Donnerstag, 28. Oktober, 2021

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„Gesegnet und verflucht“ – Autobiographie von Nino de Angelo ist unterhaltsamer Lesestoff

„Jenseits von Eden“ – diesen Superhit aus den 80ern kennt wohl fast jeder. 1983 landete Nino de Angelo damit einen Riesenhit, den man fortan mit dem Künstler italienischer Abstammung verband.

Das nachdenklich-melancholische Lied wurde seinerzeit in der Hitparade mit dem legendären Dieter-Thomas Heck präsentiert, wo sich alles einfand, was in der Schlagerwelt Rang und Namen hatte.

Hier gelangte auch der damals noch unbekannte Nino de Angelo zu Ruhm. „Jenseits von Eden“ sollte ihm einen fulminanten Einstieg ins Showbusiness ermöglichen, in dem aber auch so mancher Fallstrick auf ihn lauerte.

„Gesegnet und verflucht“ beschreibt das bewegte Leben des Künstlers

„Gesegnet und verflucht“ – dieser Buchtitel ist denn auch von de Angelo selbst gut gewählt, denn genauso beschreibt er sein bisheriges Leben. Gesegnet war er schon als Jugendlicher mit einer wunderbaren Stimme, was ihm vor seiner Berühmtheit kleine Auftritte in der Kölner Pianobar „Die Taste“ bescherte. Hier wurde er eines Tages auch entdeckt.

„Jenseits von Eden“ schrieb ihm Drafi Deutscher, ein charismatischer Künstler, der aber ein Drogen-Problem hatte und de Angelo – so wie er es im Buch beschreibt – zum Koksen verführte. Von da an war Kokain ein treuer Begleiter des aufstrebenden Sängers, der parallel dazu noch viel Alkohol trank.

Offen und schonungslos berichtet Nino de Angelo über etliche Exzesse nach seinem kometenhaften Aufstieg mit „Jenseits von Eden“. Von heute auf morgen mit unglaublich viel Geld ausgestattet, schildert er zudem seine Liebe zu schnellen Sportwagen, die auch schon mal in einem Mega-Blechschaden endete.

Familienleben und Frauen sind Thema

Apropos Liebe: Wer sich durch de Angelos Autobiographie schmökert, erfährt etliches über das Familienleben und die Frauen von Nino de Angelo, obgleich er – verständlicherweise – nicht jedes Detail breit tritt. Der Autor lässt die Leserschaft an seiner Zeit nach seinem musikalischen Durchbruch teilhaben, die für den Künstler von dem Versuch geprägt war, Familie und die Showbiz-Szene zu vereinbaren, was nicht gelang.

Offen beschreibt er so manche Drogen- und Suff-Exzesse, nach denen seine damalige Frau ihn oft erst mal von den beiden gemeinsamen Kindern, die damals im Schulalter waren, fernhalten musste, damit sie den Star nicht im abgehalftert-verkaterten Zustand „danach“ sahen. Auch einem gescheiterten Selbstmordversuch sind im Buch etliche Zeilen gewidmet.

Das Werk wartet nach jedem Kapital mit persönlichen Lebensratschlägen von Nino de Angelo auf.

Lebensratschläge am Ende jedes Kapitels

Diese sind allesamt locker-flockig geschrieben und von einem erfrischenden Optimismus geprägt. Dabei hätte dieser dem Sänger in vielen Lebensabschnitten glatt verloren gehen können.

Scheidung, Misserfolge, fiese Presse und falsche „Fuffziger“ in der Branche machten dem Künstler in all den Jahren ziemlich zu schaffen. Und trotzdem ging es zwischendurch immer wieder aufwärts, landete Nino de Angelo Hits und verbuchte Erfolge. In all diese Momente gibt er im Buch ehrliche Einblicke, so dass sich das Werk rasch und unterhaltsam weg liest.

Ernst wird es allerdings, wenn de Angelo auf seine Krankheiten zu sprechen kommt: Lymphdrüsenkrebs, Blutkrebs und drei Bypässe. Hinzu kommt die tückische Lungenkrankheit COPD, mit der er gezwungen ist umzugehen.

Unterkriegen lässt er sich davon nicht und möchte so lange auf der Bühne stehen, wie es sein Gesundheitszustand errlaubt.

Neue Liebe im Allgäu

Im Allgäu hat er zudem eine neue Liebe gefunden und möchte mit seiner jetzigen Partnerin auf immer zusammenbleiben.

In den Bergen – so scheint es – ist der Sänger ein Stück weit zur Ruhe gekommen. Musikalisch aber macht er weiter und widmet sich seiner Passion – dem Singen. Sein aktuelles Album hat praktischerweise denselben Titel wie sein Buch:

„Gesegnet und verflucht“.

Erschienen beim riva Verlag.

Bildnachweis: riva Verlag

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