Donnerstag, 4. Juni, 2020

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Kennt jede Frau: den „Hätt-ich`s-bloß-gelassen“-Moment!

Ein Gastbeitrag von Carola. Weibliches Bauchgefühl trügt nie, wirklich nie! Das weiß wohl inzwischen so ziemlich jede Frau. Blöd nur, dass man (FRAU) dieses körpereigene Navi nur zu oft (und zu gern) überhört. Zumindest geht mir das oft so. Große Erfahrungswerte habe ich in diesem Zusammenhang übrigens früher beim Online-Dating gesammelt. Und viel Lehrgeld bezahlt!

Viel zu oft leider habe ich meine Zeit mit Dates verbracht, die von Vornherein zum Scheitern verurteilt waren. Und – um beim „Lehrgeld zahlen“ zu bleiben – ich habe nicht selten sogar die Rechnung für den Dating-Kandidaten mit bezahlt. Ja, sowas gibt’s auch und das hatte in diesen Momenten nichts mit dem Thema Gleichberechtigung zu tun. Oft waren diese Kandidaten chronische Pleitegeier. Aber das nur am Rande.

Fakt ist, dass es, als ich Single war, mehr als einmal diesen einen Moment beim Dating gab, wo ich dachte: „Hm…na ja, so toll ist das jetzt nicht.“

Oft kamen mir diese Gedanken beim Telefonat mit einem Mann aus der Singlebörse. Hier erfährt man (FRAU) ja schon immer sehr viel und kann ob eines solchen Plausches für sich entscheiden, ob man ein persönliches Treffen wahrnimmt oder es bleiben lässt.

Leider habe ich mich viel zu oft für die erstere Variante entschieden, auch wenn es im Telefonat zuvor Situationen gab, die mein schlechtes Bauchgefühl Achterbahn haben fahren lassen.

Ich bin aber eben ein Mensch, der nach dem Motto: „Dem sollte man eine Chance geben“ verfährt, wobei man das „dem“ hier getrost auf den männlichen Singlebörsen-Kandidaten übertragen kann.

Natürlich – Sie ahnen es vielleicht schon – ging das immer schief. War schon am Telefon irgendwas, was nicht ganz so rund war, so kam das natürlich bei dem persönlichen Treffen heraus.

Um es zusammenfassend zu sagen: solche Dates waren immer Zeitverschwendung – immer! Und mehr als einmal habe ich mir im Nachgang gesagt: „Hätte ich es bloß gelassen“.

Nun, auf diesem Gebiet bin ich mittlerweile „geheilt“, was aber auch daran liegen kann, dass ich meinen Traumpartner zwischenzeitlich gefunden habe, offline übrigens!

Im täglichen Leben allerdings kommt es schon immer mal noch vor, dass ich mich im Nachgang über eine Situation, die ich zugelassen habe, ärgere.

Das beste Beispiel dafür war das vergangene Wochenende. Wir – mein Partner und ich – waren in den Tagen zuvor sehr eingespannt, einschließlich des Feiertages. Wir haben ein fünfjähriges Kind, das wir in dieser Zeit in die Obhut der Großeltern gegeben haben.

Am Wochenende war dann – endlich! – für die ganze Familie Relaxen angesagt.

Da mich aber noch das schlechte Gewissen plagte, dass wir zuvor so wenig Zeit für das Kind hatten und ich ein Mensch bin, der allergrößten Wert auf gemeinsame, familiäre Unternehmungen legt, schlug ich am Samstag vor, eine Radtour zu machen. So richtig hatte niemand Lust, das Kind nicht und mein Partner auch nicht.

Mein Kind war beschäftigt mit Trampolinspringen und mein Partner entspannte sich mit einem Buch auf der Gartenliege. Ich selbst hatte auch noch eine Menge an Lesefutter und machte es mir auch erstmal auf der Gartenliege bequem.

Eigentlich hätte das alles an diesem Nachmittag so bleiben können.

Wenn…ja: wenn mich nicht mein schlechtes Gewissen (was ich laut meinem Partner gar nicht haben müsste) weiter geplagt hätte und ich auf eine gemeinsame Unternehmung an diesem Samstag setzte.

Nun: es kam, wie es kommen musste. Letzten Endes brachen wir – mehr oder weniger eher pflichtbewusst, als mit voller Lust – am späteren Nachmittag zu einer kleinen Radtour auf.

Und was soll ich Ihnen sagen? Wir kamen nicht mal vier Kilometer weit, weil mein Kind schon nach 15 Minuten in einer Kurve (wir fuhren auf einem autofreien Landwirtschaftsweg) so derartig hinfiel, dass sie ihren gesamten Mund in Mitleidenschaft zog, inklusive der Zähne.

Ihre beiden Schneidezähne oben hingen runter wie bei Dracula, dass es noch die Milchzähne sind, ist ein wenig Glück im Unglück.

Wir brachen das Unterfangen natürlich umgehend ab und schoben unsere Räder heim, unter dem Weinen meines Kindes.

Wie es weiterging? Zahnarzt, röntgen, eine kleine Kiefernbehandlung – das volle Programm. Glücklicherweise hatte der Fahrradunfall für mein Kind ansonsten keine bleibenden Folgen, aber ich ärgerte mich natürlich schwarz. Warum haben wir an dem besagten Nachmittag nicht einfach die Dinge belassen, wie sie sind?

Logisch, dass ich mir nach diesem Ereignis -zigmal sagte: „Hätte ich`s doch bloß gelassen!“.

Und wissen Sie was? Das nächste Mal – lasse ich es tatsächlich.

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