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Se Frentzen

Geburtstage, Jubiläen, Junggesellinnen-Abschiede – so vieles wird hierzulande gefeiert. Aber eine Scheidung? Das ist für viele noch Neuland. Nicht aber für Se Frentzen. Die sympathische Unternehmerin aus Nordrhein-Westfalen (im Bild zweite von rechts) hat sich auf Scheidungspartys spezialisiert und der Erfolg gibt ihr recht. Ausschlaggebend war ein Stück weit auch ihre eigene Scheidung, die sie – als sie nach langer Zeit durch war – als Befreiung empfand. Sie zelebrierte den neuen Lebensabschnitt mit einer eigenen Party und stellte fest, dass auch andere geschiedene Frauen so ticken wie sie und die amtliche Trennung gern feierlich begehen würden. Und weil das so ist, hat Se für die Ex-Bräute und deren Party mittlerweile alles im Angebot, was dem Start in das Single-Leben so richtig Schwung gibt. Vom Make-up-Artisten über die individuelle Scheidungsrede bis hin zur Limousine: Agenturchefin Frentzen lässt die einstigen Bräute auf ihrer Scheidungsparty Königinnen sein. Dass da auch die Location stimmen muss, versteht sich. Im Interview berichtet Se über ihre pfiffige Geschäftsidee:

FB: Se, Ihre eigene Scheidung liegt schon ein paar Jahre zurück. Wie haben Sie das Ende dieses Lebensabschnitts gefeiert?

Mit einer großen Party! Da sich mein Scheidungstermin wie Kaugummi in die Länge“ gezogen hatte, konnte ich alles bis ins kleinste Detail planen. Ich wählte meine Lieblings-Location, bestellte ein Menü für meine Gäste, es gab eine offizielle Einladung mit dem Vermerk für den Dresscode (white), der Saal wurde geschmückt und mit vielen Ballons dekoriert. Alles in weiß. Und vieles mehr…

Eine Scheidungsparty war 2005 noch ungewöhnlich

Meine Freunde und Familie warteten ungeduldig auf mich, denn eine Scheidungsparty war damals (2005) neu für alle und sie waren gespannt und aufgeregt. Wichtig war mir, dass ich an diesem Abend mein Brautkleid zum zweiten Mal „ausführte“. Ich fand es sehr passend und außerdem musste ich mir keine Gedanken um ein Outfit machen. Ich wollte meinen Neuanfang feiern – und ehrlich gesagt wollte ich gefeiert werden. Positiv durchs Leben gehen, durch mein neues Leben. Nach vorne schauen und das alte Leben hinter mir lassen. Diese Party war mein Neuanfang!

Se Frentzen

Se organisiert ihre Partys bundesweit.

FB: War das der Start für Ihre Agentur FINALLY DIVORCED?

Nicht ganz. Im Laufe der Jahre ergaben sich zwei Scheidungsfälle in meinem Bekanntenkreis. Hier durfte ich die Organisation der Feierlichkeiten übernehmen. Mir gefiel die Aufgabe. Ich hatte Spaß, meine Ideen umzusetzen und die Feier so schön es ging, auszurichten. Während der Vorbereitungen fielen mir noch mehr Ideen ein.  Ich hatte so viele Ideen – teilweise auch sehr außergewöhnliche Einfälle. Ich merkte, dass ich alles umsetzen konnte und fing an, alles zu dokumentieren und erstellte mir ein Konzept. Nun hatte ich ein Ziel vor Augen: Mein Ziel war es, Menschen, deren Ehe gescheitert war, mit einer Scheidungsparty den neuen Weg zu „pflastern“.

Es gab auch reichlich Kritik, was meine Geschäftsidee betraf, denn viele waren der Meinung, dass eine Heirat  immer noch  ein einmaliges Ereignis ist und für immer dieses Versprechen eingehalten wird. Nun – „bis dass der Tod uns scheidet “- dafür gibt es keinen Garant. Sicherlich wäre der Tod die denkbar einfachste Möglichkeit einer Scheidung. Doch was, wenn wir unseren Ehering vorher „verlieren“?

Alles mögliche wird gefeiert – warum nicht auch die Scheidung?

Wir feiern ständig einen neuen Lebensabschnitt! Sei es eine Geburt, Geburtstage, Hochzeiten, Abitur, ja – sogar der Tod wird „ gefeiert“. Eine Scheidung ist auch ein neuer Lebensabschnitt und sollte  gefeiert werden.

FB: In welcher Stimmung befinden sich die Frauen, die zu Ihnen kommen? 

Deko Scheidungsparty

Auf der Scheidungsparty wird nichts dem Zufall überlassen – die Deko stimmt von A bis Z

Die Frauen, die mich aufsuchen, haben das Kapitel Ehe abgeschlossen und möchten ihren Neuanfang mit einer Scheidungsparty feiern. Da sind die seelischen Wunden definitiv verheilt!

FB: Wie planen Sie die Scheidungsparty für die jeweilige Kundin?

Die Planung ist ganz individuell. Wichtig ist, dass ich mich dem vorgegebenem Budget anpasse.

Je nach Wunsch kann ich die Feier in verschiedenen Räumlichkeiten ausführen, wie zum Beispiel in der Lieblings Bar, im heimischen Garten, oder in einer exclusiven  Location (z.B. Rooftop Bar).  Bei dem persönlichen Gespräch halte ich nicht nur die Planung, wie die Farbe der Dekoration, Menü oder Buffet, Songauswahl für den DJ etc. und den Ablauf der Party fest, sondern der Mensch, meine Auftraggeberin, ist der wichtigste Punkt. Ich erfahre auch viel über die Person – privates, viele lustige Ereignisse,  über ihre Ehe und warum es zur Scheidung gekommen ist. Diese Gespräche sind sehr wertvoll. Vor allem richte ich die Scheidungsrede, die ich für meine Auftraggeberin halte, nach ihr.

Make-up, Hairstyling und Limousinen-Service – der Ex-Braut fehlt es an nichts!

Auf Wunsch steht der Ex-Braut an Ihrem unvergesslichen Tag ein Make-up Artist, sowie ein Hairstylist zur Verfügung. Ein professionelles Fotoshooting, Limousinen-Service, Scheidungstorte, Scheidungsring, Highlights wie Tänzerinnen oder Magier, Feuerwerk – alles ist machbar und garantiert eine unvergessliche Scheidungsparty!

FB: Wie muss man sich das Event vorstellen?

Im Grunde ähnlich wie bei einer Hochzeit- das einzige was fehlt ist der ( Ex) Mann – er landet meist „geköpft“ auf der Scheidungstorte! Ich empfehle bei den Einladungskarten einen zusätzlichen Vermerk zu einem strengen  Dresscode – nur in weiß !

FB: In was für einem Umfeld wird gefeiert? Eher daheim oder in außergewöhnlichen Locations?

Es ist unterschiedlich. Ich kann eine unvergessliche Scheidungsparty im eigenen Garten ausrichten, oder auch in einer Top-Location. Ich richte mich nach den Wünschen meiner Auftraggeber und dem Budget.

FB: Wie sieht das „Drumherum“ bei einer Scheidungsparty aus? Gibt es Torte? Eine Ansprache? Wie läuft das ab? Und was trägt die Auftraggeberin?

Auf der Scheidungsparty

Auf der Scheidungsparty lässt FRAU es krachen

Die Ex Braut trägt an diesem Abend ihr Brautkleid. Sie eröffnet die Party mit einem Tanz. Im Anschluss folgt eine Scheidungsrede. Diese Rede ist persönlich für die Ex Braut und sehr bedeutsam.
In der Scheidungszeremonie wird der Ex- Braut ein Scheidungsring angesteckt. Dann möchte die „ Braut „ auch endlich aus ihrem „alten“ Kleid heraus und zieht sich um.

Brautkleid wird auf Scheidungsparty vernichtet

Anschließend wird das Brautkleid vernichtet. Es wird ausgiebig gefeiert und auf Wunsch gibt es Showacts , ein Feuerwerk etc.

Später wird die Scheidungstorte angeschnitten. Meist ist es eine Torte, die in der Mitte durchtrennt ist –  könnte auch durchaus passieren,  dass sich der Ex-Mann mit auf die Torte geschlichen hat…!

FB: Da Sie ja einen umfassenden Einblick in das Thema „Trennungen“ haben – bekommen Sie mit, aus welchen Gründen Paare sich trennen? Gibt es einen Grund, der Ihnen immer wieder begegnet?

Sehr oft ist die Begründung, dass man sich auseinandergelebt hat. Gründe, wie Vertrauensbruch und häusliche Gewalt sind leider auch Tatsachen, warum sich Paare trennen.
Einmal habe ich als Grund gehört, dass die Geburt des Kindes zur Trennung geführt hat. Das hat mich so sehr beschäftigt, dass ich mich wochenlang damit auseinandergesetzt habe. Ich habe mich im Laufe der letzten Jahre speziell auf das Thema Trennung/ Scheidung konzentriert und muss feststellen, dass die meisten Ehen an fehlender Kommunikation scheitern.

FB: Wie fühlen sich die Frauen nach einer Scheidungsparty mental? Bekommen Sie Feedback?

Scheidungsparty

Für Frauen ist die Scheidungsparty ein Befreiuungsschlag

Sie sind glücklich und freuen sich auf ihren Neubeginn. Sie sehen Ihre Scheidungsparty auch als Befreiung. Nicht falsch verstehen – das hat nichts mit Rachegelüsten zu tun. Es ist ein Abschluss mit der Vergangenheit und gleichzeitig ein Neubeginn. Ich muss auch ehrlich sagen, dass ich schon des Öfteren gesagt bekommen habe, dass die Scheidungsparty besser als die eigene Hochzeit war.

Scheidungsservice ist deutschlandweit buchbar

FB: Wo kann man Sie buchen?

Ich biete meinen Service deutschlandweit an. Ich bin ständig auf der Suche nach verschiedenen Locations, um meinen Kunden eine große Auswahl anbieten zu können. Auf Mallorca und Ibiza schaue ich aktuell gezielt nach besonderen Objekten, um diese bei Anfragen auch anbieten zu können.

FB: Denken Sie, dass manche Frauen (und Männer) zu jung heiraten? Gibt es Ihrer Ansicht nach ein „richtiges“ Alter, um zu heiraten?

Ja, davon bin ich überzeugt! Ich war auch mal 20 und hatte eine ganz bestimmte Vorstellung von meinem Leben. Alles war durchdacht – meinte ich zumindest. In Deinen 20ern  hast du schon deinen Traummann vor Augen- Du weißt genau wie er aussieht und sogar wie er duftet. Der Vater deiner Kinder – Du musst ihn nur finden! Und zwar schnell, denn du hast ja schon dein Traumkleid gefunden – wir wollten doch alle wie Sissy heiraten.

Falsche Vorstellungen lassen viele Leute jung heiraten

Du findest ihn und verliebst dich. Und du denkst, dass das die „Ich kann nicht mehr ohne dich leben Liebe“ ist.

Also wird mit 23 oder 24 geheiratet. Alles ist schön – doch dann holt dich die Realität ein und mit Ende 20 bist du schon geschieden. Wenn du Glück hast und schlau bist!  Das war deine Lektion!

Mit 20 ist Mann oder Frau noch in der Entwicklung. Verliebt euch, zieht in die erste gemeinsame Wohnung, lernt einen Beruf. Aber heiratet nicht! Man benötigt die 20iger um erwachsen zu werden. Eine Beziehung/Ehe heißt Kompromisse eingehen -wie lange ist deine Bereitschaft? Du“ wächst“, deine Einstellung ändert sich und du hast mehr Erwartungen.

Mit 30 sieht die Welt schon anders aus!

Mit 30 steht man schon eher im Leben. Man hat einen Beruf, der einen erfüllt und Zukunftspläne. Wenn du mit 30 deine Drinks selber bezahlen kannst, dann kannst du dir auch Gedanken um Familie und Hochzeit machen.

FB: Wie schauen Ihre Pläne für die nächsten Monate in Sachen Ihrer Agentur aus? Können Sie schon etwas verraten?

Ich plane aktuell eine exclusive Scheidungsparty. Mein Wunsch ist, dass das Thema Scheidungsparty nicht mehr tabuisiert wird. Mein Ziel ist es, dass sich diese Partys etablieren. Scheidungen sind nichts negatives. Es sollte mehr darüber berichtet werden. Es ist ein sehr wichtiger psychologischer Aspekt, diesen Neuanfang zu feiern.

Bisher habe ich nur für Ex-Bräute eine Scheidungsfeier ausgerichtet. Liebe Ex- Männer, „traut“ euch, denn für die Herren habe ich ein besonderes Special vorbereitet!

In diesem Sinne: Drum prüfe wer sich ewig bindet, ob sich nicht was Besseres findet!

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Bildnachweis: Finally Divorced, Se Frentzen, Schreiber Photografie

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Es ist die ewige Gretchenfrage in Sachen Date: wer zahlt? Vor allem bei einem ersten Date ist die Unsicherheit zumeist groß. Bei Mann UND Frau. In den allermeisten Fällen dürfte es so sein, dass ER zahlt.

Doch nicht immer. Und welche Folgen das haben kann, zeigt aktuell ein Fall, der im Internet für Furore sorgt. Ausgelöst hat die Diskussion ein Mann, der sich mit einer Frau zu einem ersten Date getroffen hat und sie schlichtweg ihr Essen selbst zahlen ließ. Als er sodann nach einem zweiten Date fragte, bekam er die Antwort, dass ein Gentleman beim ersten Treffen eine Frau einzuladen hat. Und natürlich gab sie auf seine Frage nach einem weiteren Date eine abschlägige Antwort.

Wie läuft es denn nun mit der Bezahlerei beim 1. Date?

Hat sie richtig gehandelt? Oder er? Und überhaupt: wie sollte man(n) es denn nun machen mit der Bezahlerei bei einem ersten Treffen?

Wie bereits erwähnt, ist dieses Thema Gegenstand unendlich vieler Diskussionen, vor allem im Netz. Die einen sehen das feministisch und würden sich als Frau niemals einladen lassen, wieder andere sehen es als guten Stil an, wenn er die Rechnung beim ersten Mal übernimmt.

Und ganz ehrlich: die meisten Männer machen das auch! Wenn ich mich an meine eigene Dating-Zeit erinnere, fällt mir kein Fall ein, bei dem ein Mann ganz selbstverständlich auf getrennte Rechnungen bestanden hätte.

Ich für meinen Teil habe es als Frau immer so gehalten, dass ich angeboten habe, die Rechnung zu teilen. Das wurde dann auch mal gemacht, obgleich sehr, sehr selten.

Für die meisten Männer ist es wohl auch eine Frage von Tradition und Männlichkeit, dass sie die Rechnung beim ersten Date übernehmen.

„Halbe/Halbe“ schadet als Vorschlag nie!

Frauen, die unsicher sind, wie man das denn nun mit der Bezahlerei nach dem Rendezvous machen sollte, sei angeraten, den Vorschlag zur gemeinsamen Bezahlung zu unterbreiten. Erfahrungsgemäß wird das vom Großteil der Männer abgelehnt.

Inwiefern dann eine Frau mit der Einladung leben kann, muss sie mit sich selbst ausmachen. Aber – ganz ehrlich: ein Verhalten á la Gentleman war noch nie verkehrt! Oder?

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„Zu viel Auswahl“, „Zu hohe Ansprüche“, „Kein Aufeinander zugehen mehr“, „Zu oberflächlich“. Das hört man immer wieder im Zusammenhang mit Dating und Kennenlernen. Meist werden auch dem Online-Dating diese Attribute zugeschrieben. Aber ganz gleich, ob eine Singlefrau online oder offline datet: dass es heutzutage ab circa 30plus nicht wirklich einfach ist, einen Mann kennenzulernen, ist fakt.

Der Beweis fand sich dieser Tage im Zusammenhang mit einem Posting, das vom Blogmagazin „Single in der Großstadt“ auf Facebook erstellt wurde.

Darin heißt es unter anderem:

“(…)Paris ist die Stadt der Liebe, Hamburg die Stadt der Singles!” Single in Hamburg, da denkt manch einer, es kann ja nicht so schwer sein! Denkste, denn dort ist es besonders schwierig. Angebot und Nachfrage fallen extrem hoch aus.(…)WAS DENKT IHR? UND WARUM IST DAS SO? IN WELCHER STADT LEBT IHR?(…)“

Posting traf einen Nerv bei Singlefrauen

Die Zeilen müssen einen Nerv getroffen haben, denn die Kommentare dazu werfen ein grelles Schlaglicht auf das daten und kennenlernen in den Metropolen dieses Landes. Viele der weiblichen Kommentatoren meldeten sich unter dem Post und berichteten von ihren Erfahrungen. Auffällig auch: viele Kommentare decken sich inhaltlich und bestätigen, dass es auf den großstädtischen Singlemärkten tatsächlich recht turbulent zugeht. Im Negativen gemeint.

Denn: trotz vieler Menschen in großen Städten und den parallel verfügbaren, unzähligen Singlebörsen und Kontakte-Portalen scheinen sich unendlich viele Singles eben gerade nicht zu finden.

So schreibt eine Sandra aus Düsseldorf:

Düsseldorf (…)Ich hab auch das Gefühl das es viel zu schnelllebig ist .Man bekommt überhaupt kaum noch die Chance jemanden richtig kennenzulernen .Entweder sie sollen keine Beziehung , sind völlig überfordert mit einer selbstbewussten Frau oder meinen Sie hätten noch 20. Frauen zur Auswahl.
Ich bin mittlerweile glücklicher Single(…)“

Ellen aus Frankfurt schreibt:

Komme aus Frankfurt, hier dasselbe in grün. Man denkt man lebt in einem Ballungsgebiet, aber ist genau so schwer jemanden zu finden wie anderswo(…)deshalb nutze ich das Netz zur Unterstützung, allerdings…naja, was sich hier mitunter tummelt…aber ich gebe nicht auf!“

Conny aus Magdeburg konstatiert:

Durch die Dating Apps ist es schwieriger geworden, weil keiner sich mehr traut den Anderen anzusprechen.(…)“

Partnersuche auch in kleineren Städten nicht ohne

Auch in Städten, die nun nicht gerade zu den Metropolen zählen, scheint sich die Partnersuche für Singlefrauen schwer zu gestalten. So schreibt Ramona aus Reutlingen:

(…)Hier ist es dasselbe, aber man macht das beste daraus
Hier aus Magdeburg“

Und was ist mit Berlin? Dem Hotspot, in den es doch so viele Menschen alljährlich zieht? Gehen auch hier die Singlefrauen oft leer aus?

Dazu schreibt unter dem Posting Christiane:

„Berlin. Singlehauptstadt. Ich habe Männer getroffen, die angeblich eine Beziehung wollten. Und dann von heute auf morgen blockiert. Ohne ein Wort, ohne Erklärung. Ich gebe dem nächsten unvoreingenommen eine Chance, um auf der Nase zu landen.“

Tja, es scheint also bei weitem kein Klischee, sondern eine Tatsache zu sein, dass Singles – insbesondere aber wohl die Singlefrauen – heutzutage große Probleme haben, den richtigen Partner zu finden.

Und das, obwohl die Möglichkeiten jemanden kennenzulernen, in den letzten Jahrzehnten ja eher gestiegen sind. Singlebörsen eröffnen gefühlt täglich im Netz  (und das für jedwede Zielgruppe) und außerdem gibt es mittlerweile alle möglichen Club- und Freizeit-Konzepte, die sich ebenso an Singles richten.

Wo viel Angebot, da viel Ernüchterung

Aber der Eindruck täuscht nicht: wo viel Angebot, da viel Ernüchterung. Ganz klar.

Insofern kann das Motto nur lauten: „Die Hoffnung stirbt zuletzt“! Oder altmodischer gesagt: „Jeder Topf findet seinen Deckel“. Wenn auch nicht gleich, dann aber vielleicht doch irgendwann!

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Singles wird es spätestens am letzten Silvesterabend wieder bewusst geworden sein: das Solo-Dasein.

Zwar hadert nicht jeder Single mit seinem Status, aber die meisten Solisten möchten schon wieder irgendwann jemanden kennenlernen.

So auch Singlefrauen ab 30plus. Die Frage ist nur: wo die Partnersuche starten? Denn obwohl einem an gefühlt jeder Straßenecke attraktive Personen von Werbeplakaten anlächeln, die angeblich im Web ihre große Liebe gefunden haben, wird es für viele Frauen ab Anfang/Mitte 30 offenbar schwerer, einen Partner zu finden. Das hört man nicht nur immer wieder in Medien, Studien & Co., nein: das zeigt oft auch die Erfahrung im eigenen Freundeskreis.

Partnersuche? Man lernt keinen mehr kennen!

„Man lernt keinen mehr kennen“ – das ist ein geflügelter Satz, den man heutzutage vor allem von Frauen hört, die im Leben stehen. Die einen attraktiven Beruf haben, auf eigenen Beinen stehen und mit schöner Wohnung und einem herzlichen Freundeskreis eigentlich rundum zufrieden sein könnten. Bis auf das eine Detail, die Partnerschaft.

Sie wird vor allem dann ersehnt, wenn die ersten Freunde Familie gründen – mit Hochzeit, Kindern und allem drum und dran. Klar, es mag Ausnahmen in Form überzeugter Singles geben, aber das dürfte noch immer eine Minderheit sein.

Irgendwann steht wohl für die meisten Singles die Frage im Raum: „Wo einen neuen Partner finden?“.

Dass man dieses Gefühl oftmals am Ende bzw. am Anfang eines Jahres hat, verwundert nicht. Gerade in der (Vor)Weihnachtszeit sind Singles mit ihrem Solo-Status nicht selten unzufrieden und viele Menschen, die bereit sind für eine neue Partnerschaft, sagen sich am Anfang eines neuen Jahres: „Also in diesem Jahr gehe ich es mal wieder an, mit der Partnersuche!“

Wo nur jemanden kennenlernen?

Ist diese Entscheidung getroffen, steht die Frage im Raum, wo man eigentlich jemanden kennenlernen könnte? Denn wie eingangs schon erwähnt, ist es für Frauen, die der Disko-Generation entwachsen sind und die im Freundes- oder Kollegenkreis eher wenige Singles um sich haben, nicht wirklich immer leicht,  jemanden kennenzulernen.

Scheidet das Arbeitsumfeld aus (zum Beispiel in einem Berufsumfeld mit vielen weiblichen Kollegen), können auch die gebundenen Freunde nicht mit lässigen Singlefreunden zum Verkuppeln aufwarten und bietet auch der Sport- oder Freizeitverein nicht wirklich männliche Singles, sollte FRAU kreativ werden. Was die Suche nach einem neuen Mann anbetrifft.

Partnersuche kreativ – jenseits von Singlebörse & Co.

Da Online-Dating mittlerweile ein alter Hut ist, lassen wir diese Möglichkeit einmal außen vor, denn viele Singlefrauen bedienen sich sowieso der Partnersuche im Internet. Obwohl es auch nicht wenige gibt, die sagen: „Online-Dating – nie wieder!“.

Sei`s drum! Wir möchten Ihnen zwei andere Möglichkeiten der Partnersuche aufzeigen. Möglichkeiten, die Sie bislang vielleicht noch gar nicht in Betracht gezogen haben.

Also – los geht`s:

Kontaktanzeige – Partnersuche mit Stil

Kontaktanzeigen sind was aus dem vorigen Jahrhundert? Denken Sie? Nein, mitnichten! Mag diese Form der Partnersuche auch etwas verstaubt daherkommen – es ist nicht an dem.

Wenn Sie auf der Suche nach einem intelligenten Partner mit Niveau sind, ist die Kontaktanzeige wahrlich nicht das Schlechteste! Vorteil: mit einem Partnerschafts-Inserat, das persönlich und mit einem gewissen Pfiff geschrieben ist, kann es gelingen, die Aufmerksamkeit von Interessenten zu fesseln. Und zwar von solchen, die es auch in den heutigen Zeiten vorziehen, mal noch eine Zeitung in die Hand zu nehmen, statt nur hastig im Web unterwegs zu sein.

Wer hier Ihre Zeilen liest, ist mit Sicherheit vielseitig interessiert, gebildet und mit Umgangsformen und Niveau ausgestattet. Ein Versuch lohnt sich deshalb auf jeden Fall. Zumal auch die Kontaktanzeige heutzutage schon im digitalen Kosmos angekommen ist und man(n) auf solche Inserate per E-Mail antwortet. Obwohl: mit klopfendem Herzen die eingegangenen Chiffe-Briefe abzuholen und daheim zu öffnen, das hat was.

Wer diese Form der Kommunikation bevorzugt, sollte bei dem jeweiligen Medium anfragen, ob die Chiffre-Möglichkeit (noch) besteht. Mehr zum Thema Partnersuche via Kontaktanzeige hier.

Diskussionsbeiträge bei Facebook & Co.

Wissen Sie, wie ich meinen Partner kennengelernt habe? Dadurch, dass er auf einen Kommentar, den ich bei Facebook, bei einem Nachrichtensender, der dort eine Fan-Seite hat, abgegeben habe, geantwortet hat.

Und ich kenne eine Kollegin, die ebenfalls auf diese Art ihren jetzigen Ehemann kennengelernt hat. Bei ihr war es so, dass Sie ihren heutigen Partner in einer Gruppe zu einem speziellen Gesundheitsthema kennenlernte.

Beide – sie als auch ich – waren zu den jeweiligen Zeitpunkten des Kennenlernens nicht auf Partnersuche.

Man kann aber diese Möglichkeit durchaus in Betracht ziehen, wenn es darum geht, jemanden kennenzulernen. Treten Sie – zum Beispiel auf Facebook – ruhig Gruppen bei, die sich mit Themen befassen, für die Sie sich interessieren oder von denen Sie betroffen sind (Gesundheit, das eigene Umfeld, usw.). Auch Facebook-Seiten der eigenen Heimatstadt oder der Heimatregion eignen sich, um dort auf Gleichgesinnte zu stoßen. Natürlich sollte man sich dort nicht vordergründig mit dem Gedanken der Partnersuche einbringen, aber die Wahrscheinlichkeit, hier mit Leuten, die so ticken wie Sie, in Kontakt zu kommen, die ist schon ziemlich hoch!

Und: warum nicht im Rahmen einer Diskussion auch mal auf den Kommentar eines für Sie interessanten Mannes antworten, so dass er vielleicht auf Sie aufmerksam wird? Alles ist möglich, erwartet werden sollte nichts.

Locker an die Sache rangehen!

Wer so an die Sache und damit an das Thema Partnersuche heran geht, kann eigentlich nur gewinnen. Und wenn vielleicht doch nicht die Liebe des Lebens, dann eventuell ja den Kontakt zu dem einen oder anderen interessanten Zeitgenossen. Durch die sozialen Netzwerke haben schon viele Leute Freundschaft miteinander geschlossen, die sich im realen Leben wohl niemals begegnet wären!

So oder so: solche Tools auch zu nutzen, wenn man (FRAU) auf Partnersuche ist, macht definitiv Sinn!

Probieren Sie`s ruhig mal aus! Zu verlieren haben Sie nichts.

Bildnachweis: pixabay.de

Fast können Sie einem leidtun – die ganzen Landwirte, die der Einladung eines Internetportals, das Landwirte mit interessierten Frauen zusammenbringen will, gefolgt sind.

Insgesamt 22 Landwirte sind wohl mit der Hoffnung angereist, mit verschiedenen Frauen in Kontakt zu kommen. Diese aber zerschlug sich jäh, als auch die Veranstalterin realisierte, dass die meisten angemeldeten Frauen gekniffen haben. Ganze elf Singleladies sind zu der Flirt-Veranstaltung nicht erschienen. Was für eine Enttäuschung!

Das Internetportal ze.tt.de berichtet über dieses Desaster wie folgt:

„Elf angemeldete Teilnehmerinnen sind wie vom Erdboden verschluckt. Der Plan, an diesem Oktoberwochenende die bessere Hälfte zu finden, erscheint nun hoffnungslos für die Landwirte. Der Stachel sitzt tief. Denn der Schock zu Beginn des Flirtfests ist sinnbildlich ist für die Situation der Bäuer*innen in Deutschland und Österreich. Sie kennen den Partner*innen-Mangel zu gut und erleben immer wieder, wie Landflucht, falsche Vorstellungen von der Landwirtschaft und eine mangelhafte Wertschätzung ihres Berufs die Suche nach Lebensgefährt*innen zur Qual machen.“

Tja, die Landflucht und die Suche der Landwirte nach der großen Liebe. Oder zumindest erstmal nach einer sympathischen Frau, die dem Landleben und damit einem Landwirt nicht abgeneigt ist. Nun – was die Landflucht betrifft, die ist oftmals gar nicht so immens gegeben, wie sie medial dargestellt wird.

Landflucht – ja und nein! Viele Landwirte in gefragten Regionen

Hier muss man differenzieren, zwischen dörflichen Regionen, die wirklich „weit hinter den sieben Bergen“ versteckt und oftmals sogar vom öffentlichen Nahverkehr abgeschnitten sind und den Gegenden, die sich ländlicher Natur um Großstädte schmiegen. Letztere sind nämlich kaum von Landflucht betroffen – im Gegenteil: hierher zieht es sehr viele Familien, die der Großstadt aus verschiedenen Gründen überdrüssig sind. Und in diesen Gegenden gibt es auch Landwirte.

Allerdings kommen die „Neuen“ aus der Großstadt schon als familiäres Gespann, also zumeist Mutter, Vater und Kind(er), auf`s Dorf. Singles indes verirren sich zum Wohnen allein eher nicht aufs Land – zumindest keine alleinstehenden Personen aus der Großstadt.

Insofern kann es schon zum Problem werden, wenn sich ein Landwirt binden will. Frauen sind tatsächlich in vielen Dörfern Mangelware. Die, die es im Umkreis gibt, sind schnell unter der Haube, viele Frauen ziehen auch weg und dann…..ja: dann bleibt Solo-Männern auf dem Land wirklich nicht mehr viel Auswahl.

Für viele Frauen sind Landwirte nicht attraktiv

Hinzu kommt – und auch das wird auf ze.tt.de beschrieben – dass nicht wenige Frauen die Zukunft auf einem Bauernhof, zusammen mit einem Landwirt, nicht unbedingt attraktiv finden. Tiere versorgen, Ställe ausmisten, sich um Haus und Hof kümmern – das ist schon ein Stück weit eine Herausforderung.

In dem besagten Artikel auf ze.tt.de bekommt man in diesem Zusammenhang einen Einblick, Zitat:

„Franz, 31 Jahre, geht gerne schwimmen und liebt die Natur. Ein gemütlicher Kerl samt Dreitagebart. Er spricht schüchtern, aber freundlich. Franz betreibt eine Schweineaufzucht in Österreich. Auf das Flirtfest hat der junge Landwirt sich gefreut, weil man da gleich „mehrere potenzielle Partnerinnen zur Auswahl und einen persönlichen Kontakt und Austausch hat“. Natürlich habe Franz mehr Frauen erwartet, aber „leider haben die irgendeine Scheu“. Er seufzt. Es liege an der fehlenden Wertschätzung für seinen Beruf, dass die Partnerinnensuche so schwer sei: „Früher genoss ein Landwirt viel höheres Ansehen.“

Auch folgende Zeilen lesen sich interessant:

„Robert Herzog, ebenfalls Typ gemütlicher Bauer von nebenan, richtet seine Sonnenbrille und streicht sich über seine ausgewaschene Bluejeans. Der 35-Jährige überragt mit knapp zwei Metern die anderen Teilnehmer*innen und pflichtet Franz bei: „Ich denke, dass die Landwirtschaft in gewissen Bereichen an Wertigkeit verloren hat.“ Teilweise kämen zu ihm aber heute wieder junge Kund*innen aus den Städten, die ein Bewusstsein für Qualitätsprodukte hätten, gerne regional einkauften und bereit sein, etwas höhere Preise zu bezahlen. Die Partner*innen-Suche erleichtere das indes nicht. Robert, der Umwelt- und Bioressourcenmanagement studiert hat und dann zurückkehrte auf den elterlichen Rinderhof, sucht seit drei Jahren auf verschiedenen Partnerbörsen eine Lebensgefährtin. Erfolglos. Davor hatte er zwar ein paar Beziehungen, aber sie waren nur von kurzer Dauer. Trennungsgrund war oft die Landwirtschaft. „Das Interesse der Frauen ist immer schnell verflogen.“

Das ist schon bezeichnend – oder? Vor allem angesichts der Tatsache, dass es vor allem Frauen sind, die sich oft bewusst ernähren und meist auch zielgerichtet nach regionalen, landwirtschaftlichen Produkten in ihrer Region suchen. Die Landwirte jedoch, die nicht selten mit „im Angebot“ sind, sind dann eher nicht von Interesse.

Landwirte haben als Partner auch ihre Vorteile

Schade eigentlich! Immerhin hat der Landwirt eine Umgebung um sich, in der andere Urlaub machen und ganz so anstrengend wie früher ist ja Landwirtschaft heute auch nicht mehr. Wenn auch nicht vergleichbar mit einem Job im Büro.

Wie aber erging es der einzigen Frau, die auf dem Flirt-Fest erschienen ist? Hat sie den Landwirt ihrer Träume gefunden?

ze.tt.de schreibt hierzu:

„Mittendrin immer noch: die Henne im Korb, die einzige Flirtfesteilnehmerin. Sarah*, 34 Jahre – mittelgroß, schwarze Haare, Jeansshorts – ist auf einem Hof in Ostdeutschland aufgewachsen, lebt in Bayern und will ihren richtigen Namen lieber nirgends lesen. „Als ich erst mal nur Kerle gesehen habe, wäre ich fast auf Toilette verschwunden und nie mehr wiedergekommen“, lacht sie über den Anfangsschock. „Dann wurde aber mein Name schon aufgerufen und es war zu spät.“ Zwar sein die anderen alle „ganz lieb“, aber für sie sei nicht „der Richtige“ dabei.„

Tja…Da kann man(n) nichts machen. Zumindest nicht für den Moment. Aber auch für den Landwirt gilt: niemals aufgeben! Der richtige Topf zum Deckel findet sich bestimmt. Und: Solo-Frauen ist der Blick aufs Land überaus zu raten – siehe auch hier.

Den gesamten Beitrag von ze.tt.de können Sie hier lesen.

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Bauchgefühl

Ein Gastbeitrag von Andrea. Auf einmal wird’s mulmig in der Magengegend, aber es sind keine Schmerzen, die das komische Gefühl im „Zweiten Gehirn“, wie der menschliche Magen oft genannt wird, verursachen. Nein, es ist was anderes – und jeder, der je in seinem Leben mit Fremdgehen, falschem Spiel in der Liebe oder auch einem schweren Zoff unter Freundinnen konfrontiert war, wird es kennen, dieses besonders angespannte Gefühl.  Das Bauchgefühl. Gleich vorweg: es täuscht nicht. Nie!

Und deshalb sollten Menschen, die vielleicht bislang nicht in einer der oben erwähnten Situationen waren, aber sich aktuell mit einem unguten Gefühl herumschlagen, unbedingt darauf achten, was dieses Organ da aus der Mitte des Körpers signalisiert.

Nicht wenige ignorieren Bauchgefühl

Viele Leute neigen dazu, es (erstmal) zu ignorieren. Besonders dann, wenn es um heikle Dinge geht – zum Beispiel um die eigene Beziehung oder um den gerade erst neu kennengelernten Mann.

Ich bin mittlerweile soweit, dieses so wichtige Bauchgefühl nicht mehr zu ignorieren. Als ich jünger war, habe ich das permanent gemacht und bin auch sehr oft damit auf die Nase gefallen.

Deshalb möchte ich alle weiblichen Zeitgenossinnen, denen etwas schwer im Magen liegt – emotional gesehen – dazu ermutigen, diesem so wichtigen Gefühl zu trauen.

Ich plaudere einfach mal selbst aus dem Nähkästchen, denn ich habe in meinem Leben vieles erlebt – Partner die fremdgehen und Dating-Kandidaten, die lügen, waren zuhauf dabei. All diese Dramen waren immer begleitet von einem anfänglich unguten Bauchgefühl.

Aber: so oft habe ich diesem Gefühl eben NICHT vertraut, nur um mich kurze Zeit später der Erkenntnis stellen zu müssen, dass mein „Bauch-Navigator“ tatsächlich richtig lag.

So zum Beispiel beim Thema Fremdgehen – DER Klassiker im Zusammenhang mit dem schlechten Bauchgefühl.

Bei neuer Bekanntschaft meldete sich der Bauch

Ich hatte vor langer Zeit einen Freund, bei dem es schon kurze Zeit, nachdem wir zusammenkamen, heftig in der Magengegend rumpelte. Ich registrierte das, ignorierte es aber komplett. Selbst als das flaue Gefühl sich in manchen Situationen zu einem unangenehmen Zwicken ausweitete, setzte ich weiter unverdrossen darauf, dass ich meinen „Mr. Right“ an der Seite hatte.

Was aber waren das für Situationen, in denen meine Körpermitte rebellierte? Nun – da gab es einige.

Zum Beispiel unser absurdes Anruf-Ritual. Mein damaliger vermeintlicher Mr. Right, Thomas, rief nämlich nur zu einer bestimmten Uhrzeit an. Nicht davor und nicht danach. Und zwar abends halb zehn.

Ich – als damals voll naive Verliebte – dachte mir lange Zeit nichts dabei (schon gar nicht tangierte ich gedanklich das Thema Fremdgehen) und war, die rosarote Brille auf der Nase, froh, wenn er abends anrief. Man muss nämlich dazu sagen, dass tagsüber mit Thomas so gut wie keine Kommunikation ablief, lediglich eine karge „Guten-Morgen“-SMS (Whatsapp gab es damals noch nicht) ließ er mir zukommen.

Immerhin war er der total eingespannte Geschäftsmann und kam zu privatem Kram fast gar nicht. Warum ich seinerzeit nicht früher gesehen habe, dass wir gar nicht zusammen passten – schon von unseren jeweiligen Lebensstilen her nicht – kann ich mir heute auch nicht mehr erklären.

Aber ich war eben auf Wolke 7, total verliebt und pfiff auf das Magendrücken, das sich immer stärker bemerkbar machte.

Auf Bauchgefühl hören lohnt sich!

Hätte ich doch dem Bauchgefühl nur früher meine Aufmerksamkeit geschenkt und mir die vielen Sprüche, die Thomas mir auftischte oder schräge Aktionen, die er brachte, nicht bieten lassen!

So kündigte er sich einmal am späten Nachmittags bei mir an und teilte am Telefon mit, dass er später am Abend – er war zu diesem Zeitpunkt noch in Berlin – bei mir sein würde, so gegen 22.00 Uhr. Na ja, nicht gerade die ideale Uhrzeit, aber da ich ihn ohnehin so selten sah, den vielbeschäftigten Business-Mann, freute ich mich natürlich.

Ich badete ausgiebig und schmiss mich in raffinierte Unterwäsche und zog mir was Schönes an. Das hätte ich aber ebenso gut auch bleiben lassen können, denn Thomas erschien nicht. Und nicht nur das: er ließ auch telefonisch nicht von sich hören.

Mein Bauchgefühl war eindeutig und so langsam horchte ich mal ausgiebiger in mich rein.

Der Abend verging, es ging auf Mitternacht zu und von Thomas noch immer keine Spur. An seinem Handy meldete sich nur die Mailbox.

Ich pellte mich also aus meinem sexy Outfit und legte mich ins Bett, das Handy auf dem Nachttisch und auf laut gestellt.

Irgendwann rief er tatsächlich an. Da war es gegen 2.00 Uhr in der Nacht. Faselte was von einem Geschäftstermin, der ewig gedauert hat und dass er – ACHTUNG: Bauchgefühl-Alarm! – sein Handy in der Sporttasche seines Geschäftspartners, der ebenso bei dem Termin zugegen war, gelassen (oder vergessen, so genau weiß ich das heute nicht mehr) hatte.

Und diese Sporttasche befand sich im Auto des Geschäftspartners.

Na ja, ich war natürlich bedient, obwohl Thomas sich für den nächsten Morgen ankündigte, zum Frühstück.

Der innere Navigator ist verlässlich

Natürlich sind das alles – im Nachgang gesehen – absolut alberne Spielchen, die nur jemand spielt, der dem Fremdgehen frönt. Und dass er das ausgiebig getan haben musste, bewiesen wenig später meine Nachforschungen, die ich dann – alarmiert durch mein Bauchgefühl – anstellte.

Ich mache es kurz, denn: ich wurde in einer Online-Singlebörse, in der er sich rumtrieb, fündig.

Noch Fragen?

Oder ein anderes Beispiel aus meiner Singlezeit.

Ich hatte jemanden kennengelernt und wir begannen das Übliche: Miteinander ausgehen, sich kennenlernen, irgendwann im Bett landen. Soweit so gut. Als es dann „ernster“ wurde, kam mein Bauchgefühl. Es war ungut. Aber auch in diesem Fall überhörte ich es geflissentlich.

Bis zu einem Abend, als ich mit dem betreffenden Mann zum Telefonieren verabredet war – wir waren zu diesem Zeitpunkt schon in einer ziemlich fortgeschrittenen Kennenlernphase.

Er wollte mich gegen acht anrufen, aber es kam kein Anruf. Mein dumpfes Bauchgrummeln reagierte entsprechend…Ich beließ es aber dabei und ging zu Bett. Als ich aufwachte, hatte ich eine SMS auf dem Handy (nein, es war noch immer kein Whatsapp-Zeitalter) von ihm.

Mit recht krudem Inhalt, der mein schlechtes Bauchgefühl abermals verstärkte. Und zwar rechtfertigte er den nicht getätigten Anruf am Abend zuvor damit, dass er erst den Keller aufgeräumt und sich danach auf die Couch begeben hat. Dort ist er dann eingeschlafen.

Vorahnung bestätigte sich

Mir kam das mehr als spanisch vor! Wenn dieser Typ nur im Ansatz an einer Beziehung mit mir interessiert wäre, schliefe er doch nicht vor einem verabredeten Telefonat auf der Couch ein – oder?! Ich hätte aufgrund der Nachricht gleich die weitere Kennenlernphase kündigen sollen, mein Gefühl war gar nicht gut! Aber wie das eben meist so ist: man (FRAU) denkt ja dann doch oft, dass man vielleicht falsch liegt und lässt es weiterlaufen.

Bis man dann – logisch! – die volle Breitseite abkriegt und doch verliert.

So kam es hier.

Der Typ ließ erstmal ein, zwei Tage gar nichts von sich hören und schickte dann eine dürre Mail mit dem Inhalt, dass „seine Gefühle nicht ausreichen würden“.

Ganz ehrlich: das hätte er mir auch Tage zuvor am Telefon sagen und sich seine vollends blöden Ausreden sparen können.

Mal wieder bereute ich es, nicht auf mein Bauchgefühl gehört zu haben!

Dass aber das sensible Organ nicht nur im Bereich von Mann und Frau, sondern generell im Zwischenmenschlichen funktioniert, bewies dann später das Zerbrechen einer langjährigen Freundschaft zu einer guten Freundin.

Mittlerweile war eine hochpolitische Zeit in Deutschland angebrochen und die Menschen sortieren sich – so ist es bis heute – in zwei Lager.

Viele Leute tun ihre Meinung auf Facebook oder/und im Freundeskreis kund.

Und so bildete auch ich mir meine eigene Meinung zu den aktuellen Geschehnissen, gab dann und wann in den sozialen Netzwerken meine Meinung kund und – zack! – war die Freundschaft hin. Na ja, ganz so rasch ging es nicht, klar.

Auch bei Frauenfreundschaft täuschte das Bauchgefühl nicht

Es fing damit an, dass meine Freundin – sie wohnt relativ weit weg von mir und wir sehen uns nur ein paarmal im Jahr – auf meine Nachrichten (mittlerweile war das Whatsapp-Zeitalter angebrochen) einfach nicht reagierte, obwohl sie sie gelesen hatte.

Ich ahnte, dass es was mit meiner Einstellung zum aktuellen Zeitgeschehen zu tun hatte, mein Bauchgefühl war megaschlecht.

Und als sie sich nach weiteren Nachrichten, die sie gelesen, aber nicht beantwortet hatte, immer noch nicht zuckte, habe ich sie eines Tages kurzerhand angerufen. Bis dahin waren immerhin schon ganz viele Wochen ins Land gekommen, fast ein Vierteljahr!

Volltreffer! Sie sagte mir auf den Kopf zu, dass ihr meine Einstellung zu aktuellen Themen nicht passt. Leider war die Verbindung zum Zeitpunkt des Telefonats sehr schlecht, so dass das Gespräch sehr abgehackt war. Irgendwann war es ganz weg. Ich rief noch einmal an und landete auf der Mailbox.

Hier sprach ich meiner Freundin eine kurze Nachricht auf, mit dem Hinweis, dass sie mich jederzeit anrufen und dass man reden könne. Zwei verschiedene Meinungen sind doch kein Grund, eine über 15jährige Freundschaft zu kündigen!

Dachte ich.

Es war aber leider genau an dem – die besagte Freundin ist mittlerweile meine Exfreundin. Ich hätte also den Anruf schon früher tätigen und Gewissheit haben können. Mein Bauchgefühl lag richtig.

Schlechtes Bauchgefühl? Klarheit schaffen!

Und deshalb mein Tipp an alle, die ein schlechtes Gefühl in der Bauchgegend haben, wenn es um Fremdgehen, Dating oder Verstimmungen in einer Freundschaft geht: meldet sich Ihr schlechtes Bauchgefühl, dann finden Sie den Mut und schaffen Sie für sich Klarheit! Haben Sie das Gefühl, ein Dating-Kandidat lügt Sie haushoch an, dann wird da was dran sein. Haben Sie ganz stark das Gefühl, dass ihr Partner dem Fremdgehen frönt – nun: sie werden sehr wahrscheinlich richtig liegen.

Und wenn sich eine sehr gute Freundin von heute auf morgen nicht mehr meldet oder auf Nachrichten von Ihnen nicht reagiert, obwohl sie sie gelesen hat – auch hier liegt dann ganz höchstwahrscheinlich der Hase im Pfeffer, jede Wette!

Machen Sie also bloß nicht den Fehler und übergehen Sie dieses so wichtige Signal, das Ihnen Ihr Körperorgan zwischen Beinen und Brust übermittelt.

Es hat sich bislang so gut wie immer bewiesen, dass das dumpfe Gefühl im Bauch etwas bedeutet. Viele Frauen, die es übergehen, ärgern sich im Nachgang, nicht schon früher gehandelt zu haben. Ich gehöre auch dazu.

Und selbst wenn sich das „Zweite Gehirn“ zu Unrecht grummelig geäußert hat und alles in Butter ist – na dann: umso besser!

Nur: das ist meist leider nicht so…Mehr rund uns Thema Bauchgefühl finden Sie auch hier.

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Da bricht mir schon der kalte Schweiß aus, wenn ich nur daran denke“ – diesen Satz hört oder liest man oft, wenn es darum geht, dass Frauen auf Partys oder Veranstaltungen eingeladen sind, auf denen es definitiv zu Smalltalk kommt.

Viele schreckt diese leichte Art der Kommunikation ab, so manche weiß nicht, welches Thema er mit – zumeist – fremden Leuten auf einer Veranstaltung anschneiden soll.

Dabei ist Smalltalk freilich kein Hexenwerk und wenn das Eis erst mal gebrochen ist, plaudert es sich locker und leicht auch mit Menschen, die man eine Stunde zuvor noch gar nicht kannte. Das kann eine sehr bereichernde Erfahrung sein und vor allem auch eine lukrative – denn gerade Leute, die beruflich von Kontakten leben, können mit Smalltalk viel erreichen.

Ich selbst wage zu behaupten, Smalltalk ganz gut zu beherrschen – allerdings hatte auch ich anfangs so meine Ängste und war vor allem dann nervös, wenn ich alleine auf einen Event ging.

Allerdings ließ sich das seinerzeit nicht verhindern, da ich einst in eine Stadt zog, in die es mich beruflich verschlagen hatte und in der ich niemanden kannte. Zudem war ich damals Single.

Um überhaupt Leute kennenzulernen, musste ich mir was einfallen lassen (hierfür das Internet zu nutzen, war zu dieser Zeit noch keine wirkliche Option, es war das Zeitalter der knirschenden Modems und das Surfen war alles andere als komfortabel).

Zum Trainieren: Vernissagen besuchen!

Da auch ich wahnsinnigen Respekt vor gekonntem Smalltalk hatte und nicht wirklich wusste, wie ich auf einer Veranstaltung mit wildfremden Leuten in Kontakt kommen soll, suchte ich mir eine Art der Freizeitgestaltung heraus, die einen „Alles-kann-nichts-muss“-Aspekt hatte: ich besuchte Vernissagen.

Diese sind in vielen Städten öffentlich zugänglich, so dass man zur angegebenen Zeit einfach nur in der jeweiligen Galerie erscheinen muss.

„Sollte ich mit keinem ins Gespräch kommen, so kann ich mir immer noch die Bilder angucken“ – redete ich mir selbst Mut zu. Und tatsächlich: es klappte! Ich musste so gut wie keinen Augenblick meinen Blick an Bildern festeisen, nein – ich kam wie von selbst mit anderen Besuchern ins Gespräch.

Ein freundliches Grüßen, ein kleines Lächeln – mehr brauchte es meinerseits nicht, um relativ rasch mit den anderen Gästen zu kommunizieren.

Deshalb kann ich allen Leuten, für die Smalltalk (noch) Horror ist, raten, auf diese Art und Weise die Kunst der leichten Unterhaltung einmal auszuprobieren. Wie gesagt: wenn gar nichts geht, schnappen Sie sich ein Glas Sekt und schauen sich die Bilder an. Und gehen wieder!

Allerdings dürfte es fraglich sein, dass der Abend für Sie so endet. Ich für meinen Teil hatte damals – an meinem Smalltalk-Auftakt-Abend – am Ende der Veranstaltung eine ganze Menge neuer Visitenkarten in meiner Handtasche und zusätzlich sogar noch ein, zwei weitere Einladungen zu anderen Veranstaltungen.

Aber weiter in den Empfehlungen, die ich Ihnen fürs Gespräch ohne Tiefgang an die Hand geben möchte.

Keine Angst vor Smalltalk bei Stehempfängen!

Wenn Sie in die Situation kommen, geschäftlich eine Veranstaltung besuchen zu müssen, bei der es – wie es zumeist üblich ist – im Vorhinein einen Stehempfang gibt, dann seien Sie unbesorgt!

Sie können hier sowohl einen Stehtisch ansteuern, an dem noch niemand steht oder aber direkt einen Tisch ins Visier nehmen, an dem schon andere Gäste stehen und an den sie sich dazu gesellen wollen.

Bleiben wir erstmal bei der erstgenannten Variante: an einem Stehtisch, an dem sie als Erste alleine stehen, bleiben Sie nicht lange allein – versprochen! Und das Beste: der- oder diejenige, der oder die sich zu Ihnen gesellt, wird als Einstieg mit Smalltalk beginnen! Sie sind also fein raus und müssen nur noch eines tun: in die Unterhaltung mit einsteigen (ich stand einmal bei einer Veranstaltung alleine am Stehtisch und der Sänger der Gruppe Die Prinzen gesellte sich dazu mit den Worten „Sie stehen hier noch allein, da komme ich doch mal zu Ihnen“).

Also: die Leute, die dazu kommen, werden aktiv. Ebenso wird es mit anderen Leuten, die sich weiterhin dazu gesellen, laufen.

Sind Sie gezwungen, sich an einen Stehtisch zu begeben, an dem schon andere stehen – zum Beispiel, weil kein einzelner, freier Stehtisch mehr verfügbar ist – dann braucht es eine andere Strategie.

Aber – keine Sorge! Alles keine Kunst…

Nehmen wir an, es handelt sich um einen Stehtisch, an dem zwei Personen stehen. Diese können sich kennen, das muss aber nicht sein. Ihnen kann`s egal sein, denn für Sie macht es in Sachen Smalltalk keinen Unterschied, in welchem Bezug diese Leute zueinander stehen und ob überhaupt. Begeben Sie sich einfach auch an diesen Stehtisch und grüßen Sie nett.

Man wird zurückgrüßen – logisch.

Danach warten Sie einfach ab, denn ein Gespräch wird sich ganz sicher ergeben. Man wird sie in das Gespräch mit einbeziehen. Entpuppen sich die anderen zwei Personen als Gäste, die nicht miteinander bekannt und vielleicht alle beide Small-Talk-Muffel sind, nun: dann beginnen Sie doch ganz einfach ein Gespräch.

Es darf belanglos sein

Keine Angst – tiefgründiges Reden ist hier nicht angesagt! Irgendwas Belangloses reicht vollkommen! Zum Beispiel können Sie sich zu der Location, in der die Veranstaltung stattfindet, äußern.

Zum Beispiel so: „Das ist ja eine tolle Architektur hier“

Oder sie lassen eine Bemerkung über die Häppchen und das Catering vor Ort fallen, beispielsweise diese hier: „Sehr ansprechend gemacht und wirklich lecker“.

Auch eine leichte Bemerkung zum Inhalt der Veranstaltung kommt meist gut an. Diese könnte lauten: „Auf das Programm kann man ja gespannt sein, es klingt ziemlich vielversprechend“.

Ganz gleich, wie Sie das Gespräch beginnen – meist werden die anderen Personen am Stehtisch hierzu ebenso ein Feedback geben und schon ist man mittendrin in – zumeist – interessanten Gesprächen.

Wenn gar nichts geht: Wetter geht immer!

Probieren Sie es ruhig einmal aus und, wie schon erwähnt, alle vorgenannten Tipps sind von mir selbst erprobt und somit wirklich alltagstauglich.

Führen Sie sich bitte immer wieder vor Augen, das Smalltalk alles ist – aber bestimmt kein Hexenwerk!

Und noch was: falls Sie Sorge haben, dass all` diese Tipps Sie im Fall des Falles noch immer überfordern, dann ziehen Sie den Klassiker-Joker: plaudern Sie über`s Wetter!

Funktioniert auch und das ziemlich gut!

Und: all diese Tipps gelten natürlich auch, wenn Sie auf Veranstaltungen gehen, bei der von Anfang an alle sitzen (beispielsweise beim Ladies Lunch, Ladies Dinner usw.).

Und jetzt drücke ich Ihnen alle Daumen und sage: toi, toi, toi!

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Wie viele Stunden des Hoffens haben Sie in Ihrem Leben in Sachen Kennenlernen schon verbracht? Viele? Dann sind Sie nicht allein! Vor allem dann nicht, wenn Sie in der heutigen Zeit daten und womöglich noch online. Obwohl das Phänomen, das nachfolgend beschrieben wird, sich eigentlich nicht wirklich nur auf Online-Dating bezieht, sondern aufs Kennenlernen überhaupt. Viele Frauen, egal ob sie heute in einer Beziehung oder immer noch Single sind, werden sich bestimmt an Kennenlern-Situationen erinnern, die so in Richtung „Warmhalteplatte“ gingen.

Auch das Internet ist voll davon – es scheint wirklich an der Tagesordnung zu sein, dass man(n) nach einer ersten gemeinsamen Nacht früh von dannen fährt, ohne eine neue Verabredung zu vereinbaren.

Natürlich ist hier DIE Situation, in der ein Mann zur Arbeit muss, nicht gemeint. Das gibt’s ja auch.

Männer nach der ersten Nacht manchmal sehr verändert

Nein, vielmehr soll hier die scheinbar immer wiederkehrende Situation thematisiert werden, die wohl beim heutigen Kennenlernen gar nicht mal so selten ist.  Und ganz egal, ob sich das Kennenlernen vor der ersten gemeinsamen Nacht zwei Monate vorher abspielte oder zwei Tage: naht nach der ersten Nacht der Morgen, scheint es manchen Mann nicht (mehr) zu interessieren, dass von der weiblichen Seite nun eher keine Affäre, sondern schon eine feste Partnerschaft anvisiert wurde.

Denn dann wäre solch ein Verhalten nur logisch. Nicht umsonst gibt es heute unzählige Internet-Portale, über die man sich einzig für erotische Abenteuer verabreden kann.

Das „Gehen ohne Verabredung“ am Morgen danach, erleben aber eben viele Frauen, die offline oder online nach einer festen Beziehung such(t)en.

Meist läuft so eine Situation immer gleich ab (ich gehe jetzt mal davon aus, dass der Morgen nach der ersten gemeinsamen Nacht ein Sonnabend oder ein Sonntag ist):

es gibt ein gemeinsames Frühstück, bei dem meist eine eher verhalten-verlegene Stimmung herrscht (was kein Wunder und völlig normal ist, wenn die Stunden davor von heißem Sex geprägt waren) und dann murmelt er irgendwas von „muss erstmal los“.

Mancher Mann zieht ganz selbstverständlich von dannen

Ich selbst habe sowas, als ich in Single-Jahren immer mal Online-Dating betrieb und im Grunde meines Herzens nach einer festen Beziehung suchte, auch schon erlebt und nicht nur einmal!

Ich erinnere mich an Markus (Name geändert), der nach der ersten gemeinsamen Nacht – vorausgegangen war dieser ein mehrwöchiges Kennenlernen im realen Leben, nachdem wir uns online gefunden hatten – kund tat, dass er noch gedenke, golfen zu gehen.

Ob ich mitkommen mochte, fragte er nicht. Obwohl ich Lust dazu gehabt hätte. Insofern endete dieser angebrochene Tag für mich im Nichts. Markus fuhr tatsächlich auf den Golfplatz und ich hörte erst mal zwei Tage lang überhaupt nicht von ihm.

Dass sich daraus letzten Endes nur eine lauwarme Affäre ergab, muss ich wohl nicht ausdrücklich betonen. Denn: genau in diesem Verhalten liegt der Unterschied zu DEN Männern, die eben keine Affäre und sich aus selbiger ziehen wollen.

Denn die Männer, die ernsthaftes Interesse an einer Frau, mit der sie soeben erstmalig die Nacht verbrachten, haben, fahren niemals am Morgen danach von dannen. Bis auf die oben bereits erwähnten Ausnahmen (Altenpfleger, Schichtarbeiter, Ärzte und so weiter).

Männer mit Interesse forcieren das Kennenlernen

Im Gegenteil: Männer mit Interesse können es kaum erwarten, mit der Frau, mit der sie die Nacht verbracht haben, noch mehr Zeit zu verbringen und den angebrochenen Tag für eine gemeinsame Unternehmung – oder weitere Bettabenteuer – zu nutzen.

Läuft es so ab und die Frau hat sich ebenso verliebt, dann ist das meist der Beginn einer Beziehung.

Alles andere – unverbindlich nach dem Frühstück mit einem „Ich ruf Dich an“ das Feld räumen – kann man (FRAU) vergessen.

Denn sowas endet immer, wirklich IMMER, damit, dass die Frau, vorausgesetzt sie ist sehr an diesem Typen interessiert, die nächste Zeit an ihrem Handy kleben wird. In der Hoffnung, dass er anruft. Das tut er vielleicht sogar, um sich eine weitere Nacht zu sichern oder halbherzig eine Affäre einzugehen.

FRAU sollte hier nicht hoffen!

Allerdings endet sowas für die betroffene Frau so gut wie immer mit Liebeskummer, denn es ist bei diesem Schlag Mann nicht im geringsten davon auszugehen, dass er sein Verhalten ändert oder womöglich eines schönen Tages mit Hunderten Rosen in der Hand ankommt und versichert, dass er erkannt hat, dass er nur sie liebt.

Aber das wissen Sie – egal, ob Sie aktuell betroffen sind oder mal betroffen waren – selbst am besten. Oftmals will man sich`s lange Zeit nur nicht eingestehen, so ging mir das mit Markus auch.

Heute weiß ich: nach so einem Verhalten kann man diese Art Mann nur noch – ja: abhaken!

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Wissen Sie noch, wie im analogen Zeitalter (vor dem Internet) ein sogenannte „Blind Date“ eingefädelt wurde?

„Mein Mann hat einen Kollegen, den Günter, der ist nett und würde super zu dir passen. Lass uns nächste Woche mal zum Essen gehen, dann könnt ihr euch kennenlernen. Dich bringen wir auch noch unter die Haube.“

Pech, wenn dieser Günter sich dann als überkandidelter, unterbelichteter Depp entpuppte, mit dem Sie nix anfangen konnten. Dafür hatten Sie ab sofort Ärger mit Ihren Freunden: Weil Sie so wählerisch waren und Günter verschmäht hatten, wurden Sie von denen künftig geschnitten.

Die zweite Möglichkeit boten die allseits beliebten „Hallo Partner“-Seiten im örtlichen Käseblatt. „Attraktive Dame um die 60 sucht solventen Herrn in mittleren Jahren fürs Wandern und eventuell mehr. Bitte nur aussagekräftige Anschreiben mit Foto“ hieß es meistens.

Auch da konnte man üble Überraschungen erleben, weil 1. die wenigsten ein Bild mitschickten (Scanner waren noch  nicht erfunden) und 2. auch schon damals bei den Herren der Schöpfung eine grandiose Selbstüberschätzung grassierte.

Ich kenne bis zum heutigen Tage so gut wie keinen Mann, der sich für unattraktiv hält. Beneidenswert.

Dann kam das Internet.

Erst unterhielt man sich im AOL-Chat, wo man sich ein aussagekräftiges Profil zulegte wie zum Beispiel: „Uschi, 36 Jahre alt, 56 Kilo, blond, schlank, verdiene saugut“ und damit auf Männerfang gehen konnte.

Wenn Uschi dann „Herbert, 37 Jahre alt, 78 Kilo, dunkelhaarig, schlank, verdiene noch viel mehr und bin ein klasse Typ“, im echten Leben nach monatelangen Chats, Emails oder Telefonaten kennenlernte, folgte oft die Enttäuschung auf dem Fuße, denn Uschi war weder blond noch schlank und schon lange nicht mehr 36. Das galt aber auch für Herbert, der bei „37 Jahre alt“ kräftig nach unten abgerundet und beim Verdienst und seiner „Nettigkeit“ aufgerundet hatte.

Da saßen sich dann manchmal in Autobahnraststätten zwei wildfremde Menschen ohne Gesprächsstoff gegenüber und wunderten sich, wie sie reingelegt worden waren. Lange ist es her.

Nach dem AOL-Chat folgen die sogenannten „Social Networks“ und Dating-Plattformen. Endlich konnte man sich angemessen und ausgiebig präsentieren. Zwar wurde genauso kräftig über- und untertrieben wie zuvor, aber man hatte mehr Auswahl und konnte schon vorab dank Google ein paar Erkundigungen über den potenziellen Kandidaten einholen.

Ach, hätte nur meine Freundin Beatrix 1987 schon Google gehabt. Sie lernte in einer Kneipe einen (erst nach dem 3. Glas Wein) attraktiven Offizier der amerikanischen Air Force kennen, der in Uniform am Tresen saß und sie mit seinen Glubschaugen förmlich verschlang. Er erzählte Beate, er sei Jet-Pilot, nutzte sie und ihre Ambitionen, eines Tages Offizierswitwe zu werden, ein paar Wochen lang weidlich aus – und entpuppte sich anschließend als Hausmeister der Berufsschule in der Nachbarstadt.

Wirklich wahr.

Beate wäre mit Google oder Facebook seinerzeit viel erspart geblieben.

Ja, wir hatten leider kein Internet, nur Buschtrommeln, besorgte Freunde, neugierige Nachbarinnen und Hörensagen. Das half aber nicht viel.

Jetzt gibt es aber dank der digitalen Revolution endlich für jeden Geschmack etwas. Senioren-Dating-Portale, Partnerbörsen, und… Tinder, eine Dating-App, die immerhin allein in Deutschland von über 2 Millionen Personen genutzt wird.

Es ist, wenn man es genau nimmt, ein moralischer Rückschritt, da allein Ihr Profilbild entscheidet, ob jemand sich für Sie interessiert oder nicht. Weil aber nicht jeder so schön ist wie Jennifer Lopez, wird man quasi zum Schummeln gezwungen.

Alles, was Sie tun müssen ist, sich die App zu besorgen, Ihren Vornamen einzugeben, ein möglichst vorteilhaftes Foto von sich hochzuladen und Ihre Präferenzen einzugeben („stehe auf Männer/Frauen/mir doch egal“). Dann definieren Sie noch den Suchradius, innerhalb dessen Sie jemanden kennenzulernen gedenken. Und fertig ist die Laube.

Nach und nach stellt Ihnen Tinder nun Personen vor, die Ihren Vorlieben entsprechen könnten und sich in dem zuvor genannten Suchradius aufhalten. Sie entscheiden, ob Sie an einem Chat interessiert sind oder nicht, indem Sie ein sogenanntes „like“ vergeben. Erhalten Sie von dem potenziellen Chatpartner ebenfalls ein „like“, können Sie loslegen. Bei Nicht-Interesse signalisieren Sie durch ein rotes Kreuz („nope“ genannt), dass Sie keine Lust auf die Person haben.

So weit, so gut. Nie war es einfacher, jemanden kennenzulernen. Und nie schwieriger. Denn der attraktive blonde Hipster mit den grünen Augen und dem gewinnenden Lächeln könnte in Wirklichkeit auch ein mittelalter Bauch-Bart-und Brille-Träger sein, der einfach mal rausfinden wollte, ob es atemberaubende Frauen wie Sie überhaupt noch gibt, und Sie, wenn Sie viel Glück haben, zu einer Tüte Fritten mit anschließendem Beischlaf einlädt. Sie können ja dann immer noch „nope“ sagen.

Umgekehrt herum wird übrigens auch ein Schuh draus. Die lächelnde Brünette mit Schmollmund muss nicht brünett sein oder einen Schmollmund haben. Sie muss nicht mal eine Frau sein. Betrogen wird überall.

Rechnen Sie einfach sicherheitshalber mit allem. Das ist auf jeden Fall besser. Die Welt ist nämlich schlecht, so richtig schlecht.

Seitdem das Internet vor knapp 20 Jahren in unsere Haushalte eingezogen ist, wird gelogen, dass die Schwarte kracht. Oder verschwiegen. Im Internet kann jeder sein, was er möchte und wie er möchte.

Ich kenne bei Facebook genügend sehr attraktive Frauen um die 50, deren Gesichtszüge vor lauter Filtern und Weichzeichnern mittlerweile beinahe nicht mehr zu erkennen sind.

Eine Dame tut sich da jedes Mal besonders hervor. Alle ihre Fotos wirken, als hätte jemand Schmierseife auf das Objektiv gerieben. Aber neulich ist ihr scheinbar der Finger ausgerutscht, und sie hat ein Bild gepostet, auf dem sie genau so aussieht wie im echten Leben. Meiner Meinung nach ist sie auf diesem Portrait um Längen schöner auf als auf ihren sonstigen Machwerken mit Herzchen-Rahmen und Schmetterlingen, bei deren Betrachtung man sich die Augen reibt, weil man denkt, es sei einem eine Wimper reingerutscht.

Martin (Name geändert), ein Freund von mir aus Villingen-Schwenningen hat so eine Internet-Geschichte erlebt und ein Blind-Date absolviert. Meine Mutter meint übrigens immer noch, das sei eine Kennenlern-Veranstaltung für Sehbehinderte. Ich lasse sie in dem Glauben.

Zurück zu Martin. Frisch geschieden, kreuzunglücklich und einsam, suchte er verzweifelt bei Facebook nach einer Frau. Ich kenne Martin persönlich, einen attraktiven Mann Mitte 40, der auf seine Gesundheit achtet, viel Sport betreibt und weder raucht noch trinkt.

Seine Hoffnung war, ein weibliches Wesen kennenzulernen, mit der er seine Hobbies ausleben und seinem natürlichen Bewegungsdrang nachgeben konnte. Gemeinsam.

Seine Exfrau hatte sich zwar auch viel bewegt, aber nur unter dem Trauzeugen, wo Martin die beiden eines Tages dann fand. Im Wochenendhäuschen seiner Oma.

Endlich lernte Martin bei Facebook Brigitte kennen, eine hübsche Dunkelhaarige aus Essen. In den ersten Tagen likten sie gegenseitig ihre Beiträge mit Herzchen, dann schrieben sie sich über Whats App, später telefonierten sie viele Stunden und loteten ihre Seelen aus. Endlich beschlossen sie, sich mal im echten Leben zu treffen.

Brigitte hatte massenhaft bezaubernde Brustbilder (Portrait-Aufnahmen) von sich bei Facebook eingestellt. Außerdem war sie genau so sportlich wie Martin, zudem noch Vegetarierin, hasste Zigaretten und Alkohol und liebte Bergsteigen und Wandern.

Also machte sich Martin auf den Weg und fuhr die ganzen 523 Kilometer zu Brigitte nach Essen im Ruhrgebiet in einem Rutsch. Sie hatte ihn zum romantischen Dinner (vegetarisch) eingeladen. Voller Vorfreude sprang er mehr, als er lief, die drei Stockwerke zu Brigittes Wohnung hoch, in der Hand einen riesigen Strauß Rosen, und klingelte. Sein Herz schlug bis zum Hals.

Das sollte auch so bleiben, denn die Tür wurde ihm von der voluminösesten Dame geöffnet, die er je gesehen hatte. Sie lächelte ihn strahlend an und winkte ihm, einzutreten.

„Entschuldigung, mir fällt grade ein, ich hab noch ein Geschenk für dich im Kofferraum“ murmelte Martin mit hochrotem Kopf, stürmte die drei Stockwerke in Lichtgeschwindigkeit nach unten, sprang in sein Auto und fuhr nach Hause.

Einige Tage später klagte er mir sein Leid. Brigitte hatte angeblich behauptet, sie sei regelmäßig im Fitness-Studio und würde Nordic Walking lieben. Tja, ich persönlich liebe zum Beispiel Ölbilder, kann sie aber nicht malen.

Vielleicht mochte Brigitte Nordic Walking sogar wirklich, weil sie die Stöcke so hübsch fand, aber sie hatte Martin am Telefon unter anderem erzählt, sie hätte einen BMI von 21 und einen IQ von 119. Vermutlich hatte sie nur die Zahlen verwechselt. Er jedenfalls war kuriert von seinem ersten und einzigen Blind-Date und heiratete zwei Jahre später eine sehr nette Frau, die bei ihm um die Ecke wohnte, und die er beim Bäcker kennengelernt hatte.

Bei einem Blind-Date wissen Sie nie, was Sie kriegen. So ein Profilbild, in dem ich aussehe wie Ende 20, schustere ich Ihnen mit einer guten Bildbearbeitungs-Software und ein wenig Phantasie in ein paar Minuten zusammen.

Also hat das Wort „blind“ seine Bedeutung behalten. Nach all den Jahrzehnten ist nichts wirklich besser geworden. Enttäuschung vorprogrammiert. Meistens. Aber es soll Fälle geben, wo sich Leute auf solche Verabredungen eingelassen und die Liebe fürs Leben gefunden haben. Das möchte ich nicht in Abrede stellen.

Darum dachte ich mir neulich: Warum nicht mal ganz ehrlich sein in all den Dating-Portalen bei seinen Selbst-Beschreibungen? Man könnte sich so verdammt viel Ärger ersparen.

Ich zum Beispiel sehe, wenn ich in aller Herrgottsfrühe aus dem Bett komme, aus, als wäre ich nach 8 Runden mit Mike Tyson auf die Bretter gegangen.

Vor 30 Jahren sagte mal einer aus unserer Clique nach einem Lagerfeuer-Abend am nächsten Tag, als wir alle zerknittert aus unseren Zelten krochen: „Barbara, wenn alle Frauen morgens so aussehen wie du, heirate ich nie.“

Der Rüdiger ist übrigens noch ledig und zu haben, meine Damen.

Also – warum nicht ehrlich sein? Zugeben, wer und was man ist?

„Ja, aber“ werden Sie einwenden, „Männer sind nun mal Augentiere und können besser gucken als denken.“ Das mag schon sein. Sie sollen ja auch kein Profilbild einstellen, auf dem Sie aussehen wie durch die Mangel gedreht, oder als kämen Sie gerade von der Rallye Paris-Dakar zurück.

Ein wenig vorteilhaft darf es schon sein. Aber wenn Sie von sich behaupten, Sie backen und kochen gern, sollten Sie wenigstens einen Braten oder einen Käsekuchen zustande bringen. Wenn Sie von sich behaupten, tierlieb zu sein, in Wirklichkeit aber sogar bei 2 Kilometer entfernten Katzenhaaren anfangen zu niesen, kann es nur von Vorteil sein, die Wahrheit zu sagen, sonst endet Ihr erstes Date in der örtlichen Ambulanz.

Auch so einen Fall kenne ich persönlich. Petra, gestraft mit einer schweren Katzenhaar-Allergie, verbrachte ihre erste und einzige Nacht mit Patrick in dessen Bett mit seinen drei Stubentigern, die sie zuvor noch gestreichelt hatte, weil sie unbedingt diesem Mann gefallen wollte. Anschließend landete sie in der Notaufnahme, weil sie keine Luft mehr bekam. Es ist erstaunlich, wie weit Frauen gehen, wenn sie jemanden für sich gewinnen wollen.

Selbstverständlich ist es vollkommen normal, dass man sich so positiv wie möglich darstellen möchte. Aber es kommt doch immer raus, wenn man lügt. Wie bei meiner Freundin Martha, die ständig in Singlebörsen unterwegs ist und sich da gute 10 Jahre jünger schummelt.

„Ich sehe nicht so alt aus, wie ich bin!“ schimpft sie, wenn ich sie darauf anspreche. „Und ich benehme mich auch nicht so. Da lerne ich doch sonst nur Typen in meinem Alter kennen, die sind mir zu langweilig.“

Sie hat noch kein einziges Mal einen Kandidaten zweimal getroffen. Die  melden sich einfach nicht mehr. Niemand mag Lügen wirklich gern, außer es handelt sich um raffinierte Komplimente.

Und: Martha sieht nicht wirklich 10 Jahre jünger aus. Es getraut sich nur keiner, es ihr zu sagen.

Darum habe ich mir jetzt die Mühe gemacht, mal eine Selbstbeschreibung zu entwerfen, und zwar vor meinem „Wahrheitsfilter“ und danach. Bitte, bitte, nehmen Sie mich nicht ernst:

Beschreibung: „Hallo, ich bin Susi und 32 Jahre alt. Leider ist das Foto nicht so doll geworden, mein Handy spinnt grade.“

Klartext: „Hallo, ich bin die Susi und 32 Jahre alt, sehe aber aus wie 48 und habe eine Haut wie ein Putzlappen, weil ich in den letzten Jahren keine Nacht mehr als vier Stunden geschlafen und täglich drei Schachteln Kippen geraucht habe. Wie mein Bett ausschaut, weiß ich gar nicht mehr, weil ich nie drin liege. Das Handy spinnt also nicht. Leider.“

Beschreibung: „Ich bin manchmal recht häuslich und habe es gern gemütlich, gehe aber auch gern aus und interessiere mich für Kultur. Außerdem bin ich ein lebenslustiger Mensch.“

Klartext: „Ich bin eine versoffene Nachteule, mache wahnsinnig gern Party bis zum Morgengrauen, aber nicht so gern sauber, das finde ich total spießig. Wäre cool, wenn du das übernehmen würdest. Hast du vielleicht einen Putzfimmel und bist so ein Typ, der mehrmals wöchentlich hinterm Sofa saugt? Fände ich gut. Mit ‚gemütlich’ meine ich, dass ich überall Plüschtiere und Teelichter aufgebaut habe, die ich abwechselnd versehentlich anzünde. Wenn du bei der Feuerwehr wärst, könnte das von Vorteil sein.“

Beschreibung: „Ich bin kontaktfreudig, aufgeschlossen und gesellig. Was ich nicht leiden kann: Eifersucht und Klammern. Bin aber sehr anhänglich, wenn ich jemanden wirklich mag.“

Klartext: „Ich hab alle meine Exfreunde der letzten 15 Jahre noch auf Kurzwahl und treffe die auch regelmäßig, also solltest du ein toleranter Typ sein. Aber wehe, eine Ehemalige von dir taucht auf, der schnitze ich erst mal ein neues Muster in ihre Autotür. Und mit ‚anhänglich’ meine ich, dass der israelische Geheimdienst ein Dreck gegen mich ist, wenn ich mal glaube, dass du mich betrügst.“

Beschreibung: „Ich bin selbständig und unabhängig, mag Kavaliere alter Schule und stehe auf gute Manieren. Außerdem bevorzuge ich großzügige Männer, weil ich selbst ein total hilfsbereiter Typ bin, der gerne was verschenkt.“

Klartext: „Ich bin so selbständig, dass ich grundsätzlich mein eigenes Ding durchziehe. Kannst ja auf mich warten, wenn ich mal wieder eine Verabredung vergesse, wegen der guten Manieren, die ich einfordere. Im Klartext heißt das: Widersprich mir niemals und halte mir gefälligst immer die Autotür auf. Deine Autotür natürlich. Du hast doch nix dagegen, dass ich den mal fahre? Mein Wagen ist nämlich momentan in der Reparatur.

Und wenn ich drei Tage vor dem Ersten eine nette Handtasche im Gegenwert eines Kleinwagens sehe, dann kaufst du mir die, nur dass das klar ist.

Ich bin wirklich total großzügig, aber nur mit meinem Körper, wirst du schon noch merken. Es sei denn, du schenkst mir diese Handtasche nicht.“

Beschreibung: „Ich bin sportlich wegen der Work-Life-Balance, habe viel übrig für Rohkost und esse vegetarisch. Außerdem bin ich ein sehr spiritueller Mensch.“

Klartext: „Ich esse hauptsächlich Salat, weil ich nicht kochen kann und nehme mir meistens ein paar Portionen vom Supermarkt mit. Aber Braten mag ich, vielleicht kochst du ja künftig für uns. Zahlen musst du das aber selber, Fleisch kostet ja ein Vermögen. Und wenn du nach Hause kommst und ich grad meinen Hexenzirkel zu Besuch habe, dann mach uns ein paar Schnittchen und zieh keine Fleppe. Sonst verhexen wir dich. Und das meine ich nicht positiv.

Mit ‚sportlich’ will ich ausdrücken, dass ich mich wahnsinnig gern mal im Trainingsanzug zu ‚Starbucks’ setze und da total erledigt dreinschaue. Ist schon Action genug, mich in das enge Teil zu zwängen, aber ich sehe rattenscharf darin aus, womit wir wieder bei meiner Interpretation von ‚großzügig’ wären.“

Beschreibung: „Ich bin emanzipiert und suche einen sensiblen Mann mit viel Verständnis für ein gemeinsames Leben zu zweit, weil ich mir nix Schöneres vorstellen kann als eine Familie und Kinder.“

Klartext: „Mit ‚sensibel’ meine ich, dass du, wenn ich dich anbrülle, zu heulen anfängst und mir alles gibst, was ich will, weil ich dich sonst verlasse. Außerdem kochst du mir gefälligst Kamillentee bei PMS („Post-Mastercard-Syndrom“) und massierst mir täglich zweimal die Füße.

Eine Familie will ich, aber eine eigene selbstgemachte, nicht deine bucklige Verwandtschaft. Kannst du dir in die Haare schmieren, dass ich zu euren Feiern mitkomme.

Und wenn mir unsere zukünftigen Kinder die Figur ruinieren, dann werde ich dich das büßen lassen bis an dein Lebensende.  Du wirst aus der Hausarbeit nicht mehr rauskommen, weil ich nämlich dann trainieren muss.“

Gut, ich habe jetzt ganz böse übertrieben. Niemand von uns ist wirklich so gemein und abgebrüht wie die Dame, deren Sätze ich weiter oben in „Klartext“ übersetzt habe. Es stimmt immer nur ein bisschen was. Und so ist es auch bei den Männern, die uns Bilder schicken, auf denen sie verwegen vom Motorrad grinsen oder sich über eine Schlucht hangeln, am Fallschirm hängen oder uns zuprosten. Wie zum Beispiel der hier:

Beschreibung: „Hallo, ich bin der Fredi, ein Unternehmer. Das Bild von mir (halblange Haare, blitzende blaue Augen, Lederkluft, AC/DC-Shirt) ist schon ein bisschen älter, das hat mir ein Kumpel eingescannt, der Bernd. Den wirst du  noch kennenlernen, der ist nett. Ich bin ein recht geselliger Mensch, mag Party und Hunde. Ich bin selbständig und tierlieb. Ich mag Lagerfeuer, gute Filme und auch Kino. Koche wahnsinnig gern und habe unglaublich viel Phantasie.“

Männer machen nicht viel Worte, wissen Sie.

Klartext: „Hallo, ich bin der Fredi. Hab grad kein besseres Foto zur Hand, weil ich neulich mein Handy verkaufen musste, um an die nächsten paar Kisten Bier und Tabak zu kommen. Wenn du ne coole Frau bist, die ein bisschen Dreck nicht stört und vielleicht auch noch anständig verdienst, könnte aus uns beiden was werden, obwohl ich  mich seit fast 50 Jahren vor einer festen Beziehung drücke. Vorausgesetzt, du gehst mit meinen Hunden raus, weil ich dazu entweder zu faul oder zu besoffen bin. Manchmal auch bekifft.

Der Bernd, mein Kumpel, und ich haben gemeinsam ein Gewerbe angemeldet, irgendwas mit Autoteilen, da sollten wir jetzt mal dringend was arbeiten, ehe uns das Finanzamt aufs Dach steigt. Lagerfeuer machen wir jeden Abend, weil wir kein Geld für Heizöl mehr haben. Nächstes Jahr vielleicht wieder. Frierst du leicht?

Sag mal, hast du vielleicht ein eigenes Haus, eventuell sogar mit einer Garage und einer Grube? Garten wäre auch geil, wegen der Lagerfeuer.

Hoffe, du magst Würstchen, was anderes gibt’s bei uns nämlich nicht. Die kann ich aber gut.

Unsere Dusche ist grad verstopft, darum wirken meine Haare etwas fettig, aber ehe wir uns treffen, schaue ich bei meiner Mama vorbei, versprochen. Und mit ‚gute Filme’, die ich mag, meine ich den Pornokanal, aber das wirst du schon selber noch merken. Hoffe, du bist nicht so spießig und verklemmt. Dann wirst du merken, dass ich echt viel Phantasie habe, weil ich ein Geschenk Gottes an die Frauen bin.“

Ok, ich habe wieder granatenmäßig übertrieben. Aber teilweise ist Ähnliches Freundinnen von mir schon passiert. Gottseidank nicht alles auf einmal.

Logisch, dass niemand auf seine Profilseite schreiben würde: „Ich bin ein narzisstischer Psychopath, der gerne Frauen schikaniert und suche eine devote Sie, der es nichts ausmacht, dreimal täglich mein Haus zu putzen, nachdem sie mich bedient hat.“ Obwohl ich sicher bin, auch dafür fände sich jemand.

Das Problem ist doch folgendes: Es kommt zu 99 % raus, wenn man lügt. Und niemand hat es nötig, sich eine Beziehung durch Schwindeln zu ergaunern. Jeder Mensch ist einzigartig, und meine Oma sagte ständig: „Für jeden Topf findet sich ein Deckel.“

Lassen wir doch ein wenig mehr Ehrlichkeit walten, um uns und anderen unliebsame Überraschungen zu ersparen. Seien wir, wie wir wirklich sind, mit all unseren Fehlern und Mängeln, nicht wie meine Freundin Susi, die behauptet:

„Ich hab keine Geheimnisse, das ist nur unveröffentlichtes Bonusmaterial.“

Irgendwann kriechen wir ohnehin ungeschminkt aus dem Bett. Oder haben versehentlich zu viele blähende Hülsenfrüchte gegessen, die uns den romantischen Videoabend nachhaltig versauen. Irgendwann klemmt das Konto kurz vor dem Ersten, werden wir vielleicht krank, oder rasten vor Eifersucht aus.

Irgendwann naht die Stunde der Wahrheit. Die sich übrigens bis ins Unendliche ausdehnen kann, wenn man aufgeflogen ist.

Veröffentlichen Sie darum vorab ein wenig von Ihrem Bonusmaterial. Nicht allzu viel. Aber genügend, um sich hinterher nicht vorwerfen lassen zu müssen, Sie hätten sich als jemand dargestellt, der/die Sie nicht sind.

Ich bin nämlich ganz sicher, das haben Sie nicht nötig.

Darum wünsche ich Ihnen heute, breit schmunzelnd, eine schöne Woche!

Ihre

Barbara Edelmann

Bildnachweis: pexels.com

Wies`n, Bier und gute Laune – dafür ist das Oktoberfest bekannt. Und natürlich als ein Treffpunkt unzähliger Singles. So manche Frau (und auch so mancher Mann) hat hier schon das passende Gegenstück gefunden, mal für`s Leben, mal für eine Nacht.

Überraschend ist es jedoch, dass die große Bayern-Sause auf der Wies`n auch online, beim Dating im Internet, eine große Rolle spielt.

Das legt zumindest die Erhebung eines Online-Vergleichs-Portals nahe. Hier wurden die Dating-Gepflogenheiten von weiblichen und männlichen Singles aus verschiedenen Ländern, im Zusammenhang mit dem Oktoberfest, beleuchtet.

Die Ergebnisse reichen von überraschend bis –  nun ja – auch etwas skurril…!

Lesen Sie selbst. Den ganzen Beitrag dazu finden Sie hier.

Bildnachweis: pexels.com