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Ein Gastbeitrag von Bianca. Es gibt in einem Frauenforum im Internet eine Rubrik, die sich „Der gebrauchte Mann“ nennt. Dort geht es ausschließlich um Frauen, die einen – mehr oder weniger – neuen Partner haben, in dessen Leben kontinuierlich die Ex reinfunkt. Ganz gleich ob sie das aktiv tut oder ob die einstige Partnerin beim neuen Freund eher wie ein Gespenst im Raume schwebt.

Ich hatte einst mit der zweiten Version zu tun und damals lange gebraucht, bis ich merkte, dass ich eigentlich nur als bessere Therapeutin für IHN fungierte. Aber von vorn:

seinerzeit lernte ich Maik (Name geändert) über ein Datingportal im Internet kennen. Nach dem üblichen Hin- und Her per E-Mail, bei dem ich auch erfuhr, dass Maik eine kleine Tochter hat, die bei der Mutter lebte, verabredeten wir uns und trafen uns in einer Kneipe auf der angesagtesten Kneipenmeile unserer Stadt. Maik sah ganz passabel aus, aber ihn optisch zu beschreiben, fällt schwer. Er hatte eine Glatze und wirkte insgesamt wie jemand, der Stammkunde in Outdoorläden ist. Zumindest wirkte das auf mich so.

Er hatte als Ingenieur einen Job bei einem Maschinenbauunternehmen und lebte in einer stinknormalen Zwei-Zimmer-Altbau-Wohnung.

Wir verstanden uns auf Anhieb und so ließ ich mich auf ihn ein.

Den Abend, als wir das erste Mal im Bett landeten, vergesse ich so schnell nicht, denn er blieb mir in mehrfacher Hinsicht in Erinnerung. Zum einen, weil Maik als abendliches Programm „davor“ den Film „The Blair Witch Project“ einwarf und zum anderen, weil er mir an diesem Abend sagte, dass seine Ex im selben Haus wohnt. Drei Etagen höher. Mit dem gemeinsamen Kind, das zu dem Zeitpunkt vier Jahre alt war.

Ich war erstaunt über eine solche Konstellation, die mir bis dato noch nicht begegnet war.

Maik erklärte die Situation damit, dass es sich nach der Trennung ergab, dass in dem Haus eine Wohnung frei war und man(n) das ja dann auch gut mit der abwechselnden Kinderbetreuung deichseln könnte.

Ich nahm diese Info zur Kenntnis und wir widmeten uns dem weiteren Verlauf dieses Abends, der erst in den frühen Morgenstunden endete. Ich fuhr „danach“ dann heim und erinnere mich noch gut an meine Angst, in meine Tiefgarage zu fahren, da der blöde Horrorfilm in mir nachwirkte.

Die Wochen vergingen und Maik und ich verbrachten immer mehr Zeit miteinander. Allerdings ging diese zum Großteil für Erzählungen über seine Ex und sein Kind drauf. War ich zunächst noch relativ mitfühlend, merkte ich bald, dass Maik die Trennung – die über ein halbes Jahr zurück lag – überhaupt noch nicht verarbeitet hat. Nahezu über jede Aktivität seiner Ex wusste er – dadurch, dass er nunmal im selben Haus wohnte – Bescheid und bei unseren Treffen redete er brühwarm fast nur darüber. Einmal war ich bei ihm, als seine Tochter da war, ein süßes kleines Mädchen. Als sie abends im Bett lag, kam das Gespräch erneut auf seine Ex – diesmal im Zusammenhang mit seiner Tochter.

Lange Rede – kurzer Sinn: unsere gemeinsame Zeit dauerte keine drei Monate, ich beendete die Beziehung, in der es es so oft nur um seine verflossene Liebe ging und nannte ihm das auch als Grund für die Trennung. Langsam wurde mir klar, dass ich für ihn als eine Art Therapeutin fungierte, nur dass es ihn nichts kostete. Immer wieder gab ich ihm Ratschläge, ging mit ihm sein jeweils aktuelles Problem mit der Ex durch und, und, und…Das ist natürlich Gift für eine junge Beziehung und mir fiel fast schon ein Stern vom Herzen, als ich wieder Single war.

Danach muss Maik wohl erst richtig tief in ein Loch gefallen sein. Die Ex noch tief in ihm drin und die neue Freundin schon wieder weg – das war offenbar zu viel für ihn.

Jedenfalls begann er nach der Trennung erst richtig, mich mit seinen Problemen zu behelligen. Kein Witz: jeden Abend, wenn ich von der Arbeit heimkam, rief er an. Diese Telefonate waren irgendwie eine Mischung aus seinem Wunsch, ich möge es mir nochmal anders überlegen und dem Heraussprudeln seines Gefühlszustandes, bei dem wie immer die Ex eine große Rolle spielte. Mal hat sie etwas getan, was ihm nicht passte, mal hat sie wohl ein Date mit einem Mann gehabt, dann wieder eine Entscheidung im Zusammenhang mit dem gemeinsamen Kind getroffen, die er nicht guthieß und so weiter und so fort.

Ich agierte wie eine tibetanische Gebetsmühle, gab ihm immer wieder die gleichen Ratschläge. Wir drehten uns im Kreis. Warum ich mich da mitdrehte, ist eine gute Frage, die wohl hier die eine oder andere Leserin zu Recht stellt.

Keine Ahnung!

Zum einen war ich damals, wenn ich von der Arbeit heim kam, auch meist einsam und zum anderen bin ich nicht der Mensch, der andere harsch am Telefon abwimmelt.

Allerdings ging mir das Ganze irgendwann mehr und mehr gegen den Strich.

Es war über viele Wochen dasselbe: ich kam von Arbeit und keine halbe Stunde später läutete das Telefon und zeigte im Display (das war noch zu Festnetz-Zeiten) seine Nummer an.

In dieser Zeit wurde Maik auch von Tag zu Tag depressiver, manchmal hing er nur in der Leitung und reagierte lange Zeit gar nicht auf meine Ratschläge oder aber nur mit einem nichtssagenden „Hm“.

Die Anrufe belasteten mich immer mehr und obwohl ich Maik bat, sich professionelle Hilfe zu suchen und mich in Ruhe zu lassen, läutete er wieder und wieder an.

Seine Stimmung wurde immer gedrückter, um nicht zu sagen deppressiver. Nur: mir reichte es! Ich hatte für ihn lange genug die Ersatztherapeutin gespielt, in unserer kurzen Beziehung und auch danach.

Es kam, wie es kommen musste: ich ging irgendwann nicht mehr ans Telefon.

Und verbrachte meine Feierabende wieder normal. Heute lebe ich längst in einer langjährigen Beziehung und bin glücklich. Im Rückblick gesehen, kann ich über meine Geduldsamkeit mit Maik nur den Kopf schütteln. Über mich selbst. Über meine unendliche Geduld.

Und wenn ich manchmal in dem eingangs erwähnten Frauenforum stöbere, klicke ich nicht selten auch mal in die besagte Rubrik über den gebrauchten Mann. Und stelle oft fest, dass ganz, ganz viele Frauen ihren neuen Partnern, bei denen die Ex auf irgendeine Art und Weise noch Themaoder/und präsent ist, eher Therapeutin als gleichberechtigte Partnerin und viel zu verständnisvoll sind.

Deshalb mein Rat: machen Sie nicht den Fehler und lassen Sie sich je auf sowas ein! Vor allem, wenn Sie frisch mit dem Mann zusammen sind, kann die Devise nur heißen: „Finger weg!“.

Was Besseres findet sich allemal. Meine Meinung…!

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„Dieses Miststück! Wenn ich die in die Finger kriege! Die bringe ich um!“ Wie oft habe ich das schon gehört, während ich eilig einer schluchzenden Freundin Taschentücher reichte. Ich kann es gar nicht mehr zählen.

Der Anlass ist immer derselbe: Irgendein Lebensgefährte oder Ehemann namens Horsti, Günti  oder Florian (suchen Sie sich einen aus) ist fremdgegangen.

Entweder wurde er in flagranti erwischt, er bekam eine verfängliche SMS, die entdeckt wurde, oder jemand hat hinter vorgehaltener Hand erzählt, dass Horsti an dem Tag, an dem er angeblich seine verstorbene Oma zu Grabe getragen hat, quietschfidel im Hotel „Zur zornigen Hornisse“ mit einer mehr als spärlich bekleideten flotten Biene gesehen wurde, wo beide eimerweise Champagner aufs Zimmer bestellt haben. Der Schaden ist da. Größtmöglicher Unfall. Sozusagen der Beziehungs-Super-GAU.

Wir winden uns in Zorn und Wut, heulen, stampfen mit den Füßen auf, leeren erst mal ein paar Piccolos oder auch Weinflaschen, erzählen allen, die wir kennen, die Geschichte unserer abgesoffenen Beziehung, schnäuzen zwei Kilo Papiertaschentücher voll und streicheln wehmütig und verständnislos die jämmerlichen Reste unser ehemals kleinen heilen Welt und unseres in die Brüche gegangenen Selbstwertgefühls, weil das Ungeheuer aus dem moralischen Sumpf es zertrampelt hat.

Und mit „Ungeheuer“ meinen wir komischerweise NIE den Mann, sondern immer seine neue Flamme.

Ja, meistens sind wir sauer auf die Damen, mit denen unsere Typen sich eingelassen haben und nicht auf die Männer selbst. Ist ihr bestes Stück von allein zwischen zarte Schenkel gerutscht, oder haben die Männer nicht doch kräftig mitgeholfen? Wurden sie mit vorgehaltener Pistole gezwungen, die Hosen herunterzulassen? Hat jemand sie an einen Stuhl gefesselt, mit kompromittierenden Kontoauszügen erpresst, oder genügte einfach nur ein koketter Augenaufschlag mit zu viel Lidstrich, ein kleiner Minderwertigkeitskomplex und eine erstklassige Gelegenheit? („Das kommt nie raus, da breiten wir den Mantel, äääh… die Bettdecke des Schweigens darüber.“)

Und trotzdem waschen die Herren der Schöpfung ihre Hände in Unschuld. Während die betrogene Frau vor Wut kocht und ihre Rachegelüste nur mühsam im Zaum zu halten vermag. Ich finde das grotesk.

Wieso wollen wir nur immer den Mädels die Augen auskratzen, ihnen die Klamotten vom Leib reißen und sie auf dem nächsten hastig aufgetürmten Scheiterhaufen verbrennen, aber den Fremdgänger lassen wir ungeschoren?

Ich habe einen umfangreichen Bekanntenkreis mit einer Menge toller Frauen. Alle sind sie großartig, verdienen ihr eigenes Geld, sind hübsch anzusehen, fleißig, loyal und selbständig. Man sollte meinen, diese Teufelsweiber wirft so schnell nichts um. Bis es dann passiert.

Nehmen wir zum Beispiel Laura. Sie lebte lange Jahre in einer strapaziösen Beziehung, denn ihr Freund sah verdammt gut aus. Er war eine ansehnliche Mischung aus dem jungen Tom Selleck und einem gereiften George Clooney. Wo er hinkam, flogen ihm die Herzen zu, und nicht nur die. Sämtliche Damen, auch die im nicht mehr fortpflanzungsfähigen Alter, schürzten in seiner Gegenwart freiwillig die Röcke und kicherten albern um die Wette bei jedem seiner Flachwitze. Mehr als einmal saß Laura vor Wut mit den Zähnen knirschend am Tisch und verwünschte sich für die dumme Idee, irgendwelche weiblichen Wesen zum Kaffee oder zum Abendessen bei sich einzuladen.

Sobald Lukas, Lauras Herzensmann, den Raum betrat, verwandelten sich nämlich die weiblichen Gäste in gickernde Hühner, die ihm ihr Ei anboten. Und ja, das meine ich wörtlich.

Eines Tages, an einem Wochenende, während sie gemeinsam frühstückten, erzählte Lukas  der mittlerweile ziemlich verunsicherten Laura langatmig, er hätte ein paar Probleme in ihrem Zusammensein entdeckt, an denen sie beide arbeiten müssten. Mit „daran arbeiten“ meinte er selbstverständlich Laura, denn er selbst war ja in seinen Augen perfekt, wie ihm sein Fanclub immer wieder bestätigte.

„Wir sollten eine neue Qualität in unsere Beziehung bringen“ begann Lukas vorsichtig.

„Deshalb halte ich es für wichtig, dass wir etwas Abstand voneinander bekommen und nicht immer aufeinander kleben. Wenn das hier funktionieren soll, dann musst du mir in Zukunft eine verdammt lange Leine lassen. Ich brauche ein wenig Freiheit. Außerdem wäre eine kleine Auszeit nicht schlecht. Du bist ja eine intelligente Frau und siehst das bestimmt auch so.“

Roter Alarm. Zumindest wäre das bei mir der Fall. Alle Mann in die Wanten. Ein Sturm naht, und der könnte diese kleine Nuss-Schale namens Beziehung zum Kentern bringen.

Laura ist ein taffes Weibsbild und hat schon alles gesehen. Als Tierärztin spendet sie häufig Trost, hat schon die schwierigsten Fälle durchgebracht und übrigens erst vor vier Jahren, nur weil sie Lust darauf hatte, den LKW-Führerschein gemacht. Wirklich wahr.

Sie ist attraktiv, selbstbewusst, sportlich, kultiviert und sehr belesen. Aber als Lukas ihr lang und breit aufzählte, wie eingeengt er sich in der Beziehung mittlerweile fühle, saß sie fassungslos am Tisch und schnappte nach Luft.

Keine Frau hört es gern, dass sie das menschliche Äquivalent einer Bärenfalle sein soll, nicht wahr? Also nickte sie nur entgeistert und sah zu, wie Lukas sich sein Handy schnappte, das ohnehin die ganze Zeit gepiepst hatte, und verschwand. Dann trank sie einen Kaffee und dachte nach. Ungefähr zwei Stunden lang.

Aber das Gefühl, als wäre sie gerade dazu gezwungen worden, auf Seife zu beißen blieb. Irgendetwas stimmte nicht. War das derselbe Mann, der ihre Mülltonne durchwühlt hatte, auf der Suche nach einem uralten Adressbuch, in dem die Telefon-Nummern ihrer Exfreunde notiert waren? War das derselbe Mann, der eifersüchtig darüber wachte, dass sie nicht mit fremden Männer zu lange sprach? Es kam ihr merkwürdig vor. Also setzte sie sich in ihr Auto und fuhr zu Lukas, der 10 Kilometer entfernt wohnte.

Sarkastiker würden sagen, eine lange Leine benötigen nur Leute mit mindestens einem Hund. Und Laura wurde mit jedem Kilometer misstrauischer. Denn Lukas war in den letzten Jahren nicht der Zuverlässigste gewesen und kam gerne mal einen halben Tag zu spät zu einer Verabredung. Trotzdem liebte sie ihn. Irgendwie.

„Kann ich dir nicht sagen“ antwortete sie patzig auf meine diesbezügliche Frage. „Er hat einfach was, das mich fasziniert.“

Wenn Männer so etwas sagen, wollen sie meistens (Ich betone: meistens!) eigentlich nur mehr Zeit zum Fremdgehen haben und fixe Termine bei festen Freundinnen sind da eher lästig. Das gehört zum Basiswissen jeder Frau und sollte in der Schule gelehrt werden. Selbstverständlich kann man nicht 24 Stunden am Tag aufeinander sitzen, aber wenn das Zusammensein zur lästigen Pflicht wird, so dass man sich daraus befreien möchte, dann sollte man ohnehin alles nochmal überdenken.

Während Laura ihren Wagen über die Landstraße steuerte, beschwor sie sich selbst, unbedingt  gelassen zu bleiben und Lukas nach konkreten Gründen für seine Unlust zu fragen. Sie nahm sich vor, in Zukunft nicht mehr so „lästig“ zu sein („Was denkst du gerade?“), nicht mehr zu verlangen, dass er seine Wochenenden ausschließlich mit ihr verbrachte („Was, du willst schon wieder mit deinen Kumpels nach Mallorca? Da warst du doch erst vor zwei Wochen!“), und nicht mehr wütend über Lukas herzufallen, wenn ihm „wildfremde“ Frauen um den Hals fielen und sie dabei anzüglich und triumphierend anlächelten. („Musst du die auch noch umarmen? Woher kennst du die überhaupt?“).

Lukas war ein Mistkerl, aber Laura sah in ihm nur das Gute: einen 185 Meter großen attraktiven Mann mit blauen Augen, einem repräsentativen Job und Schwiegersohn-Qualitäten. Sie hatte völlig vergessen, dass ja nicht ihre Eltern mit Lukas leben mussten, sondern sie selbst.

Als Laura mit ihrem Schlüssel die Wohnung von Lukas aufschloss und eintrat, bemerkte sie als erstes ein paar blaue Pumps in der Diele. In Größe 40. Laura trug 37. Dann hörte sie das Geräusch der Dusche und ging ins Bad. Dort fand sie Lukas zusammen mit einer ansehnlichen Dunkelhaarigen, wie sie sich gerade kichernd unter dem Wasserstrahl von jüngst begangenen Schandtaten säuberten.

DAS nenne ich mal ein straffes Zeitmanagement. Scheinbar hatte Lukas keine Zeit verloren und war sofort nach seiner Ansprache an Laura unter die nächste Frau geflutscht. Er schien definitiv ein Mann der Tat zu sein, das war ja eines der Dinge, die Laura so an ihm schätzte. Nur welche Dinge er anpackte, hatte sie vor diesem Tag nicht geahnt.

Hätte Laura die von Lukas erwähnte „lange Leine“ in diesem Moment zur Hand gehabt, dann wäre es wohl mit der Brünetten vorbei gewesen, so erzählte sie mir ein paar Tage später.

„Ich war außer mir vor Wut und hätte sie am liebsten stranguliert“ heulte sie.

„Da präsentiert sich dieses Luder völlig nackt vor mir, stemmt beide Arme in die Hüften und grinst mich triumphierend an, während ich mir gerade die Augen aus dem Kopf heule. Und Lukas, dieser Feigling, steht schlotternd daneben, weil er aufgeflogen ist.“

„Wo hast du die versteckt bisher?“ fragte Laura ihren frischgebackenen Exfreund schluchzend und zeigte auf die nackte Dritte im Bunde.

„Ich glaube, das hat er nicht nötig, dass er mich versteckt“ antwortete die Brünette süffisant und stieg graziös aus der Duschwanne, während sie sich ein Handtuch schnappte.

Laura flüchtete schniefend vors Haus und setzte sich auf eine Mauer. Lukas war ihr im Bademantel nachgekommen und nahm neben ihr Platz.

„Es ist nur was fürs Bett“ stammelte er hilflos, während er verlegen versuchte, Laura zu umarmen. Es schien ihm peinlich zu sein, dass er aufgeflogen war, denn er hatte ein Ego wie der Watzmann und doch immer alles so gründlich durchgeplant.

Außerdem nannte er alle seine Bekanntschaften „Schatz“ – dadurch konnte er sichergehen, nie einen Namen zu verwechseln.

Ja, Lukas war verlegen. Nicht schuldbewusst. Es stellte sich im Nachhinein heraus, dass er diese Dame namens Sieglinde schon sechs Monate lang traf. Sozusagen mitten zwischen die Knie.

Das darf man ruhig so nennen.

„Warum hast du ihm denn nicht wenigstens eine geschmiert für das, was er dir angetan hat?“ fragte ich Laura völlig entgeistert.

„Weil ich ihn doch liebe“ platzte Laura heraus.

„Ich war unglaublich sauer auf dieses Miststück. Ich hätte sie am liebsten gekillt, egal womit. Aber auf ihn konnte ich einfach nicht böse sein. Er meint es nicht so, er ist nur schwach.“

Da fehlen mir die Worte, und das will was heißen.

In der darauffolgenden Woche schmiedete Laura düstere Rachepläne, die allesamt darin gipfelten, dass diese fremde, dunkelhaarige Frau ein qualvolles und langwieriges Ende nehmen würde. Unter der Erde, denn Laura wollte sie anschließend lebendig begraben.

Aber sie hat diese Pläne nie ausgeführt, Gottseidank.

Lukas schien in Lauras Augen lediglich das Opfer widriger Umstände zu sein. Die böse schlanke Schlange mit dunklen langen Haaren hatte sich in ihr Paradies geschlichen und von Lauras Apfel genascht. Sie ist übrigens heute noch davon überzeugt, dass alles nie passiert wäre, hätte die Brünette damals die Finger von Lukas gelassen.

Ich kenne Lukas allerdings, und ich habe schon viel von ihm gehört. Nicht alles konnte ich Laura erzählen.

„Brünhilde“ war nämlich nicht die erste gewesen, die in Lukas’  wurmstichigen Apfel gebissen hatte. Genaugenommen war schon sehr lange von Lukas nur noch das abgenagte Kerngehäuse übrig – metaphorisch gesehen.

Mit Frauen, die mit gebundenen Männern fremdgehen, verhält es sich wie mit dem Kauf von Rüstungsaktien. Es ist zwar moralisch geächtet, aber wenn Sie die nicht kaufen, tut es jemand anderer. Weil sie ja scheinbar verfügbar sind. Weil sie mitmachen.

Weil sie nicht „Nein“ sagen.

DAS ist die Wahrheit. Die Welt ist nicht voller verführerisch glitzernder „böser Mädchen“, die nur darauf warten, sich einen Mann zu krallen, egal, ob verheiratet oder nicht. Meistens geht es nur um eine günstige Gelegenheit, ein paar Bier zu viel oder zu wenig sexuelle Befriedigung zuhause. Und es sind nicht immer nur die fremden Frauen schuld.

Hätte „Brünhilde“ sich damals nicht Lukas geschnappt, wäre es eben eine andere gewesen, denn er konnte seinen Feinripp-Slip einfach nicht bei sich behalten, sobald er weibliche Pheromone witterte.

Laura hätte mir vermutlich nicht geglaubt, dass Lukas ohnehin alles bestieg, was bei 3 nicht auf dem nächsten Baum verschwunden war. Und sie nennt es auch weiterhin „Liebe.“

Jedenfalls war Laura lange, lange Zeit so unglaublich sauer auf die ominöse Dunkelhaarige, dass ich es gar nicht zu beschreiben vermag. Für Laura war sie die Personifizierung des Antichristen, das Böse schlechthin. Dass der arme unschuldige Lukas aber tatkräftig an ihr herumgefummelt hatte, mit ihr in SEINER Dusche geduscht hatte und bereitwillig mit „Brünhilde“ in sein ungemachtes Bett gehüpft war (in dem ein paar Tage zuvor noch sie selbst gelegen hatte), verdrängte sie ganz einfach.

Beide sind jetzt übrigens nicht mehr zusammen. Und das Traurige ist: Es lag nicht an Laura, denn sie hätte Lukas mit Kusshand zurückgenommen, weil sie sich so an ihn gewöhnt hatte. Jetzt hat sie sich einen Mann gesucht, der nicht ganz so gut aussieht, aber eine treue Seele ist. Ich hoffe, die beiden werden glücklich, denn vielen Versuchungen wird der Neue vermutlich nicht ausgesetzt sein.

„Es ist mir egal, ob er aus Mangel an Gelegenheit bei mir bleibt“ erzählte mir Laura vor ein paar Monaten pragmatisch.

„Ich will einfach nur einen Mann, auf den ich mich verlassen kann. Aber wenn Lukas heute zu mir zurückkäme, könnte ich für nichts garantieren.“

Naivität hat viele Gesichter. In Lauras Fall sogar ein sehr hübsches.

So ähnlich wie Laura erging es Vanessa im Februar vor drei Jahren. Sie war nämlich mit einem Mann liiert, der zum damaligen Faschingsprinzen gekürt wurde.

Nun ist „Faschingsprinz“ ein stressiger Job, zumindest, so lange, wie der bierernste deutsche Karneval dauert. Man muss sich ständig in Gesellschaft und bei lauter Musik volllaufen lassen, mit hübschen Mädchen tanzen und darf morgens nie vor 5:00 Uhr ins Bett gehen. So war das zumindest damals. Ich nehme hiermit ausdrücklich alle lieben und treuen Karnevalisten aus.

Jeder „Regent“ umgibt sich mit der sogenannten „Garde“, die vorwiegend aus lauter süßen Käfern in möglichst kurzen Röckchen und einem bis dato kurzen Leben besteht. Es wird geprobt, es finden Auftritte statt, und Vanessa hatte schwer daran zu knabbern, dass ihr Jürgen so gar keine Zeit mehr für sie hatte und nur noch mit blutjungen süßen Mädels übers Parkett hüpfte.

Eines Abends wollte Vanessa „ihren“ Prinzen nur kurz vor einem Auftritt besuchen und ihm Mut zusprechen, da er unter schlimmem Lampenfieber litt.

Sie erwischte ihn, während er seine Zunge gerade in der Speiseröhre der pummeligen blonden Faschings-Prinzessin und beide Hände in deren Dekolleté versenkte. Es war kein schöner Anblick.

Vanessa stürmte wutentbrannt nach draußen, verkroch sich den gesamten restlichen Fasching unkostümiert und stinksauer in ihrer Wohnung und schwor der dicklichen Prinzessin (Tochter des örtlichen Großbäckers) schwerste Rache, sollte die ihr jemals allein zwischen die Finger geraten. Sie wollte ihr die Haare im Schlaf abschneiden, ihr Auto und das Gesicht zerkratzen, sie wollte ihr mindestens einen Zahn ausschlagen und sie vor allen Leuten unmöglich machen, indem sie behauptete, Prinzessin Blondie litte an einer sexuell übertragbaren Krankheit.

Außerdem kauft Vanessa seit drei Jahren ihre Brötchen aus Protest jetzt bei ALDI. Wobei ich sehr bezweifle, dass die ehemalige Prinzessin das bemerkt hat.

Und Jürgen – war wieder mal an gar nichts schuld.

„Er kann so gut tanzen und sieht klasse aus, klar dass alle auf ihn stehen“ greinte Vanessa, als sie heulend bei mir am Tisch saß und ein Taschentuch nach dem anderen vollschnäuzte.

„Außerdem ist er schon öfter fremdgegangen. Ich hab’s nur noch nie live gesehen, das war eine ganz andere Qualität. Und die blöde blonde Kuh hat sich ihm an den Hals geschmissen. Der wollte das doch gar nicht. Der steht doch nicht mal auf mollige Frauen. Und auf Blondinen schon gar nicht.“

An dieser Stelle wusste ich nicht, ob ich lachen oder weinen sollte.

Übrigens wurde Vanessa ein halbes Jahr darauf von ihrem Prinzen wegen einer dürren Dunkelhaarigen verlassen. Zumindest, was Jürgens Vorlieben anging, hatte sie Recht behalten.

Ich könnte Ihnen noch etliche Fälle aufzählen, in denen Frauen betrogen wurden, die jedes Mal, wirklich jedes einzelne Mal, der „anderen“ Frau die Schuld daran gaben.

Wissen Sie, in dieser Debatte vermisse ich eines ziemlich: weibliche Solidarität. Meine Oma sagte immer: „Wie man sie kriegt, so verliert man sie wieder“, und ich durfte das mehr als einmal beobachten.

Elvira zum Beispiel hat ihren Mann seiner Ehefrau ausgespannt, ihn unter Triumpfgeheul geheiratet und wurde dann nach 10 Jahren von eben diesem Mann wegen einer Jüngeren verlassen. Die triumphierte dann auch.

Katrin ergatterte sich einen verheirateten Zahnarzt, der sich wegen ihr scheiden ließ, mit ihr eine rauschende Hochzeit auf den Malediven feierte… und sie dann wegen seiner Exfrau wieder sitzenließ.

Aber darum geht es gar nicht. Es geht nicht um Moral, es geht um Integrität. Wir Frauen sollten zusammenhalten, denn wir haben es schwer genug in dieser Welt. Jede fremde Frau, die ich treffe, sollte meine Freundin und Verbündete sein, nicht meine Konkurrentin oder meine Feindin, die ich im Auge behalten muss.

Weltweit haben immer noch die Männer die Macht. Und wenn wir uns untereinander schon das Leben so schwermachen – wie wollen wir es dann in die Führungsetagen schaffen?

Ein kleines bisschen Solidarität wäre wirklich schön. Und wenn Sie mich hundert Mal altmodisch schimpfen: Man klaut einer anderen Frau nicht den Mann. Das tut man einfach nicht. Es ist so einfach wie logisch. Und meistens auch ein Pyrrhussieg.

Denn einer, den sich von Ihnen „klauen“ lässt, auf den müssen Sie, wenn Sie ihn dann „haben“, ganz gewaltig aufpassen, er scheint ja eher der wankelmütige Typ zu sein, der sich gerne von einem flott gezogenen Eyeliner oder einem Schmollmund zum Wechsel in eine andere Mannschaft überzeugen lässt. Und das alles nur wegen ein paar Trikot-Wechseln?

Wo wird er wohl in der nächsten Saison spielen?

Ja. Ich wirke vermutlich antiquiert, wenn ich im Jahre 2018 schreibe: „Das tut man nicht.“ Weil wir doch in der freiesten Gesellschaft leben, die wir uns vorstellen können. Aber ich erwarte von einem Mann ganz einfach, wenn er sich für mich entscheidet, dass er sich auch daran hält. Sollte die Beziehung für beide Teile nicht zufriedenstellend sein, kann er sich gern dorthin begeben, wo ihm das Gras grüner scheint. Oder der Pfeffer wächst. Aber ich möchte keinen fliegenden Wechsel von einer Blüte zur nächsten erleben.

Die Herren der Schöpfung sind nämlich keine Bienen, sondern Drohnen. Und die Königinnen sind immer noch wir, vergessen Sie das bitte nicht.

Männer sind selbstverständlich nicht unser Eigentum. Und jeder Mensch hat einen freien Willen, auch wenn er behauptet, er hätte sich nicht wehren können gegen dieses Bollwerk an Verführungskunst, das ihm neulich in einer schummrigen Pilsbar schöne Augen gemacht hat.

Auch wenn er behauptet, er hätte nicht gewusst, was er tat. Auch wenn er behauptet, es sei nur eine einmalige Angelegenheit gewesen.

„Die hat sich mir an den Hals geworfen, Uschi!“ beteuern sie und vergessen ganz nebenbei, dass sie ihren Hals vermutlich bereitwillig in Richtung des verführerisch geöffneten Dekolletés gestreckt haben.

„Es ist nur was fürs Bett, Schatzi!“

Wie bitte? Ich habe ja auch keinen Mann nur für den Müll, oder einen, der ausschließlich fürs Rückenschrubben zuständig ist.

Mitgefangen, mitgehangen, liebe Herren der Schöpfung. Eine Beziehung ist nämlich all inklusive, und das Buffet wechselt nicht täglich, auch wenn Sie das manchmal gern hätten. Also denken Sie nach, ehe Sie eine holperige Kreuzfahrt auf dem Seitensprung-Dampfer buchen.

Ich wünsche mir für alle Frauen dieser Welt ein wenig Solidarität. Lassen Sie uns zusammenhalten. „Böse Mädchen“ bekämen gar keine Chance, wenn es nur „brave Männer“ gäbe.

Bleiben Sie gelassen. Denn für fast alle für uns gilt das „AMIGA“-Prinzip: „Aber meiner ist ganz anders“. So gut wie immer stimmt das auch.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende. Nehmen Sie mich nicht allzu ernst. Ich selbst tue das auch nicht.

Mit augenzwinkernden Grüßen,

Ihre Barbara Edelmann

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Leuten, die nicht regelmäßig GALA oder BUNTE lesen, war es vielleicht nicht einmal bekannt, und doch war es an dem: Ralf Möller, der Hollywood-Star, war mit einer jungen Frau aus Sachsen liiert (siehe Bild). Bekannt wurde das 2017, als via BUNTE einige Informationen über die fitnessbegeisterte Studentin aus dem Erzgebirge an die Öffentlichkeit gerieten.

Damals klang das so, Zitat BUNTE.de:

„Gladiator“-Star Ralf Moeller hat sich wieder eine junge Blondine geangelt. In Kitzbühel zeigte er seine Neue zum ersten Mal in der Öffentlichkeit. Nach der Trennung von seiner Frau Annette vor drei Jahren, wurde Schauspieler Ralf Moeller immer wieder an der Seite von jungen Damen gesehen, doch die Liebeleien, dauerten nie länger als ein paar Wochen. „Die einzige Ex ist Annette“, erklärte er einmal gegenüber BUNTE.de als erneut ein Flirt in die Brüche ging.(…).

Jetzt hat sich der beste Kumpel von Arnold Schwarzenegger (69) wieder verliebt. Seine neueste Errungenschaft heißt Justine Neubert und kommt aus einem 5800-Seelen-Örtchen im Erzgebirge. Die 27-Jährige ist Fitness-Model, eine talentierte Feuer-Tänzerin und sie reitet für ihr Leben gern. Laut Facebook studiert der „Feuer-Engel“ seit Oktober 2015 Finanzbuchhaltung an der Martin Luther Universität in Halle-Wittenberg.“

Laut Medienberichten wurde die Verbindung als Fernbeziehung gelebt, denn die 30 Jahre jüngere Justine Neubert lebt in Leipzig.

Möller hingegen ist in den USA zuhause, wenngleich der beliebte Filmschauspieler auch ganz oft in Deutschland weilt. Freunde, diverse Projekte und wohl auch eine tiefe Verbundenheit zu seinem Geburtsland ziehen den Promi regelmäßig nach Deutschland.

In Sachen Liebe nun aber wohl nicht mehr nach Leipzig – Möller ist wieder Single. Verschiedene Medien berichten übereinstimmend, dass das Paar Neubert-Möller sich getrennt hat.

Ralf Möller wird mit „Es hat nicht mehr gepasst“ zitiert. Die Entfernung scheint durchaus ein Thema zu sein, obgleich es aber wohl mehrere Faktoren gegeben haben muss, die zum Bruch zwischen der jungen Frau und dem Kinostar führten. Denn laut BILD.de kommentierte Möller die Trennung zusätzlich mit dem Wörtchen „auch“. „Auch wegen der Entfernung“.

Im Ganzen liest sich das dann auf BILD.de so:

„Hollywood-Star Ralf Moeller (59) ist wieder Single. „Es hat nicht mehr gepasst, auch wegen der Entfernung“, erklärte er „Bild“ zur Trennung von Fitness-Model Justine Neubert (28), die in Leipzig lebt. Bereits im November hätten die beiden die Beziehung demnach beendet.(…)Moeller, der zwischen Los Angeles und Deutschland pendelt, scheint nun sein Single-Leben zu genießen: „Ich gucke mal hier, mal da – das passt ganz gut. Einsam fühle ich mich jedenfalls nicht…“

Glaubt man glatt, denn: Ralf Möller ist nach wie vor ein attraktiver Mann, Marke „Frauenheld“.

Insofern wird die nächste weibliche Begleitung an seiner Seite wohl nicht lange auf sich warten lassen. Schauen wir mal….!

Bildnachweis: picture alliance/Geisler-Fotopress

Es ist soweit. Nie hätten Sie gedacht, dass dieser Ernstfall jemals eintreten könnte oder zumindest gehofft, diese Liebe würde ewig halten: Florian (oder wer auch immer) hat sich vor Ihnen aufgebaut, ihnen kalt in die Augen gesehen und gesagt: „Susi, ich find’, wir sollten eine Pause machen. Es gibt da jemand anderen.“ Kann übrigens alles sein, also versteifen Sie sich nicht auf eine weibliche Konkurrentin. Eine meiner Freundinnen erwischte ihren Ehemann mit dem Trauzeugen.

Vielleicht sagt Florian nämlich auch: „Ich bin eigentlich homosexuell / Ich möchte mal zehn Jahre nach Burundi, weil das Wetter dort besser ist“ oder einfach nur: „Susi, du bist langweilig. Deshalb trennen wir uns jetzt. Basta.“

Ein Grund für die Florians, Dieters, Svens (oder wie auch immer sie heißen mögen), und sei er auch noch so an den Haaren hergezerrt, findet sich immer. Und von einem Moment auf den anderen haben Sie Liebeskummer, eines der bösartigsten Gefühle der Welt, wenn es um zwischenmenschliche Beziehungen geht.

Ihre Welt stürzt ein wie in einem Film von Roland Emmerich, alles wird schlagartig grau und kalt. Eine Käseglocke stülpt sich über Sie, die kein einziges positives Gefühl mehr durchlässt. Alles durchtränkt von der Frage „warum???“

Mit einem Schlag fühlen wir uns hässlich, alt, einsam und so verloren wie ein Kleinkind, das von seinen Eltern mitten in der Nacht im Wald ausgesetzt wurde. Ohne Handy. Unser Selbstwertgefühl flattert davon wie ein Heliumballon mit durchtrennter Schnur. Wir sind allein. Verlassen. Verloren.

„Liebeskummer lohnt sich nicht, My Darling, schade um die Tränen in der Nacht“ lautet ein alter Schlagertext, wobei “Tränen in der Nacht“ keine verbindliche Richtlinie sind. Heulen Sie ruhig auch unter Tags, denn keine von uns weiß, wann es sie kalt erwischt. Es könnte auch in der Mittagspause passieren. Oder nach dem Morgensex. Männer sind da unberechenbar.

Den schlimmsten Liebeskummer meines Lebens erlitt ich mit Mitte 20, als ich Schnall auf Fall wegen einer anderen Frau verlassen wurde. Es tat so unendlich weh, dass ich mich heute noch daran erinnere. Meine Art der Problembewältigung ist nicht massentauglich, und darum kann ich sie nicht weiterempfehlen. Allerdings bin ich eine absolute Frohnatur und ein sehr lebenslustiger Mensch und denke noch mit Schaudern an diese Zeit, die ein jammerndes Wrack aus mir gemacht hat.

Erst heulte ich einen halben Tag lang ausgiebig. Dann besorgte ich mir mit verquollenem Gesicht mehrere gute Flaschen Wein, nahm eine Woche Urlaub, setzte mich auf den Fußboden meiner Wohnung und leerte anschließend die Flaschen. Alle. Jeden Tag eine. Zwischendurch schluchzte ich wieder oder hatte Schluckauf, hörte herzzerreißende Musik, schrieb Briefe an meinen ehemaligen Zukünftigen, die ich nie abschickte (wir hatten damals keine SMS, und bis zum Briefkasten wäre ich nicht gekommen…) und badete mehrmals täglich heiß, weil mich das irgendwie beruhigte.

Zum Arbeiten oder auch nur einer Unterhaltung mit anderen Menschen fühlte ich mich außerstande, denn da hätte ich nur gehört: „Wir haben dir das ja gleich gesagt. Der war zu schön für eine Frau“. Wahlweise: „Das Leben geht weiter, Zeit heilt alle Wunden, immer wenn du meinst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her“ und so weiter. Aber das einzige, das diesen grauenhaft gemeinen Schmerz wirklich nachhaltig hätte betäuben könnte, wäre eine Vollnarkose gewesen.

Dabei war ich mir so verdammt sicher gewesen, dass diese Liebe ein Leben lang halten würde. Immerhin hatte er es mir täglich gesagt, über etliche Jahre hinweg.

Jetzt war ich aus der Bahn geworfen wie ein Auto, das in einer Haarnadelkurve ins Schleudern geraten ist. Ich lag – metaphorisch gesehen – auf dem Rücken und konnte mich aus diesem Wrack einer gescheiterten Beziehung nicht befreien. Dafür tat es einfach zu weh. Und es gibt keine Liebeskummer-Feuerwehr. Leider.

Also setzte ich mich auf den Boden und wartete einfach ab, denn es konnte nur besser werden. Und siehe da: Es wurde tatsächlich besser. Nach dieser einen Woche hatte ich mich ausgeheult, ging wieder zur Arbeit und lernte irgendwann sogar wieder jemanden kennen.

Nicht alle Sprüche unserer Mütter entbehren jeglicher Grundlage: „Zeit heilt alle Wunden“ stimmt übrigens tatsächlich. Etliche Jahre später traf ich besagten Mann zufällig in einem Lokal wieder. Er kam an den Tisch, wo ich mit Freunden saß und wünschte mir einen schönen Abend. Ich hatte so restlos mit dieser Geschichte abgeschlossen, dass ich damals verdattert in die Runde fragte: „Wer war denn das?“ Ja. Das ist tatsächlich wahr. Ich hatte ihn nicht einmal wiedererkannt.

Diese Art von Kummer ist weltweit gleich. Es tut immer schrecklich weh. Immer stürzt alles um einen herum ein. Immer fühlt es sich an, als wäre das Ende der Welt eingeläutet worden.

Nein. Ist es nicht. Das versichere ich Ihnen. Auch wenn Sie es jetzt nicht glauben.
Dazu ist der Schmerz einfach zu groß. Gemein ist er außerdem, denn verlassen zu werden zehrt an unserem Selbstwertgefühl. Wir fühlen uns klein, hässlich und nicht liebenswert.

Kein Mann ist das wert. Wirklich gar keiner.

Haben Sie mitbekommen, dass das Bundesamt für Katastrophenschutz letztes Jahr die Bevölkerung ermahnte, sich für wenigstens 2 Wochen mit dem Nötigsten wie zum Beispiel Nahrung, Wasser, Kerzen oder Hygieneartikeln zu bevorraten? Nur für den Fall der Fälle?

Für private Weltuntergänge gibt es keine Vorräte, denken Sie? Schon wieder ein Irrtum. Sie können sich präventiv für den Fall der Fälle wappnen.

Darum legen Sie sich am besten eine Bevorratung für zwischenmenschliche Super-GAUs zurecht. Wenn sie das Notfall-Kit nie brauchen, umso besser.

Sie benötigen:

  • mindestens 3 Packungen Küchenkrepp oder Papiertaschentücher, die Sie abwechselnd vollheulen oder vollschnäuzen können. Man findet ja nie ein Taschentuch, wenn man eines braucht. Zur Not tut es auch eine Windel. Ich hab schon in alles mögliche geheult. Muss ja keiner sehen.
  • Alkohol in einer Ihnen zumutbaren Preisklasse. Ich persönlich habe lange Jahre eine Flasche Champagner gehortet für den Fall der Fälle, denn wenn Sie jemanden loswerden, der Sie nicht zu schätzen weiß, ist das meiner Meinung nach ein Fall zum Feiern. Da könnte ja jeder kommen. Wenn Sie aus medizinischen Gründen nicht trinken dürfen, ist jetzt allerdings kein Zeitpunkt, damit anzufangen. Da bleibt Ihnen vermutlich nur Beruhigungs-Tee. Tut mir leid.
  • die Telefonnummer einer wirklich guten Freundin, die Ihnen im Notfall Gesellschaft leistet, telefonisch oder persönlich. Denken Sie daran, diese Telefonnummer regelmäßig auf den neuesten Stand zu bringen, falls die beste Freundin wechselt. Soll vorkommen.

Nun aber von vorn: Sie sind also sitzengelassen worden. Dann hoffe ich erst mal, dass Sie wirklich sitzen. Sie sollten jetzt nicht Auto fahren. Auf gar keinen Fall. Weil Sie unkonzentriert sind und man nicht wirklich gut sieht, wenn einem die Wimperntusche in die Augen läuft.
Und niemand will, dass Sie ausprobieren, ob der Seitenaufprallschutz Ihres neuen Kleinwagens den vollmundigen Beschreibungen im Prospekt entspricht, wenn Sie sich auf das Gleis zwischen Hintertupfing und Weißnichtwohin stellen und dort auf den ICE warten. Wir würden Sie vermissen. Also fahren Sie bitte nicht. Es gibt keinen Grund für solche Dummheiten. Gar keinen. Und obwohl Sie es im Moment nicht hören wollen: In einem Jahr lachen Sie drüber. In einem Jahr sind Sie längst wieder glücklich.

Nehmen Sie Ihr Telefon. Benützen Sie es genau ein einziges Mal, um Ihre beste Freundin oder einen anderen Notfallkontakt anzurufen. Sollten Sie keine beste Freundin haben, rufen Sie Ihre Mutter, Ihre Tante oder Ihre Nachbarin an. Irgendjemand muss Ihnen jetzt zuhören. Zur Not tut es auch die Telefonseelsorge. Die können das gut.

Wenn alle Stricke reißen, niemand Zeit hat, und Sie ein paar Euro übrig haben, konsultieren Sie eine der wie Pilze aus dem Boden schießenden Lebensberatungs-Hotlines und lassen Sie sich dort von einem der Berater herrliche Zeiten vorhersagen. Das tun die so gut wie immer. Es könnte funktionieren, wenn Sie nur feste dran glauben. Und Sie brauchen jetzt jede Hilfe, die Sie bekommen können.

Der Anruf ist getätigt? Dann deponieren Sie Ihr Festnetz-Telefon und auch Ihr Handy an einem sicheren Platz. Und mit „sicher“ meine ich: auf gar keinen Fall in Ihrer Nähe.

Florian wird nicht anrufen. Auch wenn Sie sich einreden, dass in den nächsten 5 Minuten das Telefon klingelt, weil er es nicht ohne Sie aushält.
Der hält es aus. Sonst wäre er nicht weg. Sehen Sie der Wahrheit ins blutunterlaufene Auge. Und starren Sie nicht auf Ihren Whats-App-Chat. Es wird nichts kommen. Florian ist beschäftigt. Ja, ich weiß: Das tut auch weh. Versuchen Sie, nicht dran zu denken. Bitte.

Also lassen Sie das Telefon zu Ihrem eigenen Schutz verschwinden. Geben Sie es Ihrer Nachbarin mit der Bitte um Aufbewahrung. Werfen Sie den Akku ins Klo. Nehmen Sie die SIM-Karte heraus. Hauen Sie mit dem Hammer drauf. Warum soll sich das Telefon besser fühlen als Ihr geschundenes Herz?

Niemandem ist gedient, wenn Sie Florian jetzt 397 SMS mit Texten wie „Warum nur????“ (heulender Smiley), „Komm zu mir zurüüüüüück bitte ich tu allääääss!“(10 heulende Smileys) oder noch schlimmer „Du dreckiger …. ich komm vorbei und … und dann ….. und du bist überhaupt ein …. ich mach dich ……“ zuschütten (Zutreffendes einsetzen, ich darf das hier nicht schreiben).

Alles davon ist kontraproduktiv. Florian kommt nicht wieder. So schnell nicht. Vielleicht in 3 Monaten oder einem halben Jahr. Ich habe sogar schon einen Fall erlebt, wo einer nach 50 Jahren wieder zurückkam und dann bis an sein Lebensende mit der Frau zusammenblieb, die er in den 60er-Jahren verlassen hatte. So lange wollen Sie doch wohl nicht vor dem Telefon sitzen bleiben?

Alles, was Sie jetzt schreiben oder stammeln, kann nur verkehrt sein. Weil Sie sich nämlich vor Florian oder Günter oder wie auch immer er heißen mag klein und zum Affen machen. Und bis auf ein paar Psychopathen oder Sadisten mag niemand heulende, gekrümmte wimmernde demütige Frauen, die ihre Seele verkaufen würden, nur damit sie wieder von dem Mann beachtet werden, der sie gerade wie einen Fußabtreter behandelt hat.

Tun Sie das bitte auf gar keinen Fall.

Wenn Sie wollen, dass Florian unbedingt zurückkommt, ist es ohnehin schlauer, ihm das Gefühl zu vermitteln, dass er sie mit seiner blödsinnigen Aktion endgültig verloren hat.

Das Handy liegt also sicher im Tresor der nächsten Sparkasse oder bei der Nachbarin, die Sie ohnehin nicht leiden kann? Prima. Dann kommen Sie auch nicht in Versuchung, tränenblind alle Fotos vom letzten Urlaub in Griechenland oder vom Sex auf dem Badewannenrand anzugucken und noch mehr zu heulen. War doch die ganze Zeit so schön mit Flori. Wieso haben Sie das nur nicht gemerkt? Wieso ist Ihnen kein einziges Zeichen aufgefallen?

Diese Frage ist überflüssig. Heute, am Notfalltag, ohnehin. Sie werden darauf keine Antwort bekommen. Vielleicht gab es Zeichen. Vielleicht auch nicht. Fakt ist: Der Mann ist weg. Das müssen Sie erst mal verinnerlichen, und wenn es noch so weh tut.

Sie sind hoffentlich – wenn Sie meinem Rat gefolgt sind – nicht allein. Irgendjemand sitzt bei Ihnen und hört Ihnen hoffentlich zu. Und wenn es die Telefonseelsorge oder die Astrologie-Hotline ist. Egal.

Reden Sie. Reden Sie sich alles von der Seele.

Schimpfen Sie auf den gemeinen Kerl, der Sie gar nicht verdient hat. Der wird schon noch merken, wie es ohne Sie ist. Die Augen werden dem aufgehen. Seien Sie wütend. Regen Sie sich auf. Ja. Ich rate Ihnen ernsthaft dazu, wütend zu sein. Weil in der Wut wesentlich mehr Energie steckt als in der Trauer, obwohl dieser edle Rat kontinuierlich in Lebenshilfe-Artikeln auftaucht. „Geben Sie Ihrer Trauer Raum.“

Dürfen Sie. Aber nicht jetzt und hier. Heute tut alles einfach nur weh. Ihre Seele fühlt sich, als wäre sie mit Mike Tyson im Ring gestanden. Trauern können Sie morgen auch.

In amerikanischen Filmen schnappen sich die Frauen zu solchen Gelegenheiten einen riesigen Becher Eis und löffeln ihn leer, während sie weinen. Ich weiß wirklich nicht, warum irgendjemand glaubt, dass ein Becher Eis gegen Liebeskummer hilft. Da habe ich mit Apfelwein bessere Erfahrungen gemacht. Aber jeder wie er möchte.

Allerdings sollten Sie, während Sie die zweite Kilopackung Schokoeis öffnen, vielleicht vorsichtig darüber nachdenken, ob Sie zu Ihrem üblen Herzensleid jetzt auch noch ab morgen eine Diät verkraften können. Andererseits haben Sie soeben mindestens 70 überflüssige Kilos verloren. Na dann…

Schmieden Sie Rachepläne. Ja. Sie lesen schon richtig. Aber wichtig: Sie dürfen nur drüber nachdenken, Sie dürfen sie auf gar keinen Fall in die Tat umsetzen. Stellen Sie sich ruhig vor, was Sie mit Florian alles tun würden, bekämen Sie ihn in die Finger. Knipsen Sie ihm die Fingernägel in Gedanken ab. Rasieren Sie ihm eine Glatze, während er schläft. Verpassen Sie seinem Auto eine neue Gravur mit dem Schlüsselbund oder eine Lackierung, vielleicht violette Pünktchen, damit er mal Grund zur Freude hat, wenn er seinen geleasten Boliden morgens vor der Haustür stehen sieht. Sie dürfen sich alles vorstellen, was Sie möchten, denken Sie daran: vorstellen, sonst nichts. Toben Sie sich ruhig aus in Gedanken.

Heute ist alles erlaubt. Weil Sie sich in einem Ausnahmezustand befinden. Wenn Sie Lust haben, sich 14 Paar Pumps zu kaufen, Ihre Kreditkarte funktioniert und ein Schuhladen geöffnet hat, legen Sie los. Auch wenn Sie keinen dieser Schuhe jemals tragen. Lassen Sie es krachen. Kaufen Sie endlich diesen Glitzer-Bikini, der nur aus 32 Perlonfäden mit Strass-Steinen besteht. Sie haben ihn sich verdient. Und irgendwer wird Sie drin bewundern. Nicht heute, aber irgendwann.

Wenn Sie Lust haben, sich sinnlos zu betrinken, bitteschön. So eine gute Ausrede für ein anständiges Besäufnis finden Sie so schnell nicht wieder. Wichtig: Sie dürfen sich nur volllaufen lassen, wenn Sie Ihr Telefon wirklich außer Reichweite gebracht haben, denn ab 1,5 Promille wird man weinerlich und glaubt, man könnte mit ein paar rührseligen Worten eine Versöhnung erzwingen.

Nein. Können Sie nicht.

Jetzt ist die beste Gelegenheit, sich von ein paar belastenden Dingen zu trennen. Sollte Florian zerknitterte Boxershorts und eine zerknautschte Zahnbürste in Ihrem Schrank deponiert haben, stopfen Sie das Zeug in eine Plastiktüte und stellen Sie diese vor die Tür. Geben Sie der Tüte einen kräftigen Tritt oder zwei.

Sie brauchen die Unterhosen jetzt nicht mit tränenverschleierten Augen durch die Finger gleiten lassen. Da war nix drin, das Sie vermissen sollten, denn Männer sind ein nachwachsender Rohstoff. Jeden Tag fällt einem ein Typ vor die Füße, der vielleicht das Zeug dafür hätte, der Kerl fürs ganze Leben zu werden, oder? Sie können das nur heute nicht sehen, weil es Ihnen schlecht geht.

Und dann – wenn Sie Ihre zwei Kilo Eis und eine Flasche Moet Chandon konsumiert haben, wenn Sie genügend geschimpft haben und Florian in Ihrer Phantasie kein einziges Haar mehr auf dem Kopf oder einen Fingernagel an der Hand hat: Gehen Sie schlafen. Morgen ist ein neuer Tag. Das ist übrigens der letzte Satz in „Vom Winde verweht“, dem unvergesslichen Bestseller von Margret Mitchell (die für dieses Buch immerhin schlappe 10 Jahre gebraucht hat). Morgen ist ein neuer Tag.

Das müssen Sie mir glauben. Ich bin ein Liebes-Kummer-Veteran. Und ich habe alle überlebt.

Variieren Sie ein wenig. Probieren Sie es aus, was Ihnen gut tut. Aber sorgen Sie dafür, dass Sie nicht ganz allein zusammengekauert über einem Stapel Fotos oder einem tränenverschmierten Handy-Display sitzen und sich grämen. Seien Sie wütend. Denken Sie dran: Sie haben nicht verdient, dass man Ihnen so weh tut. Und es passiert tausenden Frauen auf der ganzen Welt just in diesem Moment genau so. Sie sind nicht allein. Auch wenn es sich so anfühlt.

Und jetzt gehen Sie los, Champagner besorgen. Ich drücke Ihnen die Daumen, dass die Flasche bis an Ihr Lebensende geschlossen bleibt.

Ihre Barbara Edelmann

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Ein Gastbeitrag von Silke.

Was macht man nicht alles in einer schlimmen Liebeskummer-Situation? Ich zum Beispiel habe bei meinem letzten großen Liebeskummer als erstes das Handy gewechselt.

Aber nicht, um eine neue Nummer zu bekommen, sondern weil jede eingehende Nachricht, ganz gleich, ob SMS, Whatsapp oder die Mailbox, mit dem sing-sang-mäßigen Ton, der mich an meinen Exfreund erinnerte, einherging.

Wir hatten – als wir noch zusammen waren – unglaublich viel ge“whats-appt“, kaum eine Stunde verging, ohne dass wir uns tagsüber  –zig Nachrichten schickten. Der Signalton meines Handys und die Nachrichten meines damaligen Freundes – sie gehörten für mich zusammen. Untrennbar.

Als er dann Schluss machte und danach auf dem Handy – von anderen Leuten – Nachrichten eintrafen, war das für mich jedes Mal ein tiefer Stich ins Herz. Es war unerträglich, weil der Ton mich so fulminant an ihn erinnerte und ich in den kurzen Sekunden der Signalton-Melodie ein regelrechtes Wechselbad der Gefühle durchlief. Trauer, Hoffnung (dass ER es ist), abgrundtiefe Traurigkeit, Verzweiflung – das alles kochte in mir hoch, wenn nur eine einzige Nachricht mit dem besagten Signalton einging.

Es war nicht zu ertragen.

Da mein Handy schon einige Jahre auf dem Buckel hatte und sich komischerweise partout kein anderer Klingelton einstellen ließ, zog ich die einzig logische Konsequenz: ich schaffte dieses unselige Handy ab und mir ein neues Smartphone an.

Natürlich war der Liebeskummer nicht von heute auf morgen weg, aber der unerträgliche Signalton –  von ihm blieb ich verschont.

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„Zwei beste Freunde hätten lediglich erkannt, dass es Zeit sei, sich mehr Raum zu nehmen und dem anderen zu helfen, ein erfülltes Leben zu haben“

Klingt eher nach einer verschwurbelten Liebeserklärung als nach einem Trennungsstatement.

Zitiert ist das Ganze von den Schauspielern Channing Tatum und Jenna Dewan. Der amerikanische „Das-Leuchten-der-Stille“-Schauspieler und die schauspielernde Tänzerin, ebenfalls Amerikanerin, gaben mit diesem Statement, das im Original auf Twitter noch umfangreicher ausfiel, ihre Trennung bekannt.

Die beiden sind allerdings nicht die einzigen, deren romantische Trennungsverlautbarung eher wie ein Liebesbeweis gegenüber dem anderen klingt.

Auch bei Usher, der sich Anfang März 2018 von seiner Frau Grace Miguel trennte, liest sich das Statement zum Liebes-Aus ähnlich.

Auf ok-magazine.de ist von den beiden Getrennten unter anderem folgendes zu lesen:

„Die enorme Menge an Liebe und Respekt, die wir füreinander haben, wird nur noch mehr werden, während wir vorwärtsgehen.“

Das hört sich doch eher nach einem waschechten Heiratsantrag an! Aber auch hier – aus und vorbei!

Ähnlich romantisch klingt die Trennungserklärung von Alicia Silverstone (im Bild) und ihrem Exmann Christopher Jarecki, die sich ebenfalls auf dem Portal von ok-magazine.de nachlesen lässt, Zitat:

„Sie lieben und respektieren einander immer noch sehr (…)“.

Aha.

Dieses „sie lieben einander immer noch sehr“ ist fast schon ein (Hollywood)Klassiker. Das Statement wird in der Welt der Promis fast schon inflationär benutzt.

Aber gut – Menschen, die vor Kameras und auf Bühnen stehen und vor einem Millionenpublikum performen, werden wohl kaum das Otto-Normalo-Vokabular nutzen. Zudem lassen diese VIP`s ihre Kommentare zur Trennung oftmals auch über einen Sprecher ausrichten, da ist es nur logisch, dass an einem solchen Statement wahrscheinlich professionelle Redenschreiber herumgefeilt haben.

Tja – romantisch bis zum Schluss eben, auch wenn`s nur Fassade sein dürfte!

Wie ehrlich und auf den Kopf genau trifft es da doch die Standard-Aussagen von „Lieschen Müller“ von nebenan, wenn sie der besten Freundin berichtet, warum es aus ist mit dem einstigen Mr. Right: „Du – der war nichts für mich!“

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Fotograf: Byron Purvis

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