Samstag, 11. Juli, 2020

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Frau sein, aber wie?

Stark und trotzdem emotional… geht das? Ich sage ja, das geht. Durch unsere Sensibilität und auch unsere Hormonschwankungen neigen wir Frauen manchmal dazu, Dinge sehr emotional zu werten. Wir alle kennen das und wissen, dass das zu Konflikten führt. Klischees wie zum Beispiel, dass Frauen generell zickig sind und mit einem Verschlüsselungscode durch die Blume reden, finden dadurch ihre Bestätigung und lassen Emotionalität und Sensibilität in einem schlechten Bild darstehen. Dies ist ein Trugschluss und tut diesen so wertvollen Eigenschaften ein großes Unrecht. Allerdings haben wir verschiedene Möglichkeiten unsere wundervolle Emotionalität zu kanalisieren und positiv zu nutzen. Wir Frauen haben eine unfassbare naturgegebene Stärke.

Denken wir doch mal ans Gebären! Während viele Männer schon bei leichten Erkältungserscheinungen out of order sind, wobei ich auch genug kenne, die das Gegenteil beweisen, bleiben die meisten Frauen erst dann im Bett, wenn gar nichts mehr geht, oder ganz knapp davor. Was sagt uns das? Sind wir tatsächlich so stark oder wollen wir einfach nur nicht als „Mädchen“ deklariert werden?  Warum überhaupt haben die meisten Menschen bei dem Wort Mädchen in diesem Zusammenhang das Bild von einem süßen naiven wehrlosen Mädchen im rosa Kleid im Kopf? Ich hoffe, diese werden immer weniger, denn ich kenne eine Menge starke Mädchen, die sehr stark sind und sich absolut nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Aber gut, das hat tiefere Gründe und würde jetzt zu weit führen.

Back to topic. Ich behaupte, es gibt beides. Viele Frauen, die das Gefühl haben, sich behaupten zu müssen, weil sie glauben, sonst als schwach eingestuft zu werden, gehen leider oft über ihre Grenzen hinaus und schädigen sich. Zum Glück hat sich das Thema Achtsamkeit inzwischen etabliert und unterstützt sowohl Mann als auch Frau, die eigenen Grenzen wahrzunehmen und zu respektieren.

Sowieso ist die Nicht-Achtung der Alarmsignale des Körpers und der Psyche eine Milchmädchenrechnung, da die Quittung kommt; früher oder später. Ob es nun im privaten Bereich oder im Business ist, eine Großzahl an Frauen hat nonstop das Gefühl, sich beweisen zu müssen und geht dabei in die Härte und in Richtung Männlichkeit. Dabei übersehen sie einen entscheidenden Faktor: die eigene authentische weibliche Urkraft.

Unser Körper und unser Geist sind darauf ausgerichtet, sogar für zwei zu sorgen. Sowohl die Zeit der Schwangerschaft, als auch die Strapazen der Geburt und die Zeit, in der das Kind bedürftig ist, sind unfassbare Herausforderungen und eine immense Verantwortung. Um diese Leistung zu erbringen, sind wir von Natur aus stark und mit allen Vorteilen, die die Natur zu bieten hat, ausgestattet. Wir sollten uns immer wieder bewusst machen, dass wir niemandem Stärke beweisen müssen.

Wir SIND stark. Und je authentischer wir unsere Art des FrauSeins leben, desto mehr verbinden wir uns mit unserer eigenen Urkraft. Dabei spielt es keine Rolle, wie wir uns als Frau definieren. Manche definieren ihre Weiblichkeit durch die Rolle als Mutter, andere wiederum haben nicht den Wunsch, Kinder zu bekommen. Jede ist individuell und empfindet anders. Darum wäre es fatal, festzulegen, was weiblich ist und was nicht.

Während ich an meinem Laptop sitze und diesen Artikel schreibe, lasse ich kurz meine Gedanken treiben. Ich denke über meine Freundinnen und andere Frauen in meinem Umfeld nach und überlege, was ich bei ihnen wahrnehme und stelle überrascht fest, dass ein Großteil von ihnen sehr männlich durch die Welt läuft. Manche offensichtlicher, manche weniger offensichtlich. Einige von ihnen sind nach meinem Verständnis absolute Vollweiber und andere wiederum switchen je nach Situation. Für mich sehr spannend dies festzustellen und natürlich überlege ich, wo ich mich selbst platziere und wie ich für mich FrauSein definiere. Eins steht für mich fest: je mehr ich zu meiner Essenz finde, zu ihr stehe und sie lebe, desto stärker verbinde ich mich mit meiner eigenen Urkraft.

Eine Zeit lang habe ich vermehrt Veranstaltungen besucht, wo hauptsächlich Frauen teilnahmen und auch da machte ich eine interessante Beobachtung. Dadurch, dass kaum Männer anwesend waren, war eine ganz andere Atmosphäre zu spüren. Unser Unterbewusstsein steuert zu 95% unser Verhalten und darum reagieren heterosexuelle Frauen auf männliche Reize und prüfen innerhalb von Bruchteilen von Sekunden, ob ein vorbeilaufender Mann, ein potentieller Partner sein könnte und ob es mögliche Konkurrentinnen gibt. Wir nehmen das nicht unbedingt bewusst wahr, aber diese natürlichen Prozesse laufen subbewusst ab und lenken sogar unser Verhalten.

Was geschieht also, wenn wir diesen Reizen nicht ausgesetzt sind? Wir sind weniger triebgesteuert und mehr wir selbst. Um sich selbst besser wahrzunehmen und sich bewusst zu machen, wer bin ich eigentlich, wie will ich sein und wie definiere ich mich als Frau, ist es sinnvoll immer wieder männerfreie Zeit zu zelebrieren und sich selbst zu begegnen. Umso schöner ist es dann auch, wieder Zeit mit Männern zu verbringen. Bitte nicht falsch verstehen, ich bin ein großer Fan von Männern und halte es für gesund und wichtig, dass wir uns in Richtung Balance zwischen unserer männlichen und weiblichen Seite bewegen.

Auch das Switchen je nach Situation und dem, was wir erreichen wollen ist absolut okay. Wichtig ist nur, dass wir unser Bewusstsein und das Verständnis für unser individuelles Frau sein erweitern und damit beschäftigen. Denn dann verstehen wir, dass wir sowieso stark sind und brauchen uns nicht zu behaupten. Denn was tut eine Löwin? Sie weiß, dass sie stark ist und kämpft nur dann, wenn es Sinn macht, aber nicht aus Prinzip. Das wäre Energieverschwendung. Es ist ein großes Thema und hat unzählige Aspekte, die jeder unterschiedlich wertet. Daher sind meine Zeilen nur als Inspiration und Denkanstoß zu verstehen und trägt hoffentlich einen Teil dazu bei, dass jede Frau zu ihrer wahren Stärke findet. Eins ist jedenfalls klar, je authentischer wir sind, desto stärker sind wir auch und können den Status einer Löwin innehaben. In diesem Sinne, sei die Frau, die du sein willst und erfinde dich immer wieder neu.

Ihre Nicole Szopinski – natürlich stark

Copyrights: Katharina Kraus / Seelenportraits pexels.com

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