Beiträge

Deutschlands einziger Bergzoo liegt in Halle/Saale und gehört zu den eher kleineren zoologischen Gärten. Der höher gelegene Zoo in der Händelstadt hat Charme und ist immer einen Besuch wert. Aktuell umso mehr, denn die schon im Jahre 2018 höchst erfolgreiche Schau, die Installation „Magische Lichterwelten“, die es im Zoo Halle zu bestaunen gab, ist nun auch in diesem Jahr, 2019, in die Stadt an der Saale zurückgekehrt.

Ein Ereignis, das vor allem für Familien ein absolutes Highlight sein dürfte. Ein Highlight, das es erst nach Einbruch der Dunkelheit zu bestaunen gilt, denn dann verwandelt sich der Zoo in ein einzigartiges, faszinierendes Lichtermeer (siehe Bild).

Auf der Homepage des halleschen Zoos kann man dazu folgendes lesen:

„Ab 26. Januar 2019 kehren unter dem Motto “New Worlds” die „Magischen Lichterwelten“ mit fünf neuen Themenwelten nach Halle zurück. Der Bergzoo wird sich dann bis einschließlich 17. März 2019 wieder in eine magische Welt verwandeln, die Kinderherzen höherschlagen lässt und Erwachsene in das Staunen der Kindertage zurückversetzt. Gezeigt werden Tiere und Pflanzen aus den 4 großen Lebensräumen der Erde – Regenwald, Steppe, Wasser und Gebirge, welche von den chinesischen Künstlern aus China als teils gigantische Laternenfiguren gefertigt wurden. Die Highlights sind zum Beispiel ein gigantischer Wal oder die Galerie aus leuchtenden Wasserfontänen zwischen denen Pinguine die Besucher begrüßen zu scheinen. In der Safari-World grasen friedlich Antilopen und Giraffen, während eine Wasserbüffelherde durch die Landschaft galoppiert. In der Bergwelt ist eine Gruppe Schneeleoparden auf der Jagd, während der rote Pandabär sich rührend um seinen possierlichen Nachwuchs kümmert. Über ihnen kreisen Adler – die Könige der Lüfte. Zusätzlich gibt es eine Welt der chinesischen Mythologie mit vielen fantastischen Fabelwesen und natürlich einem neuen Drachen, der diesmal an einer anderen Stelle und mit veränderten Aussehen die Besucher in Erstaunen versetzen wird. Auch eine neue Showproduktion mit Artisten aus ganz China wird die Besucher zwei bis dreimal abendlich begeistern.“

Deshalb unser Tipp: nichts wie hin, am besten mit der ganzen Familie!

Öffnungszeiten:

Montag: Ruhetag
Dienstag bis Donnerstag: 17:30 Uhr bis 21:30 Uhr
Freitag und Samstag: 17:30 Uhr bis 22:30 Uhr
Sonntag: 17:30 Uhr bis 21:30 Uhr.

Mehr Infos zum Zoo und zur Schau hier.

Bildnachweis: privat

 

Eine der wohl charmantesten Bühnengeschichten der letzten Jahre ist seit wenigen Tagen in München als Musical zu erleben!

DIE FABELHAFTE WELT DER AMÉLIE erzählt die Geschichte des weltweit erfolgreichen und 5fach Oscar®-nominierten französischen Kinofilms mit stilistischen und traditionellen Mitteln des Musicaltheaters. Bei dem außergewöhnlichen Musical-Genuß im neuen WERK7 Theater der Bayernmetropole ist das Publikum nah am Geschehen dran und kann Amélies Welt auf phantasiereiche und unterhaltsame Art und Weise erleben.

Zur Europa-Premiere am 14. Februar 2019 kamen zahlreiche Prominente, um sich in diese fabelhafte Sphären entführen zu lassen.

So zum Beispiel Bruno Eyron, Alessandra Geissel, Janina Hartwig, Sebastian Höffner, Melissa Hannawald, Peter Illmann, Sabine Kaack, Felix Klare, Viola Kraus, John Jürgens, Emil Kusmirek, Marie Theres Kroetz-Relin, Corny Littmann, Timothy Peach, Prince Damien, Froonck Matthee, Anouschka Renzi, Petra Reiter, Herbert Ulrich, Florian Weiß.

Katja Ebstein

Auch Katja Ebstein (im Bild) und Ralph Siegel waren Gäste der Premiere. Der mit seiner Familie präsente Ralph Siegel zeigte sich von dem Musical und der dargebotenen Live-Musik begeistert. Sein Statement dazu:

„Es war fabelhaft. Es ist eine bezaubernde Aufführung und Besetzung, ein Darsteller besser als der andere. Der Komponist wird sich sehr gefreut haben, der ist ja extra dafür aus den USA gekommen, wunderbar!“

Die Hauptrolle in dem Musical spielt – als AMÉLIE – Sandra Leitner (im Bild im roten Oberteil), die im März 1996 in Ehringhausen geboren wurde.

An der Academy of Stage Arts im Taunus hat sie ihre Ausbildung zur Musicaldarstellerin und Schauspielerin 2016 abgeschlossen. Bühnenerfahrung konnte sie u.a. bereits in Stücken wie „Die Dreigroschenoper“, „Hair“, „Cabaret“, „Peter Pan“, „Der zerbrochene Krug“ oder  „Aladdin“ sammeln. DIE FABELHAFTE WELT DER AMÉLIE ist als Ensemblestück kreiert, bei dem es auf jeden einzelnen Darsteller ankommt. Alle Beteiligten sind fast durchgehend gemeinsam auf der Bühne. Als Erzähler, im Charakter oder als Teil eines imaginären Bühnenbildes, welches final zunächst im Kopf des Zuschauers entsteht. Gemeinsam kreieren sie Abend für Abend zusammen die fabelhafte Welt der Amélie.

Grund genug also, mal (wieder) in München vorbeizuschauen und sich einen traumhaften Musical-Abend zu gönnen!

Infos dazu & Kontakt:

DIE FABELHAFTE WELT DER AMÉLIE – DAS MUSICAL
Februar bis Oktober 2019
WERK7 Theater München im Werksviertel (Ostbahnhof)
Karten und Informationen auf musicals.de

Bildnachweise:

MŸünchner Produktion im Werk7 Theater, Werksviertel-Mitte.

Brauer-Photos / G.Nitschke

Presse-Infos von SOCIETY RELATIONS & Communications
Press Work + Public Relations + VIP Guestmanagement + Events, Hamburg

Deutschland nach dem Mauerfall – wer erinnert sich nicht an diese wilde Zeit? Tchibo-Aufkleber an Trabis, Verkauf von Südfrüchten in provisorischen Ladengeschäften oder gleich vom LKW runter…Wohl ein jeder hat bestimmte, persönliche Bilder im Kopf, wenn er an die Zeit nach dem 9. November 1989 denkt.

Vor allem in ostdeutschen Landen veränderte sich das alltägliche Bild seinerzeit rasant.

Einige dieser Momentaufnahmen aus Ostdeutschland werden ab dem 14. Februar 2019 in Berlin gezeigt. In der Kulturbrauerei startet in den nächsten Tagen die Ausstellung mit dem Titel: „Nach dem Mauerfall – Fotografien von Daniel Biskup 1990 – 1995“.

Zum Inhalt der Schau ist auf dem Museumsportal Berlin folgendes zu lesen:

„Das Museum in der Kulturbrauerei Berlin präsentiert vom 14. Februar bis 25. August 2019 ein bisher unveröffentlichtes Konvolut privater Bilder des Fotografen Daniel Biskup (geb. 1962), die auf Reisen durch Ostdeutschland nach der Wiedervereinigung von 1990 bis 1995 entstanden sind. In einer Zeit nachhaltiger gesellschaftlicher, politischer und kultureller Transformationen nimmt Daniel Biskup die Menschen in den Blick: Seine Fotos zeigen den Alltag mit Hoffnungen, Visionen, Ängsten und Utopien als eindrucksvolles Stimmungsbild der Atmosphäre der ersten Jahre nach dem Fall der Mauer im Osten.
Wie gestaltete sich die Zeit nach der Wiedervereinigung? Wie erlebten die Menschen den Wandel der Konsumwelt? Der Alltag der Menschen ist auch geprägt von einem ambivalenten Umgang mit der Vergangenheit, einer neuen politischen Landschaft und tiefgreifenden Veränderungen in der Arbeits- und Berufswelt. Dabei wirft die Ausstellung auch einen Blick auf den desolaten Zustand der Infrastruktur der DDR, zugleich zeigt sie beeindruckende Porträts und Szenen des Alltags – und damit die Dynamik und Energie der Menschen in der Zeit der Transformation.“

Wer diese Zeit bewusst miterlebt hat oder sie den Kindern oder Enkeln nahebringen möchte, sollte sich diese Ausstellung nicht entgehen lassen! Sie wird bis zum 25. August 2019 gezeigt – Eile ist also derzeit noch nicht geboten. Vielleicht nutzt der eine oder andere ja den kommenden Frühling, um den Berlin-Trip mit Zeitgeschichtlichem zu bereichern!

Alle Infos zu der Ausstellung finden Sie hier.

Bildnachweis (Symbolbild): pixabay.com

Wer das angekündigte schöne Wetter im Oktober für einen Wochenendausflug nutzen möchte, der sollte unbedingt Goslar in seine engere Wahl nehmen. Hier taucht man ein in pittoreskes Mittelalter-Flair und kann sich beim Bummel durch das zauberhafte Harzstädtchen wunderbar treiben lassen. Wer hier als Besucher kommt, der kann nachvollziehen, warum die Altstadt von Goslar zu den Weltkulturerbestätten der UNESCO zählt!

Laut Wikipedia wurde das gepflegte Harz-Städtchen im Jahre 979 erstmals urkundlich erwähnt, was vor allem geschichtlich Interessierte aufhorchen lassen dürfte.

Und so ist denn auch an fast jeder Ecke der einstigen Residenzstadt, durch die idyllisch ein kleiner Bach –  Abzucht genannt – plätschert, Historisches vorzufinden.

Allein rund um den Markt (siehe Bild) finden sich diverse Sehenswürdigkeiten, die einen Besuch wert sind. So zum Beispiel der Marktbrunnen, das Rathaus mit Huldigungssaal, der Schuh-Hof und das Glocken- und Figurenspiel.

Historische Mühle in Goslar

Außergewöhnliche Einblicke in die Nutzung alter Techniken finden sich an Abzucht und Gose (ein Nebenfluss der Abzucht) an über vierzig Stellen, an denen innerhalb der letzten tausend Jahre das kostbare Nass für den Antrieb der damals üblichen Mühlrädern genutzt wurde. Geblieben ist davon nur noch eine Mühle. Erbaut im frühen 16. Jahrhundert beherbegte die Mühle am „Klapperhagen“ in ihrer letzten Phase des Betriebs eine Zement- und eine Lohmühle (siehe Bild).

Wer beim Eintauchen in längst vergangene Zeiten Hunger und Durst verspürt, der sollte seinen Rundgang für eine Einkehr in das Brauhaus Goslar unterbrechen. Hier gibt es köstliche regionale Spezialitäten (laut Homepage des Brauhauses beispielsweise „Hackus & Knieste“, „Warmen Linsensalat“ oder auch  „Goslarer Bierbraten mit dunkler Biersoße“) und so mancher Genießer von Gerstensaft schwört Stein und Bein, dass hier das beste Bier überhaupt ausgeschenkt wird.

Wer so gestärkt seinen Bummel durch die Altstadt fortsetzen mag, dem sei auch ein Besuch der historischen Kirchen empfohlen. Als steinerne Zeitzeugen präsentieren diese die spannende Geschichte der Stadt – sei es die Marktkirche, die Neuwerkkirche oder die Kirche St. Stephani.

Wer nach der Besichtigung der zahlreichen Sehenswürdigkeiten zwischen bunten Fachwerkhäusern und geschichtsträchtigem Kopfsteinpflaster noch Lust auf Natur hat, der sollte einen Tag (oder zwei Tage) mehr einplanen, um in die schöne Harzregion einzutauchen.

Goslar ist umgeben von einer faszinierenden Harz-Landschaft, die mit einer wunderschönen Gebirgswelt aufwartet. Vor allem Natur- und Wanderliebhaber kommen hier voll auf ihre Kosten.

Um gestärkt und erholt einen Tag in der Natur anzugehen, sollte man sich in Goslar eine ansprechende Übernachtungsmöglichkeit suchen.

Im Zwinger kann sogar übernachtet werden

Und da an diesem Ort so ziemlich alles von Historie umgeben ist, kann man auch als Besucher sein Haupt stilecht betten – und zwar im Zwinger (siehe Bild). Dieser ist Teil der Befestigungsanlage von Goslar und wurde seinerzeit errichtet, um die Stadt vor feindlichen Angriffen zu schützen. Das imposante Bauwerk ist heute ein Erlebnisturm und beherbergt sogar außergewöhnliche Ferienwohnungen – siehe hier.

Da all das natürlich nur ein kleiner Ausschnitt der vielfältigen Möglichkeiten, die man als Tourist in Goslar hat, ist, sollten sich Besucher vor Ort, in der Touristeninfo am Markt 7, oder im Vorab unter Goslar.de über die Stadt informieren.

Bildnachweis: GOSLAR marketing gmbh

Aschenbrödel-Ausstellung

Alle Jahre wieder…begegnet uns im Fernsehen das Aschenbrödel. Und zwar in der Kultverfilmung „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Die deutsch-tschechische Produktion aus dem Jahre 1973 gehört zu der Kategorie Film, die man jedes Jahr aufs Neue anschauen kann, obwohl man ja nun wirklich jede Szene in- und auswendig kennt.

Wahrscheinlich ist der Zauber, der dem Film „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ innewohnt, auch nicht wirklich mit logischen Argumenten zu erklären. Er zieht -zigtausende Menschen in seinen Bann, das ist eben so.

In den kalten Monaten ist Aschenbrödel-Ausstellung der Renner

Vielleicht macht die Jahreszeit, zu der der Film alljährlich ausgestrahlt wird, etwas aus. Wenn es draußen kalt ist und die Advents- bzw. Weihnachtszeit mit ihrem besonderen Flair aufwartet, ist man wohl auch in der richtigen Stimmung für Märchenfilme. Ob der Filmklassiker auch so ein Dauerbrenner geworden wäre, wenn er in den letzten Jahrzehnten im Sommerprogamm der Fernsehsender gelaufen wäre, ist stark zu bezweifeln.

Und so heißt es eben Jahr für Jahr aufs Neue: in den Fernsehsessel oder aufs Sofa gekuschelt und sich dem romantischen Märchen vom armen Mädchen, das am Ende dann doch ihren Prinzen findet, hingegeben. Erfahrungsgemäßg läuft „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ alljährlich ab Mitte November bei den verschiedensten Sendern. Und über die Weihnachtsfeiertage sowieso.

Allerdings wird das Filmprogramm schon seit geraumer Zeit durch eine Ausstellung ergänzt, die an einem der Originaldrehorte – dem Schloss Moritzburg in Sachen – gezeigt wird.

Ist das Schloss alleine schon ein Traum und jede ferne Reise wert, so hat es einen besonderen Reiz, das historische Ensemble in Verbindung mit der dort befindlichen Ausstellung „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ zu besuchen. Seit 2017 wartet das Moritzburger Schloss mit der Aschenbrödel-Ausstellung auf und den Initiatoren ist mit diesem Projekt – in Zusammenarbeit mit tschechischen Partnern – ein wahrlich besonderer Coup gelungen!

Aschenbrödel-Fans pilgern ins Schloss

Allein im vorigen Jahr pilgerten über Hunderttausend Märchen-Liebhaber in diese besondere Winterausstellung und ließen Neues, Altvertrautes und auch Verblüffendes rund um die „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ auf sich wirken.

Was genau den Besucher in der Ausstellung, die in diesem Jahr am 17. November startet und bis 3. März 2019 läuft, erwartet, verraten die Macher bereits jetzt auf der Homepage von Schloss-Moritzburg.de – dort heißt es:

„Bei Anbruch der kalten Jahreszeit erobert Aschenbrödel das Schloss. In der deutsch-tschechischen Verfilmung von 1973 berührt es mit seiner selbstbewussten, gewitzten Art bis heute auf einzigartige Weise. Als Original-Drehort erzählt das Märchenschloss Moritzburg in seiner Winterausstellung einige Hintergrundgeschichten zum Film und zum Werdegang des Märchens. Liebevoll nachgebildete Filmszenen, Originalkostüme und multimediale Inszenierungen vermitteln die Magie des Films. Am Ende des Rundgangs lockt die Schlossküche mit leckerem Kaffee und Kuchen. Für große und kleine Fans hält der Museumsshop liebevolle Kleinigkeiten bereit.“

Wer also schon Vorfreude auf den kommenden Winter und die damit beginnende Märchenzeit verspürt und vielleicht sogar DER Aschenbrödel-Fan schlechthin ist, sollte es nicht versäumen, das Schloss Moritzburg zu besuchen. Zumal das gleichnamige Örtchen in der Nähe von Dresden immer einen Ausflug oder Kurztrip wert ist.

Vielleicht hat der eine oder andere auch mit dem Wetter Glück und die prächtige, barocke Kulisse des eindrucksvollen Schlosses zeigt sich von Schnee umsäumt.

Ein solches Ambiente dürfte für DIE romantische Märchenstimmung schlechthin sorgen und so manchem scheint es wohl in solchen Momenten fast physisch anwesend: das Aschenbrödel, wie es die geschwungene Außentreppe hinunter zu seinem Pferd eilt.

Einfach nur märchenhaft!

Alle Infos zur Ausstellung finden Sie hier.

Wer sich generell für alte Gemäuer begeistert, dem sei auch dieses schöne Schloss hier empfohlen.

Bildnachweis: SCHLÖSSERLAND SACHSEN

 

Wies`n, Bier und gute Laune – dafür ist das Oktoberfest bekannt. Und natürlich als ein Treffpunkt unzähliger Singles. So manche Frau (und auch so mancher Mann) hat hier schon das passende Gegenstück gefunden, mal für`s Leben, mal für eine Nacht.

Überraschend ist es jedoch, dass die große Bayern-Sause auf der Wies`n auch online, beim Dating im Internet, eine große Rolle spielt.

Das legt zumindest die Erhebung eines Online-Vergleichs-Portals nahe. Hier wurden die Dating-Gepflogenheiten von weiblichen und männlichen Singles aus verschiedenen Ländern, im Zusammenhang mit dem Oktoberfest, beleuchtet.

Die Ergebnisse reichen von überraschend bis –  nun ja – auch etwas skurril…!

Lesen Sie selbst. Den ganzen Beitrag dazu finden Sie hier.

Bildnachweis: pexels.com

Ein Gastbeitrag von Christine. Wer kennt es nicht?! Situationen, in denen spontaner Besuch kommt.

Natürlich wird dann die aktuelle Verrichtung, bei der man gerade war, unterbrochen, es wird Kaffee aufgesetzt und sich dem unvorhergesehenen Gast gewidmet. So oder ähnlich läuft es wahrscheinlich überall, wenn auf einmal die Freundin, die Nachbarin oder eine gute Bekannte ganz unverhofft in der Küche sitzt.

Doch nicht bei allen Leuten stoßen solche Spontanbesuche auf positive Resonanz, im Gegenteil: viele Menschen mögen das gar nicht und machen dann halt nur gute Miene zum bösen Spiel.

Andere wiederum pflegen die Gastlichkeit eines offenen Hauses und haben überhaupt kein Problem mit unvorhergesehenem Besuch.

Ich selbst hatte eine Mutter, die spontanen Besuch überhaupt nicht mochte, aber relativ oft welchen bekam. Der Grund lag nahe, denn wir wohnen inmitten der Innenstadt, direkt ein paar Meter von der Fußgängerzone unserer Kleinstadt entfernt. Wer immer also Erledigungen und Einkäufe in der Stadt machte, kam kurz auf einen Sprung vorbei – im Laufe der Zeit kamen viele. Kolleginnen meiner Mutter, Freundinnen, gute Bekannte…

Obwohl meine Mutter das nicht mochte, machte sie aber immer gute Miene zum bösen Spiel, kochte Kaffee, servierte Gebäck oder – wenn im Hause – Kuchen und plauderte mit dem Besuch.

Erst im Nachgang, wenn der Gast – manchmal erst abends – wieder aufbrach, machte meine Mama ihrem Ärger gegenüber dem Rest der Familie Luft. Meist dann, wenn sie die für den Besuch unterbrochene Hausarbeit wieder aufnahm und nun bis spät abends damit beschäftigt war, womit sie doch längst schon fertig sein wollte. „Das hat mich nun ganz aus der Ordnung gebracht“ pflegte sie dann zu sagen.

Dazu muss man erwähnen, dass meine Mutter seinerzeit – das war in den Siebzigern und Achtzigern – ein paar Stunden arbeitete, sich dann um die Buchhaltung meines selbständigen Vaters kümmerte und natürlich parallel uns Kinder und den Haushalt in ihrer Verantwortung hatte.

Dass man da irgendwann auch mal mit der Hausarbeit fertig sein und nicht über Stunden unvorhergesehenen Besuch unterhalten möchte, ist klar.

Das komplette Gegenteil erlebte ich als Kind bei meiner Oma, die ebenfalls – und zwar direkt gegenüber von uns – lebte und das führte, was man ein offenes Haus nannte.

Da sie ihre komplette Verwandtschaft auf dem Land hatte, kehrten diese, wenn sie denn Besorgungen in der Stadt machen mussten, fast immer bei Oma ein – unangekündigt, versteht sich. Denn dazumal, in der DDR, hatte kaum jemand Telefon. Da aber meine Oma ein zu damaligen Zeiten außergewöhnliches Leben führte, als Unternehmer-Gattin und mit Putzfrau, musste sie sich nicht wirklich mit Haushaltsstress herumplagen und war deshalb auch nicht verschnupft, wenn unverhofft Besuch kam. Im Gegenteil: es wurde aufgetischt, geschwatzt, gelacht und der neueste Klatsch ausgetauscht, oft über Stunden. Und nicht selten schneiten noch andere Verwandte vom Land, die ebenfalls an dem Tag in der Stadt unterwegs waren, herein und das Kaffeekränzchen war perfekt!

Und ich – ich gehe ganz anders mit spontanem Besuch um. Es mag hart klingen, aber ich empfange keinen spontanen Besuch.

Ich hasse es, „aus der Ordnung“, wie es meine Mutter früher nannte, gebracht zu werden.

Und – ja – ich habe sogar schon die Klingel abgestellt, wenn ich meine Ruhe haben wollte oder auf Klingeln gar nicht reagiert, wenn ich hinter den Gardinen unvorhergesehenen Besuch anrücken sah.

Ich geb`s zu: ich mag das nicht. Ich habe selbst ein ziemlich ausgefülltes Leben, mit einem stressigen Job, eigenen Hobbys und einem eigenen Haushalt. Und wenn ich mal in Ruhe den Luxus eines guten Buches genießen will, dann will ich eines ganz bestimmt nicht: dass jemand unverhofft vorbei kommt! Ist so.

Natürlich habe ich auch einen Freundeskreis, aber wir alle treffen uns nach Absprache – immer. Ohne Verabredung vorher läuft nichts. Vielleicht ist das auch dem jetzigen Zeitgeist geschuldet – die schnelllebige Zeit, das Business, der Alltag, der oft genug Stress mit sich bringt, und, und, und…..Zumindest scheint keiner Lust auf spontane Treffen zu haben, ich für mein Teil kenne es jedenfalls aus dem eigenen Freundeskreis nicht, dass jemand spontan zu irgendwem geht.

Obgleich – da bin ich mir sicher – es auch heute bestimmt noch unzählige Leute gibt, die gegen Spontanbesuche nix haben und sich sogar darüber freuen.

So oder so – es ist wie mit allem. Was für den einen okay geht, ist für den anderen ein absolutes NO GO. Das ist in Ordnung so und absolut legitim!

Bildnachweis: pexels.com

Mehr Zeit mit der eigenen Familie – das wünschen sich die meisten Kinder! Wie wäre es, wenn Sie sich gemeinsam mit Ihrem Nachwuchs auf eine spannende Entdeckungstour durch die eigene Heimatstadt oder durch fremde Städte begeben?

Möglich macht das das Stadtspiel, eine Art Schnitzeljagd, auf der Sie immer wieder Rätsel lösen müssen, um den nächsten Hinweis zu finden.

Das Stadtspiel ist eine neue und andere Art, mit der Familie oder mit Freunden etwas über die eigene Heimatstadt oder fremde Städte zu lernen. Denn mit der Stadtspiel-Box kann man die gewünschte Stadt auf eigene Faust erkunden und muss keine normale Stadtführung buchen.

Durch das Lösen von spannenden Rätseln entdeckt man gemeinsam mit seiner Familie und/oder Freunden den Weg durch die jeweilige Stadt und erfährt dabei an jeder Station wissenswerte Details zum Standort und zu den Sehenswürdigkeiten.

Hinter dem Stadtspiel „Handmade in Dresden“ verbirgt sich kein großer Konzern, sondern pure Frauenpower der zweifachen Mutter Anja Gena (im Bild). Zusammen mit vier festangestellten Mitarbeiterinnen und einer Aushilfe kümmert sich Anja um die Weiterentwicklung der Stadtspiele.

FB: Anja, wie kamst Du auf die Idee, Stadtspiele zu produzieren?

Direkt nach dem Studium wusste ich zunächst nicht so recht, was ich eigentlich arbeiten soll und wie meine berufliche Zukunft aussehen soll. Seit der Schulzeit hatte ich immer wieder verschiedene Nebenjobs, unter anderem als Tierarzthelferin, Kellnerin und Bürokraft in einer Fahrschule. So konnte ich zunächst in verschiedenste Bereiche hineinschnuppern und wusste daher zumindest schon einmal, was ich nicht wollte. Mit diesem Wissen gründete ich 2005 ein eigenes Unternehmen, doch diese Idee scheiterte zunächst. Vor einigen Jahren kam ich auf die Idee, eine ganz andere Art der Stadtführung zu erfinden. Die Stadtspiele entwickelte ich aber zunächst nebenberuflich, erst 2013 traf ich die Entscheidung, auch hauptberuflich Unternehmerin zu sein. Diesen Schritt habe ich nie bereut. Ganz im Gegenteil: angestellt zu sein ist für mich heute keine berufliche Option mehr.

FB: Wie viele Stadtspiele gibt es denn inzwischen?

Mittlerweile gibt es die Schnitzeljagden unter anderem von Dresden, Leipzig, Berlin, Hamburg, München und auch von Wien und Prag. Innerhalb der Städte sind meist auch verschiedene Touren verfügbar, je nachdem ob man lieber die Altstadt bzw. Innenstadt entdecken möchte oder vielleicht doch lieber einen bestimmten Stadtteil. Insgesamt gibt es 32 verschiedene Stadtspiele zur Auswahl und es kommen immer wieder neue dazu. Als Nächstes ist das schöne Rom geplant.

FB: Stemmst Du das alles allein oder hast Du auch Mitarbeiter?

Momentan beschäftige ich vier festangestellte Mitarbeiterinnen und eine Aushilfe, mit denen ich mich im eigenen Laden in Dresden, der auch als Büro, Lager und Produktionsstätte dient, um die Weiterentwicklung der Stadtspiele kümmere. In den nächsten Jahren wollen wir stetig und nachhaltig weiterwachsen. Ich plane, jedes Jahr mehrere neue Schnitzeljagden zu entwickeln, so dass wir in fünf Jahren an die 50 verschiedene Stadtspiele haben werden. Auch neue Mitarbeiter möchte ich einstellen.

FB: Wie entsteht ein Stadtspiel, kannst Du das genauer beschreiben?

Begonnen wird erst einmal immer mit einer gründlichen Recherche zur geplanten Tour vom Schreibtisch aus. Ausgerüstet mit Fotokamera und Notizbuch folge ich dann der am Schreibtisch grob ausgearbeiteten Schnitzeljagd in der jeweiligen Stadt. Nachdem die Texte zu den jeweiligen Sehenswürdigkeiten recherchiert und geschrieben wurden, werden die Rätsel an den einzelnen Stationen für die Schnitzeljagd erfunden. Danach folgt die grafische Gestaltung der jeweiligen Postkarten. Nach dem Druck der Karten werden alle Stadtspiele per Hand verpackt bei uns im Laden, dazu werden die Stadtspiel-Boxen gefaltet und mit den eigens designten Produktaufklebern händig beklebt. 

FB: Und wie läuft so eine Schnitzeljagd dann genau ab?

Um loszulegen, benötigt man lediglich die entsprechende Stadtspiel-Box und entscheidet dann selbst, wie viele Personen man mitnehmen, wann man starten und wie viel Zeit man sich an jeder Sehenswürdigkeit lassen möchte. In der Stadtspiel-Box liegt eine kurze Erklärung mit dem Hinweis zum Startpunkt. Außerdem findet man darin 8 bis 16 Briefumschläge, je nach gewählter Tour, und einen Lösungsumschlag. Die Hinweise und Foto-Karten führen dann von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit. Durch die Antwort auf jede Frage erfährt man, welchen Umschlag man als Nächstes öffnen soll und wie es weitergeht. Die etwas andere Stadtführung kann auch jederzeit in einem Café oder Restaurant unterbrochen und zu einem anderen Zeitpunkt fortgesetzt werden. Ganz nach Lust und Laune.

FB: Für wen eignen sich die Stadtspiel-Boxen?

Unsere Kunden sind ein bunt zusammen gewürfelter Haufen. Das sind Familien, aber auch Mamas, die einen Kindergeburtstag planen und sich die Fragen nicht selbst überlegen wollen. Aber auch Touristen zählen dazu oder Lehrer –  für Klassenfahrten sind die Stadtspiele nämlich auch eine coole Idee. Auch für Junggesellenabschiede werden die Boxen gern gekauft.

FB: Wie schaffst Du es, als zweifache Mama, Beruf und Familie unter einen Hut zur kriegen?

Das ist für mich immer noch eine große Herausforderung. Denn es ist leider für Frauen immer noch sehr schwierig, ein eigenes Unternehmen aufzubauen. Gerade wenn man kleinere Kinder hat und auf die leider immer noch unflexiblen Betreuungszeiten angewiesen ist. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass Frauen als Unternehmerinnen, gerade wenn sie noch jung sind, oft nicht ernst genommen werden und sich den Respekt erst erarbeiten müssen. Am Herzen liegt es mir deshalb ganz besonders, Frauen darin zu bestärken, eigene Unternehmen zu gründen und aufzubauen. Deshalb engagiere ich mich unter anderem im Vorstand des Landesverbandes Sachsen / Sachsen-Anhalt im Verband deutscher Unternehmerinnen e.V.

Knorrige Bäume am Ufer, sattes Grün, wohin das Auge blickt und mittendrin Wasser – so präsentieren sich Leipzigs herrliche Wasserstraßen, die den gemächlich auf einem Boot Dahingleitenden fast vergessen lassen, wo er ist. Wer hier auf Erkundungstour geht, wähnt sich in vielen Momenten eher in der Region Amazonas als inmitten der Messestadt Leipzig.

Und doch ist man mittendrin in der mitteldeutschen Boom-City, wenn man sich für eine Tour auf dem kühlen Nass entscheidet.

Um das beliebte „Klein-Paris“ einmal aus einer ganz anderen Perspektive zu sehen, sollte man unbedingt eine Bootstour ausprobieren – ganz gleich, ob mit dem kleineren Motorboot oder in Form einer Gruppen-Bootsfahrt. An Angeboten hierzu mangelt es in Leipzig nicht, es liegt allein an der persönlichen Vorliebe, für welche Art der Fortbewegung auf dem Wasser man sich entscheidet. Kanufahren ist beispielsweise ebenso möglich, wie das Dahingleiten auf dem Drachenboot.

Wir haben uns für eine geführte Tour mit dem Motorboot entschieden, am Leipziger Stadthafen beginnend (im Bild links), hinaus auf die Weiße Elster und den Karl-Heine-Kanal.

Unser Kapitän steuert das kleine, aber feine Boot nicht nur zuverlässig, sondern versorgt uns auch mit vielen interessanten Infos hinsichtlich der Leipziger Wasserlandschaften und das Leben am Ufer. Hier stehen etliche imposante Villen, die meisten davon sind in den 1800er Jahren entstanden, als Leipzig auch als Verlagsstadt boomte.

So beispielsweise die Baedeker-Villa. Das wunderschöne Ensemble, in dem heute ein Klinik untergebracht ist, wurde einst für die Familie, die man mit den bekannten Baedeker-Reiseführer in Verbindung bringt, gebaut und hat auch heute nichts von ihrem Glanz verloren.

Eine Augenweide (siehe Bild links) – so wie auch die vielen anderen schönen Immobilien aus alten Zeiten, die man während der gesamten Bootstour bestaunen kann. Eine seltene Ansicht, denn wann hat man schon mal den Blick vom Wasser aus?

Irgendwann ist dann per Boot das Palmengartenwehr erreicht und man gleitet gemächlich daran vorbei. Weiter geht es dann parallel zum großzügigen Clara-Zetkin-Park, der beliebten „Grünen Lunge“ der Stadt. Selbst, wenn man in Leipzig lebt, staunt man doch immer wieder, mit welchen verborgenen Schätzen die Stadt aufwartet – vom Wasser aus ist die Perspektive eine gänzlich andere. Man fühlt sich wie verreist!

Ein bisschen Amazonas, eine Prise Spreewald – auch das trifft zu.

Inzwischen geht es unter altehrwürdigen Brücken (Leipzig soll mehr davon haben als Venedig!) Richtung Plagwitz – einem Stadtteil, den der Unternehmer Karl Heine geprägt hat. Auch die Villa dieses Industriepioniers und Unternehmers befindet sich am Ufer der eindrucksvollen Leipziger Gewässer.

Nach den altehrwürdigen Häusern, an denen man per Boot entspannt vorbei schippert, taucht in dieser verwunschenen Szenerie auf einmal ein U-Boot-artiges Gebäude auf: die Riverboat-Location (siehe links im Bild). Lange Jahre wurde von hier aus die gleichnamige Talksendung des MDR ausgestrahlt, heute kann der außergewöhnliche Bau für Events gemietet werden.

Weitere Highlights der Tour offenbaren sich links und rechts des Ufers: zu Wohnungen umgestaltete ehemalige Industriegebäude. Wo einst vor vielen, vielen Jahren wuchtige Maschinen brummten, leben heute in modernen Lofts und Terrassenwohnungen urbane Städter, die hier die Symbiose aus städtischem Trubel und faszinierender Natur am Wasser ausgiebig genießen können. Freilich nicht zum Schnäppchen-Preis, aber das ist ein anderes Thema!

Zwischen den sanierten und auch neu gebauten Wohngebäuden dreht unser Skipper, wir nehmen wieder Kurs auf den Ausgangspunkt und lassen sowohl die Wohnsiedlungen in Wassernähe als auch die scheinbar unberührte Natur an uns vorbei ziehen – herrlich!

An manchen Stellen im überraschend klaren Wasser können wir Fische beobachten – eine Situation, die sich wohl im Leipzig der DDR-Jahre niemand je vorstellen konnte! Wo einst kaum einer nur die Hand reingehalten hätte, ist heute ein großartiges Refugium für Wasserpflanzen und -bewohner entstanden, mit einer Natur rundum, die ihresgleichen sucht.

Insofern ist eine solche Bootsfahrt auf vielerlei Weise toll: man entspannt, man erfährt und entdeckt Neues und man hat sich mit einer solchen Stunde auf dem Wasser DIE Quicki-Erholung schlechthin gegönnt – körperlich und mental.

Besser geht’s nicht und macht eine solche Bootstour wohl zum einer der attraktivsten Ausflugsideen, die man bei schönem Wetter in Leipzig umsetzen kann. Und unbedingt sollte!

Probieren Sie es aus – sämtliche Touren und Abfahrtsstellen Leipzigs sind im Web via Suchmaschine auf einen Klick verfügbar!

Viel Spaß!

Bildnachweise: privat

Schöne neue Welt

Telefone mit Wählscheibe und Landkarten statt Navigationssysteme – viele Menschen können sich gar nicht mehr vorstellen, wie es einst zuging und junge Leute kennen all das sowieso nicht mehr. Schöne neue Welt eben – so auch der Titel der aktuellen Kolumne von Barbara Edelmann, die die modernen Errungenschaften mit einem Augenzwinkern aufs Korn nimmt:

„Wer lange fragt, geht lange irr“, pflegte meine Mutter zu sagen. Das sollte bedeuten, dass, wenn man zu viele verschiedene Menschen fragt, man vermutlich mehrere falsche Antworten bekommt und sich verzettelt.

Heute, im Informationszeitalter, war es noch nie so einfach, viele verschiedene Menschen zu fragen und viele unterschiedliche Antworten zu bekommen. Googeln Sie versuchshalber einfach ein durchschnittliches Krankheitssymptom wie zum Beispiel „erhöhte Temperatur“ und lernen Sie anschließend das Fürchten, denn vom irreparablen Motorschaden bis zur unentdeckten Tropenkrankheit, bei der einem am Schluss die Ohren abfallen, kann das wirklich alles sein. Und es steht da wie in Stein gemeißelt.

„Die Leute kommen mit einer fertigen Diagnose aus dem Internet zu mir“ seufzte mein Hausarzt frustriert. „Und sie lassen sich nicht umstimmen, dass es doch nicht die Beulenpest ist. Es ist viel schwieriger geworden, denn die Patienten sind nicht informiert, sondern irritiert.“

Vieles hat sich seit damals verändert, und wir sitzen mittlerweile auf einem Tiger, von dem man nicht mehr abspringen kann, ohne die Orientierung zu verlieren. Dabeisein ist schließlich alles.

Wieviele Eltern grübeln in dieser Sekunde, was ihr Kind am Computer grade tut? Sieht es sich bei Youtube Bugs-Bunny-Videos an, oder surft es auf einer Pornoseite, wo ihm Inhalte vermittelt werden könnten, die seine sexuelle Entwicklung nachhaltig schädigen?

In diesem riesigen virtuellen Sumpf blühen zum Teil schlimme Dinge unter der Oberfläche, grausige Blüten, gefüllt mit Hass, perfide Auswüchse des menschlichen Geistes, die der seelischen Gesundheit von Heranwachsenden und auch Erwachsenen nachgerade abträglich sind.

Das World Wide Web – dieser riesengroße digitale Bauchladen für die Menschheit, es wächst und wächst exponentiell. In ihm bekommen Sie heutzutage jede Information, die Sie möchten, ob es sich um eine weltweit nur von 7 Menschen ausgeübte Sexpraktik oder die Anleitung zum Bau einer Bombe handelt, ist egal.

Durch die rasende Geschwindigkeit dieser Entwicklung sind einige unserer Mitmenschen massiv überfordert. Immerwährende Erreichbarkeit und allezeit verfügbare Informationen haben einen hohen Preis. Wer dem Ganzen skeptisch oder unwissend gegenübersteht, wird mitgeschleift oder bleibt zurück.

Erinnert sich noch jemand an Autos ohne Navigationsgerät? Eins weiß ich sicher: Mit dem guten alten Shell-Atlas wäre es nicht passiert, versehentlich in ein Flussbett zu fahren. Der sagte nicht: „Halten Sie sich rechts.“ Den klappte man auf, suchte seine Route und fuhr dann los. Obwohl ich offengestanden nicht wirklich nachvollziehen kann, wie man mit den Augen auf der Straße und beiden Händen am Lenkrad in einen Fluss fahren kann.

Mittlerweile lese ich aber leider öfter die Schlagzeile: „Im Fluss/Bach/auf Eisenbahnschienen gelandet – Autofahrer folgte seinem Navi“. Selber schuld.

„Wieso gibst du deine Adresse als Zielpunkt ein?“ fragte ich neulich einen Freund. „Du wohnst da bereits 10 Jahre und kennst den Weg dorthin immer noch nicht?“

Das konnte er mir nicht beantworten. Er braucht vermutlich das Gefühl, dass ihm jemand sagt, was er zu tun hat. Ich fahre übrigens immer noch ohne, weil ich es hasse, wenn mir beim Fahren jemand dreinredet. Und wo ich wohne, weiß ich.

„Aktivieren Sie die Ortungsdienste, um unseren Service besser zu nützen“ fordern mich diverse Apps bei ihrer Installation auf. Sogar mein digitales Kochbuch möchte gerne wissen, wo ich mich herumtreibe. Kommt nicht in Frage.

Erinnert sich einer von Ihnen an Telefone mit Wählscheiben ohne Stimmwahl? An elektrische Tischrechner?  An Röhrenfernseher oder Musik-Kassetten? Nicht zurückgespulte Videobänder, für die man zur Strafe in der Videothek 2 Mark bezahlen musste? Unsere technische Entwicklung hat nicht FortSCHRITTE gemacht, sondern riesige Hüpfer. Und alle hüpfen mit.

Die Kehrseiten der Medaille ist ziemlich düster, denn alles, das mir nützlich sein sollte, oder der Unterhaltung dient, kann mich auch überwachen: mein Smart-TV, mein Handy, meine Fitness-Uhr.

Ich erinnere mich an die Proteste gegen die Volkszählung 1987. Sogar eine Verfassungsklage wurde damals eingereicht. Leute gingen entrüstet gegen die Erhebung ihrer Daten auf die Straße. Lang ist es her.

Heute sagen wir: „Hey, Alexa, bestell mir mal eine Flasche Waschmittel, aber such ein Sonderangebot heraus. Weißt ja, was ich gerne mag.“

Ich selbst würde mir eher die Hände abhacken lassen, als so ein Ding ins Wohnzimmer zu stellen. Meine Nachbarin kriegt schon genügend mit. Mehr unfreiwillige Lauscher brauche ich nicht.

Mein Internetprovider seit dem Jahr 2000 (Ich bin eine treue Seele…), teilte mir kürzlich mit, dass er künftig im Zusammenhang mit der Firma Blabla meine Email-Korrespondenz analysieren werde. Nichts, wirklich nichts ist mehr privat. Gewöhnen Sie sich dran.

Die schöne neue Welt frisst gerade ihre Kinder. Sie tut das rasend schnell. Und die meisten Kinder klatschen entzückt.

Irgendwie ist alles inflationär geworden: Fotos, Musik, sogar das geschriebene Wort. Es gibt Self-Publishing und Instagram. Wenn ich wollte, könnte ich meine Einkaufslisten der letzten vier Jahre bei Amazon veröffentlichen, vielleicht mit dem wohlklingenden Titel „Hagelschaden“. Na und? Endlich ein Buch von mir. Wer schreibt, der bleibt. Und „bleiben“ möchten wir doch alle, oder?

Millionen von Selbstdarstellern. Millionen von Menschen, die so gern besonders sein möchten, sich von der Masse abheben. Und doch darin untergehen. Ich finde das sehr traurig.

Wir haben das Internetzeitalter, meine Damen und Herren. Jeder Depp kann auf einer selbstgebastelten Plattform seinen Senf veröffentlichen. Es wird gebloggt und getwittert, Schauspielerinnen fotografieren sich beim Zahnarzt oder in pikanten Situationen und zeigen Millionen ihre Zahnlücke oder Körperstellen, die ich nie kennenlernen wollte. Scham ist hinderlich in der schönen neuen Welt. Mit Scham wird man nicht berühmt. Um sich heutzutage aus der Masse hervorzuheben, muss man immer noch einen drauflegen.

Man baut sich innerhalb kürzester Zeit eine Website – auch hierfür gibt es idiotensichere Programme, und lässt die Welt an seinem glückseligen Leben teilhaben. Kein Gedanke so dürftig, dass er es nicht wert wäre, veröffentlicht zu werden. Keine volltrunkene Fratze so dämlich, dass man sie nicht ins Netz stellen könnte. Wieso soll Herr Müller aus Leverkusen nicht sehen, dass Kunigunde aus Pforzheim vorgestern stockbesoffen auf einer Batterie von leeren Flaschen mit verrutschtem T-Shirt eingeschlafen ist?

Indivualität und Selbstverwirklichung heißen die Zauberworte einer ganzen Generation. Talkshowmaster sind die Scharfrichter im Nachmittagsprogramm, und die Inquisition findet täglich und unmittelbar statt und nennt sich „shitstorm“.

Willkommen in der schönen neuen Welt von Huxley – willkommen in einem einzigen gigantischen „Big-Brother“-Container:  dem Internet, das nie vergisst. Und Glückwünsche den paar vereinzelten echten Individuen, die es bis heute geschafft haben, ohne Paypal-Konto, Kreditkarten, Email-Account oder Handy mit GPS auszukommen. Die wahre Freiheit, die diese Menschen leben dürfen, erschließt sich heute keinem Jugendlichen mehr, für den es völlig normal scheint, dass unser aller Leben von heute auf morgen öffentlich gemacht wurde.

Glauben wir wirklich immer noch, dass „Big Brother“ nur aus einem Blech-Container besteht, oder haben wir mitbekommen, dass wir alle in einem gläsernen Käfig sitzen und staunend nach draußen blicken, wo uns unserer Meinung nach das „Nichts“ erwartet? Und dabei sind wir heute einsamer als früher.

Es gibt kein Leben ohne Eintrag bei „Facebook“, „Studi-VZ“ oder „Stayfriends“. Internet-Communities, bei denen wir nach Eingabe höchst sensibler und vertrauter Daten und Geheimnisse unseres Lebens wie ein Bilderbuch führen dürfen. Wir suchen unseren Partner, verwalten unser Tagesgeschehen, schließen virtuelle Freundschaften oder lehnen sie ab und lassen die Welt leichtsinnig an unserem Leben teilhaben. Jeder glaubt von sich, einzigartig zu sein und möchte das nach draußen bringen.

Ich bin ein ganz normaler Mensch, der im Laufe der letzten Jahrzehnte schon einge Menge erlebt hat und von dem atemberaubenden Fortschritt geblendet fasziniert beobachtet, wie Heerscharen von Menschen ihre Identität einer anonymen Masse preisgeben, die das im Grunde einen Dreck interessiert.

Versuchen Sie mal , einem Jugendlichen für einen Tag das Mobiltelefon abzunehmen. Er wird vermutlich nach einer halben Stunde ohne Kontakt zu seinen Freunden den Verstand verlieren. Natürlich könnte er ohne weiteres aufstehen, ein Haus weiterlaufen und dort an die Tür klopfen, aber das wäre total uncool.

Lehrer haben die größten Probleme, ihrer Klasse überhaupt noch etwas beizubringen, weil unter dem Tisch gechattet wird, dass sich die Balken biegen. Überhaupt ist der Lehrer als Respekts- oder Autoritätsperson schon lange überholt. Die neuen Vorbilder sind Youtouber und Influencer. Dieser Begriff wird nicht ohne Grund vom Namen einer ansteckenden Infektionskrankheit abgeleitet.

Von klein auf bekommen Kinder zu hören, dass sie als natürliche Ressourcen und zukünftige Renterversicherungszahler wichtige Einnahmequellen für den Staat und das Gemeinwohl darstellen. Das Fernsehen als unumgängliches Medium tut sein übriges. Die Uniformität von Sneakers , Hoodies, konformem Haarschnitt und Gruppengedöhns entgeht dem jungen künftigen Leistungsträger völlig, da er sich scheinbar freiwillig und ohne Nachdenken Zwängen unterordnet, die in ihrer ureigenen Form so restriktiv und gewalttätig sind, dass ihm bei genauem Nachdenken Angst und bange werden müsste.

Ich liebe Technik und bin allem Neuen gegenüber aufgeschlossen. Meinen Reciever habe ich allein angeschlossen und konfiguriert. Ich designe Internetseiten, mache Videoschnitt und digitale Bildbearbeitung und trage mein Mobiltelefon mit mir herum wie einen Herzschrittmacher, denn das ist mein Tor zu dieser gruseligen, ins Unendliche expandierende Welt aus Bits und Bytes. Der Eingang für einsame Herzen ins potenzielle Glück, das Portal für Sehnsüchte und Wünsche, die letzte Lagerstätte für zerborstene Träume der Hoffnungslosen, das Sammelbecken von Misanthropen, Realisten, Zynikern und Optimisten. Alles das und noch viel mehr.

Wissen Sie, was für mich die unheimlichste Stelle in dem Buch „1984“ von George Orwell war, in dem eine fiktive repressive, von einigen wenigen gesteuerte Zukunfsgesellschaft beschrieben wird, die allumfassender Bewachung ausgesetzt wird? Der allerletzte Satz. Der lautet nämlich:

„Er liebte den großen Bruder.“

Ihre

Barbara Edelmann

Bildnachweis: pexels.com