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Frau in Sportkleidung

Familie, Beruf, Haushalt, oft noch der Garten und vielleicht noch ein pflegebedürftiges Familienmitglied – der Alltag vieler Frauen hat es in sich. Zeit für die eigene Fitness bleibt da meist nicht viel. Die meisten Frauen stehen vor einem zeitlichen Dilemma, wenn sie sich entscheiden, wieder etwas für ihren Körper zu tun. Der Weg ins Fitness-Studio ist naheliegend, doch oftmals auf die Dauer nicht umsetzbar. Anfahrt, umziehen, trainieren, wieder umziehen, Rückfahrt – dieses Zeitfenster ist meistens nicht frei. Nicht wenige, die sich dennoch voller Enthusiasmus in einem Studio anmelden, enden als „Karteileiche“. Frust ist da vorprogrammiert – ganz klar! Es macht deshalb Sinn, sich als vielbeschäftigte Frau nach Alternativen in Sachen Sport und Bewegung umzuschauen.

Expertinnen, wie Tonia La Prova (im Bild) bieten solche Alternativen. Die sportbegeisterte Frau aus München geht als Personaltrainerin auf die individuellen Bedürfnisse ihrer Kundinnen ein und ist dann da, wenn es die Zeit der Klientin erlaubt. Wer auch diese Zeiteinheit im Alltag nicht einbauen kann, erhält durch die Expertin online Unterstützung. Mit einem abgestimmten Programm, das kaum Zeit oder gar Gerätschaften beansprucht und dann umgesetzt werden kann, wenn es der jeweiligen Kundin im Tagesplan passt. Mit simplen Übungen, die auch Anfängerinnen oder Nichtsportlichen leicht fallen.

Wir haben uns mit Tonia La Prova über ihre Erfahrungen als Personaltrainerin und die von ihr entwickelten Programme unterhalten. Zudem gibt sie wertvolle Tipps in Sachen Durchhalten. Denn dass einige Frauen, die fitter werden wollen, rasch wieder aufgeben, wenn sich der Erfolg nicht in einer bestimmten Zeit einstellt, ist eine Tatsache. Die aber nicht sein muss, wenn man mit der richtigen Einstellung an einen bewegungsorientierten Alltag herangeht. Welche das ist – und noch vieles mehr – verrät unsere erfahrene Interviewpartnerin im Gespräch.

FB: Tonia, Sie sind Personaltrainerin in München. Ein Beruf, der Ihr Hobby ist. Seit wann machen Sie das und wie kam es dazu?

(lacht) Ja, so ist es. Mein Hobby betreibe ich nun mehr seit über 20 Jahren auch als Beruf. Ich habe mich schon immer für Bewegung und Sport begeistert. Das ging mit 4 Jahren beim Bodenturnen los. Nahe dem Elternhaus gab es eine Kung Fu Schule, die ich besucht habe. Dann kamen mit 11 Jahren die ersten Kinderkurse zum Turnsport dazu, die ich im Fitnessstudio mitmachen durfte. Das waren Hip Hop und Jazz Dance Klassen ein- bis zweimal die Woche. Durch die 6 Jahre der Studiokurse habe ich manchmal die Erwachsenenkurse mit großen Augen beobachtet und als ich mit 16 endlich auch im Studio Mitglied werden durfte, habe ich – soweit es ging – jeden Kurs mitgemacht. Nach kurzer Zeit wurde ich von der Haupttrainerin angesprochen, ob das nicht auch was für mich wäre. Und so habe ich damals kurzerhand eine der ersten Aerobic und Fitness Ausbildungen genossen und mit 16 meine ersten klassischen Aerobic Kurse unterrichtet. Das war der Grundstein für alle anderen Ausbildungen, Fortbildungen und Studien und so weiter, die mich letztendlich zur Personal Trainerin haben werden lassen.

Personaltrainerin La Prova baute einst Damenbereich in Bodybilder-Studio auf

Nach und nach hat sich das dann so entwickelt, dass ich in einem der ersten Bodybuilder Studios in München (Klaus Aschober, dass es heute leider nicht mehr gibt) den Damenbereich auf- und ausbauen durfte. Sprich, sowohl mehr Kurse als auch die Damen an die Kraftgeräte zu bringen. Durch die Einzelgespräche mit den Damen hat sich das Personal Training herauskristallisiert.

Damals gab es einfach Unsicherheiten seitens der Damen zwischen den Bodybuildern alleine und eventuell dann auch noch falsch zu trainieren. Diese Unsicherheit konnte ich ihnen in den Trainings nach und nach nehmen, was auch andere Damen annimiert hat, es ebenfalls mit dem Kraft- und Personal Training zu probieren. Mir hat es einfach von Anfang an gefallen, Menschen zu begleiten, sie zu begeistern, gemeinsam ihre Hürden zu überwinden und sodann an ihren kleinen und großen Erfolgen teilhaben zu können (dürfen).

FB: Neben Ihrer Präsenz im realen Leben bauen Sie Ihren Service auch online immer stärker aus. Wie schaut das konkret aus?

Aktuell erstelle ich kurze knackige Tages-/ und Wochenprogramme, wie die Schöne Beine Challenge im Mai. Hier geht es darum, in 10 Tagen straffe Beine und einen knackigen Po zu erhalten. Mit täglichen Anregungen von mir per Video sollen die Damen die Tagesaufgaben angehen und in erster Linie mehr Bewegung in ihren Alltag bringen, Selbstfürsorge betreiben.

Zum Beispiel ist eine Aufgabe eine simple Beinübung, die sich Wall Sit nennt. Hier setzt sich frau mit dem Rücken angelehnt an eine Wand und behält die Position für 10 – 20 Sekunden. Die Übung kann sofort ausgeführt werden, ohne sich in Trainingskleidung zu werfen oder groß eine zeitliche Lücke in den Tag zu graben. Es wird lediglich eine Wand benötigt und maximal 2 Minuten. Der Mehrwert der Übung ist eine Anregung des Stoffwechsel (Kreislauf wird sanft aktiviert und das Körpersystem arbeitet hier auch nach der Übung noch nach) und zu den Bein- und Pomuskeln werden auch die Oberkörpermuskeln gezwungen mit zu halten (trainieren) und somit habe ich eine kurze knackige Ganzkörperübung.

Schon simple Übungen bringen mehr Wohlgefühl – auch als Online-Coaching

Eine andere Aufgabe ist beispielsweise eine Beinmassage anzuwenden, die helfen soll, die Durchblutung weiter anzuregen und die vorher austrainierten Stoffwechselschlacken aus dem Körper abzutransportieren. Durch den Kontakt mit mir selber und dem auseinandersetzen mit meinem Körper (oder manche nennen es lieber Problemzonen) entsteht ein doppelter Mehrwert. Die Damen kümmern sich aktiv und gut um sich selbst, lernen ihren Körper neu kennen, entwickeln mehr Wertschätzung für sich und ihren Körper, fühlen sich dadurch wohler, wodurch sich weitere positive Begegnungen und Erlebnisse im Leben ergeben.

Ein weiteres Programm das hinzukommt ist das Online-Bewegungs-Coaching. Hier können mich die Damen für ein 20 oder 50 minütiges Online-Coaching über meine Website buchen und ganz speziell auf sich zugeschnittene Bewegungs- und Trainingsempfehlungen (Pläne) erhalten. Zum Beispiel habe ich eine Kundin mit 5 Kindern, die sich gerade selbstständig ein Unternehmen aufbaut und zugleich trotzdem Bewegung und eine ausgewogene Ernährung in ihren umfangreichen Alltag integrieren möchte. Hier haben wir zusammen einen Stundenplan ausgearbeitet, wie sie was und wann integrieren kann. Das ist nur eine Lösungsempfehlung. Es geht hier wirklich um die Kundenwünsche, deren Ziele und auf einen für sie ganz persönlichen Lösungszuschnitt

FB: Ihr Credo lautet „Gesund, gelassen, glücklich“. Ziemlich simpel eigentlich – aber doch nicht immer einfach umzusetzen. Vor allem nicht für Frauen, die Familie, Job und Alltag händeln. Oder auch nur den Job, ihren Freundeskreis und ihr selbstbestimmtes Leben. Welches Konzept dürfen Frauen diesbezüglich von Ihnen erwarten?

Mein Konzept unterstützt Frauen, die mehr Bewegung und Gesundheit in ihr Leben bringen wollen, dabei, sich dauerhaft stolz, stark und vital zu fühlen. Jede möchte auf die eine oder andere Weise (wieder) mehr Sport treiben, weiß allerdings nicht, wie sie für sich – und dass auch noch alleine – am einfachsten hinbekommen soll. Daher ist mein Anliegen, für jede individuell Ideen/Pläne mitzugeben, wie sie mit Leichtigkeit Bewegung integrieren können, z. B. mit der Wall Sit Übung, die keinen großen Aufwand bedarf.

Denn es gibt schon viele Informationen im Internet und in sehr vielen Frauenzeitschriften, was am Besten gemacht werden sollte, doch die richtige Unterstützung für die Umsetzung, die fehlt einfach.

FB: Aktuell betreuen Sie eine Facebookgruppe. Worum geht es da und was erwarten die Frauen, die in der Gruppe sind? Erzählen Sie doch hierzu mal ein wenig!

Richtig. Seit November 2018 habe ich eine Facebook-Gruppe, die ausschließlich für Frauen einen geschützten Raum bietet, die ihre Gesundheitswünsche, wie Abnehmen, Zunehmen, mehr Bewegung in den Alltag integrieren, mehr Sport treiben/vielleicht auch mal einen Halbmarathon oder so bestreiten zu können, oder sich nach einer Geburt wieder fit und gesund fühlen, bessere Ernährung umsetzen wollen etc und so weiter, zu äußern. Und mittels meiner Unterstützung und seitens der Community diese zu erreichen.

Teilerfolge motivieren zum Dranbleiben!

Sprich, es wird zu jeder Woche ein kleines Ziel festgelegt, das leicht umsetzbar und auch erreichbar ist, so dass zum Ende der Woche ein Erfolg in der Community geteilt werden kann. Diese Teilerfolge sind es, die es bewirken, das große Wunschziel z.B. 5 Kilo, 15 Kilo oder mehr abzunehmen, in die Realität zu bringen. Hier geht es auch dabei, erst einmal kleine neue Gewohnheiten in den bestehenden Alltag zu integrieren, denn nur dann habe ich die Möglichkeit weiter zu machen, dranzubleiben und vorallem dauerhaft einzuhalten.

Das Hauptproblem bei fehlender Zielerreichung ist, dass wir – und damit meine ich auch im speziellen wir Damen – uns immer zu viel und zu große Ziele auf einmal vornehmen, was das Scheitern schon vorprogrammiert. Mit kleinen Teilerfolgen kommen wir nach und nach in den sogenannten Flow und wollen weiter auf der Erfolgswolke fliegen.

Zu den Teilzielen bekommen die Damen im ganz speziellen leicht anwendbare Trainingstipps, wie sie sich von innen und außen besser versorgen können z. B. durch die Magnesiumzufuhr (ein Powerstoff für über 300 Stoffwechselvorgänge im Körper!) und auch Rezeptvorschläge. Hier ist es mir ganz wichtig, dass es leichte Rezepte sind, mit normalen Lebensmitteln, die soweit jeder meist zu Hause hat und dass das Rezept in maximal 4 Schritten fertig gestellt werden kann. Wichtig ist mir hier auch, dass das Rezept keine vorgesetzten kcal-Angaben oder ähnliches behält. Es geht wirklich um gesunde ausgewogene Ernährung, die wirklich jeder in seinen vollgestopften Alltag integrieren kann.

FB: Sie sind ein Fan des ganzheitlichen Ansatzes und da gehört natürlich die Gesundheit unbedingt dazu. Wie integrieren Sie dieses Thema in Ihr Konzept?

Getreu dem Motto von Jim Rohn: Kümmere dich um deinen Körper. Das ist der einzige Ort zum Leben, den du hast. Mein Konzept dreht sich daher, um die gesund Erhaltung unseres Körpers und natürlich unseres Geistes. Denn gesund ist, wer sich bewegt. Nur wer sich bewegt, bleibt gesund. In der Bewegung ist Körper, Geist und Seele miteinander verbunden.

Bewegung sollte von der tiefsten Körperzelle aus beginnen

Daher sollte die Bewegung von der tiefsten Körperzelle aus beginnen. Sprich, ernähre ich mich gesund, fühlt sich die Körperzelle wohl und kann dem Körper mehr Leistung bieten. Unterstütze ich sie zu dem mit Bewegung, aktiviert das alle weiteren Körpermechanismen, wie den Stoffwechsel, die Hormonausschüttung, den Muskelaufbau und -erhalt, die Konzentration und so weiter. Diese Kettenreaktion (dieser Kreislauf) ist es, dass alles enger und effektiver miteinander arbeitet und uns gesund leben lässt.

FB: In Ihrer Arbeit mit Kunden vor Ort schneiden Sie das Programm speziell auf die Klienten zu. Wie schaut das im Detail aus?

Abgesehen von körperlichen Einschränkungen, worauf ich bei meinen Personal Training-Kunden zum Beispiel acht gebe, geht es vielen Kunden in erster Linie, um Zeitersparnis und effektiven – schnell sichtbaren – Ergebnissen. Daher baue ich das körperliche und mentale Training und die Ernährung so in den jeweilig vorhandenen Alltag des Kunden ein. Als Beispiel: eine Kundin von mir hat 5 Kinder, einen Ehemann, ist selbstständig und will dennoch etwas für sich tun. Lobenswert oder nicht? Von außen betrachtet wirkt das erst einmal unmachbar.

Für mich aber genau die Herausforderung, die ich liebe. Ich habe ihr ein kurzes Workout für Zuhause erstellt, dass sie zum Beispiel während dem Kochen oder beim Zähneputzen machen kann. Die Ernährungsideen sind ebenfalls so konzipiert, dass alle Familienmitglieder damit einverstanden sind, sie leicht umsetzbar sind und es natürlich auch schmeckt.

FB: Sie kreieren auch eigene Rezepte. Was für Mahlzeiten sind das?

Meine Rezepte sind auch wieder in erster Linie leicht umsetzbar und bestehen maximal aus vier Arbeitsschritten. Zur ausgewogenen Ernährung gehört für mich auch Zeitersparnis als ein ganz wichtiger Faktor mit dazu. Denn wenn ich nur kurze Zeit in der Küche bin, habe ich auch Lust, mir vielleicht drei Mahlzeiten am Tag herzurichten oder zu kochen. Gerade für Mütter ist die Dauerbetreuung aller Familienmitglieder mit Nahrungsmitteln hier sehr umfangreich und dann fehlt die Zeit für Bewegung und Selbstfürsorge etc.

Auch Selbständige und Singles profitieren von den Rezepten

Doch auch Selbstständige oder Singles profitieren von den schnellen Rezepten, denn weiter ist es für mich wichtig, dass es sich um Lebensmittel handelt, die leicht käuflich erwerblich und in jedem normalen Haushalt zu finden sind. Da gehe ich auch gerne von mir aus. Ich mag es überhaupt nicht, mir irgendwelche exotischen Lebensmitteln aus irgendwelchen schwer auffindbaren Spezialläden organisieren zu müssen. Sowohl zeitlich, als auch aus organisatorischer Sicht.

FB: Wie schaffen Sie es selbst, so fit zu bleiben?

Inzwischen gehört Training bzw. Sport für mich wie das Atmen dazu. Daher habe ich für mich schon seit vielen Jahren einen Automatismus entwickelt, wie ich Bewegung im Alltag habe. Zudem kommt natürlich hinzu, dass ich in meinen Trainings auch immer in Bewegung bin und die Freude, die ich selber im Sport empfinde, auch automatisch durch die Bewegung/das Vorzeigen/Mitmachen, bei meinen Kunden dadurch auch leicht überspringt und mir diese auch wieder zurück gespiegelt wird.

Hinzukommt natürlich auch: wer will schon bei einem unfitten Fitness-Trainer Personal Training-Stunden nehmen? Hier spielt der Spiegelbildfaktor eine ganz große Rolle. Denn Kunden suchen sich – meist unbewusst – Trainer aus, die ihrem Ideal entsprechen bzw. die sie als Motivation sehen/betrachten können.

FB: Sie sind durch Ihren Beruf sicher sehr eingespannt. Wenn dann doch freie Zeit ist – wie verbringen Sie die, gibt es Hobbys?

(lacht) Auch mit Bewegung. Am allerliebsten gehe ich Salsa tanzen, zweimal die Woche ist für mich Minimum und eher essenziell für meine Freude. Das Tanzen erdet mich, ist eine ganz andere Bewegungsart, wie sonst im Alltag oder in meinen Trainings und die Salsa Musik erwärmt einfach mein Herz und lässt es Freude sprühen. Dennoch liebe ich auch ruhige Aktivitäten wie lesen, schlafen, essen, malen und Stricken. In dem Retreat, in dem ich im März in Barcelona war, haben wir die Puzzle-Leidenschaft auch wieder entdeckt. Das hatte ich ganz vergessen, wie entspannend das für das Gehirn sein kann. (lacht)

Als Personaltrainerin auch für Männer eine Gruppe initiieren

FB: Aktuell hält der Frühling im Land Einzug. Welche beruflichen Pläne haben Sie für die kommenden Monate?

Auf jeden Fall meine Facebook-Gruppe weiter ausbauen und dadurch mehr Menschen Unterstützung bieten, Gesundheit und Bewegung in ihren vollen Alltag zu integrieren. Zu dem werde ich noch eine Bauch Challenge rausbringen und im Anschluss daran, beide Challenges als eigenständige Emailserie anbieten. So dass hier jeder, wann er oder sie möchte, die jeweilige Challenge 10 Tage durchgehen kann.

Zudem möchte ich zum Ende des Jahres noch eine Facebook-Gruppe nur für Männer starten.

Weiterhin stehen ein paar Kooperationen und Projekte an, die mich schon voller Vorfreude erfüllen und meiner Community noch einmal mehr Unterstützung bieten werden.

Mehr Informationen zu Tonia La Prova und ihren Angeboten finden Sie hier.

Copyright: Tonia La Prova

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Susanne Rittscher (im Bild) hörte durch Zufall von einem Pferdeschicksal, das es in sich hatte. Sie setzte sich für das Tier – Miranda – ein und holte es schließlich zu sich auf ihren Hof. Seitdem hat sich ihr Leben total verändert und ihr Alltag wird durch die Pflege und Fütterung von Tieren bestimmt. Bei dem einem Pferd blieb es längst nicht, denn mittlerweile haben noch mehrere vierbeinige Gesellen ein Zuhause bei Susanne gefunden.

Auf Miranda durch Zufall gestoßen

Über ihr ungewöhnliches Projekt, das zwischenzeitlich in einen Tierhilfe-Verein übergegangen ist, berichtet Susanne im Interview:

FB: Susanne, wie kam es dazu, dass Du an die Stute Miranda gelangt bist?

Das war eigentlich ein Zufall. Auf meiner frühen Morgenrunde mit den Hunden, traf ich hin und wieder einen Mann von dem ich wusste, dass er Hannoveraner Pferde züchtete. Er fuhr mit dem Fahrrad zu einer Weide, auf der seine Stuten standen. Ich ging einige hundert Meter neben seinem Rad her, bis ich abbiegen musste. Dabei sprachen wir immer ein paar Worte. So auch an einem Morgen Anfang Mai 2011. Ich fragte, ob er schon Fohlen hätte. Er bejahte, ein Hengstfohlen war gerade auf die Welt gekommen und eine der anderen Stuten hatte eine Totgeburt. Schon das zweite Jahre hintereinander, beklagte er sich.

Gnadenbrot? Von wegen!

Ich wollte wissen wie alt die Stute sei. 20 Jahre, erfuhr ich, er wollte sie jetzt nicht mehr belegen lassen. „Dann bekommt sie jetzt das Gnadenbrot bei dir?“ fragte ich naiv, denn ich wusste nichts über die Gepflogenheiten in der Pferdezucht. „Nein die geht zum Schlachter“, sagte er. Da waren wir an der Wegbiegung angekommen und ich ging mit den Hunden nach Hause. Den ganzen Tag wollte mir diese Geschichte nicht aus dem Kopf gehen. Ich fand es so ungerecht, was mit der armen Stute geschehen sollte. Für mich stand fest, ich musste dieses Tiere retten. Als ich anfing Miranda zu retten, kannte ich sie noch gar nicht. Mein näheres Umfeld fand diese Idee völlig verrückt.

FB: Wie ging es dann weiter?

Mir war es egal was Freunde und Verwandte dazu sagten, ich setzte Himmel und Hölle in Bewegung um Miranda zu retten. Merkte aber auch schnell, dass es schwierig war, ein altes und unreitbares Pferd unterzubringen. Niemand wollte Miranda haben, die ja nur Kosten und Arbeit verursachte und kein Geld mehr brachte.

Der Fall ging nun auch durchs Internet und lief durch mehrere Tierschutzverteiler. Viele Menschen hatten Mitleid, aber niemand war bereit Miranda aufzunehmen. Die Zeit wurde knapp, Mirandas Schlachttermin stand schon fest und ich hatte immer noch keinen Platz für sie gefunden. Obwohl ich noch kein Stückchen weiter gekommen war, sagte ich einfach zu dem Züchter ich hätte einen Interessenten für das Pferd gefunden.

Miranda – ein wunderschöner Schatz!

Susanne mit Stute MirandaEr wollte 500.- Euro haben, das war der Schlachtpreis. Ich bat ihn, von der Stute ein paar Fotos für die Interessenten (die es ja gar nicht gab) machen zu dürfen. Dabei sah ich die schöne Fuchs-Stute das erste Mal. Miranda war wirklich ein Schatz und wunderschön! Ganz ruhig stand sie da, mit viel zu langen Hufen. Die hatte er natürlich nicht mehr machen lassen. Das lohnte nicht, bei einem Pferd das eh zum Schlachter geht. Ich stellte die Fotos ins Internet doch mein Problem blieb. Es fand sich kein geeigneter Platz für Miranda.

Die Zeit drängte und so entschloss ich mich das Pferd selbst zu nehmen. Ich hatte zwar überhaupt keine Ahnung von Pferden, aber ich konnte die Stute nicht im Stich lassen. Ich hatte den Platz, da ich auf einem ehemaligen Bauernhof wohne. Zu dem Hof gehörten ein alter, baufälliger Pferdestall und eine Weide. Die stand allerdings schon seit vielen Jahren leer und war nicht eingezäunt.

FB: Wo hast Du dann Unterstützung erfahren?

Nachdem ich mich entschlossen hatte Miranda aufzunehmen, kam plötzlich eine Welle der Hilfsbereitschaft auf mich zu. Es kamen erste Spenden und eine Patenschaft. Dann meldeten sich freiwillige Helfer, die ihre Arbeitszeit und Kraft einsetzen um den alten Stall zu reparieren und die Weide einzuzäunen. Eine großzügige Dame spendete den Schlachtpreis für das Pferd. Es fanden sich noch mehr Menschen die das Projekt „Wie helfen Miranda“ finanziell unterstützen wollten.

Zweiter Gnadenbrotplatz wurde geschaffen

So viel Gutes geschah, damit Miranda weiterleben durfte! Das war so toll. Natürlich konnte und sollte die Stute nicht allein stehen und so schafften wir gleich noch einen zweiten Gnadenbrotplatz. Den bekam der alte Wallach Bachus, denn er wäre nach einem langen Leben im Dienste für die Menschen, auch fast geschlachtet worden.

FB: Dein Leben hat sich ja durch Miranda schon etwas geändert – denn heute ist sie nicht die einzige auf Deinem Hof. Erzähl doch mal!

Mein Leben hat sich mit der Rettung von Miranda vollkommen verändert. Die Tiere sind zu meinem Lebensmittelpunkt geworden und der Hof zu einem kleinen Gnadenhof. Hier finden alte und unvermittelbare Tiere, die niemand mehr haben möchte, einen artgerechten Platz und werden liebevoll umsorgt.

Katzen, die schlummernZurzeit leben hier auf dem Hof zwei Pferde – Miranda (die am 23. Februar, 28 Jahre alt wird), Nielsson (ein 24-jähriger Haflinger), drei unvermittelbare Hunde – Chica, Campa, Giada, eine kleine Herde Ouessantschafe und 11 mehr oder weniger wilde Streunerkatzen. Aus meinem kleinen privaten Tierschutzprojekt „Wir helfen Miranda“ wurde im Jahr 2015, der Tierschutzverein „Tierhilfe Miranda e.V.“.

FB: Welche Herausforderungen bringt der Alltag mit den Tieren mit sich?

Das Projekt erfordert jede Menge Arbeitseinsatz, Kraft und Energie. Wer sich im Tierschutz engagiert, muss voll und ganz dahinter stehen. Tiere wollen jeden Tag versorgt werden, auch an Sonn- und Feiertagen. Egal wie das Wetter ist oder meine Befindlichkeit. Urlaub oder mal einen freien Tag gibt es für mich seit 2011 nicht mehr. So etwas kann man nur mit einem gewissen Herzblut durchhalten, das ich Gott sei Dank habe.

FB: Welche Rolle spielt der Verein „Tierhilfe für Miranda e. V.“?

Der Verein ist eine ganz wichtige Sache, mit dem das Projekt finanziell unterstütz wird. Wir sind als gemeinnützig anerkannt und dürfen Spendenbescheinigungen ausstellen. Gerade alte Tiere brauchen hochwertiges Futter, eine gute Pflege und öfter mal den Tierarzt. Unsere Pferde haben eine chronische Atemwegserkrankung, was einige Anforderungen an eine gesunde Haltung stellt. Sie bekommen Kräuter, Schüßler-Salze und Reiki, als Unterstützung für die Atemwege.

Die Pflege und Verpflegung der Tiere ist kostenintensiv

Die Hufe sind nicht mehr so gut wie bei jungen Pferden, da muss der Hufschmied noch öfter kommen. Wir benötigen große Mengen an qualitativ hochwertiges Heu und staubarmer Einstreu. Das kostet alles enorm viel Geld und wir sind auf Spenden angewiesen. Das ganze Projekt finanziert sich nur über Spenden. Wir erhalten keinerlei Gelder von der Gemeinde oder vom Staat. Dabei kümmern wir uns auch um die Streunerkatzen in unserem Ort.

FB: Wie stemmst Du das alles? Vor allem in den Wintermonaten? Hast Du auf dem Hof praktische Hilfe?

Aktive Hilfe habe ich zurzeit leider nicht mehr. Die ehrenamtlichen Helfer sind aus alters- oder gesundheitlichen Gründen ausgeschieden. Nachdem die letzten beiden Helfer in ein anderes Bundesland gezogen sind, kümmere ich mich ganz allein um den Hof und die Tiere. Im Winter ist das ganz schön anstrengend. Pferdehaltung bedeutet sowieso körperlich schwere Arbeit. Im Winter ist es aber noch anstrengender.

FB: Wie verbindest Du all das mit Deinem Beruf?

Ich denke, so wie alle Menschen, die ehrenamtlich tätig sind. Mein Tag ist vollkommen durchgeplant und strukturiert. Sonst würde ich meine täglichen Aufgaben gar nicht schaffen. Viel Zeit für mich bleibt da nicht. Doch das ist nicht schlimm, denn ich weiß, warum ich das hier mache. Die Tiere geben mir so viel zurück. Ich kann das wirklich als meine Erfüllung bezeichnen.

FB: Wie sieht ein normaler Tag auf dem Hof bei Dir aus?

HofDas ist je nach Jahreszeit und Wetterlage anders aus. Ich beschreibe einfach mal meinen Tag, wie er zurzeit aussieht. Wir haben Anfang Februar und Dauerfrost. Morgens um 6.00 Uhr bekommen die Pferde und Schafe Heu. Danach gehe ich mit den Hunden die Morgenrunde. Wenn wir zurück sind, geht es in den Stall und die Pferde bekommen ihr Müsli und frisches Wasser. Bei Frost kann ich die Außenwasserleitung nicht nutzen.

Ich muss das Wasser in Eimern aus dem Haus schleppen, um die Tränken der Pferde und Schafe zu füllen. Wenn ich das erledigt habe, miste ich den Stall.

Zwischen Füttern und Pflegen: Kaffee und Büroarbeit

Danach kratze die Hufe der Pferde aus. Je nach Bedarf werden sie auch gestriegelt. Dann bekommen die Pferde noch einmal Heu und es geht ins Haus. Nun füttere ich die Hunde und Katzen und säubere die Katzenklos. Meistens bin ich so gegen 10.00 Uhr mit all dem fertig. Während die Hunde ihren Verdauungsschlaf halten, koche ich mir einen Kaffee und fahre den PC hoch. Bis ca. 12.00 Uhr erledige ich nun Büroarbeiten. Dann bekommen die Pferde noch einmal Heu und ich esse etwas. Anschließend gehe ich mit den Hunden, kümmere mich um den Haushalt und die Büroarbeit. Dann bekommen die Pferde wieder Heu und ich säubere wieder die Katzenklos. Um 16.30 Uhr bekommen die Pferde noch eine Portion Müsli.

Dann schleppe ich wieder Wassereimer und fülle die Tränke auf. Anschließend miste ich wieder den Pferdestall und verteile Heu in den Raufen, ebenso bei den Schafen. Ich lasse die Hunde raus und gehe ein bisschen mit ihnen auf dem Gelände. Sie können sowieso immer raus, wenn sie das wollen. Giada, unsere Herdenschutzhündin, begleitet mich normalerweise immer, wenn ich auf dem Hof unterwegs bin oder die Pferde versorge. Bis 19.00 Uhr habe ich Zeit für meine Büroarbeit und was sonst noch so anliegt. Dann bekommen die Hunde und Katzen ihr Abendbrot und ich koche mir etwas. Um 20.00 und um 23.00 Uhr bekommen die Pferde wieder Heu, damit sie die Nacht gut überstehen. Nach der letzten Fütterung lasse ich die Hunde zum Pinkeln in den Garten und dann geht es ab ins Bett.

FB: Welches war Dein schönstes Erlebnis bisher auf dem Hof, mit Deinen Tieren?

Es gibt eigentlich so viele schöne Erlebnisse, da fällt es mir schwer eins als das schönste zu nennen. Mir fällt jetzt spontan ein Erlebnis mit unserer Herdenschutzhündin „Giada“ ein. Dafür muss ich erst mal erklären wie sie zu uns kam und wie sie vorher untergebracht war. Giada ist eine Maremmano Hündin. Ein Maremmano ist ein italienischer Herdenschutzhund. Diese Hunde stellen aufgrund ihrer Veranlagung, besondere Bedingungen an ihr Zuhause und sind deshalb sehr schwer zu vermitteln. Giada war nur wenige Wochen alt, als sie in Italien auf der Straße gefunden wurde. Man ging davon aus, dass der Welpe ausgesetzt wurde. Sie kam in ein riesiges Tierheim, mit über 700 Hunden, davon sehr viele Vertreter ihrer Rasse. Die kleine Maus wurde aufgepäppelt und überlebte. In Italien werden Straßenhunde nicht getötet, sie bleiben den Rest ihres Lebens hinter Gittern.

Giada – eine Bereicherung für den Hof

Dieses Schicksal hatte auch Giada vor sich. Sie sollte bis an ihr Lebensende, in einem kleinen Zwinger eingesperrt bleiben. Auf hartem Betonboden, ohne Decke, ohne Körbchen, ohne Spielzeug, ohne menschliche Zuwendung. Keine Abwechslung, kein Gras unter ihren Füßen, keine Freiheit, niemals rennen können, ein Hund von 700 anderen. Nur Gitterstäbe und Beton vor der Nase. Als Giada ein Jahr alt geworden war, machte uns jemand auf ihr Schicksal aufmerksam. Sie war jetzt zu einem großen Hund herangewachsen, hatte aber nie die Welt gesehen. Wir entschlossen uns ihr zu helfen und holten sie dort raus.

Hund und PferdIhr gesamtes erstes Lebensjahr hatte Giada (im Bild mit Miranda) hinter Gittern verbracht. Als sie hier auf dem Hof ankam, sah sie das erste Mal, dass die Welt hinter den Gitterstäben weitergeht. Was es heißt laufen zu können, wie sich Gras unter den Pfoten anfühlt, oder was für ein Spaß es ist im Teich zu planschen. Sie lernte an der Leine zu gehen und wie es ist einen Menschen zu haben, der sich um sie kümmert. Vor den anderen Tieren hier auf dem Hof hatte sie zuerst Angst. Sie hatte ja auch noch nie ein Schaf, Pferd oder eine Katze gesehen. Ich half ihr, gab ihr Sicherheit und die Zeit die sie brauchte, um sich einzuleben.

Großer Hund kümmert sich um kleine Katzen

Giada machte ganz tolle Fortschritte, obwohl alle wichtigen Prägungsphasen eines Welpen, bei ihr in der reizarmen Umgebung des italienischen Tierheims abgelaufen waren. Ich merkte wie sie sich Mühe gab und immer entspannter und freier wurde. Im Sommer 2018 hatten sich dann mehrere halbwilde Katzen in den Nebengebäuden unsers Hofes einquartiert. Darunter 4 Mutterkatzen mit Babys. Mir gelang es ein paar der Babys einzufangen. Ich nahm sie mit ins Haus und da geschah etwas, womit wir überhaupt nicht gerechnet hatten. Giada, die Hündin die selbst im Hundeknast großgeworden war, kümmerte sich um die Katzenbabys.

Sie nahm alle Babys unter ihre Fittiche, passte auf sie auf, knuddelte sie bei jeder Gelegenheit durch und zähmte sie so. Bald waren 16 Babys, unterschiedlichen Alters, die in Giada eine Nanny gefunden hatten. Giada half mir erst die Babys und dann die Mutterkazten zu zähmen. Ohne die Herdenschutzhündin wäre ich nicht so schnell an die verwilderten Katzen herangekommen.

FB: Wo können sich Interessierte über Dein Projekt informieren?

Wir berichten regelmäßig auf unserem Blog über unsere Arbeit und die Tiere. Außerdem sind wir auch auf Facebook vertreten.

FB: Was steht als nächstes an, gibt es schon Pläne für das Frühjahr oder den Sommer?

Für das Frühjahr haben wir die nächste Katzen-Kastrationsaktion geplant. Es sind noch einige wilde Katzen an der Futterstelle, die noch nicht kastriert wurden. Dafür brauchen wir unbedingt Spenden. Unser kleiner Verein schafft das nicht allein. Pferdehaltung ist im Winter extrem teuer. Dieser Winter ist noch heftiger für uns. Wegen der ungewöhnlichen Dürre 2018, sind die Preise für Heu geradezu explodiert. Wir versuchen momentan alles, damit wir unsere Tiere gut über den Winter bekommen. Da bleibt kein Cent für die Kastration der verwilderten Katzen übrig.

Hilfe wird benötigt!

Eine Kastration ist aber so wichtig, weil wir nur so die unkontrollierte Vermehrung der Streuner verhindern können. Wir wollen in diesem Sommer nicht wieder mit 16 Babys da sitzen, die wir dann versorgen müssen. Die wilden Katzen sind meistens krank und kaum zu vermitteln. Deshalb brauchen wir unbedingt Hilfe.

FB: Sicherlich ist Deine Freizeit – bedingt durch die Tätigkeiten auf dem Hof – knapp. Wenn Du aber doch einmal freie Stunden zur Verfügung, hast, was machst Du dann? Gibt es Hobbys? Wenn ja, welche?

Das stimmt, meine Freizeit ist knapp, da bleibt wenig Zeit für Hobbys. Ich nutze kleine Pausen gern zum Meditieren oder für Reiki. Damit tanke ich neue Kraft und lade meine Batterien auf. Außerdem halte ich mich gern in der Natur auf, bewege mich gern und mag Fotografieren. Außerdem interessiere ich mich für Naturheilkunde und Homöopathie, lese gern, schaue gern einen guten Film und mag gute Gespräche und mit netten Leuten zusammen sein.

Bildnachweis: Susanne Rittscher

Gabriela Friedrich mit dem inflationär verwendeten Attribut „Powerfrau“ zu versehen, passt nicht. Nicht nur, weil aktuell gefühlt jede zweite beruflich erfolgreiche Frau dieses Etikett – meist medial – verpasst bekommt, sondern weil das, was Gabriela Friedrich ausmacht, viel mehr ist als weibliche Power.

Die Hamburgerin (im Bild), deren Vita sich bereits wie ein Abenteuer liest, ist beruflich unglaublich vielseitig aufgestellt und strahlt dennoch die Gelassenheit derer aus, die das „Hamsterrad“ hinter sich gelassen haben. Gabriela Friedrich, die sowohl Coachings anbietet, als auch Bücher und Fachpublikationen schreibt und zudem Veranstaltungen organisiert, widmet sich mit ihren Klienten intensiv Konflikten, die aus menschlichen Prägungen heraus entstehen. Wer die tiefgründige, charismatische Norddeutsche erlebt, spürt, dass sie ihr Business mit innerer Kraft und Intuition organisiert. Im Interview stand uns Gabriela Friedrich Rede und Antwort.

FB: Gabriela, Du bist im Web gleich mit drei Geschäftszweigen präsent – richtest Deinen Fokus auf den Finanzsektor, agierst aber auch im Hinblick auf Männer und bist zudem sehr erfolgreich in Sachen Coaching von Frauen – vordergründig Businessfrauen. Gib uns doch dahingehend einmal einen Einblick.

Was auf den ersten Blick so unterschiedlich wirkt, ist doch im Kern immer dasselbe. Es geht bei meinen Telefoncoachings, ganz gleich mit wem, in erster Linie um Prägungen als bestimmenden Einflussfaktor. Dr. Bruce Lipton sagt, dass 95 Prozent unseres Lebens durch innere Muster bestimmt werden, die in den ersten sieben Jahren unseres Lebens entstanden sind. So hoch würde ich den Wert nicht ansetzen – es gibt auch im Erwachsenenalter viele prägende Erfahrungen –, aber generell ist der Mensch weitaus mehr von Konditionierungen gesteuert als ihm bewusst ist.

Deshalb beginnt meine Arbeit – egal mit wem – immer mit der Suche nach inneren Programmen als mögliche verborgene Ursache des Problems, das im Coaching gelöst werden soll. Beispielsweise bat mich einmal eine Frau um Hilfe im Umgang mit ihrem Kollegen. Sie und er waren Vorstände eines Finanzunternehmens und in jedem Jahr machte es die Frau wahnsinnig, wie sehr ihr Kollege bei der Lieferung der Daten für den Geschäftsbericht trödelte. In dieser Situation hätte sich eine Mediation oder eine Kommunikationsberatung zur Lösung des Konfliktes angeboten, wäre aber ein Fehler gewesen. Denn tatsächlich war nicht der Kollege, sondern die Großmutter der Klientin für den Konflikt verantwortlich. Granny hatte nämlich Jahrzehnte zuvor gegenüber ihrer Enkelin immer wieder ihre große Furcht vor dem Finanzamt geäußert und damit eine entsprechende Konditionierung verursacht, die bei der Erstellung des Geschäftsberichts getriggert wurde.

Mit der von mir entwickelten Mentaltechnik (S)HE – (Self) Hypno Empowerment dauerte es ca. 15 Minuten, bis die Konditionierung gelöst und die Klientin in Bezug auf die Fertigstellung des Geschäftsberichts entspannt war.

Nun löse ich nicht nur Konditionierungen per Telefon, sondern bringe meinen Klientinnen und Klienten auch eine andere Haltung gegenüber ihren Emotionen bei. Jedes Gefühl hat eine Indikatorfunktion und es ist unsere Aufgabe, es ernst zu nehmen und sorgfältig zu analysieren, damit wir verstehen, was es uns sagen will. Dann erst können wir die passenden Maßnahmen ergreifen, wie z.B. eine Eigenbehandlung mit (S)HE.

Der Erfolg von (S)HE beruht darauf, mit dem Innersten so einfühlsam zu sprechen, dass es sich verstanden fühlt und Lust bekommt sich zu verändern. Das lässt sich wunderbar auf den Umgang mit unseren Mitmenschen übertragen. Ergo berate ich meine Klienten auch dabei, erfolgreicher mit ihren Ehepartnern, Kunden oder Chefs zu sprechen.

Und das letzte zielgruppenübergreifende Thema meiner Coachings ist die geschlechtliche Identität bzw. das Verhältnis von Frauen und Männer. Aber dazu später mehr. 

FB: Wie hat sich Dein Berufsleben gestaltet, bis Du an den Punkt gekommen bist, wo Du heute erfolgreich stehst?

Meine Vita ist etwas schräg: Ich wollte eigentlich ins Hotelfach, bin aber durch einen 2 ½-jährigen Aufenthalt an der Côte d’Azur in Cannes und ein Jahr in London bzw. Richmond in der Kommunikationsbranche gelandet. Seit 28 Jahren bin ich nun PR-/Marketingberaterin und Texterin, habe lange in Agenturen gearbeitet, eine sechsmonatige Fortbildung zum Werbe- und Eventassistenten für ein Bildungszentrum in Kassel konzipiert und realisiert, die Hamburger Texterschmiede gemeinsam mit den Vorständen aufgebaut und über 12 Jahre geleitet und parallel dazu seit fast 25 Jahren als professioneller Mentalcoach gearbeitet, vier Bücher geschrieben, ca. 35 Fachartikel publiziert und Kollegen in meiner Methode ausgebildet. Außerdem verantworte ich seit zwei Jahren die Schlussredaktion des Verbands-Magazins HAMBURGER UNTERNEHMER und veranstalte regelmäßig mit Partnern Vortragsveranstaltungen zu Digitalisierungs- und Wirtschaftsthemen. Mit anderen Worten: Ich kenne die Businesswelt und ihre Anforderungen ebenso gut wie die Innenwelt.

FB: Dein Know-how in Sachen Business dürfte auch eine große Rolle bezüglich Deiner bisher erschienen Publikationen gespielt haben. Wie kam es dazu und welche Bücher gibt es von Dir? 

Bisher gibt es vier Bücher, an dem fünften schreibe ich derzeit. Das erste Buch heißt „Ändere nicht deinen Partner, ändere dich selbst. Negative Erziehungsmuster erkennen und auflösen. So machen Sie nie wieder dieselben Fehler“, erschienen Anfang 2012 bei mvg. Es ist das Buch, mit dessen Hilfe wir unbewusste Beziehungssaboteure erkennen und beseitigen, die uns davon abhalten das Richtige zu tun. Meist wissen wir ja, wie wir uns eigentlich verhalten sollten. Wenn uns das nicht gelingt, liegt dies an Konditionierungen. Um die geht es in den meisten meiner Bücher. So auch in Buch Nr. 2: „4 Schritte zur Gelassenheit. Wie wir unseren Ängsten die Macht nehmen“ Egal ob Redeängste, Selbstzweifel oder die Sorge nicht dazu zu gehören – auch dieses Buch vermittelt, wie wir uns von angstverursachenden Prägungen befreien können.

Die beiden anderen Bücher sind „Best Practice“-Sammlungen für emotionale Kompetenz in der Wirtschaft. Da ist zum einen das kostenlose E-Book „Wer fühlt, gewinnt!“ und dann das Buch „FINANZEINHÖRNER – good guys in the money business“, erscheinen bei Z&G. Ich glaube an die Wirkung positiver Vorbilder. Deshalb präsentiere ich gerne Menschen, die mit Anstand, Menschenkenntnis und Empathie erfolgreich sind.

FB: Begleitend zu Deinen Themen gibst Du Lesungen und hältst Vorträge. Wo bist Du diesbezüglich präsent, aus welchen Branchen kommen – im Zusammenhang mit Deinen Vorträgen – die Auftraggeber, vor welchem Publikum agierst Du? 

Früher habe ich häufiger Präsenz-Vorträge gehalten, sei es vor Selbständigen und Unternehmern, vor Führungskräften oder in Frauennetzwerken. Mittlerweile bin ich dazu übergegangen, Vorträge und Lesungen per Telefonkonferenz zu veranstalten. So kann jeder aus ganz Deutschland, der sich für das Thema interessiert, ohne Aufwand dabei sein.

FB: Du vertrittst die These, dass Frauen sich doch mit echten Problemen beschäftigen sollten – was konkret meinst Du damit?

Wann immer ich bei Facebook Frauengruppen beitrete oder Frauen-Netzwerk-Veranstaltungen besuche, fällt mir etwas auf: Frauen beschäftigen sich dort primär mit „soften Themen“, die die Welt zu einem schöneren, lebenswerteren Ort machen. Das ist im Prinzip gut und wichtig, doch würde ich mir auch eine faktenbasierte Auseinandersetzung mit unserem Finanzsystem, nationaler und internationaler (Wirtschafts-)Politik und gesellschaftlichen Tendenzen sowie deren Hintergründen wünschen. Ohne das erforderliche Hintergrundwissen werden Frauen leicht zu Opfern von Ideologen und Medien, die sie mittels Emotionen und Scheinmoral steuern. In unserer aktuellen gesamtpolitischen Lage ist das hochgefährlich.

FB: Um da ein bisschen im Bild zu bleiben: bilden die beruflichen Probleme, mit denen Frauen sich an Dich wenden, die Probleme, die in der Öffentlichkeit dargestellt werden (Gleichstellung, Gender-Gap, Diskriminierung von Frauen im Berufsleben, usw.) ab?

Ganz selten. Das mag daran liegen, dass meine Klientinnen wissen: Bei Gabriela Friedrich geht es um Eigenverantwortung. Wer über die von Dir genannten Probleme klagt, sieht die Verantwortung für seine Situation meist bei Dritten. Beim Arbeitgeber, bei der Gesellschaft, bei den Männern.

Nun gibt es zwar hier und da noch einige patriarchische Strukturen in Unternehmen, häufiger aber hat es mit prägenden Erlebnissen in ihrer Kindheit zu tun, wenn sich eine Frau diskriminiert fühlt. Sobald die bearbeitet und gelöst sind, ändern sich ihr Auftreten, ihre Erwartungshaltung und ihre Ausstrahlung. Und schon geht die Umwelt anders mit ihr um, respektiert sie und nimmt sie ernst.

Manche Klientinnen fragen mich, wie sie authentisch führen, ohne männliche Verhaltensweisen zu kopieren und ohne innerlich zu verhärten. Oder sie möchten die Beziehung zu ihrem Vorgesetzten oder Kollegen verbessern. Ein ganz großes Thema ist der Wunsch, erfüllter und sinnstiftender zu arbeiten. Wieder andere sind im Gespräch für eine Führungsposition und tun sich schwer mit der Entscheidung, weil für sie Macht negativ besetzt ist. Die Anliegen sind also vielfältig, wobei in zahlreichen Anliegen auch Spannungen zwischen den Geschlechtern eine Rolle spielen. Vielfach fehlt das Bewusstsein für die eigene geschlechtliche Identität und deren Bedeutung ebenso wie das Verständnis für die Eigenheiten und Sensibilitäten des anderen Geschlechts. Und es ist schön zu erleben, wie rasch sind die Dinge durch etwas mehr Achtsamkeit und Bewusstheit harmonisieren.

FB: Stehen sich manche Frauen selbst zu sehr im Weg und wenn ja, inwiefern?

Grundsätzlich steht sich jeder mit seinen Konditionierungen in irgendeiner Weise im Weg. Allerdings beobachte ich bei Frauen und Männern im Coaching unterschiedliche Herangehensweisen an Probleme. Männer springen sofort auf das Konzept der Eigenverantwortung, auf die logische Analyse von Gefühlen und ihren Ursachen und auf die Möglichkeit der schnellen Lösung an. Frauen hingegen stellen gerne Nähe zu anderen Frauen her, in dem sie über ihre Probleme sprechen. Sie bekommen Verständnis, Mitgefühl und Zuspruch, was sich gut anfühlt. Da ist dann der Antrieb, das Problem los zu werden, viel geringer. Außerdem begeben sich Frauen – natürlich nicht alle, aber doch erstaunlich viele – gerne in die Opferrolle. Häufig ist ihnen gar nicht bewusst, dass sie sich komfortabel in dieser Haltung von „ich leide und Du bist schuld und musst Dich ändern“ eingerichtet haben. Wenn ihnen das im Coaching klar wird, ist das Entsetzen meist groß. Doch dann folgt der Schritt ihn ihre wahre Größe und damit in die bedingungslose Eigenverantwortung.

FB: Du coachst Frauen zwar vordergründig im beruflichen Bereich, hast aber auch Klientinnen, die sich an Dich im Zusammenhang mit privaten Schwierigkeiten oder/und Problemen wenden. Vor welchen Herausforderungen stehen diese Frauen?

Ich trenne nicht wirklich zwischen beruflichen und privaten Themen; wir sind überall Mensch und tragen unsere Konditionierungen in alle Lebensbereiche hinein. Viele meiner Klientinnen haben ein niedriges Selbstwertgefühl, tun sich schwer damit Grenzen zu setzen, glauben sich Liebe verdienen zu müssen, fühlen sich verantwortlich für die Gefühle ihrer Nächsten, leiden unter Selbstvorwürfen, Schuldgefühlen oder schleppen uralte Wut auf jemanden mit sich herum, der sie irgendwann verletzt hat. Ein wiederkehrendes Problem ist das gestörte Verhältnis zu Vater oder Mutter, was sich in der Liebe genauso auswirken kann wie in der Karriere. Oder die klammernde Mutter hindert ihre erwachsene Tochter, zur unabhängigen, starken Frau zu werden. Bei Paarkonflikten aller Art werde ich häufig um Hilfe gebeten oder auch bei ungewollter Partnerlosigkeit. Zu letzteren gehört meist auch, alte schmerzvolle Männererfahrungen mit (S)HE zu bearbeiten, damit die Frau ihr Herz wieder zu öffnen vermag. Sehr vielen Frauen vermittle ich derzeit, Männer besser zu verstehen und mit ihnen erfolgreicher umzugehen. Das zahlt sich privat und im Beruf aus.

FB: Wie gestalten sich Deine Coachings mit Frauen?

Das hängt von davon ab, was die Frau von mir möchte. Erst gibt es ein ausführliches, kostenloses Kennenlern-Telefonat, bei dem ich der Frau meine zugegebenermaßen ungewöhnliche Mentaltechnik erkläre. Wenn sie sich entscheidet mit mir zu arbeiten, erhält sie per Mail einen langen Text, den sie laut lesen und mit einem selbst gewählten Schlüsselwort codieren muss. Das ist die sogenannte (S)HE-Installation, eine Art von langfristig wirksamem Programm, das durch Lesen im Unterbewusstsein installiert wird. Mit ihm gelingt es, selbst jahrzehntealte schmerzvolle Erlebnisse in kurzer Zeit zu neutralisieren. Häufig beseitigen wir damit pro 60-minütiger Sitzung drei massive Faktoren, die das Selbstbild oder die Einstellungen der Frau negativ beeinflussen.

Welche Erlebnisse oder Glaubenssätze das sein könnten, erforscht die Frau zunächst in Eigenregie, denn ich möchte, dass jede Klientin die Expertin für ihr eigenes Innenleben wird.

In der ersten „echten“ Telefonsitzung sichten wir gemeinsam die Forschungsergebnisse, ich helfe Zusammenhänge zu erkennen und die wichtigsten, machtvollsten Prägungen zu identifizieren. Die nehmen wir uns dann eine nach der anderen vor. Die Klientin braucht sich dann nur auf die alte prägende Erfahrung oder den einschränkenden Glaubenssatz zu konzentrieren, den Rest erledige ich. Wenn die Konditionierungen beseitigt sind, die für das Problem der Frau verantwortlich waren, besprechen wir weitere Coaching-Inhalte wie z.B. Kommunikationsberatung. Es hängt ganz davon ab, was für diese spezielle Frau in ihrer individuellen Situation zusätzlich sinnvoll ist.

FB: Oftmals gehen die Anliegen, mit denen Klientinnen sich an Dich wenden, auch sehr ins Private, Stichwort: Sexualität. Was für Themen spielen da eine Rolle?

Die Themen reichen von Hemmungen bei bestimmten Praktiken bis hin zu einer generell negativer Haltung gegenüber Sexualität oder großer Scham, weil sie sich nicht schön genug finden. Auch wenn nach einigen Jahren der Partnerschaft sexuelle Unlust aufkommt, kann ein Mentalcoaching helfen. Denn bei vielen dieser Schwierigkeiten spielen mentale und emotionale Prägungen eine Rolle. Wenn die beseitigt sind, kann die Frau ihre Lust endlich frei genießen.

FB: Wie gestaltet sich bei Dir ein typischer Arbeitstag? 

Den gibt es nicht; jeder Tag ist anders. Das liegt allerdings nicht nur an der Vielfalt dessen, was ich tue. Ich versuche auch die Aufgaben dann zu erledigen, wenn es sich richtig anfühlt. Alles hat seinen optimalen Zeitpunkt, an dem es leicht und gut gelingt.

FB: Du bist beruflich sehr eingespannt. Wie schaltest Du ab, gibt es Hobbys?

Ich liebe England, seine Landschaften und die Architektur. Deshalb schaue ich mit Begeisterung auf YouTube Folgen der britische Serie „Escape to the Country“. Darin geht es um potentielle Immobilienkäufer, die sich in ihrer Lieblings-Region drei Objekte anschauen. Dabei werden nicht nur die überwiegend historischen Häuser gezeigt, sondern auch die Gegend vorgestellt. Ich habe eine Weile in England gelebt, war lange mit einem Engländer liiert und nähre mit diesen Videos den anglophilen Teil meiner Seele.

FB: Was für Pläne gibt es derzeit in Sachen Coaching, Bücher oder auch Lesungen/Vorträge? Und: wo kann man Dich öffentlich erleben?

Ab Februar oder März startet das große, ganzheitliche Gesundheitsportal MyHealthy.Plus, das ein ehemaliger Top-Banker gegründet hat. Er gehört zu den von mir porträtierten Finanzeinhörnern und hat sich aufgrund schwerer Krankheit mit den Aspekten von Gesunderhaltung beschäftigt. Bei dem Portal verantworte ich MyMentalCoach.Plus, weil schließlich das emotionale Wohlbefinden und glückliche Beziehungen wichtige Faktoren für unsere Gesundheit sind. Im Shop des Portals kann sich jeder mein kostenloses E-Book über (S)HE herunterladen. Und ab März werde ich für die Interessenten des Portals einmal monatlich kostenlos in einer Telefonkonferenz erreichbar sein. Bei dieser Gelegenheit kann man mich kennen lernen, mir Fragen stellen oder sich Tipps für die Selbstanwendung von (S)HE holen. Schließlich biete ich über den Shop von MyHealthy.Plus auch ein kurzes (S)HE-Training plus Unterlagen an, sodass man sich im Alltag jederzeit selbst helfen kann.

Außerdem werden dort im Shop die Produkte von Ethno Health erhältlich sein, einem der wenigen Anbieter von Heilkräuterrezepturen, die meiner Einschätzung nach wirklich gut sind.

Mein größtes Projekt für 2019 ist es, endlich mein Buch „Männer sind wundervoll, Frauen auch“ fertig zu stellen. Es ist ein Männer-/Frauen-Versöhnungsbuch mit konkreten Tipps für beruflichen Erfolg, grandiosen Sex und erfüllende Liebe. Während ich das Buch schreibe, werde ich bereits daraus lesen. Natürlich auch per Telko – die Termine stehen rechtzeitig auf meiner Website. Genauso wie die Termine für die(S)HE-Telkos, bei denen ich Menschen erkläre, wie sie Freundschaft mit ihrem eigenen Hirn schließen und mit ihm so nett sprechen, dass es gerne tut was sie möchten. Ich würde mich sehr freuen, auch deine Leserinnen bei diesen Lesungen und Vorträgen zu begrüßen. Vielleicht interessieren sie sich ja für ein besseres Miteinander der Geschlechter, für mehr Gelassenheit und Selbstliebe.

Weitere Informationen finden sich auf der Homepage von Gabriela Friedrich. Und auch hier.

Copyright: Gabriela Friedrich

Schöne, fantasievolle Weihnachtsgeschichten einfach selber schreiben und verschenken – das dachte sich Larissa Baiter (im Bild), als sie vor einigen Jahren vor der Frage stand, was sie denn ihren Lieben schenken sollte? Gutscheine sollten es nicht schon wieder sein und da sie schon lange eine Leidenschaft für das Schreiben hegt, begann sie, für Familie und Freunde persönliche Weihnachtsgeschichten zu schreiben und zu verschenken. Das kam an – und dabei soll es nicht bleiben…!

Wir haben die junge Frau aus der Schweiz, die auch als Online-Journalistin tätig ist und im „richtigen Leben“ als Wirtschaftsinformatikerin arbeitet, interviewt.

FB: Frau Baiter, hinter Ihren Weihnachtsgeschichten, die Sie als Buch herausgebracht haben, verbirgt sich keine gewöhnliche Entstehungsgeschichte – erzählen Sie doch mal!

LB: Die erste Geschichte entstand 2012. Ich wollte nicht schon wieder Gutscheine verschenken, meine Verwandten hatten schon alles und ich suchte nach einer Möglichkeit, etwas Persönliches zu Weihnachten zu schenken, das Freude bereiten könnte. Da ich weder ein Instrument spielen konnte, noch besonders gut Basteln oder Zeichnen, beschloss ich mein einziges Talent zu nutzen und eine Geschichte zu schreiben. So entstand die erste Geschichte, die viel Anklang fand und mir das Gefühl gab, dass ich wirklich Freude verschenken kann. So schrieb ich ab da jedes Jahr eine weitere Geschichte und rasch verbreitete es sich in meinem Freundeskreis und viele wollten ebenfalls eine Weihnachtsgeschichte lesen. Am Ende habe ich über 80 Briefe nach Deutschland, Österreich, Holland und in der Schweiz verschickt. Vereinzelte sogar noch weiter weg. Dieses Jahr habe ich nun den Mut gefasst, die Geschichten zu sammeln, zu überarbeiten und als Buch zu veröffentlichen. Zum Glück! Ich durfte viele tolle Erfahrungen dadurch machen und viel Neues lernen.

FB: Wovon handeln Ihre Weihnachtsgeschichten – können Sie einen kleinen Einblick geben, was die Leser erwartet?

LB: Die Kurzgeschichten handeln zwar alle von Weihnachten, behandeln aber ganz unterschiedliche Themen, die mir zu Weihnachten wichtig sind. So spielen Freundschaft, die Liebe, Zusammensein und  gutes Essen eine wichtige Rolle. Ein bisschen Fantasie ist auch mit dabei, so werden Schneemänner oder Tannen zum Leben erweckt und sowohl der Weihnachtsmann, als auch andere Fabelwesen kommen darin vor. Insgesamt sollen die Geschichten Emotionen wecken oder zum Nachdenken anregen und uns die wahre Bedeutung von Weihnachten wieder näher bringen, ohne dabei religiös zu sein.

FB: Woher nahmen Sie Ihre Inspirationen für die einzelnen Erzählungen?

LB: Es gab immer wieder Themen, die mich besonders beschäftigten in dem Jahr, in dem die Geschichten entstanden sind. Ich habe versucht meine Emotionen, Gedanken, Ideen und Vorstellungen aufs Papier zu bringen. Ohne dabei zu belehren oder mich zu sehr auf eine bestimmte Vorstellung von Weihnachten zu versteifen.

FB: Das Schreiben begeistert Sie schon, seit Sie Schülerin sind – was gibt es noch für Werke von Ihnen?

LB: Die bezaubernden Weihnachtsgeschichten ist mein erstes Buch. Davor gab es eine kostenlose Kurzgeschichte, mit dem Titel „Der zerstreute Professor und die Quintessenz“. Diese gibt es immer noch kostenlos als E-Book auf allen gängigen Plattformen oder auf meiner Homepage zum Download. Zudem bin ich seit ich fünfzehn bin als freiberufliche Journalistin tätig, da gibt es natürlich diverse Artikel von mir.

FB: Sie schreiben auch für Online-Magazine, in welchem Genre sind Sie hier aktiv?

LB: Angefangen hat das mit fünfzehn bei NegativeWhite.ch, einem Online Magazin, das damals über kleinere Szenekonzerte berichtet hatte. Mittlerweile ist Negative White in fast allen Musikgenres unterwegs, wir machen Bandreportagen, Interviews, Plattenrezensionen und natürlich immer noch Konzertberichte. Ein paar Jahre später bin ich per Zufall mit dem Fotografen von games.ch in Kontakt gekommen und durfte einen Gastartikel dort veröffentlichen. Irgendwie hat es gepasst und seitdem schreibe ich für sie Spieleberichte, Vorschauen und Eventberichte. Alles nebenberuflich.

FB: Wie verbinden Sie Ihre Leidenschaft – das Schreiben – mit Ihrem Hauptberuf als Wirtschaftsinformatikerin? Gibt es feste Zeiten, in denen Sie schreiben, wenn Sie nicht arbeiten müssen?

LB: Das ist tatsächlich eines der größten Herausforderungen! Mein Hauptberuf als Wirtschaftsinformatikerin ist oftmals sehr fordernd und ich verbringe viel Zeit im Büro. Das Schreiben dient mir als Ausgleich. Da mein Alltag aber durch die beiden Nebenberufe, die ich verfolge und durch meine anderen Leidenschaften und Interessen sowieso nicht zu strukturieren ist, schreibe ich einfach dann, wenn es eben geht. Das sind leider keine festen Zeiten und leider passiert das auch nicht regelmäßig. Trotzdem versuche ich mir Zeit freizuschaufeln, denn die Gedanken und Geschichten schlummern in mir und wollen raus!

FB: Sie haben ja auch schon Lesungen gegeben, wo war das und wie war die Resonanz?

LB: Das ist eine der tollen Erfahrungen, die ich durch die Veröffentlichung meines Buches mitnehmen durfte. Ich durfte in meinem alten Heimatdorf im „Büecherchorb Aadorf“ lesen. Am Tag der Lesung rief mich die Buchhändlerin an und informierte mich, dass sie mir ein Mikrofon organisiert haben, da sie mit mehr Leuten als ursprünglich geplant rechneten. Am Ende wurden sogar noch Stühle hinter mir aufgestellt und die Buchhandlung war mit über vierzig Leuten gefüllt. Ein tolles Erlebnis!

FB: Gibt es in Sachen Schreiben schon Pläne für`s neue Jahr?  

LB: Ich schreibe momentan an mehreren Projekten, darunter ein Kinderbuch, ein Thriller und ein Fantasie-Epos. Was davon wann fertig wird, ist schwierig abzuschätzen. Auf jeden Fall möchte ich gerne weiterschreiben, so oft und so viel ich kann! Doch gut Ding will Weile haben, realistisch gesehen gibt es von mir erst in ein paar Jahren wieder etwas zu Lesen.

FB: Wo verbringen Sie das Weihnachtsfest?

LB: Am schönsten Ort dieser Welt: In meinem Elternhaus, mit meinen Liebsten zusammen.

Infos zur Autorin und Bezugsquelle Buch – hier.

Bildnachweis: Larissa Baiter

 

Julia Sohn – Initiatorin der Aktion #grüneBüroklammer in Nordrhein-Westfalen

Mit einer Büroklammer für den guten Zweck – was hat das zu bedeuten? So reagierte ich, als mir auf Facebook die #grüneBüroklammer als Hashtag im Newsfeed unterkam. Aus Neugier klickte ich drauf und staunte was man – oder besser gesagt: Frau – mit diesem kleinen Büro-Utensil so alles erreichen kann.

Julia Sohn, eine engagierte Unternehmerin aus Nordrhein-Westfalen, nutzt nämlich tatsächlich eine  simple Büroklammer, um sich für den guten Zweck zu engagieren. Mittlerweile hat die umtriebige Düsseldorferin, die in der bekannten Metropole am Rhein auch eine eigene Business Academy aufgebaut hat, bereits die unterschiedlichsten Unternehmerinnen und Unternehmer in ihrer Region mit der Initiative #grüneBüroklammer angesteckt.

Erreichen möchte sie mit der außergewöhnlichen Idee, dass am Ende ein stattlicher Erlös in ein Kinderarmutsprojekt der Stiftung Sterntaler fließt.

Doch schon innerhalb der jetzigen Aktivitäten konnte finanziell benachteiligten Menschen geholfen werden – so einem Rentner, der dank der Aktion erforderliche Zahnarztbehandlungen vornehmen lassen kann, die er sich selbst nicht mehr leisten konnte. Alles in allem ist die #grüneBüroklammer ein außerordenlich kreatives Projekt, über das Julia Sohn – die selbst Mutter ist – im Interview Auskunft gibt.

FB: Frau Sohn, bevor wir zu Ihrer Aktion kommen – erzählen Sie doch etwas über sich und Ihre Arbeit, sowie über die Kurse, die Sie für Kinder entwickelt haben.  

Ich selbst habe Marketingkommunikation studiert und mir war schnell klar, dass ich mein eigener Chef sein möchte. 2001 habe ich mich mit der vame Business Academy selbstständig gemacht, ein Online-Weiterbildungsinstitut, dass ich seitdem als Akademieleiterin leite. Seinerzeit steckte das Thema eLearning noch in den Kinderschuhen. Manchmal weiß ich selber nicht, wo ich die Kraft hergenommen habe, so lange durchzuhalten. Heute weiß ich, dass sich das definitiv gelohnt hat. Im Angebot stehen bei uns diverse IHK-Prüfungsvorbereitungskurse sowie private Studiengänge aus den Bereichen: Vertrieb, BWL, Marketing, Werbung, Eventmanagement. Die vame arbeitet bundesweit und ortsunabhängig. Unsere Lehrgänge werden im Blended Learning-Format angeboten.

2008 kam meine Tochter zur Welt und da ich seinerzeit keinen sinnvollen Krabbelkurs gefunden habe, der auch mein Hirn etwas beansprucht, habe ich kurzerhand selbst einen kreiert. Daraus entstanden ist das „Krabbelreich“ in Düsseldorf-Oberkassel, das es bis heute parallel zur vame Business Academy gibt. Viele hundert Mütter haben schon an unseren Kursen teilgenommen. Von klassischer Rückbildung, Krabbelkursen mit Bildungscharakter, musikalischer Frühförderung, 1. Hilfe Kursen mit Schwerpunkt Babys und Kinder und seit über 1 Jahr auch 1. Hilfe-Kurse für Kinder ab 6 Jahren.

Die Kinder lernen bei uns, wie man sich in Notsituationen zu verhalten hat. Von 112 anrufen, stabiler Seitenlage, Verbänden anlegen bis zur Bedienung eines Defibrillators. Ein sehr sinnvoller Kurs, der unter dem Motto steht: Auch Kinder können Leben retten! Seit einigen Monaten ist daraus in Kooperation mit der Stiftung Sterntaler ein Stadtprojekt geworden. Wir versorgen gemeinsam alle 4. Klassen der Grundschulen mit diesem Kurs. Was gibt es sonst noch über mich zu sagen? Ich würde mich als sehr kreativen Menschen bezeichnen, der gerne mit der Zeit geht und verrückte Ideen blitzschnell umsetzt.

2017 habe ich den Unternehmerinnenpreis der Stadt Düsseldorf gewonnen, was mir gezeigt hat, dass ich mit meinen Ideen nicht ganz falsch liege.

Mit einer Flasche Wein ging`s los – Julia Sohn mit Petra Mennigmann.

FB: Die besagte Aktion, der Sie sich derzeit widmen, ist eher ungewöhnlich und auch der Name – #grüneBüroklammer – lässt erst mal nicht auf ein Charity-Engagement schließen. Was steckt dahinter und wie kamen Sie zu dieser Idee? 

Das war wieder eine meiner verrückten Ideen. Ich war laufen und hatte ein Hörbuch auf den Ohren. Mitunter ging es in diesem um eine Geschichte, die 2006 in Kanada stattgefunden hat. Ein Kanadier schaffte es binnen 1 Jahr eine rote Büroklammer in ein Haus zu tauschen. Das Haus schenkte er schlussendlich seiner Verlobten. Ich fand die Geschichte witzig und habe nach einigem Zögern eine eigene Geschichte daraus gestrickt. Allerdings zugunsten der Stiftung Sterntaler und in deutlich abgewandelter Form.

Der Betrag, der am Ende dabei herauskommt, wird 1:1 in ein Kinderarmutsprojekt der Sterntaler gesteckt.

FB: Wie gestaltet sich die Aktion in der Praxis – wo finden Sie die Tauschpartner und was wird so alles angeboten?

André Schnaudt u. Thorsten Poersch (Part2Gallery) tauschen Matratzen-Gutschein gegen tolles Bild.

Gar nicht so einfach, wie zunächst gedacht. Der Ursprungsgedanke war, dass ich „etwas“ gegen etwas Gleichwertiges oder im besten Falle Höherwertiges eintausche. In kürzester Zeit schoss die Summe nach oben und ich konnte Dinge, die ich toll fand, die aber vielleicht etwas günstiger waren, als das Tauschobjekt, nicht mehr annehmen. In den Moment ist eine zweite Sparte entstanden: nämlich, dass ich Gutscheine oder Sachgegenstände in Form von Spenden annehme. Schon war das „Preisproblem“ gelöst. Die Spenden fließen an Stellen in die Geschichte ein, wo es einmal klemmt. Z. B., wenn ein Tauschgeschäft keinen klar definierbaren Wert hat oder ich jemanden dazu bringe seinen Tauschgegenstand direkt weiter zu spenden und er aber trotzdem eine Kleinigkeit dafür bekommen soll.

Ein Beispiel: Ich habe zwischendurch einen 500 EUR Gutschein eines Zahnlabors in den Händen gehalten. Dieser wurde von einem Cateringunternehmen gegen einen Catering-Gutschein eingetauscht. Gemeinsam haben wir entschieden den Zahnlabor-Gutschein direkt an die Bürgerstiftung weiter zu reichen. Nun hat ein Rentner etwas davon, der sich keine Zähne mehr leisten kann und das Cateringunternehmen bekommt von mir ein kleines Goody, damit es nicht ganz leer ausgeht. Alle Sachspenden, die am Ende übrig sind, werden auf einer Abschlussveranstaltung versteigert.

Die Summe kommt dann auch in die Sterntaler-Kasse.

Der Story folgen kann man zum Beispiel auf unserer Homepage. Dort findet man eine Zusammenfassung. Die volle Story kann man bei Facebook mitlesen, wenn man dort: #grüneBüroklammer eingibt.

Julia Sohn mit Sonja und Vera Schmittmann von der Edelbrennerei Schmittmann.

Angefangen haben wir mit einer Flasche Wein, dabei waren schon Champagner, Kunstwerke, eine professionelle Zahnreinigung, private Golfstunden, ein Frühstück für 4 Personen im Riesenrad von Oscar Bruch und vieles mehr. Man selbst weiß nie, was als Nächstes kommt. Ganz schön aufregend! Was mich sehr freut: am 13. Januar 2019 wird es eine tolle Abschlussveranstaltung geben im „Chateau Rikx“ – ein begehrter Club in Düsseldorf. Der Betreiber wird alle Getränkeeinnahmen, die auf der Veranstaltung über die Theke gehen, in meinen Spendentopf werfen. Das wird die Summe noch mal anständig nach oben treiben. Noch dazu wird Theo Fitsos, ein bekannter DJ aus Düsseldorf kostenlos auflegen, um ein wenig Schwung in die Veranstaltung zu bringen und Peter Inhoven, ein großartiger Metzger aus Düsseldorf, wird einen Würstchenstand aufstellen und die Einnahmen ebenfalls spenden. Ich freue mich über ein sehr breites Netzwerk. Meine Tauschpartner finde ich auf diesem Wege, etliche sprechen mich von sich aus an.

FB: Klappt es immer, dass der eingetauschte Gegenstand einen höheren Wert hat?

Das ist ziemlich viel Organisation meinerseits – aber ja. Und seitdem ich noch zusätzlich Spenden ohne Tauschgegenstand annehme, hat sich das Problem ohnehin gelöst. Schön ist zu sehen, dass viele einfach etwas Gutes tun- und bei der Story dabei sein wollen und gar nicht so sehr darauf schauen, ob und was sie dafür bekommen.

FB: Wie profitieren die teilnehmenden Unternehmen?

Jeder, der etwas gibt (ab einem Wert von 50 EUR aufwärts) bekommt eine Story in Form eines redaktionellen Beitrags, wo die Person/das Unternehmen/das Tätigkeitsfeld vorgestellt wird. Es ist kaum zu glauben, wie viel Reichweite die Storys haben. Ich kann tatsächlich nirgendwo mehr hingehen, wo nicht jemand „grüne Büroklammer“ sagt. Sehr lustig. Ich träume auch schon von grünen Büroklammern ;-). Die Beiträge erscheinen auf einer Vielzahl von Plattformen. 4 Seiten bei Facebook, LinkedIn, nebenan.de, auf unserer Homepage, bei XING, auch werden sie weitergeteilt…das ist ein klarer Mehrwert, da die Leute lieber eine schöne Geschichte lesen, als auf eine langweilige Werbeanzeige zu klicken und schon werden Personen und Unternehmen gesehen, die vielleicht vorher gar nicht so präsent waren.

FB: Was geschieht mit dem Erlös?

Alles wird bis auf den letzten Cent an die Stiftung Sterntaler gespendet. Dort wird der Betrag gut investiert, in ein Projekt gegen Kinderarmut in den eigenen Reihen.

FB: Wie lange läuft die Aktion noch und wie können Interessenten mit Ihnen in Kontakt treten?

Die Aktion selbst läuft noch bis zum 01.01.2019. Dann ist mit den Tauschgeschäften und Spendenannahmen Schluss. Dann gibt es noch die Abschlussveranstaltung am 13. Januar, 15:00 Uhr h und danach brauche ich erst mal Urlaub…Neben 2 Firmen und einem Kind, ist das alles ist doch nicht ohne. Wer noch etwas Tolles anzubieten hat (bitte keine alten Skiklamotten oder Ähnliches), darf sich sehr gerne melden: jsohn@vame.de

Bildnachweis / Copyrights: Julia Sohn

Mehr Zeit mit der eigenen Familie – das wünschen sich die meisten Kinder! Wie wäre es, wenn Sie sich gemeinsam mit Ihrem Nachwuchs auf eine spannende Entdeckungstour durch die eigene Heimatstadt oder durch fremde Städte begeben?

Möglich macht das das Stadtspiel, eine Art Schnitzeljagd, auf der Sie immer wieder Rätsel lösen müssen, um den nächsten Hinweis zu finden.

Das Stadtspiel ist eine neue und andere Art, mit der Familie oder mit Freunden etwas über die eigene Heimatstadt oder fremde Städte zu lernen. Denn mit der Stadtspiel-Box kann man die gewünschte Stadt auf eigene Faust erkunden und muss keine normale Stadtführung buchen.

Durch das Lösen von spannenden Rätseln entdeckt man gemeinsam mit seiner Familie und/oder Freunden den Weg durch die jeweilige Stadt und erfährt dabei an jeder Station wissenswerte Details zum Standort und zu den Sehenswürdigkeiten.

Hinter dem Stadtspiel „Handmade in Dresden“ verbirgt sich kein großer Konzern, sondern pure Frauenpower der zweifachen Mutter Anja Gena (im Bild). Zusammen mit vier festangestellten Mitarbeiterinnen und einer Aushilfe kümmert sich Anja um die Weiterentwicklung der Stadtspiele.

FB: Anja, wie kamst Du auf die Idee, Stadtspiele zu produzieren?

Direkt nach dem Studium wusste ich zunächst nicht so recht, was ich eigentlich arbeiten soll und wie meine berufliche Zukunft aussehen soll. Seit der Schulzeit hatte ich immer wieder verschiedene Nebenjobs, unter anderem als Tierarzthelferin, Kellnerin und Bürokraft in einer Fahrschule. So konnte ich zunächst in verschiedenste Bereiche hineinschnuppern und wusste daher zumindest schon einmal, was ich nicht wollte. Mit diesem Wissen gründete ich 2005 ein eigenes Unternehmen, doch diese Idee scheiterte zunächst. Vor einigen Jahren kam ich auf die Idee, eine ganz andere Art der Stadtführung zu erfinden. Die Stadtspiele entwickelte ich aber zunächst nebenberuflich, erst 2013 traf ich die Entscheidung, auch hauptberuflich Unternehmerin zu sein. Diesen Schritt habe ich nie bereut. Ganz im Gegenteil: angestellt zu sein ist für mich heute keine berufliche Option mehr.

FB: Wie viele Stadtspiele gibt es denn inzwischen?

Mittlerweile gibt es die Schnitzeljagden unter anderem von Dresden, Leipzig, Berlin, Hamburg, München und auch von Wien und Prag. Innerhalb der Städte sind meist auch verschiedene Touren verfügbar, je nachdem ob man lieber die Altstadt bzw. Innenstadt entdecken möchte oder vielleicht doch lieber einen bestimmten Stadtteil. Insgesamt gibt es 32 verschiedene Stadtspiele zur Auswahl und es kommen immer wieder neue dazu. Als Nächstes ist das schöne Rom geplant.

FB: Stemmst Du das alles allein oder hast Du auch Mitarbeiter?

Momentan beschäftige ich vier festangestellte Mitarbeiterinnen und eine Aushilfe, mit denen ich mich im eigenen Laden in Dresden, der auch als Büro, Lager und Produktionsstätte dient, um die Weiterentwicklung der Stadtspiele kümmere. In den nächsten Jahren wollen wir stetig und nachhaltig weiterwachsen. Ich plane, jedes Jahr mehrere neue Schnitzeljagden zu entwickeln, so dass wir in fünf Jahren an die 50 verschiedene Stadtspiele haben werden. Auch neue Mitarbeiter möchte ich einstellen.

FB: Wie entsteht ein Stadtspiel, kannst Du das genauer beschreiben?

Begonnen wird erst einmal immer mit einer gründlichen Recherche zur geplanten Tour vom Schreibtisch aus. Ausgerüstet mit Fotokamera und Notizbuch folge ich dann der am Schreibtisch grob ausgearbeiteten Schnitzeljagd in der jeweiligen Stadt. Nachdem die Texte zu den jeweiligen Sehenswürdigkeiten recherchiert und geschrieben wurden, werden die Rätsel an den einzelnen Stationen für die Schnitzeljagd erfunden. Danach folgt die grafische Gestaltung der jeweiligen Postkarten. Nach dem Druck der Karten werden alle Stadtspiele per Hand verpackt bei uns im Laden, dazu werden die Stadtspiel-Boxen gefaltet und mit den eigens designten Produktaufklebern händig beklebt. 

FB: Und wie läuft so eine Schnitzeljagd dann genau ab?

Um loszulegen, benötigt man lediglich die entsprechende Stadtspiel-Box und entscheidet dann selbst, wie viele Personen man mitnehmen, wann man starten und wie viel Zeit man sich an jeder Sehenswürdigkeit lassen möchte. In der Stadtspiel-Box liegt eine kurze Erklärung mit dem Hinweis zum Startpunkt. Außerdem findet man darin 8 bis 16 Briefumschläge, je nach gewählter Tour, und einen Lösungsumschlag. Die Hinweise und Foto-Karten führen dann von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit. Durch die Antwort auf jede Frage erfährt man, welchen Umschlag man als Nächstes öffnen soll und wie es weitergeht. Die etwas andere Stadtführung kann auch jederzeit in einem Café oder Restaurant unterbrochen und zu einem anderen Zeitpunkt fortgesetzt werden. Ganz nach Lust und Laune.

FB: Für wen eignen sich die Stadtspiel-Boxen?

Unsere Kunden sind ein bunt zusammen gewürfelter Haufen. Das sind Familien, aber auch Mamas, die einen Kindergeburtstag planen und sich die Fragen nicht selbst überlegen wollen. Aber auch Touristen zählen dazu oder Lehrer –  für Klassenfahrten sind die Stadtspiele nämlich auch eine coole Idee. Auch für Junggesellenabschiede werden die Boxen gern gekauft.

FB: Wie schaffst Du es, als zweifache Mama, Beruf und Familie unter einen Hut zur kriegen?

Das ist für mich immer noch eine große Herausforderung. Denn es ist leider für Frauen immer noch sehr schwierig, ein eigenes Unternehmen aufzubauen. Gerade wenn man kleinere Kinder hat und auf die leider immer noch unflexiblen Betreuungszeiten angewiesen ist. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass Frauen als Unternehmerinnen, gerade wenn sie noch jung sind, oft nicht ernst genommen werden und sich den Respekt erst erarbeiten müssen. Am Herzen liegt es mir deshalb ganz besonders, Frauen darin zu bestärken, eigene Unternehmen zu gründen und aufzubauen. Deshalb engagiere ich mich unter anderem im Vorstand des Landesverbandes Sachsen / Sachsen-Anhalt im Verband deutscher Unternehmerinnen e.V.

Die eine Frau erlebt sie früher, die andere später: die Wechseljahre. Aber jede Frau erlebt sie irgendwann und nicht selten ist, sobald dieser Lebensabschnitt anbricht, die Verunsicherung über das was nun kommt, groß. Auch Angela Löhr aus Hamburg (im Bild) wurde in Sachen Wechseljahre kalt erwischt, war damals sogar geschockt.

Allerdings machte sie irgendwann aus der Not eine Tugend und gründete das Online-Portal Lemondays.de. Die Plattform dürfte im digitalen Kosmos das Einzigartigste im Hinblick auf Informationen für Frauen rund um die Wechseljahre sein. Artikel, Interviews, Angebote zum Mitmachen, Kurse, und, und, und….Die Palette, die Angela Löhr ihrer Zielgruppe online bietet, ist außerordentlich vielfältig und versorgt interessierte Frauen nicht nur mit wirklich guten Informationen zu den Wechseljahren, sondern lädt in ansprechendem Design zum Stöbern und Mitmachen ein.

Wir haben mit der engagierten Unternehmerin über die Wechseljahre und ihr Internetportal gesprochen.

FB: Angela, Du betreibst das Online-Magazin Lemondays.de – eine Plattform für Frauen in den Wechseljahren. Zunächst einmal: wie bist Du auf den Namen gekommen?

Die Zitrone ist eine fabelhafte Frucht, finde ich. Im ersten Moment sauer, gibt sie vielen Gerichten das ganz besondere Aroma, das gewisse Etwas.

Genauso ist es mit den Wechseljahren. Die Tage, an denen die Wechseljahre besonders spürbar sind, sind nicht immer angenehm, aber bei näherer Betrachtung und dem Sich-Darauf-Einlassen ist diese Lebensphase ein großes Geschenk. Daher habe ich das Magazin LEMONDAYS getauft.

Denn was machst Du, wenn Dir das Leben Zitronen schenkt? Genau: Du machst Dir eine köstliche Limonade. Oder holst Dir Salz und Tequila, wenn es mal heftiger ist. (lacht)

FB: Was ist Frauen in den Wechseljahren wichtig – welche Informationen suchen sie?

Wenn Frauen feststellen, dass sie in die Wechseljahre kommen, sind sie sehr verunsichert. Sie wünschen sich Aufklärung, denn sie wissen so gut wie nichts. Horrorgeschichten über Hitzewallungen, heftige Schlafstörungen und Depressionen machen die Runde. Daher suchen sie Tipps, wie sie sich bei den bekannten Symptomen helfen können, was sie ohne „Chemiekeule“ für sich tun können.

Auch Angst vor dem plötzlichen Altsein überkommt viele Frauen. Sie freuen sich über eine positive Ansprache, wenn Mut gemacht und das Ganze auch mal mit einem Augenzwinkern betrachtet wird. Und Frauen in den Wechseljahren suchen Gleichgesinnte.

FB: Nicht alle Frauen in den Wechseljahren haben körperliche Probleme, aber doch sehr viele. Kannst Du hier Angaben machen, welche Zahlen im Spiel sind?

Kürzlich bin ich gefragt worden, ob wirklich jede Frau in die Wechseljahre kommt. Dazu ganz klar: Ja, jede Frau geht durch die Wechseljahre.

Es heißt, ein Drittel der europäischen Frauen hat überhaupt keine Beschwerden, die Hormonumstellung läuft im Hintergrund quasi unbemerkt ab, bis die Regel irgendwann ausbleibt. Das zweite Drittel hat leichte Beschwerden, auf die mit etwas KnowHow gut reagiert werden kann und die verbleibenden 33 Prozent haben leider richtig zu kämpfen. Mit unterschiedlichsten körperlichen und seelischen Symptomen.

Wir sind übrigens ganz schon viele – rund 10 Millionen Frauen in Deutschland sind zurzeit im Wechseljahresalter. Krass, oder?

FB: Gibt es ein ganz spezielles körperliches Signal, woran man merkt, dass die Wechseljahre definitiv da sind?

Die Wechseljahre machen sich sehr unterschiedlich bemerkbar, viele Frauen registrieren sie in den ersten Jahren überhaupt nicht. Typische Erscheinungen der ersten Phase, der sogenannten Prämenopause, sind beispielsweise ein unregelmäßig werdender Zyklus, teils mit sehr starken Blutungen und eine große innere Unruhe, manchmal mit ersten Schlafstörungen verbunden. Aber es gibt noch viele andere mögliche Anzeichen. In diesem Artikel sind die häufigsten Symptome der Prämenopause zusammengefasst.

FB: Was tun Frauen, die sich unsicher sind, ob körperliche Erscheinungen schon die Wechseljahre sind? Sich erst mal belesen oder gleich zum Arzt? Ist letzterer überhaupt nötig? Immerhin ist dieser Lebensabschnitt ja keine Krankheit!

Das hängt sehr stark von den Beschwerden ab. Im Zweifelsfall unbedingt zum Arzt gehen, keine Frage! Wichtig ist dabei, dass die Frauen ihre Vermutungen klar ansprechen, denn manchmal kommen auch Ärzte nicht auf die Idee, dass es sich gerade „nur“ um Erscheinungen der Wechseljahre handeln könnte.

Lesen hilft natürlich immer, wenn man gute Lektüre findet. Ich kenne da ein gutes Online-Magazin… (lacht)

FB: Auf Lemondays.de gibt es eine Menge Ratschläge, wie man gut durch die Wechseljahre kommt. Kannst Du ein, zwei Kriterien nennen, die in dieser Lebensphase wichtig sind?

Das Allerwichtigste ist meiner Meinung nach zu akzeptieren und loszulassen. Wenn Du Dich intensiv mit dem neuen Thema beschäftigst und positiv herangehst, verschwindet auch die Angst und Du kannst Deinen eigenen Körper wieder erspüren. Wie geht es ihm und was braucht er jetzt? Und dann gibst Du ihm genau das.

FB: Kann FRAU sich auf diese Hormonumstellung des Körpers eigentlich vorbereiten? Oder gilt hier das Motto: „Einfach auf einen zukommen lassen“?

Wir haben ja einige Themen im Leben, die wir gern verdrängen und die Wechseljahre gehören leider dazu. Ich finde immer, eine offene Herangehensweise ist die beste Basis. Wenn die Umstellung kommt, kommt sie sowieso. Also lass sie auf Dich zukommen und lausche in Deinen Körper hinein. Er braucht nun mehr Aufmerksamkeit und liebevolles Kümmern. So viele Jahren hat er zumeist problemlos funktioniert und alles mitgemacht, ohne zu Murren. Also die beste Vorbereitung ist, sich ab sofort wirklich gut um sich selbst zu kümmern! Egal, wie alt Du bist, wenn Du das hier liest.

FB: Auf Deiner Plattform gibt es diverse Angebote für Frauen in diesem Lebensabschnitt – vom Workshop bis zum Online-Kurs. Erzähle doch mal etwas darüber.

In einem Magazin-Artikel kann natürlich schon etwas Wissen vermittelt und es können auch gute, alltagstaugliche Tipps gegeben werden, aber die Möglichkeiten sind beschränkt.

Wer tiefer einsteigen möchte, kann deshalb in der LEMONDAYS Academy Onlineworkshops oder Onlinekurse buchen. Sie sind ganz bewusst als anonyme Selbstlernkurse gestaltet und laden ein, sich genau mit dem Thema zu beschäftigen, was einem gerade besonders am Herzen liegt. Ob es um natürliche Hilfe bei typischen Symptomen der Wechseljahre, um gute Entspannungsmethoden oder auch um das große Thema Selbstliebe geht, denn in diesem Lebensabschnitt „Wechseljahre“ wollen sich viele Frauen selbst (wieder) entdecken, lange Verborgenes endlich herauslassen und ihr Leben nun selbst in die Hand nehmen.

Dabei unterstützen die Angebote in der LEMONDAYS Academy, die ich von verschiedenen Experten habe erstellen lassen. Sie sind genau passend auf Frauen wie uns zugeschnitten.

FB: Wie gehst Du persönlich mit diesem speziellen Lebensabschnitt um?

Als ich mit Anfang 40 recht uncharmant durch eine Gynäkologin mit den Wechseljahren konfrontiert wurde, war ich ehrlich gesagt ziemlich geschockt. Ich fühlte mich viel zu jung dafür und hatte überhaupt keine Ahnung, was auf mich zukommt. Das hat mich – immer fröhlichen und positiven Menschen – ganz schön nach unten gezogen. Getan habe ich dann, was ich immer tue, wenn ich etwas nicht verstehe: Ich habe gelesen. Fachbücher und Erfahrungsberichte so viel ich finden konnte. Damit habe ich mir das Wissen angelesen, was ich brauchte, um erstens beruhigt zu sein und zweitens zu wissen, was ich ändern muss.

Und dann habe ich LEMONDAYS gegründet, damit Frauen, denen es ähnlich geht wie mir damals, schnell Aufmunterung, Wissenswertes und gute Tipps finden.

FB: Als beruflich selbständige Frau bist Du zeitlich sehr eingespannt. Was tust Du, wenn Du dennoch etwas Zeit für Dich hast? Gibt es Hobbies?

Mir Zeit für mich zu nehmen, ist mir inzwischen sehr wichtig. Ich merke, dass ich Auszeiten zum Auftanken brauche und Ortswechsel zur Inspiration. Daher bin ich immer draußen und unterwegs, wenn es sich einrichten lässt, sehr gern am Meer und neuerdings auch mit meinem SUP auf den norddeutschen Gewässern zu finden. Außerdem bin ich süchtig nach Büchern und ja, ich liebe das Schreiben…

Mehr Informationen gibt es auf Lemondays.de.

Copyright: Angela Löhr

Sie ist im Internet DIE junge Koryphäe, die Tipps und Erfahrungswerte rund um das Thema Diabetes auf sympathische Weise rüberbringt: Kathrin Schanz (im Bild).

Selbst seit sechs Jahren mit der Krankheit lebend, hat die Mutter einer Tochter, die gerade mit dem zweiten Kind schwanger ist, verschiedene Social-Media-Kanäle aufgebaut, die vor allem für schwangere Frauen und Mütter eine gutbesuchte, digitale Anlaufstelle sind.

Vor allem der Youtube-Kanal der engagierten Frau kommt bei Diabetes-Patientinnen äußerst gut an. Mittlerweile wird Kathrin Schanz, deren sportliche Leidenschaft Tischtennis ist, auch als Expertin in Sachen Diabetes gebucht. Im Interview berichtet Sie uns über ihr Leben mit der Krankheit und gibt uns mit starken visuellen Impressionen einen Einblick in ihren Alltag. Zudem bekommt man einen Eindruck davon, wie stark sie sich zwischenzeitlich im Netz für dieses Thema, mit dem sie  Schwangeren und Müttern Mut machen möchte, engagiert.

FB: Frau Schanz, Sie sind Diabetikerin – seit wann leben Sie mit der Krankheit?

Typ 1 Diabetes begleitet mich seit meinem 21. Lebensjahr, somit seit 6 Jahren.

FB: Mittlerweile sind Sie im Internet ziemlich bekannt und geben via Ihres Youtube-Kanals Diabeteswelt und Instagram Tipps für andere Menschen mit Diabetes. Vor allem Schwangere sind an Ihrem Know-How interessiert – wie kam es dazu?

In meiner ersten Schwangerschaft suchte ich dringend Tipps/Erfahrungsberichte von anderen Betroffenen im Internet. Leider fand ich absolut keine Erfahrungsberichte aus erster Hand und da war die „Mission“ für mich eindeutig! Ich gründete meinen YouTube Kanal „Diabeteswelt“, um Frauen die schwanger werden wollen, es sind oder vor ihrem zweiten Kind stehen Mut zu machen.

Selbst viele Ärzte beraten noch nach der „alten Schule“. Es hieß vor etlichen Jahren, Frauen mit Typ 1 Diabetes sollten lieber keine Kinder bekommen, da die Sterblichkeitsrate von Müttern und Kindern ausgesprochen hoch war. Mit der heutigen Technik und einem verantwortungsvollen Diabetes Selbst-Management steht die damalige Annahme außer Frage.

FB: Gelingt es Ihnen durch Ihre Internet-Aktivitäten, Unsicherheiten bei schwangeren Frauen abzubauen?  

Glücklicherweise ja. Mich erreichen mittlerweile täglich Nachrichten von Frauen mit Kinderwunsch oder Frauen, die Probleme und Sorgen bezüglich ihres Diabetes während der Schwangerschaft haben. Ich freue mich riesig, dass ich ihnen – alleine durch den Austausch und das Veröffentlichen meiner persönlichen Geschichte – helfen kann. Viele Frauen trauen sich nicht an das Thema Familienplanung heran, nur aufgrund ihres Diabetes. Sie brauchen einfach Menschen, die diesen Weg gegangen sind. Positiv-Beispiele sind so wichtig für Frauen, die verunsichert sind. Diabetes ist definitiv kein Grund, keine Kinder zu bekommen.

FB: Den Alltag als Mama mit Diabetes gestalten – das interessiert viele Frauen, die Ihren Web-Kanälen folgen. Welche Themen sind in diesem Zusammenhang am meisten gefragt?

Wie schaffe ich es mein weiteres „Kind“ namens Diabetes in den Familienalltag zu integrieren? Dies ist die am häufigsten gestellte Frage. Diabetes ist eine 24/7 Aufgabe und läuft im Familienalltag oftmals „nur“ nebenher, da man seine volle Aufmerksamkeit seinem Kind widmet. Allerdings gebe ich hier gerne die Hinweise, dass man erst recht auf sich und seinen Diabetes achten sollte, wenn man Kinder hat.

Eine stabile und gute Blutzucker-Einstellung ist essentiell. Ich persönlich schaffe das nur mit der Hilfe meiner Insulinpumpe und meines CGM-Systems, welches meinen Gewebezucker kontinuierlich misst und mich sogar warnt, sobald ich zu hohe oder zu niedrige Werte habe. Je weniger Unterzuckerungen oder Phasen von viel zu hohem Blutzucker man hat, desto schöner und barrierefreier lässt sich der Familienalltag gestalten.

FB: Sie sind selbst gerade mit dem zweiten Kind schwanger – worauf müssen Sie in dieser Zeit persönlich sehr achten?

Ich muss darauf achten, dass meine Blutzucker Werte in der Zeit der Schwangerschaft die eines Menschen ohne Diabetes ähneln. Mit jedem Hormonschub, welche in der Schwangerschaft sehr häufig vorkommen, steigt mein Insulinbedarf an. Hier habe ich für mich einige Lösungen gefunden. Zum Beispiel die aufgenommenen Kohlenhydrate mit einem Insulinpen abzufangen, sodass sich nicht zu viel Insulin (über meine Pumpe) an einer Stelle verteilt.

Weiterhin muss ich einen recht großen Spritz-Ess-Abstand einhalten was bedeutet, dass man erst spritzt, dann eine ganze Weile wartet und danach isst. Außerdem beobachte ich meine Werte immer 2 Tage am Stück, bis ich Muster erkenne. Dann verändere ich eigenständig etwas an meinen Einstellungen. Diese Art von Empowerment ist für mich unabdingbar.

FB: Dass Sie als Expertin im Internet so viele Menschen erreichen, ist ein wahrer Segen, den die digitale Welt mit sich bringt. Was hat sich parallel im realen Leben für Menschen mit Diabetes in den letzten Jahren zum Positiven verändert?

Zeitgeschichtlich gesehen gibt es CGM-Systeme (von denen ich bereits vorher gesprochen habe) noch nicht sehr viele Jahre. Dadurch, dass man seine Werte kontinuierlich beobachten kann, kann man mit ein wenig Erfahrung und der Hilfe eines guten Diabetologen im Selbst-Management seine Einstellungen nahezu optimieren. Wir sollten uns zum Ziel machen, Experte unserer Erkrankung zu sein, damit wir in jeder Situation das passende Handwerk besitzen, uns selber zu helfen. Denn wie es im Volksmund so schön heißt „jeder Diabetes ist anders“.

FB: In Sachen Diabetes sind auch immer mehr Kinder betroffen – was empfehlen Sie betroffenen Eltern, wo sie sich Ratschläge und holen und sich mit anderen Eltern vernetzen können?

Gerade für Eltern mit Kindern mit Typ 1 Diabetes ist der Austausch mit anderen Eltern unglaublich wichtig. Online gibt es Homepages und Foren wie zum Beispiel „Diabetes-Kids“. Dort findet man Anschluss und wundervolle Projekte wie Freizeiten, Segelfahrten oder auch einfach kleine organisierte Treffen. Eltern können sich im Forum austauschen. Außerdem gibt es Antworten auf alle möglichen Fragen. Ebenfalls klasse finde ich die Klassenfahrtbetreuung für Kinder mit Typ 1 Diabetes, organisiert von der Deutschen Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes (nähere Informationen hierzu sind auf deren Homepage zu finden).

FB: Wie gestalten Sie Ihren persönlichen Alltag – zwischen Familie, Ihren Internet-Kanälen und Ihrem Diabetes?

Tatsächlich beschäftige ich mich jeden Tag mit dem Thema Diabetes. Meine Social-Media-Aktivitäten nehmen insgesamt so viel Zeit in Anspruch wie ein Halbtagsjob (Videos planen, drehen, schneiden, Artikel schreiben, Beiträge vorbereiten und natürlich Fragen beantworten). Dies mache ich ehrenamtlich, aber es ist mir außerordentlich wichtig meinen Teil in der „Diabeteswelt“ beizutragen und deswegen mache ich das gerne und mit großer Freude. Meine große Tochter ist 4 Tage die Woche bei einer Tagesmutter, wodurch sich alles gut vereinbaren lässt. Meine Familie steht jedoch trotz der vielen Diabetes-Aktivitäten im Mittelpunkt und es ist schön, dass ich mir meine Zeit frei einteilen kann.

FB: In den Social-Media-Gruppen beraten Sie die Leute ebenso ehrenamtlich – wie groß ist mittlerweile die von Ihnen betreute Community?

Beraten darf ich nicht, da ich keinen medizinischen Beruf erlernt habe. Jedoch gebe ich gerne weiter, wie ich meinen Diabetes manage, probiere neuste Hilfsmittel und Geräte aus und teile meine Erfahrungen. Auf YouTube sind es rund 1000 Menschen, die sich regelmäßig meine Videos anschauen und auf Instagram etwas mehr. Es ist quasi täglich eine Menge Austausch vorhanden.

FB: Auch als professionelle Expertin sind Sie inzwischen sehr gefragt. Wofür werden Sie am meisten gebucht und von wem?

Mich macht es unglaublich stolz und glücklich mittlerweile Vorträge und Workshops zu den Themen Schwangerschaft mit Typ 1 Diabetes, Leistungssport mit Typ 1 Diabetes und Diabetes in den Medien halten zu dürfen. Schon immer war das Präsentieren eine meiner großen Leidenschaften und heute über meine anderen Leidenschaften referieren zu dürfen, das ist wundervoll. Gebucht werde ich in der Regel von Diabetes-Firmen oder auch Diabetes Organisationen.

FB: Inwieweit widmen Sie sich Ihrer Leidenschaft – dem Tischtennis? Immerhin haben Sie hier schon einen tollen Sieg – Gold – errungen…!

Bis zur Hälfte der Schwangerschaft war ich noch regelmäßig im Tischtennis Training. Ich spiele seit ca. 20 Jahren Tischtennis und freue mich schon wieder sehr darauf, mit dem Baby im Gepäck in die Halle zu gehen. Tischtennis wird immer ein großer Teil meines Lebens sein, das war es auch bereits vor der Diagnose Typ 1 Diabetes. Ich sehe Diabetes nicht als Hindernis, Leistungssport zu betreiben. Im Gegenteil – es ist noch eine größere Challenge.

FB: Was steht aktuell an Projekten oder Plänen bei Ihnen an?  

Mein Hauptaugenmerk liegt zurzeit darin, auch meine zweite Schwangerschaft detailliert zu dokumentieren. Im Juli werde ich im Rahmen des „Camp D“, einem Zeltlager für Kinder und Jugendliche mit ca. 500 Teilnehmern einen Workshop zum Thema Schwangerschaft/Sexualität mit Typ 1 Diabetes halten dürfen. Dies ist mein erstes Projekt nach der Geburt meiner zweiten Tochter. Jedoch werde ich dieses Jahr etwas ruhiger angehen lassen und mich hauptsächlich auf meine Familie konzentrieren. YouTube und Instagram kommen dabei aber keinesfalls zu kurz.

Den Link zum Kanal „Diabeteswelt“ von Kathrin Schanz finden Sie hier.

Weitere Informationen zum Thema auch hier.

Bildnachweise / Copyright: Kathrin Schanz, Martina Schwarz

Hunde, Bücher, das Gestalten, die Blogosphäre und die Fotografie – diese Dinge spielen eine große Rolle im Leben von Noëmi.

Die 24jährige Schweizerin, die sich selbst als „lesesüchtig“ beschreibt, ist vielseitig aufgestellt und hat – aus ihrer Leseleidenschaft heraus – ihren eigenen Verlag gegründet. Darüber hinaus beschäftigt sie sich mit Produkten für Hunde und plant dafür eine große Veranstaltung im Herbst. Die größte Rolle aber dürfte derzeit der Nachwuchs im Leben von Noëmi spielen, denn die quirlige Unternehmerin ist im vorigen Jahr Mama geworden.

Wie sie ihre verschiedenen Berufszweige sowie das familiäre Leben zusammenbringt, erzählt sie uns im Interview, in dem sie einen ausführlichen Einblick in ihr vielseitiges Schaffen gibt.

FB: Noëmi, Du bist extrem vielseitig aufgestellt – beschäftigst Dich mich Fotografieren, Hunden und Büchern – unter anderem. Erzähle doch bitte selbst etwas über Deine vielen Leidenschaften!

Oh, wo soll ich da anfangen? Gelesen habe ich schon immer gern, die Bibliothek in der Schule kannte ich auswendig. Was ich im Leben machen wollte, wusste ich lange nicht. Die Berufsberaterin hat mich dann als Mediengestalterin gesehen – zu meinem großen Glück. Die Fotografie hatte ich schon davor für mich entdeckt, doch dass das einmal Teil meines Berufes sein würde, hätte ich nie gedacht.

Das Lesen durfte ich dann als Buchbloggerin vertiefen, vor etwa fünf Jahren. Dass im letzten Jahr aus dem Schreiben und Bücher-Gestalten sogar ein Verlag entstand, das hätte ich niemals erwartet. Der Hund kam dann eher zufällig in mein Leben: Liebe auf den ersten Blick halt.

Weil ich mich dann mit der artgerechten Ernährung auseinandergesetzt habe und mein Kleiner ein echtes Fotomodell ist, kam dieser Zweig in mein Leben. Ich habe viele Events besucht und irgendwann meine eigenen Produkte entwickelt.

FB: Eine große Leidenschaft hegst Du seit Deiner Kindheit für Bücher. Neben dem Bloggen hast Du mit dem Scriptorium-Magazin nun ein professionelles Projekt rund um das Buch gestartet. Was hat es damit auf sich?

Ich habe lange einfach gebloggt. Bücher bewertet, Autoren interviewt und vieles mehr. Nun wollte ich auf eine eigene Domain umziehen und alles professionalisieren. Genau wie mein Blog bin auch ich älter geworden. Scriptorium ist immer noch ein wenig Blog, aber eben auch ein wenig Magazin. Hier möchte ich noch mehr Rezensionen posten, noch mehr informieren und somit auch Interviews, Buchtrailern und Pressemeldungen einen Platz geben.

FB: Du liebst auch Hunde über alles und bist auch in dieser Richtung beruflich unterwegs – mit einem Shop und der Veranstaltung „Hundeherbst“, die im September 2018 in Koblenz stattfindet. Was machst Du in dieser Schiene konkret?

Ich habe irgendwann, nachdem unser eigener Welpe in unser Leben gestolpert ist, damit angefangen, auch Hunde zu fotografieren. Zufällig bin ich dann dazu gekommen, auf Events mit einem Stand vertreten zu sein, an dem Hundehalter ihre Vierbeiner fotografieren lassen konnten und zugleich die Fotos als Geschenke kaufen konnten. Das hat sich als enorm beliebt herausgestellt, sodass ich immer öfters gebucht wurde. Inzwischen habe ich sogar einen kleinen Online-Shop und werde bald selbst einen nicht gerade kleinen Event organisieren.

FB: Was ist Dein Hauptbusiness?

Das ist meine Selbständigkeit als Mediengestalterin inklusive Fotografie. Ich habe nach der Ausbildung damit begonnen, mir ein kleines Fotostudio aufzubauen und nachdem ich meine letzte Festanstellung gekündigt hatte, stand auch nichts mehr im Weg, die Dienstleistungen meines Lehrberufes auf selbständiger Basis anzubieten. Als Fotografin habe ich mich in Richtung Familien bewegt, Schwangerschaft, Kinder und Hunde sind meine Hauptbereiche, wobei ich auch einige Hochzeiten pro Jahr fotografiere.

FB: Wie gelangst Du jeweils an Deine Zielgruppe?

Das ist meist via Internet. Da ich selbst aus dem Marketing-Bereich komme, macht es mir Spaß, meine Zielgruppe zu analysieren und die Wirkung einzelner Werbemaßnahmen zu beobachten. Das heißt aber nicht, dass Erfolg sich alleine darüber definieren lässt.

Ich nutze Facebook, Instagram, Google+, Webseiten und auch ganz klassisch Plakate und Werbeflyer, wenn ich das Gefühl habe, dies könnte nützlich sein. Meine Zielgruppen sind ja unterschiedlich (Leser, Autoren, Hundefreunde, Familien) und dennoch auf erstaunliche Weise immer wieder miteinander verflochten.

FB: Du bist seit vorigem Jahr Mama – wie bekommst Du die Familie und den Job unter einen Hut gebracht?

Mit sehr langen Tagen und viel Flexibilität. Mein Mann ist ebenfalls selbständig, einen Teil unserer Arbeit teilen wir sogar oder können wir untereinander abtauschen. So ist mein Kleiner immer betreut. Grundsätzlich beginne ich sehr früh mit der Arbeit und mache sehr spät Feierabend, um dazwischen alles erledigt zu bekommen.

Wenn mein Baby Aufmerksamkeit oder sonst etwas braucht – dann bekommt er das immer sofort. So brauche ich einfach länger für meine Arbeit – meistens arbeite ich an sechs Tagen die Woche.

FB: Wie sieht ein ganz normaler Arbeitstag bei Dir aus?

Ich stehe um 6 auf, um unseren Tageshund in Empfang zu nehmen. Davon haben wir insgesamt drei, aber einer ca. 1x die Woche, einer 2x und einer ca. 2-3 Tage im Monat. Danach lege ich mich noch einmal hin, bis mein Baby erwacht.

Dann wird gewickelt und gefüttert und er schläft dann nochmals eine Runde. Dies nutze ich, um bereits mit der Arbeit loszulegen. Ich bin kein Frühstück-Fan, aber Kakao muss sein. Mein Mann kommt zwischen acht und neun von seiner Arbeit, auf die er um 5 geht. Ich erledige Mails, arbeite an Gestaltungsaufträgen und widme mich eine fixe Zeit jeden Tag dem Administrativen Teil und dem Marketing für mein Business. Ich arbeite mit Wochen-to-Do-Lists, die meist ziemlich voll sind und die ich zu 90% schaffen möchte. Ich arbeite manchmal an kleineren Easy-Sachen von anderen Tagen, wenn das Baby gerade nicht so happy ist.

Währenddessen wechseln mein Mann uns ab mit der Betreuung, wobei er öfters noch auswärts arbeitet. Nachmittags und abends sind meine Shootings dran, die ich am nächsten Tag nachbearbeite. Ich mache alles selbst: Offerten, Rechnungen, Buchhaltung und eben die Arbeit.

Dabei gibt es in meiner Woche aber fixe Zeiten für Hundespaziergänge und Baby-Yoga, so dass auch die Familie nicht zu kurz kommt. Auch meinen Teil des Haushalts erledige ich mit Listen – wer ein Baby hat weiß, wie schnell etwas vergessen geht. Ich mache eine richtige Mittagspause von einer Stunde und bin zwischen sechs und sieben mit der Arbeit fertig.

Dann ist Zeit für ein Bad mit dem Baby, nochmals einen Hundespaziergang, ein leckeres Abendessen und vielleicht ein Film oder ein Buch.

FB: An welchen Projekten arbeitest Du aktuell, welche Pläne und Projekte gibt es?   

Das ist schon fast wieder zu viel, um es alles aufzuzählen. Im Fokus steht dieses Jahr bis September das Thema Hund mit unserem eigenen Event. Dazu wollen wir natürlich auch das Sortiment ausbauen, dass wir den Leuten tolle Artikel präsentieren können und sie ihre Fotos in noch vielfältigerer Weise verewigt mitnehmen können. Schön wäre es, auch den Online-Handel auszubauen, damit sich dort noch mehr tut, da ich total gerne von daheim aus arbeite und somit auch Zeit mit meinem Baby verbringen kann. Zudem habe ich den Sommer über diverse Events, zu denen ich gebucht bin – auf jedes bereite ich mich sorgfältig vor!

Bildnachweis: c4ruso.ch

Mit Leib und Seele Floristin und dazu noch mit einer hochkreativen Ader ausgestattet: das ist Heike aus Düsseldorf.

In der Rheinmetropole hat sie sich mit „Flowers & Emotions“ nicht nur den Traum vom eigenen Laden verwirklicht, sondern hier auch ihren Partner – ebenfalls Florist – kennengelernt. Beide bieten Stamm- und Neukunden viele Dienstleistungen rund um die verführerischen Blüten und urige Naturprodukte an.

Workshops, Shootings, Kindergeburtstage, und, und, und…In Heikes Alltag kommt keine Langeweile auf! Auch weil die herzliche Geschäftsfrau eine begnadete Netzwerkerin ist. Im Privatleben bedeutet ihr die gemeinsame Familienzeit mit Mann und Tochter viel – ist sie doch das entspannende Pendant zum prall gefüllten Arbeitsrhythmus. Im Interview gibt uns Heike (im Bild) einen Einblick in ihr buntes Leben.

FB: Heike, Du hast bereits im zarten Alter von 6 Jahren ein Faible für`s Gestalten entwickelt. Was genau hast Du im Kindesalter so alles kreiert? 

Angefangen hat alles mit Wald- und Wiesensträußchen auf Wanderungen – die ich für ein paar Pfennige verkauft habe – und Adventskränzen, damals aus Blaufichte und stupfig ohne Ende. Nachdem der erste fertig war, kamen 10 weitere hinzu …

Die Hände waren total verstupft und wenn ich zurückdenke (lacht) hat es mir damals wie heute nicht so viel ausgemacht – der Duft der Blaufichte war eine tolle Entschädigung dafür. Heute hat sich das Material zum Glück komplett geändert und nicht nur aus Nordmanntanne und Moosarten ist vieles möglich, sondern beispielsweise auch aus Seedatteln und Succulenten.

Und natürlich darf der Klassiker vergessen werden: das GÄNSEBLÜMCHENARMBAND. Das liebe ich heute noch genauso wie als Kind. Mittlerweile ist es eine Tradition – sobald sie aus der Erde blicken, wird die erste Gänseblümchenkette gefrickelt und entweder für den Kopf oder für den Arm verwendet.

Meine Tochter Amber ist da ebenfalls schon in meine Fußstapfen getreten. Mit ihren 12 Jahren gibt es bei uns immer eine kreative Überraschung!

FB: Wie ging es später in Sachen beruflicher Werdegang weiter?

Ich habe mit 13 verschiedene Praktika besucht. In der Floristik, in der Verkaufsgärtnerei in der Wilhelma in Stuttgart, aber die Liebe zu den geschnitten Blumen ist die größere gewesen und daher habe ich mit 16 Jahren meine Ausbildung als Floristin absolviert und damals bei den ersten Flower Olympics mit einer Freundin den 1. Platz gewonnen. Nach der Ausbildung habe ich dann die Ausbildereignungsprüfung absolviert und ausgebildet.  Mit 20 habe ich 2 Jahre lang die Meisterschule besucht und mich dann in Düsseldorf mit Flowers & Emotions auf ca. 60 Quadratmetern selbstständig  gemacht. Diese haben sich in den letzten 15 Jahren mit einer Blütenwerkstatt vergrössert.

Nach den ersten 5 Jahren bin ich mit dem Laden um`s Eck gezogen und habe dadurch ca. 80 Quadratmeter mehr Außenstellfläche dazugewonnen und  liebevolle Vermieter gleich dazu!

FB: Als Süddeutsche hat es Dich nach Düsseldorf verschlagen, wo Du dann in Sachen Selbständigkeit richtig losgelegt hast.  Erzähl doch mal von den Anfängen! 

Ja – die Anfänge, sie bedeuten vor allem viel Arbeit und wenig Freizeit. Ich hatte fast keinen Urlaub, morgens früh ging es auf den Großmarkt, dann  im Laden ca. 10 Stunden und abends müde auf der Couch eingeschlafen. Glücklicherweise wurden die Stammkundschaft und die Firmenkunden für wöchentliche Abos immer mehr! Ich habe 2004 meinen jetzigen Mann kennen gelernt, Floristikmeister und damals noch selbstständig mit einem eigenen Laden. Da hat man dann doch denselben Tagesrhythmus und die gleichen Interessen. Vor 12 Jahren hat unsere Tochter Amber unser Leben bereichert und wir haben uns auch geschäftlich zusammen auf meinen Laden konzentriert.

Das ermöglicht mehr Freizeit für uns und unsere Familie. Heute muss ich nicht mehr jeden Tag früh aufstehen, da ich beliefert werde. Jeden Tag frisch – direkt in den Laden, das ist ein Luxus den ich liebe!

FB: Im Gegensatz zu anderen Blumengeschäften hat Dein Laden auch eine Werkstatt und Du bietest vom Kindergeburtstag bis hin zu Junggesellinnen-Abschiede so einiges an. Was genau alles und wie läuft das jeweils ab? 

Ja genau, ich gebe schon immer Workshops, das bereichert die Teilnehmer und mich genauso. Der Unterschied bei uns ist, dass wir oft das gleiche Material und den gleichen Werkstoff zur Auswahl haben, jeder aber sein eigenes Werkstück produzieren kann. Das macht es interessant und meine Kunden und Teilnehmerinnen lieben es. Natürlich darf ein leckerer Kaffee Latte und was zum Naschen nicht fehlen! Das sind dann die sogenannten offenen Workshops, wo ich die Daten auf der Homepage, im Laden oder via Whatsapp und Social Media bewerbe und öffentlich stelle.

Ebenso kann man diese Workshops als geschlossene Gruppe buchen – als Geburtstagsgeschenk oder auch als Jungesellinnen-Abschied. Da wird dann vorab beschlossen, was wir machen werden. So beispielsweise Flowercrowns und Armbänder, die dann farblich zum Thema oder Outfit passen.

Gerne auch noch in der Kombi mit einem Fotoshootingtermin. So hat man einen tollen Nachmittag mit seinen Liebsten und bekommt ein schönes florales Endergebnis mit nach Hause

Kinderworkshops gebe ich auch alle zwei Monate. Es ist ein öffentlicher Workshop und wir arbeiten ein passendes floristisches Werkstück zur Jahreszeit – immer wieder spannend! Daraus sind auch die Kindergeburtstage entstanden. Man kann bei uns feiern und kreativ arbeiten.

Die Mütter bringen alles mit – von Kuchen über Snacks bis hin zu den Getränken. So können wir den Nachmittag erst mit Geburtstagskuchen einläuten und dann geht es los mit dem kreativ werden. Im Schnitt arbeiten wir 2 bis 3 verschiedene, tolle Werkstücke (kleine und große). Alles natürlich nach Absprache und Budget.

Ich liebe diese Kindergeburtstage, sie sind so voller Leben – rund und bunt! Da wird etwas ausgedrückt, was wir Erwachsenen leider oft verlernt haben: dass nicht immer alles perfekt sein muss, sondern dass wir es selbst gestaltet haben, ist es, was unser Herz erfüllt!

FB: Du hast sogar schon die Prominenz mit Deinen floristischen Kreationen versorgt – berichte doch mal, wie es dazu kam. 

Ja, unter anderem Harpe Kerkeling mit seinem „Kein Pardon“. Zur Eröffnung durften wir mit unseren blumigen Emotions 25 Präsent-Sträuße und die Eventdekoration im Raum übernehmen.

Ein Kunde hat uns damals weiterempfohlen und das war einfach klasse. Ich bekam die Farbthemen und musste einen Probestrauß abgeben und so hatten wir den Zuschlag erhalten. Ebenso konnten wir uns für SWAROWSKI auf der KÖ bei einem tollen EVENT einbringen, das war auch sehr spannend.

Aber eigentlich ist jeder Auftrag wie eine kleine oder größere Prominenz für mich, denn wenn der Kunde glücklich ist – haben wir alles richtig gemacht.

FB: Auch Shootings gehören zu Deinem Portfolio – wer bucht diese Shootings und wie läuft das Ganze ab? 

Da gibt es einmal, wie schon erwähnt, die Jungesellinnenabschiede. Dann haben wir Kunden, die konkrete Wünsche haben, wie zum Beispiel ein Dekorationsgesteck für ihre neue Homepage, das dann perfekt stimmig sein muss.

Dann gibt es – mit verschiedenen Dienstleistern aus der Hochzeitsbranche – die Möglichkeit, ein Inspirationsshooting zu organisieren. Oder auch für ein Medium wie das „Braut- und Bräutigam Magazin“. Das habe ich in Münster besucht und wir haben dort einen Workshop für Flowercrowns und Armbänder gegeben und diesen dann mit einem Shooting abgerundet.

FB: Als engagierte, energiegeladene Frau bist Du im beruflichen Alltag viel am Netzwerken und hast so bereits einige Kooperationen für Dein Geschäft eingefädelt. Wie schauen diese aus? 

Die einfachsten und schnellsten Gespräche finden ja im Laden statt, beim Strauß binden. Hier erfährt man ja so Einiges. „Ich suche…, „Ich brauche…“,  „Kennst du vielleicht…?“ und so hat man in den vielen Jahren viele Dienstleister kennen gelernt. Und Kontakte, die man gerne weiter geben kann!

Aber auch auf Facebook und Instagram geht das ganz toll mit dem Netzwerken, wie ich finde. So auch unser Beispiel, liebe Anja –  das passte ja auch sofort!

Zudem bin ich Mitglied bei den Business Frauen Hilden und dort seit zwei Jahren für die Mitgliederbetreuung zuständig. Hier tauschen sich Frauen unter Frauen aus und das einmal im Monat, bei einem entspannten Business Lunch. Dadurch ergab sich schon die die eine oder andere Geschäftskooperation.

Ich liebe es, neue Menschen kennen zu lernen und das fällt mir auch glücklicherweise nicht schwer. Man muss einfach nur manchmal ausselektieren, was zu einem passt und was nicht. So sehe ich das auch bei allen Netzwerken die monatlich richtig Geld dafür nehmen.

Ich bin in erster Linie Netzwerkerin mit Herzblut und das was ich an Kontakten in den 15 Jahren gesammelt habe, gebe ich gerne mit einer ehrlichen Empfehlung weiter

Nicht zu vergessen, habe ich Anfang des Jahres ein tolles Ticket gewonnen: für den W.I.N- Business Kongress in München – da bin ich wahrlich eine GeWINnnerin, so ein fantastisches Ticket gewonnen zu haben! Hierbei ergab sich dann auch eine Kooperation mit W.I.N.-Gründerin Petra Polk, so dass wir den Kongress mit unseren blumigen Emotions begleiten werden. Was gibt es Schöneres?

FB: Du bist neben Deiner Rolle als Unternehmerin auch Mama und Ehefrau. Wie gelingt Dir die Vereinbarkeit von Familie und Beruf? 

Das stimmt! Ich finde, jede Unternehmerin ist erstmal eine Frau – Mutter oder Ehefrau oder auch alles in allem! Mir fällt es nicht schwer, gut zu organisieren, das war, als unsere Tochter klein war, einer der wichtigsten Punkte. Dazu haben wir Leihomas und -opas hinzugenommen, die uns unter der Woche immer wieder unterstützt haben. Jetzt mit ihren 12 Jahren ist es entspannter – da verabredet sich Amber  schon selbst mit Freudinnen. Ich bin aber auch jemand, der gerne loslässt. Mein Mann und ich haben unsere Tochter zur Selbstständigkeit erzogen, ich bin keine Vollzeitmama. Dennoch genieße ich die Zeit, die wir haben, sehr intensiv, auch mit meiner Familie.

In einer Partnerschaft ist das natürlich auch kein Rosarot mehr mit Herzchenbrille – nach 12 Jahren Ehe und sechs Tage die Woche zusammen arbeiten, plus den siebten dann gemeinsam zu verbringen.

Wichtig ist mir, dass jeder seine Bedürfnisse immer klar ausspricht und diese ändern sich auch in den Jahren. Das erlauben mein Mann und uns immer wieder: zu zweit auszugehen und den Abend zu genießen.

Aber: wenn man so eng zusammen arbeitet – und bei uns kommt auch noch ein Altersunterschied von 13 Jahren hinzu – fliegen schon mal die Fetzen, gibt es Diskussionen und Meinungsverschiedenheiten. Ich bin mit unserer Familie glücklich, so turbulent sie auch manchmal sein mag

FB: Aktuell steht der Frühling vor der Tür, worauf können sich Deine Kunden freuen, gibt es Pläne, über die Du schon sprechen kannst?

Da wir gerade die ersten Osterworkshops und Ostern hinter uns haben, kommt der Sommer –  und die Hochzeitssaison beginnt in vollen Zügen. Im Mai werde ich mich zu diesem Thema zwei Tage weiterbilden. Dann gibt es noch eine Erweiterung bei Flowers & Emotions zu unseren floristischen Hochzeitsdekoration und auch ein Vermietungskonzept.

Das bleibt aber noch etwas geheim….!

Weitere Infos auf Flowers & Emotions.

Copyrights:

Hannah Conda Fotografie Benrath/ Goldlichtstudios