Montag, 30. November, 2020

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Rabenmutter vs. Glucke: Ein unnötiger Kampf – Gastbeitrag von Dana Jungbluth

Jeder von Ihnen kennt sie bestimmt. Zumindest eine von jeder Sorte, die Sie als solche bezeichnen würden. Die Rede ist von Rabenmüttern auf der einen und Gluckenmüttern auf der anderen Seite.Wer aber ist eigentlich eine typische Rabenmutter und ab wann gilt eine Mutter als Glucke?

Die Ansichten unterscheiden sich hier vermutlich erheblich, je nachdem, von welchem Standpunkt aus sie vertreten werden. Während den arbeitenden Müttern voreilig vorgeworfen wird, sich nicht ausreichend und angemessen um ihre Kinder zu kümmern, betrachtet man die daheimgebliebenen Mütter gerne als überfürsorglich und gar faul, weil sie außer der bloßen Kindererziehung keiner Beschäftigung nachgehen. Die sind ja den ganzen Tag zuhause und haben schließlich Zeit für alles. Da darf kein Krümelchen auf dem Boden liegen, kein Fenster dreckig, kein schmutziges Wäschestück zu finden sein. Das arbeitende Pendant zur Gluckenmutter hingegen hat sich unmittelbar nach Feierabend gefälligst ausschließlich um die Kinder zu kümmern. Schande über sie, wenn sie es auch noch wagt, ihre Kinder erst nach einer kurzen Verschnaufpause oder nach den Einkäufen, die noch erledigt werden müssen, aus der Betreuung abzuholen. Wie egoistisch.

Ich erfülle das Klischee der Gluckenmutter

Ich selbst erfülle das Klischee der Gluckenmutter par excellence. Seit der Geburt unseres ersten Kindes bin ich nun zuhause und kümmere mich ganz antiquiert um Haushalt und Kinder(erziehung). Es gilt, gesunde Mahlzeiten rechtzeitig auf den Tisch zu bringen, die Kinder zu pflegen, zu beschäftigen, zu lehren und nicht zu vergessen, natürlich auch die perfekte Frau und Partnerin zu sein. Dem Hausfrauendasein fröne ich nun schon seit geraumer Zeit. Aus freien Stücken. Völlig bewusst. Uns war und ist es wichtig, für unsere Kinder da zu sein, sie möglichst jederzeit auf dem Weg des Erwachsenwerdens zu begleiten. Wir wünschen uns, ihnen stets Ansprechpartner in einem liebevollen Zuhause sein zu können, Mahlzeiten gemeinsam einzunehmen, ihr Anker zu sein in dieser oftmals hektischen Welt. Unsere Kinder sollen durch uns als Eltern betreut und erzogen und auf das Leben vorbereitet werden, unser Zuhause soll ihnen immer als sicherer Hafen dienen, in dem sie allzeit willkommen sein und uns antreffen sollen, ohne dabei jedoch deren eigenes Leben samt eines mitprägenden Umfelds außerhalb dieses Heimathafens außer acht zu lassen. Eine echte Gratwanderung für eine Glucke wie mich.

Aber bin ich eigentlich wirklich eine Glucke, nur, weil ich meinen Kindern das Beste geben und sie zugegebenermaßen selbst aufwachsen sehen und großziehen möchte? Und ist unsere Vorgehensweise überhaupt die beste und sind somit alle Mütter, die sich für einen anderen Weg entschieden haben oder ihn gehen mussten, tatsächlich Rabenmütter? Klares Nein! Zum einen wünscht sich wohl jede liebende Mutter nur das Beste für ihr Kind, zum anderen ist jedes Kind anders, ebenso die Voraussetzungen, unter denen es aufwächst. Folglich ist das Beste für jedes Kind etwas anderes und was, das wissen in aller Regel die eigenen Eltern am besten. Ein Kind, dessen Eltern beide berufstätig sind, wird deshalb nicht weniger geliebt.

Arbeitende Mutter kann mehr Glucke sein als nicht arbeitende Mutter

Und eine arbeitende Mutter kann sehr wohl sogar mehr Glucke sein als eine nicht arbeitende Mutter, die wiederum hingegen mehr Rabenmutter sein kann als die arbeitende Mutter. Alles ist möglich bei den unterschiedlichsten Familienstrukturen und Hintergründen, die es heute zu beachten gilt. Wer was warum macht, geht die anderen zunächst nichts an, solange es den Kindern dabei gut geht. Meine Tante schrieb mir einmal einen wunderbaren Spruch in mein Poesiealbum, den ich bis heute zu beherzigen versuche: „Verurteile nie einen Menschen, denn es gibt immer Gründe für sein Verhalten.“

Wir Mütter sollten also damit aufhören, uns gegenseitig zu verurteilen. Denn kein Weg als Mutter ist einfach, ist er doch so oder so geprägt von Verzicht und Schuldgefühlen. Während die eine auf ihre individuelle Entfaltung, berufliches Fortkommen oder Geld verzichtet, ist es bei der anderen der Verzicht auf die Zeit mit den Kindern. Und Schuldgefühle hat eine Mutter im Prinzip ab positivem Schwangerschaftstest, für immer und ständig, machen wir uns nichts vor.

Also fragen Sie keine Mutter, ob sie es nicht schade findet, aufgrund ihrer Arbeit nicht immer bei ihren Kindern sein zu können. Natürlich fehlen sie ihr! Und sagen Sie einer Hausfrau niemals den unverschämten Satz, dass Sie sich diesen Lebensstil gar nicht leisten könnte. Das können einige von ihnen auch nicht und dennoch gehen sie diesen Weg. Und zwar mit zahlreichen Einschränkungen, seien sie platzmäßig, was die Mobilität oder andere Luxusgüter angeht, auf die man gut und gerne verzichten kann, wenn man es nur möchte. „Man kann sich stets das leisten, was man zu brauchen meint.“ (dj, 15. September 2018)

Neid oft ein Grund für für Unverständnis gegenüber anderen Müttern

Für die einen ist das eben das Reihenhaus, 2 Autos, mehrere Urlaube und hübsche Klamotten. Für die anderen ist es die kostbare Zeit mit ihren Kindern. Beides ist in Ordnung und kommt den Kindern gleichermaßen zugute, solange sie mit elterlicher Fürsorge und Liebe beschenkt werden.

Es dürfte nicht zuletzt an Neid liegen, dass wir anderen Müttern oftmals mit Unverständnis entgegnen. Während die arbeitende Mutter um ihre Auszeit von den Kindern, die Eigenständigkeit, ihre Unabhängigkeit und ihre berufliche Entfaltung beneidet wird, ist es bei den Hausfrauen die Tatsache, dass sie den ganzen Tag mit ihren Kindern verbringen, keinen Entwicklungsschritt verpassen und sich ohne zusätzlichen Druck durch eine Arbeitsstelle voll und ganz der Familie widmen können. Aber all das ist relativ. Denn weder das eine, noch das andere ist ein Spaziergang und wir Mütter wissen das am allerbesten. Zu gerne würden wir doch am liebsten einmal tauschen.

Also lassen Sie uns Glucken sein. Denn wir sind Mütter. Und gestehen wir uns ebenfalls zu, Rabenmütter zu sein. Denn wir sind auch Frauen. Mit eigenen Bedürfnissen. Fakt ist, wir lieben unsere Kinder mehr als alles andere auf der Welt und wünschen uns nur das Beste für sie! Und um das zu erreichen, reißen wir uns jeden Tag, jede Stunde, jede Minute und Sekunde den Allerwertesten auf und bringen eben unterschiedliche Opfer dafür. Aus vollem Herzen! Egal, welchen Weg wir auch wählen (müssen), wichtig ist einzig und allein, dass wir ihn zufrieden gehen können.

Denn nur glückliche Mütter sind gute Mütter!

Dana Jungbluth
Bildnachweis: pexels.com

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