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Weißeritztalbahn

Hoffentlich fällt kommendes Wochenende im Erzgebirge Schnee! Denn er sorgt für die ultimative Atmosphäre, die diese wunderbare Region erst so richtig zum Weihnachtsland werden lässt. Aber auch ohne die weiße Pracht erwartet Besucher, die sich am ersten Adventswochenende 2019 auf die weihnachtliche Zeit einstimmen wollen, ein echtes Highlight: Deutschlands erster befahrbarer Weihnachtsmarkt! Unter dem Motto „Bimmelbahn & Lichterglanz“ lädt die Weißeritztalbahn am kommenden 1. Adventswochenende dazu ein, im Rahmen von außergewöhnlichen Fahrten an verschiedenen Erzgebirgs-Weihnachtsmärkten Station zu machen.

„Bimmelbahn & Lichterglanz“- Vorweihnachtliches Familien-Highlight

Die Initiatoren werben für das stimmungsvolle Erlebnis so:

„Wie einer Perlenschnur gleich, reihen sich die Themen-Bahnhöfe der Weißeritztalbahn von Freital über Rabenau, Dippoldiswalde bis zum Kurort Kipsdorf. In weihnachtlicher Atmosphäre werden erzgebirgische Traditionen lebendig: Schauen Sie Handwerkern über die Schulter, basteln gemeinsam mit Ihren Kindern und lauschen den spannenden Erzählungen der Märchenfee. Lassen Sie sich vom Wintersport wie zu Großvaters Zeiten beeindrucken, helfen Sie beim Pyramide anschieben oder entspannen einfach mit einem köstlichen Glühwein-Dippl am Feuer.“

Eine wirklich schöne Idee, die vor allem bei Familien toll ankommen dürfte!

Das ist aber längst noch nicht alles, was in der Erzgebirgsregion auf Schienen in der kalten Jahreszeit – auch über die Weihnachtszeit hinaus – geboten wird.

Wie die Verantwortlichen mitteilen, haben auch die beiden Schwesternbahnen der Weißeritztalbahn, die Lößnitzgrundbahn (Radebeul Ost – Moritzburg – Radeburg) und die Fichtelbergbahn (Cranzahl – Kurort Oberwiesenthal), tolle Angebote in petto.

Fichtelbergbahn lockt mit „Dampf- & Räuchertour“

So dürfte bei der Lößnitzgrundbahn wohl die originelle Glühweinfahrt „Weiß & Heiß erobert Dampfzug“ am 18. Januar 2020 und am 08. Februar 2020 zahlreiche Besucher anlocken.

Voranmeldungen hierfür sind denn auch erwünscht.

Die Fichtelbergbahn lockt unter anderem mit der „Dampf- & Räuchtertour“, bei der sich die Gäste im Räucherkerzen herstellen ausprobieren können. Zudem gibt es hier die „bewirtete Lichterfahrt“, mit Glühwein und Weihnachtsmarktbesuch, die in diesem Jahr aber bereits ausverkauft ist. Wer mag, reserviert sich diesen Weihnachtsknüller gleich für das nächste Jahr und ist dabei, wenn das charmante Gefährt durch das vorweihnachtliche Erzgebirge fährt.

Alle Infos zu den außergewöhnlichen Touren erhalten Sie hier und hier.

Bildnachweis: Andreas Schmidt / SDG Sächsische Dampfeisenbahngesellschaft mbH

 

 

 

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Hund

Fellschnauzen, Hundeomis, Hundeseelen, Tierhilfe & Co.: Initiativen, die benachteiligte Vierbeiner an neue Frauchen oder Herrchen vermitteln, gibt es viele. Alleine in den sozialen Netzwerken sind unzählige Hilfsorganisationen bzw. -einrichtungen vertreten. Im realen Leben hat zudem fast jeder Bürger ein örtliches Tierheim in der Nähe. Diese Schutzhäuser für fellige Freunde sind zusätzlich auch in den sozialen Netzwerken vertreten und präsentieren ihre Lieblinge.

Kurzum: Die Auswahl ist groß.

Junges Paar erlebte durch Hund aus Tierheim finanziellen Albtraum

Doch hat man einen Herzenshund zu sich genommen, geht das nicht selten auch mit hohen Kosten einher. Diese Erfahrung musste aktuell ein junges Paar aus Nordrhein-Westfalen machen. BILD.de porträtierte den Fall und schreibt:

„Schon 6385 Euro an Tierarztkosten haben Lars Nowak (35) und Katrin Boeder (30) aus Beckum (NRW) für ihren süßen Schnauzer-Mischling Bono (3) bezahlt. Im Herbst 2018 hatten ihn der Tischler und die Personalsachbearbeiterin für eine Schutzgebühr von 300 Euro aus dem Tierheim in Ahlen (NRW) geholt. Der kleine, strubbelige Kerl wuchs ihnen schnell ans Herz. Ebenso schnell aber merkten sie, dass mit Bono etwas nicht stimmte.

Herrchen Lars: „Schon bei den ersten Spaziergängen fiel auf, dass Bono lahmt. Vom Tierheim hieß es, das mache er ab und zu, ihm fehle aber nichts.“

Tiere, die humpeln oder anderweitige Beeinträchtigungen haben, sind nicht selten auf dem Vermittlungsmarkt. Allerdings geben seriöse Initiativen und Tierheime das Handicap im Vorab preis, werden Fotos und Videos der felligen Vierbeiner (und manchmal auch nur noch Dreibeiner & Co.) online gestellt.

Risiken bei der Vermittlung tierischer Vierbeiner sind gegeben

Hund Bono

Fellnase Bono

Der Fall von Bono (im Bild) zeigt jedoch auf, welche Risiken es doch bei der Entscheidung, ein Tier aus dem Tierheim – oder sogar aus dem Ausland – zu holen, gibt. Auf BILD.de liest man in diesem komplizierten Fall weiter:

Kurz darauf wurde Bono zum echten Sorgenkind: Bauchweh, Erbrechen, Durchfall. Und: die Diagnose „Kreuzbandriss“! Herrchen Lars: „Wir verbrachten Tage in der Tierklinik und die Kosten stiegen und stiegen.“

Etwa 2341,97 Euro für stationäre Betreuung, 2907,77 Euro für Kreuzbandriss-Verlaufsbehandlung, 362,37 Euro für Blutuntersuchung …

Lars Nowak: „Wir sind finanziell ruiniert. Wir müssen das alles über Kredite stemmen.“

Bitter! Doch wie kann man sich hier schützen? Diesbezüglich empfiehlt das Boulevardblatt all jenen, die vorhaben, ein Tier aus dem Tierheim zu holen, folgendes:

„Bestehen Sie darauf, dass das Tier vor dem Kauf untersucht wird. Versuchen Sie, auf Kulanz zu vereinbaren, dass das Tier den Tierarzt des Heims in den ersten Wochen kostenfrei besuchen kann.“

Worauf sollte man noch achten? Nun – am besten (wenn es sich um einen Tierheim-Hund handelt), im Vorab häufig mit dem felligen Freund Gassi gehen oder ihn besuchen. Meist fällt bei diesen Gelegenheiten auf, wenn bei dem Tier gesundheitlich etwas nicht in Ordnung ist. Zudem sollte man hier offen mit dem Personal des Tierheims kommunizieren und sich nicht scheuen, nachzufragen, was man wissen möchte. Schwieriger wird es bei Auslandsvermittlungen, da die Tiere, die aus der Ferne vermittelt werden, zumeist nur auf Fotos oder/und Videos im Vorab angeschaut werden können.

Gründliche Informationen und Recherchen im Vorfeld sind wichtig!

Die oftmals geschundenen Hundeseelen reisen normalerweise nur aus, wenn sich in Deutschland oder in unseren Nachbarländern neue Frauchen oder Herrchen gefunden haben.

Wahrscheinlich ist auch das Bauchgefühl – neben den rationalen Facts –  ein guter Begleiter, wenn es darum geht, einen tierischen Gesellen aus dem Tierheim oder der Auslandsvermittlung zu sich holen. Allerdings macht es schon einen Unterschied, ob man einer Fellnase die benötigen Tabletten für monatlich zehn Euro bezahlt oder aus heiterem Himmel vor Diagnosen steht, die nicht mal eben mehr so aus der Portokasse beglichen werden können.

Das sollte ein jeder, der damit liebäugelt, ein Tier zu sich zu holen, bedenken. Gründliche Voabrinformationen sind deshalb das A und O. Bestehen Sie darauf!

Paar

Frauchen und Herrchen von Bono.

Und: Wer dem Paar (im Bild) helfen möchte – jederzeit gern. Erreichbar sind die beiden unter 0151 / 2313 55 08.

 

Bildnachweise: pexels.com / Lars Nowak

 

 

 

 

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Peter Maffay

70 Jahre und kein bißchen leiser – das trifft auf Rock-Urgestein Peter Maffay definitv zu! Nicht nur, dass der beliebte Deutschrocker vor nicht allzu langer Zeit noch einmal Vater wurde – nein: Er macht jetzt auch seine eigene Radiosendung. Seit dem 10. November 2019 ist das Format „Peter Maffay Radio Show“ beim sächsischen Programm R.SA auf Sendung. Als Moderator ist Maffay sonntags von 10 bis 12 Uhr on Air und gestaltet einen bunten Mix aus persönlicher Musikauswahl und Gesprächen mit Hörern und anderen Musikern.

Die Hörer können sich zudem auf persönliche Geschichten und Erfahrungen aus Maffays bewegtem Leben freuen, die im Zusammenhang mit bestimmten Songs zur Sprache kommen. Selbst Musik, die man beim Babysitten gut hören kann, wird Spät-Vater Maffay empfehlen.

Maffay moderiert gemeinsam mit Daniel Neumann

Mit ihm gemeinsam wird Moderationskollege Daniel Neumann die Sendung bestreiten.

Maffay-Fans sollten sich also den Sonntag von nun an dick im Kalender markieren, wenn sie ihr Idol am ruhigsten Tag der Woche zu Zeitung und Frühstücksei über den Äther genießen wollen.

Die Frequenz vom sächsischen Radio R.SA finden Sie hier.

Bildnachweis: picture alliance / dpa-Zentralbild

 

Freundinnen

Wer den nächsten Urlaub bucht oder plant, der weiß – logisch – ganz genau, wohin es ihn ziehen wird. Meist fällt die Wahl auf das Meer, die Berge oder eine aufregende Stadt. Soweit – so normal. Seit neuestem aber verbringt der eine oder andere Urlauber seine freien Tage an einem Ziel, das er vorher nicht kannte. „Überraschungsreise“ nennt sich das und die Angebote hierfür erfreuen sich schon reger Nachfrage. Aus dem Umstand, dass man eigentlich schon immer „blind“ Restkontingente bei Fluggesellschaften und Reiseveranstaltern buchen konnte, hat das Unternehmen UNPLANNED ein Business gemacht und schickt Abenteuerlustige auf maßgeschneiderte Reisen.

Vor der Überraschungsreise gibt man Interessen an

Im Vorab gibt man dort lediglich seine Interessen und Vorstellungen von der Reise an und kann auf Wunsch auch ein Telefonat mit Mitarbeitern des Reiseveranstalters führen. Die Profis machen sich danach ans Werk und „schneidern“ die lange Urlaubsreise ebenso wie den Mädels-Trip in eine aufregende Stadt. Doch kommt diese Art des Reisens wirklich gut bei jenen, die sie durchführten, an?

Nun – die Referenzliste von UNPLANNED lässt darauf schließen. Vom Paar bis zur Mädels-Clique haben auf der Homepage des Unternehmens einige Kunden des Reiseveranstalters Statements zum Nachlesen hinterlassen.

Auch das Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL hat sich schon mit dieser ungewöhnlichen Art des Reisens beschäftigt und eine Familie porträtiert, die sich einen Urlaub nach Maß hat schneidern lassen.

Das Ehepaar landete mit seinen drei Söhnen in Neapel und logierte in einem Boutiquehotel. Im Programm enthalten waren außerdem eine alternative Stadtführung, der Besuch eines nicht so touristenträchtigen Stadtteils, ein Kochkurs und eine Bootsfahrt. Also schon ein Stück weit mal was anderes als Schema F. Als ein Gegenprogramm zum „Normaltourismus“ ist diese Geschäftsidee, die von den Gründern von UNPLANNED umgesetzt wurde, auch gedacht.

Manager und Tourismusexpertin haben UNPLANNED gegründet

Dahinter steckt laut dem SPIEGEL auch Christian Diener, ein ehemaliger Red-Bull-Marketingmanager. Zusammen mit der Berliner Unternehmensberaterin und Tourismusexpertin Frauke Schmidt hat er das Unternehmen an den Start gebracht.

Ihren Kunden verraten die Start-upper erst kurz vor der Reise, auf was sie sich einstellen sollen. Ein versiegelter Umschlag mit den Zug- oder Fluginformationen und den Angaben zum Zielort kommt schon eine Woche vor dem Start, sollte aber – ganz klar! – noch nicht geöffnet werden. Dies sollte im Idealfall erst am Bahnhof oder Flughafen geschehen. Drei Tage vor der Abreise werden die erwartungsvollen Abenteurer mit Informationen über das Wetter am Urlaubsort informiert – ein kleines MUSS bei dem Blindflug. Es sollen ja schließlich die richtigen Sachen mit ins Gepäck!

Hat man das verschnürt und verschlossen, kann es mit dem versiegelten Briefumschlag losgehen. Kurz vor Abfahrt oder Abflug wird dieser dann geöffnet und die Reisenden sind im Bilde.

Eine recht charmante Idee, in Zeiten von Massentourismus & Co. Zumal sich so eine maßgeschneiderte Idee tatsächlich gut dazu eignet, zusammen mit der besten Freundin oder der Mädels-Clique mal so ein Abenteuer anzugehen.

Zusammen reist es sich nicht nur schöner – zusammen fiebert es sich auch schöner. Dem Ungewissen entgegen und: Surprise, Surprise…!

Bildnachweis: pexels.com / cottonbro
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Jürgen Domian

Die Fans waren gespannt ohne Ende und auch in den sozialen Netzwerken wurde sie heiß erwartet: Die neue Talkshow von Kult-Talker Domian.

Doch schon ab dem dritten Gast mehrten sich auf Twitter die Stimmen der Kritik, was allerdings auch am Gast lag. War die Geschichte des ersten Gastes – eines jungen Mannes mit Handicap in Form von Tumoren – noch interessant, nahm die Sendung mit der zweiten Dame Kurs in Richtung Langeweile. Ihre Geschichte vom Ausstieg bei den Zeugen Jehovas war kein wirklicher „Kracher“.

Domians Gäste schafften es zum Großteil nicht, Zuschauer in den Bann zu ziehen

Mit dem dritten Gast ging es dann eher Richtung Klamauk und – wie schon erwähnt – mit der digitalen Kritiken richtig los. Die 66jährige Blondine gab sich mehrfach kindisch als Fan von Domian zu erkennen und erzählte zwischendurch ihre persönliche SM-Sexgeschichte. Und das auch noch sehr langatmig, was die Twitter-Gemeinde höhnisch und mit vielen digitalen Spitzen quittierte.

Unter anderem fragte man sich auf Twitter, ob das Publikum zukünftig Leute ertragen muss, die einfach nur mal vor Domian sitzen wollen?

Nun – abwegig ist das nicht. Denn die Infos, die Domain im Vorfeld über das neue Talkformat rausgab, besagten, dass er absolut nicht weiß, welche Gäste kommen.  Bei seinen jahrelangen Telefonaten mit Leuten, die sich einfach mal aussprechen wollten, wusste er das zwar auch nicht, aber das war doch irgendwie was anderes. Gestern Abend wurde man das Gefühl nicht los, dass die letzten beide Gäste einfach nur Bewunderinnen des Moderators sind. Ihre jeweiligen Geschichten rissen absolut nicht vom Hocker.

Die letzte Dame, die auf die Frau mit der Sex-Geschichte folgte, gerierte sich ebenso als Domian-Fan und wartete mit einer Fluchtgeschichte zu DDR-Zeiten auf. Ansonsten ja ein super-interessantes Thema, aber gestern passte das einfach nicht. Zumal schon vorher im Fernsehen auf gefühlt jedem zweiten Sender Mauer- und Fluchtgeschichten aus den Jahren des Honecker-Regimes liefen. Außerdem passt sowas nun wirklich eher in ein zeitgeschichtliches Format und nicht zu Domians Sendung.

Persönliche Fälle, die das Publikum fesseln, sind gefragt

Wenn man ehrlich ist, erwartet man bei dem beliebten Moderator tatsächlich außergewöhnliche Fälle. Persönliche Fälle, die fast einmalig sind und den Zuhörer oder Zuschauer total fesseln.

Screenshot

Statement eines Twitter-Users zu Domian.

Das war beim Live-Talk nicht so. Die Chance, das Publikum in einen Bann zu ziehen, wurde vertan. Das lag definitiv an den letzten zwei Damen, die sich zudem durch ihr Fangebaren  selbst disqualifizierten. Hätte man nach dem ersten jungen Mann weitere, sehr interessante persönliche Schicksale – im Guten, wie im Schlechten – zu hören bekommen, wäre der Funke von Domians Live-Show sicher übergesprungen.

So ist er es nicht. Dazu gibt es in den sozialen Netzwerken auch unzählige Statements – siehe auch Bild links (zum Vergrößern bitte draufklicken!).

Jedoch: Es gibt für alles eine zweite Chance und diese bietet sich schon mit der nächsten Domian Live-Sendung am Freitag, den 15. November 2019 um 23.30 Uhr im WDR. Es kann nur besser werden! Mehr zu dem beliebten Moderator und seiner Sendung hier.

Bildnachweise: Screenshot Twitter, Account @bloggdoch, (c) dpa

 

 

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Seifen selbst herstellen

Haben Sie vielleicht Seifenreste zuhause, die zum Wegwerfen zu schade sind? Oder brauchen Sie gelegentlich für Besuche bei lieben Bekannten ein kleines Mitbringsel?

Ich selbst hatte vor ungefähr einem Jahr die Nase voll von Verlegenheitsgeschenken, hastig auf die Schnelle noch besorgten Supermarkt-Pralinen oder in letzter Minute eingekauften Tankstellen-Blumen und begann deshalb mit dem Gießen von Seife, weil ich zufällig im Internet über einen Artikel gestolpert war. 

Die hübsch verpackten Stückchen kommen überall gut an, und mir macht dieses Hobby sehr viel Freude.

Seifen selbst herstellen – nichts leichter als das!

Seife zu gießen ist kinderleicht, und Ihrer Kreativität sind hierbei keine Grenzen gesetzt. Es hängt ganz von Ihrem Geschmack ab, ob Sie knallbunte Cupcakes bevorzugen, oder edle einfarbige Stücke im Quadrat. Seifenformen existieren in allen Farben und Größen, ob Meerjungfrau, Schaf, Herz, Rose oder Cupcake – toben Sie sich aus. Aber nun fangen wir endlich an. 

Seifenformen

Geeignete Formen für Seifen zum Selbermachen gibt es in reichlicher Auswahl

Sie benötigen hierzu:

  • Seifenreste oder Rohseife, das können Glycerinseife oder Kernseife sein. Die Auswahl an Rohseife ist riesengroß. Ich selbst nehme welche mit Sheabutter oder Olivenöl, es gibt sie aber auch mit Ziegenmilch oder ganz ohne Zusätze, die Sie dann nach eigenem Gusto zufügen können. Rohseife ist entweder transparent oder undurchsichtig („Opak“). Opak-Seifen lassen sich meiner Meinung nach schöner einfärben, und auch beigefügte, getrocknete Blüten kommen als Dekoration gut zur Geltung. Außerdem lassen sich in Opak-Seife mit Farbe und einem Schaschlik-Stäbchen schöne Muster ziehen. Aber das ist Geschmackssache.
  • Seifenfarbe – entweder flüssige Farbe oder ein Pulver aus Mineralien. Achtung – die Ergebnisse sind äußerst unterschiedlich. Mineralien-Farbe ist nicht so intensiv, besitzt aber einen edlen Schimmer. Flüssige Farbe ist sehr ergiebig, und von Knallrot bis zu sanftem Rose haben Sie mannigfaltige Variationsmöglichkeiten. 
  • Duftstoffe – ätherisches Öl oder speziellen Seifenduft. Am längsten halten sich in der ausgehärteten Seife meiner Erfahrung nach Lavendel- oder Zitrusöl. Reines Rosenöl ist sehr teuer und verfliegt leider sehr schnell.
  • Ein Gefäß zum Schmelzen der Seife (entweder im Wasserbad oder in der Mikrowelle). Ich selbst benutze als extrem ungeduldiger Mensch natürlich die Mikrowelle. Hierbei muss strengstens die Erwärmungs-Zeit beachtet werden, denn wenn Seife zu lange erhitzt wird, bildet sich auf der Oberfläche eine zähe Haut, und die Masse wird hart. 
  • Ein Schneebesen zum Umrühren oder zum Vermischen der Rohmasse mit Farbe und Duft
  • Deko-Material wie zum Beispiel Rosen- oder Lavendelblätter. Selbstverständlich gehen auch getrocknete Orangen-oder Zitronenscheiben. Ich habe schon aus Bienenwachs-Waben Herzen ausgestochen und dekorativ auf der Oberfläche platziert. Achtung: Wenn Sie beispielsweise getrocknete Lavendelblüten beifügen und nur auf der Oberfläche der Seife haben möchten, dann warten Sie nach dem Gießen mit der Dekoration ungefähr 2 Minuten, bis die Masse etwas angehärtet ist. Ansonsten sinken die Blüten nach unten.
  • Seifen-Formen. Es gibt sie rund, eckig oder in allen anderen erdenklichen Formen. Wenn Sie aus dem Gießen nur eine einmalige Sache machen möchten, tut es aber auch eine leere, saubere Stapelchips-Dose oder ein anderes zylindrisches Gefäß. Auch in einer Kuchen-Kastenform lassen sich schöne, quadratische Stücke herstellen. Die Stapelchips-Dose wird mit der Masse befüllt und nach dem Auskühlen vorsichtig aufgeschnitten und entfernt. Anschließend haben Sie runde Seifenstücke, die sehr hübsch aussehen. 
  • Alkoholhaltiges Desinfektionsspray oder reinen Alkohol in der Sprühflasche (um zu verhindern, dass die Seife an der Oberfläche nach dem Gießen Bläschen wirft)
  • Verpackungsmaterial wie Butterbrotpapier, Folie, Stoffreste oder Banderolen, die aus Kraftpapier zugeschnitten werden können.  Ihrer Phantasie sind hierbei keine Grenzen gesetzt.

Alle Zutaten können Sie im Bastelladen oder im Internet erwerben. Die Preise hierfür halten sich in Grenzen. Wenn Sie allerdings qualitativ hochwertige Seife bevorzugen, müssen Sie dafür etwas mehr ausgeben oder Ihre Seife selbst sieden. Diesbezüglich gestehe ich beschämt, dass ich das Sieden nach dem ersten Versuch, zwei ruinierten Töpfen und einer unrettbar befleckten Schürze wieder aufgegeben habe. Ich bestelle seither meine Rohseife in England bei einer speziellen Firma im 12-kg-Karton. Und ja – ich brauche die tatsächlich regelmäßig auf.

Vor dem Gießen wird die Seife zerkleinert

SeifenEhe wir mit dem Gießen beginnen, müssen wir die Seife zerkleinern. Wenn Sie mit Seifenresten arbeiten, empfehle ich Ihnen, diese zu raspeln. Ansonsten schneiden Sie diese mit einem Messer in ca. 2 cm große Stücke (siehe Foto unten links).

Geben Sie nun die Stücke in ein mikrowellengeeignetes Gefäß – bitte nicht zu viel auf einmal. Ca. 200 – 250 Gramm sind ausreichend. 

Erhitzen Sie die Rohseife in der Mikrowelle bei 630 Watt ca. 1,5 Minuten ohne Deckel. Dann den Topf entnehmen und einmal mit dem Schneebesen durchrühren, um noch vorhandene kleine Klümpchen aufzulösen.

Der heißen und flüssigen Seifenmasse werden nun Duftstoffe (ca. 1 Teelöffel ätherisches Öl) und die Farbe beigegeben. Nochmals mit dem
Schneebesen oder einer Gabel verrühren, um den Duftstoff gleichmäßig zu verteilen. Beim Färben der Seife haben Sie unendliche Möglichkeiten. Beispielsweise können Sie die Masse ungefärbt in die Seifenform gießen, ein paar Tropfen Farbe auf die Oberfläche geben und dann alles mit dem Schaschlikstäbchen marmorieren oder hübsche Muster ziehen.

Masse SeifeWenn Sie die Farbe direkt mit der Masse verrühren, erreichen Sie eine einheitliche Färbung – deren Stärke hängt von der Menge an Farbe ab, die Sie beifügen. Achtung – Seifenfarbe ist sehr ergiebig, bitte sparsam dosieren. Danach wird die flüssige Seife in die vorbereiteten Formen gegossen.

Abenteuerliche Färbungen der Seifen faszinieren!

Bedenken Sie bitte: Sollten Sie einen Kuchen-Kastenform benutzen, benötigen Sie hierfür eine ungleich größere Menge an Rohmasse, die nach und nach erhitzt und auf die bereits härtende Masse gegossen wird. Es ist immer wieder schön, zu sehen, welch abenteuerliche Färbungen mit unterschiedlichen Aufgüssen erreicht werden kann. Die abkühlende Masse besprüht man sofort mit dem Desinfektionsspray oder dem Alkohol, um Bläschen zu vermeiden. 

Anschließend lassen wir die Seifen aushärten. Das dauert von mehreren Stunden bis zu einem Tag. Anschließend können sie aus der Form entnommen und verpackt werden. Um den beigefügten Duft so lange wie möglich zu gewährleisten, verpacke ich die einzelnen Seifenstücke in sogenannte „Schrumpf-Folie“, die sich bei Hitze zusammenzieht. Das funktioniert ganz prima mit einem guten Föhn. Der Umwelt zuliebe tut es aber auch eine einfache Banderole aus Kraftpapier.

Seifen in FormenZum Verpacken der Seife können Sie benutzen, was immer Sie möchten. Auch Butterbrotpapier oder Wachspapier eignen sich hervorragend. 

Gerätschaften unbedingt mit Wasser abspülen!

Die beim Gießen gebrauchten Geräte wie Mikrowellen-Gefäß oder Schneebesen bitte mit Wasser von den gröbsten Seifenresten befreien, ehe Sie sie in die Spülmaschine geben. Ich habe einmal den Fehler begangen, die Schmelz-Gefäße nicht unter klarem Wasser vorzuspülen. Wir brauchten anschließend zwei Stunden, um die Spülmaschine wieder sauber zu bekommen, denn als der Schaum erst einmal begann, aus allen Ritzen in die Küche zu kriechen, war es schon zu spät. 

Alles in allem ist das Gießen von Seife eine Tätigkeit, die auch Kindern sehr viel Spaß macht, genau das Richtige für graue Herbsttage.

Nun wünsche ich Ihnen viel Spaß und hoffe, Sie haben dabei genau so viel Freude wie ich.

Herzlichst,

Ihre Barbara Edelmann

 

 

 

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Sarina Hilser

Die eigenen vier Wände anstarren, wenn alle um einen herum Silvester feiern oder sich in den Osterurlaub verabschieden – eine solche Situation dürfte für nicht wenige Singles das blanke Horrorszenario sein. Alle Jahre wieder. Wohl dem, der einen Freundeskreis hat, in dem weitere Solisten unterwegs sind. Allerdings ist das bei vielen Singles nicht der Fall. Wenn die Freunde Familie gründen oder der Karriere wegen weg ziehen, verändert sich oftmals die Lebenssituation. Gleichgesinnte, die ebenso alleine durchs Leben gehen, sind auf einmal Mangelware. Vielen Singles, die mit ihrem Solisten-Status ansonsten kein Problem haben, fällt dieser Umstand zumeist auf, wenn Urlaube, freie Wochenenden oder Feiertage anstehen.

Zielgruppe Singles: picotours aus Freiburg bietet Alleinreisenden einiges

Da kann die gute Freundin, die jetzt Mutter oder jobbedingt an einem anderen Ort ist, nicht mal eben als Reisepartnerin zusagen. Eine andere Freundin fährt vielleicht lieber mit dem Liebsten ins Kuschelwochenende…Oftmals ist es aufgrund solcher oder ähnlicher Situationen für Singles – weiblich wie männlich – schwer, eine nette Reisebegleitung zu finden.

Reiseveranstalter wie picotours aus Freiburg haben deshalb die Zielgruppe der Singles im Blick und schneiden etliche Reisen auf Alleinreisende zu. Diese finden hier sympathischen Anschluss in der Gruppe und bekommen an wunderschönen Orten einiges geboten. Sarina Hilser (im Bild), die sich bei picotours um Reisen für Solisten kümmert, stand uns im Interview Rede und Antwort und gab uns einen Einblick in ihre Arbeit:

FB: Frau Hilser, was war für Ihr Reiseunternehmen der Grund, verstärkt Reisen für Singles anzubieten?

Hauptgrund war sicherlich die große Nachfrage von Alleinreisenden an unseren Gruppenreisen. Wir konnten in den letzten Jahren einen hohen Anteil an Singles auf unseren geführten Wanderreisen verzeichnen. Daran wollten wir anknüpfen, um den Bedürfnissen von Alleinreisenden noch besser gerecht zu werden.

„Allein reisen ohne allein zu sein“ – Motto der Reisen für Singles

Hinzu kommt, dass Gruppenreisen für Alleinreisende für ja mehr oder weniger prädestiniert sind, da das Entdecken von Land und Leuten in der Regel mehr Spaß macht, wenn man seine Erlebnisse mit anderen teilen kann. Das Motto „Allein reisen ohne allein zu sein“ gilt daher als Leitsatz für unsere Single-Reisen.

FB: Wohin reisen Solisten am liebsten, hat sich da bei Ihren Reisezielen schon ein Top-Favorit herauskristallisiert?

Ein Top-Reiseziel für Singles konnten wir bisher nicht erkennen. Die Nachfrage verteilt sich recht gleichmäßig auf all unsere Destinationen. So haben wir sowohl Alleinreisende auf unseren Portugal-Festland-Gruppenreisen als auch auf unseren geführten Touren auf den Azoren, den Kapverden und Madeira.

FB: Kommen mehr Frauen oder mehr Männer zu Ihnen, um eine Singlereise zu buchen? 

Ich denke das Verhältnis von Männern und Frauen ist auf unseren Gruppenreisen recht gleich.

FB: Wie ist die Altersstruktur und der Charakter Ihrer alleinreisenden Kundschaft?  

Küstenwanderung

Mit anderen reiselustigen Singles eine entspannte Küstenwanderung zu unternehmen, hat was!

Unsere Alleinreisenden sind in der Regel zwischen 40 und 60 Jahren alt. Hin und wieder reisen aber natürlich auch Singles mit uns, die unter- oder oberhalb dieser Spanne liegen. Generell haben all unsere Solisten ein starkes Interesse daran, Land und Leute so authentisch wie möglich kennenzulernen. Sie lieben das Wandern und die Natur, haben Spaß am gemeinsamen Erleben und sind gleichzeitig weltoffen.

Vielseitiges Interesse von Singles schafft angenehme Reiseatmosphäre

All dieses Eigenschaften verbinden und schaffen eine angenehme Atmosphäre auf unseren Gruppenreisen. Verstärkt wird dieses Gefühl durch unsere einheimischen Reiseleiter, welche sich darauf verstehen, eine Gruppe zu bilden und alle Reisenden zu integrieren.

FB: Was für saisonale Zeiträume bevorzugen Singles zum Reisen?

Bisher lässt sich hier kein Trend erkennen. Die Anfragen verteilen sich bunt über das ganze Jahr.

FB: Gibt es bestimmte Anlässe, an denen Singles lieber in der Ferne bzw. unterwegs sein wollen, als daheim? 

Wie alle Reisenden bevorzugen auch Singles Anlässe wie Silvester, Ostern und Pfingsten zum Reisen. Dies liegt zum einen daran, dass Urlaubstage eingespart werden können und zum anderen am Wunsch, an diesen Tagen etwas Besonderes zu erleben. Denn: Alleine daheim zu sein, wenn alle Welt feiert, ist vor allem für Singles etwas, das man vermeiden möchte.

Silvesterangebot mit vielen Annehmlichkeiten

Bei der Planung unserer Gruppenreisen berücksichtigen wir dieses Verhalten und legen unsere Termine stets um und in die Feier- und Ferienzeit. Zusätzlich haben wir für 2020 drei exklusive Single-Termine im Programm. Einen im Mai, einen im Juli und einen im Oktober. Besonders erwähnenswert ist auch unsere Azoren Silvester-Gruppenreise vom 30. Dezember 2019 bis 06. Januar 2020, bei welcher unter anderem fünf geführte Wanderungen sowie ein Silvesterdinner und ein Neujahrs-Brunch inklusive sind.

FB: Mag es der Single auf Reisen eher aktiv oder ist Seele baumeln lassen und Wellness angesagt? 

Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass Singles auf Reisen gerne eine Mischung aus beidem schätzen. In der Regel nehmen unsere Alleinreisenden zunächst an einer geführten Wanderreise teil und machen im Anschluss eine individuelle Verlängerung, um zum Beispiel am Meer zu entspannen oder die Gegend auf eigene Faust zu erkunden.

Solisten müssen auf Freiraum nicht verzichten

Außerdem legen wir bei unseren geführten Reisen stets Wert darauf, jedem Gast den nötigen Freiraum zu lassen und haben daher auf jeder Reise mindestens einen Tag zur freien Verfügung eingeplant. 

FB: Gab es schon Reisen, bei denen sich Paare gefunden haben? Und: Freundschaften werden doch sicher auf jeden Fall geschlossen, oder? Bekommen Sie hiervon etwas mit? 

Wanderung Feuersee Azoren

Mit anderen Singles spektakuläre Eindrücke teilen – das mögen viele Solisten auf Reisen.

Da haben Sie auf jeden Fall Recht! Freundschaften werden bei unseren Reisen mit Sicherheit geschlossen. Es kommt sogar vor, dass Gäste, die sich bei einer unserer Reisen kennengelernt haben, ein zweites Mal gemeinsam mit uns reisen. Ich selbst konnte dies im vergangenen Jahr aus erster Hand erfahren, als ich gemeinsam mit meiner Mutter an der geführten Azoren Reise „Best of Sao Miguel“ teilgenommen habe.

Singles bleiben oft auch nach der Reise noch in Kontakt

Es war eine schöne Zeit, man hat viel erlebt und tolle Leute kennengelernt! Mit einigen bin ich noch heute in Kontakt. Schwerer zu beurteilen ist Ihre Frage, inwiefern man auf einer Gruppen- bzw. Singlereise den Mann oder die Frau fürs Leben findet. Möglich ist natürlich alles, da unsere Reisenden ähnliche Interessen haben – allerdings hat uns das noch niemand genauer verraten…

FB: Wie groß sind die Gruppen, bei den Singlereisen, die Sie anbieten?

Unsere Gruppenreisen sind Kleingruppen von mindestens 6 und maximal 16 Teilnehmern.

Tolle Ziele für jede Interessensgruppe

FB: Geben Sie uns einen kleinen Ausblick auf attraktive Reisepakte, die Sie für Singles ab 2020 geschnürt haben?   

Das mache ich natürlich gerne. Zum einen haben wir bei unserer Azoren-Bestseller-Reise „Best of Sao Miguel“ drei exklusive Single-Termine geschaffen. Buchbar sind hier sowohl Einzel- als auch halbe Doppelzimmer. In 8 Tagen lernen unsere Gäste die Azoren-Hauptinsel Sao Miguel kennen – mit grünen Vulkankegeln, heißen Quellen, dampfenden Fumarolen und beeindruckenden Kraterseen. Außerdem haben wir viele weitere Gruppenreisen mit unterschiedlichen Schwerpunkten im Programm (zum Beispiel Genuss, Trekking, Inselhopping).

Hierbei gilt zu beachten, dass nicht alle dieser Reisen spezielle Single-Termine haben, aber in der Regel sind auf jedem Termin weitere Alleinreisende und Singles gebucht!

Mehr Informationen zu den Reise-Offerten finden Sie hier.

Bildnachweise: Sarina Hilser / picotours

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The Celtic Tenors

Drei Männer aus Irland, die mit unvergleichlichen Stimmen und einer Darbietung, die geprägt ist von musikalischer Hingabe und Humor, vor ihr Publikum treten: Das sind die Celtic Tenors. Auf deren Konzerte kann sich das Publikum auch dieses Jahr wieder freuen! Ganz gleich, ob die Männer in Amerika, Asien oder Europa auf der Bühne stehen: Matthew Gilsenan, James Nelson und Daryl Simpson gastierten bereits weltweit und verzaubern allerorts ihre begeisterten Zuhörer.

„IRISH SONGBOOK“-TOUR 2019: Die Tenöre kommen wieder nach Deutschland

Nach Ihrer „timeless“-Deutschland-Tour 2017, die für die Musiker überaus erfolgreich lief, werden die beliebten Tenöre aus Irland vier Konzerte in Deutschland geben. Im Gepäck haben sie ihre aktuelle CD „Irish Songbook“. Die sympathischen Drei werden ihre Fans mit einer atemberaubenden Musik-Show zu begeistern. Mittlerweile sind die Männer, mit weltweit über einer Million verkaufter Alben und zwei Millionen verkaufter Tickets für ihre internationalen Tourneen, die erfolgreichsten Crossover Künstler, die Irland je hervor gebracht hat. In den Charts der USA, in Kanada, Deutschland, UK und Irland sind sie Stammgäste.

Zu gewinnen: HOTELAUFENTHALT & KONZERTKARTEN

Gewinnen Sie zwei Tickets für die Konzerte der „Irish Songbook“-Tour in Jena, Magdeburg oder Dresden UND eine Übernachtung für zwei Personen in einem Superior Doppelzimmer inklusive Frühstück in einem Hotel am jeweiligen Veranstaltungsort.  Was Sie dafür tun müssen? Sich bis 20. Oktober 2019 in den Newsletter von THE CELTIC TENORS eintragen. All jene, die sich dort unverbindlich registrieren, haben die Chance, die beliebten Iren live zu sehen – echte Fans lassen sich das sicher nicht entgehen.

Um zum Gewinnspiel zu gelangen und weitere Infos zu den Terminen der Musiker zu erhalten, klicken Sie hier.

Copyright: Barry McCall

 

Rothenburg ob der Tauber

Suchen Sie noch ein Ausflugsziel für den sonnigen Herbst, einen malerischen Ort, an dem Sie bummeln, nach Herzenslust shoppen oder einfach nur die Seele baumeln lassen können? Dann kann ich Ihnen heute ans Herz legen: Lernen Sie Rothenburg ob der Tauber bei Ihrem nächsten Städtetrip kennen. Gleich, ob Sie ein romantisches Wochenende verbringen, sich durch üppige Speisenkarten schlemmen oder einfach nur hemmungslos einkaufen wollen – hier werden Sie auf jeden Fall fündig, denn die Stadt bietet ein reichhaltiges Repertoire an Galerien, kleinen, aber feinen Boutiquen mit handgefertigten Einzelstücken, unzählige Souvenir-Shops, oder den sprichwörtlichen exklusiven „Porzellan-Laden“, in dem Sie endlich eine Untertasse aus Meißener Porzellan erwerben können – gesetzt den Fall, Sie haben eben mal 2000 € übrig, oder Ihre Kreditkarte ist noch nicht zu ausgefranst …

Egal, ob verliebt oder auf Nostalgie-Trip: Rothenburg ob der Tauber begeistert!

Ob Verliebte, Nostalgiker, Souvenirjäger, Feinschmecker oder Wanderer: Jeder findet hier und im angrenzenden Taubertal, was er sucht. Das Tolle an Rothenburg ist außerdem für mich persönlich, dass ich dort hemmungslos einfach nur Tourist sein und sogar wie einer aussehen darf. Niemand stört sich hier an einer vor der Brust baumelnden Kamera, dem ständig gezückten Smartphone, riesigen Sonnenbrillen unter monströsen Hüten (kann man nur im Urlaub tragen…), neugierigen Blicken in romantisch bewachsene Hof-Einfahrten oder verwirrtes Herumtippen im digitalen Reiseführer – die Rothenburger kennen das bei jährlich über 2 Millionen Besuchern alles und nehmen es gelassen.

Aber zuerst einmal ein paar trockene Zahlen: Rothenburg ob der Tauber ist eine mittelfränkische Kleinstadt im Landkreis Ansbach (Bayern) mit knapp über 11.000 Einwohnern. Einen Teil ihrer Berühmtheit verdankt die Stadt nicht nur ihren einzigartigen Baudenkmälern, sondern auch dem sogenannten „Meistertrunk“ aus dem Jahre 1631, als Generalissimus von Tilly – ein katholischer Feldherr (Rothenburg war protestantischund wollte es auch bleiben) – mit 60.000 Mann am 30. Oktober 1631 die Stadt stürmte und den Bürgermeister sowie alle Räte der Stadt zum Tode verurteilte. Einfach so.

Anschließend war das damals allgemein übliche Plündern und Brandschatzen eingeplant, denn Tillys Armee aus rauen Gesellen war für seine Gründlichkeit in diesen beiden Tätigkeiten weithin bekannt. In ihrer Not boten ihm die Rothenburger Ratsherren einen gläsernen Humpen, gefüllt mit 3 ¼ Litern Wein, an, vielleicht um ihn milde zu stimmen. Niemand war wohl mehr überrascht als die verzweifelten Ratsherren selbst, als Tilly den Humpen eine Weile betrachtete und dann meinte, wenn es jemand fertigbrächte, das Gefäß in einem Zug zu leeren, dann würde er die Stadt verschonen.

„Meistertrunk“ machte Rothenburg berühmt

Gottseidank hatte die Stadt damals einen trinkfesten Bürgermeister namens Georg Nusch, der sich freiwillig meldete und es tatsächlich hinkriegte, sich die 3 ¼ Liter in einem Zug hinter die Binde zu kippen. Daraufhin musste Tilly Wort halten und Rothenburg verschonen. Da er, wie erwähnt, mit 60.000 Mannen angerückt war, wäre das Brandschatzen und Plündern wohl ziemlich übel für die Reichshauptstadt Rothenburg und ihre Einwohner ausgegangen, hätte Nusch nicht eine Leber aus Gusseisen besessen. Dieser „Meistertrunk“ wird seit langer Zeit jährlich am Pfingstwochenende mit einem riesigen Fest gefeiert, und wer sich unterm Jahr zur vollen Stunde zwischen 10.00 und 22:00 Uhr am Marktplatz einfindet, kann oberhalb der Rathausuhr beobachten, wie sich zwei Türchen öffnen, in deren Öffnungen zwei Figuren erscheinen, von denen dann eine den berühmten Humpen leert.

Ei

Frühstücksei mit asiatischem Schriftzeichen.

Aber es ist nicht nur der Meistertrunk, der die Menschen anzieht: Wegen seiner größtenteils erhaltenen historischen Altstadt ist Rothenburg bis heute ein Magnet für Touristen aus der ganzen Welt. Auf einem Rundgang über die beinahe vollständig begehbare Stadtmauer treffen Sie Japaner, Amerikaner, Italiener oder Koreaner. Rothenburg ist wahrlich multikulturell. Und es ist einzigartig. Sogar die Frühstückseier begrüßen Sie hier mehrsprachig (siehe Bild).

Rothenburg ob der Tauber fesselte von Anfang an

Seitdem ich im zarten Alter von 20 Jahren eigentlich nur zufällig in dieser Stadt gelandet bin, weil ich mich wie üblich verfahren hatte, ließ sie mich niemals wieder los. Ich habe dort schon in unzähligen Hotels genächtigt, in charmanten Lokalen gespeist, und natürlich von jeder Reise die Rothenburger Spezialität, den sogenannten „Schneeballen“ mit nach Hause gebracht – eine aus Brandteig geformte, in Fett gebackene Kugel – die dann zuhause, eingewickelt in eine fleckige Tüte, vor sich hin trocknete, bis ich sie jemandem andrehen konnte, denn eigentlich sind „Schneeballen“ eine recht staubige Angelegenheit, trotz der Füllung aus Nougat, Marzipan oder Kokosnuss.

Ihnen jetzt hier sämtliche Sehenswürdigkeiten zu nennen, die Ihnen die Stadt bietet, würde den Rahmen sprengen. Ich selbst habe meine absoluten Favoriten in Rothenburg, die ich seit Jahrzehnten bei jedem Besuch ablaufe, wie zum Beispiel die „Schäferkirche“, auch „Wolfgangs-Kirche“ genannt.

Sie wurde im Jahre 1475 zu Ehren des heiligen Wolfgang errichtet und stellt insofern eine Besonderheit dar, weil sie neben den Gebetsbänken in die Mauern eingelassene Schießscharten besitzt. Immerhin liegt die Kirche direkt neben dem Klingentor und bot daher ein gutes Angriffsziel für solche plündernden und brandschatzenden Truppen, wie sie im 30jährigen Krieg leider öfter zu finden waren. Wird Ihnen Herr Tilly gerne bestätigen.

Kirche

Schäferkirche in Rothenburg ob der Tauber.

Im Inneren der Kirche kann man über eine enge Wendeltreppe ins Schäfermuseum gelangen, das einen kleinen Einblick in die Welt dieser Zunft während der Zeit des 30jährigen Krieges bietet. Achtung – die Treppe ist nicht unbedingt etwas für schwache Gemüter. Von der Kirche aus gelangen Sie auch in die Gänge zu den unterirdischen Kasematten oder den Geschützboden. Das ist den Eintrittspreis allemal wert.

Historisches auf Schritt und Tritt

Mein zweiter regelmäßiger Anlaufpunkt sind die unter dem gotischen Rathaustrakt liegenden historischen Gewölbe. Oberhalb, im Erdgeschoss, bietet ein Museum eine beeindruckende Sammlung von Artefakten, Schautafeln und mit Puppen nachgestellte Szenen aus der Zeit des 30jährigen Krieges. Nach diesem informativen Rundgang begeben Sie sich über eine steile steinerne Treppe abwärts in diese finsteren, „Verließe“ genannten, Löcher, in denen manch armer Teufel ohne Licht oder Hoffnung bei Wasser und Brot dahinvegetierte, bis er entweder durch seine Hinrichtung oder einen natürlichen Tod erlöst wurde. Ich tippe aber eher auf Hinrichtung, wie ich das Mittelalter kenne.

Wenn Sie möchten, können Sie sogar eines der Verließe betreten, sich beklommen in der nur von einer spärlichen Glühbirne beleuchteten Kammer mit Steinboden, ohne Fenster oder einen Funken Licht, umsehen und noch einen Hauch der alten Verzweiflung spüren. Wer hier von Schergen auf den Boden geschmissen wurde, für den galt vermutlich der Spruch: „Lasst alle Hoffnung fahren.“

Auch das Kriminalmuseum in der Burggasse (direkt an der Großen Schmiedgasse auf dem Weg zum Rathaus gelegen) ist immer wieder einen Besuch wert und bietet etliche eindrucksvolle Sehenswürdigkeiten wie zum Beispiel eine eiserne Jungfrau, die interessanterweise aus Holz besteht. Im Mittelalter war man recht erfinderisch, wenn es darum ging, Verhafteten ein Geständnis abzupressen, das werden Sie bei einem Besuch des Kriminalmuseums merken. Sie finden dort unter anderem ein originales Richtschwert, sogenannte „Schandmasken“, vermutlich vielbenutzte Daumenschrauben, die komplette Einrichtung einer Folterkammer, oder den sogenannten „Landstreicherstuhl“, auf dem obdachlose Gesellen gerne mal fixiert und gepiesackt wurden, bis sie „freiwillig“ die Stadt wieder verließen. Da war man nicht sonderlich zimperlich.

Keuschheitsgürtel zeugen von alten Ritualen

Meine Lieblings-Vitrine ist die mit der Sammlung von Keuschheitsgürteln, welche mit Sicherheit ihren Zweck erfüllten, wenn der Herr Ritter sich auf einen längeren Kreuzzug begab, („Ich gehe eben mal Zigaretten holen“ war noch nicht erfunden…). Das eiserne Ding wurde abgeschlossen und dann wahrscheinlich der Schlüssel in die Tauber geworfen, denn sicher war sicher.
Und wenn der Edelmann tatsächlich von seinem Kampfeinsatz (mit Plündern und Brandschatzen?) zurückkam, konnte er sich immer noch an den Schmied seines Vertrauens wenden, um die holde Dame zu befreien und neue kleine Edelleute zu zeugen, denn bei einem Durchschnittsalter von 29 Jahren bei Frauen und 32 Jahren bei Männern (wegen der hohen Sterblichkeitsrate bei männlichen Kleinkindern) konnte man gar nicht schnell genug damit anfangen, Nachwuchs zu produzieren. Außerdem starben um die 40 % aller Kinder vor Erreichen der Pubertät. Da war Eile geboten.

Der Keuschheitsgürtel diente aber nicht nur zur Bewahrung des „Eigentums“ des Hausherrn, sondern auch als Sicherheitsmaßnahme vor plündernden und brandschatzenden Horden (ich freunde mich gerade mit diesen Begriffen an…), denn an Ritters Kleinod sollte niemand Hand legen außer dem Ritter. Versteht sich ja von selbst.

Im Freien vor dem Kriminalmuseum, wenn Sie atemlos von den vielen Eindrücken, das Gebäude verlassen, können Sie sich dann in einen echten Pranger begeben, der vor dem Eingang steht, Kopf und Hände durchstecken und sich vorstellen, mit Eiern oder Schlimmerem beworfen und beschimpft zu werden. Heute macht man das elektronisch und nennt es „Shitstorm“, damals ging das alles manuell, war aber genauso effizient.

Untergewichtige Brötchen waren damals ein Strafbestand

Außerdem hängt vor dem Tor für jeden sichtbar der Käfig für die sogenannte „Bäckertaufe“, denn untergewichtige Brötchen wurden seinerzeit als strafbarer Tatbestand eingeordnet und sanktioniert, man höre und staune.

Der betreffende Bäcker wurde in den Käfig gesperrt und ein paar Mal unter Wasser getunkt, bis er glaubhaft schwor (falls er nicht ertrank), niemals wieder zu kleine Brötchen zu backen. Immerhin winkte ihm da nämlich ja sonst das nächste Bad. Auch den Karren, in dem Delinquenten zu ihrer Hinrichtung über die Galgengasse ihre letzte Fahrt antraten, können Sie anfassen und sich die Hoffnungslosigkeit in den Gesichtern der Verurteilten vorstellen, denn es ging zur Hinrichtung. „Lasst alle Hoffnung fahren“, bekommt hier eine neue Bedeutung.

Übrigens liegt in der Galgengasse mein persönliches Lieblingslokal, die Pizzeria „Roma“. Jedes Jahr an meinem Geburtstag gönne ich mir dort Ravioli mit Frischkäse und Salbei, Butter und Parmesan – einfach zum Reinknien. Gegenüber, im Wirtshaus „Butz“, einem Lokal mit gut bürgerlicher Küche, speisen Sie wie ein Edelmann oder mindestens ein honoriger Kaufmann zu moderaten Preisen und sitzen dabei noch in einem herrlich eingewachsenen Innenhof mit ganz besonderem Charme.

Für Henker galten im Mittelalter besondere Regeln

Stadtmauer

In Rothenburg ob der Tauber ist die Stadtmauer begehbar.

Jeder einzelne Stein, jeder alte gemauerte Brunnen, jeder Hinterhof in Rothenburg atmet Geschichte, und solch eine atmosphärische Dichte wie in den verwinkelten Gassen dieser Stadt findet man selten. Spaziert man abends durch die stillen Gassen und ignoriert ein oder zwei geparkte Autos, dann fühlt man sich mit einem Schlag um mindestens 500 Jahre zurückversetzt in eine Welt, wo der städtische Henker in keinem Lokal etwas zu essen bekam, wenn nicht jeder einzelne Gast sich damit einverstanden erklärte. Und nach seinem Besuch wurde sein Geschirr an die Wand genagelt, damit niemand jemals von seinem benutzten Teller äße. Man brauchte ihn, aber man mochte ihn nicht wirklich.

Wie gesagt: Rothenburg ist jede Minute wert, die man sich dort aufhält. Ob Sie in der „Trinkstube zur Höll‘“, einem tausend Jahre alten Gebäude in der Nähe des Kriminalmuseums, einen edlen Tropfen genießen, ob Sie durch den Garten des ehemaligen Dominikanerinnenklosters lustwandeln, ob Sie die Gerlachschmiede direkt an der Stadtmauer besichtigen oder in der gotischen Jakobskirche den Tilmann-Riemenschneider-Altar bewundern – die Zeit ist immer viel zu kurz, um alle Sehenswürdigkeiten zu schaffen.

Auch ein Spaziergang ins Handwerker-Museum ist äußerst lohnenswert, denn dort können Sie auf einer Fläche von zwei eng bemessenen Stockwerken nachempfinden, wie im Mittelalter eine durchschnittliche Familie samt Gesinde lebte und schlief. Alles Kochgerät, der Alkoven des Knechtes, die Schlafstatt der Hausherrn oder der Kinder – ist im Originalzustand erhalten und führt einem das Spartanische dieser Zeit vor Augen.

Während Reichsstadttage verwandelt sich Stadt in mittelalterliches Lager

Rathaus

So gut wie alle Häuser in Rothenburg ob der Tauber sind eine Augenweide!

Letztes Wochenende besuchte ich wieder einmal „mein“ Rothenburg anlässlich der sogenannten Reichsstadttage. Dann verwandelt sich nämlich die gesamte Stadt in ein mittelalterliches Lager. Auf der Straße begegnen Ihnen trommelnde Landsknechte, bunte Marketenderinnen oder sogar, wenn Sie Glück haben, ein Dudelsackspieler oder ein Herold in prächtigem Gewand. Sie werden von prunkvoll herausgeputzten Rittern auf edlen Rössern überholt, können das Lager des Schillingsfürster-Bauernhaufens vor der Franziskanerkirche bestaunen oder der Tanztruppe im Garten der Kirche beim Reigen zusehen – immer wieder ein Genuss, mit wie viel Hingabe und Engagement die Rothenburger Einwohner sich alle an diesem Spektakel beteiligen.

Dieses Mal mietete ich mich im „Goldenen Hirsch“ an der Schmiedgasse ein, der seit nunmehr 350 Jahren Gäste beherbergt.

Das Hotel ist ein besonders geschichtsträchtiges Gemäuer. An einzelnen Zimmertüren weisen Schilder darauf hin, wer schon alles hier logierte, zum Beispiel Willy Brandt, Francois Mitterand, König Maximilian von Bayern (1806) oder Friedrich Karl Ludwig Konstantin, Prinz zu Hessen. Gerade der offene Salon im ersten Stock verströmt einen solch bezaubernden Charme von vergangenem Glanz, dass ich meine Hotelwahl nicht bereute, denn wenn man für einen Moment die Augen schloss, konnte man sich vorstellen, wie hier prächtig ausstaffierte adelige Damen, flankiert von ihren hurtig huschenden Zofen, die Räume bevölkerten und naserümpfend im Salon ihren Tee zu sich nahmen. Selbstverständlich habe ich es mir nicht nehmen lassen, mich in einem der kuscheligen Sessel im ersten Stock des Salons zu fläzen, in dem eventuell sogar schon Willy Brandt seine Zigarette zum Kaffee geraucht hat. Eine schöne Vorstellung.

Aber natürlich war ich nicht gekommen, um mich ausschließlich im Hotel aufzuhalten und so zu tun, als sei ich Frau von und zu, im Gegenteil.

Winziges Fachwerkhaus ist begehrtes Fotomotiv

Der „Goldene Hirsch“ liegt nur 50 Meter vom meist fotografierten Flecken in Rothenburg entfernt, dem „Plönlein“, einem winzigen Fachwerkhaus neben dem Kobolzeller Tor. Selbstverständlich musste ich wieder mal, wie immer, vorsichtig die ausgetreten Stufen hinabsteigen und einen Finger in den Springbrunnen tauchen. Keine Ahnung, warum ich das immer mache. Versuchen Sie es einfach, es hat was.

„Wo wollen wir zuerst hin?“, ist immer die obligatorische Frage, für mich allerdings keiner Rede wert, denn ich muss ganz einfach meinen Abstecher ins Weihnachtsmuseum von Käthe Wohlfahrt machen, wo auf mehreren Etagen ganzjährig Advent herrscht. Schon im Eingang wird man von einem mehrere Meter hohen schneeweißen, geschmückten Christbaum und weihnachtlicher Musik begrüßt (auch im Juli bei 30 Grad im Schatten…) und schlendert dann auf mehreren Stockwerken an Weihnachtsbaum-Deko, Tischdecken, Teddybären, Spieluhren oder edlem Porzellan vorbei. Stellen Sie sich einfach einen riesigen Raum, gefüllt mit unzähligen Körben voller Christbaumkugeln vor. Ich schaffe es wahrlich nie, dort mit leeren Händen hinauszugehen.

Traumhafte Shoppingmöglichkeiten locken

Dieses Mal war es eine Plätzchenschale von Villeroy & Boch, die mir zurief: „Nimm mich mit, bitte!!“. Ich habe sie erhört, man ist ja kein Unmensch. Einen 60 cm hohen Rauschgoldengel habe ich gleichfalls „erlöst“ und bruchsicher verpacken lassen. Im Grunde ist er größer als mein Baum, aber das lasse ich jetzt mal drauf ankommen. Und da es sinnlos ist, sich etwas vorzumachen, bin ich seit letztem Wochenende stolze Besitzerin einer Kundenkarte. Endlich.

Zurück an der frischen, gar nicht weihnachtlichen Luft, steht man wieder vor der Qual der Wahl. Wohin denn nur? Ich jedenfalls muss noch zu „Eigen-Art“ am Markt Nr. 10, einem kleinen ausgefallenen Laden, der handgefertigte Accessoires und vor allem eine ansehnliche Sammlung von Vendula-Bags bietet, schicken, außergewöhnlichen Handtaschen, die in Deutschland nicht ganz einfach zu bekommen sind. Mittlerweile besitze ich zwei. Aber genug des Einkaufens, immerhin war ich ja wegen der Kultur hierher gereist. Nehme ich an…

So viele schöne Ecken, so viele hübsche Läden, so viele Sehenswürdigkeiten und nur ein Wochenende Zeit. Wo fängt man an? Wenn Sie möchten, können Sie eine Tour im Elektromobil machen, das einem Automobil um die Jahrhundertwende herum nachempfunden ist, und wo Ihnen ein beschlagener Führer detailliert die Stadt erklärt und sie dabei CO2-freundlich an alten Gemäuern entlang transportiert. Sehr empfehlenswert sind übrigens auch die „Henker“-Tour oder die „Nachtwächter-Tour“ – Stadtführungen mit besonderem Flair, die Sie ohne vorherige Anmeldung mitmachen können. Jede davon hat ihren eigenen Reiz, und es gibt nach einem opulenten Abendessen schlechtere Methoden, sich die Beine zu vertreten.

Fackelzug in Rothenburg ob der Tauber einzigartiges Erlebnis

Festumzug Ritter

Mittelalterlicher Umzug in Rothenburg ob der Tauber.

Als ich schwer beladen aus dem Weihnachtsmuseum stolperte, blieb aber gerade noch Zeit für einen Cappuccino gegenüber der Franziskanerkirche, denn es war schon wieder tatsächlich Zeit fürs Abendessen und den anschließenden jährlich stattfindenden Fackelzug, bei dem immerhin 27 historische Gruppen mitwirken.

Es war ein Erlebnis: ein Meer von Fackeln, getragen von mittelalterlich gewandeten gutgelaunten Menschen, die endlos an einem vorbeizogen. Ich hörte Dudelsäcke, Zimbeln, Flöten, Trommeln, Gesänge, lautes Lachen – eine ergreifende Angelegenheit, die einen schwupps ins Mittelalter zurückversetzte, wenn man bereit war, sich auf diese stimmungsvolle Zeitreise einzulassen.

Anschließend fand am Rathaus ein Fassaden-Feuerwerk statt, das mit großen Beifall aufgenommen wurde. Später verteilten sich die Menschenmassen und verloren sich in den Gassen und Winkeln der Stadt, bis ein wenig Ruhe einkehrte. Auch ich bettete mein müdes Haupt auf das fluffige Kissen meines luxuriösen Hotelzimmers. Immerhin hat in meinem Appartement laut dem Schild an der Tür Herzog Friedrich-Ferdinand von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg gepennt. Das will schon was heißen. Wer war das überhaupt? Prompt schlief ich todmüde von all den Eindrücken ein und erwachte ausgeruht am nächsten Morgen.

Nur einmal schreckte ich von dem Ruf „Lasst uns plündern!“ hoch, der von der Straße gedämpft ins Zimmer gellte – dann erinnerte ich mich an den Fackelzug und nahm richtig an, dass es sich bei den Schreihälsen um ein paar angeschickerte übriggebliebene „Landsknechte“ handelte, die am nächsten Tag wohl einen rechten Brummschädel haben würden.

Fackelzug in Rothenburg

Der Fackelzug in Rothenburg ob der Tauber ist ein grandioses Erlebnis!

Am nächsten Tag war leider schon wieder die Abreise angesagt, und nach einem letzten ausgedehnten Bummel, einem Besuch bei der Falknerei, die wie jedes Jahr ihren Stand bei der Jakobskirche hat und einem Besuch im Cafe „Lebenslust“, in dessen beinahe mediterran wirkendem Innenhof ich eine sehr angenehme Stunde verbrachte, musste ich mich schweren Herzens auf den Heimweg begeben.

Aber ich verrate Ihnen mal was: Mein nächster Besuch ist schon geplant, am 31.10.2019 habe ich vor, die stillen Winkel und Gassen Rothenburgs erneut unsicher zu machen und eine ganz spezielle „Henkers-Tour“ zu buchen, der Veranstalter bietet nämlich auch vorgetäuschte Enthauptungen an.

Wie ich vorhin schon schrieb: Es gibt schlechtere Methoden, sich nach dem Essen die Beine zu vertreten, und vielleicht buche ich sogar noch ein Gespenst dazu. Wer weiß? Ich würde mich freuen, wenn ich Ihnen eine kleine Anregung für Ihren nächsten Wochenendtrip geben konnte. Wir sehen uns am Plönlein. Oder?

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Tiny House

Ein kleines Tiny-House am Waldrand, idyllisch platziert zwischen Feldern und Tannen und bestmöglich noch flankiert von vorbeischauenden Rehen: So romantisch werden die Mini-Domizile medial meist dargestellt. „Das ist weltfremde Träumerei“, sagt dazu Peter L. Pedersen, der mit seiner Firma Rolling Tiny Houses die gefragten Unterkünfte professionell ausstattet. Als Profi in Sachen Tiny House und profunder Kenner einer wachsenden Mini-Haus-Szene mag er der oftmals mit den außergewöhnlichen Häusern in Verbindung gebrachten Romantik so gar nichts abgewinnen. Im Gegenteil: Peter L. Pedersen verweist darauf, dass es einst die Not war, aus der die heute so beliebten Tiny-Häuser entstanden. Und zwar in den USA, in den Zeiten der Finanzkrise. Damals  verloren bekanntlich unzählige Amerikaner ihr Haus. Kleine mobile Unterkünfte waren für viele Gebeutelte die Rettung in der Not, so dass man Trailerparks für die Tiny Houses schaffte. Als Notprogramm. „Viele der rollenden Unterkünfte in diesen Parks haben nicht einmal Wasser oder Strom“, führt Pedersen aus, der nicht wirklich etwas für das kitschige Tiny-House-Klischee übrig hat. 

Falsche Vorstellungen vom Tiny-House an der Tagesordnung

Nicht zuletzt, weil er es nur allzu oft erlebt, dass Menschen mit falschen Vorstellungen zu ihm kommen und erwarten, für wenig Geld und Aufwand ein solches Häuschen erwerben zu können. 

Meist ist diesen Leuten gar nicht bewusst, dass man für ein Tiny-House eine Baugenehmigung benötigt. „Die braucht man in Deutschland – egal, ob ein Haus Räder oder Kufen hat“, weiß Peter L. Pedersen, der mit dieser Information schon so manchen potentiellen Käufer überrascht hat. Dazu kommt der Preis, der für jene unerwartet hoch ausfällt, die sich ihr Tiny-House hundertprozentig ökologisch ausstatten lassen möchten. „Diese Version ist die teuerste“, spricht Pedersen aus Erfahrung und verweist auf einen Kunden, für dessen gewünschte Öko-Version für ein Tiny-House letztlich um die 120.000 Euro auf der Rechnung standen. Mal eben einen Bauwagen mit Mobiliar ausstatten und ihn zum Wald ziehen, ist also nicht drin. Zumal es hierzulande auch gar nicht erlaubt ist, sich in Wald und Flur häuslich niederzulassen. 

Tiny House Innenraum

Paßgenau geplant, bietet ein Tiny House genügend Platz.

Nichtsdestotrotz spricht natürlich auch vieles für den Erwerb eines Tiny-Houses. Vor allem zu Vermietungszwecken, denn Übernachtungen in den kleinen außergewöhnlichen Quartieren sind äußerst gefragt. „Buchungen für Tiny-Houses überholen derzeit Buchungen für Ferienhäuser um Längen“, weiß Experte Pedersen und gibt Tipps, wie man mit professioneller Tiny-House-Vermietung stabile Einnahmen generieren kann.

Tiny-House vermieten – ein lohnenswertes Modell

Interessant dürfte das vor allem für jene sein, die auf ihrem Grundstück Platz haben oder ihre Ferienimmobilie in idyllischer Natur um ein solches Quartier erweitern wollen.  Steuerrechtlich wird die trendige Unterkunft als „mobil“ eingeordnet – so wie der Firmenwagen auch.  

Mit einem Tiny-House ist man vorsteuerabzugsberechtigt und kann dann mit 7 Prozent des Gastgeberzuschlages vermieten. Eine AfA – Absetzung für Abnutzung – wird über circa 8 Jahre gewährt. Um die 8.000 Euro AfA pro Jahr sind nach Abzug der Kosten denn auch als steuerfreie Einnahme drin.
Ein Modell, das genauer zu betrachten sich also durchaus lohnt. Nicht zuletzt deshalb, weil eine Übernachtung im Tiny-House ab circa 90-100 € zu Buche schlägt. Billig-Tourismus ist woanders!

Das zeigt sich auch an Pedersens neuestem Projekt – ein Tiny-House-Dorf, das er gerade am Plauer See in Mecklenburg-Vorpommern plant. In herrlicher Natur und mit eigener Marina können Interessierte hier ein Tiny-House erwerben, das sie selbst nutzen, aber auch vermieten können. Die Waldrandlage lädt zum Entspannen und „eins-sein-mit-der-Natur“ ein. Etwas, worauf jene, die mit einem Tiny-House liebäugeln, großen Wert legen. Die Eröffnung ist für 2020 angesetzt und noch können Grundstücke gepachtet werden. Steht dann ein komfortables Tiny-House drauf, dürften Urlauber, die sich für eine bestimmte Zeit in den charmanten Häusern einmieten, nicht lange auf sich warten lassen. Und wer weiß? Vielleicht sind das ja dann die Tiny-House-Käufer von morgen? 

Wer sich für Tiny-Houses begeistert, kommt meist nicht mehr los

Grünes Tiny House

Kompakt, komfortabel und im Grünen – so wünschen sich Tiny-House-Begeisterte ihr kleines Domizil.

Denn wer einmal Feuer und Flamme für diese Art der Unterkunft ist, wird vom Tiny-House nicht mehr loskommen. Auch davon weiß Pedersen zu berichten. Und er hat einen Tipp, für alle, die sich für ein Tiny-House begeistern: „Wie beim Autokauf die Probefahrt, so ist eine Probe-Übernachtung im Tiny-House unbedingt zu empfehlen.“ Er selbst bietet solche Übernachtungen schon seit geraumer Zeit an. Interessenten melden sich einfach über seine Homepage bei ihm. Unter dem Stichwort „Probewohnen“ sind dort zudem die wichtigsten Infos dazu zusammengefasst.

Experten beim Bau der kleinen Domizile zu Rate ziehen!

Wie wichtig es ist, einen Experten beim Bau der kleinen Domizile zu Rate zu ziehen, zeigt das Gespräch mit Jörg Angermann. Er ist mittlerweile darauf spezialisiert, Käufern der gefragten Domizile schon im Vorfeld als Experte zur Verfügung zu stehen. Als Zimmerer weiß er, worauf es beim Herstellen dieser Unterkünfte ankommt und geht die Konzeption des jeweilige Tiny-Houses mit seinem professionellen Know-How an. Im Gespräch gibt er einen Einblick in seinen beruflichen Alltag, in dem Tiny Houses mittlerweile eine große Rolle spielen.

FB: Herr Angermann – zum Thema Tiny-House hat Sie eigentlich Ihre Tochter gebracht. Wie kam es dazu?

Meine Tochter hat mir eines Tages ein Bild von einem ausgebauten Überseecontainer gezeigt und mich gebeten, ihr doch so etwas zu bauen. Der Container hatte ein Wohn- und Schlafbereich, Küche und einem kleinem Bad, sowie einer Holzterrasse über die gesammte Breite des Containers. Daraufhin habe ich mich zum ersten Mal mit dem Thema Tiny-Houses beschäftigt. Da ich noch ein altes Wohnwagengestell hatte, haben wir dann darauf ein TinyHouse geplant. Doch als ich mich dann mit einem Architekten und Statiker darüber unterhalten habe, wurde mir schnell klar, dass ich so nicht das geforderte Baurecht erfüllen kann.

Der Zimmerer hat besseres Gefühl für Statik

FB: Warum ist es so wichtig, beim Bau oder der Ausgestaltung eines Tiny-Houses einen Zimmermann zu Rate zu ziehen?

Tiny House im Grünen

So ein Tiny-House lässt Fans die Herzen der Mini-Haus-Fans garantiert höher schlagen!

Der Zimmerer hat ein besseres Gefühl für die Anforderungen der Statik, weil das ein Thema in der Ausbildung ist. Aus eigener Erfahrung mit Tischlern ist das in den meisten Fällen nicht gegeben. Es besteht doch ein gewaltiger Unterschied zwischen dem Bau von Möbeln und Dachstühlen.

FB: Wie läuft eine Beratung für potentielle Tiny-House-Kunden bei Ihnen ab?

Da ich zur Zeit ein Musterhaus von der Firma Rolling Tiny House bei mir auf meinem Grundstück stehen habe, lade ich alle Interessenten zu einer Besichtigung ein. So habe ich die Möglichkeit, ihnen unser Tiny-House im einzelnen vorzustellen. Da wir eine sehr umfangreiche Liste an Sonderausstattung haben, bitte ich sie, mir einmal per E-mail, ihre Wünsche aufzulisten, so dass ich dann ein individuelles Angebot für jeden Kunden erstellen kann. Welches dann in einem zweiten Termin persönlich besprochen wird.

FB: Wie gestaltet sich Ihre Zusammenarbeit mit Herrn Pedersen?

Herr Pedersen steht mir in der Beratung der Kunden zur Seite. Wir veranstalten zum Beispiel einmal im Monat gemeinsam einen Schautag in dem Musterhaus, das auf meinem Betriebsgelände steht.

FB: Gibt es bestimmte Vorhaben, die Leute gern für ihr Tiny-House umsetzen wollen, von denen Sie aber abraten würden? Wenn ja, was sind das für Pläne?

Ich bin der Meinung, dass ein Tiny-House, ein Singlehaus ist. Im Einzelfall spricht auch nichts gegen 2 Bewohner. Wenn aber einige Paare planen, ein Tiny-House mit ein oder zwei Kindern zu bewohnen, sehe ich das als problematisch an. Das mag ja alles noch funktionieren, wenn die Kinder klein sind, aber wenn sie dann älter werden, sollte auch genug Raum für die Kinder gegeben sein.

Moderne Nomaden sind mit Wohnwagen besser bedient

Genauso sehe ich es auch, dass ein Tiny-House nicht zum ständigen Reisen gedacht ist. Wenn man so etwas plant, sollte man sich einen Wohnwagen zulegen, der ist dafür besser geeignet.

FB: Was war das bislang ungewöhnlichste Tiny-House, das Sie umgesetzt haben?

Bis jetzt gab es noch keine ungewöhnlichen Wünsche.

FB: In Sachen Aus- bzw. Neubau solcher Domizile – wohin geht der Trend? 

Innenraum Tiny House

Komfort auf kleinstem Raum – das zeichnet ein gutes Tiny House aus

Ich gehe davon aus, dass sich der Trend weiter entwickelt, vorausgesetzt, dass sich das Baurecht und die Einstellung der Gemeinden, im Bezug auf Tiny-House Dörfer oder Stellplätze flexibler gestaltet. Viele Gespräche mit unseren Kunden scheitern am Ende an den zuständigen Bauämtern oder Gemeindevertretern, die sich gegen eine Ansiedlung von Tiny-Houses sträuben.

In vielen Städten besteht einfach ein großer Mangel an bezahlbarem Wohnraum, den man mit möglichen Stellflächen etwas entschärfen könnte. So hätten junge oder auch ältere Menschen die Möglichkeit, eigenständig zu wohnen.

Im Tiny-House wohnen oder Mini-Domizil vermieten – vieles ist möglich

Eigenständig in einem Tiny-House wohnen, ein solches Domizil als flexible Platzreserve vorhalten oder eben gewinnbringend als Ferienunterkunft vermieten – die Möglichkeiten im Zusammenhang mit dem attraktiven Mini-Haus sind vielfältig. Bleibt die Frage, wie man ein solches Projekt am besten finanzieren kann? Hier haben wir mit Finanzexpertin Corinna Lindenblatt gesprochen.

Die Fachberaterin für Finanzdienstleistungen widmet sich seit mehreren Jahren dem Schwerpunkt Baufinanzierung und betreut mit ihrem Unternehmen Bauherren und Immobilienkäufer im Bereich der Immobilienfinanzierung.

Nachfrage für Finanzierung der kleinen Domizile etabliert sich

Seit geraumer Zeit spielen auch Finanzierungen für Tiny-Houses eine Rolle. Hierzu haben wir die Fachfrau (im Bild) befragt.

Corinna Lindenblatt

Corinna Lindenblatt steht Interessenten und Käufern in Sachen Finanzierung Tiny House beratend zur Seite.

FB: Frau Lindenblatt, Tiny Houses sind im Moment in aller Munde, aber wie sieht es mit der Finanzierung aus? Immerhin sind die kleinen Domizile mit guter Ausstattung nicht billig – finanzieren sich das schon etliche Leute? 

Die Tiny Houses sind deswegen beliebt, weil sie multifunktional sind. Sie werden u.a. als Erst- oder Zweitwohnsitz genutzt, als Arbeitsplatz oder als Datscha. Verbreitet ist die Vorstellung: Kleine Immobilie, kleines Geld. Aber so einfach ist die Finanzierung aus Sicht der Banken nicht. Die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung muss auch hier stimmen, weshalb man stets einen unabhängigen Finanzdienstleister hinzuziehen sollte. Und grundsätzlich gilt natürlich: Ohne ein belastbares und nachhaltiges Einkommen wird man bei der Finanzierung eines TH nicht weit kommen.

FB: Gibt es aktuell eine spezielle Tiny-House-Finanzierung?

Banken, die mit ökologischer oder ethischer Nachhaltigkeit werben, erwecken gern diesen Eindruck. Aber hinter den vermeintlich neuen Produkten steckt nicht mehr als ein normaler Ratenkredit (oder Konsumentenkredit). Wichtiger als die Modenamen ist der Sachverstand im Umgang mit den verschiedenen Möglichkeiten.

Vermeintlich neues Produkt ist meist Raten- oder Konsumkredit

Dazu ein paar Orientierungspunkte:

(1) Das Eigenheimmodell: Wird das TH fester Bestandteil des eigenen Grundstücks, machen die Banken typischerweise keinen Unterschied zwischen dieser und anderen Immobilien. Ein hierfür aufgenommener Kredit wird mittels einer Hypothek oder einer Grundschuld abgesichert. Der Wert des Hauses bzw. des Grundstücks dienen dabei als Sicherheit für das Darlehen. Typischerweise kann der Kunde aus einem breiten Angebot auswählen – und auch hier sollte man sich von einem unabhänigen Experten beraten lassen. 

(2) Das Parkmodell: Wenn das TH auf einem eigenen Grundstück nur dauerhaft „geparkt“, d.h. nicht fest mit dem Grundstück verbunden wird, kann man mitunter trotzdem ein Immobiliendarlehen und damit ein grundbuchlich abgesichertes Darlehen nutzen. Allerdings kommt das TH selbst nicht mehr als Sicherheit in Frage. In diesem Fall muss der Wert des Grundstücks allein als Sicherheit für die Finanzierung herhalten, damit diese Lösung realisiert werden kann. 

(3) Das Pachtmodell: Zusätzliche Belastungen treten dann auf, sofern der Wert des Grundstücks als Sicherheit für die Bank nicht ausreicht oder ein Grundstück gepachtet bzw. gemietet werden muss. Dann bleibt nur der Weg über einen normalen Raten- oder Konsumentenkredit. Da die Bank keine Sicherheit erhält, fällt der Zinssatz höher aus als bei einem Immobiliendarlehen. Zudem setzt ein solches Darlehen eine entsprechende Bonität des Kunden voraus.

(4) Das Wohnmobilmodell: Soll das Tiny House mobil bleiben, muss es für den Straßenverkehr zugelassen werden. Dafür bedarf es eines Fahrzeugbriefs. Zur Finanzierung kommt neben dem Ratenkredit hier auch die Leasing-Option ins Spiel. Diese Variante bietet sich vor allem dann an, sofern man das Objekt als Büroraum oder als Ferienwohnung nutzen möchte.

FB: Was empfehlen Sie Leuten, die sich ein Tiny-House kaufen und finanzieren wollen? Worauf sollte man achten?

Die Finanzierung von Immobilien ist ein bisschen wie Pokern: Man sollte den anderen Mitspielern nicht zu viele Informationen geben. Sich nach dem Trial-and-Error-Prinzip als Kunde von Bank zu Bank durchzufragen, schmälert schnell den eigenen Handlungsspielraum gegenüber den Banken; zumal jede Absage die Aussicht auf eine gute Finanzierung verringert.

Beratung von unabhängiger Seite macht sich bezahlt

Gerade auch beim Tiny House macht sich Beratung von unabhängiger Seite bezahlt, denn es geht um die Erstellung passförmiger Angebote, die in einer glaubwürdigen und gut dokumentierten Geschichte zusammen mit den Kunden erarbeitet und dann maßgeschneidert für den jeweiligen Kredit der Bank präsentiert werden sollten. So lässt sich Erfolg planen…so dass dem Umzug ins kleine Glück nichts mehr im Wege steht.

FB: Können Sie eine Beispiel-Rechnung für ein Tiny-House mit guter Ausstattung aufmachen?

Gern. Die folgenden zwei Beispielrechnungen sind hoffentlich geeignet, einen ersten Eindruck zu vermitteln. Die erste bezieht sich auf ein Immobiliendarlehen (A), die zweite auf einen Raten- bzw. Konsumentenkredit (B)

A)

Darlehens-und Auszahlungs-summe Zinssatz soll Zinssatz eff Rate monatlich Zins-

bindung 

Laufzeit  Gesamtkreditbetrag (Auszahlungssumme plus Zinsen
60.000 € 1,36% 1,41% 381,00 15 Jahre 15 Jahre 66.138 €

(Notar-und Grundschuldkosten kommen noch hinzu für die Sicherheitenstellung)

B)
Darlehens-und Auszahlungs-summe Zinssatz soll Zinssatz eff Rate 

monatlich

Zins-

bindung 

Laufzeit  Gesamtkreditbetrag (Auszahlungssumme plus Zinsen
60.000 € 3,48% 3,43% 804,48 84 Monate  84 Monate 67.576,24€

Wir bedanken uns bei Frau Lindenblatt, Herrn Pedersen und Herrn Angermann ganz herzlich für die umfassenden Informationen und freuen uns, wenn wir dem einen oder anderen Tiny-House-Begeisterten wertvolle Inputs geben konnten.

 

Bildnachweis:

Rolling Tiny House GmbH 2019, Baufinanzierung Wenzel

 

 

 

 

 

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