Mittwoch, 21. Februar, 2024

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Brustkrebs & Risikofaktoren: Shitstorm gegen Ärztin im Netz

Veranlagung, Gene, ein ungesunder Lebensstil, Vererbung: In Sachen Krebs kann vieles die Ursache sein. Die Beton liegt auf KANN, denn längst nicht jeder, der ungesund lebt oder erblich vorbelastet ist, bekommt Krebs. Dagegen trifft diese Diagnose oft auch Menschen, die gesund leben und Sport treiben. Deshalb wird in diesem Zusammenhang im Volksmund häufig von einer “Schicksals-Lotterie” gesprochen. Die den einen ereilt und den anderen nicht. Wie sensibel die Thematik gerade bei Brustkrebs ist, musste jetzt eine Ärztin erfahren, die gegenüber dem Magazin der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG – dem SZ Magazin – davon sprach, dass Übergewicht und Alkohol im Zusammenhang mit dieser Krebsart gefährlich sind.

Brustkrebs und der Zusammenhang mit Übergewicht und Alkohol – Userinnen sind empört

Das Magazin postete diese Worte auf seinem Instagram-Kanal – und bekam üblen Gegenwind. Unter den Kommentatoren waren vor allem Frauen, darunter Betroffene oder Angehörige von Frauen, die die Diagnose Brustkrebs bekommen haben. Viele von ihnen waren ob der Aussage der Ärztin empört und wiesen die Aussage, dass Übergewicht und Alkohol im Zusammenhang mit Brustkrebs gefährlich sind, zurück.

Im Wortlaut hatte das Magazin unter anderem folgendes auf seinem Instagram-Kanal gepostet:

“(…)Jede achte Frau in Deutschland erkrankt an Brustkrebs, Tendenz steigend. Doch das müsste nicht so sein. Die Spezialistin Pia Wülfing erklärt, warum Alkohol und Übergewicht gefährlich sind(…)”

Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten und waren teilweise heftig. Von “Graumsamkeit” und “Irreführung” ist im Kommentarbereich die Rede.

So schreibt beispielsweise Userin “tinakiwasabi” folgendes (Rechtschreibung im Original)

“Hört doch mal auf, Menschen einzureden, sie hätten generell alles selbst in der Hand. Das ist irreführend und auch grausam erkrankten Menschen gegenüber!”

Userin “Cloudie007” kommentiert als Betroffene wie folgt:

“So ein Blödsinn . Ich bin sehr jung daran erkrankt. Kein einziger!! Risikofaktor traf zu und auch keine genetische Erklärung.(…)”

Die Meinung von “manuklammer” sieht so aus:

“Gerade beim Brustkrebs spielt der Lebensstil weniger eine Rolle. Es ist unfair Erkrankten zusätzlich den Gedanken „Ich hätte was anders machen sollen“ aufzubürden”

Harsche Worte auch von “julekuehn”:

“Absolut zum Kotzen, dieser ständige und übersteigerte Fokus auf Risikofaktoren, für die die Patientin selbst Verantwortung trägt. Die Zahlen der (Brust) Krebspatientinnen steigen von Jahr zu Jahr an, und noch auffälliger: die Diagnostizierten werden immer jünger! Obwohl Ernährung, Bewegung, Vorsorge und allgemeiner Lebenswandel deutlich bewusster gelebt / besser sind als noch vor zwanzig oder dreißig Jahren! Die Rechnung geht nicht auf!”

Viele weitere Kommentare sind in einem ähnlichen Stil gehalten, wie die hier veröffentlichten.

Brustkrebs und die Auslöser: Die Unsicherheit ist groß

Keine Frage: Gerade bei Brustkrebs ist die Unsicherheit groß, fragen sich viele betroffene Frauen, was sie hätten vielleicht anders machen sollen und gesunde Frauen, was sie tun können, um diese Krankheit nicht zu bekommen.

Beliest man sich dazu im Netz, wird klar: Ganz eindeutig, WAS konkret zu Brustkrebs führt, kann wohl zum gegenwärtigen Zeitpunkt niemand sagen. Widersprüchliches findet sich auch auf professionellen Seiten zum Thema.

So ist bei der DEUTSCHEN KREBSHILFE einerseits davon die Rede, dass bei Brustkrebs die genaue Ursache noch unklar ist, aber andererseits sehr wohl Übergewicht und Alkohol Risikofaktoren sind. Wieder andere Stimmen sagen, dass der Lebensstil im Zusammenhang mit der besagten Erkrankung eher eine geringe Rolle spielt. Ein heikles Terrain, auf dem sich aktuell offenbar selbst medizinische Experten noch nicht ganz einig sind.

Mehr Sensibilität täte der Debatte gut

Ob es vor diesem Hintergrund sinnvoll ist, gewisse Faktoren, die eine Erkrankung begünstigen können, aber nicht müssen, in den Fokus zu rücken, sei dahingestellt. Richtig ist es sicher, immer wieder über Risiken zu diskutieren und den Hinweis auf eine gesunde Lebensweise zu kommunizieren.

Dass allerdings viele betroffene Frauen, die gesund leben und diese Diagnose bekommen, es als Zumutung empfinden, wenn so getan wird, dass eher ungesund Lebende von Brustkrebs betroffen sind, ist nachvollziehbar.

Deshalb: Etwas mehr Sensibilität würde den Debatten zu diesem Thema mehr als gut tun!

Quelle: instagram-Account szmagazin vom 31. Januar 2024

Bildnachweis / Copyright: pexels.com / Ron Lach
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