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Mann im Kran

Da hat aber jemand die Rechnung ohne den Wirt gemacht! Oder besser gesagt: ohne die Angebetete. Die Rede ist von einem Bauarbeiter, der in Nürnberg einen ganz besonderen Liebesbeweis starten wollte. Er hatte die Idee, seiner Herzensdame einen Blumenstrauß per Baukran zu liefern. Nur klappte das nicht ganz so, wie er sich die Sache vorgestellt hatte.

Laut einem Bericht des SPIEGEL hatte er das Gebinde an einen schwenkbaren Kran gebunden und gen Balkon der Adressatin navigiert. Statt jedoch in Rührung zu zerfließen, rief die Frau die Polizei. Einen Korb für den Mann gab es außerdem.

Für den verhinderten Romeo, der zudem angetrunken war, steht nun also ein Ordnungswidrigkeitsverfahren statt einem romantischen Dinner an…So kann`s eben auch gehen…! Gewisse Aktionen sollte man(n) sich deshalb vorher überlegen.

 

Bildnachweis (Symbolbild): pexels.com

 

Asiation trinkt Wein

Online-Dating scheint in chinesischen Landen längst out. Stattdessen spielt der Flirt mit virtuellen Männern für moderne junge Frauen eine riesengroße Rolle. Darüber hat der SPIEGEL in seiner Ausgabe 10/2019 ausführlich berichtet.

Was in dem Artikel geschrieben steht, klingt für uns europäische Frauen ziemlich absurd. Denn: Millionen Chinesinnen widmen sich in ihrer Freizeit fiktiven Männern. Kein Witz! Das Magazin schreibt in diesem Zusammenhang von einem Online-Spiel, in dem vom Popstar bis zum tiefsinnigen Wissenschaftler verschiedene Männertypen digital agieren. Allesamt sind sie attraktiv, einfühlsam und selbstbewusst. Aber sie existieren eben nur virtuell – in einem Online-Spiel namens „Die Liebe und die Produzentin“.

Virtuelle Männer verzaubern Chinesinnen am Rechner

Die digitalen Liebesfiguren schreiben den jeweiligen Frauen romantische Textnachrichten, reagieren auf aktuelle Ereignisse und schicken sogar Sprachnachrichten. Mit Inhalten, von der – wie im SPIEGEL zu lesen ist – viele Frauen träumen.

Dem nicht genug rufen die virtuellen Männer, die lediglich durch eine Software zum digitalen Leben erweckt werden, sogar an. Die per Anruf gesprochenen Sätze werden von Schauspielern gesprochen – und sie sind stets romantisch.

Der SPIEGEL schreibt zu diesem verstörendem Trend:

„Mehr als sechs Millionen Chinesinnen luden sich das Spiel innerhalb weniger Wochen herunter,  nachdem es Ende 2017 herausgekommen war“

Nur: warum machen moderne Frauen so etwas? In dem Nachrichtenmagazin wird von einer 30jährigen Chinesin berichtet, die bereits 200 000 Yuan (circa 26.000 Euro) für dieses Spiel ausgegeben hat. Aber was haben denn Singleladies letztendlich davon, mit einer Sprachsoftware, die vorgibt, ein attraktiver Mann zu sein, zu kommunizieren? Zitat hierzu im SPIEGEL:

„Es ist, als würde ich mir meinen eigenen Roman schreiben“ sagt Xiao Bai. „Und auf gewisse Weise ist das Spiel sehr realistisch“

Der Software-Mann als Lebensberater?

Eine andere Frau gibt zu Protokoll, ihre Liebesfigur als eine Art Lebensberater zu sehen, der sie daran erinnert, Disziplin zu halten. Und Sport zu treiben oder früh aufzustehen. Für sie sei es ein „eskapistisches Vergnügen“, dieses Spiel zu spielen. In dem Artikel allerdings klingen die Vermutungen, warum viele chinesische Frauen diesem bizarren Reiz erliegen, etwas anders. Die Möglichkeit, sich leicht und risikofrei mit „Männern“ einzulassen wird ebenso in Betracht gezogen, wie die Option, sich spielerisch auf mehrere Männer einzulassen. Keine Selbstverständlichkeit im männerdominierten Regime.

Außerdem wird gemutmaßt, dass das Spiel deshalb so populär ist, weil in China viele selbstbewusste Chinesinnen im Bereich E-Commerce mitmischen. Eine erfolgreiche Unternehmerin, die im chinesischen Internet eine Online-Talkshow zu Beziehungen und Sex betreibt, fand das Spiel anfangs nur lächerlich, konnte aber – als sie es selbst ausprobierte – die Faszination der Frauen dafür verstehen.

Sexuelle Selbstbestimmung für Frauen in China ein Fremdwort

Sie gibt aber auch zu bedenken, dass die Reife und die sexuelle Selbstbestimmung der Frau in der chinesischen Kultur nichts zählen.

Erliegen deshalb so viele Chinesinnen dem braven und auch keimfreien Online-Spiel? Es könnte eine Erklärung sein. Obgleich es für europäische Frauen, die – vor allem in Deutschland – in der Liebe jedwede Freiheit genießen, absolut befremdlich anmutet.

Nicht so übrigens in Taiwan – dort wurde das Spiel ebenso herausgebracht. Und stand wenige Tage nach dem Start – so berichtet es der SPIEGEL – auf Platz eins der meistgeladenen Apps…

Bildnachweis (Symbolbild): pexels.com

 

 

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„Und dann hat die Caro immer Kerzen angezündet und langsame Musik aufgelegt. Da wusste ich, es war wieder Zeit für Sex. Wir haben nur einmal im Jahr miteinander geschlafen, und wenn sie die Kerzen aufstellte, war es das Zeichen.“ Langer trauriger Seufzer. Es ist knapp 30 Jahre her, dass mir ein gutaussehender junger Mann mit blitzenden Augen und lockigem Haar diese Geschichte in einer Cocktailbar in Bad Wörishofen erzählte, nachdem wir uns gerade erst kennengelernt hatten. Wir saßen seit ungefähr einer Stunde an der Theke und schlürften genussvoll einen „Karibischen Traum“. Allerdings hatte ich innerhalb dieser 60 Minuten nichts anderes von meiner neuen Bekanntschaft erfahren als „alles über Caro“, die unbekannte Ex des Mannes.

Sie hatte ihn nach über 7 Jahren verlassen, und er schien darüber tief betrübt. Scheinbar jedoch nicht betrübt genug, denn den gesamten Abend über baggerte er mich hartnäckig an. Vielleicht sah ich auch nur aus, als könnte ich gut zuhören.

Und genau darum zahlte ich, verweigerte ihm meine Telefonnummer und machte mich erleichtert aus dem Staub.

Damals – im analogen Zeitalter vor Google, Instagram oder Facebook – hatten wir einen geflügelten, wenn auch gemeinen Spruch: „Hier hast du 20 Pfennig, erzähl‘ das einer Parkuhr.“

Sie denken, das sei herzlos? Sicher nicht. Denn meine neue Bekanntschaft war auf der Suche nach einer „Placebo“-Frau, die ihm helfen würde, seine vorherige Beziehung zu verarbeiten. Wer auch immer sich darauf einließ, würde mächtig draufzahlen. Denn eine Placebo-Frau ist nur etwas für den Übergang, eine Art Mülleimer auf zwei Beinen, die, nachdem sie ausgedient hat, zusammen mit der Bio-Tonne rausgestellt wird.

Gelegentlich gehen solche Bekanntschaften gut aus, jedoch beileibe nicht immer.

Ich bin heute noch sicher, damals das Richtige getan zu haben, und die Erfahrungen in meinem breiten Umfeld bestätigten mir das über die Jahrzehnte immer wieder.

„Der Rainer bringt seine schmutzige Wäsche immer noch zu seiner Ex, als wäre ich zu blöd zum Waschen“ klagte Lena, eine Bekannte von mir, vor einiger Zeit am Telefon. „Jetzt sind wir schon 6 Monate zusammen, und tagein, tagaus höre ich nix anderes als ‚Uschi hier, Uschi da‘. Das geht mir tierisch auf die Nerven.“

Abgesehen davon, dass manche Frau froh wäre, wenn es jemanden gäbe, dem man die Schmutzwäsche bringen könnte, verstand ich Lena recht gut.

Sie war, als sie ihren Rainer kennenlernte, seit 2 Jahren Single, aber sicher nicht aus Mangel an Gelegenheit. Ihre vorige Beziehung hatte in einer schmerzhaften Trennung geendet, und sie musste sich erst einmal davon erholen, wie sie sagte.

Rainer war ihr – im wahrsten Sinne des Wortes – 10 Minuten nach seiner Scheidung vor dem Eingang des Amtsgerichts über die Füße gestolpert und hatte sie angerempelt. Und weil Lena ein Herz für alle Gestrauchelten hat, lud sie ihn auf einen Kaffee ein, aus dem mittlerweile ein halbes Jahr in ihrer Wohnung wurde. Rainer ist so alt wie Lena, hat einen guten Job und seit neuestem eben auch eine Exfrau. Das reibt er Lena jeden Tag unter die hübsche Nase, damit sie nicht in Versuchung kommt, es zu vergessen.

„Der beschreibt mir sogar im Bett, was seine Ex gerne mochte. Diese Tussi sitzt quasi auf der Bettkante“ jammerte Laura weiter.

„Er hat keine Ahnung, wie sehr mir das auf den Wecker geht. Ich kann nicht mal mehr mit ihm schlafen, ohne dass ich an sie denke und mich beobachtet fühle oder Kopfkino habe, weil er ständig detailliert beschreibt, auf was sie stand. Manchmal komme ich mir vor wie ein Abziehbild von ihr. Ein paar Mal hat er mich sogar schon mit ihrem Namen angesprochen. Da weiß man nicht mehr, wie man reagieren soll.“

Nun, Lena, ich würde Rainer darauf hinweisen und es mir verbitten. Ich würde ihn fragen, ob er sich überhaupt so weit gefestigt fühlt, mit einer völlig anderen Frau eine neue Beziehung zu führen, oder ob er einfach nur da weitermachen möchte, wo er aufgehört hat?

Lena, eine taffe Frau mit einer Menge Herz und Verstand, hat eben diesen beim Kennenlernen komplett ausgeschaltet, denn sie müsste aus eigener Erfahrung gelernt haben, dass man nicht von einer Beziehung in die nächste taumeln sollte, weil die Möglichkeit riskanter Fettnäpfchen, die sich einem in solch einem Falle anbieten, unterschätzt wird. Trotzdem hat sie es mit Rainer riskiert und ist dabei auf die Nase gefallen.

Mittlerweile ist sie hauptsächlich mit Zuhören beschäftigt, denn ihre gemeinsam verbrachte Zeit ist durchwoben mit feinen, äußerst haltbaren Fäden, die aus Rainers Vergangenheit mit Uschi bestehen und kontinuierlich in ihr tägliches Leben eingeflochten werden, ohne Aussicht auf Besserung.

Lena ist kein Einzelfall. Leider.

Wie kommen Männer eigentlich auf die Idee, dass wir nichts lieber hören als Geschichten über die Ex? Wie kommen sie darauf, dass wir begierig sind, zu erfahren, was sie gern aß oder trank, was sie mochte und was nicht? Klar sind wir Frauen sehr interessiert an zwischenmenschlichen Geschichten, das liegt in unserer Natur. Jedoch müssen wir spätestens dann das mitfühlende Zuhören beenden, wenn es unser eigenes Wohlbefinden empfindlich stört.

Diese fiktive Ex, der viele Frauen im Laufe ihres Lebens begegnen (manche sogar mehrmals) sind wie Lieder auf unserer Playlist in Dauerschleife. Und zwar so lange, bis unser neuer Lebensgefährte die Melodie selbst nicht mehr hören möchte. Das kann dauern, darum machen Sie sich auf einiges gefasst.

Sie liegen gerade mit Ihrer neuen Liebe am Strand, weil Sie sich einen gemeinsamen Urlaub gegönnt haben. Zwar ist die Bekanntschaft noch frisch, aber wo findet man schneller heraus, ob man zusammenpasst, als während 14 Tagen all inklusive am Ballermann? Die Möwen krächzen heiser, das sanfte Rauschen der Wellen wiegt Sie in einen angenehm trägen Zustand, als eine Stimme Ihre Tagträume unterbricht: „He, du hast da eine rote Stelle am Brustbein. Uschi hat immer Lichtschutzfaktor 5000 genommen. Die verstand was davon, denn sie hat in einer Apotheke gearbeitet. Und Fleisch mochte die gar nicht, die war so was von krass vegetarisch drauf, mit der hätte ich nie ein Steakhouse gehen können wie gestern mit dir. Weil die so tierlieb war, hat die gar nix gegessen, das Augen hatte. Du isst ja alles. Und die ganze Zeit wollte sie alte Kirchen besichtigen. War gelegentlich echt stressig. Ich bin froh, dass du so locker drauf bist.“

Schwupps sitzt Uschi quasi im Liegestuhl nebenan und cremt sich mit Lichtschutzfaktor 5000 ein, während sie uns hämisch angrinst. Selbstverständlich sieht sie rattenscharf aus und wiegt mindestens 10 Kilo weniger als wir. Das ist bei Uschis in unserer Vorstellung immer so.

„Ich bin froh, dass du so locker drauf bist“ ist in diesem Fall ein ziemlich halbgares Kompliment, in etwas Wehmut gewickelt, gespickt mit subtilen Vorwürfen und der Mahnung, Sie könnten vielleicht auch ein klitzekleines bisschen vegetarischer oder spiritueller sein. Und eingecremter.

Schon sitzen Sie da und überlegen, ob Sie mit dem Neuen doch mal eine Kirche oder eine Synagoge besichtigen sollten, oder eventuell sogar einen „Veggie-Day“ einlegen. Damit er nicht denkt, Sie wären bildungsfern, eine Heidin oder desinteressiert an Tierleid. Im schlimmsten Fall sind Sie „schlechter“ als Uschi, was Sie auf keinen Fall sein möchten. Zack, sitzen Sie in der Falle.

Irgendwann weiß man von der ominösen Uschi so ziemlich alles, angefangen vom Umgang mit Geld („Uschi hätte nie ein Kleid für 400 Euro gekauft, so wie du neulich, die war irre sparsam“) über ihren Fernsehgeschmack („Uschi mochte nur Komödien und hat immer gesagt, sie lehnt explizit dargestellte Gewalt ab“) bis hin zu ihrer Krankheitsgeschichte („Die konnte ohne Benzodiazepine nicht mal über die Straße gehen, du solltest mal deinen Hausarzt danach fragen, weil du doch auch immer so nervös bist. Das Zeug ist der Hammer.“)

Für Sie bedeuten diese Sätze: „Huch, ich sollte weniger Geld ausgeben, über meine Vorliebe für Horror-Filme nachdenken und Baldrian schlucken.“ Klar. Man will ja auf keinen Fall nervöser sein als Uschi, oder?

Sie sind nicht Uschi. Nur für den Fall, dass Sie es vergessen haben sollten. Irgendwann ist man aufgrund der täglichen Dauerberieselung mürbe geworden, weil die unerreichbare Traumgestalt, seine Ex, einen zementierten Platz in unserem Alltag eingenommen hat.

Sagen Sie es also Ihrem Neuen. Möglichst täglich. In Dauerschleife. Männer kapieren recht langsam, also haben Sie Geduld. Es ist außerdem gut möglich, dass Uschi weder so schlank noch so klug oder vorausschauend war, wie Ihr Neuer ständig behauptet. Die Vergangenheit verklärt vieles, und kein Mann wird gerne zugeben, dass er die letzten Jahre mit einer dauernörgelnden Xanthippe verbracht hat, die sein Geld zum Fenster rauswarf, als wären es Staubflusen. Gestünde er das ein, dann wüssten Sie ja, dass Sie im Gegensatz zu seiner Uschi eine enorme Verbesserung in seinem Leben sind.

Wir erfahren im schlimmsten Fall weiterhin täglich, ob wir wollen oder nicht, über Uschi Dinge, die wir nie wissen wollten, nur merkt das der Neue nicht, denn der ist noch vollauf damit beschäftigt, seine vorherige Beziehung zu verarbeiten, und zwar mit uns, meine Damen.

Das kommt davon, dass wir beim Kennenlernen nicht aufgepasst haben. Zwar fanden wir, unsere neue Liebe hätte wahnsinnigen Tiefgang, weil er mit traurigen Augen tiefschürfende Dinge von sich gab wie zum Beispiel: „Das Leben ist manchmal saumäßig hart“, aber wie hätten wir ahnen können, dass jemand, den die Ex vor kurzem rausgeschmissen hatte, nicht schon vollständig mit allem abgeschlossen hat? Na? Dämmert’s?

Exfreundinnen sind ständig präsent, wenn wir einen Mann erwischen, der immer noch in der vorherigen Beziehung wie in einer Zeitschleife festhängt und das Murmeltier täglich wehmütig grüßt.

Exfreundinnen sitzen mit uns auf der Couch, wenn wir fernsehen, stehen am Herd, wenn wir kochen („Tust du da keinen Chili rein? Ich fand das immer so lecker, wenn Uschi das gemacht hat“).

Sie beeinflussen unsere Kleiderwahl („Uschi hatte so eine schlanke Taille, sie konnte super Tellerröcke tragen, ich finde die voll weiblich, hast du überhaupt einen?“). Uschis greifen in jeden unserer privaten Bereiche ein. Sie sind jetzt Teil unserer neuen Beziehung. Herzlichen Glückwunsch!

Besonders strapaziös sind Fälle, in denen die Uschis zu unseren Lebensgefährten noch gute Kontakte pflegen und sich mit ihm regelmäßig zum Kaffee/Essen/Kneipenbummel treffen. Es gibt nämlich Damen, die haben mit dem Loslassen so ihre Probleme. Sprich: Sie wollen ihn nicht mehr, trotzdem soll ihn auch keine andere haben.

Das ist, als ob man ein Grundstück verlottern lässt und es verschenkt, aber nicht möchte, dass jemand anderer sich dort ein Häuschen baut. Solche Uschis existieren öfter, als Sie glauben. Die rufen an, schreiben SMS oder Whats-App-Nachrichten, melden sich über Facebook und schrecken sogar vor analogen Fossilien wie Postkarten nicht zurück, um mit ihrem Ehemaligen irgendwie in Verbindung zu bleiben. Jede Hämorrhoide ist einfacher zu behandeln.

Vielleicht werden die Uschis einfach nicht gern vergessen. Wer möchte das schon. Im Gedächtnis unseres neuen Lebensgefährten haben die sich jedenfalls bombenfest verankert. Die sind mental gedübelt, die kriegen Sie da so schnell nicht raus.

Warum auch? Die Ex ist ein Teil des Lebens Ihres neuen Partners. Selbstverständlich gab es schon Frauen vor Ihnen, es sei denn, Sie hätten eine männliche Jungfrau erwischt. Das ist zu respektieren und zu akzeptieren. Auch wir selbst schleppen unsere Altlasten, unsere Vorbehalte und miesen Erfahrungen mit uns herum. Es kommt nur immer darauf an, wie man damit umgeht.

„Mit der Uschi und mir läuft sexuell gar nix mehr, Ute. Kannst du schon glauben. Wir waren immerhin 10 Jahre zusammen. Da hat man noch einiges zu reden miteinander. Und ich bin ein freier Mensch, oder? Du kannst nix dagegen haben, dass wir mal einen Kaffee miteinander trinken und über alte Zeiten quatschen.“

Viel Vergnügen beim Souverän-Sein, beim Locker-Bleiben, beim „So-tun-als-macht-mir-das-nichts-aus“. Denken Sie daran: Vom Knirschen lockern sich die Zahnwurzeln. Also besorgen Sie sich rechtzeitig eine Beißschiene.

Einige Uschis rufen ihre Exfreunde mitten in der Nacht an, weil die Batterien ihrer Taschenlampe gewechselt werden müssen. Und während Sie noch fassungslos über diese Dreistigkeit im Bett sitzen, ist der Neue schon in seine Jeans geschlüpft und auf dem Weg, denn Uschi ist komplett hilflos ohne ihn. Bei der Gelegenheit kann er auch gleich noch die Biotonne auf die Straße stellen, weil morgen die Müllabfuhr kommt. Hat er immerhin 10 Jahre lang gemacht.

Ja. Unser Neuer hat das alles wirklich voll verarbeitet. Merken Sie selbst, oder?

Wie Sie reagieren, bleibt Ihnen überlassen. Wobei die Gefahr bei immer noch anrufenden Uschis relativ groß für Sie ist, demnächst selbst zu einer „Uschi“ zu werden. Denn es wäre möglich, dass sich die alte Uschi fürs Mülltonne-Rausstellen mit einem Akt der Nächstenliebe bedanken möchte. Es wäre möglich, dass momentan bei ihr kein Mann in Sicht ist, und jetzt, wo Sie den Neuen klasse finden, ist er auch für Uschi wieder interessant geworden. Ehe Sie sich versehen, sind Sie die Ex. So schnell kann das gehen. Darum sollte man mit Dingen wie Souveränität oder Toleranz in solch einem Falle etwas sparsam umgehen.

Wenn Sie von Anfang an beteuert haben, dass Sie „das alles“ vollkommen verstehen und akzeptieren“, haben Sie nun mal schlechte Karten. Denn Ihr Verständnis setzt eben unausgesprochen auch voraus, dass der Neue sich weiterhin um seine Uschi kümmert. Man ist ja gelassen. Und kein bisschen eifersüchtig. Ach, trinken Sie doch einfach ein Glas Wodka. Oder lassen Sie sich endlich diese Beruhigungsmittel verschreiben. Seiner Ex haben die auch gutgetan. Die braucht jetzt übrigens keine mehr.

Uschis, die nicht loslassen können, sind die eine Seite der Medaille. Aber es gibt noch die andere Sorte: Exfreundinnen/Frauen, über die der Neue schon beim Kennenlernen so richtig vom Leder zieht. An denen er kein gutes Haar lässt, so dass Sie denken: „Das müssen wirklich üble Weibsbilder gewesen sein“ und sofort an den Film „Der Club der Teufelinnen“ mit Roseanne und Goldie Hawn denken müssen.

  • „Uschi war rasend eifersüchtig, die hat mein Handy kontrolliert und mir nachspioniert. Total verrückt, diese Frau, die bräuchte mal eine Therapie.“

Ja. Möglich. Oder sie hat schlechte Erfahrungen gemacht mit dem König der Lügen, der Ihnen gerade gegenübersitzt und dachte sich: „Vertrauen ist gut, Kontrolle besser.“ Oft existiert ein realer Grund für tiefschürfendes Misstrauen, auch wenn der Mann ums Verrecken nicht begreifen will, dass sein hemmungsloses Fremdknutschen auf dem letzten Faschingsball sehr wohl ein Grund für Misstrauen sein könnte. Er hat doch gar nix gemacht?

  • „Uschi hat in den letzten zwei Jahren keinen Finger mehr in der Küche gerührt und was für uns gekocht. Hat immer gesagt, ich soll zum Essen gehen. Stinkfaul war die.“

Ja. Möglich. Oder er hat seinerzeit so oft an Uschi herumgenörgelt, dass ihr irgendwann die Hutschnur geplatzt ist und sie ihm die Bratpfanne an den Kopf geschmissen hat und das Nudelholz gleich hinterher. Denn die Narbe an seiner Schläfe kommt nicht vom Holzfällen in Alaska. Er will nur, dass Sie das glauben, doch in Wirklichkeit ist es eine Beziehungs-Fleischwunde. Kann man rauspolieren. Mit einer Käsereibe – falls Sie sauer sind…

  • „In unserer Wohnung hat es ausgesehen wie bei Luis Trenker im Rucksack. Das glaubst du nicht, wie schlampig die war. Nie hat die aufgeräumt. Eine richtige Messie-Frau war das.“

Ja. Möglich. Oder er selbst war die Faulheit in Person, und Uschi hatte eines Tages die Nase voll davon, ehrenamtlich und unbezahlt verschimmelte Badetücher einzusammeln und die Toilette zu schrubben. Frau will nämlich auch noch was vom Leben haben außer vom Wischwasser aufgequollene Fingerkuppen.

  • „Wir haben so gut wie gar nicht mehr miteinander geschlafen. Immer war die müde oder hatte Kopfweh.“

Ja. Möglich. Vielleicht war Uschi aber auch der Werbeblock zwischen zwei Fußball-Übertragungen einfach zu kurz, als dass sie hätte anständig in Fahrt kommen können. Und wenn mal kein Fußball lief, musste er mit seinen Kumpels feiern gehen. Da darf man schon die Lust verlieren und den Laden dichtmachen.

  • „Mit der konnte man nie was unternehmen. Immer war die erschöpft und schlecht drauf. Alles musste ich allein machen.“

Ja. Möglich. Oder Uschi hatte eine Vollzeitstelle + einen Nebenjob, um die Heizölrechnung zu bezahlen, weil „irgendwas mit Medien“ – der Job unseres Neuen – sich als Rohrkrepierer mit staatlicher Aufstockung entpuppte und Uschi einfach nicht gerne friert. Kein Wunder, dass die erledigt war. Und ob Uschi vielleicht keine Lust auf Freizeitgestaltung à la: „Jede versiffte Pilsbar sieht nach dem 14. Korn gut aus“ hatte, entzieht sich unserer Kenntnis. Denn wir hören immer nur eine Variante. Seine.

  • „Uschi war so eine militante Emanze, die hat einen förmlich kastriert. Mit der konnte man gar nicht mehr reden. Hat immer auf Gleichberechtigung gepocht. Das war, als würde Alice Schwarzer bei uns am Tisch sitzen und sie aufhetzen.“

Ja. Möglich. Oder Uschi hat lediglich darauf bestanden, dass Hausarbeit zu gleichen Teilen erledigt wird, seine schmutzstarrenden Socken nicht mehr in den Wäschepuff geschmissen und verlangt, dass er sich an den Ausgaben beteiligt. So eine Zumutung. Wieder kennen Sie nur eine Seite. Ihnen werden spätestens dann die Augen aufgehen, wenn seine dreckigen Jeans zukünftig von allein in die Waschküche wanken und er lediglich den Kühlschrank leerfrisst, aber nie etwas zum Lebensunterhalt beisteuert.

Meine Erfahrung nach all den Jahrzehnten voller Berichten frustrierter Frauen ist, dass Uschis in den wenigsten Fällen so gemein und böse sind wie behauptet. Sollten Sie Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Aussagen Ihres Neuen haben, empfehle ich Ihnen, obwohl es Ihnen mit Sicherheit schwerfällt, den Kontakt zur Ex zu suchen.

Meiner Nachbarin Petra erging es so ähnlich. Sie hörte über ein Jahr lang nur Horrorgeschichten über die Verflossene ihres neuen Lebensgefährten. Die hatte die Wohnung komplett vermüllen lassen, ihn kaltschnäuzig betrogen, herzlos verlassen, ihm zuvor noch den letzten Cent aus der Tasche gezogen, ihn sexuell auf das Trockendock geschickt und außerdem gemein beschimpft.

Wollte man seinen Worten Glauben schenken, war diese Frau eine Mischung aus Imelda Marcos, Lucrezia Borgia und Katharina der Großen gewesen. Immer, wenn ihre neue Liebe von seiner früheren Beziehung erzählte, konnte Petra die traurigen Geschichten gar nicht fassen und bedauerte den armen Mann, bis sie sich endlich einmal ein Herz fasste, die ominöse „bitterböse“ Dame anrief und sich mit ihr verabredete.

Völlig überrascht war Petra, als ihr, während sie mit klopfendem Herzen vor der Wohnung der Ex stand, eine liebenswerte, hübsche und humorvolle Mitt-Dreißigerin die Tür öffnete und sie sofort auf eine Tasse Kaffee in eine sauber aufgeräumte Küche einlud.

Als Petra sich mit der „Inkarnation des Bösen“ eine Weile unterhalten hatte, waren sämtliche Irrtümer ausgeräumt.

Denn diese Uschi hatte niemandem den letzten Cent aus der Tasche gezogen, sondern sich lediglich geweigert, ihr gesamtes Erspartes in eine riskante Anleihe zu investieren. In der Beziehung war auch nicht die Ex schlampig gewesen. Der den Boden bedeckende Wust aus getragener Kleidung, offenen Chipstüten, vollgeschnäuzten Küchentüchern und zerfledderten Comics hatte damals allein dem männlichen Teil dieser Wohngemeinschaft gehört. Und war beim Auszug liegengeblieben.

Diese Frau hatte niemanden betrogen, sondern nach Jahren voller halbgarer Kompromisse ermattet einen Schluss-Strich gezogen, die Beziehung beendet und etwas später einen anderen Mann kennengelernt.

„Das einzige, das diese Uschi zugeben musste, war die Sache mit dem Schimpfen“ berichtete mir Petra später grinsend. „Sie hat ihn alles Mögliche genannt, doch wie ich im Nachhinein zugeben muss, völlig zu Recht. Er hat auch mich angelogen, dass sich die Balken biegen. Und als ich ihn damit konfrontiert habe, dass ich mit seiner Ex Kontakt habe, zog es ihm förmlich den Boden unter den Füßen weg.“

Petras Beziehung endete kurz darauf, denn sie ist die Sorte Frau, die es nicht erträgt, wenn sie so dreist belogen wird. Immerhin hat sie eine neue gute Freundin hinzugewonnen, 85 überflüssige Kilos verloren und ihre Seelenruhe wiedergefunden. Das ist ja auch schon was.

Wenn Ihnen, wie einigen meiner weiblichen Bekannten, einmal ein armer Gestrandeter vor die Füße taumelt, sollten Sie genau hinhören, was er Ihnen anvertraut, wie oft, und in welchem Ton.

Bitte bedenken Sie: Wer von Anfang an schlecht über seine Ex (Ex-Frau oder Ex-Freundin) redet, der wird vielleicht eines Tages über Sie so sprechen. Dann sind Sie die Böse, das Biest, die Hexe.

Wer andererseits die Ehemalige in den Himmel hebt, bei dem werden Sie es ebenfalls nicht leicht haben. Denn die von einem Heiligenschein umgebene Vorgängerin wird Ihnen sekündlich als leuchtendes Beispiel vor Augen gehalten werden gleich einer Karotte an einer Schnur, mit der Esel zum Vorwärtslaufen motiviert werden sollen. Natürlich können Sie sämtliche Vorbehalte unter den Tisch fallen lassen und sich Hals über Kopf in eine Beziehung mit einem Mann stürzen, der soeben erst eine Partnerschaft hinter sich gelassen hat und sichtbar daran krankt.

Die tagtäglich aufgewärmten Geschichten von seiner Ehemaligen werden irgendwann aufhören. Das kann in einem Vierteljahr der Fall sein oder in zwei Jahren. Sie werden Geduld, Toleranz und jede Menge Souveränität aufbringen müssen.

Als probates Gegenmittel haben sich Schwärmereien über unsere eigenen männlichen Verflossenen bestens bewährt. Jede von uns hat doch mindestens einen aufzubieten. Manchmal muss man von der eigenen Medizin kosten, um geheilt zu werden. Und wenn der Neue tagtäglich nur Geschichten von „Heiner, dem Herrlichen“ („Der Heiner konnte zwei volle Mülltonnen auf einmal tragen, mit verbundenen Augen eine Kurbelwelle ausbauen, war schon 13mal Telefonjoker beim Fernseh-Quiz, hat gekocht wie Jamie Oliver und war und der beste Liebhaber von allen!“) hört, merkt er vielleicht, wie sich das anfühlt.

Das liegt ganz allein bei Ihnen. Ich wünsche Ihnen viel Glück bei der richtigen Auswahl Ihrer Mittel.

Beruhigungstabletten sollten es übrigens nicht sein. Sie schaffen das auch ohne.

Und bei allen Damen, die „Uschi“ heißen, möchte ich mich im Voraus entschuldigen. Sie waren nicht gemeint. Der Name diente nur als Beispiel.

Herzlichst

Ihre

Barbara Edelmann

Bauchgefühl

Ein Gastbeitrag von Andrea. Auf einmal wird’s mulmig in der Magengegend, aber es sind keine Schmerzen, die das komische Gefühl im „Zweiten Gehirn“, wie der menschliche Magen oft genannt wird, verursachen. Nein, es ist was anderes – und jeder, der je in seinem Leben mit Fremdgehen, falschem Spiel in der Liebe oder auch einem schweren Zoff unter Freundinnen konfrontiert war, wird es kennen, dieses besonders angespannte Gefühl.  Das Bauchgefühl. Gleich vorweg: es täuscht nicht. Nie!

Und deshalb sollten Menschen, die vielleicht bislang nicht in einer der oben erwähnten Situationen waren, aber sich aktuell mit einem unguten Gefühl herumschlagen, unbedingt darauf achten, was dieses Organ da aus der Mitte des Körpers signalisiert.

Nicht wenige ignorieren Bauchgefühl

Viele Leute neigen dazu, es (erstmal) zu ignorieren. Besonders dann, wenn es um heikle Dinge geht – zum Beispiel um die eigene Beziehung oder um den gerade erst neu kennengelernten Mann.

Ich bin mittlerweile soweit, dieses so wichtige Bauchgefühl nicht mehr zu ignorieren. Als ich jünger war, habe ich das permanent gemacht und bin auch sehr oft damit auf die Nase gefallen.

Deshalb möchte ich alle weiblichen Zeitgenossinnen, denen etwas schwer im Magen liegt – emotional gesehen – dazu ermutigen, diesem so wichtigen Gefühl zu trauen.

Ich plaudere einfach mal selbst aus dem Nähkästchen, denn ich habe in meinem Leben vieles erlebt – Partner die fremdgehen und Dating-Kandidaten, die lügen, waren zuhauf dabei. All diese Dramen waren immer begleitet von einem anfänglich unguten Bauchgefühl.

Aber: so oft habe ich diesem Gefühl eben NICHT vertraut, nur um mich kurze Zeit später der Erkenntnis stellen zu müssen, dass mein „Bauch-Navigator“ tatsächlich richtig lag.

So zum Beispiel beim Thema Fremdgehen – DER Klassiker im Zusammenhang mit dem schlechten Bauchgefühl.

Bei neuer Bekanntschaft meldete sich der Bauch

Ich hatte vor langer Zeit einen Freund, bei dem es schon kurze Zeit, nachdem wir zusammenkamen, heftig in der Magengegend rumpelte. Ich registrierte das, ignorierte es aber komplett. Selbst als das flaue Gefühl sich in manchen Situationen zu einem unangenehmen Zwicken ausweitete, setzte ich weiter unverdrossen darauf, dass ich meinen „Mr. Right“ an der Seite hatte.

Was aber waren das für Situationen, in denen meine Körpermitte rebellierte? Nun – da gab es einige.

Zum Beispiel unser absurdes Anruf-Ritual. Mein damaliger vermeintlicher Mr. Right, Thomas, rief nämlich nur zu einer bestimmten Uhrzeit an. Nicht davor und nicht danach. Und zwar abends halb zehn.

Ich – als damals voll naive Verliebte – dachte mir lange Zeit nichts dabei (schon gar nicht tangierte ich gedanklich das Thema Fremdgehen) und war, die rosarote Brille auf der Nase, froh, wenn er abends anrief. Man muss nämlich dazu sagen, dass tagsüber mit Thomas so gut wie keine Kommunikation ablief, lediglich eine karge „Guten-Morgen“-SMS (Whatsapp gab es damals noch nicht) ließ er mir zukommen.

Immerhin war er der total eingespannte Geschäftsmann und kam zu privatem Kram fast gar nicht. Warum ich seinerzeit nicht früher gesehen habe, dass wir gar nicht zusammen passten – schon von unseren jeweiligen Lebensstilen her nicht – kann ich mir heute auch nicht mehr erklären.

Aber ich war eben auf Wolke 7, total verliebt und pfiff auf das Magendrücken, das sich immer stärker bemerkbar machte.

Auf Bauchgefühl hören lohnt sich!

Hätte ich doch dem Bauchgefühl nur früher meine Aufmerksamkeit geschenkt und mir die vielen Sprüche, die Thomas mir auftischte oder schräge Aktionen, die er brachte, nicht bieten lassen!

So kündigte er sich einmal am späten Nachmittags bei mir an und teilte am Telefon mit, dass er später am Abend – er war zu diesem Zeitpunkt noch in Berlin – bei mir sein würde, so gegen 22.00 Uhr. Na ja, nicht gerade die ideale Uhrzeit, aber da ich ihn ohnehin so selten sah, den vielbeschäftigten Business-Mann, freute ich mich natürlich.

Ich badete ausgiebig und schmiss mich in raffinierte Unterwäsche und zog mir was Schönes an. Das hätte ich aber ebenso gut auch bleiben lassen können, denn Thomas erschien nicht. Und nicht nur das: er ließ auch telefonisch nicht von sich hören.

Mein Bauchgefühl war eindeutig und so langsam horchte ich mal ausgiebiger in mich rein.

Der Abend verging, es ging auf Mitternacht zu und von Thomas noch immer keine Spur. An seinem Handy meldete sich nur die Mailbox.

Ich pellte mich also aus meinem sexy Outfit und legte mich ins Bett, das Handy auf dem Nachttisch und auf laut gestellt.

Irgendwann rief er tatsächlich an. Da war es gegen 2.00 Uhr in der Nacht. Faselte was von einem Geschäftstermin, der ewig gedauert hat und dass er – ACHTUNG: Bauchgefühl-Alarm! – sein Handy in der Sporttasche seines Geschäftspartners, der ebenso bei dem Termin zugegen war, gelassen (oder vergessen, so genau weiß ich das heute nicht mehr) hatte.

Und diese Sporttasche befand sich im Auto des Geschäftspartners.

Na ja, ich war natürlich bedient, obwohl Thomas sich für den nächsten Morgen ankündigte, zum Frühstück.

Der innere Navigator ist verlässlich

Natürlich sind das alles – im Nachgang gesehen – absolut alberne Spielchen, die nur jemand spielt, der dem Fremdgehen frönt. Und dass er das ausgiebig getan haben musste, bewiesen wenig später meine Nachforschungen, die ich dann – alarmiert durch mein Bauchgefühl – anstellte.

Ich mache es kurz, denn: ich wurde in einer Online-Singlebörse, in der er sich rumtrieb, fündig.

Noch Fragen?

Oder ein anderes Beispiel aus meiner Singlezeit.

Ich hatte jemanden kennengelernt und wir begannen das Übliche: Miteinander ausgehen, sich kennenlernen, irgendwann im Bett landen. Soweit so gut. Als es dann „ernster“ wurde, kam mein Bauchgefühl. Es war ungut. Aber auch in diesem Fall überhörte ich es geflissentlich.

Bis zu einem Abend, als ich mit dem betreffenden Mann zum Telefonieren verabredet war – wir waren zu diesem Zeitpunkt schon in einer ziemlich fortgeschrittenen Kennenlernphase.

Er wollte mich gegen acht anrufen, aber es kam kein Anruf. Mein dumpfes Bauchgrummeln reagierte entsprechend…Ich beließ es aber dabei und ging zu Bett. Als ich aufwachte, hatte ich eine SMS auf dem Handy (nein, es war noch immer kein Whatsapp-Zeitalter) von ihm.

Mit recht krudem Inhalt, der mein schlechtes Bauchgefühl abermals verstärkte. Und zwar rechtfertigte er den nicht getätigten Anruf am Abend zuvor damit, dass er erst den Keller aufgeräumt und sich danach auf die Couch begeben hat. Dort ist er dann eingeschlafen.

Vorahnung bestätigte sich

Mir kam das mehr als spanisch vor! Wenn dieser Typ nur im Ansatz an einer Beziehung mit mir interessiert wäre, schliefe er doch nicht vor einem verabredeten Telefonat auf der Couch ein – oder?! Ich hätte aufgrund der Nachricht gleich die weitere Kennenlernphase kündigen sollen, mein Gefühl war gar nicht gut! Aber wie das eben meist so ist: man (FRAU) denkt ja dann doch oft, dass man vielleicht falsch liegt und lässt es weiterlaufen.

Bis man dann – logisch! – die volle Breitseite abkriegt und doch verliert.

So kam es hier.

Der Typ ließ erstmal ein, zwei Tage gar nichts von sich hören und schickte dann eine dürre Mail mit dem Inhalt, dass „seine Gefühle nicht ausreichen würden“.

Ganz ehrlich: das hätte er mir auch Tage zuvor am Telefon sagen und sich seine vollends blöden Ausreden sparen können.

Mal wieder bereute ich es, nicht auf mein Bauchgefühl gehört zu haben!

Dass aber das sensible Organ nicht nur im Bereich von Mann und Frau, sondern generell im Zwischenmenschlichen funktioniert, bewies dann später das Zerbrechen einer langjährigen Freundschaft zu einer guten Freundin.

Mittlerweile war eine hochpolitische Zeit in Deutschland angebrochen und die Menschen sortieren sich – so ist es bis heute – in zwei Lager.

Viele Leute tun ihre Meinung auf Facebook oder/und im Freundeskreis kund.

Und so bildete auch ich mir meine eigene Meinung zu den aktuellen Geschehnissen, gab dann und wann in den sozialen Netzwerken meine Meinung kund und – zack! – war die Freundschaft hin. Na ja, ganz so rasch ging es nicht, klar.

Auch bei Frauenfreundschaft täuschte das Bauchgefühl nicht

Es fing damit an, dass meine Freundin – sie wohnt relativ weit weg von mir und wir sehen uns nur ein paarmal im Jahr – auf meine Nachrichten (mittlerweile war das Whatsapp-Zeitalter angebrochen) einfach nicht reagierte, obwohl sie sie gelesen hatte.

Ich ahnte, dass es was mit meiner Einstellung zum aktuellen Zeitgeschehen zu tun hatte, mein Bauchgefühl war megaschlecht.

Und als sie sich nach weiteren Nachrichten, die sie gelesen, aber nicht beantwortet hatte, immer noch nicht zuckte, habe ich sie eines Tages kurzerhand angerufen. Bis dahin waren immerhin schon ganz viele Wochen ins Land gekommen, fast ein Vierteljahr!

Volltreffer! Sie sagte mir auf den Kopf zu, dass ihr meine Einstellung zu aktuellen Themen nicht passt. Leider war die Verbindung zum Zeitpunkt des Telefonats sehr schlecht, so dass das Gespräch sehr abgehackt war. Irgendwann war es ganz weg. Ich rief noch einmal an und landete auf der Mailbox.

Hier sprach ich meiner Freundin eine kurze Nachricht auf, mit dem Hinweis, dass sie mich jederzeit anrufen und dass man reden könne. Zwei verschiedene Meinungen sind doch kein Grund, eine über 15jährige Freundschaft zu kündigen!

Dachte ich.

Es war aber leider genau an dem – die besagte Freundin ist mittlerweile meine Exfreundin. Ich hätte also den Anruf schon früher tätigen und Gewissheit haben können. Mein Bauchgefühl lag richtig.

Schlechtes Bauchgefühl? Klarheit schaffen!

Und deshalb mein Tipp an alle, die ein schlechtes Gefühl in der Bauchgegend haben, wenn es um Fremdgehen, Dating oder Verstimmungen in einer Freundschaft geht: meldet sich Ihr schlechtes Bauchgefühl, dann finden Sie den Mut und schaffen Sie für sich Klarheit! Haben Sie das Gefühl, ein Dating-Kandidat lügt Sie haushoch an, dann wird da was dran sein. Haben Sie ganz stark das Gefühl, dass ihr Partner dem Fremdgehen frönt – nun: sie werden sehr wahrscheinlich richtig liegen.

Und wenn sich eine sehr gute Freundin von heute auf morgen nicht mehr meldet oder auf Nachrichten von Ihnen nicht reagiert, obwohl sie sie gelesen hat – auch hier liegt dann ganz höchstwahrscheinlich der Hase im Pfeffer, jede Wette!

Machen Sie also bloß nicht den Fehler und übergehen Sie dieses so wichtige Signal, das Ihnen Ihr Körperorgan zwischen Beinen und Brust übermittelt.

Es hat sich bislang so gut wie immer bewiesen, dass das dumpfe Gefühl im Bauch etwas bedeutet. Viele Frauen, die es übergehen, ärgern sich im Nachgang, nicht schon früher gehandelt zu haben. Ich gehöre auch dazu.

Und selbst wenn sich das „Zweite Gehirn“ zu Unrecht grummelig geäußert hat und alles in Butter ist – na dann: umso besser!

Nur: das ist meist leider nicht so…Mehr rund uns Thema Bauchgefühl finden Sie auch hier.

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„Barbara, du hast doch bestimmt eine große Sonnenbrille und eine Perücke?“ fragte mich vor knapp einem Jahr eine liebe Bekannte.

Immer wenn Marianne anruft, bin ich vorsichtig, denn die meiste Zeit des Jahres erinnert sie sich nämlich nicht an meine Telefon-Nummer. Sie meldet sich nur, wenn es ihr schlechtgeht.

„Ja, ich habe eine Sonnenbrille“ antwortete ich misstrauisch. „Dann könntest du doch für mich den Karl mal ein wenig überwachen“ meinte sie.

„Er sagt nämlich, er geht ins Fitness-Studio, aber ich glaube ihm nicht. Weil er ja vor zwei Jahren mal diese Frau geküsst hat. Die ist zwar verheiratet, aber ich traue ihm nicht. Bestimmt lügt er mich wieder an. Immerhin hat er es erst zugegeben, als ich sein Handy durchsucht habe. Ich bezahle dich auch.“

Gestatten, dass ich mich vorstelle? Barbara Edelmann, private Ermittlungen aller Art.

Ich musste schmunzeln, als ich mir vorstellte, dem armen Karl vor seinem Fitness-Studio verkleidet aufzulauern. Immerhin ist der Gute jenseits der 50, mit wenig Haaren und umso mehr Bauch und einem Ego, das nur man nur auf Erbsengröße bringt, wenn man es aufbläst, und nicht unbedingt ein Geschenk Gottes an die Damenwelt. Marianne lässt sich aber nicht gern etwas wegnehmen, auch wenn sie es vielleicht selbst nicht mehr so richtig möchte.

Ich lehnte dankend ab, denn es wäre mir zu anstrengend gewesen, fremde Männer zu beschatten. Außerdem besitze ich weder Fernglas noch Nachtsichtgerät, und Marianne hätte vollen Einsatz von mir erwartet.

Ob sie einen Ersatz für mich gefunden hat, weiß ich nicht, denn seitdem habe ich nichts mehr von ihr gehört. Scheinbar vertragen sich die beiden gerade wieder mal. Trotzdem muss ich oft an diese Geschichte denken, denn sie ist ein Paradebeispiel für Eifersucht und ihre einschneidenden Folgen.

Außerdem muss ich zu Karls Ehrenrettung anmerken, dass er bis zu diesem Zeitpunkt – also dem Kuss mit einer anderen Frau – bereits eine ziemlich anstrengende und für ihn unbefriedigende Beziehung mit Marianne hinter sich hatte. Unter der Woche durfte er nie bei ihr übernachten – auch nach über 10 Jahren nicht, weil Marianne es vorzog, Dinge mit ihren Freundinnen zu unternehmen. Sie teilte seine Zeit ein, und er bekam in ihrem Wochenplan einen festen Platz zu festen Zeiten. Wenn Marianne keine Lust hatte, musste Karl sich mit sich selbst beschäftigen.

Naja, ganz offensichtlich tat er das dann ja auch. Und ich glaube sogar wirklich, dass es sich nur um einen Kuss handelt, denn ich kenne Karl, wie bereits erwähnt.

Damals, nachdem ihr Karl in einem schwachen Moment gestanden hatte, mit seinen Lippen die Lippen einer anderen Frau berührt zu haben, nahm die Tragödie ihren Lauf.

Seitdem musste er sich in viertelstündlichem Turnus per SMS bei Marianne melden und mit Fotos seinen derzeitigen Aufenthaltsort dokumentieren (Supermarkt-Parkplatz, Fitness-Studio, Arbeit…). Er tat das alles in der Hoffnung, Marianne nicht zu verlieren, denn sie war ziemlich sauer. Irgendwie hatte dieser eine Kuss etwas in ihr freigesetzt, das wohl zeitlebens besser unter Verschluss geblieben wäre – das grüne Monster Eifersucht. Und zwar die rasende Variante.

Marianne benahm sich damals, als legte sie größten Wert darauf, schnellstmöglich zu ihrem eigenen Schutz in die nächstgelegene psychiatrische Anstalt eingeliefert zu werden.

Sie knackte den Code von Karls Handy, druckte sämtliche Whats-App-Chats zwischen dieser Dame und ihm aus und nagelte diese anschließend an die Eingangstüre der Konkurrentin. Da es sich um eine Glastür handelte, erfolgte anschließend eine Anzeige wegen Sachbeschädigung und Beleidigung, denn Marianne hinterließ nicht nur die Chat-Protokolle, sondern auch noch ein paar üble Beleidigungen, die mit Sicherheit in etlichen Ländern dieser Welt mit Stockschlägen auf die nackten Fußsohlen bestraft werden.

Sie legte sich ein zweites Handy mit einer anderen Telefonnummer zu und baggerte Karl unter falschem Namen bei Facebook an, um ihn endlich der Untreue überführen zu können, stalkte ihn bei Instagram, fuhr ihm mitten in der Nacht hinterher, als er ihre Wohnung verließ (hätte ja sein können, dass er sich zum Knutschen mit dieser Dame im Wald traf, so gegen morgens um 3:00 Uhr), rief seine Kollegen an und wollte diese ausfragen, durchsuchte in regelmäßigen Abständen, gründlicher als die Steuerfahndung,  seine Wohnung auf Spuren und so weiter.

Dann schleppte sie Karl zu einem Therapeuten. Der sollte ihm die Leviten lesen und ihm erklären, dass er so was Tolles wie Marianne gar nicht verdient hatte.

Nachdem der Therapeut sich eine gefühlte Ewigkeit Mariannes Tiraden angehört hatte, die ihm auswendig (!) sämtliche Chats zwischen Karl und der fremden Frau rezitierte,  erklärte er diese Beziehung für toxisch und riet beiden, eine Pause einzulegen.

Natürlich taten sie das nicht.

„Ich werde verrückt. Und ich weiß, dass es vollkommen bescheuert ist, was ich mache“ sagte Marianne damals heulend zu mir am Telefon. „Aber was soll ich tun? Ich will keinen anderen. Da müsste ich mich wieder umgewöhnen. Und ich habe keine Lust drauf, mit einem neuen Mann jetzt wieder von vorn anzufangen. Bis auf diese eine Geschichte stimmt ja alles. Nur kann ich ihm nie mehr glauben. Und ich bin sicher, dass er lügt und es auch weiterhin tut.“

Im Grunde ist das sehr traurig. Finden Sie nicht?

Gehören Sie vielleicht zu der Sorte Frauen, die täglich das Jackett Ihres Mannes untersuchen, und wenn Sie kein Haar darauf finden, vermuten, dass er es momentan mit einer Kahlköpfigen treibt? Tja, dann sind Sie wohl ebenfalls eifersüchtig. Willkommen im Club.

Eifersucht ist der Partisan unter den Gefühlen. Sie lauert irgendwo im Gebüsch und wartet manchmal nur auf ein einziges Wort, eine Bemerkung über eine Schauspielerin vielleicht, die wir gerade zusammen mit unserem Liebsten sehen, während wir einen Spielfilm genießen.

Sie kommt hervor wenn wir durch die Stadt schlendern und mitbekommen, dass unser Herzblatt anderen Frauen kurz hinterhersieht. sie saugt sich an uns fest, wenn er mit der Ex telefoniert, wenn irgendeine Frau ihm schöne Augen macht (auch wenn die vielleicht nur unter Astigmatismus leidet) , wenn er auf einer Party länger als angemessen mit einem  hübschen Mädel spricht.

Dann ist sie da. Und sie geht so schnell nicht wieder weg.

Um sie halbwegs in den Griff zu bekommen, ist es dringend nötig, sich erst einmal darüber klar zu werden, wie sie entsteht.

Eifersucht entspringt dem Gefühl von Unzulänglichkeit, der eigenen Unsicherheit. Sie nährt sich aus der Befürchtung, nicht gut genug für jemanden zu sein, nicht schön genug, nicht reich genug, nicht gescheit genug. Eifersucht tut furchtbar weh, und wenn sie einen einmal in den Krallen hat, ist es sehr schwer, sich wieder von ihr zu befreien.

Eine eifersüchtige Frau wird man nicht von heute auf morgen. Die Gründe für diese schlimmen Gefühle liegen meist in der frühen Kindheit verborgen und haben oft mit einer problematischen Eltern-Kind-Beziehung zu tun. Vielleicht litt man unter einem unnahbaren Vater, vielleicht musste man in der prägenden Phase der Pubertät kränkende Zurückweisungen einstecken. Irgendwas ist geschehen, das uns das Gefühl gegeben hat, nicht gut genug zu sein für irgendjemanden.

Sicher gibt es skrupellose Hallodris unter den Herren der Schöpfung, bei denen ein gesundes Misstrauen gerechtfertigt ist, aber allzu oft entspringt unsere Eifersucht nur der Phantasie und mangelndem Selbstwertgefühl. Die große Mehrzahl der Männer ist anständig, auch wenn man es ihnen nicht so recht glauben mag. Die sind froh, in einen sicheren, adretten Hafen eingelaufen zu sein und möchten auch gerne, dass alles so bleibt wie es ist. Die große Mehrzahl – wohlgemerkt.

Eifersucht hat ja in allererster Linie damit zu tun, dass man sich seiner selbst nicht sicher ist. Eine selbstsichere Person weiß nämlich ganz genau, was sie wert ist. Und dass man sie nicht von heute auf morgen einfach so verlässt. Eine selbstsichere Frau kann sehr wohl zwischen Realität und im Unterbewusstsein verankerten Ängsten unterscheiden. Denn Eifersucht wird zu einem Großteil von Angst gesteuert. Die Eifersucht ist das Fahrzeug, und die Angst sitzt am Steuer – die Angst davor, verlassen zu werden, die Angst davor, nicht gut genug zu sein.

Auch die Frage, wo fängt der Betrug an, ist ein heißes Eisen. Ist ein Kuss schon ein Betrug oder ein Gedanke? Tja, da hätten wir wohl ein Problem, so wie ich die Männer kennen und schätzen gelernt habe. Es soll wohl ernsthaft noch Frauen geben, die von ihrem Mann verlangen, dass er nur an sie denkt. Die ganze Zeit. Ohne Unterlass. Und die es als Betrug auffassen, wenn er sich vorstellt, mit Lady Gaga einen One-Night-Stand zu haben.

Das klappt nicht, meine Damen. Darauf sind die Herren der Schöpfung nicht programmiert. Polygamie gehört bei ihnen zur Serienausstattung – zumindest unbewusst.

In dem Film “ Sodbrennen“ von 1986 sagt der Vater seiner Tochter,  die sich über ihren untreuen Gatten beschwert: „Du willst MonogamieHeirate einen Schwan!

Ganz so krass möchte ich das jetzt nicht stehenlassen. Es gibt tatsächlich eine ganze Menge treuer Männer. Ich lehne mich sogar so weit aus dem Fenster, zu sagen: die meisten sind anständig.

Wissen Sie was? Wenn ein Mann Sie wegen einer anderen verlässt oder betrügt, dann hat er nur eins: Sie gar nicht verdient. Mit nichts. Das sollten Sie sich wirklich immer vor Augen führen.

Es gibt aber tatsächlich Herren, die schaffen es bis ins hohe Alter nicht, sich mit nur einer einzigen Frau zufriedenzugeben.

Ob die Gründe nun Größenwahn, ein winzig kleines Selbstbewusstsein, das ständig bestätigt werden muss oder Sexsucht sind, ob er fremdgeht, weil er zu viele Kohlenhydrate und zu wenig Sex bekommt – das wissen die Götter.

In sehr vielen Fällen allerdings – und damit komme ich wieder auf obigen Inhalt zurück – ist unsere Eifersucht schlichtweg einfach nur ein hässliches graues Gespenst, das sich in unserem Nacken festgeklammert hat, weil es in früher Jugend Eltern, Betreuer, erste Freunde oder gemeine Geschwister dort losgelassen haben und absolut unbegründet.

Ich kann Ihnen nur raten: Erkennen Sie, was Sie sich wert sind. Erkennen Sie, dass Sie eine ganz besondere Frau sind, eine außergewöhnliche Persönlichkeit. Von Ihnen gibt es auf der ganzen Welt nur genau ein einziges Exemplar. Jeder, der Sie betrügt, hat ohnehin einen Dachschaden und weiß nicht, was gut für ihn ist. Finden Sie nicht auch?

Erkennen Sie, dass Sie, ob Über- oder Untergewicht, ob Brille oder Überbiss, ob wenig Haare oder zu viele an den falschen Stellen – als Gesamtpaket durchaus etwas wert sind, dass Sie stolz auf sich sein dürfen. Sie haben es nicht nötig, sich mit anderen Frauen zu messen, denken Sie immer daran. Das hier ist kein Wettbewerb. Es geht um Ihre Seele. Da macht man keine Witze. Oder veranstaltet Wettbewerbe.

Solch extremen Fällen wie meiner Freundin Marianne (es ist übrigens eine wahre Geschichte) empfehle ich einen guten Therapeuten. Aber oft reicht schon die allerbeste Freundin, die einem die Seele wieder zurechtrückt. Manchmal sogar ein Spiegel. Schauen Sie genau hin: Das sind Sie. Ist doch top, oder?

Wir Frauen neigen nämlich dazu, uns anders zu sehen, als wir sind – bis auf meine Freundin Susi mit ihrem Zauberspiegel, der ihr täglich sagt, dass Sie das Tollste seit der Erfindung des Toilettenpapiers ist. Sie leiht ihn mir aber leider nicht. Ich habe selbst leider einen gemeinen Spiegel, der die Pölsterchen hervortreten lässt und aus meinem Hintern eine Landebahn für eine Boeing macht,  obwohl andere zu mir sagen: „Du bist so schlank.“

Mein Spiegel behauptet dann immer: „Die lügen doch alle, du dumme Nuss.“ Ich sag ja, er ist fies.

Sehen Sie sich selbst, wie Sie sind: toll ganz einfach. Und wer was anderes behauptet, der lügt. Oder rufen Sie meine Freundin Susi an. Der ist noch nie ein Mann blöd gekommen, und so was wie Eifersucht kennt die gar nicht. Weil sie das Selbstbewusstsein von Gwyneth Paltrow hat. Und das Aussehen von… vielleicht Roseanne.  Es kommt immer auf den Blickwinkel an, wissen Sie.

Es hängt von Ihnen ab, ob Sie sich plagen. Denken Sie beim nächsten Mal dran, ehe Sie versuchen, ein Haar auf der Jacke zu finden.

Herzlichst,

Ihre Barbara Edelmann

Es ist soweit. Nie hätten Sie gedacht, dass dieser Ernstfall jemals eintreten könnte oder zumindest gehofft, diese Liebe würde ewig halten: Florian (oder wer auch immer) hat sich vor Ihnen aufgebaut, ihnen kalt in die Augen gesehen und gesagt: „Susi, ich find’, wir sollten eine Pause machen. Es gibt da jemand anderen.“ Kann übrigens alles sein, also versteifen Sie sich nicht auf eine weibliche Konkurrentin. Eine meiner Freundinnen erwischte ihren Ehemann mit dem Trauzeugen.

Vielleicht sagt Florian nämlich auch: „Ich bin eigentlich homosexuell / Ich möchte mal zehn Jahre nach Burundi, weil das Wetter dort besser ist“ oder einfach nur: „Susi, du bist langweilig. Deshalb trennen wir uns jetzt. Basta.“

Ein Grund für die Florians, Dieters, Svens (oder wie auch immer sie heißen mögen), und sei er auch noch so an den Haaren hergezerrt, findet sich immer. Und von einem Moment auf den anderen haben Sie Liebeskummer, eines der bösartigsten Gefühle der Welt, wenn es um zwischenmenschliche Beziehungen geht.

Ihre Welt stürzt ein wie in einem Film von Roland Emmerich, alles wird schlagartig grau und kalt. Eine Käseglocke stülpt sich über Sie, die kein einziges positives Gefühl mehr durchlässt. Alles durchtränkt von der Frage „warum???“

Mit einem Schlag fühlen wir uns hässlich, alt, einsam und so verloren wie ein Kleinkind, das von seinen Eltern mitten in der Nacht im Wald ausgesetzt wurde. Ohne Handy. Unser Selbstwertgefühl flattert davon wie ein Heliumballon mit durchtrennter Schnur. Wir sind allein. Verlassen. Verloren.

„Liebeskummer lohnt sich nicht, My Darling, schade um die Tränen in der Nacht“ lautet ein alter Schlagertext, wobei “Tränen in der Nacht“ keine verbindliche Richtlinie sind. Heulen Sie ruhig auch unter Tags, denn keine von uns weiß, wann es sie kalt erwischt. Es könnte auch in der Mittagspause passieren. Oder nach dem Morgensex. Männer sind da unberechenbar.

Den schlimmsten Liebeskummer meines Lebens erlitt ich mit Mitte 20, als ich Schnall auf Fall wegen einer anderen Frau verlassen wurde. Es tat so unendlich weh, dass ich mich heute noch daran erinnere. Meine Art der Problembewältigung ist nicht massentauglich, und darum kann ich sie nicht weiterempfehlen. Allerdings bin ich eine absolute Frohnatur und ein sehr lebenslustiger Mensch und denke noch mit Schaudern an diese Zeit, die ein jammerndes Wrack aus mir gemacht hat.

Erst heulte ich einen halben Tag lang ausgiebig. Dann besorgte ich mir mit verquollenem Gesicht mehrere gute Flaschen Wein, nahm eine Woche Urlaub, setzte mich auf den Fußboden meiner Wohnung und leerte anschließend die Flaschen. Alle. Jeden Tag eine. Zwischendurch schluchzte ich wieder oder hatte Schluckauf, hörte herzzerreißende Musik, schrieb Briefe an meinen ehemaligen Zukünftigen, die ich nie abschickte (wir hatten damals keine SMS, und bis zum Briefkasten wäre ich nicht gekommen…) und badete mehrmals täglich heiß, weil mich das irgendwie beruhigte.

Zum Arbeiten oder auch nur einer Unterhaltung mit anderen Menschen fühlte ich mich außerstande, denn da hätte ich nur gehört: „Wir haben dir das ja gleich gesagt. Der war zu schön für eine Frau“. Wahlweise: „Das Leben geht weiter, Zeit heilt alle Wunden, immer wenn du meinst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her“ und so weiter. Aber das einzige, das diesen grauenhaft gemeinen Schmerz wirklich nachhaltig hätte betäuben könnte, wäre eine Vollnarkose gewesen.

Dabei war ich mir so verdammt sicher gewesen, dass diese Liebe ein Leben lang halten würde. Immerhin hatte er es mir täglich gesagt, über etliche Jahre hinweg.

Jetzt war ich aus der Bahn geworfen wie ein Auto, das in einer Haarnadelkurve ins Schleudern geraten ist. Ich lag – metaphorisch gesehen – auf dem Rücken und konnte mich aus diesem Wrack einer gescheiterten Beziehung nicht befreien. Dafür tat es einfach zu weh. Und es gibt keine Liebeskummer-Feuerwehr. Leider.

Also setzte ich mich auf den Boden und wartete einfach ab, denn es konnte nur besser werden. Und siehe da: Es wurde tatsächlich besser. Nach dieser einen Woche hatte ich mich ausgeheult, ging wieder zur Arbeit und lernte irgendwann sogar wieder jemanden kennen.

Nicht alle Sprüche unserer Mütter entbehren jeglicher Grundlage: „Zeit heilt alle Wunden“ stimmt übrigens tatsächlich. Etliche Jahre später traf ich besagten Mann zufällig in einem Lokal wieder. Er kam an den Tisch, wo ich mit Freunden saß und wünschte mir einen schönen Abend. Ich hatte so restlos mit dieser Geschichte abgeschlossen, dass ich damals verdattert in die Runde fragte: „Wer war denn das?“ Ja. Das ist tatsächlich wahr. Ich hatte ihn nicht einmal wiedererkannt.

Diese Art von Kummer ist weltweit gleich. Es tut immer schrecklich weh. Immer stürzt alles um einen herum ein. Immer fühlt es sich an, als wäre das Ende der Welt eingeläutet worden.

Nein. Ist es nicht. Das versichere ich Ihnen. Auch wenn Sie es jetzt nicht glauben.
Dazu ist der Schmerz einfach zu groß. Gemein ist er außerdem, denn verlassen zu werden zehrt an unserem Selbstwertgefühl. Wir fühlen uns klein, hässlich und nicht liebenswert.

Kein Mann ist das wert. Wirklich gar keiner.

Haben Sie mitbekommen, dass das Bundesamt für Katastrophenschutz letztes Jahr die Bevölkerung ermahnte, sich für wenigstens 2 Wochen mit dem Nötigsten wie zum Beispiel Nahrung, Wasser, Kerzen oder Hygieneartikeln zu bevorraten? Nur für den Fall der Fälle?

Für private Weltuntergänge gibt es keine Vorräte, denken Sie? Schon wieder ein Irrtum. Sie können sich präventiv für den Fall der Fälle wappnen.

Darum legen Sie sich am besten eine Bevorratung für zwischenmenschliche Super-GAUs zurecht. Wenn sie das Notfall-Kit nie brauchen, umso besser.

Sie benötigen:

  • mindestens 3 Packungen Küchenkrepp oder Papiertaschentücher, die Sie abwechselnd vollheulen oder vollschnäuzen können. Man findet ja nie ein Taschentuch, wenn man eines braucht. Zur Not tut es auch eine Windel. Ich hab schon in alles mögliche geheult. Muss ja keiner sehen.
  • Alkohol in einer Ihnen zumutbaren Preisklasse. Ich persönlich habe lange Jahre eine Flasche Champagner gehortet für den Fall der Fälle, denn wenn Sie jemanden loswerden, der Sie nicht zu schätzen weiß, ist das meiner Meinung nach ein Fall zum Feiern. Da könnte ja jeder kommen. Wenn Sie aus medizinischen Gründen nicht trinken dürfen, ist jetzt allerdings kein Zeitpunkt, damit anzufangen. Da bleibt Ihnen vermutlich nur Beruhigungs-Tee. Tut mir leid.
  • die Telefonnummer einer wirklich guten Freundin, die Ihnen im Notfall Gesellschaft leistet, telefonisch oder persönlich. Denken Sie daran, diese Telefonnummer regelmäßig auf den neuesten Stand zu bringen, falls die beste Freundin wechselt. Soll vorkommen.

Nun aber von vorn: Sie sind also sitzengelassen worden. Dann hoffe ich erst mal, dass Sie wirklich sitzen. Sie sollten jetzt nicht Auto fahren. Auf gar keinen Fall. Weil Sie unkonzentriert sind und man nicht wirklich gut sieht, wenn einem die Wimperntusche in die Augen läuft.
Und niemand will, dass Sie ausprobieren, ob der Seitenaufprallschutz Ihres neuen Kleinwagens den vollmundigen Beschreibungen im Prospekt entspricht, wenn Sie sich auf das Gleis zwischen Hintertupfing und Weißnichtwohin stellen und dort auf den ICE warten. Wir würden Sie vermissen. Also fahren Sie bitte nicht. Es gibt keinen Grund für solche Dummheiten. Gar keinen. Und obwohl Sie es im Moment nicht hören wollen: In einem Jahr lachen Sie drüber. In einem Jahr sind Sie längst wieder glücklich.

Nehmen Sie Ihr Telefon. Benützen Sie es genau ein einziges Mal, um Ihre beste Freundin oder einen anderen Notfallkontakt anzurufen. Sollten Sie keine beste Freundin haben, rufen Sie Ihre Mutter, Ihre Tante oder Ihre Nachbarin an. Irgendjemand muss Ihnen jetzt zuhören. Zur Not tut es auch die Telefonseelsorge. Die können das gut.

Wenn alle Stricke reißen, niemand Zeit hat, und Sie ein paar Euro übrig haben, konsultieren Sie eine der wie Pilze aus dem Boden schießenden Lebensberatungs-Hotlines und lassen Sie sich dort von einem der Berater herrliche Zeiten vorhersagen. Das tun die so gut wie immer. Es könnte funktionieren, wenn Sie nur feste dran glauben. Und Sie brauchen jetzt jede Hilfe, die Sie bekommen können.

Der Anruf ist getätigt? Dann deponieren Sie Ihr Festnetz-Telefon und auch Ihr Handy an einem sicheren Platz. Und mit „sicher“ meine ich: auf gar keinen Fall in Ihrer Nähe.

Florian wird nicht anrufen. Auch wenn Sie sich einreden, dass in den nächsten 5 Minuten das Telefon klingelt, weil er es nicht ohne Sie aushält.
Der hält es aus. Sonst wäre er nicht weg. Sehen Sie der Wahrheit ins blutunterlaufene Auge. Und starren Sie nicht auf Ihren Whats-App-Chat. Es wird nichts kommen. Florian ist beschäftigt. Ja, ich weiß: Das tut auch weh. Versuchen Sie, nicht dran zu denken. Bitte.

Also lassen Sie das Telefon zu Ihrem eigenen Schutz verschwinden. Geben Sie es Ihrer Nachbarin mit der Bitte um Aufbewahrung. Werfen Sie den Akku ins Klo. Nehmen Sie die SIM-Karte heraus. Hauen Sie mit dem Hammer drauf. Warum soll sich das Telefon besser fühlen als Ihr geschundenes Herz?

Niemandem ist gedient, wenn Sie Florian jetzt 397 SMS mit Texten wie „Warum nur????“ (heulender Smiley), „Komm zu mir zurüüüüüück bitte ich tu allääääss!“(10 heulende Smileys) oder noch schlimmer „Du dreckiger …. ich komm vorbei und … und dann ….. und du bist überhaupt ein …. ich mach dich ……“ zuschütten (Zutreffendes einsetzen, ich darf das hier nicht schreiben).

Alles davon ist kontraproduktiv. Florian kommt nicht wieder. So schnell nicht. Vielleicht in 3 Monaten oder einem halben Jahr. Ich habe sogar schon einen Fall erlebt, wo einer nach 50 Jahren wieder zurückkam und dann bis an sein Lebensende mit der Frau zusammenblieb, die er in den 60er-Jahren verlassen hatte. So lange wollen Sie doch wohl nicht vor dem Telefon sitzen bleiben?

Alles, was Sie jetzt schreiben oder stammeln, kann nur verkehrt sein. Weil Sie sich nämlich vor Florian oder Günter oder wie auch immer er heißen mag klein und zum Affen machen. Und bis auf ein paar Psychopathen oder Sadisten mag niemand heulende, gekrümmte wimmernde demütige Frauen, die ihre Seele verkaufen würden, nur damit sie wieder von dem Mann beachtet werden, der sie gerade wie einen Fußabtreter behandelt hat.

Tun Sie das bitte auf gar keinen Fall.

Wenn Sie wollen, dass Florian unbedingt zurückkommt, ist es ohnehin schlauer, ihm das Gefühl zu vermitteln, dass er sie mit seiner blödsinnigen Aktion endgültig verloren hat.

Das Handy liegt also sicher im Tresor der nächsten Sparkasse oder bei der Nachbarin, die Sie ohnehin nicht leiden kann? Prima. Dann kommen Sie auch nicht in Versuchung, tränenblind alle Fotos vom letzten Urlaub in Griechenland oder vom Sex auf dem Badewannenrand anzugucken und noch mehr zu heulen. War doch die ganze Zeit so schön mit Flori. Wieso haben Sie das nur nicht gemerkt? Wieso ist Ihnen kein einziges Zeichen aufgefallen?

Diese Frage ist überflüssig. Heute, am Notfalltag, ohnehin. Sie werden darauf keine Antwort bekommen. Vielleicht gab es Zeichen. Vielleicht auch nicht. Fakt ist: Der Mann ist weg. Das müssen Sie erst mal verinnerlichen, und wenn es noch so weh tut.

Sie sind hoffentlich – wenn Sie meinem Rat gefolgt sind – nicht allein. Irgendjemand sitzt bei Ihnen und hört Ihnen hoffentlich zu. Und wenn es die Telefonseelsorge oder die Astrologie-Hotline ist. Egal.

Reden Sie. Reden Sie sich alles von der Seele.

Schimpfen Sie auf den gemeinen Kerl, der Sie gar nicht verdient hat. Der wird schon noch merken, wie es ohne Sie ist. Die Augen werden dem aufgehen. Seien Sie wütend. Regen Sie sich auf. Ja. Ich rate Ihnen ernsthaft dazu, wütend zu sein. Weil in der Wut wesentlich mehr Energie steckt als in der Trauer, obwohl dieser edle Rat kontinuierlich in Lebenshilfe-Artikeln auftaucht. „Geben Sie Ihrer Trauer Raum.“

Dürfen Sie. Aber nicht jetzt und hier. Heute tut alles einfach nur weh. Ihre Seele fühlt sich, als wäre sie mit Mike Tyson im Ring gestanden. Trauern können Sie morgen auch.

In amerikanischen Filmen schnappen sich die Frauen zu solchen Gelegenheiten einen riesigen Becher Eis und löffeln ihn leer, während sie weinen. Ich weiß wirklich nicht, warum irgendjemand glaubt, dass ein Becher Eis gegen Liebeskummer hilft. Da habe ich mit Apfelwein bessere Erfahrungen gemacht. Aber jeder wie er möchte.

Allerdings sollten Sie, während Sie die zweite Kilopackung Schokoeis öffnen, vielleicht vorsichtig darüber nachdenken, ob Sie zu Ihrem üblen Herzensleid jetzt auch noch ab morgen eine Diät verkraften können. Andererseits haben Sie soeben mindestens 70 überflüssige Kilos verloren. Na dann…

Schmieden Sie Rachepläne. Ja. Sie lesen schon richtig. Aber wichtig: Sie dürfen nur drüber nachdenken, Sie dürfen sie auf gar keinen Fall in die Tat umsetzen. Stellen Sie sich ruhig vor, was Sie mit Florian alles tun würden, bekämen Sie ihn in die Finger. Knipsen Sie ihm die Fingernägel in Gedanken ab. Rasieren Sie ihm eine Glatze, während er schläft. Verpassen Sie seinem Auto eine neue Gravur mit dem Schlüsselbund oder eine Lackierung, vielleicht violette Pünktchen, damit er mal Grund zur Freude hat, wenn er seinen geleasten Boliden morgens vor der Haustür stehen sieht. Sie dürfen sich alles vorstellen, was Sie möchten, denken Sie daran: vorstellen, sonst nichts. Toben Sie sich ruhig aus in Gedanken.

Heute ist alles erlaubt. Weil Sie sich in einem Ausnahmezustand befinden. Wenn Sie Lust haben, sich 14 Paar Pumps zu kaufen, Ihre Kreditkarte funktioniert und ein Schuhladen geöffnet hat, legen Sie los. Auch wenn Sie keinen dieser Schuhe jemals tragen. Lassen Sie es krachen. Kaufen Sie endlich diesen Glitzer-Bikini, der nur aus 32 Perlonfäden mit Strass-Steinen besteht. Sie haben ihn sich verdient. Und irgendwer wird Sie drin bewundern. Nicht heute, aber irgendwann.

Wenn Sie Lust haben, sich sinnlos zu betrinken, bitteschön. So eine gute Ausrede für ein anständiges Besäufnis finden Sie so schnell nicht wieder. Wichtig: Sie dürfen sich nur volllaufen lassen, wenn Sie Ihr Telefon wirklich außer Reichweite gebracht haben, denn ab 1,5 Promille wird man weinerlich und glaubt, man könnte mit ein paar rührseligen Worten eine Versöhnung erzwingen.

Nein. Können Sie nicht.

Jetzt ist die beste Gelegenheit, sich von ein paar belastenden Dingen zu trennen. Sollte Florian zerknitterte Boxershorts und eine zerknautschte Zahnbürste in Ihrem Schrank deponiert haben, stopfen Sie das Zeug in eine Plastiktüte und stellen Sie diese vor die Tür. Geben Sie der Tüte einen kräftigen Tritt oder zwei.

Sie brauchen die Unterhosen jetzt nicht mit tränenverschleierten Augen durch die Finger gleiten lassen. Da war nix drin, das Sie vermissen sollten, denn Männer sind ein nachwachsender Rohstoff. Jeden Tag fällt einem ein Typ vor die Füße, der vielleicht das Zeug dafür hätte, der Kerl fürs ganze Leben zu werden, oder? Sie können das nur heute nicht sehen, weil es Ihnen schlecht geht.

Und dann – wenn Sie Ihre zwei Kilo Eis und eine Flasche Moet Chandon konsumiert haben, wenn Sie genügend geschimpft haben und Florian in Ihrer Phantasie kein einziges Haar mehr auf dem Kopf oder einen Fingernagel an der Hand hat: Gehen Sie schlafen. Morgen ist ein neuer Tag. Das ist übrigens der letzte Satz in „Vom Winde verweht“, dem unvergesslichen Bestseller von Margret Mitchell (die für dieses Buch immerhin schlappe 10 Jahre gebraucht hat). Morgen ist ein neuer Tag.

Das müssen Sie mir glauben. Ich bin ein Liebes-Kummer-Veteran. Und ich habe alle überlebt.

Variieren Sie ein wenig. Probieren Sie es aus, was Ihnen gut tut. Aber sorgen Sie dafür, dass Sie nicht ganz allein zusammengekauert über einem Stapel Fotos oder einem tränenverschmierten Handy-Display sitzen und sich grämen. Seien Sie wütend. Denken Sie dran: Sie haben nicht verdient, dass man Ihnen so weh tut. Und es passiert tausenden Frauen auf der ganzen Welt just in diesem Moment genau so. Sie sind nicht allein. Auch wenn es sich so anfühlt.

Und jetzt gehen Sie los, Champagner besorgen. Ich drücke Ihnen die Daumen, dass die Flasche bis an Ihr Lebensende geschlossen bleibt.

Ihre Barbara Edelmann

Skandalfrei, bodenständig und authentisch: das ist Bianca Graf, die Musikerin, die auch als „Gräfin des deutschen Pop-Schlagers“ bekannt ist. Doch sind es nicht nur die schnellen Rhythmen, denen sich die Sängerin widmet – verträumte Balladen hat die sympathische Künstlerin ebenso im Programm.

Ihre Lieder präsentiert die Bitterfelderin sowohl in TV-Sendungen als auch in eigens konzipierten Shows. Mit ihrem aktuellen Hit „Wärst Du die Sonne“ hat Bianca Graf gerade in Holland den Platz 1 gestürmt. Trotz des Erfolges ist die quirlige Frau, die demnächst auch eine Show für Howard Carpendale moderiert, immer heimatverbunden geblieben. Ihrem Lebensmittelpunkt – Bitterfeld-Wolfen – hat sie sogar einen eigenen Song gewidmet.

Wir haben mit der erfolgreichen Künstlerin gesprochen

FB: Frau Graf, Ihr neues Album „Wunderland“ ist bei einem der größten Plattenlabel Deutschlands erschienen. Das wievielte Album ist das und was erwartet die Fans (oder die, die es noch werden wollen)?

Es ist das 8. Album. Es erwarten den Hörer anspruchsvolle, tanzbare  Pop-Schlager, aber auch Balladen mit tiefgründigen Texten, zum Teil von mir selber. Alles ist authentisch und beschreibt auch zum Teil mein Leben, aber auch Geschichten, mit denen sich viele Menschen identifizieren können.

Die erste Single-Auskopplung daraus „Wärst Du die Sonne“ bewegt sich gerade in den Deutschen Charts und ist diese Woche in Holland auf Platz 1 gestürmt.

FB: Sie sind sehr vielseitig. Sie singen, konzipieren eigene Shows, moderieren auch und sind dadurch unheimlich viel unterwegs. Wer unterstützt Sie hierbei, sowohl privat als auch beruflich?

Natürlich habe ich eine ganzes Team um mich herum, aber immer dabei ist mein Mann und Manager Edgar Plepp, der mir immer mit Rat und Tat, mit neuen Ideen, usw. zur Seite steht und natürlich mein kleiner Silberpudel Axel, der uns beiden sehr viel Freude bereitet. Mit meinen Produzenten Felice Pedulla’ und Christoph Seipel verbindet uns seit 8 Jahren eine enge Zusammenarbeit. Sie sorgen immer wieder für moderne anspruchsvolle Songs und alle zusammen bilden wir, einschließlich meiner Plattenfirma Solis Music, ein kreatives Team.

FB: Sie stammen aus einer Gegend, die vor Jahrzehnten noch als die dreckigste Europas galt – Bitterfeld-Wolfen. Mittlerweile sind dort aus Tagebaulandschaften Seen entstanden, die tagtäglich Erholungssuchende anziehen. Dennoch hallt hier und da der schlechte Ruf, den die Gegend so lange hatte, nach. Sie aber halten dagegen – vor allem musikalisch. Erzählen Sie doch mal darüber!

Mit meinem ganzen Schaffen versuche ich immer auch Werbung für meine Region, meine Heimat zu machen. Ich habe zum Beispiel auch nie meinen Heimatort Wolfen verheimlicht, sondern bin auch irgendwie stolz, hier zu leben. Es gibt mir immer wieder Bodenständigkeit, wenn ich die Menschen um mich herum sehe. Viele Benefiz-Konzerte habe ich auch hier bereits ins Leben gerufen, z.B. für  die Deutsche Herzstiftung, für die Aktion Sorgenkind des ZDF, für die Flutkatastrophe in unserer Region. Der UNICEF habe ich das Lied „Hier sind Deine Freunde“ geschenkt, um nur einige zu nennen. In diesem Jahr durfte ich an der traditionellen Aids-Gala in der Lutherstadt Wittenberg teilnehmen, die unter der Schirmherrschaft von Rita Süßmuth steht und schon viele Jahre von den Chefs des Klack-Theaters organisiert wird.

Die Menschen kommen immer gern zu meinen eher seltenen Konzerten hier in meinem Heimatort. So freue ich mich schon jetzt auf den 23. Juni 2018, wo ich seit langer Zeit einmal wieder das Bitterfelder Hafenfest musikalisch eröffnen darf und natürlich mein aktuelles Album „WUNDERLAND“ präsentieren werde. Und natürlich steht auch das für meine Heimatstadt eigens geschriebene Lied „Seh’n wir uns nicht in dieser Welt, dann seh’n wir uns in Bitterfeld (Video auf YouTube) auf meiner Titel-Liste.

FB: In Ihren Songs geht es oftmals um Gefühle, um die Beziehung zwischen Mann und Frau. Sie selbst leben schon 30 Jahre mit Ihrem Mann zusammen, Skandale und Stoff für billigen Klatsch sucht man bei Ihnen vergebens. Was ist Ihr persönliches Erfolgsrezept in Sachen Partnerschaft?  

So soll es auch bleiben! Ich konzentriere mich lieber auf meine Musik!

Als erstes möchte ich die Liebe nennen, die uns immer noch verbindet, auch der gleiche Beruf ist in meinen Augen ein wichtiger Baustein. Ich finde es ganz hervorragend, wenn man sich über  musikalische Sichtweisen gemeinsam austauschen kann. Man hat das gleiche Fachwissen. Aber auch über Politik, Wirtschaft, Gesundheit, usw. wird geredet und diskutiert. Beiderseitige Kompromissbereitschaft ist ganz wichtig, denn nicht immer sind wir einer Meinung. Dann halte ich die gegenseitige Achtung für ganz wichtig, den Respekt gegenüber dem Partner. Für die Liebe muss man natürlich auch immer etwas tun, sich nicht gehen lassen und gemeinsame Ziele haben, sich gegenseitig überraschen und den Humor nicht verlieren, jeden Tag genießen.

Ich finde es z.B. schrecklich, wenn ältere Menschen sich kaum noch unterhalten und wenn, dann nur noch über Krankheiten. Sicher werden wir alle nicht jünger, aber dennoch sollte man immer optimistisch nach vorn blicken. Das Leben hält so viele positive Überraschungen bereit und wenn es manchmal nur die kleinen Dinge sind. Besonders die sollte man erkennen und sich daran erfreuen !

FB: Als eine Musikerin mit DDR-Biographie haben Sie die Künstlerszene auch zu Zeiten der Teilung Deutschlands erlebt. Wie war es damals, Musik zu machen und welche Voraussetzungen musste man mitbringen, um überhaupt als Künstler vom damaligen Staat anerkannt zu werden?

In der DDR gab es eine Amateur- und eine Profi-Szene. Ich habe beides kennen gelernt. Als Profi musste man ein Musik-Studium nachweisen. Mein Mann und ich hatten dies absolviert. Es entstand die Formation „BIANCA & INTENSION“. Wir waren viel in den „Sozialistischen Bruderstaaten“, Russland, damals noch UdSSR, Tschechei, Polen , Ungarn auf Tournee, natürlich auch in der DDR mit unserem Show-Programm „Musik Party“.  Meine Solo-Karriere habe ich erst kurz vor der Wende gestartet. Mein erster DDR-Hit „Träume habe Flügel“ kam 1988. Mit meinen damaligen Produzenten sollten wir bei „AMIGA“ eine LP heraus bringen. Wir brauchten dafür 12 Titel und haben wie die Blöden fast Tag und Nacht gearbeitet. Aufgenommen wurden die Songs damals im einzigen Pop-Studio der DDR in Berlin. Das war ein großes Privileg. Aber dann kam uns die Wende dazwischen und ich musste bei Punkt 0 beginnen! Mit viel Engagement und Glück gelang mir dies auch. Heute habe ich 8 Alben, ca. 85 Singles und Songs auf über 300 Samplern europaweit !

FB: Zu DDR-Zeiten hatten Sie zu vielen anderen bekannten Künstlern Kontakt, haben später auch mit dem kürzlich verstorbenen Michael Barakowski, – einst Frontmann der Gruppe „Perl“ – ein Duett gesungen („Zwei Träumer auf der Flucht“). Bestehen Ihrerseits noch Verbindungen zu Künstlern von damals – tauscht man sich untereinander aus?

Leider ist man heutzutage fast immer allein auf der Bühne und absolviert sein Konzert. Der „Austausch“ hat sich in einen harten Konkurrenzkampf oder Existenzkampf gewandelt, da nur noch ganz bestimmte, wenige Künstler – unterstützt von großen Major Companys  das „Spitzenfeld“ anführen – egal ob sie gut oder schlecht sind. Hinzu kommt, dass nur noch ganz wenige Sender deutsche Schlager- und Pop-Musik spielen . Aber so lange ich noch in diesem „Haifischbecken“ herumschwimmen kann, will ich mich nicht beklagen. Es wäre nur schön, wenn die Sender mehr auf das Publikum bzw. die Hörer und Zuschauer eingehen würden, denn die erkennen schon den richtigen Trend, auch was gute oder schlechte Musik ist, selbst wenn es mehr im Unterbewusstsein ist. Ich merke dies immer in meinen Live-Shows.

Und ehemalige „DDR-Kollegen“ treffe ich eher selten, da meine Karriere als Künstlerin ja erst begann, als es die DDR schon nicht mehr gab.

FB: Was machen Sie gerne, wenn Sie Zeit für sich haben?

Ich lese gern mal ein gutes Buch und das am liebsten in meinem Garten.

FB: Wie halten Sie sich fit?

Ich mache jeden Tag Sport und zwar hier vor Ort – bei mir daheim. Das ist unheimlich wichtig, nicht zuletzt, da ich für die Bühne fit sein muss.

FB: Ihr Terminkalender für die nächsten Monate ist bereits wieder prall gefüllt. Was liegt an und wo kann man Sie live sehen?   

Am 24. Mai 2018 in Berlin bei der „Berliner Schlagerstunde“, am 27. Mai 2018 in Hamburg (Hafenkonzert) und auch am 09. Juni 2018 bei „Sonnenklar TV“ in einer Live-Show. Weiterhin auch am 10. Juni 2018, zum Schlossfest in Merseburg und am 23. Juni 201806. zum Hafenfest in Bitterfeld sowie am 29. Juni 2018, 19.00 Uhr beim Inselfest in Frauenhain und am 30. Juni 2018 in Saarbrücken bei Radio Schlagerparadies. So geht das den ganzen Sommer über bis zum 1. September 2018, da habe ich eine große Show mit Howard Carpendale zu moderieren und natürlich werde ich auch singen…in Bad Elster.

Dann gibt es im Oktober 2018 eine Kreuzfahrt nach Südamerika, wo ich als Stargast arbeiten werde.

Und die Vorbereitungen für meine Weihnachts-Tournee „Weihnachten mit Dir“ laufen bereits auf Hochtouren.

Wer die Künstlerin auf ihrer Homepage besuchen möchte, kann das hier tun, das aktuelle Album von Bianca Graf ist hier erhältlich.

Bildnachweis: Gamze Ay

Ein Gastbeitrag von Anke. Der Partner alleine im Urlaub, mit Kumpels unterwegs oder ständig bei interessanten Evens – es gibt Situationen, da packt selbst gestandene Powerfrauen, die über eifersüchtiges Getue sonst nur lächeln können, dieses miese Gefühl.

Oft reicht – der modernen Technik sei „Dank“ – nur ein missverständlicher Whatsapp-Verkehr oder eine andere Nichtigkeit, die das Kopfkino von Frauen gehörig anleiern können.

Läuft sich dieser Film einmal heiß, ist die Situation oft kaum mehr zu retten und es folgt eine hässliche Eifersuchts-Litanei.

Oft bemerken es Frauen, die eher spontan, aus einer bestimmten Situation heraus, eine Eifersuchtssalve abfeuern, in dem Moment selbst und wissen eigentlich tief in ihrem Inneren, dass sie jetzt – SOFORT – aufhören und den Rückzieher machen sollten.

Meist tut man (FRAU) das aber nicht und das Drama nimmt seinen Gang. Der Empfänger der Vorwürfe weiß meistens überhaupt nicht, wie ihm geschieht und sieht sich von jetzt auf gleich einer wilden Eifersuchtsszene ausgesetzt. Dabei war doch vor einer halben Stunde noch alles in Ordnung!

Tja – kennen Sie das? Ich ja. Hatte ich doch selbst schon solche Momente, so erst kürzlich wieder. Obwohl mir sonst die Trips meines Partners mit seinen Kumpels herzlich egal sind und ich da noch nie was dagegen hatte, habe ich dieser Tage in so einer Situation die Nerven verloren. Er war weit weg – in der Sonne, mit Kumpels. Soweit – so normal, das macht er öfter.

Und bei solchen Gelegenheiten sind wir auch immer in Kontakt, schreiben uns, schicken uns Sprachnachrichten, telefonieren.

So war es auch diesmal wieder. Nur wurde ich in hier in einer bestimmten Situation an eine alte Untreue-Erfahrung eines Expartners erinnert und – drehte frei.

Ich hatte ihm, innerhalb unseres fließenden Whatsapp-Verkehrs eine Nachricht mit einem Foto geschickt. Nichts weltbewegendes, es war ein Bild aus meinem Garten.

Da mein Freund stets rasch auf solche Nachrichten antwortete, rechnete ich auch hier mit einem zügigen Feedback.

Es kam aber nichts. Keine Antwort.

Entgegen meinem sonstigen Verhalten ging ich immer wieder in den Whatsapp-Chat und schaute nach, ob er online war. Der Online-Status wurde mal angezeigt – und mal nicht. So ging das fast 1 ½ Stunden lang. Ich wurde fast wahnsinnig – warum weiß ich auch nicht so recht.

Tausend Fragen jagten durch meinen Kopf – die oben erwähnte, alte Fremdgeh-Erfahrung tauchte in meinem Inneren auf, als sei es gestern gewesen.

Natürlich vermutete ich in dem Moment alles Mögliche – dass aber mein Partner ganz entspannt mit Freunden einfach nur beisammen saß und das Handy in der Ladestation hatte, darauf kam ich nicht. Oder wollte es vielleicht auch nicht.

Mein gesamtes ICH hatte sich bereits auf eine anrollende Eifersuchts-Lawine eingestellt, sie kam und ich konnte nichts mehr machen, war wie ferngesteuert.

Und meine Reaktion denn auch absolut kindisch und kleinmädchenhaft. „Warum antwortest Du nicht?“, „Wer weiß, mit wem Du permanent schreibst!“ und so weiter und so fort ging es rund, in einer gepfefferten Sprachnachricht, die ich ihm schickte.

Natürlich war daraufhin auch seinerseits die Hölle los – ist doch klar. Er – der ganz normal mit anderen Leuten ganz harmlos zusammen saß – wurde auf einmal, aus dem Nichts, von mir zusammengestaucht. Na toll!

Das Ganze schaukelte sich soweit hoch, dass er mich wutentbrannt anrief und fragte, was das denn sollte? Er erklärte mir, dass das Telefon im Restaurant am Ladegerät hing und er mit den anderen auf dem Freisitz saß und plauderte.

Offenbar ist das ständige online- und nicht-online-sein einfach eine technische Einstellung bei Whatsapp, die so auch angezeigt wird, wenn das Handy geladen wird. Ich glaubte ihm sofort und natürlich war mir bewusst, wie bescheuert und verletzend mein kindisches Verhalten war!

Tatsächlich ärgerte ich mich ja schon über mich selbst, als ich die dümmliche Sprachnachricht gerade abgesetzt hatte, wie schon erwähnt…

Wir redeten uns ob der Situation beide am Telefon in Rage und ein Wort ergab das andere.

Ich war fassungslos über diesen sinnlosen Streit, aber mehr noch über mich, die diesen ja – ohne Not – heraufbeschworen hatte. Um uns zu beruhigen, beendeten wir das Gespräch erst einmal und ließen eine halbe Stunde verstreichen.

Ich ärgerte mich maßlos über mich und schickte ihm ein großes Sorry über Whatsapp. Er schien seinerseits zwischenzeitlich auch beruhigt und nach ein, zwei Stunden war die „alte“ Stimmung wiederhergestellt – zum Glück! Wir tauschten dahingehend noch ein paar Nachrichten aus und keiner trug dem anderen etwas nach.

Das hätte allerdings auch tüchtig ins Auge gehen können, nicht jeder ist so – wie mein Freund – hart im Nehmen. Zumal es nicht die erste Eifersuchtsattacke war, die ich ritt. Innerhalb unserer Beziehung ist das vielleicht zweimal vorgekommen (wir sind ein bisschen über ein Jahr zusammen…). Der Anlass war immer derselbe: ich wurde in einer bestimmten Situationen einfach an alte Wunden erinnert – emotional.

Dennoch: diesmal schwor ich mir, dass es eine Wiederholung einer solchen Eifersuchtsattacke meinerseits nicht geben wird!

Denn: hätte ich vorher noch mal Luft geholt und ein wenig Geduld gehabt, bis seine Antwort eingetroffen wäre, hätte man sich diesen überflüssigen Streit erspart.

Dass dieser mir bis in den Abend nachhing und zudem extrem auf Magen und Darm geschlagen hatte, muss ich wohl nicht extra erwähnen! Deshalb ein Ratschlag, den ich nicht nur mir selbst gebe, sondern der wahrscheinlich für jede Frau, die ähnlich tickt wie ich, gut ist:

tief, tief Luft holen, wenn das Kopfkino die Kontrolle über einen übernehmen will!

Denn – wir wissen es doch: die allermeisten Eifersuchtsszenen sind absolut unbegründet, so wie auch in meinem geschilderten Fall. Sie müssen absolut nicht sein und sind auch definitiv zu verhindern.

Einfach nur schön und ruhig atmen, sich kurz ablenken, die aufwallende, innerliche Emotion runterfahren. Ich weiß, das ist nicht (immer) leicht, aber doch machbar.

Finde ich zumindest. Ich werde mich selbst dranhalten. Weil ich erwachsen und nicht am Ende meiner Beziehung wegen einer Nichtigkeit interessiert bin!

In diesem Sinne: ohhhmmmmm!

PS: Wer über die wissenschaftliche Seite dieses negativen Gefühls etwas erfahren möchte, schaut hier.

Bildnachweis: pexels.com

 

Oktober, November, Dezember, Januar und Februar – gemeinhin gelten diese Monate als eine Saison, die vor allem Singles zu schaffen macht.

Ist doch um einen herum alles nasskalt, trüb und öde und kein Partner an der Seite, mit dem man kuschelige Abende vor dem Fernseher oder gemütliche Samstage im Bett verbringen kann.

Die dunkle Jahreszeit gilt gemeinhin als eine „Depri-Zeit“, die Leuten, die darunter leiden, keinen Partner zu haben, extrem zu schaffen macht.

Diese Meinung ist gesellschaftlich weit verbreitet und wird auch medial befeuert. Insofern wundert es nicht, wenn ab den ersten Sonnenstrahlen im Frühling der Tenor euphorisch wird und das Dating in der warmen Jahreszeit als verheißungsvoll und erfolgreich gepriesen wird.

Dass sich natürlich auch bei schönem Wetter ein Flop nach dem anderen beim Dating – online oder real – einstellen kann, wissen unfreiwillige Singles schon lange.

Und sie kennen den Gemütszustand nur zu gut, der sie ereilt, sobald man der vielen Paare, die bei angenehmen Temperaturen die Mehrzahl im öffentlichen Raum zu stellen scheinen, angesichtig wird.

Insofern wird es Zeit, dass mit dem Mythos aufgeräumt wird, dass der Frühling die Zeit des erfolgreichen Datings ist. Dem ist leider ganz und gar nicht so – es gibt keinen Unterschied zu Dates im November oder im März oder Mai. Dementsprechend miesen fühlen sich nicht wenige Singles in den frühlingshaften Monaten oder im Sommer. Im Magazin männliche-untreue.de, das sich sehr viel mit dem Thema Dating befasst, ist dazu ein interessanter Artikel erschienen, lesen Sie mal – Sie finden ihn hier.

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„Zwei beste Freunde hätten lediglich erkannt, dass es Zeit sei, sich mehr Raum zu nehmen und dem anderen zu helfen, ein erfülltes Leben zu haben“

Klingt eher nach einer verschwurbelten Liebeserklärung als nach einem Trennungsstatement.

Zitiert ist das Ganze von den Schauspielern Channing Tatum und Jenna Dewan. Der amerikanische „Das-Leuchten-der-Stille“-Schauspieler und die schauspielernde Tänzerin, ebenfalls Amerikanerin, gaben mit diesem Statement, das im Original auf Twitter noch umfangreicher ausfiel, ihre Trennung bekannt.

Die beiden sind allerdings nicht die einzigen, deren romantische Trennungsverlautbarung eher wie ein Liebesbeweis gegenüber dem anderen klingt.

Auch bei Usher, der sich Anfang März 2018 von seiner Frau Grace Miguel trennte, liest sich das Statement zum Liebes-Aus ähnlich.

Auf ok-magazine.de ist von den beiden Getrennten unter anderem folgendes zu lesen:

„Die enorme Menge an Liebe und Respekt, die wir füreinander haben, wird nur noch mehr werden, während wir vorwärtsgehen.“

Das hört sich doch eher nach einem waschechten Heiratsantrag an! Aber auch hier – aus und vorbei!

Ähnlich romantisch klingt die Trennungserklärung von Alicia Silverstone (im Bild) und ihrem Exmann Christopher Jarecki, die sich ebenfalls auf dem Portal von ok-magazine.de nachlesen lässt, Zitat:

„Sie lieben und respektieren einander immer noch sehr (…)“.

Aha.

Dieses „sie lieben einander immer noch sehr“ ist fast schon ein (Hollywood)Klassiker. Das Statement wird in der Welt der Promis fast schon inflationär benutzt.

Aber gut – Menschen, die vor Kameras und auf Bühnen stehen und vor einem Millionenpublikum performen, werden wohl kaum das Otto-Normalo-Vokabular nutzen. Zudem lassen diese VIP`s ihre Kommentare zur Trennung oftmals auch über einen Sprecher ausrichten, da ist es nur logisch, dass an einem solchen Statement wahrscheinlich professionelle Redenschreiber herumgefeilt haben.

Tja – romantisch bis zum Schluss eben, auch wenn`s nur Fassade sein dürfte!

Wie ehrlich und auf den Kopf genau trifft es da doch die Standard-Aussagen von „Lieschen Müller“ von nebenan, wenn sie der besten Freundin berichtet, warum es aus ist mit dem einstigen Mr. Right: „Du – der war nichts für mich!“

Mehr aus dem Promi-Kosmos finden Sie hier

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Fotograf: Byron Purvis

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