Samstag, 22. Juni, 2024

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Kleinstadtladys: Zwei Frauen in Borna rocken mit lokalem Netzwerk die Region

Borna – die sächsische Kleinstadt scheint auf den ersten Blick so unspektakulär wie ihr Name. Doch wie so oft steckt mehr dahinter und das Städtchen kann zehnmal mit “Klein, aber oho!” punkten. Da ist schon mal die Lage: Circa 30 Kilometer von Leipzig entfernt, befindet sie sich nicht völlig “weit ab vom Schuss”, sondern ist für ihre Bewohner nahe genug, um in der Pleißemetropole zu arbeiten, zu shoppen, auszugehen oder Kultur zu genießen. Außerdem liegt Borna zwischen dem angesagten Leipziger Neuseenland und dem Kohrener Land und bietet Seen und Natur satt. Direkt vor der Haustür! Kein Wunder, dass die Stadt seit einigen Jahren einen starken Zuzug erfährt. Vor allem Familien finden hier noch moderate Preise in Sachen Miete und Eigentum. Borna verjüngt sich also und hat viele junge Neu-Bewohner zu verzeichnen. Zwei davon sind Anne Teichmann (37 Jahre) und Kathleen Czinkewitz (39 Jahre, im Bild von links). Beide Frauen sind vor einigen Jahren nach Borna gezogen und lernten sich irgendwann kennen. Aus dieser Begegnung wurden die Kleinstadtladys – ein Netzwerk von und für Frauen, das die beiden Mütter heute mit riesigem Erfolg rocken.

Aus einer Begegnung wurden die Kleinstadtladys

Was genau die Kleinstadtladys auf die Beine stellen, wer mitmacht und wie das in der Region ankommt, haben uns die zwei Gründerinnen der Plattform im Interview verraten:

FB: Die Entstehungsgeschichte der Kleinstadtladys beginnt ja eigentlich in der Kinderkrippe Ihrer Kinder in Borna – erzählen Sie doch mal!

Richtig, vor ca. 5 Jahren haben wir uns beide im Elternbeirat der Kinderkrippe unserer Töchter kennen gelernt und es hat sofort gematched – es war quasi „Liebe auf den ersten Blick“.

FB: Wie ging es nach Ihrer ersten Begegnung weiter?

Wir haben gemeinsam sehr viel in Borna und Umgebung mit den Kids unternommen. Kathleen war gerade aus Leipzig nach Borna gezogen und Anne, die schon etwas länger hier wohnte, hat ihr die Hotspots gezeigt. Dabei hatten es uns vor allem die Flohmärkte der Region angetan. Schnell haben wir uns etwas Ähnliches für Borna gewünscht und im Sommer 2020 unseren ersten KLAMOTTI Borna – der Flohmarkt auf dem Dach im City- Parkhaus gemeinsam veranstaltet.

FB: Aus welcher beruflichen Schiene kommen Sie beide?

Kathleen arbeitet in Leipzig beim Radio und leitet dort ein Team im Kreativbereich. Anne arbeitet in Borna im Familien- Handwerksbetrieb und ist für die Buchhaltung zuständig.

Sie kommt eigentlich aus dem Event-Bereich und hat bereits für den Freizeitpark BELANTIS gearbeitet. 

FB: Welche Rolle spielte der Flohmarkt für den Auftakt der Kleinstadtladys?

Wir haben aus dem Stand über 60 Anmeldungen für unseren KLAMOTTI geholt und natürlich eine große Zahl an Käufern und Interessierten. Die Bewerbung der Veranstaltung erfolgte maßgeblich über Instagram und Facebook, sodass wir schnell eine dreistellige Zahl an Followern hatten.

Unzählige Kontakte, die bleiben sollten

Die wollten wir nach der Veranstaltung nicht einfach auf Eis legen, sondern weiterbearbeiten. So haben wir auf unserem Profil Veranstaltungstipps sowie eigene Spielplatz- und Restaurants-Checks veröffentlicht. Später haben wir auch Ladies aus Borna und Umgebung vorgestellt, die ein besonderes Business oder Hobby haben. 

FB: Wer hatte die Idee zu dem Namen?

Die Idee kam aus Kathleens Kreativteam auf Arbeit. Wir haben uns darin sofort wiedergefunden. Das Logo haben wir dann selbst am Rechner kreiert. 

FB: Wer sind die Frauen hinter den Kleinstadtladys – außer Ihnen?

Das Netzwerk KleinstadtladysHinter den Kleinstadtladys steht ein riesiges Netzwerk an Frauen, das uns auf unseren Social Media-Kanälen mit Freuden folgt, wie verrückt unsere Post liked, unsere Events besucht, von uns erzählt und uns ganz toll unterstützt.

Viele haben eine interessante Geschichte zu erzählen oder sie sind neugierig und dursten nach Infos. Wir geben ihnen die entsprechende Plattform. 

FB: Aus welchen Bereichen kommen die Frauen, die bei Ihnen mitmachen oder mitmachen wollen und wie ist so der Altersdurchschnitt?

Die Frauen, die wir ansprechen wollen, leben schon lange in Borna und kennen sich super aus oder sie sind gerade mit ihren Familien hierhergezogen und suchen Anschluss. Unser Ziel ist es, sie zusammen zu bringen, damit Sie voneinander profitieren und wir somit ein neues Miteinander schaffen können.

Familie als Hauptzielgruppe der Kleinstadtladys

Wir haben selbst Familie und so ist das unsere Haupt-Zielgruppe. Aber natürlich können auch Männer oder Oma, Opa mitmachen – wir setzen da keine Grenzen. 

FB: Wie tickt Borna eigentlich? Was macht diese Kleinstadt aus?

Borna erlebt gerade einen großen Zuzug an jungen Familien, da das Bauen und Wohnen in Borna und den Ortsteilen verhältnismäßig günstig ist, Altbauten saniert wurden und die soziale Infrastruktur gut ausgebaut ist. Andere kehren mit ihrer Familie zurück zu den Eltern und suchen wieder Anschluss. Das kulturelle Angebot in der Stadt erfährt gerade eine Renaissance und wird neu ausgerichtet. An manchen Stellen traut sich Borna noch nicht so recht aus der Deckung und könnte noch selbst bewusster auftreten.

FB: Was hat Ihre Initiative dort schon alles auf die Beine gestellt?

Die KleinstadtladysWir haben jetzt drei Mal unseren KLAMOTTI- Flohmarkt durchgeführt, aber auch einen BücherTauschRausch oder verschiedene VIP-Shoppings in den süßen Läden der Innenstadt veranstaltet.

Die Stadt Borna ist außerdem vom Bund ins Innenstadt-Förderprogramm ZIZ (Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren) aufgenommen worden und wir koordinieren nun die einzelnen Aktionen.

Ob neue Blumenkübel für die Händler der Innenstadt, ein Markttag in einem leerstehenden Café oder die Eisstockbahn auf dem Weihnachtsmarkt – wir halten dabei die Fäden in der Hand.

Dafür haben wir eine GbR gegründet und uns mit weiteren aktiven und tollen Ladies aufgeladen. Außerdem haben wir ein Büro in der Innenstadt bezogen, in dem man mit uns in Kontakt treten und Ideen austauschen kann. 

FB: Wo stehen die Kleinstadtladys aktuell – was ist in Planung, was gibt es in Kürze zu erleben?

Für das kommende Jahr stehen einige Netzwerktreffen an. Neben reinen Ladies-Treffen, möchten wir uns auch mit Vertretern aus Wirtschaft und Politik vernetzen und unsere Visionen präsentieren. 

Belebung der Innenstadt im Fokus

Wir wollen die Innenstadt beleben und das können wir auf keinen Fall alleine stemmen. Zum Beispiel soll es eine Familienmesse im Zentrum geben: Wir schaffen dabei einen Ort an dem an einem Tag alle Dienstleister, Anbieter und Vereine sich und Ihr Angebot zum Thema Familie präsentieren. 

Bei der Innenstadtoffensive „Ab in die Mitte“ haben wir den zweiten Platz und insgesamt 40.000 Euro für unser Projekt „Borna hellt Hof“ gewonnen. Dabei wollen wir bis Anfang 2025 unentdeckte Innen- und Hinterhöfe sowie Durchgänge beleuchten und für alle erlebbar machen. Dafür werden wir in diesem Jahr die Weichen stellen. Wir haben quasi unendlich viele Ideen.

FB: Bis wohin reicht Ihr Einzugsgebiet?

Was unsere Veranstaltungstipps und Vorstellungsrunden bei Social-Media angeht, konzentrieren wir uns auf alles im Umkreis von 25 Fahrminuten und lassen dabei die Großstädte wie Leipzig oder Chemnitz meist außen vor. Unser Augenmerk liegt wirklich auf den Kleinstädten und Gemeinden um Borna herum. Wir schauen aber auch über die nahe Landesgrenze zu Thüringen hinaus nach Altenburg. 

FB: Bleibt bei so viel Engagement noch Zeit für Hobbys? Wenn ja, welchen Aktivitäten widmen Sie sich, wenn Sie mal Zeit für sich haben?

Die Kleinstadtladys
Kleinstadtladys ist unser großes Hobby. Ja, es ist viel Arbeit aber es ist auch „unser Baby“. Wir vergleichen es oft mit einem Trainerjob in einem Hobbyverein:

Training unter der Woche und Wettkampf am Wochenende laufen da oft unter dem Ehrenamt und so sind wir auch oft unterwegs, stimmen uns ab, sind in Meetings oder auf bei Facebook oder Instagram aktiv. Da bleibt zusammen mit dem Hauptjob keine Zeit für ein weiteres Hobby. Wenn wir Zeit haben, dann nehmen wir uns diese für uns und unsere Familien. Wir gehen auch gern zusammen essen, feiern oder erkunden mit unseren Kids andere Städte. 

Hier gehts zum Instagram-Kanal der Kleinstadtladys.

Mehr über die Region können Sie hier lesen.

Bildnachweise / Copyrights: Kathleen Czinkewitz, Anne Teichmann
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