Beziehung, Alkohol und ständiger Streit: Eine höchst brisante Mischung, die selten gut ausgeht. Ist der Partner über das „normale“ Maß hinaus dem Alkohol zugeneigt, ist ein permanentes Zoff-Level oft vorprogrammiert. Vor allem dann, wenn Männer, die gern trinken, ihr Problem nicht sehen und den Konsum oder die Sucht abstreiten oder bagatellisieren. Im Internet sind abertausende Erfahrungsberichte von Frauen zu lesen, die über ihre Probleme mit einem trinkenden Partner berichten. Viele Frauen sind hier meist von jetzt auf gleich mit einem Streit- oder Aggressionspotential des Partners konfrontiert, das es vorher so nicht gab.
Beziehung, Alkohol und ständiger Streit: Warum tausend Chancen nichts bringen
Und viele dieser betroffenen Angehörigen, die noch nicht den Alkohol als Grund sehen oder/und keine Erfahrung mit Suchtthematiken haben, fragen sich, was los ist? Warum ER von jetzt auf gleich ausflippt, oft wegen Kleinigkeiten. Mit der Zeit merken Partnerinnen von Männern, die sich so benehmen und dem Alkohol stark zugewandt sind, jedoch, woran es liegt. Oft führt aber auch das kein Stückchen weiter. Ist man mit dem Partner schon lange zusammen, hat sich vielleicht was aufgebaut und liebt ihn obendrein, wird man die Ausraster lange, lange verzeihen und ausblenden. Das geht jedoch nicht ewig gut. Ein großer Teil der Männer, die ein ungesundes Maß an Alkohol konsumieren, wird streitlustig. Es gibt auch welche, die müde werden und dann ewig schlafen müssen, aber hier soll es um jene gehen, die der Alkohol streitsüchtig und verbal aggressiv macht.
Das ist für Beziehungen bekanntlich eine derartige Belastung, dass man das Problem nur eine Zeitlang unter dem Radar halten kann. Irgendwann – mit steigender Einnahme von Hochprozentigem – erkennen viele Frauen ihren Schatz von einst nicht wieder und sehen sich konfrontiert mit Gemeinheiten, verbalen Ausrastern, manche sogar mit Gewalt. Es gibt Partnerinnen, die ewig nicht darauf kommen, dass die negative Veränderung ihres Mannes mit Alkohol zu tun hat.
Irgendwann zeigt sich die Sucht mit voller Wucht
Oft wird es mit Alltagsproblemen, Jobbelastungen oder gesundheitlichen Themen entschuldigt oder in Zusammenhang gebracht. Die Sucht zeigt sich aber irgendwann mit voller Wucht, schon allein, weil die Streits immer nach demselben Muster ablaufen.
So zum Beispiel beim Thema Geld, das im Zusammenhang mit einem Alkoholiker schnell ausarten kann. Ist SIE die Herrin über Einnahmen, Ausgaben & Co. und ER in dem Thema nicht drin, kann es schnell krachen, wenn wieder mal Bier, Wein oder Schnaps konsumiert wurde. Selbst Themen, bei denen man sich vor kurzem noch einig war, können in einer Beziehung, in der Alkohol zu ständigen Streit führt, problematisch werden. Das Schlimme daran: Die betroffene Partnerin weiß absolut nicht, was los ist und warum ihr sonst so normal tickender Mann mit einem Schlag verbal aggressiv ist. Bei einer Sache, um die sonst gar kein Aufhebens gemacht wurde. Schlimm ist es auch, wenn noch haltlose Beschimpfungen dazu kommen und man als Frau gar nicht weiß, warum sich sowas auf einmal entlädt.
Beziehung, Alkohol und ständiger Streit machen den Alltag -zigtausender Frauen zur Hölle und viele Partnerinnen erkennen erst nach langer Zeit, warum das so ist. Ist die Erkenntnis da, dass der Alkohol all das verursacht, ist man zwar schlauer, aber noch lange nicht handlungsfähiger. Vor allem dann nicht, wenn es gemeinsame Kinder, Besitz und womöglich noch geschäftliche Verbandelungen gibt.
Alkohol, Streit und immer wieder Chancen
Deshalb vergeben Frauen, deren Männer dem Alkohol über Gebühr zusprechen, auch immer wieder eine Chance nach der nächsten. SIE weiß nun Bescheid, woran es liegt und versucht, den Alltag entsprechend auszurichten. Also so zu gestalten, dass nichts einen Anlass zum Streit gibt. Es beginnt der berühmte „Lauf auf Eiern“, der sich in so gut wie jeder Beziehung, in der Alkohol zu ständigem Streit führt, abspielt. Wobei „Streit“ fast das falsche Wort ist, denn diese Bezeichnung trifft das, was Frauen mit trinkenden Männern durchmachen, nicht wirklich. Eher sollte man von aggressiven Provokationen sprechen, die er an den Tag legt, wenn er ein gewisses Level intus hat. Solche verbalen Attacken führen in vielen Beziehungen zu absolut sinnlosen Differenzen, die dann eben auch Streits sind, weil die Partnerin sich richtigerweise wehrt. Im Laufe der Zeit geht sowas an die Substanz.
Die Auseinandersetzungen hinterlassen Spuren, auch wenn der am Abend noch schlimm Alkoholisierte morgens wieder der Alte ist. Dieses Wechselspiel von alkoholisiert auf „wieder normal“ ist der Grund, warum unzählige Frauen unglücklich in Beziehungen, in denen Alkohol ständigen Streit auslöst, verharren und ihm wieder und wieder eine Chance geben. Der Betroffene indes rutscht erfahrungsgemäß immer tiefer in seine Alkoholsucht, so dass die Konflikte sich häufen. Die aggressiven Ausraster nehmen zu, die Beleidigungen gehen tiefer und auch Lügen sind an der Tagesordnung, wenn ein Part in einer Beziehung Alkohol und ständigen Streit zum Normalfall macht.
Beteuerungen, dass alles anders wird, sind selten etwas wert
Irgendwann – ganz klar – kann die Partnerin nicht mehr. Häufig gibt sie ihm dennoch eine Chance. Denn im nüchternen Zustand schwört er Himmel und Hölle, dass sich das nie, nie wieder wiederholen und er vom Alkohol ablassen wird. Nach der Chance kommt dann der nächste Zoff, wenn die Flasche doch wieder verlockender war. Danach wieder die nächste Chance von ihr. Und so geht es weiter und weiter – das Karussell dreht seine Runden im Rhythmus von Beziehung, Alkohol und ständigem Streit.
Die allerwenigsten Partnerschaften halten das aus. Irgendwann gibt es keine letzte Chance mehr, allein deshalb, weil es vorher gefühlt tausend gab. Weil man (FRAU) jedoch bei der ersten Chance kaum wissen kann, dass dies nur der Auftakt zu vielen weiteren Chancen und all das ein lange währender Kreislauf von Beziehung, Alkohol und ständigem Streit ist. Hinterher ist man (FRAU) immer schlauer, ganz klar.
Doch wichtig ist dennoch, schon bei der – zum Beispiel – zweiten Chance, genauer hinzuschauen. Und sich gar nicht erst auf viele bittere Jahre einzulassen, die doch nur von Streit geprägt sind.
Alkohol, Beziehungen und ständiger Streit: Im Netz teilen viele Frauen ihre Erfahrungen
Etliche Foren im Internet lohnen einen Blick, da dort sowohl Frauen zugange sind, die ihm nochmal „eine Chance“ geben, als auch solche, die Ewigkeiten in einer Beziehung mit Alkohol und ständigem Streit gefangen waren und für sich den Absprung geschafft haben. Sich als Betroffene hier zunächst zu informieren, ist sinnvoll. Schon allein, weil einem klar wird, dass man keine Gespenster sieht, sich nicht – wie oft vom süchtigen Partner behauptet – negativ verändert und schon gar keine „Macke“ hat.
Und dann kann man (FRAU) sich ja immer noch entscheiden, ob neue Chance oder nicht. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass tausend Chancen nichts bringen, wenn der andere Part in der Beziehung sein Problem nicht erkennt oder erkennen will.
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