Beiträge

Domian

Der beliebte Fernseh-Talker Domian kehrt ins Fernsehen zurück! Als er vor drei Jahren seinen Rückzug bekannt gab, waren eingefleischte Domian-Fans schockiert und bedauerten den Abgang des Kummerkasten-Mannes auf ganzer Linie.

Nun aber wird der beliebte Nacht-Promi auf die Mattscheibe zurückkehren. Und das schon im November! Sah man „früher“ lediglich nur Domian im Fernsehen, während seine Anrufer nicht gezeigt wurden, ändert sich das  jetzt mit dem neuen Format.

Domian hat in der Vergangenheit zehntausende Telefonate geführt

Der Talker, der nach eigenen Angaben über 20 000 Telefon-Gespräche im Rahmen seiner „Domian“-Sendungen geführt hat, wird live auf seine Gäste treffen. Spannend: Seine Redaktion gibt ihm vorher nicht bekannt, um welche Gäste es sich handelt, so dass es sozusagen eine Überraschung wird, auf welchen Gast und auf welches Problem er trifft.

Domian-Fans wird gefallen, dass ihr Idol einmal mehr nur ganz normale Leute in seine Show einlädt. Nichts mit Promi, Dschungel-Camp-Kandidat oder Instagram-Sternchen! Das klingt gut. Wie konkret das Konzept der neuen Sendung aussieht, das schreibt das Portal extratipp.com auf seiner Seite am 6. September 2019:

„(…)Ab dem 8. November 2019 will Jürgen Domian jeden Freitag um 23.30 Uhr in seine Sendung starten. Erstmal läuft „Domian live“ vier Wochen lang, wenn die Tage wieder kürzer werden. Auch ein Publikum im Studio darf Domians Ratschlägen lauschen, wenn er live den Hörer abnimmt. Aber auch von Angesicht zu Angesicht möchte er seine Gäste beraten, wie das dwdl.de berichtet. Was genau in Domians Show passiert, ist der WDR für alles offen. Wer als Gast infrage kommt, wird von der Redaktion ausgesucht und danach im besten Fall nach Köln zum Einzelgespräch mit Jürgen Domian eingeladen. „Für mich ist das sehr attraktiv, weil ich nach ungefähr 22.000 Telefoninterviews meine Gäste endlich sehen kann„, freut sich Domian über die bahnbrechende Neuerung. Der 61-Jährige mutmaßt, dass der Großteil seiner Gäste genauso gerne auch vor der Kamera in der Show, statt nur am Telefon mit ihm ihr Herz ausschüttet.(…)“

Domian selbst gab die gute Nachricht auch auf seinem Facebook-Account bekannt und veröffentlichte die Nummer, unter der sich interessierte Leute, die als Gast dabei sein wollen, melden können. Sie lautet: 0800 220 88 99.

Fans gratulieren Domian zu seiner Entscheidung

Was Domian noch so schreibt, kann in seinem aufseherregenden Posting, das zum Stand heute, 6. September 2019, über 2.600 Kommentare hat, noch so schreibt, kann jeder, der mag, öffentlich auf Facebook nachlesen. Fakt ist, dass die User begeistert sind über seine Rückkehr und das in den vielen Kommentaren auch ausdrücken. Ein Kommentator witzelt gar:

„Meine Gebühren werden wieder sinnvoll verwendet. Danke Jürgen!“

Wer das ebenso sieht, der sollte sich den Start der Sendung am besten in seinen Kalender eintragen: Freitag, 8. November 2019. „Domian live“ wird im WDR-Fernsehen, direkt nach dem „Kölner Treff“ ausgestrahlt.

Bildnachweis: (c) dpa

 

 

"

Hand vor einem Haus, vor Häusern

„Gehen wir zu Dir oder zu mir?“ – Diese profane Frage mag im Großstadtdschungel, nach dem fünften Prosecco, für eine Frau mit einem gewissen Kribbeln verbunden sein. Beim Kennenlernen auf dem Land indes dürfte Hausbesitzerinnen und Hausbesitzern beim Erklingen dieser Frage das Lachen bald vergehen. Denn während sich der urbane Großstädter in die schicke Drei-Zimmer-Wohnung mit Dachterrasse begibt, nennt der oder die auf dem Land Lebende zumeist ein eigenes Haus sein Eigen. 

Das allerdings wird nicht selten zum Stolperstein in der Liebe. Das habe ich selbst erlebt und ich hörte es dieser Tage auch wieder von einem alten Kumpel. 

Wenn beide ein Haus haben, wird`s oft problematisch

Ich rief ihn wegen einem Ratschlag handwerklicher Natur an und da wir uns lange nicht gehört hatten, brachten wir uns schnell auf den neuesten Stand. In Sachen Leben, Alltag, Beziehungen…

„Du – wenn beide ein Haus haben, dann ist das richtig scheiße“ – sagte mir Ralf, mein Kumpel, auf den Kopf zu durch den Hörer. 

Gerade nämlich ist eine Beziehung mit einer Frau bei ihm daran gescheitert, dass beide – also sie und er – ein Haus haben. Und man sich nicht einig wurde, wo denn nun der Lebensmittelpunkt hin verlegt werden sollte. Im Klartext: wer bei wem einzieht und seine eigene Scholle verlässt. Nun könnte man ja eine Immobilie vermieten, leer stehen lassen oder auch verkaufen. Doch zumeist hängen an solchen Werten auch noch andere Leute dran – oftmals jene, die die Immobilie erben sollen oder für die es einfach das gewohnte Zuhause ist. Alte Eltern zum Beispiel, die mit in dem Haus wohnen oder eben die Kinder. 

Da kann es schnell mal knarzen im Beziehungsgebälk. Zumindest war das bei mir so – vor ein paar Jahren. Auch ich wohne auf dem Land und auch ich hatte seinerzeit jemanden kennengelernt, der ein Haus hatte. Im Gegensatz zu meiner Immobilie hatte er ein Luxusanwesen und erwartete natürlich, dass ich zu ihm ziehe. Allerdings hätte ich das gar nicht so einfach gekonnt, da ich ein Mehrgenerationenhaus bewohne (immer noch!), in dem meine alten, pflegebedürftigen Eltern mit wohnen und an dem auch noch einiges zu machen ist. Handwerklich gesehen. Außerdem hatte ich mir mein eigenes Heim bis dato so hergerichtet, wie ich es wollte. Nach meinem Geschmack. Während mein neuer Bekannter sein Luxusanwesen fast ausschließlich mit Naturholz ausgekleidet hatte. Was ökologisch gesehen sicher keine schlechte Idee, aber nun überhaupt nicht mein Geschmack ist…! 

Alles schön eingerichtet, um dann in sein Haus zu ziehen?

Solche Umstände machen was aus, denn wer will schon in eine häusliche Umgebung ziehen, die so gar nicht sein Geschmack ist? Weiterhin fragte ich mich seinerzeit, warum ich mir mit so viel Entbehrungen und Geld meine vier Wände nach meinem Geschmack hergerichtet habe, um dann unter rustikalem Holz zu leben? 

Das mag abgeklärt klingen, aber ab Ende 30plus bezieht man solche Erwägungen in Sachen Beziehungen definitiv mit ein und stürzt sich nicht mehr mit der rosaroten Brille in Abenteuer, die nur schief gehen können. 

Allerdings: die rosarote Brille war seinerzeit sowieso nicht mehr auf der Nase, wie gesagt: mit einem gewissen Alter kommen in Sachen Kennenlernphase und Beziehung auch knallharte Abwägungen ins Spiel, an die man mit Anfang 20 nicht mal im Traum denken würde. 

Es wäre wohl in meinem Fall darauf hinausgelaufen, dass wir eine „Mini-Fernbeziehung“ geführt hätten – er wohnte nur zehn Autominuten von mir entfernt, drei Dörfer weiter. 

Einfach abwarten – dann passt irgendwann alles

Aber soweit kam es gar nicht, ebensowenig, wie ich mich weiter mit der Frage, wer zu wem, in welches Haus ziehen sollte, herumplagen musste: Die Beziehung endete durch andere Umstände. Und in meinem Haus bin ich bis heute. Mit einem neuen Partner – der bis zu unserer Beziehung nur eine kleine Wohnung in der Großstadt hatte. 

Und der eingangs erwähnte Kumpel: Nun – auch der ist noch in seinem Haus. Wenn auch wieder solo. Hier scheiterte einmal mehr eine Beziehung an der Gretchenfrage „Wer zu wem?“. „Ich mache mich da jetzt aber nicht mehr heiß“ – so die Ansage des Kumpels. „Ich warte einfach ab, bis ich gefunden werde. Vielleicht kann die nächste Frau ja kochen, denn das konnte sie nicht!“. 

Daraufhin folgte noch das Klagen meines Kumpels, dass immer weniger Frauen kochen können. Auch so ein Thema! Das wohl alleine einen ganzen Artikel füllen könnte…Insofern: bei Beziehungsthemen wird es nie langweilig. 

Welche Gründe es außerdem oft gibt, warum Paare sich trennen, kann hier nachgelesen werden.

Bildnachweis: pexels.com

 

"

Se Frentzen

Geburtstage, Jubiläen, Junggesellinnen-Abschiede – so vieles wird hierzulande gefeiert. Aber eine Scheidung? Das ist für viele noch Neuland. Nicht aber für Se Frentzen. Die sympathische Unternehmerin aus Nordrhein-Westfalen (im Bild zweite von rechts) hat sich auf Scheidungspartys spezialisiert und der Erfolg gibt ihr recht. Ausschlaggebend war ein Stück weit auch ihre eigene Scheidung, die sie – als sie nach langer Zeit durch war – als Befreiung empfand. Sie zelebrierte den neuen Lebensabschnitt mit einer eigenen Party und stellte fest, dass auch andere geschiedene Frauen so ticken wie sie und die amtliche Trennung gern feierlich begehen würden. Und weil das so ist, hat Se für die Ex-Bräute und deren Party mittlerweile alles im Angebot, was dem Start in das Single-Leben so richtig Schwung gibt. Vom Make-up-Artisten über die individuelle Scheidungsrede bis hin zur Limousine: Agenturchefin Frentzen lässt die einstigen Bräute auf ihrer Scheidungsparty Königinnen sein. Dass da auch die Location stimmen muss, versteht sich. Im Interview berichtet Se über ihre pfiffige Geschäftsidee:

FB: Se, Ihre eigene Scheidung liegt schon ein paar Jahre zurück. Wie haben Sie das Ende dieses Lebensabschnitts gefeiert?

Mit einer großen Party! Da sich mein Scheidungstermin wie Kaugummi in die Länge“ gezogen hatte, konnte ich alles bis ins kleinste Detail planen. Ich wählte meine Lieblings-Location, bestellte ein Menü für meine Gäste, es gab eine offizielle Einladung mit dem Vermerk für den Dresscode (white), der Saal wurde geschmückt und mit vielen Ballons dekoriert. Alles in weiß. Und vieles mehr…

Eine Scheidungsparty war 2005 noch ungewöhnlich

Meine Freunde und Familie warteten ungeduldig auf mich, denn eine Scheidungsparty war damals (2005) neu für alle und sie waren gespannt und aufgeregt. Wichtig war mir, dass ich an diesem Abend mein Brautkleid zum zweiten Mal „ausführte“. Ich fand es sehr passend und außerdem musste ich mir keine Gedanken um ein Outfit machen. Ich wollte meinen Neuanfang feiern – und ehrlich gesagt wollte ich gefeiert werden. Positiv durchs Leben gehen, durch mein neues Leben. Nach vorne schauen und das alte Leben hinter mir lassen. Diese Party war mein Neuanfang!

Se Frentzen

Se organisiert ihre Partys bundesweit.

FB: War das der Start für Ihre Agentur FINALLY DIVORCED?

Nicht ganz. Im Laufe der Jahre ergaben sich zwei Scheidungsfälle in meinem Bekanntenkreis. Hier durfte ich die Organisation der Feierlichkeiten übernehmen. Mir gefiel die Aufgabe. Ich hatte Spaß, meine Ideen umzusetzen und die Feier so schön es ging, auszurichten. Während der Vorbereitungen fielen mir noch mehr Ideen ein.  Ich hatte so viele Ideen – teilweise auch sehr außergewöhnliche Einfälle. Ich merkte, dass ich alles umsetzen konnte und fing an, alles zu dokumentieren und erstellte mir ein Konzept. Nun hatte ich ein Ziel vor Augen: Mein Ziel war es, Menschen, deren Ehe gescheitert war, mit einer Scheidungsparty den neuen Weg zu „pflastern“.

Es gab auch reichlich Kritik, was meine Geschäftsidee betraf, denn viele waren der Meinung, dass eine Heirat  immer noch  ein einmaliges Ereignis ist und für immer dieses Versprechen eingehalten wird. Nun – „bis dass der Tod uns scheidet “- dafür gibt es keinen Garant. Sicherlich wäre der Tod die denkbar einfachste Möglichkeit einer Scheidung. Doch was, wenn wir unseren Ehering vorher „verlieren“?

Alles mögliche wird gefeiert – warum nicht auch die Scheidung?

Wir feiern ständig einen neuen Lebensabschnitt! Sei es eine Geburt, Geburtstage, Hochzeiten, Abitur, ja – sogar der Tod wird „ gefeiert“. Eine Scheidung ist auch ein neuer Lebensabschnitt und sollte  gefeiert werden.

FB: In welcher Stimmung befinden sich die Frauen, die zu Ihnen kommen? 

Deko Scheidungsparty

Auf der Scheidungsparty wird nichts dem Zufall überlassen – die Deko stimmt von A bis Z

Die Frauen, die mich aufsuchen, haben das Kapitel Ehe abgeschlossen und möchten ihren Neuanfang mit einer Scheidungsparty feiern. Da sind die seelischen Wunden definitiv verheilt!

FB: Wie planen Sie die Scheidungsparty für die jeweilige Kundin?

Die Planung ist ganz individuell. Wichtig ist, dass ich mich dem vorgegebenem Budget anpasse.

Je nach Wunsch kann ich die Feier in verschiedenen Räumlichkeiten ausführen, wie zum Beispiel in der Lieblings Bar, im heimischen Garten, oder in einer exclusiven  Location (z.B. Rooftop Bar).  Bei dem persönlichen Gespräch halte ich nicht nur die Planung, wie die Farbe der Dekoration, Menü oder Buffet, Songauswahl für den DJ etc. und den Ablauf der Party fest, sondern der Mensch, meine Auftraggeberin, ist der wichtigste Punkt. Ich erfahre auch viel über die Person – privates, viele lustige Ereignisse,  über ihre Ehe und warum es zur Scheidung gekommen ist. Diese Gespräche sind sehr wertvoll. Vor allem richte ich die Scheidungsrede, die ich für meine Auftraggeberin halte, nach ihr.

Make-up, Hairstyling und Limousinen-Service – der Ex-Braut fehlt es an nichts!

Auf Wunsch steht der Ex-Braut an Ihrem unvergesslichen Tag ein Make-up Artist, sowie ein Hairstylist zur Verfügung. Ein professionelles Fotoshooting, Limousinen-Service, Scheidungstorte, Scheidungsring, Highlights wie Tänzerinnen oder Magier, Feuerwerk – alles ist machbar und garantiert eine unvergessliche Scheidungsparty!

FB: Wie muss man sich das Event vorstellen?

Im Grunde ähnlich wie bei einer Hochzeit- das einzige was fehlt ist der ( Ex) Mann – er landet meist „geköpft“ auf der Scheidungstorte! Ich empfehle bei den Einladungskarten einen zusätzlichen Vermerk zu einem strengen  Dresscode – nur in weiß !

FB: In was für einem Umfeld wird gefeiert? Eher daheim oder in außergewöhnlichen Locations?

Es ist unterschiedlich. Ich kann eine unvergessliche Scheidungsparty im eigenen Garten ausrichten, oder auch in einer Top-Location. Ich richte mich nach den Wünschen meiner Auftraggeber und dem Budget.

FB: Wie sieht das „Drumherum“ bei einer Scheidungsparty aus? Gibt es Torte? Eine Ansprache? Wie läuft das ab? Und was trägt die Auftraggeberin?

Auf der Scheidungsparty

Auf der Scheidungsparty lässt FRAU es krachen

Die Ex Braut trägt an diesem Abend ihr Brautkleid. Sie eröffnet die Party mit einem Tanz. Im Anschluss folgt eine Scheidungsrede. Diese Rede ist persönlich für die Ex Braut und sehr bedeutsam.
In der Scheidungszeremonie wird der Ex- Braut ein Scheidungsring angesteckt. Dann möchte die „ Braut „ auch endlich aus ihrem „alten“ Kleid heraus und zieht sich um.

Brautkleid wird auf Scheidungsparty vernichtet

Anschließend wird das Brautkleid vernichtet. Es wird ausgiebig gefeiert und auf Wunsch gibt es Showacts , ein Feuerwerk etc.

Später wird die Scheidungstorte angeschnitten. Meist ist es eine Torte, die in der Mitte durchtrennt ist –  könnte auch durchaus passieren,  dass sich der Ex-Mann mit auf die Torte geschlichen hat…!

FB: Da Sie ja einen umfassenden Einblick in das Thema „Trennungen“ haben – bekommen Sie mit, aus welchen Gründen Paare sich trennen? Gibt es einen Grund, der Ihnen immer wieder begegnet?

Sehr oft ist die Begründung, dass man sich auseinandergelebt hat. Gründe, wie Vertrauensbruch und häusliche Gewalt sind leider auch Tatsachen, warum sich Paare trennen.
Einmal habe ich als Grund gehört, dass die Geburt des Kindes zur Trennung geführt hat. Das hat mich so sehr beschäftigt, dass ich mich wochenlang damit auseinandergesetzt habe. Ich habe mich im Laufe der letzten Jahre speziell auf das Thema Trennung/ Scheidung konzentriert und muss feststellen, dass die meisten Ehen an fehlender Kommunikation scheitern.

FB: Wie fühlen sich die Frauen nach einer Scheidungsparty mental? Bekommen Sie Feedback?

Scheidungsparty

Für Frauen ist die Scheidungsparty ein Befreiuungsschlag

Sie sind glücklich und freuen sich auf ihren Neubeginn. Sie sehen Ihre Scheidungsparty auch als Befreiung. Nicht falsch verstehen – das hat nichts mit Rachegelüsten zu tun. Es ist ein Abschluss mit der Vergangenheit und gleichzeitig ein Neubeginn. Ich muss auch ehrlich sagen, dass ich schon des Öfteren gesagt bekommen habe, dass die Scheidungsparty besser als die eigene Hochzeit war.

Scheidungsservice ist deutschlandweit buchbar

FB: Wo kann man Sie buchen?

Ich biete meinen Service deutschlandweit an. Ich bin ständig auf der Suche nach verschiedenen Locations, um meinen Kunden eine große Auswahl anbieten zu können. Auf Mallorca und Ibiza schaue ich aktuell gezielt nach besonderen Objekten, um diese bei Anfragen auch anbieten zu können.

FB: Denken Sie, dass manche Frauen (und Männer) zu jung heiraten? Gibt es Ihrer Ansicht nach ein „richtiges“ Alter, um zu heiraten?

Ja, davon bin ich überzeugt! Ich war auch mal 20 und hatte eine ganz bestimmte Vorstellung von meinem Leben. Alles war durchdacht – meinte ich zumindest. In Deinen 20ern  hast du schon deinen Traummann vor Augen- Du weißt genau wie er aussieht und sogar wie er duftet. Der Vater deiner Kinder – Du musst ihn nur finden! Und zwar schnell, denn du hast ja schon dein Traumkleid gefunden – wir wollten doch alle wie Sissy heiraten.

Falsche Vorstellungen lassen viele Leute jung heiraten

Du findest ihn und verliebst dich. Und du denkst, dass das die „Ich kann nicht mehr ohne dich leben Liebe“ ist.

Also wird mit 23 oder 24 geheiratet. Alles ist schön – doch dann holt dich die Realität ein und mit Ende 20 bist du schon geschieden. Wenn du Glück hast und schlau bist!  Das war deine Lektion!

Mit 20 ist Mann oder Frau noch in der Entwicklung. Verliebt euch, zieht in die erste gemeinsame Wohnung, lernt einen Beruf. Aber heiratet nicht! Man benötigt die 20iger um erwachsen zu werden. Eine Beziehung/Ehe heißt Kompromisse eingehen -wie lange ist deine Bereitschaft? Du“ wächst“, deine Einstellung ändert sich und du hast mehr Erwartungen.

Mit 30 sieht die Welt schon anders aus!

Mit 30 steht man schon eher im Leben. Man hat einen Beruf, der einen erfüllt und Zukunftspläne. Wenn du mit 30 deine Drinks selber bezahlen kannst, dann kannst du dir auch Gedanken um Familie und Hochzeit machen.

FB: Wie schauen Ihre Pläne für die nächsten Monate in Sachen Ihrer Agentur aus? Können Sie schon etwas verraten?

Ich plane aktuell eine exclusive Scheidungsparty. Mein Wunsch ist, dass das Thema Scheidungsparty nicht mehr tabuisiert wird. Mein Ziel ist es, dass sich diese Partys etablieren. Scheidungen sind nichts negatives. Es sollte mehr darüber berichtet werden. Es ist ein sehr wichtiger psychologischer Aspekt, diesen Neuanfang zu feiern.

Bisher habe ich nur für Ex-Bräute eine Scheidungsfeier ausgerichtet. Liebe Ex- Männer, „traut“ euch, denn für die Herren habe ich ein besonderes Special vorbereitet!

In diesem Sinne: Drum prüfe wer sich ewig bindet, ob sich nicht was Besseres findet!

Mehr zur Agentur von Se Frentzen hier.

Mehr zum Thema auch hier.

Bildnachweis: Finally Divorced, Se Frentzen, Schreiber Photografie

"

Frau im Auto

„Der Fahrer des Wagens L-….. möchte sich bitte an der Information melden“. Laut hallte die Aufforderung durch den riesigen Einkaufsmarkt, in dem ich gerade im Begriff war, nach tiefgekühltem Kohlrabigemüse zu greifen. Das ließ ich allerdings schnell wieder zurück gleiten, denn das ausgerufene Kennzeichen war meines. „Ob man mir das Auto aufgebrochen hat?“ schoss es mir durch den Kopf. Denn just an diesem Tag hatte ich teure Computertechnik im Wagen, da ich einen Vor-Ort-Termin bei einem Kunden absolviert hatte. Mit diesen Gedanken schob ich meinen vollen Einkaufswagen schnurstracks an die Information des Marktes, wo mich die Damen an der Rezeption schon erwarteten. Vor dem Info-Tresen stand eine weitere junge Frau, die mir berichtete, dass sie einen jungen Mann gesehen hat, der mein Auto gerammt hat, einen Blechschaden hinterließ und danach seelenruhig in den Supermarkt gegangen ist.

Blechschaden statt Auto aufgebrochen

Im ersten Moment war ich erleichtert, dass meine Technik scheinbar ja nicht gestohlen wurde. Die Zeugin, die das beobachtet hatte, sagte mir, dass der Verursacher auch in den Einkaufsmarkt gegangen ist. „Wir sollten ihn ausrufen, wenn Sie sich das Kennzeichen von dem Mann gemerkt haben“ schlug eine Dame vom Info-Tresen vor. Gesagt, getan. Die Zeugin hatte sich aufmerksam das Kennzeichen notiert und nun wurde der Mann ausgerufen. Wenig später fand auch er sich an der Rezeption ein. Ich konfrontierte ihm mit dem, was die Zeugin gesehen hat. Der Mann stritt es nicht ab, man merkte, dass ihm das sichtlich unangenehm war.

„Man sollten die Polizei rufen“ schlug eine der Damen vom Info-Tresen vor. Ich war durcheinander und mir nicht sicher, was ich tun sollte, aber das mit der Polizei schien mir schlüssig. Also rief ich die 110 an. Dort schilderte ich das Geschehene. Auch die Zeugin musste kurz ans Handy und dann hieß es seitens der Beamten, dass ein Streifenwagen vorbeikommen würde. Die Zeugin hinterließ mir ihre Daten und konnte dann, nachdem sie das mit dem Polizisten am Telefon schon geklärt hatte, gehen. Der junge Mann telefonierte mit seiner Versicherung. Vorher hatte er vorgeschlagen, dass wir uns ohne Polizei einigen, aber das war mir zu heikel.

Als er mit dem Telefonieren fertig war, ging ich mit ihm zusammen zu meinem Auto und wir schauten uns den Schaden an. Es war nicht viel. Der Unfallverursacher strich mit dem Finger über die Stelle, die er gerammt hatte (meine hintere Stoßstange) und da war dann noch weniger zu sehen.

War der Polizeiruf wirklich nötig?

„Man hätte vielleicht die Polizei gar nicht rufen müssen“ dachte ich mir. Der junge Mann schien das ähnlich zu sehen, denn er meinte, dass man sich doch auch so einigen könnte. Ich hatte kein Interesse daran, ihm bei der Polizei Schwierigkeiten zu machen, aber hieß es nicht immer, dass es auch bei geringen Schäden besser sei, die Beamten zu rufen? Während ich noch überlegte, fuhr der Streifenwagen schon vor. Die Beamten stiegen aus und begutachteten die Stelle, an die der junge Mann gefahren war. Auch sie schätzten es offenbar eher als Lappalie ein, was sie aber freilich nicht kundtaten. Es wurde gemessen und vermessen, sowohl an meinem Wagen als auch am Auto von dem Verursacher. Ich gab gegenüber den Beamten an, dass ich dem jungen Mann keine Schwierigkeiten machen möchte und nicht unbedingt eine Anzeige wegen Fahrerflucht stellen mag. Es verging dann fast eine Stunde, bis alle Daten seitens der Polizei aufgenommen wurden. Zwischendurch wurde ich gefragt, ob ich das, was am Auto zu sehen war, als Schaden deklarieren will oder nicht. Ich entschied mich, das nicht zu tun. Wie gesagt: Ich wollte dem jungen Mann, dem Verursacher, keine Schwierigkeiten machen, denn es war zugegebenermaßen wirklich nur eine Lappalie. Mehr noch: an meiner Stoßstange war nicht viel zu sehen. Ein kleiner Schaden jedoch war zu sehen, weshalb ich kurz mit meiner Familie in dieser Angelegenheit telefoniert.

Von dort aus kam der Ratschlag, sich nicht privat mit dem Verursacher auf etwas einzulassen, es macht Sinn, ein Gutachten über den Schaden erstellen zu lassen.

Dass ich dies gedenke ich Auftrag zu geben, teilte ich dem Schadenverursacher mit, als einer der Beamten noch fleißig an unserem Fall schrieb. Er hörte das und meinte: „Wenn das so ist, müssen Sie aber einen Schaden proklamieren und in diesem Zusammenhang den Unfallverursacher anzeigen“. Das hatte ich nicht gewusst. Doc die Beamten klärten mich auf, dass ich nur, wenn sie den Vorgang als Unfall aufnehmen, ein Anrecht darauf hätte, von der gegnerischen Versicherung den Schaden ausgeglichen zu bekommen.

Auch ein kleiner Blechschaden ist ein Unfall

Sage ich, dass ich keinen Schaden am Auto habe, gilt das nicht. Denn das ist dann im Beamtendeutsch kein Unfall. Mir war nicht klar, dass man so kleine Schäden mit einem Verkehrsunfall gleichsetzt. Aber so ist es. Die netten Beamten klärten mich darüber auf.

Ich überlegte also und es war mir dem jungen Mann gegenüber, der den Schaden verursacht hat, doch sehr unangenehm. Hieße das doch, dass ich, wenn ich den Schaden geltend machen will, ihn als Unfallverursacher anzeige. Nicht zuletzt spielte auch die „Fahrerflucht“ rein. Es half aber alles nichts…! Ich teilte den Polizisten final mit, dass ich den Vorgang definitiv als Verkehrsunfall zur Anzeige bringen möchte. Anders würde ich – wie gesagt – nicht an die Schadenübernahme der gegnerischen Versicherung kommen.

Klar, man hätte sich auch privat untereinander einigen können. Der Verursacher bot das auch immer wieder im Vorfeld an. Doch ich hatte – wahrscheinlich doch etwas zu voreilig – die Polizei gerufen. Nun ist der Schaden ein offiziell registrierter Vorgang. Sprich: der Mann kommt um eine Anzeige wegen Fahrerflucht nicht herum.

Und ich habe dadurch nun die Möglichkeit, ein Gutachten zu dem Schaden in Auftrag zu geben.

Gutachten muss klären, wie hoch der Schaden ist

Dieses Gutachten wird dann klären, ob es ein hoher Schaden ist oder sich das Ganze doch eher im Peanuts-Bereich bewegt.

Dieses Erlebnis hat mich wieder einmal was Neues gelehrt. Nämlich, dass ein simpler Blechschaden tatsächlich mit einem Verkehrsunfall (bei dem man ja eher Tote oder Verletzte vor seinem geistigen Auge hat) gleichgesetzt wird.

Nun muss ich abwarten, was passiert. Es wird noch eine Ladung von der Polizei und einige Telefonate mit der gegnerischen Versicherung geben.

Und für den Verursacher ein Strafverfahren und womöglich noch Punkte in Flensburg. Er ist von Beruf Lastkraftwagenfahrer.

Verursacher wird sich wegen Fahrerflucht verantworten müssen

Hätte er sich an der Rezeption gemeldet und mich aufrufen lassen, um mir zu sagen, dass er an meine rückwärtige Stoßstande gefahren ist, hätte wohl einer privaten Einigung nichts im Wege gestanden.

Nun droht dem Verursacher die Justiz-Keule und ein Verfahren wegen Fahrerflucht.

Das Leben kann manchmal tatsächlich bitter und gemein sein! Insofern: lieber gleich Farbe bekennen, wenn man ein anderes Auto angefahren hat. Oder die Polizei erstmal aus dem Spiel lassen und sich untereinander einigen. Letzteres geht an meine Adresse…Insofern weiß ich nur eines: Beim nächsten Mal bin ich schlauer und mache nicht gleich so eine Riesenwelle!

Mehr zum Thema Autofahren bei uns auch hier.

 

"

Michael Wendler und Freundin

Sie wirken immer ein bißchen wie Vater und Tochter: der Wendler, dessen Haare seit Neuestem unnatürlich schwarz wirken und das junge Mädchen, das dem Alter nach der Nachwuchs des Sängers sein könnte. Beide sind seit einiger Zeit ein Paar und dominieren die Schlagzeilen. Der Altersunterschied von fast 30 Jahren ist ziemlich gewaltig, aber auch solche Beziehungen haben nicht selten ein Happy End. Wie wird das hier also ausgehen? Zumal Wendlers Neue, die 18jährige Lara, nunmehr plant, zu ihrem Michael in die USA zu ziehen.

Wendlers Neue will zu ihm in die USA ziehen

Dafür will sie in den Sommermonaten die Schule vorzeitig beenden. Danach soll es für immer in die USA gehen, auswandern ist angesagt! Und wie schon Wendler selbst, will auch seine Neue sich bei diesem Vorhaben medial begleiten lassen. Die Schülerin wird also wohl zukünftig häufiger auf der Mattscheibe erscheinen, denn das Format „Goodbye Deutschland“ will die Auswanderin und ihren reifen Freund mit der Kamera begleiten.

Die Doku hat in der Vergangenheit schon mit vielen Tops und Flops aufgewartet – es bleibt spannend, in welcher Kategorie der Wendler und Lara sich demnächst wiederfinden.

Wer sich für das ungewöhnliche Paar und dessen Unterfangen interessiert, sollte am 25. März 2019 den Fernseher anmachen, VOX einschalten und „Goodbye Deutschland“ gucken.

Bildnachweis:

TVNOW / Seema media

 

Junge Frauen und reife vermögende Männer – diese Kombi ist uralt und kommt wohl niemals aus der Mode. Ob Rock-Dino Peter Maffay oder der amerikanische Frauenschwarm Richard Gere – beide haben diesen Lebensstil gemeinsam. Und teilen ihn mit vielen weiteren Promis. In Deutschland sind das unter anderem auch Jean Pütz und Fritz Wepper – auch zwei Männer, die im „Silver-Surfer“-Alter nochmal Vater wurden. Bei letzteren war man(n) sogar schon in den 70igern, als sich die späten Vaterfreuden einstellten.

Richard Gere kurz vor seinen 70igern!

Nun, so alt ist Richard Gere noch nicht, aber sehr knapp davor: 69 Jahre alt.

Seine Partnerin Alejandra Silva (mit Richard Gere im Bild) ist zarte 35 Jahre jung und beide sind sie nun Eltern eines Jungen geworden. Medienberichten zufolge ist das Kind am vergangenen Dienstag zur Welt gekommen.

Hoffentlich bleiben noch viele Lebensjahre

Sowohl Mama als auch Papa haben schon eigenen Nachwuchs. Gere einen 19jährigen und Silva einen 6jährigen Sohn.

Na da – bleibt den beiden – und vor allem dem Neugeborenen! – nur zu wünschen, dass Gere noch mit vielen, vielen Lebensjahren gesegnet ist.

Lesen Sie hier, wie Deutsch-Rocker Peter Maffay mit seinen späten Vaterfreuden umgeht.

Bildnachweis: picture alliance/Geisler-Fotopress

 

 

Der große Blonde mit den Entertainer-Genen – er kann`s offenbar nicht lassen! Thomas Gottschalk kehrt auf die Mattscheibe zurück. Mit einer neuen Show. Diesmal macht er in Literatur. „Gottschalk liest“ ist der Name des neuen Sendeformates, das ab dem 19. März 2019 im bayerischen Fernsehen ausgestrahlt werden soll. Allerdings nur viermal im Jahr. Gottschalk und Literatur – nun ja, so richtig hat man das bislang nicht in Zusammenhang gebracht.

Klar, der Fernsehmann war, wie so viele Prominente, bereits zu Gast in der ZDF-Sendung „Das literarische Quartett“ (siehe Bild). Aber an und für sich bringt man den humorvollen Entertainer doch eher mit großen Shows in Verbindung.

Germanistikstudium sieht Gottschalk für neue Show von Vorteil

Der Sunnyboy kokettiert diesbezüglich mit seinem Germanistikstudium, tag24.de schreibt hierzu:

„Zum Lesen haben die meisten heute eine App – ich habe zumindest drei Semester Germanistik“, hatte Gottschalk erklärt, als der BR das Projekt Ende des vergangenen Jahres ankündigte.

Nun ja…!

Fakt ist doch, dass er sein einstiges „Wetten, dass?!“ mit nichts mehr toppen kann. Auch scheint ihm der Misserfolg seiner letzten Show nicht davon abzuhalten, sich erneut auf ein riskantes Fernsehprojekt einzulassen. Den meisten wird es nicht gleich auf Anhieb geläufig sein, aber wenn man den Show-Namen „Gottschalk live“ in die Runde wirft, wird es bei dem einen oder anderem doch dämmern.

Vorabend-Show im Ersten floppte vor Jahren

Das war doch…diese kleine Vorabend-Live-Show? Vor den Nachrichten, im Ersten? Ja, genau! Allerdings ist das schon wieder sieben Jahre her und die Sendung kam auch 2012, dem Jahr der Erstausstrahlung, nicht in die Gänge. Vom Konzept her lief es damals so, dass Gottschalk über tagesaktuelle Lifestyle-, Promi- und Gesellschaftsthemen plauderte. Er empfing Studio-Gäste und initiierte Live-Schaltungen in alle Welt.

Gebracht hat es wenig, denn die Sendung wurde schon im selben Jahr wieder eingestellt. Mangels Publikumsinteresse. Und – ganz ehrlich! – sie wirkte auch extrem gestellt und aufgesetzt. Man hatte tatsächlich immer das Gefühl, dass da was „gewollt und nicht gekonnt“ wurde.

Auch hatte es irgendwie den Anschein, dass sich ein einflussreicher Fernsehmensch dem großen Blonden, der offenbar so gar nicht vom TV-Metier lassen kann, einen Gefallen tun und olle Gottschalk wieder auf die Mattscheibe holen wollte.

„Wetten, dass?!“ passte am besten zu Gottschalk!

Hat alles nichts genützt – das Interesse der Leute war einfach nicht so groß.

Und nun Literatur. In der ersten Sendung startet er mit Sarah Kuttner und Martin Mosebach. Leute, die eher einem speziellen Publikum, denn der Masse der Leute bekannt sind.

Warum sich der einstige Radiomoderator nicht einfach ein schönes Leben in seiner langjährigen Wahlheimat Kalifornien macht – darüber wird wohl so mancher Zuschauer sinnieren! Zumal man bei diesen halbgewalkten „Nach-Wetten-dass?!“-Präsenzen den Eindruck nicht los wird, dass Gottschalk doch wirklich besser diese Original-Show hätte weitermachen sollen.

In diesem Falle wäre ihm doch sicher ein Millionenpublikum treu. Wetten, dass?!

Bildnachweis: ZDF, Svea Pietschmann

Er ist ein behütetes Einzelkind und wohnt schon sein ganzes Leben lang bei seinen Eltern – einer niedlichen, aber besitzergreifenden Dame Mitte 70 und einem desinteressierten Vater, der seine Tage mit einer Halben Bier vor dem Fernseher verbringt, weil irgendwo auf der Welt immer Fußball läuft.

Jeden Urlaub verbringt Gerd ausnahmslos mit seinen Eltern und schwärmt uns dann von ereignisreichen Kreuzfahrten und lehrsamen Pyramidenbesichtigungen vor. Er kümmert sich um den Haushalt, begleitet Mutti zum Einkaufen und widmet sich in der Freizeit hingebungsvoll seinen Hobbies Fußball, Netflix und Modellbau.

Im Keller, den Mama für ihn freigeräumt hat, fieselt Gerd nächtelang an seiner elektrischen Eisenbahn, die mittlerweile die Ausmaße einer Kleinstadt angenommen hat und das gesamte Zimmer ausfüllt.

Kennen Sie Gerd? Nein? Dann haben Sie etwas verpasst.Gerd ist 180 Zentimeter groß und hat seine dunklen Haare extra auf einer Seite bis zur Schulter wachsen lassen, damit er sie über seine Glatze kämmen kann. Den anachronistischen 80er-Jahre-Schnäuzer stutzt er akribisch einmal pro Woche, und auf seinem Kinn prangt eine pechschwarze Warze in der Größe eines 20-Cent-Stücks. Seine Gesichtszüge wirken etwas verbissen, und um die Taille herum trägt er ein paar Unebenheiten mit sich herum, die seiner sitzenden Tätigkeit geschuldet sind. Gerd ist 53 Jahre alt.

Zu unser aller Überraschung ist Gerd Single, aber leider nicht aus Überzeugung, sondern aus Mangel an Gelegenheit. Das mag Sie jetzt verwundern, aber bisher hat sich tatsächlich noch keine Frau gefunden, die sich mit ihm auf eine Beziehung einzulassen bereit ist, weil Gerd jeder Kandidatin bereits beim ersten Date unverblümt mitteilt, was sie erwartet: mit Mama zusammen den Haushalt schmeißen, mit Mama einkaufen, ansehnlichen Nachwuchs gebären (darum darf die potenzielle Frau auch nicht über 35 sein…), den Biernachschub für Papa nie ausgehen lassen und ansonsten begeistert Gerds Hobbies zusammen mit ihm ausleben.

Selbstverständlich winkt nach jedem arbeitsreichen Jahr ein erholsamer Urlaub auf einem Kreuzfahrtschiff. Zusammen mit Mama und Papa.

Auch sonst sind Gerds Ansprüche an eine Heiratskandidatin (wilde Ehe geht gar nicht – das würde Mutti umbringen) ziemlich hoch. Eine Ausländerin kommt wegen der zu erwartenden Verständigungsschwierigkeiten nicht in Frage (es wäre doch zu schade, wenn die junge Dame süffisante Sticheleien von Mutti nicht sofort kapiert), eine Gleichaltrige ist ihm laut eigener Aussage „zu alt“, da irgendwer ja mal die elektrische Eisenbahn erben und deshalb ein Stammhalter gezeugt werden muss.

Die Wunsch-Frau sollte kochen können (mindestens so gut wie Mutti), darf keinerlei Ansprüche auf Intimität oder Privatsphäre geltend machen und sollte in Gerd das Tollste seit der Erfindung des WC-Papiers sehen.

Gerd selbst ist übrigens der Charme in Person.

Ich kenne ihn seit 20 Jahren persönlich und habe mir ihn nicht ausgedacht. Solche Typen kann man sich nicht ausdenken. Neulich saßen wir mit ihm am Tisch, und eine Bekannte meinte scherzhaft: „Oh, Gerd, du hast ja ein Bäuchlein gekriegt.“

Er sah sie giftig an und meinte: „Halt doch die Klappe – die Schlankste bist du ja auch nicht.“

Ich kann mir sehr gut vorstellen, woran all seine Blind Dates scheitern. Aber das wissen Sie garantiert mittlerweile auch. Gelegentlich klagt uns Gerd sein Leid. Versteht er doch nicht, warum keine Dame seinem zarten Werben erliegt. Immerhin ist er ein guter Fang. Die Angebetete darf nämlich sein Jugendzimmer zusammen mit ihm im mittlerweile abbezahlten 70er-Jahre-Reihenhaus beziehen (gesetzt den Fall, sie findet zwischen Flugzeugmodellen und winzigen Plastik-Panzern noch Platz), nach Feierabend täglich den kompletten Haushalt schmeißen, Gerd sexuell befriedigen – bei ihm besteht 40jähriger Nachholbedarf, das kann also dauern – und wenn sie viel Glück hat, gibt’s zur Belohnung dann abends „Bauer sucht Frau“, falls nicht gerade in Abu Dhabi Fußball läuft, denn Papa lässt sich sonst nicht von der Glotze in die Kneipe vertreiben.

Wie gesagt, Gerd versteht die Welt nicht und die Frauen noch weniger, denn ein Ende seiner Durststrecke ist nicht in Sicht. Das wird auch so bleiben.

Da Sklavenmärkte in Deutschland nicht existieren, wird er sich wohl weiterhin hoffnungsvoll von einem Blind Date zum nächsten hangeln müssen.

Der nächste Aspirant in Frauenangelegenheiten ist Stefan. Er misst vom Scheitel bis zur Sohle stolze 155 Zentimeter, wobei sich Länge und Breite mittlerweile bei ihm die Waage halten. Er hat in letzter Zeit die Form eines Medizinballs angenommen. Seine 15 Kopfhaare trägt er stolz in 25 Reihen gekämmt, und er erklärt jedem, dass der feuerrote Teint und die wässrigen Schweinsäuglein dem Bluthochdruck geschuldet sind, „weil die dummen Weibsbilder so anspruchsvoll sind und ich mich darüber aufrege“.

Stefan ist seit kurzem stolze 71 Jahre alt und zweimal geschieden. Seine erste Hochzeit feierte er mit 50, unmittelbar nach dem Tode seiner Mutter, als er eine 25jährige aus einem osteuropäischen Land mit hohem Armutsfaktur ehelichte, die ihn nach zwei Jahren verließ. Sie war praktisch veranlagt, denn sie nahm sämtliches Inventar sowie den größten Teil der Einbauküche und den gerade abbezahlten Staubsauger mit, als sie verschwand, während Stefan bei der Arbeit war. Wäre das Haus etwas kleiner gewesen, hätte sie das wohl auch in ihre Reisetasche gepackt. So blieb ihm als Erinnerung wenigstens der Immobilien-Kredit, den er abbezahlen durfte.

Stefan aß anschließend aus Kummer noch mehr, trank wie ein Bierkutscher, und begab sich in seinen nüchternen Phasen erneut auf der Suche nach einer Frau. Mit 70 heiratete er dann abermals, eine Dame, die aus demselben Land wie seine erste Gattin stammte. Sie war erst 37, einen Kopf größer als er und wog circa 80 Kilo mehr als er.
„Ich nehme dieses Mal eine Dicke, die bleibt mir“ erklärte er pragmatisch, als ich ihn vorsichtig fragte, ob er denke, dass das Liebe sei.

Diese Ehe hielt genau eine Woche – dann verschwand die neue Frau gegen Mitternacht samt ihrem Koffer und tauchte im undurchdringlichen Nebel des deutschen Dienstleistungssektors unter, wo sie sich seither als selbständige Nageldesignerin durchschlägt. Es scheint ihr lieber zu sein, als weiterhin in Stefans zugigem Bungalow Schnitzel zu braten.

Aber Stefan lässt sich von solchen Kleinigkeiten nicht beirren. Die Welt ist voller Mädels, die auf ihn warten. Immerhin hat er eine gute Rente und ein schönes Haus zu bieten. Also vertraute er sich kurz nach dem unrühmlichen Abgang seiner zweiten Gattin einem Heiratsinstitut an und klagte mir dann vor ein paar Wochen wütend sein Leid.

„Du glaubst nicht, was die mir anbieten!“ schimpfte er. „Die schicken mir tatsächlich 60jährige!“

„Ja, aber du bist über 70 und mit einer gleichaltrigen oder ein wenig jüngeren Frau hast du vielleicht ein paar Gemeinsamkeiten. In dem Alter ähneln sich die Interessen doch viel mehr“ antwortete ich. „Pah, was will ich mit einer 60jährigen“ widersprach er. „Alt bin ich ja selber.“

Stefan ist übrigens nach wie vor auf der Suche, meine Damen. Und er ist sich ganz sicher, dass die maßgeschneiderte Frau nicht mehr lange auf sich warten lassen wird, immerhin ist er – genau wie Gerd – seiner Meinung nach ein prima Fang.

Nun verbindet Gerd und Stefan, diese beiden Geschenke Gottes an die Frauenwelt, außer besitzergreifenden Müttern noch etwas anderes, um das ich sie seit Jahrzehnten glühend beneide: ein Zauberspiegel.
Ja, Sie haben schon richtig gelesen. Die haben einen und ich nicht.

Ich selbst besitze natürlich auch mehrere dieser Dinger. Während der im Badezimmer, wenn er einen guten Tag hat, morgens vermeldet: „Tja, geht so heute, Barbara. Solltest allerdings gut ausgeleuchtete Plätze meiden“, lacht mich der andere in der Ankleide hämisch aus und kichert: „So deckende Farben gibt’s auf der ganzen Welt nicht, dass du die Röllchen um die Taille alle vertuschen kannst. Mach endlich eine Diät oder verschone mich mit deinem Anblick. Übrigens sollst du dich dringend bei meinem Cousin, dem Rasierspiegel melden. Der meint, er hätte dich schon länger nicht mehr gesehen. Du hast wohl Probleme mit der Wahrheit? Hähä.“ Wie gesagt – der ist fies und ich gucke nicht oft rein.

Mit solchen Gemeinheiten müssen Gerd oder Stefan sich nicht herumplagen. Egal, ob sie sich nackt oder angezogen vor ihre eigenen Spiegel stellen, die behaupten immer: „Mann, siehst du geil aus, Junge. Die Weibsbilder dürfen froh sein, wenn sie dich kriegen. Bauch? Wo ist hier ein Bauch? Ist nur das Licht. Du bist der Schönste!“

Verlogene Schleimbeutel sind das, diese Spiegel. Wenn der von Gerd ehrlich wäre, würde er ihm den Besuch eines Hautarztes empfehlen, damit der mal die krasse Warze auf dem Kinn checken kann, außerdem einen guten Friseur, der ihm erklärt, dass niemand auf die über seine Glatze gekämmten Haare reinfällt.

Und Stefans Spiegel könnte ehrlich warnen: „Junge, du bist mehr breit als hoch und solltest es mal mit Trennkost versuchen. Sprich: Deine Pizza ist am besten in der Küche aufgehoben und du auf dem Laufband. Außerdem bist du nicht der Jüngste. Was willst du mit einer ganz jungen Frau? Schon mal richtig in mich armen Spiegel reingesehen? Ich hab‘ die Lügerei allmählich satt.“

Trotzdem ich Gerd und Stefan schon oft angebettelt habe, wollen sie mir ihre Spiegel nicht leihen, nicht mal für einen einzigen Tag. Ich muss also jeden Morgen weiterhin meinen Anblick ertragen, weil ich trotz Intervallfasten nach wie vor daherkomme wie eine Presswurst. Den Rasierspiegel habe ich allerdings verschenkt. Der quält mich nie mehr.

In unserer aufgeklärten Gesellschaft ist es selbstverständlich, dass niemand wegen seines Aussehens gehänselt wird oder dadurch Nachteile erleidet. Das finde ich natürlich richtig und wichtig. Nur möchte ich ganz gerne wissen, woher dieses durch nichts gerechtfertigte Selbstbewusstsein herrührt, welches Gerd und Stefan an den Tag legen. Beide haben sich noch nie Gedanken darüber gemacht, ob es vielleicht an ihrem Auftreten liegen könnte, wenn sie Absagen von der Damenwelt erhalten. Stefan und Gerd sind sich beide sicher, dass die Damenwelt nur zu blöde ist, einen guten Fang wie sie zu erkennen und festzuhalten.

„Was sind diese Frauen bloß anspruchsvoll“ stöhnte Gerd neulich, während ich mir wieder mal wünschte, er würde endlich zum Hautarzt gehen, damit ich nicht immer auf dieses Ding an seinem Kinn starren muss.
„Immer dieses Gezeter von wegen Emanzipation. Und Respekt vor dem Alter haben die auch nicht, wenn ich erzähle, dass ich bei meinen Eltern lebe, melden die sich nie wieder.“

So was aber auch.

Stefan, der Rentner, ist da etwas pragmatischer. „Ich hab schon ein paar Qualitäten, aber die binde ich dir nicht auf die Nase. Das Aussehen ist doch gar nicht so wichtig“ meinte er, als ich ihm vorschlug, seine hohen Ansprüche („jung, knackig, bewandert im Kochen und Erdulden“) nochmals zu überdenken.

Wenn das Aussehen nicht so wichtig ist, lieber in Ehren gealterter Stefan, warum willst du dann unbedingt eine Junge?

Nun ja – Stefan ist jetzt das Problem der Dame vom Heiratsinstitut, die ihm vollmundig versichert hat, für ihn als Topf den passenden Deckel in Übergröße aufzutreiben. Ich bin überzeugt, dass sie das mittlerweile bereut.

Im Laufe meines Lebens durfte ich immer wieder die Erfahrung machen, dass die Selbstwahrnehmung vieler Männer sich nicht mit der Realität deckt. Während unsereins sich im Fitness-Studio quält, eine Diät nach der anderen ausprobiert, kiloweise Foundation, Rouge und Mascara aufträgt und sich morgens mit einem Bein auf die Waage stellt, um sie auszutricksen, streift diese Sorte Mann sich ein Feinripp-Hemd über, schlüpft in Tennis-Socken mit Sandalen und macht sich frohgemut auf die Balz.

Geht nicht, gibt’s nicht, denken die.

Allerdings ist – das möchte ich betonen – der Besitz eines solchen wunderbaren Zauberspiegels nicht unbedingt geschlechtsspezifisch. Ich habe eine alte („alt“ im Sinne von kenne ich schon ewig) Bekannte, die auch so ein tolles Stück ihr eigen nennt. Meine Freundin Susi hat nämlich ebenfalls so einen, der ihr täglich suggeriert, sie sei die Schönste. Dabei hat Susi spärliches, astroschwarz gefärbtes Haar mit durchschimmernder Kopfhaut, ein fliehendes Kinn, winzige, immer verkniffene schmale Lippen, die Figur einer Avocado und – das Selbstbewusstsein von Kim Kardashian. Ist so.

Egal wo Susi hinkommt, immer findet sich ein Anbeter, der vor ihr auf die Knie geht und ihr spätestens nach dem vierten Bier ewige Liebe schwört. Weil Susi ganz einfach von sich selbst überzeugt ist.

Endlich sind wir da, worauf ich hinauswollte. Diese Spiegel, meine Damen, bekommen wir nicht bei Ali Baba oder Amazon – die stellen wir selbst her oder schleppen sie als Teil unserer Aussteuer mit uns herum. Unser ganzes Leben lang. Angeschafft werden sie schon in frühester Kindheit, und unsere Eigenwahrnehmung hängt signifikant davon ab, wie viel Selbstbewusstsein oder gesundes Selbstwertgefühl uns in frühen Jahren vermittelt wurde.

Diese bösen Spiegel, vor denen wir morgens stehen und uns ein wenig zu dick finden, oder zu dünn, diese Spiegel, die uns zeigen, dass unser Haar zu spröde ist oder unsere Lippen zu schmal, sind Artefakte unserer Kindheit.
Jetzt müssen wir uns täglich mit ihnen herumschlagen.

So schmeichelnd den Gerds und Stefans auf dieser Welt ihr Ebenbild gezeigt wird, so gemein wird unser eigenes gezeichnet, wenn wir prüfend auf die polierte Fläche blicken.

Es ist meist nicht die Wahrheit, die wir sehen, denn diese liegt vermutlich irgendwo zwischen „Du bist die Schönste“ und „Oh Gott, wie schaue ich heute wieder aus, so kann ich nicht unter die Leute!“.

Ich selbst bin vermutlich gar nicht so… äh, gut proportioniert (denken Sie sich einen grinsenden Emoji), wie es mir mein Spiegel zeigt, denn ich bewege mich schon mein Leben lang zwischen Verzicht und Genuss wie beim Hürdenlauf und horte deshalb Klamotten von Größe 38 – 42, damit ich immer was zum Anziehen habe. Aber ich bin ganz sicher, dass das, was mir morgens entgegenlächelt, nicht die wahrhaftige Realität ist, denn ich neige zu Selbstkritik, und mein Spiegel zeigt mir genau das, was ich zu erblicken befürchte.

Wir nehmen uns zu großen Teilen nur partiell wahr, sprich: Wer ein Problem mit seinem Gesicht hat, wird gar nicht beachten, dass der Rest seiner Erscheinung völlig ok ist. Wer ein Problem mit seiner Figur hat, übersieht sein ansprechendes Lächeln und die schönen Augen. Weil Frauen mit der Lupe ihre Mängel und Unzulänglichkeiten prüfen, während Männer sagen: „Nö danke, ich brauche keine Brille. Ich sehe alles, was ich will.“

Herren wie Gerd und Stefan, denen niedliche, aber besitzergreifende Mütter schon in früher Kindheit ein Pfund Schmierseife zwecks Weichzeichnung der tatsächlichen Gegebenheiten auf die Spiegel gerieben haben, erkennen gleichfalls nicht die Wirklichkeit, sondern nehmen nur ein irrationales, verzerrtes Bild ihrer selbst wahr, mit dem sie aber prima zu leben imstande sind. Das sollten wir auch mal versuchen.

Viele von uns Frauen hingegen rücken täglich mit einer Armada von Putzmitteln an, um unsere eigenen Spiegel blankzureiben, damit wir ja jeden kleinen Pickel, jede Unebenheit, jedes Fältchen, wahrzunehmen imstande sind. So hat man es in unserer Jugend nämlich beigebracht. Zu Hilfe kommen uns dabei Zeitungsartikel wie zum Beispiel: „Blitz-Diät, Heidrun nahm 87 Kilo in 14 Tagen ab, endlich ist sie wieder begehrenswert!“ oder „Was ich tun kann, damit Männer mich attraktiv finden“.

Wissen Sie, was Sie tun können, damit Männer Sie für attraktiv halten? Ist ganz einfach: SIE müssen sich attraktiv finden, so wie meine Freundin Susi. Egal, wann die in ihren Spiegel guckt, ihr lächelt jedes Mal eine Mischung aus Penelope Cruz und Salma Hayeck entgegen, obwohl sie in Wirklichkeit ein misslungener Hybrid aus Roseanne Barr und Morticia Addams ist.

Wir sollten aufhören, unsere Spiegel blitzeblank zu reiben, denn was uns dann gezeigt wird, ist nicht die ganze Wahrheit und nichts als die Wahrheit, sondern nur ein Konglomerat aus Suggestionen, die uns von klein an eingeimpft worden sind. Wenn Sie liebevolle Eltern hatten, die Ihnen Selbstwertgefühl und Wertschätzung vermittelt haben, dann werden Sie im Spiegel keine unangenehmen Überraschungen erleben sondern sagen: „Hm, ist ja wirklich ok. Nicht mehr ganz taufrisch, aber echt nicht übel. Ich sehe nett aus.“

Vielleicht ist ein Teil der eingeschränkten Selbstwahrnehmung vieler Männer wirklich der Tatsache zu verdanken, dass Männer nun mal Mütter haben, die ihre Jungs liebhaben und sie für das Größte und Beste halten, das die Welt hervorgebracht hat. So sollte es auch sein. Nur würde ab und an etwas mentaler „Glasreiniger“ bei Herrschaften wie Gerd und Stefan Wunder wirken, denn dann wären sie dazu imstande, einen übergewichtigen Rentner und einen griesgrämigen Nerd wahrzunehmen, anstatt sich für George Clooney zu halten.

Diese Selbsterkenntnis könnte der erste Schritt zu einem erfüllten Zusammensein mit einer Frau, die ihren Vorlieben und Neigungen entspricht, werden.

Man darf ja noch träumen.

Und so bitte ich Sie heute: Hören Sie mal auf, Ihre Spiegel zu „putzen“. Machen Sie nicht täglich sauber, sondern lassen Sie das Ding mal einstauben. Denken Sie an Gerd und Stefan, die haben das auch nicht nötig und ärgern sich nicht über sich, sondern über andere.

Sie sind hübsch. Auch wenn Sie nicht aussehen wie ein Filmstar. Spiegel lügen manchmal, weil unser Auge nur wahrzunehmen imstande ist, was unser Verstand durchdringen lässt. Spiegel sind manchmal böse Lügner und Relikte aus unserer Jugend, Spiegel bestehen gelegentlich aus gemeinen Sätzen, die irgendjemand zu uns sagte, als wir klein waren.

Spiegel sind nicht das wahre Leben. Tun Sie sich selbst den Gefallen und werden Sie wohlwollend sich selbst gegenüber.

Viele Frauen sind sich selbst ihr größter Feind. Hochglanz-Gazetten mit Model-Fotos und Casting-Shows, in denen bildhübsche Size-Zero-Kandidatinnen über Laufstege stolpern, tun ihr Übriges.

Egal, was Ihnen morgens im Badezimmer entgegengrinst – zeigen sie ihm die Zähne und lächeln Sie es an.
Haben Sie sich lieb. Sie sind Sie – was anderes haben Sie nicht geliefert bekommen. Und Umtausch ist ausgeschlossen.

Das einzige, das Sie reklamieren können, ist Ihre eigene Selbstwahrnehmung oder ein Mann, der Sie nicht genügend wertschätzt und an Ihnen herumnörgelt.

Oder bitten Sie einfach meine Freundin Susi, wie das geht. Die kann es Ihnen besser erklären. Noch nie hat sie an sich gezweifelt.

Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche und verbleibe herzlichst!

Ihre Barbara Edelmann

Bildnachweis: pexels.com

Bauchgefühl

Ein Gastbeitrag von Andrea. Auf einmal wird’s mulmig in der Magengegend, aber es sind keine Schmerzen, die das komische Gefühl im „Zweiten Gehirn“, wie der menschliche Magen oft genannt wird, verursachen. Nein, es ist was anderes – und jeder, der je in seinem Leben mit Fremdgehen, falschem Spiel in der Liebe oder auch einem schweren Zoff unter Freundinnen konfrontiert war, wird es kennen, dieses besonders angespannte Gefühl.  Das Bauchgefühl. Gleich vorweg: es täuscht nicht. Nie!

Und deshalb sollten Menschen, die vielleicht bislang nicht in einer der oben erwähnten Situationen waren, aber sich aktuell mit einem unguten Gefühl herumschlagen, unbedingt darauf achten, was dieses Organ da aus der Mitte des Körpers signalisiert.

Nicht wenige ignorieren Bauchgefühl

Viele Leute neigen dazu, es (erstmal) zu ignorieren. Besonders dann, wenn es um heikle Dinge geht – zum Beispiel um die eigene Beziehung oder um den gerade erst neu kennengelernten Mann.

Ich bin mittlerweile soweit, dieses so wichtige Bauchgefühl nicht mehr zu ignorieren. Als ich jünger war, habe ich das permanent gemacht und bin auch sehr oft damit auf die Nase gefallen.

Deshalb möchte ich alle weiblichen Zeitgenossinnen, denen etwas schwer im Magen liegt – emotional gesehen – dazu ermutigen, diesem so wichtigen Gefühl zu trauen.

Ich plaudere einfach mal selbst aus dem Nähkästchen, denn ich habe in meinem Leben vieles erlebt – Partner die fremdgehen und Dating-Kandidaten, die lügen, waren zuhauf dabei. All diese Dramen waren immer begleitet von einem anfänglich unguten Bauchgefühl.

Aber: so oft habe ich diesem Gefühl eben NICHT vertraut, nur um mich kurze Zeit später der Erkenntnis stellen zu müssen, dass mein „Bauch-Navigator“ tatsächlich richtig lag.

So zum Beispiel beim Thema Fremdgehen – DER Klassiker im Zusammenhang mit dem schlechten Bauchgefühl.

Bei neuer Bekanntschaft meldete sich der Bauch

Ich hatte vor langer Zeit einen Freund, bei dem es schon kurze Zeit, nachdem wir zusammenkamen, heftig in der Magengegend rumpelte. Ich registrierte das, ignorierte es aber komplett. Selbst als das flaue Gefühl sich in manchen Situationen zu einem unangenehmen Zwicken ausweitete, setzte ich weiter unverdrossen darauf, dass ich meinen „Mr. Right“ an der Seite hatte.

Was aber waren das für Situationen, in denen meine Körpermitte rebellierte? Nun – da gab es einige.

Zum Beispiel unser absurdes Anruf-Ritual. Mein damaliger vermeintlicher Mr. Right, Thomas, rief nämlich nur zu einer bestimmten Uhrzeit an. Nicht davor und nicht danach. Und zwar abends halb zehn.

Ich – als damals voll naive Verliebte – dachte mir lange Zeit nichts dabei (schon gar nicht tangierte ich gedanklich das Thema Fremdgehen) und war, die rosarote Brille auf der Nase, froh, wenn er abends anrief. Man muss nämlich dazu sagen, dass tagsüber mit Thomas so gut wie keine Kommunikation ablief, lediglich eine karge „Guten-Morgen“-SMS (Whatsapp gab es damals noch nicht) ließ er mir zukommen.

Immerhin war er der total eingespannte Geschäftsmann und kam zu privatem Kram fast gar nicht. Warum ich seinerzeit nicht früher gesehen habe, dass wir gar nicht zusammen passten – schon von unseren jeweiligen Lebensstilen her nicht – kann ich mir heute auch nicht mehr erklären.

Aber ich war eben auf Wolke 7, total verliebt und pfiff auf das Magendrücken, das sich immer stärker bemerkbar machte.

Auf Bauchgefühl hören lohnt sich!

Hätte ich doch dem Bauchgefühl nur früher meine Aufmerksamkeit geschenkt und mir die vielen Sprüche, die Thomas mir auftischte oder schräge Aktionen, die er brachte, nicht bieten lassen!

So kündigte er sich einmal am späten Nachmittags bei mir an und teilte am Telefon mit, dass er später am Abend – er war zu diesem Zeitpunkt noch in Berlin – bei mir sein würde, so gegen 22.00 Uhr. Na ja, nicht gerade die ideale Uhrzeit, aber da ich ihn ohnehin so selten sah, den vielbeschäftigten Business-Mann, freute ich mich natürlich.

Ich badete ausgiebig und schmiss mich in raffinierte Unterwäsche und zog mir was Schönes an. Das hätte ich aber ebenso gut auch bleiben lassen können, denn Thomas erschien nicht. Und nicht nur das: er ließ auch telefonisch nicht von sich hören.

Mein Bauchgefühl war eindeutig und so langsam horchte ich mal ausgiebiger in mich rein.

Der Abend verging, es ging auf Mitternacht zu und von Thomas noch immer keine Spur. An seinem Handy meldete sich nur die Mailbox.

Ich pellte mich also aus meinem sexy Outfit und legte mich ins Bett, das Handy auf dem Nachttisch und auf laut gestellt.

Irgendwann rief er tatsächlich an. Da war es gegen 2.00 Uhr in der Nacht. Faselte was von einem Geschäftstermin, der ewig gedauert hat und dass er – ACHTUNG: Bauchgefühl-Alarm! – sein Handy in der Sporttasche seines Geschäftspartners, der ebenso bei dem Termin zugegen war, gelassen (oder vergessen, so genau weiß ich das heute nicht mehr) hatte.

Und diese Sporttasche befand sich im Auto des Geschäftspartners.

Na ja, ich war natürlich bedient, obwohl Thomas sich für den nächsten Morgen ankündigte, zum Frühstück.

Der innere Navigator ist verlässlich

Natürlich sind das alles – im Nachgang gesehen – absolut alberne Spielchen, die nur jemand spielt, der dem Fremdgehen frönt. Und dass er das ausgiebig getan haben musste, bewiesen wenig später meine Nachforschungen, die ich dann – alarmiert durch mein Bauchgefühl – anstellte.

Ich mache es kurz, denn: ich wurde in einer Online-Singlebörse, in der er sich rumtrieb, fündig.

Noch Fragen?

Oder ein anderes Beispiel aus meiner Singlezeit.

Ich hatte jemanden kennengelernt und wir begannen das Übliche: Miteinander ausgehen, sich kennenlernen, irgendwann im Bett landen. Soweit so gut. Als es dann „ernster“ wurde, kam mein Bauchgefühl. Es war ungut. Aber auch in diesem Fall überhörte ich es geflissentlich.

Bis zu einem Abend, als ich mit dem betreffenden Mann zum Telefonieren verabredet war – wir waren zu diesem Zeitpunkt schon in einer ziemlich fortgeschrittenen Kennenlernphase.

Er wollte mich gegen acht anrufen, aber es kam kein Anruf. Mein dumpfes Bauchgrummeln reagierte entsprechend…Ich beließ es aber dabei und ging zu Bett. Als ich aufwachte, hatte ich eine SMS auf dem Handy (nein, es war noch immer kein Whatsapp-Zeitalter) von ihm.

Mit recht krudem Inhalt, der mein schlechtes Bauchgefühl abermals verstärkte. Und zwar rechtfertigte er den nicht getätigten Anruf am Abend zuvor damit, dass er erst den Keller aufgeräumt und sich danach auf die Couch begeben hat. Dort ist er dann eingeschlafen.

Vorahnung bestätigte sich

Mir kam das mehr als spanisch vor! Wenn dieser Typ nur im Ansatz an einer Beziehung mit mir interessiert wäre, schliefe er doch nicht vor einem verabredeten Telefonat auf der Couch ein – oder?! Ich hätte aufgrund der Nachricht gleich die weitere Kennenlernphase kündigen sollen, mein Gefühl war gar nicht gut! Aber wie das eben meist so ist: man (FRAU) denkt ja dann doch oft, dass man vielleicht falsch liegt und lässt es weiterlaufen.

Bis man dann – logisch! – die volle Breitseite abkriegt und doch verliert.

So kam es hier.

Der Typ ließ erstmal ein, zwei Tage gar nichts von sich hören und schickte dann eine dürre Mail mit dem Inhalt, dass „seine Gefühle nicht ausreichen würden“.

Ganz ehrlich: das hätte er mir auch Tage zuvor am Telefon sagen und sich seine vollends blöden Ausreden sparen können.

Mal wieder bereute ich es, nicht auf mein Bauchgefühl gehört zu haben!

Dass aber das sensible Organ nicht nur im Bereich von Mann und Frau, sondern generell im Zwischenmenschlichen funktioniert, bewies dann später das Zerbrechen einer langjährigen Freundschaft zu einer guten Freundin.

Mittlerweile war eine hochpolitische Zeit in Deutschland angebrochen und die Menschen sortieren sich – so ist es bis heute – in zwei Lager.

Viele Leute tun ihre Meinung auf Facebook oder/und im Freundeskreis kund.

Und so bildete auch ich mir meine eigene Meinung zu den aktuellen Geschehnissen, gab dann und wann in den sozialen Netzwerken meine Meinung kund und – zack! – war die Freundschaft hin. Na ja, ganz so rasch ging es nicht, klar.

Auch bei Frauenfreundschaft täuschte das Bauchgefühl nicht

Es fing damit an, dass meine Freundin – sie wohnt relativ weit weg von mir und wir sehen uns nur ein paarmal im Jahr – auf meine Nachrichten (mittlerweile war das Whatsapp-Zeitalter angebrochen) einfach nicht reagierte, obwohl sie sie gelesen hatte.

Ich ahnte, dass es was mit meiner Einstellung zum aktuellen Zeitgeschehen zu tun hatte, mein Bauchgefühl war megaschlecht.

Und als sie sich nach weiteren Nachrichten, die sie gelesen, aber nicht beantwortet hatte, immer noch nicht zuckte, habe ich sie eines Tages kurzerhand angerufen. Bis dahin waren immerhin schon ganz viele Wochen ins Land gekommen, fast ein Vierteljahr!

Volltreffer! Sie sagte mir auf den Kopf zu, dass ihr meine Einstellung zu aktuellen Themen nicht passt. Leider war die Verbindung zum Zeitpunkt des Telefonats sehr schlecht, so dass das Gespräch sehr abgehackt war. Irgendwann war es ganz weg. Ich rief noch einmal an und landete auf der Mailbox.

Hier sprach ich meiner Freundin eine kurze Nachricht auf, mit dem Hinweis, dass sie mich jederzeit anrufen und dass man reden könne. Zwei verschiedene Meinungen sind doch kein Grund, eine über 15jährige Freundschaft zu kündigen!

Dachte ich.

Es war aber leider genau an dem – die besagte Freundin ist mittlerweile meine Exfreundin. Ich hätte also den Anruf schon früher tätigen und Gewissheit haben können. Mein Bauchgefühl lag richtig.

Schlechtes Bauchgefühl? Klarheit schaffen!

Und deshalb mein Tipp an alle, die ein schlechtes Gefühl in der Bauchgegend haben, wenn es um Fremdgehen, Dating oder Verstimmungen in einer Freundschaft geht: meldet sich Ihr schlechtes Bauchgefühl, dann finden Sie den Mut und schaffen Sie für sich Klarheit! Haben Sie das Gefühl, ein Dating-Kandidat lügt Sie haushoch an, dann wird da was dran sein. Haben Sie ganz stark das Gefühl, dass ihr Partner dem Fremdgehen frönt – nun: sie werden sehr wahrscheinlich richtig liegen.

Und wenn sich eine sehr gute Freundin von heute auf morgen nicht mehr meldet oder auf Nachrichten von Ihnen nicht reagiert, obwohl sie sie gelesen hat – auch hier liegt dann ganz höchstwahrscheinlich der Hase im Pfeffer, jede Wette!

Machen Sie also bloß nicht den Fehler und übergehen Sie dieses so wichtige Signal, das Ihnen Ihr Körperorgan zwischen Beinen und Brust übermittelt.

Es hat sich bislang so gut wie immer bewiesen, dass das dumpfe Gefühl im Bauch etwas bedeutet. Viele Frauen, die es übergehen, ärgern sich im Nachgang, nicht schon früher gehandelt zu haben. Ich gehöre auch dazu.

Und selbst wenn sich das „Zweite Gehirn“ zu Unrecht grummelig geäußert hat und alles in Butter ist – na dann: umso besser!

Nur: das ist meist leider nicht so…Mehr rund uns Thema Bauchgefühl finden Sie auch hier.

Bildnachweis: pexels.com

Ein Gastbeitrag von Andrea über eine zerbrochene Jugendliebe.

Als ich Marko (Name geändert) heute zufällig bei meinem Spaziergang durch die Wiesen und Felder nahe meines ländlichen Heimatortes traf, erschrak ich. Ich hätte ihn fast nicht erkannt.

Er sah fahl und eingefallen aus – von Weitem dachte ich noch, da ist ein Opa, der sich da am Zaun seines Grundstücks zu schaffen machte. Mein Spaziergang führte mich nämlich über einen schmalen Pfad, der von der einen Seite von Feldern und einem kleinen Bach begrenzt wurde und auf dessen anderer Seite Zäune die rückwärtigen Seiten der Grundstücke,  die zu imposanten Hof-Anwesen gehörten, markierten.

Vor einem Zaunabschnitt also saß Marko und er erhob sich, als ich näherkam. „Mensch, ich hätte Dich fast gar nicht erkannt“ sagte ich und sah seine traurigen Augen.

Dennoch versuchte er zu lächeln und deutete auf den Zaun, an dem er etwas richtete. „Einer muss es ja machen“ murmelte er. Bevor wir uns weiter unterhalten konnten, sah ich seinen Vater auf ihn zukommen. „Ist der Mann von Ebay schon da?“ fragte Marko ihn. Der Vater – der, das wusste ich, mit Markos Mutter ebenso mit auf dem Hof wohnte – nickte.

„Ich verkaufe jetzt relativ viel, was für die Kinder uninteressant geworden ist. Die Kleine ist 15 und der Große 17, für einiges interessieren die sich einfach nicht mehr, so dass ich nach und nach einiges an Spielzeug und so einen Kram bei Ebay verkaufe. Ich habe schon ein Jugendfahrrad darüber losbekommen, ein Trampolin und der Mann, der jetzt kommt, will den Bollerwagen“.

Ich nickte wissend, da auch ich eine begeisterte Ebay-Ver- und Käuferin bin.

„Na ja – und außerdem, jetzt sind `se ja alle weg“. „Wer ist weg?“ fragte ich, da ich nicht wusste, worauf er hinauswollte.

„Na – meine Frau. Mit den Kindern“ erwiderte er.

„Wie jetzt, ihr habt euch getrennt?“ fragte ich ungläubig? Mir dämmerte, dass ich Monika (Name geändert), seine Frau, tatsächlich schon lange nicht mehr gesehen habe. Hier in der Kleinstadt gibt es in den Sommer- und Herbstmonaten jeden Dienstag so einen Frauen- und Kinder-Treff am Spielplatz, wenn der Bäckerei-Wagen in den Ort kommt (leider hat die letzte Bäckerei hier in der Stadt vorletztes Jahr dicht gemacht und bis heute ist kein einziger Bäcker mehr im Ort).

Dann wird gekauft, geplaudert, die Frauen bringen Kaffee in der Thermoskanne mit und es wird vor Ort schon das eine oder andere leckere Kuchenstückchen verzehrt. Monika habe ich da – wenn ich es mir recht überlegte – vielleicht im Frühsommer das letzte Mal gesehen.

Ich muss dazu sagen, dass ich selbst erst vor Jahren in diese Kleinstadt hier gezogen bin, in der ich jetzt lebe, ich kenne nun wirklich erst wenige Leute. Aber durch diesen dienstäglichen Treff habe ich einige Frauen und ihre Kinder kennengelernt und Marko kenne ich von den Festivitäten, die in der Kleinstadt, in der ich nun zuhause bin, gern und ausgiebig gefeiert werden.

Auch entdeckte ich ihn einmal auf einer Demo gegen eine Kindergartenschließung, die im Ort durchgeführt wurde. Dazumal war so gut wie die ganze Kleinstadt auf den Beinen, egal ob man noch kindergartenpflichtige Kinder hatte oder nicht. Damals hatte ich auch ziemlich lange mit Marko geplaudert und ihn als sympathischen Kerl wahrgenommen.

Als ich im Sommer mal mit meinem Freund an seinem Hof vorbeibummelte und er gerade das Hoftor strich, lud er uns spontan zu einem Glas selbst gemachten Apfelsaft ein. Damals gesellte sich auch Monika dazu und ich habe mir – natürlich nicht! – nie großartig Gedanken über die beiden gemacht.

Sooo gut kannte ich sie ja nun auch nicht.

Aber – dennoch: die Nachricht, die Marko mir da übermittelte, die traf mich doch.

„Na ja, es war eine Jugendliebe, wir sind nach der Schule zusammengekommen, insgesamt waren wir 27 Jahre zusammen“ ließ Marko mich wissen.

Er wirkte, als fiele er bald zusammen. „Tja, sie wollte es so, ist dann ausgezogen mit den Kindern, in die nächste Kleinstadt, in der sie auch arbeitet“.

Ich sah, wie Marko mit den Schultern zuckte, er wirkte so, als ob das soeben Ausgesprochene für ihn immer noch unfassbar war.

„Und nun hänge ich hier, die große Bude und…“

Er brach abrupt ab, aber ich ahnte, was er sagen wollte. „Ich gehe dann mal, der Mann von der Ebay-Anzeige wartet“.

„Mach`s gut, Marko – und komm gern mal bei uns vorbei, wenn Dir die Decke auf den Kopf fällt“ bot ich ihm an.

Er hob schlapp die Hand und ging in Richtung seines Hofes.

Ich schaute ihm nach, wie er mit hängenden Schultern und schleppendem Gang die Wiese entlang schritt, die Trennung von seiner Jugendliebe wahrscheinlich noch immer nicht realisierend.

Und ich fragte mich: „Leiden Männer vielleicht doch mehr, wenn eine Beziehung, die immerhin fast 30 Jahre dauerte und einst eine Jugendliebe war, nach so langer Zeit dann doch zerbricht?“

Ich denke schon…!

Bildnachweis (Symbolbild): pexels.com