Dienstag, 18. Juni, 2024

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Mutter & Hausfrau bekennt: “In meiner Rolle gehe ich auf”

Nur Hausfrau sein: Diese Einstellung ist in Deutschland einerseits eher weniger verbreitet,  andererseits aber werden die medialen Stimmen nicht müde, von Zeit zu Zeit den Trend zur “neuen Hausfrau” auszurufen. Solche “Trend”-Aussagen sind natürlich mit Vorsicht zu genießen, denn immerhin muss man(n) sich ein Hausfrauenmodell auch leisten können.

Wer das als Familie kann, der scheint es aber immer häufiger auch zu leben. Und allem Bashing und den Warnungen zum Trotz (“veraltete Rolle”, “rückständiges Lebensmodell”, “finanzielle Abhängigkeit vom Mann”) scheinen viele Ehefrauen und Mütter als Hausfrau glücklich zu sein. So ganz unverständlich ist das ja auch gar nicht. Immerhin sind in der derzeitigen Arbeitswelt nur zu oft Überlastung, zu geringe Löhne und Mobbing an der Tagesordnung. Hinzu kommt, dass längst nicht jede Frau Interesse an einer Karriere hat.

Die Hausfrau ist öffentlich weniger präsent als die Karrierefrau

Aber im Gegensatz zu Karrierefrauen, die durchaus in der Öffentlichkeit stehen oder diese selbst suchen, sind Hausfrauen in der öffentlichen Wahrnehmung eher nicht oder nur selten präsent. Wenn nicht gerade – wie eingangs erwähnt – ein neuer “Hausfrauen-Trend” ausgerufen wird. Offenheit ist in diesem Zusammenhang selten, denn die wenigsten Hausfrauen kommunizieren ihren Alltagsrhythmus vor Publikum. Was eben auch an der unnötigen Stigmatisierung dieser Tätigkeit liegen kann.

Umso erstaunlicher ist es da, dass eine Frau, die das Hausfrauen-Modell aus tiefstem Herzen lebt, eine Lanze für diese Rolle öffentlich bricht. Öffentlich insofern, dass sie ihr Statement in einem Web-Forum veröffentlicht hat. Ihren richtigen Namen hat sie freilich nicht preisgegeben, wie es online ja üblich ist.

Ein Hoch auf die Hausfrauenrolle

Die Verfasserin, die laut eigener Aussage für die Familie lebt und in der Rolle als Hausfrau aufgeht, schreibt in dem Forum unter der Überschrift

“Ich verstehen diesen Hass auf Hausfrauen nicht”

unter anderem folgendes (Rechtschreibung immer im Original):

“Wieso wird es immer so negativ gesehen, wenn man Hausfrau ist und nicht arbeitet?
Ich verstehe das nicht und es macht mich wütend. Lasst doch jeden so leben, wie er oder sie es möchte! Wieso werden “nur” Hausfrauen oft als dumm betitelt? Ich zum Beispiel bin sehr gerne “NUR” Hausfrau und ich bin sehr intelligent, und weiß dass ich sehr viele Sachen außergewöhnlich gut kann. In der Schule fiel mir alles super leicht, auch das Abitur, ich hätte sehr vieles erreichen können ganz locker, aber ich wollte nicht. Ich möchte keine Karriere haben!!!

Wieso macht man die Intelligenz eines Menschen immer nur abhängig von den schulischen oder beruflichen Leistungen? Was war oder ist denn mit den Menschen, die in einem ganz anderen System aufwachsen oder vor einigen hundert Jahren, als es die heutigen Systeme noch nicht gab? Waren dort dann gleich alle Frauen dumm?
Ich finde es eher dumm, wenn man wirklich glaubt, der einzige Weg um sich zu bilden ist Schule oder Arbeit.

Als wäre der ultimative und einzige Weg nur der Weg wie es jetzt und hier in Deutschland am idealsten ist. Es gibt aber auch noch andere Länder, andere Systeme und Zeiten ändern sich. Schon immer habe ich es geliebt mir Wissen anzueignen, allerdings mit der Intention dieses Wissen für mein privates Leben zu nutzen. Für meinen Mann, unsere Kinder etc.(…)”

Und auch auf das viel eingesetzte Argument, dass eine Hausfrau immer Gefahr läuft, in die (Alters)Armut abzurutschen hat die Verfasserin des Postings eine Antwort.

Finanzielle Abhängigkeit vom Mann? Kein Thema!

Sie schreibt:

“(…)Ich verstehe auch den Punkt mit der Abhängigkeit nicht, den viele immer nennen.
Würde meinem Mann etwas passieren, dann hätte ich doch garkeine andere Wahl als arbeiten zu gehen, natürlich würde ich das dann tun. Man kann immer arbeiten, und man kann immer etwas finden. Selbst wenn ich voll die heftige Karriere hätte, und mein Mann würde sich trennen oder so, dann könnte es doch trotzdem passieren, dass ich meine Arbeit verliere. Man weiß doch nie was passiert, daher kann man sich nie auf alles vorbereiten. Und ich finde es ehrlich gesagt für mich persönlich unsinnig jahrelang für eine Karriere zu arbeiten und auf Zeit mit meiner Familie zu verzichten, nur für den Fall der Fälle.(…)”

Klare Worte für eine klare Rolle, die gesellschaftlich genauso anerkannt werden müsste, wie die der Frau, die Karriere macht. Schon allein deshalb, weil Selbstbestimmung und Gleichberechtigung sehr wohl auch die Entscheidung Hausfrau sein zu wollen umfassen.

Die Reaktionen auf diesen Thread sind fast alle durchweg positiv. Vor allem meldeten sich weitere Hausfrauen unter den Zeilen.

Zuspruch von anderen Hausfrauen

Eine von ihnen, die der Verfasserin voll und ganz beipflichtet, spart nicht an Gesellschaftskritik zum Thema. Zitat:

“Hey ich bin auch gerne Herrin des Hauses. Lass dir eins sagen, es sind die Medien und der Kapitalstaat. Es müssen halt mehr Leute an steuern zahlen und wer ist dafür gut geeignet noch? Genau die Frauen. Und die mehrheit der Menschen, Frauen fallen drauf rein das sie sich nur anhand ihres Jobs sich nur noch definieren können. Traurig aber die Realität.
Ich bin wie du habe studiert etc. aber ich liebe es für meinen Mann und Kinder da zu sein.
Und kann und würde auch meine Kinder nicht erziehen lassen wollen vom Erzieher dir überlastet sind. Kinder werden eh zu früh heutzutage abgegeben.(…)”

Natürlich gibt es auch Kritik am Statement der Verfasserin. Ein dezent giftig gehaltenes Posting als Reaktion lautet folgendermaßen:

“(…) Fakt ist, dass Du Dich in eine Abhängigkeit begibst. Dein Mann kann nicht nur sterben und Dich abgesichert hinterlassen. Fast jede zweite Ehe in Deutschland wird geschieden. Und dann bist Du vielleicht für den Arbeitsmarkt aufgrund Deines Alters nicht mehr interessant und musst Tätigkeiten ausüben, die Dir keine Freude machen.
Noch ist Dein Kind klein. Aber in ein paar Jahren braucht es Dich nicht mehr so sehr. Hast Du außer dem Abi einen Abschluss? Möchtest Du Deinem Kind wirklich vorleben, dass Frauen nur dafür da sind, Wäsche zu waschen und den Wischmob zu schwingen? Gruselig.
Kinder werden durch Vorbilder erzogen.(…)”

Warum eine Mutter, die Hausfrau ist, kein Vorbild sein kann, verrät die Schreiberin der vorgenannten Zeilen nicht. Denn das kann eine Frau, die sich um Kinder, Haus und Familie kümmert, hundertprozentig genauso sein wie eine Mutter, die Karriere macht.

Womit wieder die Themen Gleichberechtigung und Selbstbestimmung angesagt wären…So oder so: Jede Frau soll DAS Lebensmodell wählen, das sie mag.

Viele Frauen haben in Sachen Lebensmodell keine Wahl

Wenn sie denn überhaupt eine Wahl hat. Zur Wahrheit gehört nämlich auch, dass Millionen von weiblichen Zeitgenossinnen – darunter viele finanziell benachteiligte Alleinerziehende – nicht einmal im Ansatz darüber nachdenken können, welches Lebensmodell sie für sich wählen sollten.

Im Normalfall bestimmen nämlich die persönlichen Finanzen und Möglichkeiten das Leben über den Alltagsrhythmus und eine Entscheidungsfreiheit ist gar nicht gegeben. Das ist wohl die am meisten gelebte Realität!

Quelle: Forum urbia.de, 3. September 2023, Postings von “Hausfrau”, “Startt”, “Rubanke”

Bild (Symbolfoto)): stock.adobe.com / Krakenimages.com

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