Liebeskummer besiegen – es gibt nur einen Weg!

Teil 1 – Liebeskummer – wer hat dieses miese Gefühl nicht schon erlebt? Wohl jeder von uns! Ich natürlich auch und jedes Mal, wenn ich einen Liebeskummer überwunden hatte, habe ich mir geschworen bei einem etwaigen weiteren Herzschmerz, nicht mehr so heftig zu reagieren.

Das kennen wahrscheinlich viele.

Und dennoch: trennt sich der Partner und man selbst würde weiterhin gern mit diesem Mann (oder der Frau – als Frauenmagazin thematisieren wir hier nachfolgend den Mann, natürlich trifft umgekehrt vieles genau SO auch auf die Frau zu) zusammen sein, bricht eine Welt zusammen. Jedes Mal aufs Neue, ganz egal, wie jung oder alt man ist.

Herzschmerz aus der persönlichen Perspektive

Ich habe diese Erfahrung auch schon mehrfach gemacht und möchte deshalb hier aus der eigenen, persönlichen Perspektive heraus darüber berichten, wie sich der Liebeskummer besiegen lässt.

Es gibt nämlich nur einen Weg, egal, was andere Leute, (selbsternannte) Experten oder gar die schwarzen Schafe mit ihrem „Exfreund zurück im Handumdrehen“ auch sagen.

Natürlich kann man sich einen Coach nehmen, einen Therapeuten, Bücher wälzen, das Internet nach Themen zu Liebeskummer abgrasen, und, und, und….Alles richtig und teilweise auch sehr zu empfehlen. Allerdings wird niemand bei all dem Angebot auch nur einen einzigen Weg finden, der dafür sorgt, dass der Liebeskummer per Handumdrehen – praktisch wie mit einem Zauberstaub – verschwindet.

Das gibt es nicht und wird es wohl nie geben.

Insofern – wie erwähnt – möchte ich hier Einblicke geben in die Gefühlswelt, wie ich sie erlebte, nachdem ich verlassen wurde.

So wie auch ich in meinem Leben schon mehrfach jemanden verlassen habe, so wurde umgekehrt auch ich schon dann und wann einmal verlassen und der Weltschmerz war natürlich groß.

Deshalb will ich mich jetzt auch gar nicht lange mit einer Einführung oder ellenlangen Abhandlungen, wie man sie aus Artikeln für E-Books oder im Zusammenhang mit irgendwelchen E-Mail-/Newsletter-Anmeldungen kennt, die nie zum Punkt kommen bzw. erst dann, wenn Sie sich irgendwo (womöglich noch kostenpflichtig) registriert oder das E-Book gekauft haben, aufhalten.

Diverse Bezeichnungen für 1. Phase des Kummers

Sondern tatsächlich zum Punkt kommen. Und zwar zum ersten. Oder zur ersten Phase des Liebeskummers – das kann man nennen wie man will.

Demensprechend viele Bezeichnungen für die erste Phase gibt es – sie reichen von „Schockzustand“, „Starre“ oder auch „Verlassenwerden“. Ich persönlich würde es Schockstarre nennen. Denn natürlich ist es ein Schock, wenn man verlassen wird, womöglich noch völlig ohne Vorwarnung.

Passiert einem das, dann fühlt man sich von jetzt auf gleich, wie in einen Trance-Zustand versetzt. Ich hatte beim Verlassenwerden oft auch das Gefühl, mein Kopf – ja, mein ganzer Körper – befindet sich auf einmal wie in einem Schraubstock oder auch wie von einer Lähmung befallen, wie in Watte – man kann es schlecht beschreiben.

Aber so oder ähnlich fühlte es sich für mich beim Anfang des Liebeskummers jedes Mal an. Ich verrichtete zwar das, was zu tun war, aber alles irgendwie mechanisch, wie nicht ganz da. Ruft einen jemand an (jemand, der nicht im Zusammenhang mit einem Trost in Sachen Liebeskummer steht), will man sich das, wenn überhaupt, nur kurze Zeit anhören und hat überhaupt keinen Nerv, sich darauf zu konzentrieren.

Ich für mein Teil sah in dieser Phase zu, dass ich die meisten Telefonate rasch beendete, ich konnte mich darauf oft gar nicht wirklich einlassen, weil mein ganzes ICH komplett von der Vereinnahmung des Schocks eingenommen war.

Auch nötige Einkäufe verrichtet man ganz automatisch, wie ein Roboter, es ist in einer solchen Situation zumeist so, dass es einen nach Hause zieht, weg von den sprechenden, lärmenden Mitmenschen.

Allerdings: ist man daheim, fühlt man sich nach kurzer Zeit wie ein gehetztes Tier, man hält auch das nicht lange aus, fühlt sich wie der einsamste Mensch der Welt.

Man hält sich allein schlecht aus, hat aber auch kaum Lust auf andere Leute

Ich erlebte es bei Liebeskummer oft so, dass ich in meinen eigenen vier Wänden selbige hätte hochgehen können, ich kam nicht klar.

Es war paradox: war ich in meiner Wohnung, hielt es nicht lange aus, ging ich raus, war das aber auch nichts – eine ständige innere Unruhe ist gerade in dem Schockzustand bei Liebeskummer ein ständiger, unangenehmer Begleiter.

Ich habe mich manchmal für eine Art Zwischenlösung entschieden und bin mit dem Auto umhergefahren. Das ist zwar auch nicht das Wahre, aber irgendwie muss man ja die erste Phase nach einer Trennung – und die besteht nun mal in den meisten Fällen aus einer Art Schock – bewältigen.

Auch das Konsumieren von Zigaretten, Alkohol und Schokolade gehört in dieser Phase dazu und dagegen ist auch überhaupt nichts einzuwenden – vorausgesetzt man (FRAU) ist schon 18 Jahre alt.

Kaum eine Frau, die gerade begreift, dass der Mann, mit dem sie eigentlich alt werden wollte, sie verlassen hat, kann sich in so einer Zeit der normalen (und schon gar nicht einer gesunden) Ernährung widmen, wenn sie der Liebeskummer voll im Griff hat.

Ich für meinen Teil habe so gut wie gar nichts normales an Essen herunterbekommen, sondern mich in der ersten Zeit nach dem Verlassenwerden fast nur von Schokolade und richtig ungesundem Zeug ernährt. Meist aß ich gar nicht richtig und rauchte dafür früh am Morgen schon. Unzählige Glimmstengel schlossen sich daran im Laufe des Tages an.

Meine Arbeit brachte ich mehr schlecht als recht zustande, als jemand, der im Home-Office arbeitet, habe ich dazu noch meine Hygiene und mein Outfit total vernachlässigt.

Mit Liebeskummer tut man Dinge, die man sonst kaum tun würde

Meist stand ich auf, putzte mir die Zähne, wusch mich ein wenig und steckte mir dann die erste Zigarette an (hierzu sei angemerkt, dass ich eigentlich Nichtraucherin bin), dann die zweite, die dritte und irgendwann – gaaaanz langsam – setzte ich mich an die verfluchte Arbeit.

Ja, zu Zeiten des Liebeskummers verfluchte ich die Arbeit total, denn ich konnte sie nicht wirklich mit Konzentration angehen.

Stattdessen versuchte ich zwischendurch immer wieder, Freundinnen zu erreichen, um mit ihnen darüber, was mir widerfahren ist, zu sprechen.

Das kennen sicher viele: ist der Liebeskummer stark, hat man einen immensen Redebedarf – auch wenn es immer wieder dasselbe ist, was man erzählt. Wer hier verständnisvolle und geduldige Freundinnen hat, hat in Sachen Liebeskummer wirklich den Jackpot gezogen! Erledigungen, die an Tagen, wo ich mich in Herzschmerz suhlte, anstanden – so zum Beispiel Behördengänge – verrichtete ich mehr schlecht als recht. Ich schleppte mich regelrecht nach draußen, die innere Unruhe im Bauch und IHN im Kopf immer mit dabei.

Apropos IHN: meist ist es ja so, dass man in dieser ersten Schockphase immer noch denkt, dass Ganze sei irgendwie ein Missverständnis oder mindestens ein übler Scherz.

Dementsprechend oft guckt man aufs Handy, weil man denkt, dass dort jeden Moment die erlösende Nachricht aufploppt, die kundtut, dass er natürlich schon im Begriff ist, zurückzukommen.

Ist natürlich nicht so, die einzigen Anrufe und Nachrichten, die reinkommen, sind von Muttern oder den Freundinnen – logisch…!

Abends kommt der Blues

Die Endgültigkeit der Entscheidung des (Ex)Partners wird einem in Zeiten des Liebeskummers denn auch meist erst allabendlich total bewusst.

Geht der Tag, kommt der Schmerz mit noch vollerer Wucht. Viele fühlen sich in solchen Stunden extrem einsam und verlassen, doch ist das ein Wunder, wenn man soeben erst eröffnet bekam, dass man von jetzt an wieder Single ist?

Ich habe die Abend- und Nachtstunden in Zeiten des Liebeskummers jedes Mal als besonders unerträglich empfunden und entsprechend agiert.

Neben dem immensen Zigarettenkonsum, dem ich frönte, erlaubte ich – die ich sonst ganz selten und wenn, dann gemäßigt trinke – mir den tiefen Blick in die Rotweinflasche. Unter einer Pulle am Abend ging das – ich muss es so sagen – nie ab, dazu rauchte ich Kette.

Abendbrot fiel zumeist gänzlich aus, die Glimmstengel und der Alkohol ersetzten für mich abends, wenn keine Arbeit oder womöglich Termine anstanden, alles!

Wenn dann erstmal das Blut mit der ungesunden Flüssigkeit angereichert ist, kommen dann meist auch dumme Gedanken – zumindest war das bei mir oft so.

Man ruft IHN an oder überlegt sich Nachrichten, die man ihm schreiben möchte, setzt – gedanklich oder auf Papier – schmalzige Briefe auf, und, und, und…Der letzte Mann, der mich verlassen hatte, war jemand, den ich beim Online-Dating kennengelernt hatte. Insofern – Sie ahnen vielleicht schon, was kommt – hing ich allabendlich am Computer und schaute, ob er in der Singlebörse, die uns einst zusammengebracht hatte, wieder online war.

Und er war es in den meisten Fällen, was meinen Liebeskummer schier unerträglich machte.

Der grün leuchtende Online-Button, der wie zum Hohn dauerhaft eingeschaltet war, machte mich fast wahnsinnig! Herzschmerz, Wut, Selbstmitleid – so ziemlich alles, was der negative Gefühls-Reigen hergab, tobte in mir. Ich malte mir in den wildesten Vorstellungen aus, was er den anderen Frauen schrieb, wie sie flirtig miteinander chatteten, sich ein Date ausmachten….

Und als sei die allabendliche Qual nicht schon genug, malträtierte ich meine geschundene Seele auch an den Feiertagen, die in meine Schockphase des beschriebenen Liebeskummers fielen und hing in dieser Zeit ebenso tagsüber vor der Singlebörse ab – den grünen, fiesen Online-Button  immer vor Augen.

Es war furchtbar!

Man denkt, der Schmerz währt für immer

Kein Ratgeber der Welt, keine Tipps der besten Freundin oder Ideen aus dem Internet, hätten mir zu dieser Zeit mit der Aussage kommen können, dass ich eines Tages über diese Aktionen lachen und den Kerl ganz vergessen würde! Ein Ding der Unmöglichkeit in diesem Zustand.

Und weil es aber eben eher ein AusnahmeZUSTAND, als ein Zustand ist, neigt man in solchen Phasen zu allerlei kruden Aktivitäten.

Ich für mein Teil legte mir sogar einen neuen Handy-Ton zu. Denn: während ich kettenrauchend am Computer hing und ihn online stalkte, gingen natürlich auch immer mal Nachrichten auf meinem Handy ein (damals noch via SMS – Whatsapp war noch nicht erfunden).

Und da ich in den Zeiten meiner Beziehung mit IHM textete und simste, was das Zeug hielt, waren die meisten Nachrichten vor dem Aus natürlich auch vom „Jetzt-leider-Ex“ und trudelten mit der vertrauten Melodie ein. Dementsprechend zuckte ich bei jeder eingehenden Nachricht zusammen, weil mich der Eingangs-Klingel-Ton für SMS-Nachrichten so sehr an ihn erinnerte. Die helle Melodie brachte mich fast um den Verstand und schnitt sich gefühlt jedesmal aufs Neue in mein Herz, wenn sie ertönte.

Lange hielt ich das nicht aus und stellte einen anderen SMS-Ton ein. Verrückt, klar, aber wenn man in einer solchen Situation ist, tut man alles, um zumindest eine winzige Linderung des Kummers zu erfahren!

Über den Berg hilft einem sowas in einer solchen Zeit aber leider noch lange nicht. Dazu braucht es noch eine Weile…

Mehr dazu erfahren Sie in unserem zweiten Teil, den Sie auch bei uns finden – seien Sie gespannt!

Und: falls Sie aktuell in einer Liebeskummer-Situation sind, rate ich Ihnen eindringlich, stark zu bleiben. Es lohnt sich! Auch wenn`s derzeit noch nicht danach aussieht.

Bildnachweis: pexels.com

 

 

Autor: Anja

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