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Kennenlernphase und Status-Update: Warum man sowas lassen sollte

Die Kennenlernphase: Manchen Singles kann dieser zarte Beziehungsauftakt gar nicht schnell genug über die Bühne gehen. Wer ernsthaft verliebt und an einer festen Partnerschaft interessiert ist, ist schnell enttäuscht, wenn das Gegenüber einen langsameren Takt im Zwischenmenschlichen anschlägt. Unzählige Beiträge zeugen tagtäglich im Netz davon, vor allem Frauen sind es, die digital ihr Leid über diese so sensible Phase klagen. Dabei fällt auf, dass etliche weibliche Zeitgenossinnen die Verbindung Kennenlernen und Status-Update favorisieren. Will heißen, nach einer kurzen Zeit des Kennenlernens soll der andere schon mal sagen, wohin sich das Ganze entwickelt und welche Zukunftspläne er so hat.

Kennenlernphase und Status-Update: Eher nicht das, was man(n) will

Konkret geht es um Fälle, in denen Frauen in Foren darüber klagen, dass der neu kennengelernte Mann sich nicht positioniert in der Frage „Kinder ja oder nein?“. Nicht wenige Frauen mit Kinderwunsch macht das nervös, viele hören die biologische Uhr ticken und wollen – sofern die Verliebtheit bei ihnen gegeben ist – Antworten. Und zwar vom Dating-Kandidaten in der noch frischen Kennenlernphase. Etliche Userinnen reden im Netz offen davon, dass ein Update für sie wichtig ist und berichten ausführlich davon, wie sie die jeweiligen Männer nach selbigem fragen.

Doch genau das ist ein Fehler. Weil dann jener Druck ins Spiel kommt, der der Kennenlernphase die Leichtigkeit auf allen Ebenen nimmt. Zum Beispiel beim schon erwähnten Kinderwunsch oder Nicht-Kinderwunsch. Verliebt sich ein Paar nicht gerade völlig leidenschaftlich und ohne Wenn und Aber auf den berühmten ersten Blick, geht das Kennenlernen bekanntlicherweise Schritt für Schritt vonstatten. Zukunftspläne oder gar Familiengründung sind in dieser Phase noch überhaupt kein Thema. Zumindest im Normalfall. Klar: gemeinsame Werte und Interessen spielen eine Rolle, aufgrund derer kommt man ja zumeist (online) zusammen.

Zukunftspläne noch nicht gleich thematisieren…

Aber schon kurz danach ein Status-Update „einzuberufen“ ist in der Kennenlernphase mehr als unangebracht. Wie man es konkret NICHT machen sollte, schilderte dieser Tage eine Userin in einem Forum und schrieb in diesem Zusammenhang unter anderem das:

„(…)Der Knackpunkt ist ein möglicher späterer Kinderwunsch. Er weiß selbst noch nicht, ob er irgendwann Kinder haben möchte. Es ist also nicht so, dass er einen festen Kinderwunsch hat. Er kann diese Frage für sich momentan einfach noch nicht beantworten.
Vor ein paar Tagen habe ich ihn deshalb um ein Gespräch gebeten. Mir ging es eigentlich nur um eine Art Update: Wo stehen wir gerade? Möchten wir uns beide weiterhin kennenlernen, schauen wir noch in dieselbe Richtung und haben sich inzwischen Gefühle entwickelt?(…)“

„Und deshalb habe ich ihn um ein Gespräch gebeten“ – dieser Satz wirkt wie eine Floskel aus der Personalabteilung. Im Zusammenhang mit der Kennenlernphase ist so eine Vorgehensweise jedoch ein absolutes No Go. Eben weil das beziehungsbezogene Band noch recht dünn und eine Partnerschaft noch längst nicht gegeben ist. Ein ernstes Gespräch in Sachen Zukunft – wie man es aus dem Berufsleben kennt – dürfte dem schönsten Beziehungsauftakt einen Dämpfer geben.

Weil kaum keiner – ganz gleich, ob männlich oder weiblich – in den ersten Wochen oder auch wenigen Monaten nach dem ersten Treffen, schon sagen kann, ob man mit der anderen Person eine Familie gründen würde. Knall-auf-Fall-Verlieben ausgenommen, wie bereits erwähnt.

Die Leichtigkeit in der Kennenlernphase kann schnell dahin sein

Diesbezüglich fallen auch die Antworten in dem Forum aus. So schreibt beispielsweise eine Userin als Antwort auf das Posting:

„Ich finde, du suchst hier eine Sicherheit, die es nicht gibt. Selbst WENN er dir sagen würde, er will definitiv keine Kinder und er will weiter auf eine Beziehung mit dir hinarbeiten, garantiert niemand, dass er nicht in 10 Jahren sagt, April, April, ich hab drüber nachgedacht und will nun doch Kinder und such mir jetzt eine andere Frau. Ich finde es ziemlich normal, wenn Menschen sagen, ich weiß noch nicht, ob ich welche will.(…)“

Genau da liegt der Punkt: Natürlich kann man auch in der Kennenlernphase ein Gespräch „einfordern“, nur sollte man nicht davon ausgehen, dass dieses auf Verständnis oder fruchtbaren Boden fällt. Wenn Leute nach den ersten Treffen eines nicht wollen, dann dürften das anberaumte Gespräche sein. Zumal in dieser Phase oft beiden Seiten noch nicht wissen, ob es dauerhaft passt. In so einer Situation schon das Familiengründungs-Szenario aufs Tapet zu heben, ist mehr als grenzwertig.

Kennenlernphase und Status-Update: Das ist anstrengend

Insofern hat die Userin, die diese Zeilen als Antwort im Forum schreibt, einfach nur Recht:

„(…)Beim Durchlesen des Textes kam mir spontan der Gedanke, dass das Ganze sehr mühselig und anstrengend klingt. Es fehlt irgendwie die Leichtigkeit.(…)“.

Und damit ist alles gesagt: Kennenlernphase und Status-Update – das ist ein No GO!

Mehr zum Thema auch hier und hier.

Quelle: urbia.de-Forum

Bildnachweis: picture alliance / imageBROKER | Alina Kandybka
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