Sonntag, 25. September, 2022

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Glamour & Melancholie: „Eine Liebe in Paris“ porträtiert Kult-Paar Schneider/Delon

Sie galt zu Lebzeiten als eine der größten Schauspielerinnen im deutschsprachigen Raum: Die in Österreich geborene Romy Schneider, deren Herzensheimat immer Frankreich war. Im kargen Nachkriegsdeutschland begann sie ihre Karriere mit Heimatfilmen, in denen sie oft gemeinsam mit ihrer Mutter Magda Schneider – ebenfalls Schauspielerin – besetzt wurde.

Das junge Talent erlangte schnell die Gunst des Publikums und durch die international berühmte „Sissy“-Trilogie bald Star-Ruhm. Doch auf die Rolle der jungen Kaiserin wollte sich Romy Schneider nicht festlegen lassen und rebellierte vor allem gegen ihren Stiefvater Hans Herbert Blatzheim, der sie managte und von dem sie sich in Sachen Rollenauswahl mehr und mehr bevormundet fühlte. Bald schon wählte sie ihre Rollen eigenständig, selbstbestimmt und nicht mehr auf ein Klischee fixiert, aus.

„Christine“ – bei Dreharbeiten zum Film lernte Romy Schneider Alain Delon kennen

1958 drehte Romy Schneider mit dem damals noch unbekannten Alain Delon den Film „Christine“. Die beiden spielten in diesem Streifen ein Paar und wurden es auch außerhalb der Leinwand. Von da an sollte Alain Delon – ein rebellisch-melancholischer Typ, der als Kind mehrfach von der Schule flog und sowohl bei Pflegeeltern als auch im Internat lebte – aus Romys Leben nicht mehr wegzudenken sein. Die Verlobung mit dem gutaussehenden Franzosen folgt ein Jahr nach ihrem Kennenlernen am Luganer See.

Thilo Wydra beschreibt in seinem Buch „Eine Liebe in Paris – Romy & Alain“ die Beziehung der beiden, die sich in großen Teilen vor der Weltöffentlichkeit abspielte und bis heute Kult-Status hat. Behutsam, interessant und spannend zugleich, zeichnet er die Verbindung der beiden in allen Facetten nach und nimmt den Leser auf die verschiedenen Stationen des Lebens der beiden mit.

Wydra beginnt das Buch mit Rückblenden in die Kindheit von Romy Schneider und Alain Delon, man wird mitgenommen auf eine Reise durch die frühen Jahre der beiden und erfährt vieles – sehr vieles sogar – was sich jenseits des Glamours und der Berühmtheit der beiden Weltstars abspielte.

Buch von Thilo Wydra gibt Einblicke in Privates und Berufliches des Kult-Paares

Das Buch gibt sensible Einblicke in das Kennenlernen der beiden, ihre Liebe, ihre Trennung und ihre Verbundenheit lange über die gemeinsame Beziehung hinaus. Neben vielen interessanten Informationen und Hintergründen zu den Filmprojekten der beiden, erfährt man auch viel über den Seelenzustand der bis heute verehrten Schauspieler. Vor allem dem legendären Film „Swimmingpool“, in dem Romy Schneider und Alain Delon die Hauptrollen spielten, sind umfangreiche Ausführlichkeiten gewidmet, so dass man fast das Gefühl hat, am Set dabei gewesen zu sein. Die Einsicht in das Leben hinter den Kulissen, die Beschreibungen der beruflichen und privaten Wegbegleiter Schneiders und Delons faszinieren und fesseln einen, so dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann.

Der Ruhm und der damit verbundene Glamour, der das Paar umgibt, ist indes nur die eine Seite der Medaille, die bekanntlich stets auch noch mit der anderen – oftmals dunklen und nicht so strahlenden – aufwartet.

So beschreibt Thilo Wydra auch die Zerrissenheit von Romy, die sich nur zu oft vom deutschsprachigen Publikum und der deutschen Presse gleichermaßen verstoßen und missverstanden fühlte.

Romy Schneider: Die „Grande Dame“ der französischen Filmlandschaft

Nach einem längeren Deutschlandaufenthalt in den 60iger Jahren, den sie mit ihrem deutschen Ehemann Harry Meyen verbringt und während dem auch ihr Sohn David Christopher 1966 geboren wird, geht sie zurück nach Frankreich. Dort avanciert sie zu einer „Grande Dame“ des französischen Films, in dem sie mehr und mehr die moderne, selbstbewusste Frau verkörpert.

Doch in der Wahlheimat ist der umjubelten Romy das Glück nicht auf Dauer vergönnt. Gescheiterte und schwierige Beziehungen prägen ihr Leben, ebenso sollen Erschöpfungszustände, Alkohol und depressive Phasen ihre Begleiter sein.

Doch ganz gleich, auf welcher Lebensstation Romy sich befindet: Alain Delon, dessen Leben ebenso mit dramatischen Höhen und Tiefen verläuft, und sie – die einst Liebenden – verlieren nie den Kontakt zueinander. Es ist eine besondere Verbindung, die die beiden zueinander haben. Eine dauerhafte Liebe, die nie aufgehört, sondern sich verändert hat, wie Alain Delon es selbst einmal ausdrückte. Und die sich in weiten Teilen immer auch vor der Weltöffentlichkeit abspielte. Eine Öffentlichkeit, die Romy Schneider und Alain Delon schon zu Lebzeiten zu Legenden und damit das Leben der beiden Ausnahme-Schauspieler nicht unbedingt leichter machte.

Auch Legenden sind nur aus Fleisch und Blut…

Denn bekanntlich sind auch Legenden am Ende nur Menschen aus Fleisch und Blut, denen Freud und Leid ebenso begegnet, wie dem Nichtprominenten auch. In Sachen Leid sollte Romy Schneider in Frankreich eine bittere Tragödie ereilen. Der 14jährige Sohn der Schauspielerin verstarb am 5. Juli 1981 bei dem Versuch, das Grundstück der Eltern von Daniel Biasini, von dem sich Romy im Mai 1981 scheiden ließ, über einen Zaun zu erreichen. Er verlor das Gleichgewicht und fand durch die scharfen Spitzen des Zauns, die den Jungen förmlich aufspießten, einen grausamen Tod.

Der Verlust ihres Sohnes ließ alle Lebensgeister aus Romy Schneider weichen. Auf der Suche nach Ruhe möchte sie ein altes Landhaus in Boissy-sans-Avoir kaufen – zu einer Zeit, in der sie nach ihren Scheidungen und Wegbegleitern, die sie ausnutzten, finanziell ins Straucheln kommt. Am Ende kauft sie das Anwesen fernab der Großtstadt, in dem sie mit der 1977 geborenen Tochter Sarah und ihrem letzten Partner, Laurent Pètin ländliche Ruhe genießen wollte. Doch dazu kommt es nicht mehr. Am frühen Morgen des 29. Mai 1982 wird die Schauspielerin in ihrem Pariser Appartment tot aufgefunden – Herzversagen mit 43 Jahren.

Thilo Wydras Buch ist nicht nur für Cineasten spannend!

Auch dieses so dunkle Kapitel beleuchtet Autor Thilo Wydra im Buch mit der gebotenen Sensibilität. Einmal mehr rückt er hier Alain Delon in den Fokus, der einer der ersten ist, die an Romys Totenbett eilen. Der einstige Partner der Schauspielerin hält schweigend Zwiesprache am Lager der Verstorbenen und kümmert sich zudem komplett um ihre  Beerdigung.

Die leidenschaftliche Liebe, die die beiden einst verband, das schnöde Ende der Beziehung, die Melancholie, die die beiden Kult-Schauspieler-stets umwehte, das Leben hinter den Kulissen von Film und Theater – es ist irgendwo eine traurig-schöne Melange, wie sie vielen Filmgrößen anhaftet, die schon zu Lebzeiten Legenden waren.

Thilo Wydra hat diese Symbiose in seinem Buch auf einzigartige-fesselnde Weise dargestellt und gibt damit einen faszinierenden Einblicken in das Privat- und Berufsleben von Romy Schneider und Alain Delon, für den Romy wohl die außergewöhnlichste Liebe seines Lebens war. Das Buch liest man sehr schnell durch, weil es von Seite zu Seite spannender ist, zu erfahren, wie es mit diesem (Nicht-mehr-)Traumpaar weitergeht.

Ein wunderbares Werk, das sich nicht nur im Buchregal von Cineasten gut macht! Erhältlich unter anderem hier:

Bildnachweise:

La piscine, Frankreich/Italien 1969, Regie: Jacques Deray, Darsteller: Alain Delon, Romy Schneider / picture alliance/United Archives | IFTN

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