Dekoartikel, Möbel, Handyhalter und einiges mehr aus Treibholz gefertigt – darauf hat sich Thomas Süssner (im Bild) spezialisiert. Dass sich der Naturliebhaber aus dem Allgäu dieser Art des kreativen Wirkens gewidmet hat, ist einer Sinnkrise geschuldet, in der der Holzkünstler seinen Job gekündigt und sich nach und nach diesem Naturprodukt zugewandt hat. Seine handwerklichen Arbeiten kamen gut an und so baute sich Thomas Süssner mit der Zeit einen Kundenstamm auf.

Gefragt sind vor allem kunstvolle Objekte aus Treibholz, die auch einen Nutzen haben. Wichtig hierbei ist das Thema Nachhaltigkeit. Diese steht auch beim neuesten Produkt des Kreativkünstlers im Vordergrund: einer Smartphone-Ladestation aus Treibholz. Thomas Süssner, zu dessen Kundschaft auch viele Frauen gehören, stand uns im Interview Rede und Antwort.

FB: Thomas, Du stellst Gegenstände aus Treib- und Naturholz her – sowohl künstlerisch als auch mit einem Nutzwert für den Alltag. Erzähl doch mal, wie es dazu kam.

Die Weichen zu dieser Tätigkeit wurden schon sehr früh gestellt. Ein reiner Bürojob wäre für mich nie in Frage gekommen. Deshalb habe ich mich für eine Ausbildung als Industriemechaniker entschieden. Dort erlernte ich die Grundkenntnisse für meine spätere Berufung – aber erstmals mit Metall.

In einer Sinnkrise 2008 habe ich dann meinen Job gekündigt und stand erstmals ohne alles da. Da ich aber wieder was tun wollte, habe ich in einer kleinen Werkstatt angefangen für mich und meine Familie Gegenstände aus Holz herzustellen. Da ich mit der Bearbeitung von Holz relativ wenig Erfahrung hatte, musste ich mir alles selber beibringen. Im Rückblick betrachtet, war es wie eine Lehre zum Kunsthandwerker oder Holzkünstler.

Als ich dann merkte, dass die Werke gut ankommen, habe ich dann im Jahr 2012 angefangen auch für fremde Menschen Dinge herzustellen. Mein Unternehmen Woodstoneart war geboren.

Komischerweise kamen aber die Objekte, die noch einen Nutzen haben besser an, als rein künstlerische Werke. So sind dann künstlerische Objekte, die noch einen Nutzen haben, gewissermaßen zu meinem Markenzeichen geworden.

FB: Welche Gegenstände stellst Du aus diesem Naturmaterial am meisten her?

Hmm, schwierig zu sagen. Das ist ganz unterschiedlich. Die Männer, speziell die Grillliebhaber, stehen total auf meine Messer (im Bild) und Kochbretter. Aber auch die ein oder andere (Haus-)frau bestellt diese Objekte bei mir.

Garderoben (siehe Bild unten),  Schlüsselbretter und Kleinmöbel aus Treibholz sind ebenfalls Kassenschlager, die recht gut ankommen. Dann habe ich noch Vasen, Schnapsbretter, Handyhalter und weitere kleine Dekoartikel. Da ich auch viele Auftragsarbeiten mache, kommen auch die oft Kunden mit einer Grundidee daher und ich setze sie dann in meinem Stil um.

FB: Dein Material kommt aus Deiner Heimatregion – dem Allgäu. Von wo genau?

Also beim Treibholzsammeln ist es wie mit dem Pilzesammeln. Die genauen Orte bleiben natürlich geheim. Aber soviel darf ich sagen: es sind die großen Seen bei uns, wo sich das Schwemmholz meistens sammelt.

Viele denken auch, Treibholz gibt es nur am Meer. Aber ich würde fast sagen, bei uns in den Alpen gibt es fast noch mehr Holz, da es bei uns jedes Jahr mit der Schneeschmelze von den Gipfeln und Bergwäldern hinunter ins Tal getragen wird.

FB: Neben Deinem handwerklichen Tun hast Du Dich auch digital aufgestellt – mit einem Blog und auch auf Facebook, wie ist die Resonanz?

Ja, das mit dem Blog ist vor circa einem Jahr entstanden. Die Resonanz ist sehr gut. Mir macht es unwahrscheinlich viel Spaß mein Wissen weiter zu geben. Ich habe mich da mit meinem Freund und Kollegen Jens Gürtler von Treibholzkunst Bodensee zusammengetan. Da wird dieses Jahr noch einiges von uns zu sehen sein, sowohl auf unserem Blog, als auf unserem kürzlich eröffneten YouTube-Kanal Gipfelholz.

Und nun zu Facebook. Diese Plattform ist der Ort, an den alle Drähte bei mir zusammenfließen. Auf meiner Unternehmensseite Holz Design Woodstoneart, veröffentliche ich immer meine neusten Werke. Des Weiteren bin ich mittlerweile sehr gut in der Szene – dank Gruppen und Freundschaften – sehr gut vernetzt. Dadurch kann ich meinen Kunden und Follower fast alles aus dem Holzkunstbereich anbieten oder erklären.

FB: Für Treibholz begeistern sich auch viele Frauen – treten sie eher als Kundinnen von Auftragsarbeiten in Erscheinung oder interessieren sie sich für Treibholz im Zusammenhang mit kreativer Gestaltung? 

Das ist unterschiedlich. Da ich nicht die typische Bastelarbeit, sondern eher hochwertige Handwerksarbeit anbiete, kaufen schon viele Frauen gerade meine Dekoartikel.

Aber es sind mindestens eine Handvoll Frauen in meinem Netzwerk, die auch sehr hochwertige Holzobjekte herstellen. Diese sind natürlich dankbar, wenn sie bei mir Wissen, Tipps und Tricks aus meinem täglichen Arbeitsalltag erhalten.

FB: Da Du im Zusammenhang mit dem Treibholz auch künstlerisch tätig bist, die Frage, ob und wie Du dieses urige Material auch als Künstler präsentierst?

Also falls du meinst, dass ich auf Märkten fahre und ständig eine Ausstellung habe, muss ich das leider verneinen. Klar, es gibt hin und wieder schon mal eine Ausstellung bei einem Optiker oder einem Kurhaus bei uns im Allgäu. Aber die Regel ist das nicht.

Sonst ist wie oben schon erwähnt Facebook mein Ausstellungsraum. Ich glaube, da sind schon weit über 1.000 Fotos hochgeladen und es kommen jede Woche neue dazu. Leider ist es in Deutschland auch sehr schwer als Künstler anerkannt zu werden. Rein formal zähle ich eher als Handwerker. Wobei das wahrscheinlich steuerliche Hintergründe hat, denn als anerkannter Künstler hätte ich mehr Vorteile.

FB: Was ist bislang das außergewöhnlichste Produkt, das Du aus Treibholz hergestellt hast?

Ich habe schon einiges Skurriles und Außergewöhnliches gebaut. Aber mein größtes Objekt war ein Thron aus Treibholz. Diesen habe ich für eine Handwerkermesse gebaut.

FB: Welche Rolle spielt die Nachhaltigkeit – bei Dir und auch bei Deiner Kundschaft?

Für mich ist Nachhaltigkeit ein sehr wichtiges Thema. Ich benutze für die Holzbehandlung zu 99% rein natürliche Öle oder Wachse, die ich teilweise auch selber herstelle. Nur wenn es gar nicht anders geht, zum Beispiel beim Griff verkleben von Messern, greife ich auf chemische Produkte zurück. Ich achte aber dann darauf, dass sie lebensmitteltechnisch unbedenklich sind.

Das liegt mit Sicherheit auch daran, dass bei uns im Allgäu die Natur zu großen Teilen noch in Ordnung ist. Und da will ich unbedingt dazu beitragen, dass das so bleibt. Etwas weiter nördlich sieht man leider schon die Ausmaße, wenn nur noch Mais angebaut wird und die kleinen Betriebe immer mehr durch Großunternehmen ersetzt werden. Ich finde das traurig, da dort nicht nur die Landschaften zerstört werden, sondern auch das Lebensgefühl.

FB: Welche Projekte sind derzeit in der Planung?  

Dieses Jahr steht der Blog und YouTube ganz oben auf der Liste. Wir wollen unsere Unternehmen einfach auf mehreren Standbeinen aufstellen.

Ein weiterer Baustein ist, nachhaltige und nützliche Dinge in Kleinserien herzustellen. Unser erstes Produkt ist da der „Allgaier Handyhebar„. Das ist eine Ladestation für Smartphones, die für fast alle Handys nutzbar ist. So hat man eine Ladestation, die sich auch noch in Jahren verwenden lässt, obwohl man mittlerweile ein anderes Smartphone hat.

Die Dockingstation besteht aus Holz, das im Allgäu nachhaltig geschlagen wurde. Auch unsere Produktion findet ausschließlich in der Region statt.

Das sind so die nächsten Pläne, wobei ich eher ein impulsiver Mensch bin. Ich plane nicht mehr Jahre voraus, sondern mache einfach das, was ansteht. Damit bin ich die letzten Jahre immer ganz gut gefahren.

Copryright: Woodstoneart

Mama-Blogs im Internet gibt es viele, ebenso wie Model-Blogs. Ein Online-Magazin, das beide Themen verbindet, betreibt die einstige Mrs. Germany Elischeba Wilde im Netz – und das schon geraume Zeit!

Das ehemalige Model begeistert ihre Leserschar vor allem mit Impressionen und Geschichten aus ihrem Familienalltag. Dabei kommt ein gewisser Lifestyle nicht zu kurz und das soll auch so sein.

Denn Elischeba Wildes Leserinnen sind zum Großteil Mamas, die Wert auf Mode und die schönen Dinge im Leben legen. Das kommt an und die schreibbegeisterte Zweifach-Mama hat sich auf diese Art einen festen Platz in der bunten Social-Media-Welt erobert. Uns stand sie im Interview Rede und Antwort.

FB:  Frau Wilde, mit Ihrem Blog „Model und Mama“ betreiben Sie ein Online-Medium, das sich schon von anderen Magazinen abhebt. Meist kennt man „Nur-Mama“-Blogs oder „Nur-Model“-Blogs. Wie kamen Sie auf die Idee, beides zu verbinden?

Die Idee mit dem Namen hatte mein Webmaster.  Im Jahr 2011 hatte ich bereits seit zwei Jahren einen Beauty- und einen Reiseblog.  Als ich mit dem ersten Kind schwanger war, brannte in mir das Feuer, darüber zu schreiben.  Ich wollte meine Erfahrungen von Anfang an mit anderen werdenden Eltern teilen. Es gab damals noch nicht so viele Mamablogs wie heute. Da ich bis dahin hauptberuflich als Model und Moderatorin tätig war, passte der Name super. Fotografen hatten Spaß an Babybauchfotos und Umstandsmode.

FB: Vielen sind Sie als Mrs. Germany 2009 bekannt – hat Ihnen dieser Bekanntheitsgrad den Einstieg in die Blogosphäre der Mamas und Familien erleichtert?

Ja, der Titel hat mir viele Türen geöffnet. Zum Beispiel gab es die ersten Jahre regelmäßig TV Reportagen über mein Leben als Schönheitskönigin. Viele Zuschauer haben meinen Namen gegoogelt. Und sind dann auf meinen Blogs mit Beauty- und Reisetipps gelandet. Einige Leser folgen mir nun schon fast seit zehn Jahren – darüber freue ich mich sehr.

FB: Haben Sie immer schon eine Affinität zum Schreiben oder war es ein Quereinstieg?

Ja, total! Ich habe bereits als Kind für meinen sieben Jahre jüngeren Bruder Zeitschriften gebastelt. Dafür habe ich eine Geschichte erfunden und sie niedergeschrieben. Und dazu die passenden Bilder gemalt. Ich weiß noch, wie ich mir dabei überlegt habe, dass Kinderbücher erstellen ein Traumjob ist.

FB: Auf Ihrem Blog schreiben Sie über Ihren Alltag als Mama zweier Kinder und das Familienleben. Welche Rolle spielt das Modeln noch in Ihrem Leben? 

Meine Modeltätigkeit hat sich verlagert. Habe ich früher meist für Modemagazine und Werbefirmen gearbeitet, so stehe ich nun vermehrt für meine Blogs vor der Kamera. Außerdem moderiere ich die Videos von meinem Youtube Kanal ElischebaTV.

FB: Inwiefern unterscheidet sich Ihre Leserschaft von der Zielgruppe der Blogs der ganz normalen Mamas – ohne Model-Hintergrund?

Zu meinen Lesern zählt der Typ Frau, der nach der Geburt seiner Kinder die Lust auf Mode und schöne Dinge behalten hat. Mütter, welche die Einstellung haben, dass sie ihrer Familie guttun, wenn sie auch auf sich selbst achten. Weil glückliche Mamis oft zufriedene Kinder haben.

FB: Womit begeistern Sie Ihre Leser am meisten?

Mit Artikeln aus unserem chaotischen Alltag. Die meine Schwachstellen und mein Gefühlsleben zeigen. Das sind die beliebtesten Artikel. Denn hinter meinen Modelfotos steckt eine Mutter, die alles andere als perfekt ist. Mir fällt es schwer, konsequent zu sein und ich stolpere regelmäßig über unaufgeräumte Spielsachen. Manchmal bin ich zu faul frisch zu kochen und greife zu Fischstäbchen oder Tiefkühlpizza. Ungesundes schmeckt meinen Kindern eh besser.

FB: Wie entstehen die Bilder auf Ihrem Blog? Per spontaner Aufnahme oder durch professionelle Shootings?

Einige entstehen spontan. Aber hinter vielen Fotos steckt eine Menge Arbeit. Kürzlich habe ich mit meinem Sohn Dinosaurier zum Zusammenbauen fotografiert. Dafür brauchte ich schönes Licht und habe gewartet bis die Sonne in unsere Wohnung scheint.   Außerdem sind Hunderte von Bildern entstanden. Ich habe aus verschiedenen Perspektiven fotografiert. Für den Artikel nehme ich nachher nur wenige.

FB: Im Internet sind bekanntlich viele Neider und Hater unterwegs. Haben Sie damit schon Erfahrung gemacht? Und wenn ja, wie gehen Sie damit um?

Kürzlich habe ich durch Zufall in einem Elternforum eine Diskussion über meinen Blog entdeckt. Die Mütter fanden es nicht gut, dass man darauf meine Kinder erkennt. Eine hat folgendes gepostet: „Was wollt ihr von einer Frau erwarten, die ihren Blog „Model und Mama“nennt?“ Und hatte rasch über 100 Likes für ihren Kommentar erhalten. Mit solchen Dingen muss man leben, wenn man einen öffentlichen Blog hat. Das positive Feedback überwiegt. Und die Kumpels von meinem Sohn finden meine Reisevideos cool. Ein Kind, das vorher noch nie im Urlaub war, durfte uns sogar bei einer Pressereise begleiten. Seine Mutter hat viel Lob für die Filmaufnahmen erhalten.

FB: Wie sieht ein ganz normaler Tag bei Ihnen aus?  

Heute ist ein normaler Tag. Ich sitze bis 12 Uhr in meinem Büro. Dann hole ich die Kinder ab. Während ich etwas zum Essen mache, gucken sie „Bob der Baumeister“ oder „Yakari“.  Heute Nachmittag kommt der beste Freund von meinem Sohn. Während die Kids zusammen spielen, schau ich regelmäßig drüber und bringe Apfelstückchen. Außerdem mache ich die Wäsche und räume die Küche auf. Heute Abend essen wir als Familie und danach stürzen sich die Kinder auf ihren Papa. Nach der Diskussion, wie wichtig Zähne putzen ist, landen die zwei meist später im Bett als wir planen.

FB: Worauf kann sich Ihre Leserschaft in der nächsten Zeit freuen, gibt es spannende Projekte, die in Planung sind?

Es gibt einige Gewinnspiele (Spielzeug und Mode). Außerdem schreibe ich über die Vorbereitung für die Schulzeit vom Mini Chef. Und darüber, wie ich mich fühle, wenn mein Sohn im Juli 2018 das letzte Mal die Tür im Kindergarten schließt. Welchen Herausforderungen müssen wir uns stellen? Ich plane nur wenige Artikel – der Alltag bringt mich auf Ideen. Mal schauen was das Leben bringt.

Zum Blog von Elischeba Wilde geht es hier 

Bildnachweis / Copyright: Elischeba Wilde

Blogs für Yachten, Blogs für superedle Herrenkleidung, Blogs für den Mann von Welt – an Angeboten für Männer mangelt es im Netz nicht. Richteten sich zu Beginn des Internetzeitalters die meisten Angebote im Netz eher an Frauen, wird mittlerweile auch die männliche Zielgruppe sehr gut bedient.

Allerdings ähneln sich viele Blogmagazine für Männer sehr und sprechen oft nur die gutsituierten „Herren der Schöpfung“ an.

Nicht so das Magazin EXIMUM.de. Gegründet von Thilo Heffen, der sich als ganz normaler Typ von nebenan sieht, bietet das Online-Magazin für IHN einen Themenmix an, mit dem sich der ganz normale Mann identifizieren kann.

Diese Ausrichtung verfehlt seine Wirkung nicht – das Magazin erfreut sich einer steigenden Leserschar.

Mittlerweile arbeitet  Gründer Heffen, der schon in der Kindheit eine Faszination für das Schreiben hatte, daran, sein Magazin auch offline – als Printausgabe – herauszubringen.

Dem nicht genug, schreibt der umtriebige Blogger, der aus dem anfänglichen Bloggen für sein persönliches Umfeld ein professionelles Business gemacht hat, an seinem ersten Buch. Wir haben mit Thilo Heffen über sein Magazin und die Leidenschaft für`s Schreiben gesprochen. Herausgekommen ist ein spannender Einblick in die digitale Männerwelt.

FB: Herr Heffen, Sie arbeiteten im Hauptberuf in führender Position im Frachtbereich des Frankfurter Flughafens und danach als Niederlassungsleiter eines englischen Industriekonzerns – wie kommt man(n) da aufs bloggen?

TH: Das Bloggen sollte eigentlich einen Ausgleich zu meinem stressigen Berufsleben darstellen. Ich habe schon immer gerne geschrieben. Irgendwo muss es da auch noch eine Schachtel mit angefangenen Kurzgeschichten und so geben, wahrscheinlich bei meinen Eltern im Keller. Höhepunkt meiner recht kurzen literarischen Karriere, wenn man das so nennen will, war 1996 die Veröffentlichung einer Kurzgeschichte in einer Sammlung zeitgenössischer Stücke, Gedichte, Geschichten und so weiter eines Münchner Verlags.

Ich hatte den Aufruf zur Einsendung der eigenen Werke dazu gesehen und innerhalb zwei Nächten die wahrscheinlich schlechteste Kurzgeschichte der Welt produziert (lacht). Also lag es nahe,  dass ich mir die Schreiberei als ruhenden Pol aussuchen würde. Und im 21. Jahrhundert bietet das bloggen dafür noch seinen eigenen, speziellen Anreiz.

FB: Wann haben Sie Ihre Leidenschaft für`s Schreiben entdeckt?

TH: Das war von klein auf schon so. Ich habe immer viel gelesen, ich denke dass es damit zusammenhängt. Ich war einfach fasziniert wie manche Autoren es schafften, nur mit ihren geschrieben Worten bei mir im Kopf diese Bildwelten entstehen zu lassen. Das wollte ich auch einmal können. Ich erzähle auch unheimlich gerne Geschichten und liebe es wenn mir Menschen begeistert zuhören.

FB: Wie vollzog sich der Schritt vom Gedanken, einen eigenen Blog zu starten, bis hin zur realistischen Umsetzung Ihres Magazins EXIMUM.de?

TH: Der Blog sollte am Anfang eigentlich genau das sein: Ein Blog! Nichts weiter. Ein bisschen harmloses Schreiben. Ich hatte erwartet dass ihn vielleicht meine Frau liest, ein paar Freunde und vielleicht meine Mutter. Deshalb war die anfängliche Umsetzung recht einfach.

Allerdings habe ich sehr schnell Geschmack an den ganzen Möglichkeiten eines Blogs gefunden, verschiedene Themes und Plugins ausprobiert, bis dann nach ca. 2 Monaten EXIMUM in seiner jetzigen Form entstand. Die steigenden Besucher- und Zugriffszahlen motivierten mich natürlich auch und haben mir gezeigt, dass ich nicht so falsch lag.

FB: Der Zusatz-Titel Ihres Blogmagazins lautet: „Schokolade fürs Gehirn“. Wie sind Sie darauf gekommen, hat das eine besondere Bewandtnis?

TH (lacht): Ja, das ist eine gute Frage. Ich war auf der Suche nach einem Slogan der kurz und knackig daher kommt und vielleicht ein bisschen ungewöhnlich ist.

“Schokolade fürs Gehirn” kam mir letztendlich in den Kopf weil Schokolade lecker ist, ich sie liebe und sie beim Essen Spaß macht. Mein Ziel mit EXIMUM ist es, Inhalte zu produzieren, die beim Lesen für das Gehirn genauso lecker sind wie Schokolade für die Geschmacksnerven, wenn Sie verstehen was ich meine.

FB: Im Gegensatz zu anderen Bloggern können Sie mit einem kleinen Team aufwarten. Wie haben Sie dieses zusammengestellt und wer bringt sich wie ein?

TH: Thomas Wester und Jannik Jauer von www.trekkinglife.de habe ich über Facebook kennen gelernt. Der Schreibstil der Beiden auf ihrem eigenen Blog hat mir sehr gut gefallen, also habe ich sie einfach gefragt ob sie EXIMUM gerne unterstützen wollen. Die Beiden kümmern sich jetzt neben ihren eigenen Projekten um den Bereich Outdoor/Abenteuer.

Bei Christian Allner von www.schrift-architekt.de habe ich eine Weiterbildung belegt. Wir kamen ins Gespräch und er fand EXIMUM klasse. Jetzt unterstützt er durch Artikel und seine Expertise im technischen sowie im Marketingbereich.

Ich hoffe natürlich noch weitere talentierte Leute zu finden die von EXIMUM genauso begeistert sind wie wir, und die Lust haben, die Webseite und die anderen geplanten Projekte voran zu treiben.

FB: Die Themen Ihres Blogs richten sich an männliche Leser. Für diese Zielgruppe gibt es mehr und mehr  Angebote im Netz – womit hebt sich Ihr Magazin von anderen Blogformaten im Internet ab?

TH: Der überwiegende Teil der Männerblogs ist thematisch in Nischen angesiedelt: Papablogs, Gentlemenblogs, Blogs für Autoliebhaber, Blogs für dieses und jenes, Blogs für sibirische Hamsterzucht von April bis Juni in ungeraden Jahren.

EXIMUM hingegen ist weit weg von irgendwelchen Nischen.

Wir schreiben über alle möglichen Themen. Sie müssen nur interessant sein und uns auch selbst gefallen. Das können Sie schon anhand der Headlines erkennen. Hier nur mal drei Beispiele: “Die härtesten Sportarten: Calcio Storico”, “So steigen Sie ins Darknet ein” und “Hat Wasser ein Gedächtnis?” Wie gesagt, wir sind nicht unbedingt in engmaschige Kategorien einzuordnen.

Wir unterscheiden uns auch dahingehend, dass wir nicht über Dinge berichten und Produkte vorstellen, die außerhalb der Möglichkeiten unserer Leser liegen. Die Sachen, Veranstaltungen und Produkte, die Sie auf EXIMUM finden, sind für den Leser erleb- und bezahlbar.

EXIMUM richtet sich nicht an den Gentleman, den Playboy oder Männer, die maßgeschneiderte Schuhe und Anzüge tragen. EXIMUM richtet sich an den Durchschnittsmann, den „so-wie-ich“-Typen.

Wenn Sie Berichte über millionenschwere Yachten, Golfclubs oder super teure Autos suchen, dann müssen Sie sich auf anderen Blogs umschauen!

FB: Wie gehen Sie an die Themenfindung heran?

TH: Ich halte Augen und Ohren offen! Natürlich surfe ich viel im Internet, auf den verschiedenen Plattformen, und da fallen mir oft Dinge ins Auge die ich interessant finde.

Mittlerweile werde ich aber auch schon von Lesern angeschrieben, die mich auf bestimmte Themen hinweisen.

Aber es reicht auch schon ein Espresso in einem Café, um etwas aufzuschnappen oder zu sehen von dem man weiß, dass es als Artikel interessant sein könnte.

Wichtig ist, finde ich, dass man sehenden Auges durch die Welt läuft und dabei mal die eigene Klappe hält. Dann wird man auf genügend interessante Geschichten stoßen.

FB: Was hat sich in Ihrem Leben verändert, seit Sie ein eigenes Online-Magazin betreiben?

TH: Ich lerne jetzt viel mehr aus den verschiedensten Bereichen des Lebens. Während ich früher im Arbeitsleben spezialisiert war und überwiegend mit Menschen zu tun hatte, die genauso spezialisiert waren wie ich, habe ich heute mit den verschiedensten Leuten aus den unterschiedlichsten Branchen zu tun. Dabei lerne ich ständig neue Dinge kennen.

Ich netzwerke auch in Bereiche hinein, mit denen ich vorher logischerweise überhaupt keine Berührungspunkte hatte.

Dadurch lerne ich noch mehr, knüpfe weitere Kontakte und eröffne mir noch mehr Themenfelder. Man kann schon sagen dass mein Leben beruflich um einiges bunter geworden ist.

Privat bin ich viel ausgeglichener. Ich mache jetzt etwas das mir sehr viel Spaß macht und das mir liegt. Die Entscheidung mich Vollzeit auf EXIMUM zu konzentrieren und meine eigenen Pläne und Projekte voranzutreiben habe ich bisher noch nicht bereut.

FB: Wie sieht ein normaler Blog-Arbeitstag bei Ihnen aus?

TH: Im Regelfall sitze ich zwischen 04:30 und 05:00 Uhr schon am PC. Ganz nebenbei: Das frühe Aufstehen habe ich mir bei der Recherche zu genau diesem Thema angewöhnt.

Ich habe meine Woche in Themenblöcke unterteilt: An zwei Tagen schreibe ich nur für die Webseite, ein Tag ist für Projekte reserviert, ein Tag für die ganze technische Arbeit, einen Tag nehme ich mir zum schreiben meines Buches und einen Tag für Social Media Arbeit.

Je nachdem was anliegt sitze ich also am Rechner und schreibe, recherchiere, kommuniziere oder befasse mich – wenn möglich- mit einem Thema sogar vor Ort.

Das geht dann bis ca. 13.00 Uhr. Dann kommen meine Frau und unsere Tochter aus dem Kindergarten nach Hause und die Familienzeit, mit allem was dazu gehört, beginnt.

Es ist mir wichtig, dass ich diese Trennung vollziehe, denn nur so kann ich mich voll auf meine Arbeit und auch auf meine Familie konzentrieren.

FB: Sie haben Familie, schreiben gerade ein Buch und führen das Magazin – bleibt Zeit für Hobbys? Und  wie gestaltet sich das Familienleben?

TH: Durch die oben erwähnte Trennung von Beruf und Familie läuft es bei uns ziemlich harmonisch ab.

Natürlich hat meine Frau Verständnis wenn ich mal etwas fertig machen muss, weil die Zeit rennt. Das kommt aber selten vor. Im Regelfall bleibt genug Zeit für sie und unsere Tochter. Das ist mir auch unheimlich wichtig, denn schließlich war einer der Gründe, warum ich mich aus dem Managementbereich zurückgezogen habe, der Wunsch nach mehr Zeit mit der Familie. Und weil ich nie der Typ Mensch war, der Hobbys hatte, vermisse ich die auch nicht.

Wenn überhaupt kann man sagen, dass das Schreiben meines Buches so etwas wie ein Hobby ist. Thema des Buches ist die entspannte Selbstoptimierung bei Menschen ab den Vierzigern, die nicht mehr jedem Hype hinterher hecheln müssen. Und genauso handhabe ich das auch: Entspannt und locker. Es klingt seltsam, aber jetzt ist das Schreiben der Ausgleich zum Schreiben geworden! (Lacht)

FB: Welche Pläne schmieden Sie derzeit in Bezug auf Ihr Magazin? Können Sie schon Ausblicke geben?

TH: Momentan arbeiten wir an einer Printausgabe von EXIMUM. Das wird kein weiteres Herrenmagazin in einem Meer von Herrenmagazinen, sondern geht eher in die Richtung Corporate Publishing, das heißt, wir erstellen ein thematisch hochwertiges Magazin mit Artikeln aus den verschiedensten Bereichen.

Mit enthalten sind auch Artikel, die sich um den einen speziellen Hersteller sowie seine Produkte oder Dienstleistungen drehen, dessen Vertriebswege wir für die Distribution benutzen. Da wird momentan viel Gehirnschmalz eingesetzt!

Zeitgleich setzen wir den ersten von – hoffentlich vielen – Podcasts um, die sich in Interviews um Männerthemen, die wirklich interessieren, drehen werden.

Geplant sind zudem ein Webshop mit bezahlbaren und coolen Artikeln die man(n) so haben muss/möchte und, eventuell ein YouTube-Channel später dieses Jahr, diverse Kooperationen und, und… Ich habe eine ganze Schublade voller Ideen und fast täglich kommen neue dazu. Was sich aber letztendlich davon realistisch umsetzen lässt ist eine andere Frage.

Ich bin aber guter Dinge.

Zum Magazin Eximum geht es hier.

 

Annika Senger

Viele Menschen, die gern reisen kennen das: manches Land auf der Welt fesselt einen von Anfang an! So erging es Annika Senger mit Kroatien. Ihre Faszination für das Land ließ sie nicht mehr los und zog sie so in ihren Bann, dass sie aus ihrer Leidenschaft ein digitales Business machte. Hier ist der Name absolut Programm, denn ihr Internet-Portal spiegelt schlichtweg Annika Sengers Gefühl für das vielfältige Land wieder und heißt „Kroatien-Liebe“. Auf dieser Plattform bekommen Kroatien-Liebhaber oder Leute, die sich für das Land interessieren und dorthin reisen wollen, vieles geboten: Informationen, Tipps, Reiseangebote und Erfahrungsberichte.

Aus der Liebe zu Kroatien wurde eine Geschäftsidee

Diese Mischung erwies sich als Volltreffer – „Kroatien-Liebe“ hat sich im Netz prima etabliert und verzeichnet stetig mehr Nutzer. Wir haben mit Frau Senger über ihre Liebe zu Kroatien und ihre Plattform gesprochen.

FB: Frau Senger – mit Kroatien und Ihnen, das war von Anfang an etwas ganz Besonderes, erzählen Sie doch mal!

AS: Schon im allerersten Kroatien-Urlaub in Dubrovnik und Umgebung hat mich das Land mit seiner unglaublichen Schönheit fasziniert. Gleichzeitig habe ich dort vom ersten Moment eine sehr positive Energie gespürt und fühlte mich sofort innerlich mit mir im Reinen. Es war wie eine Art Magie und natürlich wollte ich unbedingt zurück. Ungewöhnlich für mich, weil ich bei der Wahl meiner Urlaubsländer immer auf Abwechslung gesetzt hatte!

Im Sommer 2015 hat mich Kroatien schließlich total geflasht – es hat mich einfach nicht mehr losgelassen. So habe ich angefangen, kurz nach der Reise Kroatisch zu lernen und mich intensiver mit dem Land zu beschäftigen.

FB: Wie war Ihre berufliche Situation in Deutschland, zu dem Zeitpunkt, als Kroatien Ihr Herz eroberte?

AS: Ich arbeitete in einem monotonen Nine-to-Five-Job als Online-Redakteurin und war am Ende extrem unzufrieden mit meiner beruflichen Situation!

FB: Wann kam in Ihnen der Gedanke auf, diese Begeisterung für das Land auch beruflich zu nutzen?

AS: Im Zuge der soeben erwähnten Unzufriedenheit bei der Arbeit. Ich fragte mich: Soll das jetzt schon alles gewesen sein? Im Sommer 2014 begann ich nach einer freiberuflichen Alternative zu suchen und probierte mich aus – in einem Bereich, der nicht zu mir passte.

Lieber was eigenes in Sachen Kroatien an den Start bringen!

Als mir das Ende November 2015 endgültig klar geworden war, hatte ich die Idee, mich bei der kroatischen Zentrale für Tourismus in Frankfurt am Main als Redakteurin zu bewerben. Meine innere Stimme fragte mich dann: „Was hast du denn vorzuweisen mit Kroatien? Nichts! Mach besser eine eigene Seite auf!“

Ich antwortete in Gedanken: „Ja, und wie soll die heißen?“ Die innere Stimme meinte wie aus der Pistole geschossen: „Kroatien-Liebe“! Und dabei blieb es dann auch.

FB: In den sozialen Netzwerken haben Sie mit Ihrer Seite schon eine beachtliche Fan-Zahl erreicht, wie haben Sie das binnen dieser kurzen Zeit geschafft?

AS: Mit viel Liebe und Engagement. Man muss immer am Ball bleiben und den Kroatien-Liebhabern Top-Inhalte liefern! Anscheinend ist mir das wunderbar gelungen.

FB: War es schwer, an die Partner für Ihr Portal zu kommen?

AS: Ehe ich die passende Webdesignerin gefunden hatte, standen einige Gespräche auf dem Programm, aber es hat sich dann alles ziemlich schnell gefügt. So konnte ich Anfang Januar 2016 mit dem Blog von Kroatien-Liebe starten. Die ersten Artikel hatte ich schon im Monat der Entstehung geschrieben. Was die Reisevermittlung betrifft, die ich seit Ende April des Gründungsjahres zusätzlich betreibe, war eine Menge Recherchearbeit notwendig, aber es hat funktioniert, wie Sie sehen. Inzwischen ist die Sache zum Selbstläufer geworden und neue Partner kommen auch auf mich zu.

FB: Was mögen die deutschen Urlauber an Kroatien am meisten? Und: Welche Gegenden sind die beliebtesten bei Touristen aus Deutschland?

AS: Natürlich die kristallklare Adria! Bei meiner Reisevermittlung ist die Region Zadar, also Norddalmatien, am beliebtesten, dicht gefolgt von Istrien. Das ist aber auch kein Wunder: im Raum Zadar sind besonders spektakuläre Naturschönheiten in nächster Nähe, viele dieser Orte kennen deutsche Touristen schon seit ihrer Kindheit aus den Winnetou-Filmen. Man denke zum Beispiel an den Nationalpark Paklenica, den Fluss Zrmanja oder etwas weiter südlich den Krka Nationalpark.

FB: Was sollte man als jemand, der erstmalig in dieses Land reist, unbedingt sehen, was sind Ihre Tipps?

AS: Mir fällt es wahnsinnig schwer, mich auf eine bestimmte Region festzulegen! Wenn man gegen Trubel resistent ist und ihn sogar wünscht, kann man mit Städten wie Dubrovnik oder Split starten und sich dann zu den umliegenden Inseln vortasten. Mag man es privater, empfehle ich einen Segeltörn, bei dem sich auch abgelegene Strände und Buchten fernab der Touristenmassen ansteuern lassen. Die Weite und die unterschiedlichen Blautöne auf See ziehen mit Sicherheit jeden in ihren Bann!

Zagreb ist persönlicher Favorit

Ein persönlicher Favorit von mir – allerdings nicht am Meer – ist die kroatische Hauptstadt Zagreb. Sie ist nicht nur gemütlich und architektonisch reizvoll, sondern auch kulturell interessant. Es gibt eine Vielzahl von Museen, Festivals und natürlich zur Adventszeit den Weihnachtsmarkt, der schon dreimal in Folge von European Best Destinations zum schönsten in Europa gekürt worden ist. Zu Recht!

FB: Durch das digitale Business ist vieles technischer geworden, aber – bedingt durch Facebook & Co. – auch persönlicher, man ist mit Kunden und Interessenten schnell im Kontakt. Bekommen Sie hierdurch auch Feedback von Kunden, die über Ihr Portal Kroatien kennengelernt haben?

AS: Nach jeder Reise und jedem Ausflug fordere ich bei den Kunden sogar Feedback ein, weil es mir sehr wichtig ist, dass die Leute am Ende zufrieden mit den angebotenen Leistungen sind und genau das bekommen, wofür sie bezahlt haben. Nicht alle, aber viele antworten mir dann und schreiben mir auf der Website unter den Reiseangeboten nette Kommentare.

FB: Ist das Reiseaufkommen deutscher Touristen nach Kroatien gleichbleibend oder ist ein wachsendes Interesse zu verzeichnen?

AS: Es ist auf jeden Fall ein wachsendes Interesse zu beobachten, da ja einige Reiseziele wie beispielsweise die Türkei aus politischen Gründen gerade nicht mehr attraktiv sind. 2017 verzeichnete Kroatien sogar einen Tourismusrekord: Über 17 Millionen Touristen haben das Land besucht!

FB: Sie arbeiten sehr viel für Ihr Portal. Wenn es freie Stunden gibt: was sind Ihre Hobbies?   

AS: Ich mache gerne Musik, das heißt, ich singe und komponiere Songs. Außerdem widme ich mich der Fotografie und drehe hin und wieder Videos. Wenn ich bei meinen Eltern bin, stelle ich mich manchmal an die Staffelei und male ein Bild. Das überlasse ich aber lieber meiner Mutter, denn die kann viel besser den Pinsel schwingen als ich!

Zur Website von Annika Senger (kroatien-liebe.de) geht es hier entlang.

Bildnachweis: Annika Senger

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Schloss Rochlitz

Geschichte und alte Gemäuer – dafür begeistert sich Antje Krahnstöver von jeher.  Diese Leidenschaft trieb sie auch im Berufsleben an und so gelangte sie über Umwege zu ihrem Traumjob. Als Museumspädagogin auf Schloss Rochlitz in Sachsen ist sie täglich von steinernen Zeugen der Vergangenheit und historisch interessierten Besuchern umgeben. Dass sie in diesem Umfeld die notwendige Inspiration für die Konzeption von Ausstellungen und musealen Inhalten findet, ist da nur logisch. Im Interview gibt sie uns einen Einblick in ihr spannendes Arbeitsumfeld und stellt uns auch ihren Arbeitsplatz – das Schloss Rochlitz –  näher vor.

FB: Frau Krahnstöver – ihr Arbeitsplatz ist umgeben von alten Gemäuern, Sie arbeiten auf Schloss Rochlitz als Museumspädagogin. Wie kamen Sie zu diesem Beruf und zu diesem spannenden Arbeitsplatz?

AK: Meinen Arbeitsplatz verdanke ich einer Reihe von Zufällen, Fügungen und viel Engagement.

Vor mehr als 10 Jahren begann ich auf einer benachbarten Burg als Gästeführerin auf Honorarbasis zu arbeiten. Bald wurde klar, dass diese Arbeit  richtig gut zu mir passt und vor allem die Kindergruppen mein Herz aufgehen lassen.

Irgendwann kam der Arbeitsplatz im Schloss Rochlitz

Schritt für Schritt kam ich dann meinem heutigen Arbeitsplatz näher und kann mir im Moment keinen besseren vorstellen. Aber eigentlich habe ich schon 2 andere Berufe: Fotografin und Textildesignerin. Auch diese Fertigkeiten sind immer wieder nützlich.

FB: Wie muss man sich Ihren beruflichen Alltag auf dem Schloss vorstellen?

AK: Meinem Biorhythmus sehr entgegen kommt der relativ späte Arbeitsbeginn. Einen festen Tagesablauf gibt es nicht. Genau das finde ich sehr positiv. Ich mag es nämlich gar nicht, immer das gleiche zu machen. Es gibt natürlich ein sogenanntes „Tagesgeschäft“ mit E-Mails lesen, Anrufe beantworten etc.

Ich spreche viel mit Gästen, welche im Schloss etwas buchen wollen, bereite Angebote vor, netzwerke mit anderen Museen oder Einrichtungen und arbeite an Inhalten für neue Formate.

Wochenendarbeit auf dem Schloss gehört dazu

Dann gibt es noch die vielen tausend Kleinigkeiten, die in so einer großen Anlage auch zu leisten sind, sei es die Blumenkübel zu gießen, Kostüme zu flicken, oder einen Abend lang nach einer Veranstaltung in der Küche das Geschirr zu spülen. Auch Wochenendarbeit ist keine Seltenheit, wenn man da arbeitet, wo andere ihre Freizeit verbringen.

FB: Sie sind auch privat geschichtlich interessiert. Welchen Einfluss hat die Vergangenheit auf Ihren Alltag, wenn Sie nicht gerade Ihrem Beruf nachgehen?

AK: Das Geschichtsinteresse habe ich von meinem Vater, welcher noch bis vor kurzem selbst Stadtführungen machte. Mit meiner Familie lebe ich auch in einem Denkmal, welches schon fast 500 Jahre alt ist. Mein Mann ist Restaurator und wir nehmen uns gern mal die Zeit museale Orte in Nah und Fern zu besuchen. Letztes Wochenende waren wir in den Kunstsammlungen Chemnitz und begeistert. Es gibt viele kluge Sprüche über den Zusammenhang von Geschichte, Gegenwart und Zukunft. Ich finde das wirklich klug.

FB: Sie vertreten das Schloss auch auf regionalen Märkten und Veranstaltungen – auf was für ein Interesse an Geschichtlichem bei den Leuten treffen Sie da? Sind die Menschen noch neugierig auf Vergangenes?

AK: Ja, es gibt viele Menschen, bei denen man nur den richtigen „Knopf“ finden muss und schon hat man sie. Bei dem einen ist es ein Küchengerät aus Omas Zeiten, beim anderen pausbäckige Engelchen die von der Decke hängen und der nächste entdeckt wieder, wie schön es sein kann, seinem Liebsten ein paar Zeilen mit Tusche und Feder zu schreiben. Und mal ehrlich, in eine Rüstung, oder ein Kostüm zu schlüpfen ist doch für viele noch ein Traum aus der Kindheit.

Besucher finden auch im Nachgang Weg ins Museum

So finden immer wieder Leute im Nachgang auch den Weg ins Museum.

FB: Was macht Ihnen bei Ihrer Arbeit am meisten Spaß?

Ich gehe zufrieden nach Hause, wenn ich ein direktes Feedback von unseren Besuchern bekomme und Begeisterung spüre. Am meisten berühren mich immer wieder Kinder mit ihren geistreichen Kommentaren, welche mich nicht selten auf neue Ideen bringen.

FB: Ihr Arbeitsplatz war auch Wirkungsort verschiedener Frauen. Welche waren das?

AK: Vom späten Mittelalter bis ins frühe 18. Jahrhundert war das Schloss des Öfteren Witwensitz für Familienangehörige der Wettiner. Zum Beispiel  Amalie von Bayern-Landshut, Elisabeth von Sachsen und Sophie von Brandenburg. Wohl alles recht unterschiedliche Charaktere, welche trotz gewisser Reglementierungen, wie sich eine Witwe standesgemäß zu verhalten hat, ihre Interessen durchzusetzen verstanden. Ich finde allesamt sehr spannende Persönlichkeiten.

FB: Was mögen Sie am Schloss Rochlitz am meisten, gibt es einen Lieblingsplatz?

Ich staune immer wieder, mit welch traumwandlerischer Sicherheit sich die Bauherren vor vielen hundert Jahren die schönsten geografischen Plätze für so einen Herrschaftssitz ausgesucht haben.

Sonnenuntergang über dem Flusslauf ist Highlight für die Museumspädagogin

Arbeiten auf dem Schloss

Museumspädagogin Antje Krahnstöver bei der Arbeit

Wenn man in einer ruhigen Minute auf der Südterrasse sitzt, im Sonnenuntergang über den Flusslauf der Mulde in Richtung Rochlitzer Berg schaut, dann kann man glatt den Feierabend verpassen.

FB: Was sollten sich Besucher auf „ihrem“ Schloss unbedingt anschauen und was bietet die altehrwürdige Immobilie noch? 

AK: Ein echtes „Alleinstellungsmerkmal“ ist zum Beispiel unsere historische Schlossküche, welche noch voll funktionstüchtig ist. Hier kann man selbst noch richtig kochen, oder sich bekochen lassen. Auch die Schlosskapelle ist ein kleines Juwel mit seiner wunderbaren Akustik – einfach mal ein Lied anstimmen, Geräuschempfindlich ist unser Museum nicht.

Es gibt so viele spannende Themen aus der Geschichte, zu welchen wir Führungen anbieten: vom Schachspiel, über die Feuerstätten bis zur Toilette. Alles zu erleben im Schloss Rochlitz. Ich freue mich auf neue, interessierte Gäste!

Mehr zu alten Gemäuern, die ebenso einen Besuch wert sind, finden Sie hier.

Bildnachweis: Antje Krahnstöver, Iliya Kirillov

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