ein, die Damen hatten sich – nebst ihren Tieren – auf ihre Zimmer zurückgezogen und der Gala-Abend wurde ein voller Erfolg. Am nächsten Nachmittag – einem Sonntag – fiel mir dann die Aufgabe zu, diese Promis zu verabschieden. Erwartungsgemäß ging das mit dem Schlagersänger und der Sportlerin recht rasch über die Bühne.

Allein die kunterbunte Formation der sehr bekannten Promi-Ladies präsentierte wieder ganz großes Kino.

Wie schon bei der Anreise wurde auch zur Abreise die Hotellobby von den Tieren der Frauen in Beschlag genommen und aufgrund der vielen mitgebrachten Gepäckstücke musste der Hotel-Boy mit seinem güldenen Gepäckwagen pausenlos rotieren.

Erfahrungen als schöne Erinnerung

Ich erinnere mich noch daran, dass es ein brütend heißer Tag war – die ganze Verabschiedungs-„Show“ spielte sich auch vor den Augen der amüsierten Gäste des Freisitzes des Hotels ab – und ich von Minute zu Minute mehr Kopfschmerzen bekam.

Die Damen waren allesamt recht laut und  – na ja – gackernd unterwegs und bis die letzte nebst ihren Kleidern und dem jeweiligen Tier im Auto saß, vergingen für mich gefühlte Stunden, dabei waren gerade mal sechzig Minuten vergangen. Ich war wirklich froh, dann die Rücklichter des VIP-Kleinbusses zu sehen und legte mich den Rest des Tages schlafen.

Das ist auch so ein Thema bei einer PR-Beraterin: da sie oft arbeitet, wenn andere Feierabend haben oder/und sich zur Nachtruhe begeben, nutzen engagierte PR-Damen freie Stunden oder Wochenenden oft zum schlafen, lesen oder ausruhen.

Zumindest ging mir das immer so und ich kenne es auch von Kolleginnen, die ebenfalls als PR-Beraterin arbeiten. Da man schon im normalen Alltag ein kunterbuntes Programm hat, verspüren die wenigsten Leute, die in diesem Job arbeiten, in ihrer Freizeit den Drang, auf Events zu gehen oder wild abzufeiern.

Aber vielleicht hat sich das ja mittlerweile auch geändert – ich rede hier immerhin von Erinnerungen, die bald ein Jahrzehnt zurück liegen.

Aber wie auch immer: schön war es!

Nachweis Symbolfoto: pixabay.com

Ob nach der Elternzeit, aufgrund einer beruflichen Veränderung oder einfach dem Herzenswunsch wegen: kontinuierlich entscheiden sich Frauen dazu, als Existenzgründerin durchzustarten. Und wenn es nicht gerade die Bäckerei von nebenan oder das gut eingeführte Unternehmen mit solidem Kundenstamm ist, das sie übernehmen, brauchen Frauen dann vor allem eines: ein Offline-Netzwerk.

Also Menschen, die sie per sogenannter „Mund-zu-Mund“-Propaganda an andere Menschen weiterempfehlen.

Es gibt nicht wenige Neu-Selbständige, für die das Erschaffen eines realen Netzwerkes erst einmal wie Hexenwerk klingt. Das jedoch ist es nicht und Bedenken dahingehend sind unbegründet.

Lediglich kommunikativ sollte man sein, aber das ist ja sowieso in nahezu jeder Branche, in der man (FRAU) sich selbständig macht, eine Voraussetzung. Und dann kann es mit dem Aufbau eines Netzwerkes schon losgehen. Und zwar völlig unabhängig davon, ob man seine Selbständigkeit offline oder online betreibt – ganz klar!

Natürlich gibt es im Netz Geschäftszweige, bei denen die Online-Vernetzung überwiegt, aber die Regel ist das nicht. Für die allermeisten Branchen gilt: im realen Leben Kontakte zu anderen (selbständigen) Leuten aufzubauen, ist das A und O.

Und so macht FRAU das am besten:

Veranstaltungen besuchen ohne Ende

Um sicherzugehen, eine Menge Leute an einem Ort zu treffen, gehen Sie am besten auf Veranstaltungen. Und zwar auf so viele, wie möglich.

Hier sollten Sie Veranstaltungen, die nur mit Einladung zu besuchen sind, ebenso wahrnehmen, wie öffentliche Veranstaltungen. Um an Events zu kommen, zu denen nur ein bestimmter Personenkreis Zutritt hat, müssen Sie am Anfang ein wenig rührig sein.

Überlegen Sie beispielsweise, wer in ihrem Freundeskreis an attraktive Einladungen für bestimmte Veranstaltungen kommt und sprechen Sie die Freundin oder den guten Freund ruhig darauf an, dass Sie Interesse hätten, dort- oder dahin gern einmal mitzukommen.

Wichtig ist außerdem, dass Sie sich schlau machen, welche Veranstaltungen, Kongresse, Fachvorträge und so weiter, die ihre Branche betreffen, in Ihrer Stadt oder Ihrer Region abgehalten werden.

Kreativ an Einladungen kommen

Hier lohnt es sich oft, die entsprechenden organisatorischen Stellen zu kontaktieren und höflich darum zu bitten, in den Verteiler für Veranstaltungen aufgenommen zu werden. Das ist in den meisten Fällen kein Problem und auf diese Weise werden Sie schon bald die eine oder andere Einladung zu einer Veranstaltung oder zu einem Expertenforum bekommen.

Hier ist es ganz egal, ob Sie einen Pflegedienst führen oder schrille Hüte designen. Das Prinzip ist jedes Mal gleich. Beispiel gefällig?

Nun – wenn Sie einen Pflegedienst führen, sollten Sie sich in Ihrer Region die Ansprechpartner aus dem Bereich Pflege/Gesundheit/Soziales heraussuchen und schauen, was die veranstaltungstechnisch auf die Beine stellen. Ein kurzer Anruf oder/und eine Mail sollte dann genügen, um in den damit zusammenhängenden Einladungsverteiler zu kommen und beim nächsten Mal, wenn hier branchenspezifisch ein Event stattfindet, eine Einladung zu bekommen oder informiert zu werden.

Sind Sie Hut-Designerin, lohnt sich der Kontakt zum nächstgelegenen Stadt- oder Regional-Marketing und schon dürfte es klappen, mit der Aufnahme in den Verteiler. Warum? Ganz einfach: die meisten Stadtmarketing- und Tourismus-Büros veranstalten regelmäßig Events, bei denen die Strahlkraft der jeweiligen Region herausgearbeitet und auf das Potential hingewiesen wird.

Oftmals veranstalten diese Institutionen eigene Messen oder schaffen themenbezogene Plattformen, bei denen Sie die ansässigen Unternehmen/Selbständigen einbeziehen.

Auch laden solche Stellen oftmals überregionale Medienvertreter ein, um diesen das kreative Potential der jeweiligen Region nahe zu bringen.

Da würde es sich doch gut machen, wenn Sie als Hutdesignerin dabei wären – oder?

Und die Chance darauf haben Sie, wenn Sie im Vorab mit den Verantwortlichen in Kontakt getreten und somit dann auch gleich im Verteiler aufgenommen sind.

Kommunizieren, kommunizieren, kommunizieren….

Sind Sie dann auf den entsprechenden Veranstaltungen präsent, heißt es kommunizieren so gut es geht!

Nehmen Sie auf Events wirklich jede Möglichkeit wahr, mit anderen Leuten ins Gespräch zu kommen, denn die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass Sie hier auf potentielle Auftraggeber treffen.

Klar, so manche Frau, die gerade den Prozess der Existenzgründung abgeschlossen hat, hat Skrupel, auf Veranstaltungen mit wildfremden Menschen ins Gespräch zu kommen und Smalltalk zu betreiben. Aber auch diese Hürde lässt sich nehmen, denn Smalltalk ist an und für sich superleicht und kann von jedem angewandt werden. Wenn man einmal drin und darin sicher ist, wird man sich nie wieder scheuen, ein erstes belangloses, nettes Gespräch mit anderen Leuten zu führen. Mehr dazu hier.

Visitenkarten immer an der Frau haben!

Wer mit der Zeit häufiger auf Veranstaltungen geht, wird feststellen: nach dem Smalltalk schließt sich meist ein Gespräch oder eine lockere Plauderei über das jeweilige Berufsfeld der Gesprächspartner an.

Bleiben Sie hier bewusst an der Oberfläche, erzählen Sie keine Romane, aber bringen Sie schon auf den Punkt, was Sie anbieten. Das ist ganz wichtig! Und noch wichtiger ist es, dass Sie immer – wirklich immer! – Ihre Visitenkarten einstecken haben, wenn Sie auf eine Veranstaltung gehen.

So können Sie mit dem Überreichen Ihrer Visitenkarte eine Plauderei stets charmant abschließen oder gekonnt abrunden, wenn Sie das kleine Papier mit Ihren Kontaktdaten weitergeben.

Meist erhalten Sie im Gegenzug auch die Visitenkarte Ihres Gesprächspartners.

Verlegen Sie diese nicht, sondern bewahren Sie diese später in einem dafür vorgesehenen, kleinen Ordner auf oder – noch besser! – erstellen ein Tabelle mit diesen Kontaktdaten. Eine solche Tabelle wird sich rasch füllen – warten Sie es ab!

Kontakte zu erfassen zahlt sich aus!

Im Übrigen macht es sich auch immer gut, in eine solche Aufstellung oder auf die Rückseite der Visitenkarte auch den Anlass zu notieren, bei dem Sie die betreffende Person kennengelernt haben. Sollten Sie später einmal ein wichtiges Anliegen haben, für das Sie diese Person kontaktieren und es ist vielleicht viel Zeit vergangen, so dass die Gefahr besteht, dass man sich an Sie nicht erinnert, können Sie kurz und gekonnt einflechten, wo man einst aufeinandertraf.

So nach dem Motto: „Wir haben uns damals auf dem Stadtmarketing-Kongress in XY kennengelernt“.

Das macht viel aus und ist eine große Hilfe, selbst wenn man längst von der Existenzgründerin zur Unternehmerinnen-Persönlichkeit aufgestiegen ist.

Zurück zu den Veranstaltungen und den Leuten, die dort präsent sind:

Versuchen Sie einfach, hier mit so vielen Menschen wie möglich in Kontakt und am besten auch ins Gespräch zu kommen.

Nur so nimmt man Sie und vor allem das, was Sie zu bieten haben, wahr! Und nur so kommen Sie an Aufträge. Meistens nicht sofort, aber es ist keine Seltenheit, dass jemand, den Sie vor Ewigkeiten mal auf einer Veranstaltung kennengelernt haben, nach vielen Monaten (oder gar Jahren) auf Sie zukommt und Ihre Leistungen in Anspruch oder Ihre Produkte kaufen will.

Oftmals kommt es auch vor, dass jemand, den Sie erst kurze Zeit zuvor kennengelernt haben, nur wenige Wochen später bei Ihnen anruft, mit den Worten: „Sie machen doch das und das. Und ich habe hier jemanden, der genau danach sucht – darf ich demjenigen Ihre Nummer geben?“.

Oder es erreicht Sie der Anruf einer Person, die sich auf eine Frau oder einen Mann, die oder den Sie kürzlich bei einer Veranstaltung kennengelernt haben, bezieht. Und will mit Ihnen ins Geschäft kommen.

Nicht nachlassen im „Kontakte generieren“

So funktioniert ein Offline-Netzwerk. Und nur so! Haben Sie sich erstmal ein beachtliches Netzwerk geschaffen, werden ganz von allein Leute auf Sie zukommen, denen Sie irgendwann einmal Ihre Karte gegeben haben. Oder Bekannte beziehungsweise Freunde von denen.

Das Schöne dabei: durch neue Kontakte erhalten Sie ganz automatisch auch neue Einladungen und damit oft auch Zugang zu Kreisen, die Sie noch nicht kennen oder in denen Sie noch nicht genetzwerkt haben. Hat all das erst einmal Fahrt aufgenommen, wird sich ganz viel von alleine ergeben – das werden Sie feststellen.

Aber: sich dann zurücklehnen und dem Kontakte-Karussell frönen, ist nicht! Denn all das will gepflegt und erhalten werden. Lässt man hier nach und hört irgendwann auf, auf Veranstaltungen und Events zu gehen, wird das aufgebaute Netzwerk nach und nach brüchiger. Es sei denn, Sie veranstalten ein bis zweimal im Jahr eigene Events und laden Ihre vielzähligen Kontakte dazu ein. Geht natürlich auch…!

Als Existenzgründerin Kontakte pflegen

Egal, ob Sie noch Existenzgründerin oder schon eine gestandene Unternehmerinnen-Persönlichkeit sind: pflegen Sie Ihre Kontakte! Auch und vor allem die, die zwar keine Kunden bei Ihnen sind, aber die Sie regelmäßig an andere Leute, die dann Kunden bei Ihnen werden, empfehlen.

So sollte es selbstverständlich sein, solchen Multiplikatoren auch einmal ein Präsent zukommen zu lassen. Im Business bietet sich hier zumeist das alljährliche Weihnachtsfest an. Es ist üblich, zum Jahresende – neben den Geschäftspartnern und Kunden, die ja `eh mit einem Präsent bedacht werden – auch den „Empfehlern“ ein adäquates Präsent zukommen zu lassen.

Sind Sie über besondere geschäftliche Termine oder/und Jubiläen der „Empfehler“ informiert, so ist es eine schöne Geste, hier ebenfalls mit einem kleinen Präsent oder einem stilvollen Glückwunsch-Gruß aufzuwarten.

Wichtig: das gilt auch für Leute, die sie zwar noch nicht an andere Menschen empfohlen haben, aber mit denen Sie auf der einen oder anderen Veranstaltung schon einen netten Plausch geführt und die Visitenkarten ausgetauscht haben. Bringt man sich immer wieder in Erinnerung, ist man bei diesen Leuten nämlich auf dem Schirm, wenn sie einen Auftrag vergeben oder ein Produkt kaufen wollen, wofür Sie die richtige Ansprechpartnerin sind!

Auch privat gekonnt kommunizieren

Gerade als Existenzgründerin ist es außerordentlich wichtig, auch im privaten Umfeld auf die eigene Dienstleistung oder das eigene Produkt aufmerksam zu machen. Gelegenheiten hierfür gibt es meist mehr, als man denkt. Einzig das WIE ist wichtig, denn plumpe Eigenwerbung kommt kaum gut an, klar.

Dezentes Eigenmarketing bei Erledigungen oder Begegnungen im Alltag sind dagegen total okay und entsprechende Gelegenheiten sollten deshalb unbedingt wahrgenommen werden.

Dazu zwei Beispiele:

Stellen Sie sich vor, Sie kommen mit Ihrem Elektriker oder der neuen Mieterin einen Eingang weiter ins Gespräch. Flechten Sie hier ruhig – wenn es passt – ein, was Sie beruflich machen. Ist eine Grundsympathie zwischen Ihnen und den Gesprächspartnern vorhanden, können Sie davon ausgehen, dass sich diese Leute erinnern, wenn sie einmal Bedarf haben, Ihre Leistungen in Anspruch zu nehmen oder auf der Suche nach einem Produkt sind, das Sie anbieten.

Ebenso müssen Sie keine Scheu davor haben, Ihre Visitenkarte einem netten Gesprächspartner zu überreichen, den Sie im Privatleben treffen. Auch dieser ist ein potentieller Kunde und somit wichtig.

Wenn Sie all diese Tipps beherzigen, werden Sie rasch erkennen, dass der Aufbau eines beruflichen Netzwerkes keine besondere Kunst ist. Gerade als Existenzgründerin sollte es Ihnen ein Anliegen sein, ein solches Netzwerk aufzubauen.

Natürlich ist das Investment „Zeit“ nicht zu unterschätzen, aber sowohl eine Existenzgründerin als eine gestandene Unternehmerinnen-Persönlichkeit wird wohl kaum bei der Kontaktpflege mit der eigenen Zeit geizen.

Denn auch hier – und vor allem hier! –  gilt der knarzige Spruch: „Zeit ist Geld“.

Viel Erfolg!

Bildnachweis: pexels.com

Ein Gastbeitrag von Dorothea zum Thema Mobbing.

Eine der wohl schlimmsten Erfahrungen, die Frauen in ihrem Berufsleben machen, ist Mobbing.

Die häufige Hilflosigkeit darüber und auch der Frust spiegeln sich beispielsweise in diversen Internet-Foren und -Artikeln wider, die sich mit diesem Thema beschäftigen.

Auf welche Art und Weise Frauen Mobbing erleben, ist total unterschiedlich und auch, wie sie damit umgehen.

Ich möchte hier meine eigene Mobbing-Geschichte erzählen – so wie sie mir widerfahren ist.

Es ist schon einige Jahre her. Ich arbeitete damals bei einem renommierten Unternehmen, das jedoch nach einigen Jahren seine Filiale in der Stadt, in der ich damals lebte und arbeitete, schloss. Ich war gezwungen, mir einen neuen Job zu suchen.

Als ausgebildete Marketingfachfrau war das nicht einmal schwer, ja – ich hatte sogar ein wirklich gutes Angebot.

Allerdings traf ich durch einen Zufall auf einen kreativen Mann, der ein riesiges Kulturprojekt plante und marketingmäßig jemanden brauchte. Er wollte unbedingt, dass ich bei ihm anfange. Das Ganze klang verlockend und so ganz anders als der eher trockene Bürojob, der mich definitiv bei dem anderen Angebot erwartete und so sagte ich zu.

Keine drei Tage später war ich bei dem Kreativen vor Ort – und fand erst einmal das totale Chaos vor. Er plante eine absolut außergewöhnliche Kunstinstallation, die sich schon weit über die Grenzen unserer Stadt herumgesprochen hatte und somit streiften auch immer wieder Medienvertreter auf dem Gelände herum.

Ich sollte vielleicht noch dazu sagen, dass die Eröffnung seiner Installation nur fünf Tage nach meinem Antritt geplant war, deshalb auch das Chaos. Wie es eben bei Künstlern so ist…!

Dennoch blieben alle irgendwie cool und jeder verrichtete sein Werk. Ich wurde für Medienarbeit und Marketing abgestellt und begann vom Fleck weg mit meiner Arbeit, die mir von der ersten Minute an riesigen Spaß machte.

Wenige Tage später wurde die Installation mit einem Riesen-Brimborium und unzähligen Lokal-Prominenten in unserer Stadt eröffnet. Das Medienecho war riesig und überaus positiv. Kurz darauf war das kreative Gesamtkunstwerk für die Öffentlichkeit zugänglich. Es schlug absolut ein – die Leute waren begeistert. Da allerdings noch immer keine richtige Struktur in den Bereichen, die nun zu betreuen waren (Event, Ausstellung, Führungen, Reisegruppen), zu verzeichnen war, bat mich mein Chef, der besagte Künstler, dies in die Hand zu nehmen und auch Leute einzustellen.

Er gab mir freie Hand und ich begann damit, jeweils ein Team für die verschiedenen Bereiche, die es abzudecken galt, ein- und zusammenzustellen.

Parallel begleitete ich meinen Chef zu diversen Medienterminen, darunter große Sender, bei denen er in bekannten Talk-Shows auftrat.

Es brachte es mit sich, dass ich bei solchen Auftritten als seine berufliche Begleitung stets einen Platz in der ersten Reihe zur Verfügung gestellt bekam. Das wäre an und für sich keine Information wert, ich erwähne es aber, weil es eine Rolle bei dem Mobbing, das mir noch widerfahren sollte, spielt.

Tja – und das Mobbing: es kam schneller, als ich gucken konnte und zwar in Form einer neuen Mitarbeiterin. Aber nicht irgendeiner! Die Geliebte des Chefs persönlich wurde eines Tages in der Firma angestellt. Dass sie tatsächlich die Geliebte von ihm war, war nicht nur bekannt, sondern man bekam es im täglichen Arbeits-Miteinander auch mit.

Auch sie selbst machte keinen Hehl daraus. Der Künstler selbst lebte getrennt von seiner Partnerin, aber so oder so war es ja sein Leben.

Nun gut.

Die Frau bekam also einen Job in dem mittlerweile sehr gut laufendem Kulturbetrieb (die Kunstinstallation hat zwischenzeitlich viele tausende Besucher am Tag!).

Man druckte ihr eine Visitenkarte und schrieb „Account Managerin“ darauf, warum auch immer. Ich selbst hatte erst einmal nicht wirklich viel mit ihr zu tun, zumal ihr Büro am anderen Ende des Ganges lag.

Das änderte sich allerdings rasch. Eines Tages, an dessen Abend für den Künstler wieder einmal ein Auftritt in einer bekannten Sendung auf dem Plan stand, zu der ich ihn begleiten sollte (ich hatte Wochen zuvor immer wieder Kontakt mit dem Redaktionsteam des Fernsehsenders gehabt und ihn schlussendlich tatsächlich in die Sendung bekommen), rief mich diese besagte Frau – nennen wir sie hier Verena – von ihrem Büro aus in meinem Büro an.

„Du, Dorothea, Du kannst Dir heute Abend frei nehmen, in die Sendung gehe ich mit ihm“ tönte es aus dem Hörer.

„Ach so, ja – wie das?“ fragte ich. „Weil ich halt mit ihm gehe“ war die kurze Antwort – dann legte sie auf.

Ich war natürlich verunsichert. Als ich später am Tag meinen Chef an meinem Büro vorbeigehen sah, folgte ich ihm kurz und fragte ihn, ob es tatsächlich so sei, dass sie ihn begleitet. Er nickte zerstreut.

Nun, okay – ich wusste Bescheid. Irgendwie schwante mir da schon was, obgleich ich das freilich nicht einordnen konnte.

Aber gut, ich bereitete mich meinerseits auf einen netten Feierabend mit meinem Partner vor, denn den gab es in meinem Job selten. Meist kamen wir – als das Team des Künstlers – nicht vor zehn abends heim, konnten aber am nächsten Morgen kommen, wann wir wollten. Ein wenige Laissez-faire…wie bei vielen Künstlern halt üblich.

Allerdings: am nächsten Morgen erwartete mich eine weitere Überraschung. Keine gute.

Meine Sekretärin, die ich zu diesem Zeitpunkt schon geraume Zeit hatte, setzte mich in Kenntnis, dass sie ab sofort für Verena arbeiten sollte. Und dass Verena sich auch ab sofort um das Buchungsgeschäft mit den Reiseveranstaltern – ein Zweig, den ich mühsam aufgebaut hatte – kümmern würde.

Anweisung von selbiger…Ich konnte es nicht fassen und stürmte zu Verena ins Büro.

„Wieso arbeitet Frau Müller ab jetzt für Dich?“ fragte ich sie. „Und wieso willst Du jetzt die Reisebusse übernehmen?“ schob ich nach.

Verena saß im Sessel ihrer Büro-Sitzgruppe, rauchte und lächelte maliziös. „Ach, weißt Du, Doro, Du solltest langsam ein wenig entlastet werden!“ sagte sie scheinheilig.

Ich eilte zurück in meine Büro und versuchte mich zu fassen, zu sammeln. An Mobbing dachte ich in diesem Moment nicht. Noch nicht. Statt dessen überstand ich den Tag irgendwie und ging abends fix und fertig nach Hause. Ich bemerkte einmal mehr, dass ich Magen- und Darmprobleme hatte – wie auch in den letzten Wochen schon.

Ich rief meine Freundin Katrin an und erzählte ihr, was sich zugetragen hatte. Katrin hörte mir lange zu, während sie dabei einen Apfel aß.

Als ich geendet hatte, sagte sie nur vier Worte: „Du – das ist Mobbing“.

Mobbing? Ich war verstört, weil ich bis dato mit diesem Phänomen überhaupt keine Erfahrung hatte (wer will die auch schon?).

Ich ließ Katrins Fazit an diesem Abend sacken und machte mich am nächsten Vormittag wie gewohnt zur Arbeit, mit einem leichten Magendrücken.

Verena kam in mein Büro, kaum das ich den Computer hochgefahren hatte. „Hier – schau mal: heute Morgen stand ein Reisebus schon um 9.00 Uhr vor der Ausstellung, die meinten, die hätten die Info von Dir!“

Ich schaute auf den Wisch, den sie mir auf den Schreibtisch klatschte und verstand überhaupt nichts.

Klar, die gesamten Buchungen liefen bei mir und meinem Team zusammen, aber warum sollte ich einer Reisegruppe die Auskunft geben, dass sie schon um 9.00 Uhr reinkann? Die Ausstellung öffnete um 10.00 Uhr.

Ich verstand es nicht.

Da Verena den Zettel auch blitzschnell wieder wegnahm, konnte ich mir die Aufzeichnungen, die er enthielt, nicht anschauen.

Ich registrierte noch, dass meine Sekretärin, Frau Müller, die im Vorzimmer saß, zu dem die Türe meines Büros geöffnet war, betreten ins Nichts starrte – offenbar war ihr die Szene peinlich.

Der Spuk war aber genau so schnell vorbei, wie er gekommen war, denn Verena funkelte noch einmal wütend mit ihren Augen, machte dann auf dem Absatz kehrt und verließ das Büro. Ich war wie benommen und fuhr wie in Trance meinen Rechner hoch, um nachvollziehen zu können, worauf die Panne beruhte.

Hier lauerte allerdings die nächste Überraschung: in meinem Computer war nichts mehr, wie es war. Es fehlten Dateien und auf dem Desktop herrschte das reinste Chaos.

Ich war mir sofort sicher, dass hier Verena ihre Hände im Spiel hatte.

Immerhin hatte ich kein Passwort zu dem Rechner, das hat damals, in der Eile und Hektik zu Beginn des Kunstprojektes, eigentlich keiner gemacht – wir sind immer untereinander auch an die Rechner der Kollegen gekommen.

Nun ja, ich war bedient.

Ich schützte noch einen Auswärts-Termin vor und fuhr nach Hause, unter größten Magen- und Darmbeschwerden. Ich muss dazu sagen, dass sich Ärger bei mir immer auf diese Organe legt.

Als ich im Abend erneut meiner Freundin Katrin von den Geschehnissen im Büro berichtete, bekräftige diese ihren Verdacht und deklarierte das Treiben als Mobbing. Das sah auch mein Partner so, der das natürlich mitbekam und mit dem ich ebenso darüber sprach.

„Klar – das ist Mobbing – such Dir was anderes, Du kommst gegen niemanden an, der mit dem Chef ins Bett geht“ sagte er zu mir.

Apropos Chef. Ich nahm mir vor, am nächsten Tag mit dem Künstler höchstpersönlich zu sprechen.

Am nächsten Morgen wählte ich seine Nummer, noch bevor ich ins Büro fuhr und erreichte ihn sofort. Ich schilderte ihm die Geschehnisse und sagte ihm klipp und klar, dass ich mich als Opfer von Mobbing sah.

Er hörte mir zu, aber was er letzten Endes zu dem Ganzen sagte, ließ mich mut- und hoffnungslos werden. Denn er meinte nur kurz und knapp: „Macht das unter euch aus“. Dann entschuldigte er sich, dass er gleich einen wichtigen Termin hätte und legte auf.

Ich war fassungslos.

Dennoch zwang ich mich, meinen Arbeitstag zu beginnen und fuhr ins Büro. Heute sollte ein Treffen mit bekannten Veranstaltungs-Managern unserer Stadt stattfinden, die in unserer Ausstellung einen Event durchführen wollten. Auch die Vertreter des Sponsoring-Unternehmens, die mit involviert waren, hatten sich angekündigt.

Ich muss dazu sagen, dass es bei diesem Projekt mittlerweile normal war, dass Unternehmen das Umfeld der Kunstinstallation als Event-Location buchten. Auch darum kümmerte ich mich und bis Verena mitmischte, verlief auch alles reibungslos. Zudem: bei jedem Event verdiente der Künstler mit einer Miete, die er verlangte, Geld. Und da ich in der Szene gut vernetzt war, kamen viele meiner Kontakte, um die Location gegen Gebühr zu mieten.

So war es auch diesmal. Die Leute, die sich angekündigt hatten, waren einige Tage zuvor schon mit mir über das Ausstellungsgelände gegangen und wir hatten alle Details in Sachen der geplanten Veranstaltung besprochen.

Heute sollten die Verträge dazu unterzeichnet werden, ich hatte alles vorbereitet.

Als alle Beteiligten gegen 12.00 Uhr eingetroffen waren, traf ich mich mit ihnen – wie bis dato immer – in unserem Konferenzraum.

Es dauerte keine zehn Minuten und Verena – die mit diesem Metier gar nichts zu tun hatte – betrat den Raum. „Also mit dieser Veranstaltung, das wird nichts“ schleuderte sie den Managern, die verblüfft auf Verena schauten, entgegen.

„Sie hat sich da vermacht, wir haben an diesem Tag schon die Firma XY als Buchung drinstehen“ ließ sie sich vernehmen und deutete gleichzeitig auf mich.

Ich wusste nicht, wie mir geschah, als alle Gesichter fragend in meine Richtung starrten.

Wie lange ich da so saß, ohne auch nur ein Wort heraus zu bringen, weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur noch, dass – nach einer gefühlten Ewigkeit – ein herrisches „So, meine Herren, ich bedanke mich trotzdem, dass sie da waren“ von Verena ertönte und die Männer sich erhoben.

Irgendwann (so ganz bekomme ich das bis heute nicht zusammen…) stand ich wieder in meinem Büro, doch das bizarre Schauspiel hatte noch kein Ende, denn auch hier tauchte Verena auf. „Du bist gefeuert“ ließ sie mich wissen.

Wie ein Roboter packte ich meine Bürosachen zusammen, mir war endgültig klar, dass hier ein fieses Mobbing gegen mich lief.

Ich fuhr nach Hause und erhielt schon am nächsten Tag meine Kündigung per Post. Verena hatte ganze Arbeit geleistet. Als Grund wurde angegeben, dass ich meine Arbeit nicht zufriedenstellend ausgeführt habe, doch das war ja vorhersehbar.

Ehe ich es mich versah, war ich also zum Mobbing-Opfer geworden – so richtig fassen konnte ich das alles noch nicht.

Nun – der Rest meiner Geschichte ist schnell erzählt: ich ging zu einem Anwalt, berichtete ihm, dass ich Mobbing erlebt hatte und klagte gegen die Kündigung, so wie sie war. Natürlich wollte ich dorthin nicht zurück, aber es ging noch um -zig andere Sachen. Arbeitszeugnis, Urlaubsgeld & Co.

Ich startete in diesem Zusammenhang auch noch mal einen Versuch, mit meinem Chef zu sprechen und die Lage zu (er)klären. Es war mir nicht möglich. Er hielt zu Verena, Mobbing hin, Mobbing her.

Aber: am Ende stand ich das Ganze durch und es wurde seitens des Gerichtes auch in meinem Sinne geurteilt.

Allerdings dauerte es eine Weile, bis ich wieder soweit war, mich beruflich neu aufzustellen. Heute bin ich schon über 15 Jahre selbstständig und habe seitdem nie wieder Mobbing erlebt. Das Kunstprojekt indes, bei dem sich dies alles zutrug und ich tatsächlich zum Mobbing-Opfer wurde, gibt es noch heute, es ist eines der bekanntesten in Deutschland.

Verena arbeitet schon lange nicht mehr dort. Ich habe sie ein einziges Mal gegoogelt und fand sie in einem ganz anderen beruflichen Umfeld wieder.

Allerdings blieb es bei dieser einmaligen Nachforschung. Ich möchte mit diesen Leuten nie wieder etwas zu tun haben und bin froh, dass Mobbing in meinem Leben nie wieder ein Thema war! Bis heute nicht. Und ich gehe davon aus, dass das so bleibt!

Hilfe bei Mobbing gibt es – unter anderem – hier.

Bildnachweis (Symbolbild): pexels.com

Da bricht mir schon der kalte Schweiß aus, wenn ich nur daran denke“ – diesen Satz hört oder liest man oft, wenn es darum geht, dass Frauen auf Partys oder Veranstaltungen eingeladen sind, auf denen es definitiv zu Smalltalk kommt.

Viele schreckt diese leichte Art der Kommunikation ab, so manche weiß nicht, welches Thema er mit – zumeist – fremden Leuten auf einer Veranstaltung anschneiden soll.

Dabei ist Smalltalk freilich kein Hexenwerk und wenn das Eis erst mal gebrochen ist, plaudert es sich locker und leicht auch mit Menschen, die man eine Stunde zuvor noch gar nicht kannte. Das kann eine sehr bereichernde Erfahrung sein und vor allem auch eine lukrative – denn gerade Leute, die beruflich von Kontakten leben, können mit Smalltalk viel erreichen.

Ich selbst wage zu behaupten, Smalltalk ganz gut zu beherrschen – allerdings hatte auch ich anfangs so meine Ängste und war vor allem dann nervös, wenn ich alleine auf einen Event ging.

Allerdings ließ sich das seinerzeit nicht verhindern, da ich einst in eine Stadt zog, in die es mich beruflich verschlagen hatte und in der ich niemanden kannte. Zudem war ich damals Single.

Um überhaupt Leute kennenzulernen, musste ich mir was einfallen lassen (hierfür das Internet zu nutzen, war zu dieser Zeit noch keine wirkliche Option, es war das Zeitalter der knirschenden Modems und das Surfen war alles andere als komfortabel).

Zum Trainieren: Vernissagen besuchen!

Da auch ich wahnsinnigen Respekt vor gekonntem Smalltalk hatte und nicht wirklich wusste, wie ich auf einer Veranstaltung mit wildfremden Leuten in Kontakt kommen soll, suchte ich mir eine Art der Freizeitgestaltung heraus, die einen „Alles-kann-nichts-muss“-Aspekt hatte: ich besuchte Vernissagen.

Diese sind in vielen Städten öffentlich zugänglich, so dass man zur angegebenen Zeit einfach nur in der jeweiligen Galerie erscheinen muss.

„Sollte ich mit keinem ins Gespräch kommen, so kann ich mir immer noch die Bilder angucken“ – redete ich mir selbst Mut zu. Und tatsächlich: es klappte! Ich musste so gut wie keinen Augenblick meinen Blick an Bildern festeisen, nein – ich kam wie von selbst mit anderen Besuchern ins Gespräch.

Ein freundliches Grüßen, ein kleines Lächeln – mehr brauchte es meinerseits nicht, um relativ rasch mit den anderen Gästen zu kommunizieren.

Deshalb kann ich allen Leuten, für die Smalltalk (noch) Horror ist, raten, auf diese Art und Weise die Kunst der leichten Unterhaltung einmal auszuprobieren. Wie gesagt: wenn gar nichts geht, schnappen Sie sich ein Glas Sekt und schauen sich die Bilder an. Und gehen wieder!

Allerdings dürfte es fraglich sein, dass der Abend für Sie so endet. Ich für meinen Teil hatte damals – an meinem Smalltalk-Auftakt-Abend – am Ende der Veranstaltung eine ganze Menge neuer Visitenkarten in meiner Handtasche und zusätzlich sogar noch ein, zwei weitere Einladungen zu anderen Veranstaltungen.

Aber weiter in den Empfehlungen, die ich Ihnen fürs Gespräch ohne Tiefgang an die Hand geben möchte.

Keine Angst vor Smalltalk bei Stehempfängen!

Wenn Sie in die Situation kommen, geschäftlich eine Veranstaltung besuchen zu müssen, bei der es – wie es zumeist üblich ist – im Vorhinein einen Stehempfang gibt, dann seien Sie unbesorgt!

Sie können hier sowohl einen Stehtisch ansteuern, an dem noch niemand steht oder aber direkt einen Tisch ins Visier nehmen, an dem schon andere Gäste stehen und an den sie sich dazu gesellen wollen.

Bleiben wir erstmal bei der erstgenannten Variante: an einem Stehtisch, an dem sie als Erste alleine stehen, bleiben Sie nicht lange allein – versprochen! Und das Beste: der- oder diejenige, der oder die sich zu Ihnen gesellt, wird als Einstieg mit Smalltalk beginnen! Sie sind also fein raus und müssen nur noch eines tun: in die Unterhaltung mit einsteigen (ich stand einmal bei einer Veranstaltung alleine am Stehtisch und der Sänger der Gruppe Die Prinzen gesellte sich dazu mit den Worten „Sie stehen hier noch allein, da komme ich doch mal zu Ihnen“).

Also: die Leute, die dazu kommen, werden aktiv. Ebenso wird es mit anderen Leuten, die sich weiterhin dazu gesellen, laufen.

Sind Sie gezwungen, sich an einen Stehtisch zu begeben, an dem schon andere stehen – zum Beispiel, weil kein einzelner, freier Stehtisch mehr verfügbar ist – dann braucht es eine andere Strategie.

Aber – keine Sorge! Alles keine Kunst…

Nehmen wir an, es handelt sich um einen Stehtisch, an dem zwei Personen stehen. Diese können sich kennen, das muss aber nicht sein. Ihnen kann`s egal sein, denn für Sie macht es in Sachen Smalltalk keinen Unterschied, in welchem Bezug diese Leute zueinander stehen und ob überhaupt. Begeben Sie sich einfach auch an diesen Stehtisch und grüßen Sie nett.

Man wird zurückgrüßen – logisch.

Danach warten Sie einfach ab, denn ein Gespräch wird sich ganz sicher ergeben. Man wird sie in das Gespräch mit einbeziehen. Entpuppen sich die anderen zwei Personen als Gäste, die nicht miteinander bekannt und vielleicht alle beide Small-Talk-Muffel sind, nun: dann beginnen Sie doch ganz einfach ein Gespräch.

Es darf belanglos sein

Keine Angst – tiefgründiges Reden ist hier nicht angesagt! Irgendwas Belangloses reicht vollkommen! Zum Beispiel können Sie sich zu der Location, in der die Veranstaltung stattfindet, äußern.

Zum Beispiel so: „Das ist ja eine tolle Architektur hier“

Oder sie lassen eine Bemerkung über die Häppchen und das Catering vor Ort fallen, beispielsweise diese hier: „Sehr ansprechend gemacht und wirklich lecker“.

Auch eine leichte Bemerkung zum Inhalt der Veranstaltung kommt meist gut an. Diese könnte lauten: „Auf das Programm kann man ja gespannt sein, es klingt ziemlich vielversprechend“.

Ganz gleich, wie Sie das Gespräch beginnen – meist werden die anderen Personen am Stehtisch hierzu ebenso ein Feedback geben und schon ist man mittendrin in – zumeist – interessanten Gesprächen.

Wenn gar nichts geht: Wetter geht immer!

Probieren Sie es ruhig einmal aus und, wie schon erwähnt, alle vorgenannten Tipps sind von mir selbst erprobt und somit wirklich alltagstauglich.

Führen Sie sich bitte immer wieder vor Augen, das Smalltalk alles ist – aber bestimmt kein Hexenwerk!

Und noch was: falls Sie Sorge haben, dass all` diese Tipps Sie im Fall des Falles noch immer überfordern, dann ziehen Sie den Klassiker-Joker: plaudern Sie über`s Wetter!

Funktioniert auch und das ziemlich gut!

Und: all diese Tipps gelten natürlich auch, wenn Sie auf Veranstaltungen gehen, bei der von Anfang an alle sitzen (beispielsweise beim Ladies Lunch, Ladies Dinner usw.).

Und jetzt drücke ich Ihnen alle Daumen und sage: toi, toi, toi!

Bildnachweis: pexels.com

Die Kollegen nerven, der Chef auch und von der eigentlichen Arbeit ganz zu schweigen… Wer eine solche Situation in seinem Job erlebt, wird kaum mehr echte Lebensfreude verspüren, sondern das Wochenende ersehnen und den Montag verdammen. Dass das kein Leben ist, ist klar. Doch was tun, wenn man tatsächlich in einem Job gelandet ist, der einen – auf ganzer Linie oder in großen Teilen – frustriert?

Anja Niekerken, Coach und Buchautorin hat hierzu ein gutes Buch geschrieben und dafür einen Titel mit Klartext gewählt. „Montags muss ich immer kotzen – Erste Hilfe gegen Arbeitsübelkeit“ heißt ihr Werk, in dem sie sowohl mit Fakten als auch mit Lösungsansätzen aufwartet.

Zudem hat die Autorin selbst ganz oft die „Karriereleiter an die falsche Wand gestellt“ wie sie selbst sagt. Insofern merkt man es ihr an, dass hier keine Theoretikerin spricht, sondern eine Frau, deren Lebensweg schon die eine oder andere Kurve nehmen musste.

Wer also selbst in einer schwierigen beruflichen Situation oder im Job gar hochfrustriert ist, sollte sich zunächst einmal das Interview mit Anja Niekerken durchlesen – Sie finden es hier.

Bildnachweis: pexels.com