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Liebeskummer-Beratung

Liebeskummer – schlägt er zu, hebt sich die Welt aus den Angeln und man ist von jetzt auf gleich kaum mehr handlungsfähig. Die Standleitung zur besten Freundin – ja, das bekommt man noch hin und diese Menschen sind meist auch die ersten Retter in der seelischen Not. Doch es ist für nahestehende Menschen bei Liebeskummer kaum möglich, professionell zu agieren. Zumal die oder der Leidende im Herzschmerz stets dieselben Themen zur Sprache bringt. Eine Endlosschleife, die oft auch mit einem belastenden Kopfkino bei den Betroffenen einhergeht. Freunde oder Familienmitglieder kommen hier schnell an ihre Grenzen. Vor allem, wenn sich der Herzschmerz hartnäckig festsetzt.

Spätestens hier sehen viele Betroffene ein, dass fachkundige Unterstützung von Experten hilfreich sein kann und wenden sich an einen Liebeskummer-Coach. Mittlerweile gibt es von diesen professionellen Helfern in der emotionalen Not eine ganze Menge und das bundesweit. Kurzfristig erreichbar und für den Klienten da, gehen diese Berater den Kummer mit ihrem Know-How an und sorgen dafür, dass die Lebensfreude zurückkehrt. Dabei kommen bei den Liebeskummer-Coaches verschiedene Methoden zum Einsatz. Wie die aussehen können und welche Herangehensweisen helfen, den fiesen Herzschmerz loszuwerden, schildern nachfolgend fünf Liebeskummer-Beraterinnen bei uns. Die porträtierten Coaches kommen aus den unterschiedlichsten Regionen Deutschlands und haben uns Auskunft über ihre Arbeit gegeben. An Herzschmerz Leidende können somit sichergehen, dass adäquate Hilfe zumeist ganz in der Nähe zu finden ist. Lesen Sie selbst:

„Wut bei Liebeskummer als Energiequelle nutzen“

Die Methode der systemischen Familientherapie steht bei Bianca Bontempo im Mittelpunkt. Die amtsärztlich geprüfte Heilpraktikerin für Psychotherapie, DGSF (Deutsche Gesellschaft für Familientherapie) zertifizierte systemische (Familien)Therapeutin und Life-Coach arbeitet mit Klienten in Berlin. Ihren Focus legt sie bei akuten Krisen der von Liebeskummer Betroffenen auf das „innere Team“. Bei dieser Methode, die aus der Familientherapie stammt, schaut die Expertin darauf, welche Persönlichkeitsanteile durcheinander gekommen sind und woher das kommt. Dabei legt Bianca Bontempo ihr erstes Augenmerk auf die Ohnmacht und die Trauer, mit denen ihre Klienten bei Liebeskummer konfrontiert sind.

Bianca Bontempo

Bianca Bontempo hilft Liebeskummer-Betroffenen in der Hauptstadt.

 „Die Gefühle sollen ihren Raum bekommen, man darf erstmal emotional alles rauslassen“ gibt Bianca Bontempo einen Einblick in ihre Arbeit. Damit wirft sie auch ein Schlaglicht auf ein Gefühl, das wohl jeder kennt: Wut. Diese kann sich auch in Form von Rachegedanken manifestieren. Auch diese haben ihre Berechtigung, solange es nur in Gedanken geschieht. Es kann auch helfen, diese in einer Coaching-Session einfach mal frei heraus zu verbalisieren. „Diese Wut im Zusammenhang mit Liebeskummer gibt Energie, man sollte sie dazu im positiven Sinne nutzen, unter anderem um das Leben wieder neu aufzustellen“ konstatiert die Fachfrau. Und führt bei ihrem Coaching stets auch die Frage ins Feld, was denn für die Klienten wichtig wäre, wenn sie ihr Leben mit 70 Jahren betrachten?  

„Lebensvisionen zusammen mit dem Coach zu entwickeln, hilft“ sagt Bianca Bontempo und weiß, dass diese Strategie auch bei anderen Lebenskrisen nützlich ist. Ihr Coaching nehmen längst auch (junge) Männer in Anspruch. Vorbei die Zeiten, als Hilfe in Form von Liebeskummer-Beratung ein reines Frauenthema war. Das dürfte nicht zuletzt am Online-Dating liegen. Hier vergessen viele Partnersuchende ihre gute Kinderstube, was häufig Herzeleid beim anderen, der das Dating im Web offen und ehrlich angeht, verursacht. Aber egal, ob Liebeskummer offline oder online ausgelöst wurde – zur Bewältigung desselben spielen auch persönliche Vorlieben mit rein. 

„Der eine macht eine Weltreise, der andere igelt sich erst einmal daheim ein“ berichtet Bianca Bontempo. Man sollte erstmal das tun, was einem gut tut und ablenkt. Bei einer Liebeskummer-Beratung werden auch die eigenen Ressourcen und die innere Stärke herausgearbeitet. Der Fokus des Klienten liegt auf dem ICH, eigene Bedürfnisse und Selbstfürsorge. Im Ergebnis führt das dazu, dass Schritt für Schritt die Lebensfreude zurückkehren kann. Kontakt: bontempo-psychotherapie.de

Neue Wege mit geheilter Seele gehen

Seelenheilung ist für Bewusstseinstrainerin Anja Schönborn eine wichtige Komponente im Liebeskummer-Coaching.

Wer bei Liebeskummer professionelle, einfühlsame, tiefgründige und mediale Hilfe sucht, ist bei Anja Schönborn genau richtig. Denn sie holt Sie mit Ihrer liebevollen Art da ab, wo Sie jetzt stehen! Die Kombination ihrer Arbeitsweise ist einzigartig und bringt seit fast 30 Jahren unzählige positive Rückmeldungen von begeisterten Kunden. Krisen sind als Hinweis des Lebens zu sehen, um die innere Einstellung und damit die Richtung zu ändern. Das ist das Credo der Bewusstseinstrainerin. „Liebeskummer ist eine Form der Trauer“ sagt Anja Schönborn. „Man betrauert auch sich selbst und die verlorene Lebensvision.“

Aus ihrer Erfahrung heraus weiß sie, dass in Kennenlernphasen und in bestehenden Beziehungen die Anfangs-Warnsignale oft überhört und verdrängt werden. „Die anfängliche Hormonelle Großhirnvergiftung und die tiefe Sehnsucht nach Ankommen in der Partnerschaft, lassen uns Dinge in Kauf nehmen, die zwar der Seele dienlich sind, aber einem ebenbürtigen, harmonischen Miteinander im Weg stehen“ konstatiert die Expertin. Somit arbeitet sie mit ihren Klienten darauf hin, sich erst einmal selbst neu zu erfinden und durch das Wissen um den Seelenplan, die Sprache der verschiedenen Ich-Anteile für den Alltag und die Partnerschaft zu nutzen. 

Interessant ist dann auch, sich den Seelenweg des (Wunsch-)Partners anzuschauen! Wo sind unsere Triggerpunkte? Warum hat uns das Leben zusammengeführt? Wie kann ich durch kleine Veränderungen  eine bessere Partnerschaft leben? Was macht es mit meinem Partner, wenn ich so bin, wie ich bin?  Anja Schönborn umschreibt ihre Herangehensweise mit einem einzigen Satz: „Wenn der Verstand versteht, kann die Seele in die Heilung gehen und neue Wege kreieren!“

Kontakt: anjaschoenborn.de

Mit dankbaren Gefühlen den Herzenskummer loslassen

Gisela Berg hat für ihre Klienten ein Selbstliebe-Coaching entwickelt.

Ein eigener, starker Liebeskummer war für Gisela Berg der Grund, sich dieser Thematik beruflich zu widmen. Die Heilpraktikerin und psychologische Beraterin aus Hamburg setzt in ihrem Coaching darauf, Zeuge der jeweiligen Geschichte, die zum Liebeskummer führte, zu werden. Das heißt: reden, reden, reden.

„Das nimmt den Druck raus und meine Klienten wechseln in die Beobachter-Rolle“ spricht Gisela Berg aus Erfahrung. Kompetent in Reiki-Übungen integriert sie in ihre professionelle Hilfe auch solche fernöstlichen Methoden, um die Energie-Frequenz der oder des Liebeskummer-Geplagten zu erhöhen. „Viele Menschen distanzieren sich dann von ihrem Liebeskummer und können so Informationen besser aufnehmen und verarbeiten“ erläutert die Expertin dieses Vorgehen. Da ihre oberste Priorität darin liegt, die betroffenen Personen wieder handlungsfähig zu machen, hat sie ein spezielles Selbstliebe-Coaching entwickelt, das den Klienten zum Beispiel hilft, das Kopfkino auszuschalten. Oder sich wieder gesünder zu ernähren, um so Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen. All` das gehört zur Neuausrichtung des eigenen Lebens nach dem schmerzlichen Herzeleid und ist das A und O des Coachings bei Gisela Berg.

Hierin integriert sind auch Reisen zum inneren Kind, die bei den meisten Klienten ein tiefes Mitgefühl mit dem eigenen ICH auslösen. All das führt dazu, dass sich unter Liebeskummer leidende Menschen wieder selbst in den Mittelpunkt des eigenen Lebens stellen. Auch Dankbarkeit, Vergeben und Loslassen spielen dabei eine große Rolle. „Ich erinnere die Menschen daran, wofür sie dankbar sein sollten. Und Dankbarkeit führt direkt ins Herz“ führt Gisela Berg aus und verweist darauf, dass dankbare Gefühle und dankbare Gedanken das Gehirn umprogrammieren und die Betroffenen den Herzenskummer somit leichter loslassen können.  Kontakt: beziehungstherapie-hamburg.de 

Den Trennungsschmerz mit Kinesiologie und Hypnose angehen

Silke Ludwig

Silke Ludwig hat sich auf Kinesiologie und Hypnose spezialisiert.

Geht der Partner fremd, ist der Liebeskummer oft groß und Frauen, die betroffen sind, melden sich bei Silke Ludwig in der Praxis. Die Expertin bietet Liebeskummer-Coaching in Isernhagen nahe Hannover an und hat sich hier auf Kinesiologie und Hypnose spezialisiert. „Wenn Menschen verlassen werden, kann aus Liebeskummer schnell eine Depression entstehen“ spricht die professionelle Beraterin aus Erfahrung und verweist darauf, dass an Herzschmerz Leidende in Japan Sonderurlaub in einer solchen Stress-Situation bekommen.

In Deutschland gibt es das bekanntlich nicht, weshalb Expertinnen, wie Silke Ludwig, gut zu tun haben. „Weinen, shoppen, naschen, exzessiv fernsehen – das ist bei Liebeskummer alles okay“ sagt Silke Ludwig und berichtet davon, dass beste Freundinnen bei dieser Art von Schmerz oft überfordert sind. „Freundschaften werden bei Liebeskummer oft überstrapaziert“ ist sich die Fachfrau sicher. Als Expertin für Trennungsschmerz weiß sie, wovon sie redet. Die meisten ihrer Klienten möchten in diesem Zusammenhang ausführlich über ihren Liebeskummer reden und können in ihrer Praxis ihr Herz vollends ausschütten.

Davon machen auch Männer oft Gebrauch. „Männliche Zeitgenossen überhören IN der Beziehung oftmals jegliche Warnsignale, entwickeln sich aber NACH der Beziehung und überstandenem Liebeskummer in ihrer Persönlichkeit immens weiter“. So fasst Silke Ludwig die Erfahrung mit Männern in ihrer beruflichen Tätigkeit zusammen. Dass sie viele ihrer Klienten durch Krisen adäquat begleiten kann, liegt unter anderem auch an der Kinesiologie, die sie in ihrer Praxis anwendet. Hierbei werden negative Körperemotionen aufgespürt und der daraus resultierende, im Körper abgespeicherte Stress, der Blockaden verursacht, aufgelöst.

Mit Hypnose wiederum erreicht die Expertin, die auch Paare in einer Versöhnungsphase begleitet, dass verschiedene Ängste aufgelöst werden können. Vielfältige Möglichkeiten also, um dem verhassten Herzeleid Paroli zu bieten und zu neuer Stärke zu gelangen. Dazu passt auch das Credo von Silke Ludwig, dem wohl viele ihrer Klienten erst im Rückblick zustimmen können: „Jede Krise ist eine Chance“! 

Kontakt: www.kinesiologie-isernhagen.de, www.expertinfuertrennungsschmerz.de, www.kommunikations-leine.de

Nach dem Herzschmerz durch innere und äußere Schönheit strahlen

Sandra Damke

Empathisch und sehr einfühlsam gestaltet Sandra Damke in Minden ihr Coaching.

„Komm nicht auf Scherben zu stehen“ zitiert Sandra Damke, Heilpraktikerin für Psychotherapie und Expertin für gebrochene Herzen, eine bekannte Songtextzeile.

In ihrer Praxis in Minden, Nordrhein-Westfalen, bietet sie insbesondere für Frauen in emotionalen Krisen ein umfassendes Coachingangebot an, welches lösungsorientiert und tiefenpsychologisch wirkt. Mit viel Herz und Empathie kümmert sie sich auch um die Wiederherstellung des nach Trennungen oftmals verletzten Selbstwertgefühls. Ihr Klientel besteht vorwiegend aus weiblichen Zeitgenossinnen, die professionelle Unterstützung vor allem nach Trennungen benötigen.

In den hellen und freundlichen Räumlichkeiten bei Sandra Damke nehmen aber auch viele Liebeskummer-Geplagte Platz, die schlechte Erfahrungen im Bereich Online-Dating gemacht haben. Nicht selten verursacht diese Art der Partnersuche schon in der erweiterten Kennenlern- oder Beziehungsauftaktphase Liebeskummer. Neben den therapeutischen und psychologischen Ansätzen bietet die Liebeskummer-Expertin auch Beratungen im Bereich Farb- und Stilberatung an. Gerade in der abklingenden Phase des Liebeskummers lassen sich Frauen von ihr gern rund um den weiblichen Look coachen. Nicht selten geben schon kleine Stiländerungen oder eine neue Friseur einen Schub neuer Lebensfreude. Ihren Coaching-Stil fasst die sympathische Mindenerin folgendermaßen zusammen: „Ich verhelfe Frauen zu einem Leben in innerer und äußerer Schönheit, weil wir es uns das wert sein sollten“. Kontakt: heilpraxis-liebeskummer.de

„Liebeskummer gehört zum Leben dazu“

Coach Frau Dr. Berle

Ist in München und Stuttgart präsent: Life-Coach Dr. Berle

Als Life-Coach ist Dr. Fiona Waltraud Berle in München und Stuttgart vertreten. Sie sagt: „Liebeskummer gehört zum Leben dazu und ist deshalb auch Thema meiner Arbeit “. Viele ihrer Klienten kommen ins Coaching, weil es im Beruf hakt. Probleme im Beruf, sind laut Dr. Berle meistens Selbstwert-Probleme im sozialen und kommunikativen Kontext. Diese Thematik wirkt sich entsprechend auf alle Beziehungen und auch die Liebe in Paarbeziehung aus – und macht den Kummer. Die Expertin sagt: „Je stärker, selbstbewusster, ganz bei mir und authentisch ich als Mensch bin, desto leichter lassen sich Konflikte lösen. Ganz gleich, ob im Beruf oder in der Liebe“.

Die meisten Menschen steckten, sagt sie aus ihrer beruflichen Erfahrung heraus, in Bedürftigkeits-Beziehungen. „Krückstock-Beziehung“ nennt Dr. Berle das mit einem drastischen Bild: „Es ist, als würde jemand mit einem linken amputierten Bein sich zusammentun mit einem, der ein rechtes amputiertes Bein hat und so humpelt man gemeinsam durch`s Leben“. Dass das auf Dauer nicht gut gehen kann, ist klar und so trennen sich viele solcher Paare irgendwann.

Oft geht das mit schwerem Liebeskummer einher, weshalb sich die Klienten an die Fachfrau wenden. Unter dem fiesen Herzweh leiden aber auch Menschen, die im schnelllebigen Online-Dating an den Falschen geraten sind und sich nach professioneller Hilfe umschauen.

Kontaktieren diese Frauen oder Männer Dr. Berle, so führt diese ihre gesamte Autorität und Kraft ins Feld, um ihre Klienten davon zu überzeugen, zunächst einmal das eigene ICH zu sehen und sich auf sich selbst einzulassen. Hier zu neuer Stärke zu gelangen, ist der Schwerpunkt ihres Anti-Liebeskummer-Coachings. Den Klienten verhilft sie so zu einem neuen Selbstvertrauen, mit dem man bei sich selbst ankommt. Aus Liebeskummer-Qual wird Freiheit. Wer frei ist statt liebe- und hilfe-bedürftig findet auch den richtigen Partner. Denn Liebe gedeiht unter Gleichen, nicht unter Bedürftigen. Kontakt: dr-berle.de

Bildnachweise: Dorothee Elfring, Silke Ludwig, picture people, Anja Schönborn, BEAUTYSHOTS DAS FOTOSTUDIO//, Sandra Damke, pixabay.com

Hand vor einem Haus, vor Häusern

„Gehen wir zu Dir oder zu mir?“ – Diese profane Frage mag im Großstadtdschungel, nach dem fünften Prosecco, für eine Frau mit einem gewissen Kribbeln verbunden sein. Beim Kennenlernen auf dem Land indes dürfte Hausbesitzerinnen und Hausbesitzern beim Erklingen dieser Frage das Lachen bald vergehen. Denn während sich der urbane Großstädter in die schicke Drei-Zimmer-Wohnung mit Dachterrasse begibt, nennt der oder die auf dem Land Lebende zumeist ein eigenes Haus sein Eigen. 

Das allerdings wird nicht selten zum Stolperstein in der Liebe. Das habe ich selbst erlebt und ich hörte es dieser Tage auch wieder von einem alten Kumpel. 

Wenn beide ein Haus haben, wird`s oft problematisch

Ich rief ihn wegen einem Ratschlag handwerklicher Natur an und da wir uns lange nicht gehört hatten, brachten wir uns schnell auf den neuesten Stand. In Sachen Leben, Alltag, Beziehungen…

„Du – wenn beide ein Haus haben, dann ist das richtig scheiße“ – sagte mir Ralf, mein Kumpel, auf den Kopf zu durch den Hörer. 

Gerade nämlich ist eine Beziehung mit einer Frau bei ihm daran gescheitert, dass beide – also sie und er – ein Haus haben. Und man sich nicht einig wurde, wo denn nun der Lebensmittelpunkt hin verlegt werden sollte. Im Klartext: wer bei wem einzieht und seine eigene Scholle verlässt. Nun könnte man ja eine Immobilie vermieten, leer stehen lassen oder auch verkaufen. Doch zumeist hängen an solchen Werten auch noch andere Leute dran – oftmals jene, die die Immobilie erben sollen oder für die es einfach das gewohnte Zuhause ist. Alte Eltern zum Beispiel, die mit in dem Haus wohnen oder eben die Kinder. 

Da kann es schnell mal knarzen im Beziehungsgebälk. Zumindest war das bei mir so – vor ein paar Jahren. Auch ich wohne auf dem Land und auch ich hatte seinerzeit jemanden kennengelernt, der ein Haus hatte. Im Gegensatz zu meiner Immobilie hatte er ein Luxusanwesen und erwartete natürlich, dass ich zu ihm ziehe. Allerdings hätte ich das gar nicht so einfach gekonnt, da ich ein Mehrgenerationenhaus bewohne (immer noch!), in dem meine alten, pflegebedürftigen Eltern mit wohnen und an dem auch noch einiges zu machen ist. Handwerklich gesehen. Außerdem hatte ich mir mein eigenes Heim bis dato so hergerichtet, wie ich es wollte. Nach meinem Geschmack. Während mein neuer Bekannter sein Luxusanwesen fast ausschließlich mit Naturholz ausgekleidet hatte. Was ökologisch gesehen sicher keine schlechte Idee, aber nun überhaupt nicht mein Geschmack ist…! 

Alles schön eingerichtet, um dann in sein Haus zu ziehen?

Solche Umstände machen was aus, denn wer will schon in eine häusliche Umgebung ziehen, die so gar nicht sein Geschmack ist? Weiterhin fragte ich mich seinerzeit, warum ich mir mit so viel Entbehrungen und Geld meine vier Wände nach meinem Geschmack hergerichtet habe, um dann unter rustikalem Holz zu leben? 

Das mag abgeklärt klingen, aber ab Ende 30plus bezieht man solche Erwägungen in Sachen Beziehungen definitiv mit ein und stürzt sich nicht mehr mit der rosaroten Brille in Abenteuer, die nur schief gehen können. 

Allerdings: die rosarote Brille war seinerzeit sowieso nicht mehr auf der Nase, wie gesagt: mit einem gewissen Alter kommen in Sachen Kennenlernphase und Beziehung auch knallharte Abwägungen ins Spiel, an die man mit Anfang 20 nicht mal im Traum denken würde. 

Es wäre wohl in meinem Fall darauf hinausgelaufen, dass wir eine „Mini-Fernbeziehung“ geführt hätten – er wohnte nur zehn Autominuten von mir entfernt, drei Dörfer weiter. 

Einfach abwarten – dann passt irgendwann alles

Aber soweit kam es gar nicht, ebensowenig, wie ich mich weiter mit der Frage, wer zu wem, in welches Haus ziehen sollte, herumplagen musste: Die Beziehung endete durch andere Umstände. Und in meinem Haus bin ich bis heute. Mit einem neuen Partner – der bis zu unserer Beziehung nur eine kleine Wohnung in der Großstadt hatte. 

Und der eingangs erwähnte Kumpel: Nun – auch der ist noch in seinem Haus. Wenn auch wieder solo. Hier scheiterte einmal mehr eine Beziehung an der Gretchenfrage „Wer zu wem?“. „Ich mache mich da jetzt aber nicht mehr heiß“ – so die Ansage des Kumpels. „Ich warte einfach ab, bis ich gefunden werde. Vielleicht kann die nächste Frau ja kochen, denn das konnte sie nicht!“. 

Daraufhin folgte noch das Klagen meines Kumpels, dass immer weniger Frauen kochen können. Auch so ein Thema! Das wohl alleine einen ganzen Artikel füllen könnte…Insofern: bei Beziehungsthemen wird es nie langweilig. 

Welche Gründe es außerdem oft gibt, warum Paare sich trennen, kann hier nachgelesen werden.

Bildnachweis: pexels.com

 

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Brautmode von Harald Glööckler

Opulent, barock – pompöös. Diese Attribute treffen allesamt auf die Kreationen des charismatischen Designers Harald Glööckler zu. Der Modemacher, der auch schon etliche Bücher herausgegeben hat, verleiht seinen Kollektionen eine unverwechselbare Note. Seine Kreationen liebt man oder lehnt sie ab – dazwischen dürfte es nichts geben. Von einigen wenigen Kleidungsstücken abgesehen, ist bei Glööckler`s Mode alles ziemlich pompöös. Nicht umsonst gehört dieses Attribut zu seiner Marke. Was nicht zuletzt mit seinem Logo, einer Krone, unterstrichen wird. Dazu gehört nun auch Brautmode.

Glööckler designte opulente Brautmode

Der Designer hat ja bekanntlich von Hosen bin hin zu edlen Kostümen schon so ziemlich alles an Kleidung herausgebracht. Zwischendurch designte er sogar Tapeten, Bettwaren und Zubehör für Pferde.

Brautmoden von Glööckler

Neueste Kreation von Glööckler – diesmal Brautmode

Dass der gelernte Einzelhandelskaufmann nun auch Brautmode designt, verwundert deshalb nicht. Im Gegenteil: Man hätte es von ihm, der nach dem Motto: „Jede Frau ist eine Prinzessin“ verfährt, eigentlich schon eher erwartet. Denn wo kann man sich als Designer denn schon so kreativ „austoben“, wie bei  (pompöser) Brautmode? Eben! Das wird sich Harald Glööckler wohl gedacht haben, als er die Zusammenarbeit mit der Designerin Semiha Bähr (im Bild ganz in weiss) anging und gemeinsam mit der Expertin luxuriöse Brautmode und Abendkleider kreierte. Kürzlich wurden diese – die unter dem Label POMPÖÖS® by Semiha Bähr laufen – in Berlin, im Rahmen einer exclusiven Couture Show, vorgestellt.

Ich habe mir das vor Ort angesehen und erwartungsgemäß ließ Glööckler so einiges an Fantasie-Roben auffahren. Kreationen wie aus dem Märchen wurden ebenso vorgeführt wie tragbare, luxuriöse Brautmode. Auch an Stars und Sternchen mangelte es nicht – so posierte der Designer unter anderem mit „Fast-immer-Nackt“-Model Micaela Schäfer.

Brautkleider entstehen im Atelier einer Modedesignerin

Die Herstellung der Brautmode indes geht unglamouröser zu und wird von einer bodenständigen Frau geleitet: Semiha Bär. Die kreative Designerin arbeitet in ihrem eigenen Atelier in Bruchköbel und lässt Brautherzen höher schlagen. Unter ihren Händen entstehen wahrhafte Traumroben und seit neuestem ist die Brautkollektion von Maestro Glööckler exclusiv bei ihr zu haben.

Da ist es nur logisch, dass Glööckler sein Motto mit den Frauen und dem „Prinzessinnen sein“ kurzerhand auch auf seine Brautkleider überträgt:

„Jede Braut ist eine Prinzessin“

Nun – die opulenten Roben, die aus den Entwürfen von Star-Designer Harald Glööckler und Semiha Bär hervorgegangen sind, sprechen für sich und unterstreichen das Glööckler-Motto einmal mehr. Wann, wenn nicht in so einer Robe und an so einem Tag ist eine Frau schon Prinzessin? Eben!

Glööckler Brautmode

Glööckler Brautmode – Opulenz ist Trumpf

Dass weisse Brautmode allerdings auch eine Rolle auf einer Scheidungsparty spielen kann, beweist diese Dame hier.

Herzlichst,

Ihre Jean Bork!

Bildnachweis: Böttger Management

 

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Se Frentzen

Geburtstage, Jubiläen, Junggesellinnen-Abschiede – so vieles wird hierzulande gefeiert. Aber eine Scheidung? Das ist für viele noch Neuland. Nicht aber für Se Frentzen. Die sympathische Unternehmerin aus Nordrhein-Westfalen (im Bild zweite von rechts) hat sich auf Scheidungspartys spezialisiert und der Erfolg gibt ihr recht. Ausschlaggebend war ein Stück weit auch ihre eigene Scheidung, die sie – als sie nach langer Zeit durch war – als Befreiung empfand. Sie zelebrierte den neuen Lebensabschnitt mit einer eigenen Party und stellte fest, dass auch andere geschiedene Frauen so ticken wie sie und die amtliche Trennung gern feierlich begehen würden. Und weil das so ist, hat Se für die Ex-Bräute und deren Party mittlerweile alles im Angebot, was dem Start in das Single-Leben so richtig Schwung gibt. Vom Make-up-Artisten über die individuelle Scheidungsrede bis hin zur Limousine: Agenturchefin Frentzen lässt die einstigen Bräute auf ihrer Scheidungsparty Königinnen sein. Dass da auch die Location stimmen muss, versteht sich. Im Interview berichtet Se über ihre pfiffige Geschäftsidee:

FB: Se, Ihre eigene Scheidung liegt schon ein paar Jahre zurück. Wie haben Sie das Ende dieses Lebensabschnitts gefeiert?

Mit einer großen Party! Da sich mein Scheidungstermin wie Kaugummi in die Länge“ gezogen hatte, konnte ich alles bis ins kleinste Detail planen. Ich wählte meine Lieblings-Location, bestellte ein Menü für meine Gäste, es gab eine offizielle Einladung mit dem Vermerk für den Dresscode (white), der Saal wurde geschmückt und mit vielen Ballons dekoriert. Alles in weiß. Und vieles mehr…

Eine Scheidungsparty war 2005 noch ungewöhnlich

Meine Freunde und Familie warteten ungeduldig auf mich, denn eine Scheidungsparty war damals (2005) neu für alle und sie waren gespannt und aufgeregt. Wichtig war mir, dass ich an diesem Abend mein Brautkleid zum zweiten Mal „ausführte“. Ich fand es sehr passend und außerdem musste ich mir keine Gedanken um ein Outfit machen. Ich wollte meinen Neuanfang feiern – und ehrlich gesagt wollte ich gefeiert werden. Positiv durchs Leben gehen, durch mein neues Leben. Nach vorne schauen und das alte Leben hinter mir lassen. Diese Party war mein Neuanfang!

Se Frentzen

Se organisiert ihre Partys bundesweit.

FB: War das der Start für Ihre Agentur FINALLY DIVORCED?

Nicht ganz. Im Laufe der Jahre ergaben sich zwei Scheidungsfälle in meinem Bekanntenkreis. Hier durfte ich die Organisation der Feierlichkeiten übernehmen. Mir gefiel die Aufgabe. Ich hatte Spaß, meine Ideen umzusetzen und die Feier so schön es ging, auszurichten. Während der Vorbereitungen fielen mir noch mehr Ideen ein.  Ich hatte so viele Ideen – teilweise auch sehr außergewöhnliche Einfälle. Ich merkte, dass ich alles umsetzen konnte und fing an, alles zu dokumentieren und erstellte mir ein Konzept. Nun hatte ich ein Ziel vor Augen: Mein Ziel war es, Menschen, deren Ehe gescheitert war, mit einer Scheidungsparty den neuen Weg zu „pflastern“.

Es gab auch reichlich Kritik, was meine Geschäftsidee betraf, denn viele waren der Meinung, dass eine Heirat  immer noch  ein einmaliges Ereignis ist und für immer dieses Versprechen eingehalten wird. Nun – „bis dass der Tod uns scheidet “- dafür gibt es keinen Garant. Sicherlich wäre der Tod die denkbar einfachste Möglichkeit einer Scheidung. Doch was, wenn wir unseren Ehering vorher „verlieren“?

Alles mögliche wird gefeiert – warum nicht auch die Scheidung?

Wir feiern ständig einen neuen Lebensabschnitt! Sei es eine Geburt, Geburtstage, Hochzeiten, Abitur, ja – sogar der Tod wird „ gefeiert“. Eine Scheidung ist auch ein neuer Lebensabschnitt und sollte  gefeiert werden.

FB: In welcher Stimmung befinden sich die Frauen, die zu Ihnen kommen? 

Deko Scheidungsparty

Auf der Scheidungsparty wird nichts dem Zufall überlassen – die Deko stimmt von A bis Z

Die Frauen, die mich aufsuchen, haben das Kapitel Ehe abgeschlossen und möchten ihren Neuanfang mit einer Scheidungsparty feiern. Da sind die seelischen Wunden definitiv verheilt!

FB: Wie planen Sie die Scheidungsparty für die jeweilige Kundin?

Die Planung ist ganz individuell. Wichtig ist, dass ich mich dem vorgegebenem Budget anpasse.

Je nach Wunsch kann ich die Feier in verschiedenen Räumlichkeiten ausführen, wie zum Beispiel in der Lieblings Bar, im heimischen Garten, oder in einer exclusiven  Location (z.B. Rooftop Bar).  Bei dem persönlichen Gespräch halte ich nicht nur die Planung, wie die Farbe der Dekoration, Menü oder Buffet, Songauswahl für den DJ etc. und den Ablauf der Party fest, sondern der Mensch, meine Auftraggeberin, ist der wichtigste Punkt. Ich erfahre auch viel über die Person – privates, viele lustige Ereignisse,  über ihre Ehe und warum es zur Scheidung gekommen ist. Diese Gespräche sind sehr wertvoll. Vor allem richte ich die Scheidungsrede, die ich für meine Auftraggeberin halte, nach ihr.

Make-up, Hairstyling und Limousinen-Service – der Ex-Braut fehlt es an nichts!

Auf Wunsch steht der Ex-Braut an Ihrem unvergesslichen Tag ein Make-up Artist, sowie ein Hairstylist zur Verfügung. Ein professionelles Fotoshooting, Limousinen-Service, Scheidungstorte, Scheidungsring, Highlights wie Tänzerinnen oder Magier, Feuerwerk – alles ist machbar und garantiert eine unvergessliche Scheidungsparty!

FB: Wie muss man sich das Event vorstellen?

Im Grunde ähnlich wie bei einer Hochzeit- das einzige was fehlt ist der ( Ex) Mann – er landet meist „geköpft“ auf der Scheidungstorte! Ich empfehle bei den Einladungskarten einen zusätzlichen Vermerk zu einem strengen  Dresscode – nur in weiß !

FB: In was für einem Umfeld wird gefeiert? Eher daheim oder in außergewöhnlichen Locations?

Es ist unterschiedlich. Ich kann eine unvergessliche Scheidungsparty im eigenen Garten ausrichten, oder auch in einer Top-Location. Ich richte mich nach den Wünschen meiner Auftraggeber und dem Budget.

FB: Wie sieht das „Drumherum“ bei einer Scheidungsparty aus? Gibt es Torte? Eine Ansprache? Wie läuft das ab? Und was trägt die Auftraggeberin?

Auf der Scheidungsparty

Auf der Scheidungsparty lässt FRAU es krachen

Die Ex Braut trägt an diesem Abend ihr Brautkleid. Sie eröffnet die Party mit einem Tanz. Im Anschluss folgt eine Scheidungsrede. Diese Rede ist persönlich für die Ex Braut und sehr bedeutsam.
In der Scheidungszeremonie wird der Ex- Braut ein Scheidungsring angesteckt. Dann möchte die „ Braut „ auch endlich aus ihrem „alten“ Kleid heraus und zieht sich um.

Brautkleid wird auf Scheidungsparty vernichtet

Anschließend wird das Brautkleid vernichtet. Es wird ausgiebig gefeiert und auf Wunsch gibt es Showacts , ein Feuerwerk etc.

Später wird die Scheidungstorte angeschnitten. Meist ist es eine Torte, die in der Mitte durchtrennt ist –  könnte auch durchaus passieren,  dass sich der Ex-Mann mit auf die Torte geschlichen hat…!

FB: Da Sie ja einen umfassenden Einblick in das Thema „Trennungen“ haben – bekommen Sie mit, aus welchen Gründen Paare sich trennen? Gibt es einen Grund, der Ihnen immer wieder begegnet?

Sehr oft ist die Begründung, dass man sich auseinandergelebt hat. Gründe, wie Vertrauensbruch und häusliche Gewalt sind leider auch Tatsachen, warum sich Paare trennen.
Einmal habe ich als Grund gehört, dass die Geburt des Kindes zur Trennung geführt hat. Das hat mich so sehr beschäftigt, dass ich mich wochenlang damit auseinandergesetzt habe. Ich habe mich im Laufe der letzten Jahre speziell auf das Thema Trennung/ Scheidung konzentriert und muss feststellen, dass die meisten Ehen an fehlender Kommunikation scheitern.

FB: Wie fühlen sich die Frauen nach einer Scheidungsparty mental? Bekommen Sie Feedback?

Scheidungsparty

Für Frauen ist die Scheidungsparty ein Befreiuungsschlag

Sie sind glücklich und freuen sich auf ihren Neubeginn. Sie sehen Ihre Scheidungsparty auch als Befreiung. Nicht falsch verstehen – das hat nichts mit Rachegelüsten zu tun. Es ist ein Abschluss mit der Vergangenheit und gleichzeitig ein Neubeginn. Ich muss auch ehrlich sagen, dass ich schon des Öfteren gesagt bekommen habe, dass die Scheidungsparty besser als die eigene Hochzeit war.

Scheidungsservice ist deutschlandweit buchbar

FB: Wo kann man Sie buchen?

Ich biete meinen Service deutschlandweit an. Ich bin ständig auf der Suche nach verschiedenen Locations, um meinen Kunden eine große Auswahl anbieten zu können. Auf Mallorca und Ibiza schaue ich aktuell gezielt nach besonderen Objekten, um diese bei Anfragen auch anbieten zu können.

FB: Denken Sie, dass manche Frauen (und Männer) zu jung heiraten? Gibt es Ihrer Ansicht nach ein „richtiges“ Alter, um zu heiraten?

Ja, davon bin ich überzeugt! Ich war auch mal 20 und hatte eine ganz bestimmte Vorstellung von meinem Leben. Alles war durchdacht – meinte ich zumindest. In Deinen 20ern  hast du schon deinen Traummann vor Augen- Du weißt genau wie er aussieht und sogar wie er duftet. Der Vater deiner Kinder – Du musst ihn nur finden! Und zwar schnell, denn du hast ja schon dein Traumkleid gefunden – wir wollten doch alle wie Sissy heiraten.

Falsche Vorstellungen lassen viele Leute jung heiraten

Du findest ihn und verliebst dich. Und du denkst, dass das die „Ich kann nicht mehr ohne dich leben Liebe“ ist.

Also wird mit 23 oder 24 geheiratet. Alles ist schön – doch dann holt dich die Realität ein und mit Ende 20 bist du schon geschieden. Wenn du Glück hast und schlau bist!  Das war deine Lektion!

Mit 20 ist Mann oder Frau noch in der Entwicklung. Verliebt euch, zieht in die erste gemeinsame Wohnung, lernt einen Beruf. Aber heiratet nicht! Man benötigt die 20iger um erwachsen zu werden. Eine Beziehung/Ehe heißt Kompromisse eingehen -wie lange ist deine Bereitschaft? Du“ wächst“, deine Einstellung ändert sich und du hast mehr Erwartungen.

Mit 30 sieht die Welt schon anders aus!

Mit 30 steht man schon eher im Leben. Man hat einen Beruf, der einen erfüllt und Zukunftspläne. Wenn du mit 30 deine Drinks selber bezahlen kannst, dann kannst du dir auch Gedanken um Familie und Hochzeit machen.

FB: Wie schauen Ihre Pläne für die nächsten Monate in Sachen Ihrer Agentur aus? Können Sie schon etwas verraten?

Ich plane aktuell eine exclusive Scheidungsparty. Mein Wunsch ist, dass das Thema Scheidungsparty nicht mehr tabuisiert wird. Mein Ziel ist es, dass sich diese Partys etablieren. Scheidungen sind nichts negatives. Es sollte mehr darüber berichtet werden. Es ist ein sehr wichtiger psychologischer Aspekt, diesen Neuanfang zu feiern.

Bisher habe ich nur für Ex-Bräute eine Scheidungsfeier ausgerichtet. Liebe Ex- Männer, „traut“ euch, denn für die Herren habe ich ein besonderes Special vorbereitet!

In diesem Sinne: Drum prüfe wer sich ewig bindet, ob sich nicht was Besseres findet!

Mehr zur Agentur von Se Frentzen hier.

Mehr zum Thema auch hier.

Bildnachweis: Finally Divorced, Se Frentzen, Schreiber Photografie

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Mann im Kran

Da hat aber jemand die Rechnung ohne den Wirt gemacht! Oder besser gesagt: ohne die Angebetete. Die Rede ist von einem Bauarbeiter, der in Nürnberg einen ganz besonderen Liebesbeweis starten wollte. Er hatte die Idee, seiner Herzensdame einen Blumenstrauß per Baukran zu liefern. Nur klappte das nicht ganz so, wie er sich die Sache vorgestellt hatte.

Laut einem Bericht des SPIEGEL hatte er das Gebinde an einen schwenkbaren Kran gebunden und gen Balkon der Adressatin navigiert. Statt jedoch in Rührung zu zerfließen, rief die Frau die Polizei. Einen Korb für den Mann gab es außerdem.

Für den verhinderten Romeo, der zudem angetrunken war, steht nun also ein Ordnungswidrigkeitsverfahren statt einem romantischen Dinner an…So kann`s eben auch gehen…! Gewisse Aktionen sollte man(n) sich deshalb vorher überlegen.

 

Bildnachweis (Symbolbild): pexels.com

 

Asiation trinkt Wein

Online-Dating scheint in chinesischen Landen längst out. Stattdessen spielt der Flirt mit virtuellen Männern für moderne junge Frauen eine riesengroße Rolle. Darüber hat der SPIEGEL in seiner Ausgabe 10/2019 ausführlich berichtet.

Was in dem Artikel geschrieben steht, klingt für uns europäische Frauen ziemlich absurd. Denn: Millionen Chinesinnen widmen sich in ihrer Freizeit fiktiven Männern. Kein Witz! Das Magazin schreibt in diesem Zusammenhang von einem Online-Spiel, in dem vom Popstar bis zum tiefsinnigen Wissenschaftler verschiedene Männertypen digital agieren. Allesamt sind sie attraktiv, einfühlsam und selbstbewusst. Aber sie existieren eben nur virtuell – in einem Online-Spiel namens „Die Liebe und die Produzentin“.

Virtuelle Männer verzaubern Chinesinnen am Rechner

Die digitalen Liebesfiguren schreiben den jeweiligen Frauen romantische Textnachrichten, reagieren auf aktuelle Ereignisse und schicken sogar Sprachnachrichten. Mit Inhalten, von der – wie im SPIEGEL zu lesen ist – viele Frauen träumen.

Dem nicht genug rufen die virtuellen Männer, die lediglich durch eine Software zum digitalen Leben erweckt werden, sogar an. Die per Anruf gesprochenen Sätze werden von Schauspielern gesprochen – und sie sind stets romantisch.

Der SPIEGEL schreibt zu diesem verstörendem Trend:

„Mehr als sechs Millionen Chinesinnen luden sich das Spiel innerhalb weniger Wochen herunter,  nachdem es Ende 2017 herausgekommen war“

Nur: warum machen moderne Frauen so etwas? In dem Nachrichtenmagazin wird von einer 30jährigen Chinesin berichtet, die bereits 200 000 Yuan (circa 26.000 Euro) für dieses Spiel ausgegeben hat. Aber was haben denn Singleladies letztendlich davon, mit einer Sprachsoftware, die vorgibt, ein attraktiver Mann zu sein, zu kommunizieren? Zitat hierzu im SPIEGEL:

„Es ist, als würde ich mir meinen eigenen Roman schreiben“ sagt Xiao Bai. „Und auf gewisse Weise ist das Spiel sehr realistisch“

Der Software-Mann als Lebensberater?

Eine andere Frau gibt zu Protokoll, ihre Liebesfigur als eine Art Lebensberater zu sehen, der sie daran erinnert, Disziplin zu halten. Und Sport zu treiben oder früh aufzustehen. Für sie sei es ein „eskapistisches Vergnügen“, dieses Spiel zu spielen. In dem Artikel allerdings klingen die Vermutungen, warum viele chinesische Frauen diesem bizarren Reiz erliegen, etwas anders. Die Möglichkeit, sich leicht und risikofrei mit „Männern“ einzulassen wird ebenso in Betracht gezogen, wie die Option, sich spielerisch auf mehrere Männer einzulassen. Keine Selbstverständlichkeit im männerdominierten Regime.

Außerdem wird gemutmaßt, dass das Spiel deshalb so populär ist, weil in China viele selbstbewusste Chinesinnen im Bereich E-Commerce mitmischen. Eine erfolgreiche Unternehmerin, die im chinesischen Internet eine Online-Talkshow zu Beziehungen und Sex betreibt, fand das Spiel anfangs nur lächerlich, konnte aber – als sie es selbst ausprobierte – die Faszination der Frauen dafür verstehen.

Sexuelle Selbstbestimmung für Frauen in China ein Fremdwort

Sie gibt aber auch zu bedenken, dass die Reife und die sexuelle Selbstbestimmung der Frau in der chinesischen Kultur nichts zählen.

Erliegen deshalb so viele Chinesinnen dem braven und auch keimfreien Online-Spiel? Es könnte eine Erklärung sein. Obgleich es für europäische Frauen, die – vor allem in Deutschland – in der Liebe jedwede Freiheit genießen, absolut befremdlich anmutet.

Nicht so übrigens in Taiwan – dort wurde das Spiel ebenso herausgebracht. Und stand wenige Tage nach dem Start – so berichtet es der SPIEGEL – auf Platz eins der meistgeladenen Apps…

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„Und dann hat die Caro immer Kerzen angezündet und langsame Musik aufgelegt. Da wusste ich, es war wieder Zeit für Sex. Wir haben nur einmal im Jahr miteinander geschlafen, und wenn sie die Kerzen aufstellte, war es das Zeichen.“ Langer trauriger Seufzer. Es ist knapp 30 Jahre her, dass mir ein gutaussehender junger Mann mit blitzenden Augen und lockigem Haar diese Geschichte in einer Cocktailbar in Bad Wörishofen erzählte, nachdem wir uns gerade erst kennengelernt hatten. Wir saßen seit ungefähr einer Stunde an der Theke und schlürften genussvoll einen „Karibischen Traum“. Allerdings hatte ich innerhalb dieser 60 Minuten nichts anderes von meiner neuen Bekanntschaft erfahren als „alles über Caro“, die unbekannte Ex des Mannes.

Sie hatte ihn nach über 7 Jahren verlassen, und er schien darüber tief betrübt. Scheinbar jedoch nicht betrübt genug, denn den gesamten Abend über baggerte er mich hartnäckig an. Vielleicht sah ich auch nur aus, als könnte ich gut zuhören.

Und genau darum zahlte ich, verweigerte ihm meine Telefonnummer und machte mich erleichtert aus dem Staub.

Damals – im analogen Zeitalter vor Google, Instagram oder Facebook – hatten wir einen geflügelten, wenn auch gemeinen Spruch: „Hier hast du 20 Pfennig, erzähl‘ das einer Parkuhr.“

Sie denken, das sei herzlos? Sicher nicht. Denn meine neue Bekanntschaft war auf der Suche nach einer „Placebo“-Frau, die ihm helfen würde, seine vorherige Beziehung zu verarbeiten. Wer auch immer sich darauf einließ, würde mächtig draufzahlen. Denn eine Placebo-Frau ist nur etwas für den Übergang, eine Art Mülleimer auf zwei Beinen, die, nachdem sie ausgedient hat, zusammen mit der Bio-Tonne rausgestellt wird.

Gelegentlich gehen solche Bekanntschaften gut aus, jedoch beileibe nicht immer.

Ich bin heute noch sicher, damals das Richtige getan zu haben, und die Erfahrungen in meinem breiten Umfeld bestätigten mir das über die Jahrzehnte immer wieder.

„Der Rainer bringt seine schmutzige Wäsche immer noch zu seiner Ex, als wäre ich zu blöd zum Waschen“ klagte Lena, eine Bekannte von mir, vor einiger Zeit am Telefon. „Jetzt sind wir schon 6 Monate zusammen, und tagein, tagaus höre ich nix anderes als ‚Uschi hier, Uschi da‘. Das geht mir tierisch auf die Nerven.“

Abgesehen davon, dass manche Frau froh wäre, wenn es jemanden gäbe, dem man die Schmutzwäsche bringen könnte, verstand ich Lena recht gut.

Sie war, als sie ihren Rainer kennenlernte, seit 2 Jahren Single, aber sicher nicht aus Mangel an Gelegenheit. Ihre vorige Beziehung hatte in einer schmerzhaften Trennung geendet, und sie musste sich erst einmal davon erholen, wie sie sagte.

Rainer war ihr – im wahrsten Sinne des Wortes – 10 Minuten nach seiner Scheidung vor dem Eingang des Amtsgerichts über die Füße gestolpert und hatte sie angerempelt. Und weil Lena ein Herz für alle Gestrauchelten hat, lud sie ihn auf einen Kaffee ein, aus dem mittlerweile ein halbes Jahr in ihrer Wohnung wurde. Rainer ist so alt wie Lena, hat einen guten Job und seit neuestem eben auch eine Exfrau. Das reibt er Lena jeden Tag unter die hübsche Nase, damit sie nicht in Versuchung kommt, es zu vergessen.

„Der beschreibt mir sogar im Bett, was seine Ex gerne mochte. Diese Tussi sitzt quasi auf der Bettkante“ jammerte Laura weiter.

„Er hat keine Ahnung, wie sehr mir das auf den Wecker geht. Ich kann nicht mal mehr mit ihm schlafen, ohne dass ich an sie denke und mich beobachtet fühle oder Kopfkino habe, weil er ständig detailliert beschreibt, auf was sie stand. Manchmal komme ich mir vor wie ein Abziehbild von ihr. Ein paar Mal hat er mich sogar schon mit ihrem Namen angesprochen. Da weiß man nicht mehr, wie man reagieren soll.“

Nun, Lena, ich würde Rainer darauf hinweisen und es mir verbitten. Ich würde ihn fragen, ob er sich überhaupt so weit gefestigt fühlt, mit einer völlig anderen Frau eine neue Beziehung zu führen, oder ob er einfach nur da weitermachen möchte, wo er aufgehört hat?

Lena, eine taffe Frau mit einer Menge Herz und Verstand, hat eben diesen beim Kennenlernen komplett ausgeschaltet, denn sie müsste aus eigener Erfahrung gelernt haben, dass man nicht von einer Beziehung in die nächste taumeln sollte, weil die Möglichkeit riskanter Fettnäpfchen, die sich einem in solch einem Falle anbieten, unterschätzt wird. Trotzdem hat sie es mit Rainer riskiert und ist dabei auf die Nase gefallen.

Mittlerweile ist sie hauptsächlich mit Zuhören beschäftigt, denn ihre gemeinsam verbrachte Zeit ist durchwoben mit feinen, äußerst haltbaren Fäden, die aus Rainers Vergangenheit mit Uschi bestehen und kontinuierlich in ihr tägliches Leben eingeflochten werden, ohne Aussicht auf Besserung.

Lena ist kein Einzelfall. Leider.

Wie kommen Männer eigentlich auf die Idee, dass wir nichts lieber hören als Geschichten über die Ex? Wie kommen sie darauf, dass wir begierig sind, zu erfahren, was sie gern aß oder trank, was sie mochte und was nicht? Klar sind wir Frauen sehr interessiert an zwischenmenschlichen Geschichten, das liegt in unserer Natur. Jedoch müssen wir spätestens dann das mitfühlende Zuhören beenden, wenn es unser eigenes Wohlbefinden empfindlich stört.

Diese fiktive Ex, der viele Frauen im Laufe ihres Lebens begegnen (manche sogar mehrmals) sind wie Lieder auf unserer Playlist in Dauerschleife. Und zwar so lange, bis unser neuer Lebensgefährte die Melodie selbst nicht mehr hören möchte. Das kann dauern, darum machen Sie sich auf einiges gefasst.

Sie liegen gerade mit Ihrer neuen Liebe am Strand, weil Sie sich einen gemeinsamen Urlaub gegönnt haben. Zwar ist die Bekanntschaft noch frisch, aber wo findet man schneller heraus, ob man zusammenpasst, als während 14 Tagen all inklusive am Ballermann? Die Möwen krächzen heiser, das sanfte Rauschen der Wellen wiegt Sie in einen angenehm trägen Zustand, als eine Stimme Ihre Tagträume unterbricht: „He, du hast da eine rote Stelle am Brustbein. Uschi hat immer Lichtschutzfaktor 5000 genommen. Die verstand was davon, denn sie hat in einer Apotheke gearbeitet. Und Fleisch mochte die gar nicht, die war so was von krass vegetarisch drauf, mit der hätte ich nie ein Steakhouse gehen können wie gestern mit dir. Weil die so tierlieb war, hat die gar nix gegessen, das Augen hatte. Du isst ja alles. Und die ganze Zeit wollte sie alte Kirchen besichtigen. War gelegentlich echt stressig. Ich bin froh, dass du so locker drauf bist.“

Schwupps sitzt Uschi quasi im Liegestuhl nebenan und cremt sich mit Lichtschutzfaktor 5000 ein, während sie uns hämisch angrinst. Selbstverständlich sieht sie rattenscharf aus und wiegt mindestens 10 Kilo weniger als wir. Das ist bei Uschis in unserer Vorstellung immer so.

„Ich bin froh, dass du so locker drauf bist“ ist in diesem Fall ein ziemlich halbgares Kompliment, in etwas Wehmut gewickelt, gespickt mit subtilen Vorwürfen und der Mahnung, Sie könnten vielleicht auch ein klitzekleines bisschen vegetarischer oder spiritueller sein. Und eingecremter.

Schon sitzen Sie da und überlegen, ob Sie mit dem Neuen doch mal eine Kirche oder eine Synagoge besichtigen sollten, oder eventuell sogar einen „Veggie-Day“ einlegen. Damit er nicht denkt, Sie wären bildungsfern, eine Heidin oder desinteressiert an Tierleid. Im schlimmsten Fall sind Sie „schlechter“ als Uschi, was Sie auf keinen Fall sein möchten. Zack, sitzen Sie in der Falle.

Irgendwann weiß man von der ominösen Uschi so ziemlich alles, angefangen vom Umgang mit Geld („Uschi hätte nie ein Kleid für 400 Euro gekauft, so wie du neulich, die war irre sparsam“) über ihren Fernsehgeschmack („Uschi mochte nur Komödien und hat immer gesagt, sie lehnt explizit dargestellte Gewalt ab“) bis hin zu ihrer Krankheitsgeschichte („Die konnte ohne Benzodiazepine nicht mal über die Straße gehen, du solltest mal deinen Hausarzt danach fragen, weil du doch auch immer so nervös bist. Das Zeug ist der Hammer.“)

Für Sie bedeuten diese Sätze: „Huch, ich sollte weniger Geld ausgeben, über meine Vorliebe für Horror-Filme nachdenken und Baldrian schlucken.“ Klar. Man will ja auf keinen Fall nervöser sein als Uschi, oder?

Sie sind nicht Uschi. Nur für den Fall, dass Sie es vergessen haben sollten. Irgendwann ist man aufgrund der täglichen Dauerberieselung mürbe geworden, weil die unerreichbare Traumgestalt, seine Ex, einen zementierten Platz in unserem Alltag eingenommen hat.

Sagen Sie es also Ihrem Neuen. Möglichst täglich. In Dauerschleife. Männer kapieren recht langsam, also haben Sie Geduld. Es ist außerdem gut möglich, dass Uschi weder so schlank noch so klug oder vorausschauend war, wie Ihr Neuer ständig behauptet. Die Vergangenheit verklärt vieles, und kein Mann wird gerne zugeben, dass er die letzten Jahre mit einer dauernörgelnden Xanthippe verbracht hat, die sein Geld zum Fenster rauswarf, als wären es Staubflusen. Gestünde er das ein, dann wüssten Sie ja, dass Sie im Gegensatz zu seiner Uschi eine enorme Verbesserung in seinem Leben sind.

Wir erfahren im schlimmsten Fall weiterhin täglich, ob wir wollen oder nicht, über Uschi Dinge, die wir nie wissen wollten, nur merkt das der Neue nicht, denn der ist noch vollauf damit beschäftigt, seine vorherige Beziehung zu verarbeiten, und zwar mit uns, meine Damen.

Das kommt davon, dass wir beim Kennenlernen nicht aufgepasst haben. Zwar fanden wir, unsere neue Liebe hätte wahnsinnigen Tiefgang, weil er mit traurigen Augen tiefschürfende Dinge von sich gab wie zum Beispiel: „Das Leben ist manchmal saumäßig hart“, aber wie hätten wir ahnen können, dass jemand, den die Ex vor kurzem rausgeschmissen hatte, nicht schon vollständig mit allem abgeschlossen hat? Na? Dämmert’s?

Exfreundinnen sind ständig präsent, wenn wir einen Mann erwischen, der immer noch in der vorherigen Beziehung wie in einer Zeitschleife festhängt und das Murmeltier täglich wehmütig grüßt.

Exfreundinnen sitzen mit uns auf der Couch, wenn wir fernsehen, stehen am Herd, wenn wir kochen („Tust du da keinen Chili rein? Ich fand das immer so lecker, wenn Uschi das gemacht hat“).

Sie beeinflussen unsere Kleiderwahl („Uschi hatte so eine schlanke Taille, sie konnte super Tellerröcke tragen, ich finde die voll weiblich, hast du überhaupt einen?“). Uschis greifen in jeden unserer privaten Bereiche ein. Sie sind jetzt Teil unserer neuen Beziehung. Herzlichen Glückwunsch!

Besonders strapaziös sind Fälle, in denen die Uschis zu unseren Lebensgefährten noch gute Kontakte pflegen und sich mit ihm regelmäßig zum Kaffee/Essen/Kneipenbummel treffen. Es gibt nämlich Damen, die haben mit dem Loslassen so ihre Probleme. Sprich: Sie wollen ihn nicht mehr, trotzdem soll ihn auch keine andere haben.

Das ist, als ob man ein Grundstück verlottern lässt und es verschenkt, aber nicht möchte, dass jemand anderer sich dort ein Häuschen baut. Solche Uschis existieren öfter, als Sie glauben. Die rufen an, schreiben SMS oder Whats-App-Nachrichten, melden sich über Facebook und schrecken sogar vor analogen Fossilien wie Postkarten nicht zurück, um mit ihrem Ehemaligen irgendwie in Verbindung zu bleiben. Jede Hämorrhoide ist einfacher zu behandeln.

Vielleicht werden die Uschis einfach nicht gern vergessen. Wer möchte das schon. Im Gedächtnis unseres neuen Lebensgefährten haben die sich jedenfalls bombenfest verankert. Die sind mental gedübelt, die kriegen Sie da so schnell nicht raus.

Warum auch? Die Ex ist ein Teil des Lebens Ihres neuen Partners. Selbstverständlich gab es schon Frauen vor Ihnen, es sei denn, Sie hätten eine männliche Jungfrau erwischt. Das ist zu respektieren und zu akzeptieren. Auch wir selbst schleppen unsere Altlasten, unsere Vorbehalte und miesen Erfahrungen mit uns herum. Es kommt nur immer darauf an, wie man damit umgeht.

„Mit der Uschi und mir läuft sexuell gar nix mehr, Ute. Kannst du schon glauben. Wir waren immerhin 10 Jahre zusammen. Da hat man noch einiges zu reden miteinander. Und ich bin ein freier Mensch, oder? Du kannst nix dagegen haben, dass wir mal einen Kaffee miteinander trinken und über alte Zeiten quatschen.“

Viel Vergnügen beim Souverän-Sein, beim Locker-Bleiben, beim „So-tun-als-macht-mir-das-nichts-aus“. Denken Sie daran: Vom Knirschen lockern sich die Zahnwurzeln. Also besorgen Sie sich rechtzeitig eine Beißschiene.

Einige Uschis rufen ihre Exfreunde mitten in der Nacht an, weil die Batterien ihrer Taschenlampe gewechselt werden müssen. Und während Sie noch fassungslos über diese Dreistigkeit im Bett sitzen, ist der Neue schon in seine Jeans geschlüpft und auf dem Weg, denn Uschi ist komplett hilflos ohne ihn. Bei der Gelegenheit kann er auch gleich noch die Biotonne auf die Straße stellen, weil morgen die Müllabfuhr kommt. Hat er immerhin 10 Jahre lang gemacht.

Ja. Unser Neuer hat das alles wirklich voll verarbeitet. Merken Sie selbst, oder?

Wie Sie reagieren, bleibt Ihnen überlassen. Wobei die Gefahr bei immer noch anrufenden Uschis relativ groß für Sie ist, demnächst selbst zu einer „Uschi“ zu werden. Denn es wäre möglich, dass sich die alte Uschi fürs Mülltonne-Rausstellen mit einem Akt der Nächstenliebe bedanken möchte. Es wäre möglich, dass momentan bei ihr kein Mann in Sicht ist, und jetzt, wo Sie den Neuen klasse finden, ist er auch für Uschi wieder interessant geworden. Ehe Sie sich versehen, sind Sie die Ex. So schnell kann das gehen. Darum sollte man mit Dingen wie Souveränität oder Toleranz in solch einem Falle etwas sparsam umgehen.

Wenn Sie von Anfang an beteuert haben, dass Sie „das alles“ vollkommen verstehen und akzeptieren“, haben Sie nun mal schlechte Karten. Denn Ihr Verständnis setzt eben unausgesprochen auch voraus, dass der Neue sich weiterhin um seine Uschi kümmert. Man ist ja gelassen. Und kein bisschen eifersüchtig. Ach, trinken Sie doch einfach ein Glas Wodka. Oder lassen Sie sich endlich diese Beruhigungsmittel verschreiben. Seiner Ex haben die auch gutgetan. Die braucht jetzt übrigens keine mehr.

Uschis, die nicht loslassen können, sind die eine Seite der Medaille. Aber es gibt noch die andere Sorte: Exfreundinnen/Frauen, über die der Neue schon beim Kennenlernen so richtig vom Leder zieht. An denen er kein gutes Haar lässt, so dass Sie denken: „Das müssen wirklich üble Weibsbilder gewesen sein“ und sofort an den Film „Der Club der Teufelinnen“ mit Roseanne und Goldie Hawn denken müssen.

  • „Uschi war rasend eifersüchtig, die hat mein Handy kontrolliert und mir nachspioniert. Total verrückt, diese Frau, die bräuchte mal eine Therapie.“

Ja. Möglich. Oder sie hat schlechte Erfahrungen gemacht mit dem König der Lügen, der Ihnen gerade gegenübersitzt und dachte sich: „Vertrauen ist gut, Kontrolle besser.“ Oft existiert ein realer Grund für tiefschürfendes Misstrauen, auch wenn der Mann ums Verrecken nicht begreifen will, dass sein hemmungsloses Fremdknutschen auf dem letzten Faschingsball sehr wohl ein Grund für Misstrauen sein könnte. Er hat doch gar nix gemacht?

  • „Uschi hat in den letzten zwei Jahren keinen Finger mehr in der Küche gerührt und was für uns gekocht. Hat immer gesagt, ich soll zum Essen gehen. Stinkfaul war die.“

Ja. Möglich. Oder er hat seinerzeit so oft an Uschi herumgenörgelt, dass ihr irgendwann die Hutschnur geplatzt ist und sie ihm die Bratpfanne an den Kopf geschmissen hat und das Nudelholz gleich hinterher. Denn die Narbe an seiner Schläfe kommt nicht vom Holzfällen in Alaska. Er will nur, dass Sie das glauben, doch in Wirklichkeit ist es eine Beziehungs-Fleischwunde. Kann man rauspolieren. Mit einer Käsereibe – falls Sie sauer sind…

  • „In unserer Wohnung hat es ausgesehen wie bei Luis Trenker im Rucksack. Das glaubst du nicht, wie schlampig die war. Nie hat die aufgeräumt. Eine richtige Messie-Frau war das.“

Ja. Möglich. Oder er selbst war die Faulheit in Person, und Uschi hatte eines Tages die Nase voll davon, ehrenamtlich und unbezahlt verschimmelte Badetücher einzusammeln und die Toilette zu schrubben. Frau will nämlich auch noch was vom Leben haben außer vom Wischwasser aufgequollene Fingerkuppen.

  • „Wir haben so gut wie gar nicht mehr miteinander geschlafen. Immer war die müde oder hatte Kopfweh.“

Ja. Möglich. Vielleicht war Uschi aber auch der Werbeblock zwischen zwei Fußball-Übertragungen einfach zu kurz, als dass sie hätte anständig in Fahrt kommen können. Und wenn mal kein Fußball lief, musste er mit seinen Kumpels feiern gehen. Da darf man schon die Lust verlieren und den Laden dichtmachen.

  • „Mit der konnte man nie was unternehmen. Immer war die erschöpft und schlecht drauf. Alles musste ich allein machen.“

Ja. Möglich. Oder Uschi hatte eine Vollzeitstelle + einen Nebenjob, um die Heizölrechnung zu bezahlen, weil „irgendwas mit Medien“ – der Job unseres Neuen – sich als Rohrkrepierer mit staatlicher Aufstockung entpuppte und Uschi einfach nicht gerne friert. Kein Wunder, dass die erledigt war. Und ob Uschi vielleicht keine Lust auf Freizeitgestaltung à la: „Jede versiffte Pilsbar sieht nach dem 14. Korn gut aus“ hatte, entzieht sich unserer Kenntnis. Denn wir hören immer nur eine Variante. Seine.

  • „Uschi war so eine militante Emanze, die hat einen förmlich kastriert. Mit der konnte man gar nicht mehr reden. Hat immer auf Gleichberechtigung gepocht. Das war, als würde Alice Schwarzer bei uns am Tisch sitzen und sie aufhetzen.“

Ja. Möglich. Oder Uschi hat lediglich darauf bestanden, dass Hausarbeit zu gleichen Teilen erledigt wird, seine schmutzstarrenden Socken nicht mehr in den Wäschepuff geschmissen und verlangt, dass er sich an den Ausgaben beteiligt. So eine Zumutung. Wieder kennen Sie nur eine Seite. Ihnen werden spätestens dann die Augen aufgehen, wenn seine dreckigen Jeans zukünftig von allein in die Waschküche wanken und er lediglich den Kühlschrank leerfrisst, aber nie etwas zum Lebensunterhalt beisteuert.

Meine Erfahrung nach all den Jahrzehnten voller Berichten frustrierter Frauen ist, dass Uschis in den wenigsten Fällen so gemein und böse sind wie behauptet. Sollten Sie Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Aussagen Ihres Neuen haben, empfehle ich Ihnen, obwohl es Ihnen mit Sicherheit schwerfällt, den Kontakt zur Ex zu suchen.

Meiner Nachbarin Petra erging es so ähnlich. Sie hörte über ein Jahr lang nur Horrorgeschichten über die Verflossene ihres neuen Lebensgefährten. Die hatte die Wohnung komplett vermüllen lassen, ihn kaltschnäuzig betrogen, herzlos verlassen, ihm zuvor noch den letzten Cent aus der Tasche gezogen, ihn sexuell auf das Trockendock geschickt und außerdem gemein beschimpft.

Wollte man seinen Worten Glauben schenken, war diese Frau eine Mischung aus Imelda Marcos, Lucrezia Borgia und Katharina der Großen gewesen. Immer, wenn ihre neue Liebe von seiner früheren Beziehung erzählte, konnte Petra die traurigen Geschichten gar nicht fassen und bedauerte den armen Mann, bis sie sich endlich einmal ein Herz fasste, die ominöse „bitterböse“ Dame anrief und sich mit ihr verabredete.

Völlig überrascht war Petra, als ihr, während sie mit klopfendem Herzen vor der Wohnung der Ex stand, eine liebenswerte, hübsche und humorvolle Mitt-Dreißigerin die Tür öffnete und sie sofort auf eine Tasse Kaffee in eine sauber aufgeräumte Küche einlud.

Als Petra sich mit der „Inkarnation des Bösen“ eine Weile unterhalten hatte, waren sämtliche Irrtümer ausgeräumt.

Denn diese Uschi hatte niemandem den letzten Cent aus der Tasche gezogen, sondern sich lediglich geweigert, ihr gesamtes Erspartes in eine riskante Anleihe zu investieren. In der Beziehung war auch nicht die Ex schlampig gewesen. Der den Boden bedeckende Wust aus getragener Kleidung, offenen Chipstüten, vollgeschnäuzten Küchentüchern und zerfledderten Comics hatte damals allein dem männlichen Teil dieser Wohngemeinschaft gehört. Und war beim Auszug liegengeblieben.

Diese Frau hatte niemanden betrogen, sondern nach Jahren voller halbgarer Kompromisse ermattet einen Schluss-Strich gezogen, die Beziehung beendet und etwas später einen anderen Mann kennengelernt.

„Das einzige, das diese Uschi zugeben musste, war die Sache mit dem Schimpfen“ berichtete mir Petra später grinsend. „Sie hat ihn alles Mögliche genannt, doch wie ich im Nachhinein zugeben muss, völlig zu Recht. Er hat auch mich angelogen, dass sich die Balken biegen. Und als ich ihn damit konfrontiert habe, dass ich mit seiner Ex Kontakt habe, zog es ihm förmlich den Boden unter den Füßen weg.“

Petras Beziehung endete kurz darauf, denn sie ist die Sorte Frau, die es nicht erträgt, wenn sie so dreist belogen wird. Immerhin hat sie eine neue gute Freundin hinzugewonnen, 85 überflüssige Kilos verloren und ihre Seelenruhe wiedergefunden. Das ist ja auch schon was.

Wenn Ihnen, wie einigen meiner weiblichen Bekannten, einmal ein armer Gestrandeter vor die Füße taumelt, sollten Sie genau hinhören, was er Ihnen anvertraut, wie oft, und in welchem Ton.

Bitte bedenken Sie: Wer von Anfang an schlecht über seine Ex (Ex-Frau oder Ex-Freundin) redet, der wird vielleicht eines Tages über Sie so sprechen. Dann sind Sie die Böse, das Biest, die Hexe.

Wer andererseits die Ehemalige in den Himmel hebt, bei dem werden Sie es ebenfalls nicht leicht haben. Denn die von einem Heiligenschein umgebene Vorgängerin wird Ihnen sekündlich als leuchtendes Beispiel vor Augen gehalten werden gleich einer Karotte an einer Schnur, mit der Esel zum Vorwärtslaufen motiviert werden sollen. Natürlich können Sie sämtliche Vorbehalte unter den Tisch fallen lassen und sich Hals über Kopf in eine Beziehung mit einem Mann stürzen, der soeben erst eine Partnerschaft hinter sich gelassen hat und sichtbar daran krankt.

Die tagtäglich aufgewärmten Geschichten von seiner Ehemaligen werden irgendwann aufhören. Das kann in einem Vierteljahr der Fall sein oder in zwei Jahren. Sie werden Geduld, Toleranz und jede Menge Souveränität aufbringen müssen.

Als probates Gegenmittel haben sich Schwärmereien über unsere eigenen männlichen Verflossenen bestens bewährt. Jede von uns hat doch mindestens einen aufzubieten. Manchmal muss man von der eigenen Medizin kosten, um geheilt zu werden. Und wenn der Neue tagtäglich nur Geschichten von „Heiner, dem Herrlichen“ („Der Heiner konnte zwei volle Mülltonnen auf einmal tragen, mit verbundenen Augen eine Kurbelwelle ausbauen, war schon 13mal Telefonjoker beim Fernseh-Quiz, hat gekocht wie Jamie Oliver und war und der beste Liebhaber von allen!“) hört, merkt er vielleicht, wie sich das anfühlt.

Das liegt ganz allein bei Ihnen. Ich wünsche Ihnen viel Glück bei der richtigen Auswahl Ihrer Mittel.

Beruhigungstabletten sollten es übrigens nicht sein. Sie schaffen das auch ohne.

Und bei allen Damen, die „Uschi“ heißen, möchte ich mich im Voraus entschuldigen. Sie waren nicht gemeint. Der Name diente nur als Beispiel.

Herzlichst

Ihre

Barbara Edelmann

Bildnachweis: pexels.com

Bauchgefühl

Ein Gastbeitrag von Andrea. Auf einmal wird’s mulmig in der Magengegend, aber es sind keine Schmerzen, die das komische Gefühl im „Zweiten Gehirn“, wie der menschliche Magen oft genannt wird, verursachen. Nein, es ist was anderes – und jeder, der je in seinem Leben mit Fremdgehen, falschem Spiel in der Liebe oder auch einem schweren Zoff unter Freundinnen konfrontiert war, wird es kennen, dieses besonders angespannte Gefühl.  Das Bauchgefühl. Gleich vorweg: es täuscht nicht. Nie!

Und deshalb sollten Menschen, die vielleicht bislang nicht in einer der oben erwähnten Situationen waren, aber sich aktuell mit einem unguten Gefühl herumschlagen, unbedingt darauf achten, was dieses Organ da aus der Mitte des Körpers signalisiert.

Nicht wenige ignorieren Bauchgefühl

Viele Leute neigen dazu, es (erstmal) zu ignorieren. Besonders dann, wenn es um heikle Dinge geht – zum Beispiel um die eigene Beziehung oder um den gerade erst neu kennengelernten Mann.

Ich bin mittlerweile soweit, dieses so wichtige Bauchgefühl nicht mehr zu ignorieren. Als ich jünger war, habe ich das permanent gemacht und bin auch sehr oft damit auf die Nase gefallen.

Deshalb möchte ich alle weiblichen Zeitgenossinnen, denen etwas schwer im Magen liegt – emotional gesehen – dazu ermutigen, diesem so wichtigen Gefühl zu trauen.

Ich plaudere einfach mal selbst aus dem Nähkästchen, denn ich habe in meinem Leben vieles erlebt – Partner die fremdgehen und Dating-Kandidaten, die lügen, waren zuhauf dabei. All diese Dramen waren immer begleitet von einem anfänglich unguten Bauchgefühl.

Aber: so oft habe ich diesem Gefühl eben NICHT vertraut, nur um mich kurze Zeit später der Erkenntnis stellen zu müssen, dass mein „Bauch-Navigator“ tatsächlich richtig lag.

So zum Beispiel beim Thema Fremdgehen – DER Klassiker im Zusammenhang mit dem schlechten Bauchgefühl.

Bei neuer Bekanntschaft meldete sich der Bauch

Ich hatte vor langer Zeit einen Freund, bei dem es schon kurze Zeit, nachdem wir zusammenkamen, heftig in der Magengegend rumpelte. Ich registrierte das, ignorierte es aber komplett. Selbst als das flaue Gefühl sich in manchen Situationen zu einem unangenehmen Zwicken ausweitete, setzte ich weiter unverdrossen darauf, dass ich meinen „Mr. Right“ an der Seite hatte.

Was aber waren das für Situationen, in denen meine Körpermitte rebellierte? Nun – da gab es einige.

Zum Beispiel unser absurdes Anruf-Ritual. Mein damaliger vermeintlicher Mr. Right, Thomas, rief nämlich nur zu einer bestimmten Uhrzeit an. Nicht davor und nicht danach. Und zwar abends halb zehn.

Ich – als damals voll naive Verliebte – dachte mir lange Zeit nichts dabei (schon gar nicht tangierte ich gedanklich das Thema Fremdgehen) und war, die rosarote Brille auf der Nase, froh, wenn er abends anrief. Man muss nämlich dazu sagen, dass tagsüber mit Thomas so gut wie keine Kommunikation ablief, lediglich eine karge „Guten-Morgen“-SMS (Whatsapp gab es damals noch nicht) ließ er mir zukommen.

Immerhin war er der total eingespannte Geschäftsmann und kam zu privatem Kram fast gar nicht. Warum ich seinerzeit nicht früher gesehen habe, dass wir gar nicht zusammen passten – schon von unseren jeweiligen Lebensstilen her nicht – kann ich mir heute auch nicht mehr erklären.

Aber ich war eben auf Wolke 7, total verliebt und pfiff auf das Magendrücken, das sich immer stärker bemerkbar machte.

Auf Bauchgefühl hören lohnt sich!

Hätte ich doch dem Bauchgefühl nur früher meine Aufmerksamkeit geschenkt und mir die vielen Sprüche, die Thomas mir auftischte oder schräge Aktionen, die er brachte, nicht bieten lassen!

So kündigte er sich einmal am späten Nachmittags bei mir an und teilte am Telefon mit, dass er später am Abend – er war zu diesem Zeitpunkt noch in Berlin – bei mir sein würde, so gegen 22.00 Uhr. Na ja, nicht gerade die ideale Uhrzeit, aber da ich ihn ohnehin so selten sah, den vielbeschäftigten Business-Mann, freute ich mich natürlich.

Ich badete ausgiebig und schmiss mich in raffinierte Unterwäsche und zog mir was Schönes an. Das hätte ich aber ebenso gut auch bleiben lassen können, denn Thomas erschien nicht. Und nicht nur das: er ließ auch telefonisch nicht von sich hören.

Mein Bauchgefühl war eindeutig und so langsam horchte ich mal ausgiebiger in mich rein.

Der Abend verging, es ging auf Mitternacht zu und von Thomas noch immer keine Spur. An seinem Handy meldete sich nur die Mailbox.

Ich pellte mich also aus meinem sexy Outfit und legte mich ins Bett, das Handy auf dem Nachttisch und auf laut gestellt.

Irgendwann rief er tatsächlich an. Da war es gegen 2.00 Uhr in der Nacht. Faselte was von einem Geschäftstermin, der ewig gedauert hat und dass er – ACHTUNG: Bauchgefühl-Alarm! – sein Handy in der Sporttasche seines Geschäftspartners, der ebenso bei dem Termin zugegen war, gelassen (oder vergessen, so genau weiß ich das heute nicht mehr) hatte.

Und diese Sporttasche befand sich im Auto des Geschäftspartners.

Na ja, ich war natürlich bedient, obwohl Thomas sich für den nächsten Morgen ankündigte, zum Frühstück.

Der innere Navigator ist verlässlich

Natürlich sind das alles – im Nachgang gesehen – absolut alberne Spielchen, die nur jemand spielt, der dem Fremdgehen frönt. Und dass er das ausgiebig getan haben musste, bewiesen wenig später meine Nachforschungen, die ich dann – alarmiert durch mein Bauchgefühl – anstellte.

Ich mache es kurz, denn: ich wurde in einer Online-Singlebörse, in der er sich rumtrieb, fündig.

Noch Fragen?

Oder ein anderes Beispiel aus meiner Singlezeit.

Ich hatte jemanden kennengelernt und wir begannen das Übliche: Miteinander ausgehen, sich kennenlernen, irgendwann im Bett landen. Soweit so gut. Als es dann „ernster“ wurde, kam mein Bauchgefühl. Es war ungut. Aber auch in diesem Fall überhörte ich es geflissentlich.

Bis zu einem Abend, als ich mit dem betreffenden Mann zum Telefonieren verabredet war – wir waren zu diesem Zeitpunkt schon in einer ziemlich fortgeschrittenen Kennenlernphase.

Er wollte mich gegen acht anrufen, aber es kam kein Anruf. Mein dumpfes Bauchgrummeln reagierte entsprechend…Ich beließ es aber dabei und ging zu Bett. Als ich aufwachte, hatte ich eine SMS auf dem Handy (nein, es war noch immer kein Whatsapp-Zeitalter) von ihm.

Mit recht krudem Inhalt, der mein schlechtes Bauchgefühl abermals verstärkte. Und zwar rechtfertigte er den nicht getätigten Anruf am Abend zuvor damit, dass er erst den Keller aufgeräumt und sich danach auf die Couch begeben hat. Dort ist er dann eingeschlafen.

Vorahnung bestätigte sich

Mir kam das mehr als spanisch vor! Wenn dieser Typ nur im Ansatz an einer Beziehung mit mir interessiert wäre, schliefe er doch nicht vor einem verabredeten Telefonat auf der Couch ein – oder?! Ich hätte aufgrund der Nachricht gleich die weitere Kennenlernphase kündigen sollen, mein Gefühl war gar nicht gut! Aber wie das eben meist so ist: man (FRAU) denkt ja dann doch oft, dass man vielleicht falsch liegt und lässt es weiterlaufen.

Bis man dann – logisch! – die volle Breitseite abkriegt und doch verliert.

So kam es hier.

Der Typ ließ erstmal ein, zwei Tage gar nichts von sich hören und schickte dann eine dürre Mail mit dem Inhalt, dass „seine Gefühle nicht ausreichen würden“.

Ganz ehrlich: das hätte er mir auch Tage zuvor am Telefon sagen und sich seine vollends blöden Ausreden sparen können.

Mal wieder bereute ich es, nicht auf mein Bauchgefühl gehört zu haben!

Dass aber das sensible Organ nicht nur im Bereich von Mann und Frau, sondern generell im Zwischenmenschlichen funktioniert, bewies dann später das Zerbrechen einer langjährigen Freundschaft zu einer guten Freundin.

Mittlerweile war eine hochpolitische Zeit in Deutschland angebrochen und die Menschen sortieren sich – so ist es bis heute – in zwei Lager.

Viele Leute tun ihre Meinung auf Facebook oder/und im Freundeskreis kund.

Und so bildete auch ich mir meine eigene Meinung zu den aktuellen Geschehnissen, gab dann und wann in den sozialen Netzwerken meine Meinung kund und – zack! – war die Freundschaft hin. Na ja, ganz so rasch ging es nicht, klar.

Auch bei Frauenfreundschaft täuschte das Bauchgefühl nicht

Es fing damit an, dass meine Freundin – sie wohnt relativ weit weg von mir und wir sehen uns nur ein paarmal im Jahr – auf meine Nachrichten (mittlerweile war das Whatsapp-Zeitalter angebrochen) einfach nicht reagierte, obwohl sie sie gelesen hatte.

Ich ahnte, dass es was mit meiner Einstellung zum aktuellen Zeitgeschehen zu tun hatte, mein Bauchgefühl war megaschlecht.

Und als sie sich nach weiteren Nachrichten, die sie gelesen, aber nicht beantwortet hatte, immer noch nicht zuckte, habe ich sie eines Tages kurzerhand angerufen. Bis dahin waren immerhin schon ganz viele Wochen ins Land gekommen, fast ein Vierteljahr!

Volltreffer! Sie sagte mir auf den Kopf zu, dass ihr meine Einstellung zu aktuellen Themen nicht passt. Leider war die Verbindung zum Zeitpunkt des Telefonats sehr schlecht, so dass das Gespräch sehr abgehackt war. Irgendwann war es ganz weg. Ich rief noch einmal an und landete auf der Mailbox.

Hier sprach ich meiner Freundin eine kurze Nachricht auf, mit dem Hinweis, dass sie mich jederzeit anrufen und dass man reden könne. Zwei verschiedene Meinungen sind doch kein Grund, eine über 15jährige Freundschaft zu kündigen!

Dachte ich.

Es war aber leider genau an dem – die besagte Freundin ist mittlerweile meine Exfreundin. Ich hätte also den Anruf schon früher tätigen und Gewissheit haben können. Mein Bauchgefühl lag richtig.

Schlechtes Bauchgefühl? Klarheit schaffen!

Und deshalb mein Tipp an alle, die ein schlechtes Gefühl in der Bauchgegend haben, wenn es um Fremdgehen, Dating oder Verstimmungen in einer Freundschaft geht: meldet sich Ihr schlechtes Bauchgefühl, dann finden Sie den Mut und schaffen Sie für sich Klarheit! Haben Sie das Gefühl, ein Dating-Kandidat lügt Sie haushoch an, dann wird da was dran sein. Haben Sie ganz stark das Gefühl, dass ihr Partner dem Fremdgehen frönt – nun: sie werden sehr wahrscheinlich richtig liegen.

Und wenn sich eine sehr gute Freundin von heute auf morgen nicht mehr meldet oder auf Nachrichten von Ihnen nicht reagiert, obwohl sie sie gelesen hat – auch hier liegt dann ganz höchstwahrscheinlich der Hase im Pfeffer, jede Wette!

Machen Sie also bloß nicht den Fehler und übergehen Sie dieses so wichtige Signal, das Ihnen Ihr Körperorgan zwischen Beinen und Brust übermittelt.

Es hat sich bislang so gut wie immer bewiesen, dass das dumpfe Gefühl im Bauch etwas bedeutet. Viele Frauen, die es übergehen, ärgern sich im Nachgang, nicht schon früher gehandelt zu haben. Ich gehöre auch dazu.

Und selbst wenn sich das „Zweite Gehirn“ zu Unrecht grummelig geäußert hat und alles in Butter ist – na dann: umso besser!

Nur: das ist meist leider nicht so…Mehr rund uns Thema Bauchgefühl finden Sie auch hier.

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Wer hätte das gedacht? Ein Spielgerät, das von kaum einem Kinderfest mehr wegzudenken ist, ist aktuell auch der letzte Schrei auf der Hochzeitsparty: die Hüpfburg! Aber nicht irgendeine: ein überdimensionales, romantisches Schloss in weiss, auf dem es sich hüpfen lässt, ist derzeit DAS Highlight, mit dem Hochzeiter ihre Gäste – vor allem die minderjährigen –  überraschen. Allerdings mehr oder weniger in Großbritannien, denn in Deutschland bleibt die Suche nach einer Hochzeits-Hüpfburg ergebnislos. Zumindest ging uns das beim recherchieren via Internet-Suchmaschine so.

Aber auch bei den Briten ist wohl eher kein leichtes Rankommen an das Hochzeits-Tool angesagt, denn dem Vernehmen nach ist der Anbieter in Sachen Hüpfburg für die Hochzeitsparty die meiste Zeit ausgebucht.

Mit Hüpfburg kommt auf Hochzeitsparty Stimmung in die Bude

Allerdings: das ist nur allzu verständlich! Denn mit diesem Teil kommt garantiert sofort Stimmung in die Bude – beziehungsweise in den Garten – wenn nach dem offiziellen Teil die Hochzeitsparty beginnt.

Wunderschön geschmückt ist diese Hochzeitsparty vor allem in Gärten ein zauberhaftes Highlight, mit dem wohl keiner der Gäste der feiernden Gesellschaft rechnet! Einen ersten Eindruck von dem außergewöhnlichen Teil sehen Sie hier.

Das Unternehmen, das die Hüpfburgen verleiht, heißt „aweddingwonderland“ und der Name ist wohl wirklich Programm! Mal bunt, mal märchenhaft und mal romantisch geschmückt kommen die Hochzeits-Hüpfburgen daher – mehr Hochzeitsdeko geht wohl kaum!

Anbieter in Deutschland gesucht!

Eine total charmante Idee, wie wir finden! Nun fehlt nur noch ein stilechter Anbieter in Deutschland, der Paare so einen festlichen Eyecatcher für die Hochzeitsparty liefert.

Lange dauert das bestimmt nicht mehr, denn irgendwann kommt auch dieser Hochzeitstrend in good old Germany an – wetten, dass?!

Wenn Sie ein wenig bei dem besagten Anbieter rund um die Hochzeitsparty stöbern wollen, dann hier entlang.

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„Barbara, du hast doch bestimmt eine große Sonnenbrille und eine Perücke?“ fragte mich vor knapp einem Jahr eine liebe Bekannte.

Immer wenn Marianne anruft, bin ich vorsichtig, denn die meiste Zeit des Jahres erinnert sie sich nämlich nicht an meine Telefon-Nummer. Sie meldet sich nur, wenn es ihr schlechtgeht.

„Ja, ich habe eine Sonnenbrille“ antwortete ich misstrauisch. „Dann könntest du doch für mich den Karl mal ein wenig überwachen“ meinte sie.

„Er sagt nämlich, er geht ins Fitness-Studio, aber ich glaube ihm nicht. Weil er ja vor zwei Jahren mal diese Frau geküsst hat. Die ist zwar verheiratet, aber ich traue ihm nicht. Bestimmt lügt er mich wieder an. Immerhin hat er es erst zugegeben, als ich sein Handy durchsucht habe. Ich bezahle dich auch.“

Gestatten, dass ich mich vorstelle? Barbara Edelmann, private Ermittlungen aller Art.

Ich musste schmunzeln, als ich mir vorstellte, dem armen Karl vor seinem Fitness-Studio verkleidet aufzulauern. Immerhin ist der Gute jenseits der 50, mit wenig Haaren und umso mehr Bauch und einem Ego, das nur man nur auf Erbsengröße bringt, wenn man es aufbläst, und nicht unbedingt ein Geschenk Gottes an die Damenwelt. Marianne lässt sich aber nicht gern etwas wegnehmen, auch wenn sie es vielleicht selbst nicht mehr so richtig möchte.

Ich lehnte dankend ab, denn es wäre mir zu anstrengend gewesen, fremde Männer zu beschatten. Außerdem besitze ich weder Fernglas noch Nachtsichtgerät, und Marianne hätte vollen Einsatz von mir erwartet.

Ob sie einen Ersatz für mich gefunden hat, weiß ich nicht, denn seitdem habe ich nichts mehr von ihr gehört. Scheinbar vertragen sich die beiden gerade wieder mal. Trotzdem muss ich oft an diese Geschichte denken, denn sie ist ein Paradebeispiel für Eifersucht und ihre einschneidenden Folgen.

Außerdem muss ich zu Karls Ehrenrettung anmerken, dass er bis zu diesem Zeitpunkt – also dem Kuss mit einer anderen Frau – bereits eine ziemlich anstrengende und für ihn unbefriedigende Beziehung mit Marianne hinter sich hatte. Unter der Woche durfte er nie bei ihr übernachten – auch nach über 10 Jahren nicht, weil Marianne es vorzog, Dinge mit ihren Freundinnen zu unternehmen. Sie teilte seine Zeit ein, und er bekam in ihrem Wochenplan einen festen Platz zu festen Zeiten. Wenn Marianne keine Lust hatte, musste Karl sich mit sich selbst beschäftigen.

Naja, ganz offensichtlich tat er das dann ja auch. Und ich glaube sogar wirklich, dass es sich nur um einen Kuss handelt, denn ich kenne Karl, wie bereits erwähnt.

Damals, nachdem ihr Karl in einem schwachen Moment gestanden hatte, mit seinen Lippen die Lippen einer anderen Frau berührt zu haben, nahm die Tragödie ihren Lauf.

Seitdem musste er sich in viertelstündlichem Turnus per SMS bei Marianne melden und mit Fotos seinen derzeitigen Aufenthaltsort dokumentieren (Supermarkt-Parkplatz, Fitness-Studio, Arbeit…). Er tat das alles in der Hoffnung, Marianne nicht zu verlieren, denn sie war ziemlich sauer. Irgendwie hatte dieser eine Kuss etwas in ihr freigesetzt, das wohl zeitlebens besser unter Verschluss geblieben wäre – das grüne Monster Eifersucht. Und zwar die rasende Variante.

Marianne benahm sich damals, als legte sie größten Wert darauf, schnellstmöglich zu ihrem eigenen Schutz in die nächstgelegene psychiatrische Anstalt eingeliefert zu werden.

Sie knackte den Code von Karls Handy, druckte sämtliche Whats-App-Chats zwischen dieser Dame und ihm aus und nagelte diese anschließend an die Eingangstüre der Konkurrentin. Da es sich um eine Glastür handelte, erfolgte anschließend eine Anzeige wegen Sachbeschädigung und Beleidigung, denn Marianne hinterließ nicht nur die Chat-Protokolle, sondern auch noch ein paar üble Beleidigungen, die mit Sicherheit in etlichen Ländern dieser Welt mit Stockschlägen auf die nackten Fußsohlen bestraft werden.

Sie legte sich ein zweites Handy mit einer anderen Telefonnummer zu und baggerte Karl unter falschem Namen bei Facebook an, um ihn endlich der Untreue überführen zu können, stalkte ihn bei Instagram, fuhr ihm mitten in der Nacht hinterher, als er ihre Wohnung verließ (hätte ja sein können, dass er sich zum Knutschen mit dieser Dame im Wald traf, so gegen morgens um 3:00 Uhr), rief seine Kollegen an und wollte diese ausfragen, durchsuchte in regelmäßigen Abständen, gründlicher als die Steuerfahndung,  seine Wohnung auf Spuren und so weiter.

Dann schleppte sie Karl zu einem Therapeuten. Der sollte ihm die Leviten lesen und ihm erklären, dass er so was Tolles wie Marianne gar nicht verdient hatte.

Nachdem der Therapeut sich eine gefühlte Ewigkeit Mariannes Tiraden angehört hatte, die ihm auswendig (!) sämtliche Chats zwischen Karl und der fremden Frau rezitierte,  erklärte er diese Beziehung für toxisch und riet beiden, eine Pause einzulegen.

Natürlich taten sie das nicht.

„Ich werde verrückt. Und ich weiß, dass es vollkommen bescheuert ist, was ich mache“ sagte Marianne damals heulend zu mir am Telefon. „Aber was soll ich tun? Ich will keinen anderen. Da müsste ich mich wieder umgewöhnen. Und ich habe keine Lust drauf, mit einem neuen Mann jetzt wieder von vorn anzufangen. Bis auf diese eine Geschichte stimmt ja alles. Nur kann ich ihm nie mehr glauben. Und ich bin sicher, dass er lügt und es auch weiterhin tut.“

Im Grunde ist das sehr traurig. Finden Sie nicht?

Gehören Sie vielleicht zu der Sorte Frauen, die täglich das Jackett Ihres Mannes untersuchen, und wenn Sie kein Haar darauf finden, vermuten, dass er es momentan mit einer Kahlköpfigen treibt? Tja, dann sind Sie wohl ebenfalls eifersüchtig. Willkommen im Club.

Eifersucht ist der Partisan unter den Gefühlen. Sie lauert irgendwo im Gebüsch und wartet manchmal nur auf ein einziges Wort, eine Bemerkung über eine Schauspielerin vielleicht, die wir gerade zusammen mit unserem Liebsten sehen, während wir einen Spielfilm genießen.

Sie kommt hervor wenn wir durch die Stadt schlendern und mitbekommen, dass unser Herzblatt anderen Frauen kurz hinterhersieht. sie saugt sich an uns fest, wenn er mit der Ex telefoniert, wenn irgendeine Frau ihm schöne Augen macht (auch wenn die vielleicht nur unter Astigmatismus leidet) , wenn er auf einer Party länger als angemessen mit einem  hübschen Mädel spricht.

Dann ist sie da. Und sie geht so schnell nicht wieder weg.

Um sie halbwegs in den Griff zu bekommen, ist es dringend nötig, sich erst einmal darüber klar zu werden, wie sie entsteht.

Eifersucht entspringt dem Gefühl von Unzulänglichkeit, der eigenen Unsicherheit. Sie nährt sich aus der Befürchtung, nicht gut genug für jemanden zu sein, nicht schön genug, nicht reich genug, nicht gescheit genug. Eifersucht tut furchtbar weh, und wenn sie einen einmal in den Krallen hat, ist es sehr schwer, sich wieder von ihr zu befreien.

Eine eifersüchtige Frau wird man nicht von heute auf morgen. Die Gründe für diese schlimmen Gefühle liegen meist in der frühen Kindheit verborgen und haben oft mit einer problematischen Eltern-Kind-Beziehung zu tun. Vielleicht litt man unter einem unnahbaren Vater, vielleicht musste man in der prägenden Phase der Pubertät kränkende Zurückweisungen einstecken. Irgendwas ist geschehen, das uns das Gefühl gegeben hat, nicht gut genug zu sein für irgendjemanden.

Sicher gibt es skrupellose Hallodris unter den Herren der Schöpfung, bei denen ein gesundes Misstrauen gerechtfertigt ist, aber allzu oft entspringt unsere Eifersucht nur der Phantasie und mangelndem Selbstwertgefühl. Die große Mehrzahl der Männer ist anständig, auch wenn man es ihnen nicht so recht glauben mag. Die sind froh, in einen sicheren, adretten Hafen eingelaufen zu sein und möchten auch gerne, dass alles so bleibt wie es ist. Die große Mehrzahl – wohlgemerkt.

Eifersucht hat ja in allererster Linie damit zu tun, dass man sich seiner selbst nicht sicher ist. Eine selbstsichere Person weiß nämlich ganz genau, was sie wert ist. Und dass man sie nicht von heute auf morgen einfach so verlässt. Eine selbstsichere Frau kann sehr wohl zwischen Realität und im Unterbewusstsein verankerten Ängsten unterscheiden. Denn Eifersucht wird zu einem Großteil von Angst gesteuert. Die Eifersucht ist das Fahrzeug, und die Angst sitzt am Steuer – die Angst davor, verlassen zu werden, die Angst davor, nicht gut genug zu sein.

Auch die Frage, wo fängt der Betrug an, ist ein heißes Eisen. Ist ein Kuss schon ein Betrug oder ein Gedanke? Tja, da hätten wir wohl ein Problem, so wie ich die Männer kennen und schätzen gelernt habe. Es soll wohl ernsthaft noch Frauen geben, die von ihrem Mann verlangen, dass er nur an sie denkt. Die ganze Zeit. Ohne Unterlass. Und die es als Betrug auffassen, wenn er sich vorstellt, mit Lady Gaga einen One-Night-Stand zu haben.

Das klappt nicht, meine Damen. Darauf sind die Herren der Schöpfung nicht programmiert. Polygamie gehört bei ihnen zur Serienausstattung – zumindest unbewusst.

In dem Film “ Sodbrennen“ von 1986 sagt der Vater seiner Tochter,  die sich über ihren untreuen Gatten beschwert: „Du willst MonogamieHeirate einen Schwan!

Ganz so krass möchte ich das jetzt nicht stehenlassen. Es gibt tatsächlich eine ganze Menge treuer Männer. Ich lehne mich sogar so weit aus dem Fenster, zu sagen: die meisten sind anständig.

Wissen Sie was? Wenn ein Mann Sie wegen einer anderen verlässt oder betrügt, dann hat er nur eins: Sie gar nicht verdient. Mit nichts. Das sollten Sie sich wirklich immer vor Augen führen.

Es gibt aber tatsächlich Herren, die schaffen es bis ins hohe Alter nicht, sich mit nur einer einzigen Frau zufriedenzugeben.

Ob die Gründe nun Größenwahn, ein winzig kleines Selbstbewusstsein, das ständig bestätigt werden muss oder Sexsucht sind, ob er fremdgeht, weil er zu viele Kohlenhydrate und zu wenig Sex bekommt – das wissen die Götter.

In sehr vielen Fällen allerdings – und damit komme ich wieder auf obigen Inhalt zurück – ist unsere Eifersucht schlichtweg einfach nur ein hässliches graues Gespenst, das sich in unserem Nacken festgeklammert hat, weil es in früher Jugend Eltern, Betreuer, erste Freunde oder gemeine Geschwister dort losgelassen haben und absolut unbegründet.

Ich kann Ihnen nur raten: Erkennen Sie, was Sie sich wert sind. Erkennen Sie, dass Sie eine ganz besondere Frau sind, eine außergewöhnliche Persönlichkeit. Von Ihnen gibt es auf der ganzen Welt nur genau ein einziges Exemplar. Jeder, der Sie betrügt, hat ohnehin einen Dachschaden und weiß nicht, was gut für ihn ist. Finden Sie nicht auch?

Erkennen Sie, dass Sie, ob Über- oder Untergewicht, ob Brille oder Überbiss, ob wenig Haare oder zu viele an den falschen Stellen – als Gesamtpaket durchaus etwas wert sind, dass Sie stolz auf sich sein dürfen. Sie haben es nicht nötig, sich mit anderen Frauen zu messen, denken Sie immer daran. Das hier ist kein Wettbewerb. Es geht um Ihre Seele. Da macht man keine Witze. Oder veranstaltet Wettbewerbe.

Solch extremen Fällen wie meiner Freundin Marianne (es ist übrigens eine wahre Geschichte) empfehle ich einen guten Therapeuten. Aber oft reicht schon die allerbeste Freundin, die einem die Seele wieder zurechtrückt. Manchmal sogar ein Spiegel. Schauen Sie genau hin: Das sind Sie. Ist doch top, oder?

Wir Frauen neigen nämlich dazu, uns anders zu sehen, als wir sind – bis auf meine Freundin Susi mit ihrem Zauberspiegel, der ihr täglich sagt, dass Sie das Tollste seit der Erfindung des Toilettenpapiers ist. Sie leiht ihn mir aber leider nicht. Ich habe selbst leider einen gemeinen Spiegel, der die Pölsterchen hervortreten lässt und aus meinem Hintern eine Landebahn für eine Boeing macht,  obwohl andere zu mir sagen: „Du bist so schlank.“

Mein Spiegel behauptet dann immer: „Die lügen doch alle, du dumme Nuss.“ Ich sag ja, er ist fies.

Sehen Sie sich selbst, wie Sie sind: toll ganz einfach. Und wer was anderes behauptet, der lügt. Oder rufen Sie meine Freundin Susi an. Der ist noch nie ein Mann blöd gekommen, und so was wie Eifersucht kennt die gar nicht. Weil sie das Selbstbewusstsein von Gwyneth Paltrow hat. Und das Aussehen von… vielleicht Roseanne.  Es kommt immer auf den Blickwinkel an, wissen Sie.

Es hängt von Ihnen ab, ob Sie sich plagen. Denken Sie beim nächsten Mal dran, ehe Sie versuchen, ein Haar auf der Jacke zu finden.

Herzlichst,

Ihre Barbara Edelmann

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