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Frau am Rennsteig

Das Hotel „Waldeshöh“ ist ein mondänes Hotel, das betuchten Wanderern oder gut situierten Touristen am Rennsteig behaglichen Komfort inmitten herrlicher Natur bietet. Die Hoteliersfamilie Dressel, die darin wohnt, liebt den Wald, der ihr Zuhause umschließt. „Dressels Forst“ – so der Name ihres Grundstücks hat seinen eigenen Zauber. Dem können sich die drei Dressel-Generationen, um die es im Buch geht, ein Leben lang nicht entziehen.

Und dass das Leben ihnen übel mitspielt, darum geht es in dem Buch von Kati Naumann, einer Leipzigerin, die einen großen Teil ihrer Kindheit im Sperrgebiet des Thüringer Waldes verbrachte.

Denn plötzlich geraten die Dressels in die Situation, Bewohner des Sperrgebietes zu sein. Direkt im deutsch-deutschen Grenzgebiet, in Zeiten des kalten Krieges. Mehr und mehr rüstet der sozialistische Staat an der Grenze auf, so dass es Wanderern oder Touristen der idyllischen Rennsteig-Region um „Waldeshöh“ nicht mehr möglich ist, in die außergewöhnliche Unterkunft einzukehren.

Mit Passierschein im Sperrgebiet leben

Die Dressels selbst dürfen ihr Zuhause nur mit einem Passagierschein betreten und müssen am Schlagbaum warten, wenn sie aus dem Sperrgebiet raus oder zurück wieder in selbiges hinein wollen.

Der Roman rund um das Hotel und die Dressels, die sich an der Hoffnung festhalten, dass ihre Situation nur vorübergehend und ihr Haus bald wieder voll mit Gästen ist, ist in zwei Zeitschienen unterteilt. Zum einen spielt der Roman in der Jetzt-Zeit und zum anderen blenden die jeweiligen Kapitel zurück, in die Zeit ab 1945. In jener Zeit dient das „Waldeshöh“ als Unterkunft für Schüler, die aus den bombardierten Gebieten hinaus, ins Ländliche, geschickt wurden.

Dass im Buch in die Geschichte des gut geführten Hauses, in dem einst elegante Herren und Damen im Pelz abstiegen, eingetaucht werden kann, ist der alleinerziehenden Mutter Milla zu verdanken, die im Thüringer Wald eines Tages auf eine geheimnisvolle Hinterlassenschaft des ehemaligen Hotels stößt. Sie tut das im Rahmen ihrer Entdeckungstouren an „Lost Places“ – verlorenen Plätzen. Was sie hier im Zusammenhang mit dem nunmehr verschwundenem Hotel „Waldeshöh“ findet, verschlägt ihr den Atem. Ein noch immer komplett eingerichteter Keller, der voll mit Vorräten und Utensilien ist, die einstmals für die Familie Dressel und deren Hotelgäste bestimmt waren.

Milla ist von ihrem Fund derartig fasziniert, dass sie sich auf Spurensuche zu den ehemaligen Bewohnern begibt.

Buch blendet immer wieder in das Leben der Hoteliersfamilie

Dazwischen wird im Buch immer wieder in die früheren Jahre geblendet – angefangen bei den Nachkriegsjahren bis weit in die Siebziger hinein. Der Leser lernt im Verlauf der Erzählung drei Generationen der Dressels kennen. Marie Dressel, deren Sohn und Kriegsheimkehrer Arno und seine Frau Johanna, deren Kinder Werner und Elvira, sowie die späteren Kinder Christine, Andreas und Viola, die aus der Ehe von Gerda und Werner Dressel hervorgehen.

Zu Christine findet Milla, als sie das Schicksal von „Waldeshöh“ und deren Bewohnern zu recherchieren beginnt, den besten Draht. Beide werden Freundinnen. Und beide treibt, nachdem Milla den verwunschen anmutenden Keller im Wald entdeckt hat, der Wunsch nach Gerechtigkeit um. Gerechtigkeit für das bittere Schicksal der Dressels, das sich dem Leser irgendwann offenbart. Bis es soweit ist, taucht man ein in die Jahre, als es das Hotel noch gab und lernt nach und nach das Leben der Bewohner im Sperrgebiet kennen. Die Schikanen, die kleinen Freuden des Alltags, den routinierten Ablauf im Hause „Waldeshöh“ und den starken Zusammenhalt der Familie Dressel. Diese lebt heimatverbunden und versucht, den Alltag unauffällig zu gestalten, um nicht aufzufallen und Schwierigkeiten mit der Obrigkeit zu bekommen. Am liebsten sind alle Familienmitglieder im Wald – ihrem zweiten Zuhause. Das einzigartige Naturgebiet kennen sie alle wie ihre Westentasche, zumal es ihnen von Feuerholz bis hin zu schmackhaften Beeren so einiges bietet.

Sie lieben ihre Idylle und versuchen den Stacheldrahtzaun und die Minen, die man bedrohlich nah an ihr Grundstück gelegt hat, auszublenden. Das gelingt mal mehr und mal weniger gut.

Und wie das so ist mit Familien, gibt es auch ein Familiengeheimnis. Dieses steht im Zusammenhang mit dem furchtbaren Schicksal, dem die Dressels eines Tages ausgeliefert sind und erschließt sich dem Leser am Anfang noch gar nicht. Im Gegenteil: vertieft in das Buch und die Geschichte der Familie, richtet man den Fokus auf eine andere Person im Umfeld derer von „Waldeshöh“. Geschichtlich Interessierte kommen im Buch auch auf ihre Kosten – verschiedene absurde Alltags-Schikane-Situationen, wie sie im Mauerstaat üblich waren, werden thematisiert. Einstige DDR-Bürger werden an so mancher Stelle in „Was uns erinnern lässt“ mit dem Kopf nicken („So war das!“), während Menschen, die den Mauerstaat nur von der anderen Seite kennen, wohl dann und wann ein leicht beklemmendes Gefühl bekommen.

Autorin verknüpft Familiengeschichte mit historischen Ereignissen

So oder so ist das Buch eines von jener Sorte, das man – hat man es einmal angefangen – gar nicht mehr aus der Hand legen will. Was definitiv daran liegt, dass die Autorin eine interessante Familiengeschichte mit historischen Ereignissen im Zusammenhang mit der deutsch-deutschen Teilung gekonnt zu verknüpfen vermag. Und die Schauplätze zudem so detailgetreu beschrieben werden, dass man als Leser fast den Eindruck hat, man befindet sich vor Ort.

Auch wenn das Werk beklemmende Szenen beschreibt – die gehören zu dieser Geschichte ja nun einmal definitiv dazu. Zumal sich vieles genau so oder ähnlich mit Bewohnern des Grenzgebietes der DDR abgespielt hat.

Der Roman „Was uns erinnern lässt“ ist eine Fiktion, aber das Wissen darum, dass das im Buch beschriebene Schicksal der Dressels einst viele DDR-Bürger ereilte, lässt den Leser nachdenklich zurück. So manch einer, der wenig über die DDR weiß und sie auch nicht erlebt hat, wird hierdurch animiert, sich näher mit der deutsch-deutschen Geschichte zu beschäftigen.

So oder so: das Buch wird – einmal im Buchregal – ganz bestimmt noch von vielen nachfolgenden Familienmitgliedern gelesen. Ein wirklich grandioses Werk!

Infos:

Kati Nauman

„Was uns erinnern lässt“

Erschienen bei Harper Collins

Bildnachweis: HarperCollins Germany GmbH

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Um Verona Pooth ist es die letzten Jahre etwas still geworden. Aber vielen Leuten der Generation 30plus dürfte sie als aktive Verona Feldbusch noch gut in Erinnerung sein. Umso erstaunlicher, dass die Werbe-Ikone jetzt, nachdem sie es ruhiger angehen lässt, ein Buch auf den Markt bringt. Will sie ein Comeback wagen? Oder hatte sie – was nachvollziehbar wäre – erst jetzt die Muße, um ein solches Werk verlegen zu lassen? Ganz allein hat sie „Nimm Dir alles, gib viel“  – so der Name des Buches – nicht geschrieben. Als Mitautorin wird Johanna Völkel auf dem Buchcover genannt. 

Unterhaltsame Lektüre der Werbe-Ikone Verona Pooth

Aber sei`s drum, warum die ehemalige Werbe-Ikone nunmehr ein Buch geschrieben hat! Denn: lesenswert ist es allemal. 

Vor allem, weil Verona den Leser hinter die Kulissen schauen lässt. So zum Beispiel im Zusammenhang mit ihrer Blitz- und Kurz-Ehe mit Produzent und Musiker Dieter Bohlen. Fans und Nichtfans staunten im Mai 1996 nicht schlecht, als in der Presse die Meldung erschien, dass Dieter Bohlen und Verona Feldbusch geheiratet haben. 

Im Buch erzählt Verona davon, was dieser kurzen Ehe vorausging und wieviel Zeit Dieter und sie damit verbrachten, ihre Dates in Bohlens Auto abzuhalten. 

Sie schreibt darüber, wie verwandelt der Musikproduzent nach dem Ja-Wort war und dass sie sich in dessen Anwesen in Tötensen nicht wirklich wohl gefühlt hat. 

Interessant ist es zu erfahren, wie es zu dem bekannten Titelbild auf der BILD kam, auf dem die damalige Frau Bohlen mit Veilchen und verquollenem Gesicht zu sehen ist. Denn das hatte der Pop-Titan zu verantworten. 

Locker-fluffig erzählt Pooth auch, ganz nebenbei fast, die Geschichte ihrer Karriere. Nach den ersten Model- und Musikerfolgen (am Anfang zog Verona ja noch singend durch die Lande) klopften immer mehr namhafte Unternehmen an, um mit der quirligen Frau zu arbeiten. 

Verona beschreibt, wie ihre Kasse klingelte

Die Kasse klingelte – auch daraus macht die Bohlen-Ex in ihrem Buch keinen Hehl! Wer ob der vielen beschriebenen Aufträge ein wenig mitzählt, lässt es bald sein. Klar ist sowieso: Frau Pooth dürfte heute Multimillionärin sein! 

Diese Tatsache und das eine oder andere (vermeintliche) Skandälchen trugen seinerzeit auch dazu bei, dass das Werbegesicht zu seinen HOCHzeiten permanent in der Presse war. Verona Pooth beschreibt, wie sie beispielsweise mit der BILD lange Zeit gut fuhr, bis dieses Blatt eines Tages Unwahrheiten über sie und ihre Familie schrieb. In diesem Zusammenhang wird Verona sehr privat und beschreibt, wie ihre Mutter langsam schwer erkrankte und Reporter sie selbst in diesem Zustand belauerten. 

Allerdings scheinen sich die Wogen geglättet zu haben, denn wenn heute über Pooth – so zum Beispiel im Zusammenhang mit ihrem Buch – geschrieben oder gedreht wird, sind die Berichte doch wohlwollend. 

Und außerdem: so richtig über jemanden herziehen, das tut Verona in ihrem Buch nicht. Auch über Dieter Bohlen nicht, für den sie letzten Endes eher gute Worte findet. Überhaupt wird enttäuscht, wer erwartet hat, dass die Pooth in ihrem schriftstellerischen Werk über bekannte Gesichter hetzt. Das ist gut so und würde wohl auch nicht zu ihr passen. 

Beschreibung über Familienleben kommt nicht zu kurz

Dafür bekommt der Leser Einblick in ihre Kennenlerngeschichte in Sachen Franjo, ihrem heutigen Ehemann. Und auch über das Familienleben mit ihren zwei Söhnen schreibt Verona unterhaltsam und ausführlich. So bekommt man einen Einblick ins Leben der Pooths, bei denen es werteorientiert zugeht. Und auch nicht immer locker und fluffig, denn: Verona verlor bereits ein Kind, bevor sie ihren Sohn Rocco bekam. Nach seiner Geburt war die Welt für Pooth wieder in Ordnung, sie beschreibt den Moment, in dem sie ihren jüngsten Sohn in die Arme nahm, als einen Moment „in dem wieder Frieden in mein Leben trat“. 

Bis heute nimmt man Verona Pooth die Rolle der fürsorglichen Mutter ab, dem tut auch der aktuell wieder zunehmende Trubel um ihre Person offenbar keinen Abbruch.  

Das Buch ist eine unterhaltsame und interessante Lektüre für alle, die ein Fan von Verona Pooth sind oder/und für Leute, die ein Faible für Privates aus Promi-Mund haben. 

Verona Pooth mit Johanna Völkel: „Nimm Dir alles, gib viel“, erschienen im mvgverlag

Bildnachweis/Copyright: Andreas Bitesnich

 

 

Promiberichterstattung dürfte für viele Außenstehende ein faszinierender Job sein. Berühmte Leute treffen, VIP`s interviewen, auf roten Teppichen zuhause sein – das ist wohl landläufig die Vorstellung der meisten Leute, wenn es um Promi-Reporter geht. Und sie trifft auch zu, obgleich das natürlich nicht alles und auch dieser Job oft anstrengend ist. Dahingehend plaudert die einstige Society-Frau Marie Waldburg, die in München zuletzt bei BUNTE gearbeitet hat, in ihrem Buch „Meistens diskret“. Das Vorwort hat Hape Kerkeling geschrieben.

Da Frau Waldburg (im Bild links) aktuell schon zu den reiferen Semestern gehört, klingen ihre Schilderungen über den beruflichen Anfang in München ein bißchen wie aus der Zeit gefallen. Denn sie schildert ihren Journalisten-Alltag auf dem Parkett der Reichen und Schönen noch aus Jahren, in denen aktuelle Promi-News abends noch per Telefon durchgegeben und manche Absprachen noch gefaxt wurden.

Society-Berichterstattung von „früher“ wirkt wie aus der Zeit gefallen

Kein Wunder – immerhin hat Marie Waldburg ihre Arbeit im „Vor-Handy-und-Laptop“-Zeitalter begonnen. Es ist interessant zu lesen, wie seinerzeit gerade das Metier „Society“ in Sachen Berichterstattung gehändelt wurde.

Die Autorin schildert ihren Arbeitsalltag authentisch und kurzweilig, wenn auch manchmal so, dass man als Leser den Eindruck hat, dass sie selbst manches Mal eher als Promi denn als Berichterstatterin bei Promi-Festivitäten anwesend war. Obwohl Marie Waldburg in „Meistens diskret“ das Gegenteil schildert und ihr Agieren immer im Kontext ihres Jobs als Journalistin kommuniziert.

Der Leser bekommt spannende Einblicke in die Welt bekannter Schauspieler, Fürstenhäuser, Models und Lebenskünstler. Und auch in den Kosmos von Stars und Sternchen.

München – so wirkt es auf den Leser – scheint in den früheren, fetten Jahren ein allabendlicher, pompöser Zirkus der Reichen und Schönen gewesen zu sein. Eine eingeschworene Clique, deren Mitglieder Otto Normalo nur auf den Bildschirmen und in Zeitschriften wie BUNTE zu sehen bekam.

Später kam Marie Waldburg dann zu BUNTE

Apropos BUNTE:

im Buch schildert Marie Waldburg detalliert, wie sie zu dem Blatt kam und wie sich ihr Arbeitsalltag gegenüber ihrer Arbeit bei der Abendzeitung München, wo sie einst begann, veränderte. Auch wie ihr Verhältnis zu verschiedenen Prominenten „hinter den Kulissen“ ausschaute, schildert sie ausführlich – pikante und sehr persönliche Szenen inbegriffen.

Doch wer meint, die Autorin lege gleich los in Sachen Promis, VIP`s und roter Teppich, der irrt. Am Anfang des Buches schildert Marie Waldburg ihre Kindheit im Allgäu, die – obwohl die Familie adelig ist (der Vater führte den Titel Graf zu Waldburg-Wolfegg, Ihre Mutter war eine geborene Gräfin Ledebur-Wicheln) –  keine typische Adels- oder gar „Goldene-Löffel“-Kindheit war. Im Gegenteil: den Schilderungen der Autorin entnimmt der Leser, dass es im Elternhaus Waldburg – zu dem sieben Kinder gehörten – liebevoll und unbeschwert zuging. Marie von Waldburg verbrachte außerdem einige Jahre in einem Internat, in dem sie so manches Mal das Heimweh nach der Heimat im Allgäu plagte.

Allerdings war sie dann auch froh, in die weite, große Berufswelt einzutauchen, die ihr später, nach dem Besuch einer Journalistenschule, den begehrten Job als Society-Reporterin bot.

Heutige Online-Welt mit Berichterstattung von damals nicht vergleichbar

Marie Waldburg geht am Ende ihres Buches auch auf die JETZT-Zeit ein. Die Zeit, in der D-Promis und Dschungelcamp-Teilnehmer so oft meinen, sie seien der Nabel der Welt. Oder Leute sich auf Instagram als eine Art VIP feiern lassen. Damals hatte sich Waldburg mit gerade mal zwei Kollegen die Stadt München in Sachen „Leute“ „aufgeteilt“, wie sie in einem Interview einmal sagte. Heute jedoch kann so gut wie jeder über Prominente schreiben oder sich wie einer gebärden und das alles der Welt mitteilen. Handy, Laptop und WLAN reichen aus.

Insofern wird sich die Promi-Berichterstattung der vergangenen Jahre niemals wiederholen. Im Gegenteil: es wird wahrscheinlich immer noch verrückter, schneller und weiter, was das Leben der Reichen und VIP´s angeht. Internet, Facebook und Instagram spielen dabei eine wichtige Rolle.

Marie Waldburg muss das allerdings nicht mehr stören. Sie ist inzwischen begeisterte Großmutter und widmet sich nach 40 Jahren in der Society-Berichterstattung nun ihren Enkeln. Und genießt die Zeit, auch mal wieder privat mehr interessante Termine und Veranstaltungen zu besuchen und die ihr noch immer unbekannten Seiten von München zu entdecken.

Buch: „Meistens diskret – Erinnerungen einer Society-Reporterin“, Marie Waldburg, erschienen bei teNeues 

Bildnachweis: picture alliance / Eventpress

Schöne, fantasievolle Weihnachtsgeschichten einfach selber schreiben und verschenken – das dachte sich Larissa Baiter (im Bild), als sie vor einigen Jahren vor der Frage stand, was sie denn ihren Lieben schenken sollte? Gutscheine sollten es nicht schon wieder sein und da sie schon lange eine Leidenschaft für das Schreiben hegt, begann sie, für Familie und Freunde persönliche Weihnachtsgeschichten zu schreiben und zu verschenken. Das kam an – und dabei soll es nicht bleiben…!

Wir haben die junge Frau aus der Schweiz, die auch als Online-Journalistin tätig ist und im „richtigen Leben“ als Wirtschaftsinformatikerin arbeitet, interviewt.

FB: Frau Baiter, hinter Ihren Weihnachtsgeschichten, die Sie als Buch herausgebracht haben, verbirgt sich keine gewöhnliche Entstehungsgeschichte – erzählen Sie doch mal!

LB: Die erste Geschichte entstand 2012. Ich wollte nicht schon wieder Gutscheine verschenken, meine Verwandten hatten schon alles und ich suchte nach einer Möglichkeit, etwas Persönliches zu Weihnachten zu schenken, das Freude bereiten könnte. Da ich weder ein Instrument spielen konnte, noch besonders gut Basteln oder Zeichnen, beschloss ich mein einziges Talent zu nutzen und eine Geschichte zu schreiben. So entstand die erste Geschichte, die viel Anklang fand und mir das Gefühl gab, dass ich wirklich Freude verschenken kann. So schrieb ich ab da jedes Jahr eine weitere Geschichte und rasch verbreitete es sich in meinem Freundeskreis und viele wollten ebenfalls eine Weihnachtsgeschichte lesen. Am Ende habe ich über 80 Briefe nach Deutschland, Österreich, Holland und in der Schweiz verschickt. Vereinzelte sogar noch weiter weg. Dieses Jahr habe ich nun den Mut gefasst, die Geschichten zu sammeln, zu überarbeiten und als Buch zu veröffentlichen. Zum Glück! Ich durfte viele tolle Erfahrungen dadurch machen und viel Neues lernen.

FB: Wovon handeln Ihre Weihnachtsgeschichten – können Sie einen kleinen Einblick geben, was die Leser erwartet?

LB: Die Kurzgeschichten handeln zwar alle von Weihnachten, behandeln aber ganz unterschiedliche Themen, die mir zu Weihnachten wichtig sind. So spielen Freundschaft, die Liebe, Zusammensein und  gutes Essen eine wichtige Rolle. Ein bisschen Fantasie ist auch mit dabei, so werden Schneemänner oder Tannen zum Leben erweckt und sowohl der Weihnachtsmann, als auch andere Fabelwesen kommen darin vor. Insgesamt sollen die Geschichten Emotionen wecken oder zum Nachdenken anregen und uns die wahre Bedeutung von Weihnachten wieder näher bringen, ohne dabei religiös zu sein.

FB: Woher nahmen Sie Ihre Inspirationen für die einzelnen Erzählungen?

LB: Es gab immer wieder Themen, die mich besonders beschäftigten in dem Jahr, in dem die Geschichten entstanden sind. Ich habe versucht meine Emotionen, Gedanken, Ideen und Vorstellungen aufs Papier zu bringen. Ohne dabei zu belehren oder mich zu sehr auf eine bestimmte Vorstellung von Weihnachten zu versteifen.

FB: Das Schreiben begeistert Sie schon, seit Sie Schülerin sind – was gibt es noch für Werke von Ihnen?

LB: Die bezaubernden Weihnachtsgeschichten ist mein erstes Buch. Davor gab es eine kostenlose Kurzgeschichte, mit dem Titel „Der zerstreute Professor und die Quintessenz“. Diese gibt es immer noch kostenlos als E-Book auf allen gängigen Plattformen oder auf meiner Homepage zum Download. Zudem bin ich seit ich fünfzehn bin als freiberufliche Journalistin tätig, da gibt es natürlich diverse Artikel von mir.

FB: Sie schreiben auch für Online-Magazine, in welchem Genre sind Sie hier aktiv?

LB: Angefangen hat das mit fünfzehn bei NegativeWhite.ch, einem Online Magazin, das damals über kleinere Szenekonzerte berichtet hatte. Mittlerweile ist Negative White in fast allen Musikgenres unterwegs, wir machen Bandreportagen, Interviews, Plattenrezensionen und natürlich immer noch Konzertberichte. Ein paar Jahre später bin ich per Zufall mit dem Fotografen von games.ch in Kontakt gekommen und durfte einen Gastartikel dort veröffentlichen. Irgendwie hat es gepasst und seitdem schreibe ich für sie Spieleberichte, Vorschauen und Eventberichte. Alles nebenberuflich.

FB: Wie verbinden Sie Ihre Leidenschaft – das Schreiben – mit Ihrem Hauptberuf als Wirtschaftsinformatikerin? Gibt es feste Zeiten, in denen Sie schreiben, wenn Sie nicht arbeiten müssen?

LB: Das ist tatsächlich eines der größten Herausforderungen! Mein Hauptberuf als Wirtschaftsinformatikerin ist oftmals sehr fordernd und ich verbringe viel Zeit im Büro. Das Schreiben dient mir als Ausgleich. Da mein Alltag aber durch die beiden Nebenberufe, die ich verfolge und durch meine anderen Leidenschaften und Interessen sowieso nicht zu strukturieren ist, schreibe ich einfach dann, wenn es eben geht. Das sind leider keine festen Zeiten und leider passiert das auch nicht regelmäßig. Trotzdem versuche ich mir Zeit freizuschaufeln, denn die Gedanken und Geschichten schlummern in mir und wollen raus!

FB: Sie haben ja auch schon Lesungen gegeben, wo war das und wie war die Resonanz?

LB: Das ist eine der tollen Erfahrungen, die ich durch die Veröffentlichung meines Buches mitnehmen durfte. Ich durfte in meinem alten Heimatdorf im „Büecherchorb Aadorf“ lesen. Am Tag der Lesung rief mich die Buchhändlerin an und informierte mich, dass sie mir ein Mikrofon organisiert haben, da sie mit mehr Leuten als ursprünglich geplant rechneten. Am Ende wurden sogar noch Stühle hinter mir aufgestellt und die Buchhandlung war mit über vierzig Leuten gefüllt. Ein tolles Erlebnis!

FB: Gibt es in Sachen Schreiben schon Pläne für`s neue Jahr?  

LB: Ich schreibe momentan an mehreren Projekten, darunter ein Kinderbuch, ein Thriller und ein Fantasie-Epos. Was davon wann fertig wird, ist schwierig abzuschätzen. Auf jeden Fall möchte ich gerne weiterschreiben, so oft und so viel ich kann! Doch gut Ding will Weile haben, realistisch gesehen gibt es von mir erst in ein paar Jahren wieder etwas zu Lesen.

FB: Wo verbringen Sie das Weihnachtsfest?

LB: Am schönsten Ort dieser Welt: In meinem Elternhaus, mit meinen Liebsten zusammen.

Infos zur Autorin und Bezugsquelle Buch – hier.

Bildnachweis: Larissa Baiter

 

Magersucht - sie ist ernst zu nehmen

„Unverkrampftes, aber gesundes Essverhalten scheint in unserer Gesellschaft vom Aussterben bedroht.“ – das sagt Antje Döhring,  Autorin des Buches „Weniger“, in dem es um ein Mädchen geht, das langsam in eine Magersucht rutscht.

Jasmin – so der Name der Protagonistin – steht damit stellvertretend für viele (junge) Leute, die ein schwieriges Verhältnis zum Essen und damit auch zum eigenen Körper haben. War es vor Jahrzehnten schon angesagt, schlank zu sein, wird diesem vermeintlichen Ideal, das vor allem medial befeuert wird, heutzutage von unzähligen Usern in den sozialen Netzwerken gefrönt. Instagram, Facebook und Twitter sind voll von Menschen, die sich dünn, muskulös und sehr attraktiv präsentieren.

Dass sich auf diese Art und Weise Personen dem Schlankheitswahn widmen, die näher am User dran sind, als beispielsweise Supermodels, macht das Ganze nicht einfacher.

Denn nicht wenige Menschen fühlen sich dadurch animiert, sich ebenso einem Kult um ihren Körper hinzugeben. Eine bedenkliche Entwicklung, die im Buch von Antje Döhring subtil eine Rolle spielt und dem Leser im Rahmen der Handlung übermittelt wird.

Wir sprachen mit der Autorin, die auch außerhalb ihres schriftstellerischen Tuns ein spannendes Leben hat.

FB: Frau Döhring, wie ist die Idee zu Ihrem Buch „Weniger“ (im Bild das Buch-Cover) entstanden?

Ursprünglich war die Geschichte um das Mädchen Jasmin, das langsam in eine Magersucht hineinrutscht, nur ein Nebenstrang in einem anderen Gegenwartsroman, der noch nicht erschienen ist. Ich brauchte damals Gründe, warum in einer Familie nach und nach alle dem Fleischessen entsagen: Der eine war ohnehin Vegetarier, der andere wollte dann wegen Gelenkproblemen verzichten. Blieb die Frage – warum isst bald auch die Tochter Jasmin kein Fleisch mehr? Aus Fleischverzicht wurde in meinem Kopf Diät und daraus wiederum schließlich eine Magersucht.

Der Verlag, der den Roman herausbringen wollte (mittlerweile jedoch nicht mehr existiert), hatte festgestellt, dass das Manuskript zu umfänglich geworden war. Hier und da ein wenig herumzukürzen schien nicht sehr vielversprechend.

Schließlich entschloss ich mich dazu, diesen Handlungsstrang  um Jasmin quasi „auszukoppeln“, weil ich fand, dieses Thema braucht eine „eigene Stimme“. Dafür musste ich mich natürlich dann noch einmal wesentlich tiefschürfender mit der Materie beschäftigen, als es für eine Nebenhandlung nötig gewesen wäre.

FB: Magersucht, dünner werden wollen, Models nacheifern – das war mal vor einiger Zeit ein Riesenthema, das gefühlt täglich in den Medien präsent war. Jetzt hat das allerdings etwas nachgelassen, aber es hat sich ja hier kaum etwas verändert – es werden immer noch ganz viele (junge) Menschen magersüchtig, oder?

Gut, „ganz viele“ zum Glück nicht; hochgerechnet finde ich dennoch auch 0,3 bis 0,6 % der Frauen zwischen 12 und 35 erschreckend. Was aber noch viel bedenklicher stimmen sollte: Diese Zahlen steigen seit Jahren ständig an. Man muss  davon ausgehen, dass dieser Trend noch nicht abgebrochen ist. Und: Es sind nicht nur junge Mädchen im Teenageralter, sondern vor allem Frauen in Umbruchphasen (also auch junge Mütter und Frauen um die Menopause, bei denen sich der Stoffwechsel meist ganz natürlich verlangsamt). Jedoch sind auch zunehmend junge Männer betroffen, die sich parallel an ihrem Muskelaufbau abarbeiten.

Was ich ebenfalls ganz erschreckend finde, ist die Tatsache, dass in der Bevölkerung oft noch die Vorstellung existiert, dass Magersucht „nur so eine pubertäre Phase“ sei, ein „Model-spielen-wollen“ und Wichtigmachen, das mit Omas guter Küche schon wieder in Ordnung käme. Dabei sterben mehr als 10 % der Betroffenen! Damit ist Magersucht, auch Anorexie genannt, nach wie vor die psychische Erkrankung mit der höchsten Sterblichkeitsrate. Es ist keine „Teenie-Spinnerei“, sondern eine sehr ernstzunehmende psychische Erkrankung, bei der das Dünnerwerden, streng genommen, eher das Symptom als die Krankheit ist.

FB: Haben Sie in Sachen Magersucht Zahlen für Deutschland parat? 

Die letzten seriösen Statistiken u.a. des Robert-Koch-Instituts, die ich gefunden habe, sind meist noch von 2012.  Man kann davon ausgehen, dass ca. 5 Mio Deutsche an irgendeiner Essstörungen leiden. Davon wiederum sind über 100 000 magersüchtig.

Es wird davon gesprochen, dass unter Teenagern bereits jede/r dritte bis fünfte Symptome eines gestörten Essverhaltens zeigt! Also ständig auf die Waage guckt, Kalorien zählt oder aber im Gegenteil hemmungslos riesige Mengen anfallartig in sich hineinstopft. Ein unverkrampftes, aber gesundes Essverhalten scheint in unserer Gesellschaft vom Aussterben bedroht.

FB: Woran liegt das, dass so viele Menschen – vor allem Jugendliche/Mädchen – ganz dünn sein wollen? Inzwischen dürfte doch zumindest ein Bewusstsein darüber herrschen, dass die meisten Models oder/und Schauspielerinnen, die von Plakaten lächeln, in einer oberflächlichen Scheinwelt leben, die mit dem realen Leben kaum was zu tun hat…

Bei den meisten jungen Menschen, die immer weiter abnehmen wollen, geht es im Grunde ja nur am Rande um das Dünnsein als solches. In einer  Gesellschaft, die von Individualität und dieser „Jeder ist seines Glückes Schmied“-Mentalität geprägt ist, dazu noch gepaart mit Leistungsanforderungen aller Art,  hängt es wohl vielmehr damit zusammen, dass gerade junge Leute oft eine Menge an Möglichkeiten und Lebensentwürfen vorfinden, aber damit auch gleichzeitig vor der Aufgabe stehen, die jeweils richtige „Wahl“ zu treffen – vom schulischen und beruflichen Weg über die politische Meinung, Freunde, Liebe, eigene Familie ja/nein, oder gesundheitliche Entscheidungen. Stießen sie in früheren Dekaden schnell an die Grenzen dessen, was Elternhaus, Staat und Kirche vorgaben, erscheint heute alles viel freier, theoretisch erreichbarer, aber nicht unbedingt auch praktisch.

Vieles ist nach wie vor vom einzelnen gar nicht immer beeinflussbar, und in jungen Jahren noch weniger.  Und es kann sogar überwältigend wirken. Wenn dann noch durch die kapitalistische Warenwelt suggeriert wird, dass „jung und schön“ gewinnt, aber man gerade – pubertär eigentlich normal – an sich selbst zweifelt, dann scheint es am einfachsten, genau das im eigenen Leben zu beeinflussen und „in den Griff zu bekommen“, was eben noch am ehesten beeinflussbar ist: Der eigene Körper, das eigene Gewicht.

Darüber hinaus ist es in den vergangenen Jahrzehnten immer schwieriger geworden, dem Idealbild einer attraktiven Frau nahe zu kommen (zumindest werblich gesehen)! War es  in den 60-er (siehe Twiggy) noch „genug“, möglichst dünn zu sein, gehörten zum Schlanksein ab den 90-ern (Ära der „Supermodels“ á la Claudia Schiffer) bereits die Kurven an den richtigen Stellen hinzu. Doch seit das Zeitalter von sozialen Selbstbespiegelungsmedien samt Selfies auf Instagram, Tinder und Tumblr angebrochen ist, kommt zu „dünn, aber mit Kurven“ noch das neue Gebot hinzu, „sportlich definiert“ auszusehen!

Für die meisten fast unerreichbar. Doch es scheint dennoch immer noch eher „machbar“ als die Vorstellung, immer zu funktionieren und „die richtigen Schulnoten für den richtigen Job, samt dem richtigen Partner für das beste aller Leben“ hinbekommen zu müssen.

Kurz gesagt: Tiefe Selbstzweifel und ein Gefühl der Machtlosigkeit führen heutzutage bei vielen, vor allem jungen Menschen dazu, eine ernste psychische Störung zu entwickeln, die sich primär darin manifestiert, den eigenen Körper möglichst „marktkonform“ zu  trimmen. So leiden Körper und Seele gleichermaßen.

Es genügt also nicht, dass Magersüchtige einfach wieder mehr essen. Auch die Leerstellen in der Seele müssen mit Sinn gefüllt werden.

FB: Wie haben Sie die Recherche zu dem Buch gestaltet, sind Sie in die echte Welt von magersüchtigen Menschen eingetaucht oder/und  gab es auch Fälle in Ihrem Umfeld?

Zum Glück hatte ich weder im näheren noch weiteren Umfeld Betroffene; allerdings habe ich nach der Veröffentlichung viele – teils überraschende, bestürzende – Rückmeldungen von Bekannten wie auch Fremden erhalten, die das Monster Essstörung aus eigenem Erleben kennen.

Ich habe das getan, was ich als gelernte Journalistin ganz gut kann: recherchieren. Ich habe sehr viel Fachmaterial zum Thema gelesen, Filme gesehen, Betroffeneninterviews gehört usw. Mich hat erschreckt, wie weitverbreitet dieses Problem ist, ohne dass es allzuoft an die Oberfläche des gesellschaftlichen Bewusstseins kommt.

Auf dieser Basis dann die Geschichtenerzählerin in mir ihre Arbeit tun lassen: Sich die Figur der Jasmin nicht nur auszudenken, sondern quasi in sie hineinkriechen und zu versuchen, mit ihren Augen zu sehen.

Natürlich habe ich die entsprechenden Stellen im Roman vor der Veröffentlichung auch von Therapeutinnen für Essstörungen lesen lassen, um sicherzugehen, dass es sowohl fachlich korrekt als auch plausibel rüberkommt.

FB: Ab wann wird „Dünn sein“ zur Krankheit?

Das kann ich als Nicht-Fachfrau nicht sagen ….

FB: Woran können Eltern merken, dass ihr Nachwuchs ein echtes Problem hat und gegebenenfalls in eine Magersucht driftet?

Siehe oben: das möchte ich Fachleuten überlassen. Ein aktueller, guter Beitrag dazu findet sich hier.

FB: Was müsste – Ihrer Meinung nach – noch an öffentlicher Aufklärungsarbeit geleistet werden, um diese Thematik noch stärker in die Öffentlichkeit zu bringen und mehr Menschen zu sensibilisieren?

Es gab und gibt immer mal wieder dazu in den Medien Berichte. Dennoch habe ich den Eindruck, dass es noch zu oft als ein „Extrem“ beim Publikum ankommt. Dabei kann eine Essstörung auch bei Menschen in normalen, „geordneten“ Lebensumständen auftreten, wenn einige, vor allem innere Probleme zusammenkommen. Das kann schleichend und unauffällig passieren. Genau solch ein „normales Mädchen in einer normalen“ Familie habe ich in der Figur der Jasmin zu zeichnen versucht.

Außerdem: Essstörungen scheinen mir nach wie vor mit einem gewissen Stigma belegt. Während Burn-out, Depression oder Phobie langsam in der breiten Masse als Krankheit „anerkannt“ werden, ist essgestört zu sein oder ein essgestörtes Kind zu haben weiter etwas irgendwie Peinliches, ein Versagen. Zudem habe ich, wie gesagt, den Eindruck, dass es bei vielen immer noch unter „pubertäre Spinnerei“ läuft.

Ich glaube nicht, dass viel auch viel hilft – in dem Falle mediales Bombardement mit dem Thema. Aber dafür stetig und mit geeigneten Mitteln sollte ein Bewusstsein geschaffen werden, das es sich um eine vampirhafte Krankheit handelt, die selten von selbst verschwindet.

FB: Zu Ihnen: Sie waren viele Jahre mit Ihrem Mann und Ihren Kindern im Ausland und sind nun wieder in Deutschland. Wie haben Sie die letzten Jahre – Sie lebten in den VAE – erlebt und wie ist es nun, wieder in der alten Heimat zu sein?

Mir war bewusst, dass man nach zwanzig Jahren im Ausland nicht einfach wieder „nach Hause kommt“ – so, wie das viele Daheimgebliebene sich vorstellen. Insofern war ich gewappnet, dass es nicht sofort super glattlaufen muss. Ein wenig „Fremdeln“ auch oder gerade in der alten Heimat ist ganz normal. Nach nunmehr eineinhalb Jahren zurück sind wir jedoch „angekommen“.

Die Emirate waren von den Alltagsumständen – nach unseren Jahren in Saudi-Arabien, Indien und Libyen – auf jeden Fall sehr einfach, weil dort alles auf hohem und höchstem Niveau abläuft. Wir hatten dort auch einen wunderbaren Freundeskreis.

FB: Was vermissen Sie an Ihrem damaligen Zuhause auf Zeit und über was freuen Sie sich, hier in Deutschland?

Ich finde, von jedem Land vermisst man etwas anderes, und das ist ja ganz normal. Das einzige, was da vielleicht verbindend ist: Unsere Freunde leben um den ganzen Globus verstreut, und jeder weitere Umzug brachte eben sehr viele Abschiede, aber auch wieder viele neue Bekannte und Freunde mit sich.

Aus den Emiraten fehlt mir am meisten der großartige kulturelle Schmelztiegel; immerhin sind über 85% aller in den V.A.E. lebenden Menschen Ausländer! Es ist beispielhaft, wie völlig normal und konfliktfrei dort Leute aus über 200 Ländern, somit aus unzähligen Kulturen, Sprachen und Religionen miteinander auskommen. Die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft allerorten – das ist wunderbar gewesen.

Wen Details aus unserer Zeit in den Vereinigten Arabischen Emiraten interessieren: hier mein Blog dazu.

Hier in Deutschland genießen wir den Wechsel der Jahreszeiten (obwohl ich es kalt noch nie mochte) und das großartige, geistig-kulturelle Angebot sowie die Nähe zur Großfamilie und alten Freunden.

FB: Welchen Projekten widmen Sie sich aktuell bzw. welche Pläne haben Sie für die nächste Zeit? Können Sie schon etwas verraten?   

Die englische Übersetzung von „Weniger“ ist gerade als „Featherlight. Hope rekindled“ erschienen, ein weiteres Manuskript harrt der Überarbeitung, momentan habe ich zudem ein neues Projekt begonnen – mal etwas ganz anderes, ein historisches Thema, das den Leser sehr weit zurückführen soll …

Infos:

Antje Döring - Autorin

Magersucht – ein Thema, dem sich Autorin Antje Döring angenommen hat

Antje Döring (im Bild):

Homepage, Instagram, Facebook 

Buch „Weniger“ unter anderem bei Amazon.

Bild Autorin: privat / Cover „Weniger“: „NaWillArt Coverdesign“

Bildnachweis (Symbolbild): pexels.com

Wenn Sie zu den Frauen (oder Männern) gehören, die es sich in dieser Jahreszeit, an unwirtlichen Tagen, gern auf dem Sofa oder im Ohrensessel mit einem spannenden Schmöker gemütlich machen, der möglichst auch immer mal ein Gänsehaut-Gefühl hervorrufen soll, dann lege ich Ihnen „Eisige Schwestern“ ans Herz.

Der von dem britischen Autor S. K. Tremayne verfasste Psychothriller hat es in sich und dürfte vor allem Müttern unter die Haut gehen.

Im Mittelpunkt des Buches steht ein Londoner Ehepaar, das Eltern von Zwillingen war. Zwei Mädchen, Kirstie und Lydia.

„War“ deshalb, weil ein Zwilling tot ist – ums Leben gekommen bei einem tragischen Unfall. Um diesen Unfall dreht sich denn auch alles. Vor allem die Tatsache, dass das lebende Zwillingsmädchen, Kirstie, steif und fest behauptet, Lydia zu sein, die tote Schwester.

Sarah und Angus, die Eltern des Mädchens, sehen sich nach dem Unfalltot ihrer zweiten Tochter den Belastungen im heimischen London nicht mehr gewachsen und beschließen, samt Kind auszusteigen. Und zwar auf eine einsame Insel, die Angus von seiner Familie geerbt hat.

Der Umzug dorthin ist verbunden mit dem Wunsch, die Tragödie zu verarbeiten, zu vergessen und neu anzufangen. In einem eindrucksvollen Erzählstil – abwechselnd kommen im „Ich“-Tenor Sarah und Angus zu Wort – gelingt es dem Autor, das neue Zuhause der kleinen Familie auch bildhaft exzellent darzustellen, so dass der Leser einen Eindruck von der eher unwirtlichen Landschaft rund um die Insel bekommt.

Schon diese Bilder, die sich im Kopf aufbauen, verbunden mit der Spannung, die das Buch vom ersten Moment an zu bieten hat, machen „Eisige Schwestern“ zu einem wahren Hochgenuss für Thriller-Freunde. Nicht zuletzt deshalb, weil sich beunruhigende und auch mystisch anmutende Begebenheiten zutragen.

Parallel zu den mysteriösen Vorkommnissen wird im Buch auch die Eingewöhnungsphase der drei Protagonisten in ihrer Wahlheimat geschildert.

Vor allem die Schilderung von Kirsties Zeit an der neuen Schule, in der sie schnell zur Außenseiterin wird, dürfte vordergründig Mütter mitten ins Herz treffen. Man sieht das kleine Mädchen im Grundschulalter förmlich vor sich, wie es auf seine Weise versucht, den Tod ihrer geliebten Schwester zu verarbeiten und dabei in ihrem Umfeld immer wieder auf Probleme und Ablehnung stößt.

Aber auch die bis zum Schluss aufrecht erhaltenen Geheimnisse, die die Eltern Sarah und Angus, im Zusammenhang mit dem Tod ihres Kindes, mit sich herumtragen und die nur schrittweise enthüllt werden, machen das Buch zu einem Thriller-Genuss!

Der Leser taucht regelrecht in die regnerische und neblige Landschaft rund um das kleine Eiland, auf dem die Familie zur Ruhe kommen versucht und sich doch immer wieder aufs Neue mit einer Katastrophe konfrontiert sieht, ein. Die spannende Erzählweise von S. K. Tremayne, der es versteht,  mystisch-dunkle Situationen im Buch herausragend und ohne in Kitsch oder Klamauk zu beschreiben, sorgen ein ums andere Mal für Spannung, die einem den Atem anhalten lässt.

Das gilt auch für die dramatischen Wendungen, die sich innerhalb der Handlung rund um das verstorbene Mädchen und seine trauernde Schwester Kristie, die steif und fest behauptet, die ums Leben gekommene Lydia zu sein, immer wieder aufbaut.

Das Ende ist deshalb auch mehr als überraschend und zeigt einmal mehr, dass der Autor die Kunst des Thriller-Schreibens phantastisch beherrscht.

Nach der Lektüre bleibt man, vor allem als Mutter, betroffen und nachdenklich zurück – das Buch wirkt nach, keine Frage!

Und ist deshalb allen, die gute Thriller lieben, wärmstens zu empfehlen. Am besten kuscheln Sie sich an einem verregneten Wochenende mit dem Werk in Ihren bequemsten Sessel und genießen „Eisige Schwestern“!

Es muss ja sicher nicht betont werden, dass es sich bei dem Buch um DIE Art Thriller handelt, den man an einem Wochenende – oder gar in einer Nacht – weg liest!

Das Buch ist erschienen bei DROEMER KNAUR, mehr dazu hier.

Bildnachweis: DROEMER KNAUR

Ein Thriller ist ja heutzutage nicht gleich ein Thriller. Bei der Fülle der Bücher, die auf dem Markt sind, trennt sich die Spreu vom Weizen sehr schnell. Echte Thriller-Fans können ein Lied davon singen und wissen: prickelndes Gänsehautfeeling verursachen nur die wenigsten Werke in diesem Genre. Das aber ist es, wonach der geneigte Leser, der sich für diesen Stoff begeistert, sucht.

Astrid Korten, eine aus den Niederlanden stammende Autorin (siehe Bild), die schon viele Jahrzehnte in Deutschland zuhause ist, kann diesbezüglich liefern. Die Schriftstellerin hat sich mit ihren Thrillern in den letzten Jahren eine riesige Fan-Gemeinde erschrieben und trifft vor allem mit ihrem Schreibstil den Nerv der Leserschaft.

Stets ummantelt mit einem Hauch Poesie beschreibt Korten in ihren Thrillern das finstere Treiben ihrer Figuren – niemals langweilig, aber immer packend. Den Stil, mit dem Korten sich mittlerweile einen festen Platz in den Bücher-Bestsellerlisten erobert hat, muss man als Thriller-Liebhaber einfach erleben, nein: erlesen! Ihn zu beschreiben, ist nicht nur schwer, man würde ihm auch nicht gerecht.

Ob in „Eiskalte Umarmung“, „Eiskalter Schlaf“, „Tödliche Perfektion“, „Zeilengötter“ oder „Wo ist Jay?“ – das bei Thriller-Fans so begehrte Schauergefühl ist beim Lesen ein ständiger Begleiter und zieht sich durch Kortens Werke wie ein roter Faden.

Ängstlichen Naturen wird sogar empfohlen, die Bücher von Astrid Korten eher nicht nach Einbruck der Dunkelheit zu lesen.

So schreibt das Magazin Frauenpanorama.de in diesem Zusammenhang:

„(…) ängstliche Naturen sollten ein Buch der gefragten Schriftstellerin lieber bei Tag lesen, denn das erwähnte Gänsehaut-Gefühl kann bei der Lektüre in dunklen Abendstunden durchaus dazu führen, beim Knacken des Parketts Angstgefühle zu verspüren.“ 

Nun ist allerdings ein schauriges Lesegefühl das eine, der Bezug zu aktuellen gesellschaftlichen Debatten das andere. Auch hier zeigt sich die Autorin als eine Meisterin ihres Faches, denn sie schafft es in ihren Werken mühelos, beide Komponenten zu verbinden.

So geht es beispielsweise in „Tödliche Perfektion“ um den grassierenden Schönheitswahn und seine Folgen.

Auch mit extrem heißen gesellschaftlichen  Eisen setzt Korten sich auseinander, was ihr aktueller Roman „Gleis der Vergeltung“ zeigt. Hier geht es um den (sexuellen) Missbrauch eines Kindes durch eine Frau – gerade vor dem Hintergrund des abscheulichen Missbrauchsfall in Staufen ein mehr als aktuelles Thema, das bei den Lesern seine Wirkung nicht verfehlt.

Die Internet-Bewertungen für das Buch, das vor kurzem auch in der Tolino-Bücher-Allianz-Bestseller-Liste ganz vorn eingestiegen ist, bewegen sich so gut wie alle im 5-Sterne-Bereich.

Worum geht es aber in „Gleis der Vergeltung“ genau? Die Inhaltsangabe verrät folgendes:

„Im Mittelpunkt steht die einundzwanzigjährige Ich-Erzählerin Lynn-Elisabeth von Raaben, die dem Leser am Anfang des Thrillers am Fenster ihres Elternhauses begegnet, wo sie die Ankunft ihres Bräutigams erwartet. Der jedoch verunglückt auf dem Weg zu seiner Braut tödlich. Sieben Jahre später erhält Lynn den Besuch einer Dame, der sie völlig aus der Bahn wirft und der Benedikts Unfalltod in ein anderes Licht rückt. Nicht nur ihre selbstgewählte Isolation wird aufgebrochen, sondern auch die in weitgehender Erinnerungslosigkeit abgekoppelte Kindheit wird durch den Besuch wiederbelebt. Lynn trifft eine folgenschwere Entscheidung. Als wenig später ein Mord geschieht, stürzt Lynn in den Abgrund ihrer eigenen Vergangenheit …“ 

Der kleine Ausriss lässt bereits auf den außergewöhnlichen, fesselnden Schreibstil der Autorin schließen und macht Lust auf das gesamte Buch!

Wer also auf der Suche ist nach anspruchsvoller Literatur mit Gänsehautfaktor, der ist mit den Büchern von Astrid Korten auf der sicheren Seite. Und: die passende Jahreszeit ist ja auch in ein paar Wochen bereits wieder im Anmarsch. Echte Thriller-Kenner wissen: es geht nichts über den Genuss eines Gänsehaut-Buchs, wenn draußen Dunkelheit, Nebel, Regen oder ein Sturm den perfekten Rahmen dafür bilden!

Mehr zur Autorin und deren Bücher erfahren Sie hier.

Bildnachweis: Astrid Korten

Hunde, Bücher, das Gestalten, die Blogosphäre und die Fotografie – diese Dinge spielen eine große Rolle im Leben von Noëmi.

Die 24jährige Schweizerin, die sich selbst als „lesesüchtig“ beschreibt, ist vielseitig aufgestellt und hat – aus ihrer Leseleidenschaft heraus – ihren eigenen Verlag gegründet. Darüber hinaus beschäftigt sie sich mit Produkten für Hunde und plant dafür eine große Veranstaltung im Herbst. Die größte Rolle aber dürfte derzeit der Nachwuchs im Leben von Noëmi spielen, denn die quirlige Unternehmerin ist im vorigen Jahr Mama geworden.

Wie sie ihre verschiedenen Berufszweige sowie das familiäre Leben zusammenbringt, erzählt sie uns im Interview, in dem sie einen ausführlichen Einblick in ihr vielseitiges Schaffen gibt.

FB: Noëmi, Du bist extrem vielseitig aufgestellt – beschäftigst Dich mich Fotografieren, Hunden und Büchern – unter anderem. Erzähle doch bitte selbst etwas über Deine vielen Leidenschaften!

Oh, wo soll ich da anfangen? Gelesen habe ich schon immer gern, die Bibliothek in der Schule kannte ich auswendig. Was ich im Leben machen wollte, wusste ich lange nicht. Die Berufsberaterin hat mich dann als Mediengestalterin gesehen – zu meinem großen Glück. Die Fotografie hatte ich schon davor für mich entdeckt, doch dass das einmal Teil meines Berufes sein würde, hätte ich nie gedacht.

Das Lesen durfte ich dann als Buchbloggerin vertiefen, vor etwa fünf Jahren. Dass im letzten Jahr aus dem Schreiben und Bücher-Gestalten sogar ein Verlag entstand, das hätte ich niemals erwartet. Der Hund kam dann eher zufällig in mein Leben: Liebe auf den ersten Blick halt.

Weil ich mich dann mit der artgerechten Ernährung auseinandergesetzt habe und mein Kleiner ein echtes Fotomodell ist, kam dieser Zweig in mein Leben. Ich habe viele Events besucht und irgendwann meine eigenen Produkte entwickelt.

FB: Eine große Leidenschaft hegst Du seit Deiner Kindheit für Bücher. Neben dem Bloggen hast Du mit dem Scriptorium-Magazin nun ein professionelles Projekt rund um das Buch gestartet. Was hat es damit auf sich?

Ich habe lange einfach gebloggt. Bücher bewertet, Autoren interviewt und vieles mehr. Nun wollte ich auf eine eigene Domain umziehen und alles professionalisieren. Genau wie mein Blog bin auch ich älter geworden. Scriptorium ist immer noch ein wenig Blog, aber eben auch ein wenig Magazin. Hier möchte ich noch mehr Rezensionen posten, noch mehr informieren und somit auch Interviews, Buchtrailern und Pressemeldungen einen Platz geben.

FB: Du liebst auch Hunde über alles und bist auch in dieser Richtung beruflich unterwegs – mit einem Shop und der Veranstaltung „Hundeherbst“, die im September 2018 in Koblenz stattfindet. Was machst Du in dieser Schiene konkret?

Ich habe irgendwann, nachdem unser eigener Welpe in unser Leben gestolpert ist, damit angefangen, auch Hunde zu fotografieren. Zufällig bin ich dann dazu gekommen, auf Events mit einem Stand vertreten zu sein, an dem Hundehalter ihre Vierbeiner fotografieren lassen konnten und zugleich die Fotos als Geschenke kaufen konnten. Das hat sich als enorm beliebt herausgestellt, sodass ich immer öfters gebucht wurde. Inzwischen habe ich sogar einen kleinen Online-Shop und werde bald selbst einen nicht gerade kleinen Event organisieren.

FB: Was ist Dein Hauptbusiness?

Das ist meine Selbständigkeit als Mediengestalterin inklusive Fotografie. Ich habe nach der Ausbildung damit begonnen, mir ein kleines Fotostudio aufzubauen und nachdem ich meine letzte Festanstellung gekündigt hatte, stand auch nichts mehr im Weg, die Dienstleistungen meines Lehrberufes auf selbständiger Basis anzubieten. Als Fotografin habe ich mich in Richtung Familien bewegt, Schwangerschaft, Kinder und Hunde sind meine Hauptbereiche, wobei ich auch einige Hochzeiten pro Jahr fotografiere.

FB: Wie gelangst Du jeweils an Deine Zielgruppe?

Das ist meist via Internet. Da ich selbst aus dem Marketing-Bereich komme, macht es mir Spaß, meine Zielgruppe zu analysieren und die Wirkung einzelner Werbemaßnahmen zu beobachten. Das heißt aber nicht, dass Erfolg sich alleine darüber definieren lässt.

Ich nutze Facebook, Instagram, Google+, Webseiten und auch ganz klassisch Plakate und Werbeflyer, wenn ich das Gefühl habe, dies könnte nützlich sein. Meine Zielgruppen sind ja unterschiedlich (Leser, Autoren, Hundefreunde, Familien) und dennoch auf erstaunliche Weise immer wieder miteinander verflochten.

FB: Du bist seit vorigem Jahr Mama – wie bekommst Du die Familie und den Job unter einen Hut gebracht?

Mit sehr langen Tagen und viel Flexibilität. Mein Mann ist ebenfalls selbständig, einen Teil unserer Arbeit teilen wir sogar oder können wir untereinander abtauschen. So ist mein Kleiner immer betreut. Grundsätzlich beginne ich sehr früh mit der Arbeit und mache sehr spät Feierabend, um dazwischen alles erledigt zu bekommen.

Wenn mein Baby Aufmerksamkeit oder sonst etwas braucht – dann bekommt er das immer sofort. So brauche ich einfach länger für meine Arbeit – meistens arbeite ich an sechs Tagen die Woche.

FB: Wie sieht ein ganz normaler Arbeitstag bei Dir aus?

Ich stehe um 6 auf, um unseren Tageshund in Empfang zu nehmen. Davon haben wir insgesamt drei, aber einer ca. 1x die Woche, einer 2x und einer ca. 2-3 Tage im Monat. Danach lege ich mich noch einmal hin, bis mein Baby erwacht.

Dann wird gewickelt und gefüttert und er schläft dann nochmals eine Runde. Dies nutze ich, um bereits mit der Arbeit loszulegen. Ich bin kein Frühstück-Fan, aber Kakao muss sein. Mein Mann kommt zwischen acht und neun von seiner Arbeit, auf die er um 5 geht. Ich erledige Mails, arbeite an Gestaltungsaufträgen und widme mich eine fixe Zeit jeden Tag dem Administrativen Teil und dem Marketing für mein Business. Ich arbeite mit Wochen-to-Do-Lists, die meist ziemlich voll sind und die ich zu 90% schaffen möchte. Ich arbeite manchmal an kleineren Easy-Sachen von anderen Tagen, wenn das Baby gerade nicht so happy ist.

Währenddessen wechseln mein Mann uns ab mit der Betreuung, wobei er öfters noch auswärts arbeitet. Nachmittags und abends sind meine Shootings dran, die ich am nächsten Tag nachbearbeite. Ich mache alles selbst: Offerten, Rechnungen, Buchhaltung und eben die Arbeit.

Dabei gibt es in meiner Woche aber fixe Zeiten für Hundespaziergänge und Baby-Yoga, so dass auch die Familie nicht zu kurz kommt. Auch meinen Teil des Haushalts erledige ich mit Listen – wer ein Baby hat weiß, wie schnell etwas vergessen geht. Ich mache eine richtige Mittagspause von einer Stunde und bin zwischen sechs und sieben mit der Arbeit fertig.

Dann ist Zeit für ein Bad mit dem Baby, nochmals einen Hundespaziergang, ein leckeres Abendessen und vielleicht ein Film oder ein Buch.

FB: An welchen Projekten arbeitest Du aktuell, welche Pläne und Projekte gibt es?   

Das ist schon fast wieder zu viel, um es alles aufzuzählen. Im Fokus steht dieses Jahr bis September das Thema Hund mit unserem eigenen Event. Dazu wollen wir natürlich auch das Sortiment ausbauen, dass wir den Leuten tolle Artikel präsentieren können und sie ihre Fotos in noch vielfältigerer Weise verewigt mitnehmen können. Schön wäre es, auch den Online-Handel auszubauen, damit sich dort noch mehr tut, da ich total gerne von daheim aus arbeite und somit auch Zeit mit meinem Baby verbringen kann. Zudem habe ich den Sommer über diverse Events, zu denen ich gebucht bin – auf jedes bereite ich mich sorgfältig vor!

Bildnachweis: c4ruso.ch

Junge liest BUch

Ein Gastbeitrag von Anke zum Thema „Bücher im Kindergarten kaufen“

„Mama, Mama, schau – das will ich haben. Und das. Und das. Und das auch noch….!“

Als ich an diesem Tag den Kindergarten betrete, um meine Tochter abzuholen, zieht sie mich gleich hin zu einem reich bestückten Büchertisch. Kinderbücher aller Art – vom Märchenbuch bis hin zum Kochbuch – türmen sich auf dem Tisch, direkt im Eingangs- und Umkleidebereich des Kindergartens.

Die Bücher sind ein Angebot eines Bücherverlages, der kommerziell agiert. Das wird mir schnell klar, als ich den Büchertisch näher in Augenschein nehme. Noch immer tänzelt mein Kind um mich herum und macht mich auf diverse Bücher aufmerksam, die sie – jetzt am liebsten sofort – haben möchte.

Bücher kann man doch selbst für das Kind kaufen!

Ehrlich gesagt finde ich das ziemlich daneben. Wenn ich Bücher für mein Kind kaufen möchte, dann gehe ich in einen Buchladen, ganz klar! Warum um Himmels willen, werde ich in einer Kindertagesstätte mit Kaufangeboten á la Kassenzone im Supermarkt traktiert? Es reicht doch nun wirklich schon, wenn Kinder beim Einkaufen im Supermarkt für allerlei Kinkerlitzchen und Süßigkeiten gewonnen werden sollen!

Muss ich das „Bitte-Bitte“-Gequengel tatsächlich nun auch noch im Kindergarten ertragen? Ich nehme mir vor, den Chef des Trägers der Kindergarten-Einrichtung anzurufen.
Am nächsten Tag schon habe ich ihn persönlich am Apparat. Seine Antwort auf meine Frage, warum so ein Angebot im Kindergarten sein muss, ist fadenscheinig.

Man habe, so der Tenor, die Sitte, dass dann und wann ein Vertreter für Kinderbücher seine Produkte im Kindergarten auslegt, bei Übernahme der Trägerschaft für diesen Kindergarten mit übernommen. Und bislang hätte sich da auch keine Mama oder kein Papa darüber beschwert.

Aha. Na dann….war ich wohl die Erste, die den Mund aufmachte. Das passiert mir übrigens oft. Ich sage schnell meine Meinung zu Dingen, die mir nicht passen – darin scheine ich mich von den allermeisten Mitmenschen wohl zu unterscheiden. Das Telefonat brachte nicht viel, einzig das Versprechen des Leiters mein Anliegen einmal mit der Leiterin des Kindergartens zu besprechen.

Diese begegnete mir ein paar Tage später zufällig und sprach mich auf das Thema an. Ich erläuterte ihr mein Unverständnis, allerdings brachte sie ein Argument, dass ich – das muss ich zugeben – bis dato überhaupt nicht bedacht hatte.

Bücher im Kindergarten als Offerte für Eltern, die kaum Bücher kaufen

Sie erzählte mir nämlich, dass es durchaus einige Kinder in dem Kindergarten gibt, die im Elternhaus mit Büchern überhaupt nicht in Berührung kommen. Und vordergründig für diese Kinder sei das Angebot gedacht, denn so manche Mama oder Papa mit diesem „Nicht-Bücher“-Hintergrund kauft dann nämlich doch dann und wann ein Buch. Diese besagten Kinder kommen so also doch noch in den Genuss von Kinderbüchern.

Oha! Ein wichtiges Argument – in der Tat! Das hatte ich so nicht bedacht, ganz ehrlich!

Je länger ich über die Worte der Kindergartenleiterin nachdachte, desto einleuchtender erschien mir ihre Begründung.

Natürlich war es für mich als Bücherwurm so was von gar nicht nachvollziehbar, dass es Familien gibt, in denen Bücher keine Rolle spielen. Ich selbst war von jeher ein Bücherwurm und habe diese Leidenschaft auch auf meinen Nachwuchs übertragen.

In unserem Zuhause gibt es sowohl im Kinderzimmer- als auch im Wohnzimmerbereich -zig Bücherregale, es vergeht kein Tag, an dem ich nicht meinem Kind vorlese und nicht auch selbst in einem Buch schmökere.

Und: selbst in digitalen Zeiten würde ich immer und zu jeder Zeit eine Lanze für ein Buch brechen, das ist klar.

Vor diesem Hintergrund sehe ich die Buchauslage im Kindergarten in einem etwas anderem Licht. Zwar ist es immer noch nervig ohne Ende, wenn der Nachwuchs ob des Büchertisches bettelt und quengelt, aber wenn dieses Angebot letzten Endes dazu führt, dass auch nur ein Kind mehr an Bücher heran geführt wird, dann ertrage ich es gern!

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