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In diesen Tagen ins Grüne rauszugehen, ohne auf viele andere Menschen zu treffen, dürfte in Städten oder dicht besiedelten Gegenden ein Ding der Unmöglichkeit sein. Hier den empfohlenen Corona-Mindesabstand von circa 1,50 Meter einzuhalten, schafft man unter diesen Vorraussetzungen wohl kaum. Deshalb lohnt es sich aktuell, lieber ein paar Kilometer weiter in die aufblühende Natur zu fahren und die Einsamkeit zu suchen.

Abgeschiedene Waldwege laden zum Spazierengehen ohne andere Leute ebenso ein, wie so manches Kleinod, das man auf diese Art gleich mal noch nebenbei entdecken kann. Auch wer seine Heimat und deren Umland gut kennt, wird staunen, was es so für Orte gibt, die einem bislang verborgen blieben. Sich hier das eine oder andere – bislang unbekannte – Ausflugsziel zu erschließen, dürfte eines der wenigen positiven Dinge sein, die die derzeitige Corona-Krise bietet.

Ein Auto ist oftmals die Voraussetzung, Kleinode zu entdecken

Wald

Auf einsamen Waldwegen lässt es sich herrliche Frischluft tanken, ohne dass man anderen Leuten begegnet.

Die einzige Voraussetzung ist allerdings – wie eingangs schon angerissen – ein Auto. Ohne selbiges geht es nicht, um aus dem eigenen Umfeld hinauszukommen und bis dato unbekannte Orte, an denen sich keine anderen Menschen tummeln, zu entdecken.

Spitzenreiter dürfte hier nach wie vor der Wald sein. Mit vielen einsamen Wegen ausgestattet, macht er es einem leicht, ganz allein und ohne andere Menschen in der Nähe seiner (Spazier)Wege zu gehen.

Aber auch alte Schlossanlagen, die abseits des Bekanntheitsgrades von Sanssouci & Co. hinter Wäldern oder in Auen thronen, lohnen sich. Die sich meist anschließenden, großzügigen Parkanlagen laden zum Erkunden und Entspannen ein, ohne dass man großartig anderen Leuten begegnet. Und wenn doch, kann man den empfohlenen 1,50-Mindestabstand locker einhalten oder aber sieht etwaige andere Menschen nur aus der Ferne.

Wichtig ist eigentlich nur, Ausflugsziele, die mit Einsamkeit locken, erst einmal zu finden. Nicht selten entdeckt man schöne oder/und verwunschene Orte auch durch Zufall. Bei einer Fahrt ins Blaue zum Beispiel, die man mit unbestimmtem Ziel antritt und dabei einfach so umherfährt. Wer hierbei mal da und mal dort hält, wird garantiert neue und ihm noch unbekannte Ausflugsziele entdecken.

Vitamin D tanken an einsamen Orten

Einmal aufgestöbert, kann man solche Orte in den aktuellen Corona-Tagen immer wieder ansteuern und dort – ohne Menschenmassen und manchmal sogar ganz alleine – wichtiges Vitamin D tanken.

Einsame Spazierwege sind in diesen Tagen Trumpf!

Probieren Sie es ruhig mal aus: Suchen Sie sich ihren einsam-verwunschenen Lieblingsplatz und steuern Sie ihn aller paar Tage an. Ihr Immunsystem wird es Ihnen in diesen so unruhig gestarteten Zwanzigern danken – garantiert!

Und: Bleiben Sie gesund!

Unsere Ausflugslocations in den eingefügten Bildern:

Titelbild: Schlosspark Schloss Zschepplin

Bild 2: Einsamer Waldweg im Presseler Heidewald/Moorgebiet

Bild 3: Am Schloss Zschepplin

Bildnachweise: privat

 

 

 

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Andrea Teichmann

Seit knapp drei Wochen sind die Kindergärten, Tagespflegen und Schulen wegen des Coronavirus geschlossen. Wie Sie als berufstätige Mutter trotzdem einen angenehmen Familienalltag gestalten, möchte ich Ihnen in meinem Artikel aufzeigen. Als vierfache Mutter habe ich fünf konkrete Tipps zusammengestellt, wie Sie ohne Lagerkoller Freude in dieser außergewöhnlichen Zeit erleben und dennoch beruflich erfolgreich bleiben können. Auch an Tagen, an denen scheint nichts zu funktionieren scheint. Da hilft nur eines: Die Ruhe bewahren!

Kinder, Homeoffice & Co.: Ruhe bewahren!

6.30 Uhr, morgens in Deutschland: Der Einjährige zetert, weil er sein Brot selbst schmieren möchte. Der Vierjährige kippt seinen Orangensaft über sich, die Sechsjährige findet ihre Brille nicht und der Achtjährige ist in sein Buch vertieft.

8.05 Uhr, wenn dies ein normaler Tag wäre, hätte mein Mama-Job Pause, aber nun sitzen, laufen und rollen hier vier Kinder durch die Küche. Zwei Kinder sollen ihre Schulaufgaben machen, der Einjährige malt mit den Stiften seiner Geschwister den Tisch an, den Vierjährigen habe ich aus den Augen verloren und eigentlich muss ich verschiedene Marketingaufgaben erledigen und habe gleich noch eine Videokonferenz.

Kennen Sie das? Wenn die Doppelbelastung in Zeiten von Corona echt an den Nerven zerrt? Der volle Schreibtisch, der im Arbeitszimmer steht und ruft: „Wann kommst Du bitte?!!“ Die Kinder, die beschäftigt werden möchten und der Haushalt mit Essen, Putzen etc. steht auch noch an. 

Den Familienalltag entspannter gestalten

Ich möchte Ihnen einen Einblick in meinen neuen Alltag geben, denn wir Mütter sind mit unseren diversen Aufgaben nicht allein. Und ich gebe Ihnen Tipps an die Hand, wie Sie Ihren Familienalltag entspannter gestalten.

Seit über zwanzig Jahren gebe ich verschiedene Sportkurse für Eltern und Kinder zu Land und zu Wasser. Zusätzlich bin ich Dipl. Medienwirtin (FH) und Werbekauffrau und arbeite online als virtuelle Marketingberaterin. Zwar pausieren meine Kurse im Moment, aber der Marketingschreibtisch liegt trotzdem voll. Hätte man mir vor einem Jahr erzählt, dass ich irgendwann mal Homeschooling mit meinen Kindern machen, ich hätte Ihn ausgelacht. Durch den Beruf meines Mannes haben wir ihn schon auf Geschäftsreisen begleitet und dort fand ich das Homeschooling sehr anstrengend. 

Allerdings geht es gerade fast allen Müttern mit Kindern, die gleichzeitig berufstätig sind und ihre Kinder zu Hause betreuen, so. In normalen Zeiten haben wir schon ein Familienleben mit vielen Absprachen, mit einem guten Netzwerk. Was empfehle ich Ihnen, damit der Alltag mit Kindern und Job gelingt? Und Sie nicht auffrisst wegen der vielen, oft flexibel zu handhabenden Tätigkeiten?

5 Tipps für berufstätige Mütter die Zeit, Geld und Nerven sparen

  • Verabschiede Sie sich von Perfektion! Während ich mit meinem ersten Kind noch versucht habe, alles perfekt zu machen, habe ich in den letzten Jahren mehr und mehr beschlossen: Ich kann nicht in allen drei Bereichen Hundert Prozent leisten – und will das auch nicht. Denn das geht nur auf Kosten meiner Gesundheit, meiner Laune und dazu gebe ich das falsche Signal an meine Umwelt: Wenn sie alles kann, braucht sie keine Hilfe. Und mal ganz ehrlich, im Moment bekommt es nicht mal jemand mit, wenn die Wäschekörbe einem Tannenbaum ähneln. 
  • Homeschooling kann Spass machen! In der ersten Woche war das Homeschooling bei uns eine Katastrophe. Gerade mein Ältester hatte überhaupt kein Verständnis dafür, warum er Corona-Ferien hat und trotzdem Schulaufgaben machen muss. Um einen Überblick zu bekommen, wer was machen muss, habe ich Kisten für die Fächer angelegt und diese mit den Kindern entsprechend einsortiert. Jeder hat einen eigenen Rhythmus. Daher dürfen die Kinder morgens länger schlafen oder spielen. Aber spätestens ab 9 Uhr sitzen die beiden Schulkinder an ihren Aufgaben. Welche Aufgaben sie erledigen, haben wir vorher grob besprochen. Allerdings gibt es auch keinen festen Ort, wo sie die machen sollen. Ihre Hausaufgaben haben sie bis jetzt immer an ihrem Schreibtisch erledigt, aber neue Zeiten, erfordern neue Ideen. Vormittags versuche ich Kleinigkeiten an meinem neuen Schreibtisch zu erledigen – am Küchentisch. Allerdings habe ich festgestellt, dass es keinen Sinn macht, wenn das Sachen sind, wo ich hochkonzentriert sein muss. Mittags essen wir, wie immer gemeinsam und dann gibt es eine Mittagspause. Der Jüngste schläft, die anderen sind leise in ihren Zimmern oder im Tobekeller. In dieser Zeit wissen sie, dass ich mich konzentrieren muss. Deshalb hängt ein von mir selbst entwickeltes Türschild an meiner Tür. Am Nachmittag schauen wir, wie das Wetter ist und was wir machen können. Videokonferenzen mache ich entweder in der Mittagszeit oder aber ich erkläre meinem Gegenüber, dass meine Kinder eventuell mal durch das Bild laufen könnten. Abends wenn die Kleineren schon schlafen und die Größeren noch lesen, sitze ich wieder am Schreibtisch und erledige die restlichen Sachen. Wenn ich zu müde bin, dann stehe ich am nächsten Morgen früher auf und erledige es dann.
  • Überlegen Sie, welche Aufgaben im Haushalt Sie mit den Kindern gemeinsam machen können! Meine Kinder helfen schon vor der Corona-Zeit mit, aber da wir ja noch mehr zu Hause sind, binde ich sie beim Kochen mit ein oder wir spielen eine Runde Socken-Memory. Sie glauben nicht, wie viele Socken in einer sechsköpfigen Familie anfallen. 
  • Binden Sie Ihren Lebenspartner von Anfang an aktiv in das Familienleben mit ein! Ein großer Fehler ist es, erst alles auf sich zu nehmen und erst später Pflichten zu teilen. Wöchentliche Absprachen, wer was zu tun hat, sind eine Notwendigkeit. Mein Mann kann leider kein Homeoffice machen und ist sehr viel unterwegs. Aber trotzdem sprechen wir über den Wochenablauf.  
  • Verschaffen Sie sich einen Freiraum! Eine halbe Stunde abends lesen oder eine Sportauszeit. Und verabschiede Sie sich von einem schlechten Gewissen, denn aus diesen kleinen Pausen schöpfen Sie jede Menge Kraft, die Sie brauchen und die einem gut tun.

Für mich sind all diese Tipps wesentlich geworden, damit wir keinen Lagerkoller bekommen und entspannt durch diese verrückte Zeit kommen.

In diesem Sinne bleiben Sie gesund!

Über die Autorin

Gastautorin Andrea Teichmann (im Bild), deren Kinder zwischen eins und acht sind, ist Gründerin von Aqua Fun Aktiv. Zusammen mit ihrem Team bietet sie Wasser -& Landkurse für Kinder, Schwangere und Familien an. Vom Babyschwimmen über die Krabbelgruppe bis zur Aquagymnastik für (auch schwangere) Mamas sowie Schwimmkurse und Fitnesstraining auf dem Wasser ist alles dabei. Seit über zwanzig Jahren leitet Andrea als Fachübungsleiterin für Orthopädie, Aquagymnastik für Schwangere, Aquarückbildung und Gesundheitstraining für Kinder die verschiedensten Kurse, in denen sie ihre Wasserbegeisterung an kleine und große Wasserratten weitergibt.

Als vierfache Mutter versteht Andrea Teichmann die Ängste und auch die Unsicherheit, die man mit einem Baby im Wasser hat. In ihrem Elternratgeber „Wasser-Wonne – Schwimmen mit kleinen und großen Babys“ verrät sie Tipps und Tricks, wie aus kleinen große Wasserratten werden.

Bildnachweis: Andrea Teichmann

 

 

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Edda Schmidt

Firmenjubiläen, Empfänge, rauschende Feste und offizielle Veranstaltungen: Das ist normalerweise das Parkett, auf dem sich Unternehmerin Edda Schmidt (im Bild) bewegt. Mit ihrem Cateringunternehmen beliefert sie Events unterschiedlicher Couleur und gehört jetzt – in der Coronakrise – zu jenen, deren Branche von heute auf morgen nahezu gekappt worden ist. Denn bekanntlich dürfen derzeit keine Zusammenkünfte mit vielen Personen durchgeführt werden – Ende nicht abzusehen.

Mittagessen für die Nachbarschaft im Kiez

Für viele gastronomische Einrichtungen und Unternehmen bedeutet das das Aus. Ein dramatischer Zustand, den es so hierzulande noch nicht gegeben hat. Nicht selten helfen aber Pragmatismus und Ideenreichtum – Attribute mit denen Unternehmerin Schmidt aus Leipzig schon immer aufwarten kann. Kam es ihr zunächst gar nicht ungelegen, mal ein paar Tage kürzer zu treten, so merkte sie bald, dass das nichts für sie ist. „Rumsitzen kann ich nicht!“ – sagt die Powerfrau und ließ sich vom Sender MDR Sachsen im beschaulichen Gohlis – einem Stadtteil der Pleißemetropole – für einen Radiobeitrag in die Töpfe gucken.

Dort quackerte gerade eine orientalische Linsensuppe und brutzelte im Ofen schon eine leckere Pasta. Mittendrin erzählt Edda Schmidt dem Reporterteam, wie sie ihren Cateringservice für die Businessklientel zu einem Solidaritätsprojekt für die Nachbarschaft im Kiez umfunktionierte. Auf Vorbestellung gibt es nun täglich ein Mittagessen – zum fair-moderaten Preis! Fünf Euro berechnet die Kochfee pro Mittagsgericht. Mit der leckeren Offerte hat Edda Schmidt vor allem ältere Menschen und Leute im Homeoffice im Visier.

Fertiggerichte oder gar Dosenkost kommen der ehemaligen sächsischen Weinkönigin allerdings nicht in den Topf: Gekocht wird absolut frisch, vor allem gute Hausmannskost. Krautwickel und Sächsische Kartoffelsuppe kommen an: Dank Mundpropaganda und den sozialen Medien fanden sich schnell Abnehmer für Schmidts leckeren Mittagstisch. Die Hälfte der Gerichte ist vegetarisch und Wünsche der Kunden stehen hoch im Kurs.

Hygienische Vorschriften werden penibel eingehalten

Bezahlt wird in bar – in eine Schale gleich neben der Durchreiche, die sich in diesen Zeiten im Kochstudio als superpraktisch erweist. Die Hygiene ist also gewährleistet und die Deckung der Kosten zumindest auch erst einmal.

Mit Zukunftssorgen belastet sich Edda Schmidt nicht. „Dann wäre man nicht arbeitsfähig“ – so ihr knappes wie einleuchtendes Statement dazu. Immerhin kann sie in vielen Belangen an ihr normales Business andocken, wenn auch auf schmalerem Level. Das ist mehr, als viele andere Menschen, die um den Fortbestand des eigenen Unternehmens gerade bangen müssen, derzeit haben.

Ein Lieferservice wird übrigens auch angeboten: Ab einem Bestellwert von 50,00 € liefert die Unternehmerin frei Haus. Das darf gerne auch mal außerhalb des Kiezes sein!

Bildnachweis: Edda Schmidt

 

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Schwangere Frau

Dass werdende Väter die Geburt im Kreißsaal begleiten, ist der Wunsch vieler werdender Mamas. Seit Corona gelten aber auch hier andere Spielregeln. Viele Geburtsstationen bzw. Kreißsäle in Deutschland lassen derzeit keine Ehemänner oder Partner zu einer Geburt mehr zu. Der Grund dafür sind fehlende Schutzanzüge, Masken und Desinfektionsmittel. Das geht aus Berichten des SWR hervor, der dazu mehrere Beiträge veröffentlicht hat.

Betreten der Kreißsäle für viele werdende Väter verboten

So heißt es zum Beispiel auf der Seite von swr.de:

„(…)Weil es derzeit in vielen Kliniken im Land durch die Corona-Krise zu wenig Schutzmaterial gibt, dürfen Väter oft nicht mehr bei Geburten dabei sein. Das bereitet Familien große Sorge. Ingrid Mollnar vom Hebammen-Landesverband Rheinland-Pfalz sagt: „Ganz dringendes Problem bei uns ist im Moment sowohl in der Klinik als auch in der Freiberuflichkeit die Versorgung mit Schutzkleidung.“ Durch die Corona-Krise fehle es an Schutzkitteln, Häubchen, Handschuhen, geeignetem Mundschutz und Desinfektionsmittel. Auch wenn man volles Verständnis dafür habe, dass Väter bei der Geburt dabei sein wollen: Um Schutzkleidung zu sparen, müsse es derzeit ohne Väter gehen.(…)“

Verständlich, dass die werdenden Mütter – und Väter! – über diese Maßnahme nicht erfreut sind, ganz klar. Aber dennoch sollten die Frauen, die in diesen Tagen ein Kind erwarten, den Mut nicht verlieren und an die Millionen Frauen denken, die ihre Kinder auch ohne den Partner an der Seite zur Welt gebracht haben.

Dass Väter bei der Geburt dabei sind, gibt es noch nicht allzu lange

Es war ja nicht immer so, dass der Ehepartner oder Lebensgefährt mit in den Kreißsaal durfte. In Westdeutschland ist das seit den siebziger Jahren üblich, in der DDR gab es das gar nicht.

Zudem verträgt so mancher Mann den Anblick seiner gebärenden Frau im Kreißsaal eher schlecht, nicht wenige Partner der werdenden Mamas sind auch schon mal umgefallen. Dass sie dann eher eine Last für das Kreißsaal-Personal sind, ist klar.

Und auch unter heutigen Bedingungen – in Zeiten der Corona-Krise und der fehlenden Schutzausrüstungen – wäre ein begleitender Partner wohl auch eher Last denn Bereicherung. Insofern sollte die Vernunft siegen, auch wenn das für die eine oder andere werdende Mutter keine leichte Situation ist.

Wie bereits erwähnt: Der Trost, dass es so viele andere Frauen auch ohne den Partner geschafft haben, muss jetzt gelten.

Alles andere wäre fahrlässig. Für alle Beteiligten!

Bildnachweis: stock.adobe.com / Tomsickova
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Auch das stylishste Anwesen hat sie meist: Eine Abstellkammer. Der kleine Nebenraum, der oftmals versteckt in der Nähe der Küche liegt, ist allerdings häufig ein einrichtungstechnisches Stiefkind. Egal, ob in der Luxusimmobilie oder im Reihenhaus der Nachbarn von nebenan. Nicht selten herrscht in Räumlichkeiten dieser Art Unstrukturiertheit, die schnell auch mal im Chaos enden kann. Kein Wunder – müssen doch Altpapier, alte (Pfand)Flaschen, Getränkekästen, der gelbe Sack, Besen, Eimer und Schrubber dort untergebracht werden. Und häufig vielerlei Krimskrams mehr. Geschenkpapier, Geschenktüten, Geschenkband, Vorräte, Küchenrollen, Toilettenpapier sind weitere Dinge, die zumeist in der Abstellkammer gelagert werden und deren Anordnung – wenn sie ohne Struktur aufbewahrt werden – schnell in einem großen Durcheinander enden kann.

Abstellkammer – oft das räumliche Stiefkind im Haus

Wer hier die eigene Situation in seinem Haushalt wieder erkennt und schon immer mal seine Abstellkammer besser strukturieren und aus dem kleinen Nebenraum einen Hort der Ordnung machen wollte, sollte jetzt weiterlesen. Denn ich möchte Ihnen den Weg vorstellen, den ich in Sachen Neuordnung meiner Abstellkammer gegangen bin.

Unser „Vorher“!

Unser Kämmerchen war – das muss man einfach sagen – am Anfang nach dem Einzug in`s Haus ein Stiefkind in Sachen geordneter Einrichtung. Wir hatten ein Regal dort drin, zwei Behälter für die gelben Säcke und eine Kiste für Papiere. Letztere war meist nach sieben bis zehn Tagen schon rappelvoll und im Regal stapelten sich mit der Zeit allerlei Dinge, die weder geordnet noch strukturiert dort untergebracht waren.

Meist wurden Sachen wie Geschenkpapier, die Bauklebebandrolle, Fliegenbänder, Vorräte und Putzmittel einfach in das Regal dazugestellt. Zwar in separate Etagen aufgeteilt, aber dennoch mit dem Ergebnis, dass man kaum fand, was man brauchte und viel Zeit zum Suchen aufwenden musste. Die großen Taschen mit leergetrunkenen Pfandflaschen,

die auch noch dort herumstanden, bis der nächste Supermarkt-Trip anstand, taten ihr übriges…! Das nebenstehende „Vorher“-Bild spricht sicher für sich.

Zeit also, nun auch der Abstellkammer eine Schönheitskur zu verpassen. Nachdem sich unsere Familie zunächst auf die Haupträume konzentriert und diese saniert hat.

Behältnisse für Papier, Altglas & Co. am wichtigsten

Ich beschloss deshalb, mich im Internet nach Mobiliar für unsere Kammer umzutun. Am wichtigsten waren mir Behältnisse für Papier, Altglas und Pfandflaschen. Ausschau wollte ich auch nach einer Hängeaufbewahrung für Besen, Schrubber und Kehrblech halten.

Inspirieren ließ ich mich von toll eingerichteten und strukturierten Abstellkammern auf Pinterest. Sie dienten als Vorlage für meinen Streifzug nach Produkten für unsere Abstellkammer im Web. Zunächst klickte ich auf Amazon.de. Und wurde fündig. Komplett. Der Versandriese hielt tatsächlich alles parat, was wir für das schmale Räumchen benötigten.

Nachher…

Zuerst musste ein neues Regal her. Und zwar eines, das sehr hoch war und mit mehr Stauraum aufwartete. Immerhin muss bei uns neben den Basic-Dingen, wie Putzmittel, Pfandflaschen, Vorräte, Papier und Zubehör aus Haus und Hof auch allerlei Krimskrams, wie Geschenktüten (irgendwie kommen immer neue nach, die ich aufhebe, siehe Bild), Bastelzeug und Haushaltskleinigkeiten untergebracht werden.

Da war es mir nur recht, dass Amazon Regale anbot, die von der Höhe her so beschaffen waren, dass sie in unserer Abstellkammer fast bis an die Decke reichten. Ich schlug online zu! Parallel dazu besorgte ich mir bei ALDI im Angebot (war Zufall, dass die das gerade in der Aktion hatten) noch Aufbewahrungsboxen, die in Regalen noch mal zusätzlich für Ordnung sorgen sollten.

Das Ergebnis ist im Bild links zu sehen. Eher per Zufall entdeckte ich auf Amazon einen Getränkekasten-Halter, der im Bild in der Mitte zu sehen ist. Er bietet insgesamt Platz für drei Getränkekästen und ist ziemlich praktisch. Auch, weil er sich schmal macht.

Im Regal gut zu sehen sind auch die schwarzen Aufbewahrungsboxen, die es bei ALDI im Angebot gab. Auch online. Leider sind sie derzeit – Stand Mitte März 2020 – nicht im Discounter erhältlich. Hier kann nur wer mit diesen Ordnungshelfern liebäugelt, darauf hoffen, dass die Behälter demnächst einmal wieder im Angebot sind.

Natürlich gibt es solche Plastikboxen auch anderswo, allerdings kaum zum unschlagbaren Preis von 2,99 Euro pro Stück, wie ALDI sie anbot. Aber wie gesagt: Die Dinger kamen mir in meiner Planungsphase für die Abstellkammer eher zufällig unter.

Endlich Struktur in der Abstellkammer!

Gezielt geschaut habe ich noch nach Sortierbehältern für die oben erwähnten Dinge, die im Alltag stets anfallen und schnell Chaos oder/und Unordnung verursachen. Also: Pfandflaschen, Papier, Altglas und so weiter.

Endlich Ordnung für Papier & Co.!

Auch hier bietet der Online-Riese Amazon eine große Auswahl. Entschieden habe ich mich für die auf dem Foto abgebildeten hellen Sortierbehälter, die allerdings sehr lange auf sich warten ließen. Gelohnt hat sich der Kauf dieser Dinger aber auf jeden Fall, denn hier sind nun ganz entspannt so Sachen wie unsere Pfandwasserflaschen, Küchenrollen, Papiermüll und Altglas untergebracht. Sortiert und ordentlich, kein Vergleich zu unserer früheren Unstrukturiertheit!

Wer also jetzt Lust bekommen hat, seine Abstellkammer in ein Ordnungsparadies zu verwandeln: Ich stelle nachfolgend alle Produkte mit der erwähnten Amazon-Bezugsquelle online. Auch die Halterung für Besen, Schrubber und Kehrblech, die auf dem Foto, das das Regal abbildet, rechts im Bild etwas zu sehen ist. Daneben haben wir noch eine Staubsauger-Halterung angebracht, die nicht zu sehen ist, aber sich auch als überaus nützlicher Helfer für uns entpuppt hat.

Mein Fazit zur Umgestaltung der Abstellkammer: Es lohnt sich und ist mit den Produkten aus dem Internet auch ruckzuck bewerkstelligt. Wobei ich natürlich auf männliche Hilfe in der Familie zurückgegriffen habe.

Das Kämmerchen wurde im Vorfeld noch mal durch gestrichen, die hässliche Decke wurde entfernt und auch den Aufbau der georderten Ordnungshelfer hat der Mann im Hause übernommen. Samt Bohrmaschine, Dübel & Co….! Wer sich in diesem Zusammenhang allerdings professioneller Hilfe bedienen mag, der kann in Sachen Abstellkammer auch einen Ordnungscoach buchen – siehe hier.

Bildnachweise: stock.adobe.com / Valerii Honcharuk, privat

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Supermarkt

Gelegentlich erinnere ich mich wehmütig daran, wie ich jeden Donnerstag nach Feierabend auf dem Heimweg meinen Lieblings-Supermarkt besuchte – einen schlampigen Laden voller unaufgeräumter Ecken, auch wegen der überall herumstehenden Wühlkörbe, die ihren Namen zu Recht trugen. Regelmäßig tappte man versehentlich in eine Milchpfütze oder Saft, den jemand auf dem Gang verschüttet hatte, oder hüpfte elegant drüber weg. Und mehr als einmal griff ich ins Regal und bekam eine aufgerissene Packung mit Schokoriegeln zu fassen, die jemand achtlos wieder nach hinten gestopft hatte.

Dieser Supermarkt war groß und unübersichtlich, und man konnte sich darauf verlassen, dass in einem der Gänge eine Glühbirne fehlte, was dem Ganzen einen heimeligen Touch verlieh. Bei Dämmerlicht sehe ich wirklich gut aus. Das dachte wohl auch der Manager des Ladens, denn wohin ich ging, da war er auch und beobachtete mich. Ich habe bis heute keine Ahnung, ob er mich für attraktiv oder eine Ladendiebin hielt.

Entspannt für die ganze Woche einkaufen – damals war`s!

In diesem Laden, der von der Waschmaschine bis zum Hartweizengrieß alles führte, erledigte ich meinen Einkauf für die ganze Woche, schob entspannt den Wagen durch die Gänge, vertrieb mir am Wühltisch die Zeit, gab immer mehr aus, als ich eigentlich wollte, und fuhr dann zufrieden nachhause.

Auch heute noch kaufe ich einmal pro Woche ein, denn ich wohne abgelegen und komme nicht täglich in die Stadt. Allerdings tue ich es seit ungefähr 10 Jahren nicht mehr so gern.

Mittlerweile fühle ich mich beim Betreten meines Supermarktes nämlich, als hätte man mich auf einem feindlichen Planeten mit unwirtlicher Atmosphäre ausgesetzt, fast wie in einem dieser Jump-and-Run-Computerspiele, bei denen man sich Sonderleben und Bonuspunkte erkämpfen muss.  Wöchentlich arbeite ich mich durch diese Melange aus Fahrstuhlmusik, Lautsprecherdurchsagen („Frau Weizenkeim bitte chridzr kdhrelri chrrr…“) und unfreundlichen Gesichtern, weiche aggressiven Kunden mit ihren Einkaufswägen aus und hüpfe zur Seite, wenn eine gestresste Mitarbeiterin ihren 15 Tonnen schweren Hubwagen hinter sich herzieht. Ich schaffe es gerade immer noch, aber es ist absehbar, wann eine meiner Zehen dran glauben muss.

Hektischer ist es geworden, mit viel mehr Kunden. Und kälter auch. Oft habe ich schon Einkäufe ohne jeglichen Blickkontakt hinter mich gebracht. Nicht mal die Dame an der Kasse sah hoch, als ich bezahlte. Die Leute starren alle auf den Boden oder fixieren einen imaginären Punkt. Es ist geradezu unheimlich. In den Gängen herrscht eine Atmosphäre von Hektik und Stress, als bekämen die Kunden Geld dafür, so schnell wie möglich wieder aus dem Laden zu verschwinden.

Alle haben es nur noch eilig

Von wegen: „Lächle, und du bekommst ein Lächeln zurück.“ Alle haben es eilig und huschen an einem vorbei, als müssten sie in der nächsten halben Stunde irgendwo eine brennende Ölquelle löschen. Vormittags um 10:00 Uhr. Niemand würde sehen, dass ich lächle, denn jeder tut, als wäre er allein hier.

Einkaufen im großen Supermarkt ähnelt heutzutage einem Erlebnisurlaub. Man muss aufpassen, wohin man tritt, sich bemühen, den in eine Richtung krängenden Wagen in der Spur zu halten, Einkaufswägen von anderen Leuten ausweichen, die einem mit den Dingern in die Flanken fahren, und zähneknirschend am Kühlregal ausharren, weil eine Unentschlossene breitbeinig genau vor dem Zimtjoghurt steht, den man sich greifen möchte. Sie tut, als sähe sie einen nicht, aber sie weiß genau, dass man da steht.

Ich fürchte, in letzter Zeit kommen in Supermärkten die niedrigsten Instinkte einiger Menschen zum Vorschein. Vielleicht denkt sie:  „Weil ich sonst nichts in meinem Leben unter Kontrolle habe, soll die blöde Kuh links von mir jetzt gefälligst warten, während ich darüber nachdenke, warum eine Thermosflasche im Sommer Limonade kalt und Kaffee im Winter warmhält.“

Sie sehen – auch bei mir macht sich allmählich eine gewissen Gereiztheit breit, wenn ich ignoriert werde, warum auch immer. Die Frau kennt mich nicht, genauso wenig wie ich sie.  Weshalb also tut sie, als wäre ich unsichtbar, bis ich hauche: „Entschuldigung bitte, dürfte ich mal“? Geht es wirklich nur darum? Gehört dieser Platz ihr? Das passiert mir regelmäßig, immer nur mit Frauen. Noch etwas, das neu ist, und das ich bisher nur auf einem Kreuzfahrtschiff allabendlich am Buffet erlebt habe.

Letzten Samstag beobachtete ich folgendes: Eine Frau streckte sich, um sich eines dieser Plastik-Kännchen mit Kaffeesahne von oben aus dem Regal zu greifen. Balancierend auf den Zehenspitzen, erwischte sie eins, aber das hatte scheinbar schon jemand geöffnet, und die Hälfte der fettigen Flüssigkeit ergoss sich auf ihre Winterjacke.

Warum reißen die Leute Packungen auf?

Fluchend rieb sie an sich herum, dann stellte sie das Kännchen auf denselben Platz wie vorhin, damit es auch sicher den nächsten Kunden erwischt. Ich habe das Kännchen aus dem Regal entfernt und es jemandem vom Personal übergeben. Aber wenn ich damit anfinge, das bei jeder aufgerissenen Packung mit Schokoriegeln zu tun, stünde ich vermutlich heute noch im Laden. Warum tut man so was? Warum reißt jemand eine Kondensmilchverpackung auf? Darf ich mir jetzt endlich die Tasse mit der Aufschrift „Ich hasse Menschen“ bestellen, weil ich mit der allgemein überhandnehmenden Ruppigkeit und Gleichgültigkeit nicht mehr klarkomme? Fragen über Fragen.

Jeder ist sich selbst der Nächste. Die Dame mit der Kondensmilch hatte offensichtlich nichts dagegen, dass jemand anderer sich ebenfalls die Kleidung versaute. Das spricht Bände über unsere heutige Gesellschaft.

Meine größte Schwachstelle ist die Fleischtheke, für die man Ellbogen benötigt, die ich scheinbar nicht besitze. Ich gehöre zu der Sorte Mensch, der gerne mal, trotz 170 Zentimetern Körpergröße, übersehen wird, weil ich nicht laut schreie: „Ich, ich, ich!!“, sobald die Verkäuferin fragt: „Wer ist der Nächste?“ Schon drängelt sich unverfroren jemand vor und kauft dann 25 verschiedene Wurstsorten, aber von jeder nur 4 Gramm. Ich sollte es allmählich lernen, weil ich da manchmal so lange warten muss, bis meine Schuhe Staub ansetzen.

„Ich nehme zwei Pfund Gulasch, gemischt. Ach nö, warten Sie mal, das hatten wir ja schon an Ostern. Schneiden Sie mir mal von dem Rollbraten eine Scheibe ab, aber höchstens schenkeldick. Und das Schaschlik sieht gut aus. Was kostet das? Auf gar keinen Fall. Dann nehme ich… Moment mal, da muss ich schnell den Günter anrufen, sonst ist der wieder sauer. Haben Sie noch Putenwurst? Kann ich mal eine Scheibe probieren?“

Ich denke schon, dass sich das Supermarkt-Klima in den letzten Jahren gravierend geändert hat. Das Personal sieht sich mit wesentlich mehr Stress, niedrigem Lohn und längeren, wechselnden Arbeitszeiten konfrontiert, der Kunde hat weniger Geld zur Verfügung und ist genötigt, zu sparen. Freizeit ist knapp geworden, und Einkaufen nur noch eine ungeliebte Verrichtung, die man so schnell wie möglich erledigen möchte.

Hektik, Fahrstuhlgedudel und Unpersönlichkeit – Einkaufen heute

Wie gesagt – es hat sich viel getan, aber nicht zum Guten. Heute umfangen mich, wenn ich den Supermarkt betrete, Hektik, Fahrstuhlgedudel, das mich zum Kaufen animieren soll, und hastige Schritte, die mich überholen. Mittlerweile bin ich der Meinung, allmählich wäre es an der Zeit, Führerscheine für Einkaufswägen auszugeben, so oft, wie mir die Dinger schon in die Weichteile gerammt wurden. Und das einzige Mal, als ich einen dieser elektrisch betriebenen Krankenfahrstühle benötigt hätte, weil ich mit meinem eingegipsten Fuß nicht richtig laufen konnte, war das Ding nicht aufgeladen. („Brauchen wir nicht, haben wir nie gebraucht, das steht nur so da.“) In Amerika werden die übrigens scherzhaft „Fatscooter“ genannt.

Es macht mir keinen Spaß mehr, ganz ehrlich. Die Leute sind unfreundlich geworden, sie sind egoistisch geworden, und mich friert, wenn ich in die leeren Gesichter schaue, die früher zwar auch leer, aber irgendwie freundlicher waren.

Vorletzte Woche suchte ich einen Artikel und fand ihn nicht. Eine der bemerkenswerten Eigenschaften von Supermarkt-Managern scheint zu sein, dass sie regelmäßig nach nur ihnen verständlichen Gesichtspunkten den ganzen Laden umräumen lassen. Hauptsache, der Kunde findet nichts mehr. „Tomatensuppe? Neben den Tampons, ist doch logisch, oder?“ Kleiner Scherz.

Drei Verkäuferinnen standen zusammen und unterhielten sich.

Also räusperte ich mich und sagte höflich: „Guten Morgen!“ Niemand reagierte. Vielleicht war ich zu leise gewesen. „Guten Morgen, meine Damen“, wiederholte ich. Eine drehte sich widerwillig um zu mir. „Können Sie mir bitte sagen, wo ich … finde?“, fragte ich kleinlaut. „Da drüben.“ Sie zeigte mit dem Finger in eine Richtung. „Dankeschön.“ Froh machte ich mich auf den Weg – und fand den Artikel nicht. Also ging ich zurück. „Ja, haben Sie denn nicht zugehört?“, raunzte sie mich an. „Ich hab Ihnen doch gesagt, gleich bei den Backwaren links.“

Zum Beschweren zu träge…

Tja, da hatte sie sich vertan. Was ich suchte, fand ich nämlich später beim Kaffee. Den Namen dieser Charismatikerin hatte ich mir leider nicht gemerkt. Aber ich wäre – nach einer kurzen Phase der Empörung – ohnehin zu faul gewesen, sie beim Abteilungsleiter anzuschwärzen. Darauf kann man sich bei mir immer verlassen: Ich bin einfach zu träge, sogar für eine Beschwerde.

Irgendwann lande ich dann an der Kassenschlange, und ich mache mir da nichts vor: Meine ist immer die längste. Das kann man nur mit Gelassenheit ertragen. Entweder geht der Belegstreifen zu Ende, und der Manager muss gerufen werden, um ihn auszuwechseln oder jemandes EC-Karte funktioniert nicht. Jemand wühlt verzweifelt nach dem passgenauen Betrag in einem zerfledderten Geldbeutel, und der andere hat vergessen, seine Bananen am Obststand abzuwiegen. Irgendwas ist immer.

Ich konzentriere mich dann auf die Einkäufe des Vordermannes und hoffe im Sommer auf ein oder zwei Tätowierungen auf einem breiten Männerrücken, damit ich was zu lesen habe.

Als ich neulich wieder mal gerade noch die Beine weit genug spreizen konnte, um ein heulendes Kind dazwischen durchrennen lassen zu können (es war wirklich sehr klein), dachte ich, eigentlich könnte doch mal jemand ein Computerspiel für die Playstation entwickeln, zum Beispiel mit den Namen:  „Buy and die“ oder „Kaufen und Laufen“.

Die Regeln wären einfach, man müsste es nur schaffen, einen vom Zufallsgenerator gewählten Artikel innerhalb eines genau definierten Zeitrahmens zu erwerben, zu bezahlen und die Supermarkt-Animation mit heiler Haut verlassen. Das wäre auch mal was für Hausfrauen, die mit Egoshootern normalerweise so gar nichts anfangen können. Ran an die Konsolen, meine Damen. Demnächst gibt es den „Ego-Buyer“!

Im Anfänger-Modus hätte man so viel virtuelle Kohle zur Verfügung, wie nötig und müsste bis auf ein paar im Gang stehende mürrische Ehemänner, die von ihren Gattinnen zwangsverpflichtet worden sind und den Weg blockieren, nichts befürchten. Die Herren stünden allerdings da wie einbetoniert, und man bräuchte entweder seinen geballten Charme oder müsste diese fleischgewordene griesgrämige Blockade weiträumig mit dem quietschenden, eiernden Wagen umfahren – also wie im richtigen Leben. Wenn man schon ein paar Sonderleben eingesammelt hätte, dürfte man  es auch mit einem kräftigen Tritt in den Hintern versuchen, die schlagen nämlich zurück.

Geschehen im Supermarkt taugt zum Computerspiel

Im Level „Fortgeschrittene“ bekäme man 50 Euro in bar, benötigte aber Zutaten für ein 5gängiges Menü und drei große Flaschen Waschmittel sowie einen schwer aufzutreibenden Artikel wie meinetwegen einen gehäkelten Pfannenwender.  Diese Waren befänden sich so gut wie nie dort, wo sie der Logik zufolge stehen sollten, sondern ganz woanders (ebenfalls wie im richtigen Leben), und man müsste mindestens vier Angestellte ansprechen, von denen in meinem Spiel einer mit einem Warenscanner bewaffnet ist, der Elektroschocks aussendet und einen wieder zurück auf „Start“ schickt. Die Treuepunkte kriegt man dann übrigens auch nicht.

Anschließend  arbeitet man sich ohne Verzögerungen zur Wursttheke durch, wo man  17 verschiedene Sorten Aufschnitt, in Aspik eingelegtes Eichhörnchen und veganen Fleischsalat besorgen muss, aber erst, nachdem man sich in der aus 28 Personen bestehenden Schlange auf die Pole-Position gearbeitet hat. Achtung: Der von einer gestressten Mitarbeiterin gezogene Hubwagen könnte aus jeder Himmelsrichtung auftauchen.

Eine Interaktion mit der gestresst den Boden fixierenden Dame, die den Hubwagen zieht, wäre übrigens aus programmierungstechnischen Gründen nicht möglich.

Bei einer Berührung mit dem Hubwagen wird einem ein Leben abgezogen, und man muss auf einem Bein weiter bis zur Wursttheke hüpfen. Der einfachste Weg, an den Fernsehern, Handtüchern, Granatwerfern („Alles für das Auto“-Abteilung) und Wasserkochern vorbei, muss nicht der ungefährlichste sein. Vermeiden sollte man den breiten Hauptgang, und sich auf Schleichwegen zur Metzgerei vorarbeiten. Dafür gäbe es eine Abkürzung an den Artikeln für Damen-Hygiene vorbei – da steht nie einer außer kichernden Teenagern.

Level 3 wäre nur was für hartgesottene Naturen, denn man hätte sein Bargeld vergessen, EC-Karte und PIN auch, und müsste versuchen, anschreiben zu lassen oder sich von jemandem was leihen, den der Zufallsgenerator ausspuckt. Hoher Schwierigkeitsgrad, sich von Sieglinde Klabuster aus Wanne-Eickel 54,93 € zu borgen, die mit einem zur Waffe modifizierten Lasagneheber auf einen losgeht, weil man ihr vorhin den Platz am Käseregal streitig gemacht hat. Falls der Lasagneheber einen nicht berührt, darf man weiter zu den Backwaren.

Man muss versuchen, ein Brot am Automaten zu ordern, der blechern behauptet, die Ware sei in 20 Minuten abholbereit und dabei dreckig lacht. In der Zwischenzeit besorgt man eine aufblasbare Waschmaschine von der Einkaufsliste, und wenn man zurückkommt, hat jemand das bestellte Brot bereits eingetütet und ist damit auf dem Weg zur Kasse. Der Brot-Dieb darf nur angesprochen werden, wenn man ein Sonderleben übrig hat, sonst wird er man mit säurehaltigem Ketchup überschüttet und muss wieder zurück auf „Los“.

Am Ausgang wartet der Endgegner: Die Kasse

In der Zielgeraden stößt man vor der Kasse auf ein Kleinkind . Tut man immer. Es steht entweder verlassen in der Spielwarenabteilung oder bei den Putzmitteln, vielleicht, weil die gut riechen, und weint sich die Seele aus dem Leib. Jede Frage erübrigt sich („Wie heißt du denn? Wo sind deine Mama oder dein Papa? Hast du dich verlaufen?“), weil man nur Schniefen und einen erneuten Heulanfall erntet.

Findet man die Eltern des Kleinen und übergibt ihnen das Kind, sollten sie ein erfreutes Gesicht machen (ich hab auch schon anderes erlebt…). Wenn die Eltern einen aber entnervt ansehen, wird einem wieder ein Leben abgezogen. Oder man haben die falschen Eltern erwischt. In diesem Fall geht’s zurück auf Los.

Sollte man alle Hindernisse überwunden haben, wartet am Ausgang der Endgegner: die Kasse. Es wäre ratsam, in der Warteschlange Haltung zu bewahren und verschwommene Gestalten in blauen Multifunktionsjacken zu ignorieren, die sich einfach vordrängeln, denn sobald man sich mit einer dieser aus dem Nichts auftauchenden Figuren in eine offene Auseinandersetzung einlässt, wird sich die geballte Anzahl aller anwesenden Käufer auf einen stürzen, und man ist die Böse – Game over.

Das wäre wirklich ausbaufähig. Wer die Idee umsetzen möchte, wende sich gerne an mich.

Am Samstag ziehe ich wieder los zum Einkaufen. Sollte ich etwas geistesabwesend wirken, wenn Sie mir begegnen, bitte seien Sie nachsichtig.

Vermutlich habe ich dann nämlich gerade bei der Weinverkostung Bonuspunkte gesammelt oder bei den Aktivkohlefiltern ein Sonderleben ergattert.

Über ein Lächeln von Ihnen würde ich mich freuen.

Mit schmunzelnden Grüßen

Ihre Barbara Edelmann

Bildnachweis: stock.adobe.com / Piman Khrutmuang

Jean Bork

Unermüdlich sammelt er Jahr für Jahr Spenden für seine Stiftung – so auch dieses Jahr wieder: Star-Tenor José Carreras. Fast vier Millionen Euro kamen gestern durch die bekannte Gala in Leipzig zusammen. Ein grandioses Ergebnis! Bevor ich zum Ablauf des Abends komme, eine kleine Rückblende, wie eigentlich alles anfing. Wer ist der Mann, der sich so unermüdlich gegen Leukämie einsetzt?

Star-Tenor Carreras erkrankte auf dem Höhepunkt seiner Karriere

Der spanische Opernsänger, der eigentlich Josep Maria Carreras I Coll heißt,  gilt als einer der herausragendsten Tenöre der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Allerdings ereilte ihn auf dem Gipfel seiner Karriere – 1987 – eine heimtückische Krankheit: Eine akute lymphatische Leukämie. Obgleich die Prognose für den bekannten Opernsänger schlecht war, konnte er nach einem Jahr Behandlung mit einer seinerzeit noch nicht sehr bekannten autologen Knochenmarktransplantation den Blutkrebs überwinden und weiterhin auf der Bühne stehen. Aus Dankbarkeit und Demut im Zusammenhang mit seiner Genesung wurde er karikativ aktiv und gründete 1988 die Fundación Internacional José Carreras para la lucha contra la leucemia, die ihren Hauptsitz in Barcelona hat.

Carreras-Stiftung hat Sitze an verschiedenen Orten

Weitere Sitze gibt es in Deutschland, der Schweiz und den USA. Die Stiftung unterstützt die Leukämieforschung, deren Ergebnisse den bekannten Tenor damals das Leben gerettet haben sowie die Suche nach Knochenmark-Spendern. Die Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung gibt es – mit Sitz in München – seit 1995. Und seit dem Jahr gibt es auch die bekannte Carreras-Gala, die alljährlich Glanz und Glamour in die Leipziger Messehallen bringt. Aber eben auch viele traurige Schicksale, die das Herz berühren. Diese Schicksale aber sind es, die die Geldbörsen der Zuschauer und vieler Prominenter öffnen.

Der Startenor war gerührt, dass auch 2019 die Spendenbereitschaft während seiner Gala so hoch war.

Auch dieses Jahr war das so und Carreras (im Bild) zeigte sich am Abend überwältigt von den Spenden, die bereits zu Beginn der Sendung eintrafen. Der Tenor richtete seine Worte an das Publikum und sprach von einer großen Dankbarkeit, die er seit 25 Jahren – der Laufzeit der bekannten Gala – fühlt. Dankbar – das waren auch die vielen Patienten, die am Abend in der Show vorgestellt wurden. So beispielsweise das Mädchen Anne, das an dem tückischen Blutkrebs erkrankte und an der Uni-Klinik Jena transplantiert wurde. Jetzt geht es ihr wieder gut, sie macht ihr Abitur und kann wieder aktiv am Leben teilnehmen.

Viele Leukämie-Patienten können heute geheilt werden

So wie viele andere Patienten auch. Denn: Dreiviertel aller Kinder und jeder zweite Erwachsene, die an Leukämie leiden, können heute gerettet werden. Nicht zuletzt dank des Engagements von Menschen wie Carreras, durch dessen Stiftung auch das neu erbaute José Carreras Stammzelltransplantationseinheit am Universitätsklinikum Jena  2017 eröffnet werden konnte und das seitdem  in Kooperation mit der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin betrieben wird.

Spender des gestrigen Abends waren – unter anderem – weiterhin die Darsteller des Musicals Anastasia in Stuttgart sowie Kinder und Jugendliche aus Sportvereinen. Ihre Gelder helfen auch Kindern wie dem kleinen Karl Otto, der erst drei Jahre alt war, als er eine Leukämie-Diagnose bekam. Das Schicksal des Jungen wurde gestern Abend während der Gala vorgestellt. Eine Stammzellen-Transplantation half ihm. Noch leidet er an Nebenwirkungen, aber seine Familie ist zuversichtlich, dass er zukünftig ein gesundes Leben führen kann.

Wie in den Jahren zuvor wurde das Spenden-Ereignis von vielen Prominenten begleitet. Peter Maffay, Herbert Grönemeyer, Barbara Schöneberger, voXXclub und David Garett standen unter anderem auf der Bühne und auch an den Spenden-Telefonen nahmen bekannte Persönlichkeiten die Anrufe entgegen.

Eingeworbene Gelder kommen umgehend Krebs-Patienten zugute

Die eingeworbenen Gelder kommen auch Patienten wie Bernd Schneider aus Leipzig zugute, der durch die Diagnose Krebs sein Leben als schon beendet ansah. Inzwischen sind keine Leukämie-Zellen mehr in seinem Körper nachweisbar, aber ob er wieder richtig gesund wird, muss derzeit noch abgewartet werden. Auch Schneider und seine Frau wurden in der gestrigen Sendung vorgestellt.

Sie alle drückten einmal mehr ihre Dankbarkeit an José Carreras und sein Team aus, das sich schon so lange Zeit für die Krebspatienten einsetzt und unermüdlich weitere Projekte anschiebt. Dass dahingehend auch zukünftig einiges möglich sein wird, steht aufgrund des gestrigen Spenden-Ergebnisses fest.

Man kann dem großartigen Tenor deshalb nicht genug für sein unermüdliches Engagement danken!

Bildnachweis: BÖTTGER MANAGEMENT

 

Weißeritztalbahn

Hoffentlich fällt kommendes Wochenende im Erzgebirge Schnee! Denn er sorgt für die ultimative Atmosphäre, die diese wunderbare Region erst so richtig zum Weihnachtsland werden lässt. Aber auch ohne die weiße Pracht erwartet Besucher, die sich am ersten Adventswochenende 2019 auf die weihnachtliche Zeit einstimmen wollen, ein echtes Highlight: Deutschlands erster befahrbarer Weihnachtsmarkt! Unter dem Motto „Bimmelbahn & Lichterglanz“ lädt die Weißeritztalbahn am kommenden 1. Adventswochenende dazu ein, im Rahmen von außergewöhnlichen Fahrten an verschiedenen Erzgebirgs-Weihnachtsmärkten Station zu machen.

„Bimmelbahn & Lichterglanz“- Vorweihnachtliches Familien-Highlight

Die Initiatoren werben für das stimmungsvolle Erlebnis so:

„Wie einer Perlenschnur gleich, reihen sich die Themen-Bahnhöfe der Weißeritztalbahn von Freital über Rabenau, Dippoldiswalde bis zum Kurort Kipsdorf. In weihnachtlicher Atmosphäre werden erzgebirgische Traditionen lebendig: Schauen Sie Handwerkern über die Schulter, basteln gemeinsam mit Ihren Kindern und lauschen den spannenden Erzählungen der Märchenfee. Lassen Sie sich vom Wintersport wie zu Großvaters Zeiten beeindrucken, helfen Sie beim Pyramide anschieben oder entspannen einfach mit einem köstlichen Glühwein-Dippl am Feuer.“

Eine wirklich schöne Idee, die vor allem bei Familien toll ankommen dürfte!

Das ist aber längst noch nicht alles, was in der Erzgebirgsregion auf Schienen in der kalten Jahreszeit – auch über die Weihnachtszeit hinaus – geboten wird.

Wie die Verantwortlichen mitteilen, haben auch die beiden Schwesternbahnen der Weißeritztalbahn, die Lößnitzgrundbahn (Radebeul Ost – Moritzburg – Radeburg) und die Fichtelbergbahn (Cranzahl – Kurort Oberwiesenthal), tolle Angebote in petto.

Fichtelbergbahn lockt mit „Dampf- & Räuchertour“

So dürfte bei der Lößnitzgrundbahn wohl die originelle Glühweinfahrt „Weiß & Heiß erobert Dampfzug“ am 18. Januar 2020 und am 08. Februar 2020 zahlreiche Besucher anlocken.

Voranmeldungen hierfür sind denn auch erwünscht.

Die Fichtelbergbahn lockt unter anderem mit der „Dampf- & Räuchtertour“, bei der sich die Gäste im Räucherkerzen herstellen ausprobieren können. Zudem gibt es hier die „bewirtete Lichterfahrt“, mit Glühwein und Weihnachtsmarktbesuch, die in diesem Jahr aber bereits ausverkauft ist. Wer mag, reserviert sich diesen Weihnachtsknüller gleich für das nächste Jahr und ist dabei, wenn das charmante Gefährt durch das vorweihnachtliche Erzgebirge fährt.

Alle Infos zu den außergewöhnlichen Touren erhalten Sie hier und hier.

Bildnachweis: Andreas Schmidt / SDG Sächsische Dampfeisenbahngesellschaft mbH

 

 

 

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Grabstein

Nur ein sanfter Fingertipp auf einen Bildschirm und schon sind auf dem Friedhof Sequenzen aus dem Leben der verstorbenen Oma zu sehen. Als Kind, zur Hochzeit, mit ihren Kindern, im Alter…Alles untermalt von einer geschmackvollen Animation, die dezent daherkommt.

Was zunächst befremdlich klingt, ist in der Praxis vielleicht bald schon gang und gäbe: Grabsteine mit integriertem Bildschirm. Peter Lutz, ein 34jähriger Steinmetz aus Tirol hat einen solchen speziellen Grabstein entwickelt. Und sogar schon die erste Kundin dafür gewonnen: Die Innsbruckerin Sandra Massimiani hat die digitale Technik in das Vorsorgefamiliengrab installieren lassen. Die Gründe, warum sie das tat, äußerte sie in einem Artikel von tirol.ORF.at. Demnach sieht sie die Möglichkeit der Darstellung von Verstorbenen mit einem digitalen Grabstein besser gegeben, als wenn nur die kurze Inschrift auf dem Stein Informationen über den oder die Verstorbenen preisgibt.

Digitaler Grabstein kommt mit Bildschirm daher

Wie der Entwickler Peter Lutz gegenüber dem Nachrichtenmagazin SPIEGEL sagte, muss man sich die Nutzung des Bildschirms so vorstellen, dass man ihn per Handy, mittels QR-Code, der auf dem Grabstein zu finden ist, aktiviert. Dabei ist freilich im Vorfeld schon eine Zugangskontrolle eingerichtet worden, so dass die Angehörigen entscheiden können, wer die digitalen Inhalte am Grab sehen soll.

Die Zuschauer können sowohl Videos als auch Bilder betrachten, sogar Audio ist möglich. Hier würden diese Audiodateien dann über das Smartphone abgespielt – per Kopfhörer.

Steinmetz Peter Lutz glaubt nicht daran, dass sich kleine Gemeinden, die dem digitalen Trauern bislang kritisch oder ablehnend gegenüberstehen, diesem Fortschritt auf Dauer verwehren können. Das geht ebenfalls aus dem Artikel im SPIEGEL hervor.

Doch wie ist das eigentlich mit der Wetterfestigkeit? Immerhin bedeutet ein digitaler Grabstein auch sensible Technik und die sollte nun nicht gleich beim ersten Starkregen kaputt gehen.

Die Technik einer solchen Grabstätte muss wind- und wetterfest sein.

Steinmetz Lutz hat sich hierauf bei der Entwicklung des neuartigen Grabsteins fokussiert, denn natürlich muss sowas wind- und wetterfest sein. Auf tirol.ORF.at kann man dazu folgendes nachlesen:

„(…)Der Bildschirm werde deshalb mit speziellen Folien abgedichtet und aussilikoniert. Zugleich werde er in ein Gehäuse eingebaut, vergleichbar mit einer Blackbbox in einem Flugzeug. Betrieben wird der Bildschirm mit Solarenergie.(…)“

Klingt professionell! Und der Tüftler hat im Zusammenhang mit seiner Erfindung noch weitere Asse im Ärmel. Zitat von tirol.ORF.at:

„(…)Neben Fotos und Videos bietet der digitale Grabstein auch ein virtuelles Gästebuch, in dem Angehörige und Bekannte Nachrichten hinterlassen können. Gerade bei einer großen Verwandtschaft oder wenn die Familie im Ausland verstreut lebt sei das eine gute Lösung, so Massimiani. Man müsse nicht mehr am Friedhof stehen, um zu zeigen, dass man an einen Verstorbenen denke.(…)“

Interessante Möglichkeiten also, die jedoch auch viel Kritik auf den Plan rufen. Viele erinnern an die jahrhundertealte Tradition, ein Grab lediglich mit Blumen, Kerzen und auch mal einer kleinen Figur zu schmücken und sehen in der Digitalisierung des Trauerns einen Eingriff in das herkömmliche Gedenken.

Auch in Deutschland schon interessante Entwicklungen

Es wird zukünftig also an den Angehörigen liegen, was sich durchsetzt. Und an den zukünftigen Toten selbst. Denn schon heute kann man – im Falle, die örtliche Friedhofsverwaltung erlaubt es – seine digitale Grabstätte planen. Auch in Deutschland gibt es dahingehend interessante Entwicklungen.

So hat es auch Peter Lutz schon gemacht.

Gegenüber dem SPIEGEL sagte er, auf die Frage, ob er sich denn schon Gedanken zu seinem eigenen Grabstein gemacht hätte, folgendes:

„Ich habe darüber nachgedacht. Mein Grabstein wird auch einen Bildschirm tragen. Der soll ein Foto von mir zeigen und wohl auch etwas über unsere Firma. Unser Betrieb existiert ja bereits in der sechsten Generation.“

Nun denn: auch in Sachen Trauer bleibt es also spannend!

Bildnachweis (Symbolfoto): pixabay.com

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Ältere Dame

Ein, zwei nette Sätze, eine Nachfrage, eine empathische Kommunikation – die erlebt man heutzutage in den Supermärkten der Großstädte nur noch ganz selten. Vor Jahrzehnten dagegen war es durchaus noch üblich, dass die Kassiererin selbst in städtischen Supermärkten die Kundin mit „Na, Frau Müller, geht es Ihrem Mann besser?“ begrüßte. Oder den netten, älteren Stammkunden fragte, wie es denn beim Besuch bei den Enkeln so war.

Lange her!

Senioren-Einsamkeit in Westeuropa leider eine Massen-Erscheinung

Wer dagegen heutzutage in einer langen Schlange an der Kasse eines Supermarktes steht, der weiß, wie es abläuft. Genervtes, hörbares Ein- oder Ausatmen, unruhige Körperbewegungen, die Ungeduld signalisieren und hastiges Wegpacken der Produkte, wenn man denn einmal abkassiert ist. So geht es zu in den Supermärkten, in denen sich zudem häufig nur wenige Mitarbeiter um alles kümmern. Kassieren, auspacken, Brötchenback-Automat anwerfen, Pfandrückgabestelle ausleeren, und, und, und…Zeitdruck und Stress beherrschen Kundschaft wie Personal gleichermaßen, weshalb das persönliche Gespräch an der Kasse so gut wie nie stattfindet. Zumindest in (Groß)Städten nicht.

Dabei sind gerade das die Zonen, in denen viele Menschen unvorstellbar einsam sind. Zumeist alte Menschen. Man sieht sie oft am Fenster, wo sie stundenlang rausschauen. Sie sitzen nicht selten auch lange Zeit in den Wartezimmern der Städte, geduldig auf die Audienz beim Arzt wartend. Die fürsorglichen Weißkittel sind für manche Senioren, die weder Freunde noch Familie in der Nähe haben, oftmals der einzige reale „Gesprächs-Kontakt“. Da wird ein harmloser Schnupfen schon mal zum Anlass genommen, sich dem Doktor vorzustellen. Selbst mancher Krankenkassen-Anruf ist für den einen oder anderen alten Menschen eine willkommene Abwechslung im grauen Einsamkeits-Alltag.

Gegen die ungeliebte Abgeschiedenheit, in der viele betagte Frauen und Männer in westeuropäischen Ländern leben, hat man nun in den Niederlanden eine geniale Idee entwickelt: „Plauderkassen“. Bestimmte Kassenzonen in Supermärkten werden dort zu Kommunikations-Inseln. Sprich: Einsame Menschen haben an diesem Ort die Möglichkeit, das eine oder andere Wörtchen mit der Kassiererin zu wechseln, ohne dass genervtes Getrappel und Gemurmel aus der hinteren Schlange dringt.

Plauderkassen in niederländischen Supermärkten

Eine grandiose Idee, über die das Portal stern.de wie folgt berichtet:

„(…)Im niederländischen Vlijmen, in der Nähe von ’s-Hertogenbosch, jedoch, startete eine Supermarktkette im Juli mit einem Gegenentwurf zum Einkauf unter Zeitdruck. Der Jumbo-Supermarkt richtete dort eine „Kletskassa“ ein, eine „Plauderkasse“, an der es nicht um Tempo geht. Wer sich hier anstellt, bringt Zeit mit und kann sich sicher sein, dass die Kassiererin das gleiche tut: Hier geht es auch ums Quatschen, so wie früher im Tante-Emma-Laden.(…)Neben der Plauderkasse hat der Jumbo-Supermarkt noch einen Platz für Kaffeeklatsch eingerichtet, eine weitere Initiative gegen die Einsamkeit. Dort nehmen sich Freiwillige der niederländischen Stiftung „Alles Voor Mekaar“ (Alles für einander) Zeit, um sich mit Menschen zu unterhalten, die Lust auf ein Gespräch haben. Darüber hinaus kommen durch die Stiftung einsame Senioren auch mit Freiwilligen zusammen, die ihnen beim Einkaufen, im Haushalt oder Garten helfen oder ihnen ganz schlicht Gesellschaft leisten, berichtet die Supermarktkette.

„Wir fühlen uns unserer Umgebung verpflichtet und wollen ein guter Nachbar sein“, erklärt Colette Cloosterman-van Eerd, CCO von Jumbo. „Unsere Filialmitarbeiter kennen die Kunden und nehmen regelmäßig Anzeichen von Einsamkeit im Geschäft wahr.(…)“

Klingt wunderbar!

Und sollte auch hierzulande unbedingt Schule machen. Denn: Die Einsamen werden nicht weniger. Leider. Schon vor einigen Jahren brachte das Magazin DER SPIEGEL hierzu einen erschütternden Bericht. Dass es seitdem besser geworden ist, darf bezweifelt werden.

Hierzulande gibt es einige Initiativen gegen Senioren-Einsamkeit

Obgleich es in Deutschland natürlich Initiativen gegen Einsamkeit gibt. Die bekannteste dürfte die von Schauspielerin Mariella Ahrens sein. Die aus dem Fernsehen bekannte Aktrice setzt sich lange schon für ältere Menschen, die allein sind, ein.

Bleibt zu hoffen, dass auch Deutschland bald Kassenzonen für das ältere Kundenklientel bekommt. Zumindest in Großstädten. Im Ländlichen kann man es nämlich – sowohl in kleinen Läden als auch in Supermärkten – durchaus noch beobachten: Das freundliche Wort an die betagte Kundin, das ehrliche Interesse an dem alten Mann, der aller paar Tage zum Einkaufen kommt, das Lächeln gegenüber der eleganten Dame, die erst seit kurzem verwitwet und um die 80 ist.

Möge dieses Miteinander nie aussterben. Wir sind alle darauf angewiesen. Früher oder später…!

Bildnachweis: stock.adobe.com/GordonGrand

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