Manche Geschichten beginnen nicht mit einem Businessplan, sondern mit einer Freundschaft. So wie die von Stefanie Weiser und Sindy Kunzmann. Die beiden Gründerinnen der Seifenmanufaktur Schaumwerkstatt, die in unserer Rubrik „Frauen & ihr Herzensbusiness“ vorgestellt wird, kennen sich seit dem Kindergarten. Schon als handgemachte Seife für beide noch kein Thema war, stand fest: Sie sind ein Team. Während andere Kinder auf dem Spielplatz waren, eröffneten sie im Garten ein eigenes Restaurant. Sindy „kochte” die Gerichte und dekorierte alles mit bunten Blüten und Blättern, und Stefanie gestaltete die Speisekarte. Kreativität und Unternehmergeist – beides war schon früh da.
Auch in der Schulzeit blieben sie unzertrennlich. So sehr, dass sie im Unterricht regelmäßig auseinandergesetzt wurden, weil sie einfach zu viel miteinander zu besprechen und zu lachen hatten. Und das ist auch heute noch so.
Handgemachte Seife & Co.: Der Moment, in dem aus Neugier Leidenschaft wurde
Viele Jahre später führte genau diese Verbindung zu einem gemeinsamen Projekt. 2017 begannen Stefanie und Sindy (im Bild), Seifen selbst herzustellen – zunächst aus Neugier.
Ohne großen Plan, aber mit viel Freude am Ausprobieren. Schnell merkten sie: Das ist mehr als ein Hobby. Ihre handgemachte Seife sah nicht nur wunderschön aus, sondern war auch besonders pflegend für die Haut. Ein entscheidender Moment war die zweite Seife, die sie jemals gesiedet haben: ihre Salzseife. Ein Rezept, das sie bis heute begleitet. „Wir hatten beide immer mit trockenen Händen zu kämpfen. Die Salzseife hat unsere Haut so gut gepflegt, dass wir plötzlich keine Handcreme mehr brauchten.” Es steht für das, was die Schaumwerkstatt ausmacht: Produkte, die nicht nur schön aussehen, sondern wirklich etwas können.
Seife mit Olivenöl: natürliche Pflege aus guten Zutaten
2020 gründen Stefanie und Sindy die Schaumwerkstatt – damals noch im Nebenerwerb. Doch aus der kleinen Idee wird schnell mehr. Die ersten handgemachten Seifen finden ihre Käuferinnen und Käufer, die Rückmeldungen sind ehrlich begeistert, und nach und nach wird klar: Genau solche Produkte haben vielen gefehlt. Seife mit Olivenöl, bei der man versteht, was drin ist. Pflege ohne unnötigen Schnickschnack. Und dieses gute Gefühl, der eigenen Haut etwas Sinnvolles zu gönnen. Heute entwickeln und produzieren die beiden ihre Naturseifen selbst – in kleinen Chargen, mit Geduld, Erfahrung und einem sehr genauen Blick auf jede Rezeptur. Eine wichtige Basis bilden hochwertige pflanzliche Öle und Fette, darunter auch Olivenöl, das in Naturseifen für seine milde und pflegende Wirkung geschätzt wird.
Dazu kommen natürliche Farben aus Tonerden, Blüten oder Kräutern. Palmöl? Kommt nicht in ihre handgemachte Seife. Stattdessen setzen Stefanie und Sindy auf bewusst ausgewählte Rohstoffe und Rezepturen, die transparent und nachvollziehbar bleiben. So entsteht Seife mit Olivenöl und weiteren wertvollen Pflanzenölen, die nicht laut sein muss, um zu überzeugen. Reduziert auf das Wesentliche und gerade deshalb so besonders.
Verwurzelt in der Region und inspiriert von der Natur
Das Erzgebirge ist für Stefanie und Sindy nicht einfach nur der Ort, an dem sie arbeiten. Es ist ihre Heimat. Aufgewachsen in einem kleinen Ort mit rund 4.000 Einwohnern, waren sie schon immer von Wäldern, Wiesen und einer Natur umgeben, die bis heute ihre Arbeit inspiriert.
Genau das spürt man auch in ihren Seifen: Mal steckt Salbei aus sächsischem Anbau darin, mal Waldhonig von einem Imker aus Crottendorf, mal duftet es herrlich nach Waldspaziergang, und mal verwenden sie Alpakawolle von einer kleinen Farm aus dem Erzgebirge. Zutaten, die nicht irgendwoher kommen, sondern eine Geschichte mitbringen.
Eine besondere Rolle spielt dabei die Alpakawolle. Sie enthält von Natur aus Keratin und macht die handgemachte Seife wunderbar pflegend. Klingt erst einmal ungewöhnlich? Ist es auch. Aber genau solche Zutaten machen die Schaumwerkstatt aus: natürlich, regional und mit einem kleinen Aha-Moment.
An Schautagen mehr über handgemachte Seife erfahren
Und weil Stefanie und Sindy nicht nur fertige Produkte zeigen möchten, sondern auch das Handwerk dahinter, haben sie in den vergangenen Jahren bereits zweimal ihre Manufaktur geöffnet. Besucherinnen und Besucher konnten dabei erleben, wie Naturseife entsteht, welche Zutaten verwendet werden und wie viel Handarbeit in jedem einzelnen Stück steckt. Das Interesse war groß. Viele waren überrascht, dass Seife nicht einfach „nur Seife” ist, sondern Geduld, Wissen, Erfahrung und ziemlich viel Fingerspitzengefühl braucht. Auch in diesem Jahr öffnen die beiden wieder ihre Türen: Im Oktober sind sie erneut beim „Tag des traditionellen Handwerks” dabei und geben Einblicke in ihre Manufaktur.
Wellnesskorb mit Sinn und schöner Seife: kleine Auszeiten zum Verschenken
Aus der Seifenherstellung ist mit der Zeit mehr geworden: In der Schaumwerkstatt entstehen heute kleine Pflegerituale für den Alltag – und Geschenkideen, die bewusst anders sind. Ein Wellnesskorb von Stefanie und Sindy ist keine schnelle Standardlösung, sondern eine liebevoll zusammengestellte Auszeit zum Verschenken. Handgemachte Naturseifen treffen auf ausgewählte Pflegeprodukte, schöne Accessoires und Produkte kleiner Manufakturen.
Jeder Wellnesskorb kann individuell zusammengestellt werden – für Freundinnen, Kolleginnen, Kundinnen, Firmen oder besondere Anlässe. So entsteht ein Geschenk, das nicht austauschbar wirkt, sondern Sinn, Qualität und eine kleine Geschichte mitbringt.
Aus unterschätzt wurde unaufhaltsam
Vielleicht liegt ein Teil des Erfolgs der Schaumwerkstatt genau darin, dass Stefanie und Sindy nicht gleich sind. Stefanie entwickelt neue Rezepturen, feilt am Onlineshop, denkt Gestaltung und bringt Marketingideen zum Leben. Sindy hält den Manufaktur-Alltag zusammen, produziert, organisiert Märkte und hat dieses feine Gespür für Düfte, das man nicht lernen kann. „Sie hat einfach den besseren Riecher”, sagen beide – und lachen so laut, dass nicht zu übersehen ist: Hier arbeiten nicht nur zwei Geschäftspartnerinnen zusammen, hier gehen zwei Frauen einen gemeinsamen Weg.
Was von außen leicht aussieht, war es nicht immer. Lange wurde die Schaumwerkstatt im eigenen Umfeld eher belächelt. Ein bisschen handgemachte Seife. Ein bisschen Markt. Ein schönes Hobby vielleicht. Aber ein richtiges Unternehmen?
Stefanie und Sindy kennen diese Zweifel, die Blicke, die kleinen Kommentare und das Gefühl, sich immer wieder erklären zu müssen. Doch statt sich davon kleiner machen zu lassen, machten sie weiter. Sie standen auf Märkten, führten Gespräche, packten Bestellungen, rührten Seife, verbesserten Rezepturen, bauten ihren Onlineshop aus und hörten ihren Kundinnen zu. Stück für Stück wurde aus der Idee ein Unternehmen. Nicht über Nacht, nicht laut, nicht glattpoliert – sondern ehrlich gewachsen.
Leidenschaft für handgemachte Seife und hochwertige Pflege wird zu stabilem Business
Mit jedem verkauften Produkt, jeder Stammkundin und jedem Satz wie „Eure Seife vertrage ich endlich richtig gut” zeigte sich: Das hier hat Wert. 2025 gehen Stefanie und Sindy deshalb den nächsten großen Schritt. Aus dem Nebenerwerb wird Selbstständigkeit. Kein kleines Nebenbei mehr, sondern ein klares Ja zu dem, was sie aufgebaut haben.
Und dann kommt Anfang 2026 der Moment, der alles ins Wanken bringt: Die Produktionsräume werden unerwartet gekündigt. Für einen Augenblick steht viel auf der Kippe. Doch Stefanie und Sindy bleiben nicht stehen. Sie suchen, planen, sortieren neu und finden schließlich Räume, die größer sind, sichtbarer und voller Möglichkeiten. Was erst wie ein Rückschlag wirkt, wird zu einem Wendepunkt. Heute sagen beide: „Im Nachhinein war es genau das, was wir gebraucht haben.” Manchmal öffnet sich eine neue Tür eben erst dann, wenn eine andere ziemlich unsanft zufällt.
Ein Herzensbusiness mit Zukunft
Genau dort machen Stefanie und Sindy weiter. In den größeren Räumen entstehen schon die nächsten Ideen: Feste Shampoos sind in Arbeit, das Sortiment wächst, und auch der Onlineshop wird Schritt für Schritt ausgebaut. Was bleibt, ist kein glattpoliertes Erfolgsmärchen, sondern etwas Ehrlicheres – Handwerk, Natürlichkeit und zwei Freundinnen, die nie aufgehört haben, an dieselbe Sache zu glauben. Wer das selbst erleben möchte, hat im Oktober beim „Tag des traditionellen Handwerks” die Gelegenheit, den beiden über die Schulter zu schauen und vielleicht den Moment zu erleben, in dem aus „nur Seife” auch für einen selbst ein kleines Aha wird.
Bis dahin warten die handgemachten Seifen, Wellnesskörbe und kleinen Auszeiten im Onlineshop. Denn häufig entsteht ein Herzensbusiness genau dort, wo man nie aufgehört hat, an denselben Traum zu glauben – und es fängt gerade erst richtig an.
Bilder / Copyrights: Schaumwerkstatt
Dieser Artikel ist eine bezahlte Kooperation