Spielzeug, das erst heiß ersehnt und nach kurzer Zeit langweilig geworden ist –  davon können wohl die meisten Eltern oder Großeltern berichten. In vielen Kinderzimmern wimmelt es heute von Figuren, Bausteinen oder Stecksystemen namhafter Marken, aber oftmals fehlt diesen Dingen der Langzeiteffekt.

Das heißt, dass nicht selten das Spielzeug schon nach kurzer Zeit unbeachtet in der Ecke oder im Regal im Kinderzimmer verstaubt. Hinzu kommt: während diese Teile das Interesse der Kinder nicht mehr wirklich wecken können, werden parallel dazu schon wieder neue Begehrlichkeiten geweckt – sei es beim Einkaufen, durch Freunde oder durch die Werbung.

Es gibt ja für Eltern kaum mehr ein Bereich des öffentlichen Lebens, in dem sie nicht mit Einhörnern oder Elsa und Anna konfrontiert werden! Der „Haben-wollen“-Modus wird von der Spielzeugindustrie mehr als geschickt bei den Kleinen aktiviert – das Resultat ist zumeist Überfluss, Unnützigkeit und eben auch Abfall. Selbst wenn benutztes Spielzeug von engagierten Eltern an Vereine oder finanziell benachteiligte Familien gespendet wird – irgendwann hat jedes Spielzeug ausgedient und der Nachschub läuft ununterbrochen auf Hochtouren. Da muss man nur eins und eins zusammenzählen, um zu erahnen, was das auf Dauer mit der Umwelt macht, zumal vor dem Hintergrund, dass eine Menge Spielzeug mit fragwürdigen Inhaltsstoffen aufwartet.

Um diesem Wahnsinn zu begegnen, haben drei Frauen, allesamt Mütter, auf diese Situation reagiert und sich ihre eigenen Gedanken zum Überfluss im Kinderzimmer gemacht. Herausgekommen ist eine einzigartige und innovative Idee, die bald schon – als fertiges Produkt – in viele neugierige Kinderhände gelangen soll: Pappka, die faltbare Spielewelt, die auch in Sachen Nachhaltigkeit von sich reden macht.  Martina Musek, Cordula Hundrieser und Antje Stumpe (im Bild von links nach rechts) sind die kreativen Köpfe hinter dem Start-up Pappka.de aus Leipzig.

Im Interview erklärt Antje, wie es zu der Idee kam und wie die ausgefallene Spielewelt schon bald bei interessierten Familien Einzug halten soll. 

FB: Antje – das Team hinter pappka.de besteht komplett aus Müttern. Wie kam es dazu, dass ihr drei Mamas ein Start-up für kreative und umweltschonende Spielwelten gegründet habt?

Vor drei Jahren bin ich auf Martina Musek über die Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle gestoßen. Wir haben dort studiert. Ich studierte dort Kommunikationsdesign und Martina studiert dort Lern- und Spieldesign – ja, so einen Studienzweig gibt es wirklich.

Sie suchte eine visuelle Gestalterin für ihre faltbaren Spielwelten, die aus einem Semesterprojekt heraus entstanden sind. So kamen wir zusammen. Seither kümmere ich mich um den ganzen Markenaufbau der Spielwelten, jeder Buchstabe, jedes Zeichen, jede Farbe, jedes Foto und jede Videosequenz wird von mir genaustens überlegt und wie ein Puzzle zu einem großen und ganzen Erscheinungsbild zusammengefügt.

Am Ende ist ja nicht nur die Idee entscheidend, sondern auch, ob PAPPKA® als Marke stark genug ist. Beides muss stimmen.

Martina entwickelt also das Produkt, angefangen von den ausgeklügelten Falttechniken, bis hin zur Materialwahl, über Laser-und Plottertests der Ideen und ich gebe dem Ganzen dann eine visuelle Erscheinung. Und dann ist Cordula Hundrieser zu uns ins Team gekommen, eigentlich im passendsten Moment, den man sich vorstellen kann, denn der Bauernhof der Spielwelten war soweit fertig, um in die Welt hinausgetragen werden zu können. Da wir beiden Designerinnen aber eher scheue Rehe sind, ist Cordula die perfekte Ergänzung.

Cordula ist unser heißer Draht nach außen. Sie erstellt das Vertriebskonzept, kümmert sich um die Kalkulationen, bereitet die Wege vor, damit PAPPKA® in den Handel kommen kann. Marketing und Sales ist ihr Schwerpunkt. Wir drei zusammen sind ein starkes Team. Jede bringt sich voller Liebe, Leidenschaft und mit viel Herzblut ein. Jede tickt ein wenig anders, aber am Ende sind es die Synergien, die uns voranbringen. Zu dritt haben wir dreimal mehr Energie, als wenn wir allein wären. Das ist großartig. Es macht wirklich Spaß, als Frauenpowerteam die Idee der faltbaren Spielwelten gemeinsam voranzutreiben.

FB: Was genau steckt hinter dem Konzept von Pappka.de?

PAPPKA® hat mehrere konzeptionelle Ansätze. Zum einen das ausgetüftelte Spielkonzept: unsere Spielwelten sind Gestaltungs,- Rollen,- und Konstruktionspiel in einem. Außerdem vereint es Pop-up und Papercraft miteinander, also die Idee, etwas wird geöffnet und klappt sich dann auf, kombiniert mit der Idee des Modelbastelbogens. Hier ist für die Entstehung eines dreidimensonalen Objektes stabileres Material im Einsatz als aus Karton. Man kennt ja Pop-up Bücher, die sind so filigran, dass die Kinder sie nicht betätigen dürfen, aus Angst, dass die feinen Schieber und Klappen einreißen und kaputt gehen. Mit unseren Spielwelten aber sollen die Kinder auch spielen können. Bis zu 1.000 mal können die Klappen unbeschadet auf,- und zugeklappt werden.

Dann ist ein großer Schwerpunkt das Umweltkonzept: Wir haben uns überlegt, dass die Umverpackung gleich Teil des Spieles sein kann, um auch hier Rücksicht auf die Umwelt nehmen zu können. Das ganze Produkt besteht aus Materialien, die in ihre technischen und biologischen Kreisläufe zurückgeführt werden können. Außerdem lassen sich die Buchdecken entnehmen, so dass man, wenn man möchte, die nächste Spielwelt einsetzen kann, in dem Fall z.B., dass das Bauernhofhäuschen nicht mehr interessant ist und das Kind jetzt lieber mit der Ritterburg spielen möchte. Das schont nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel. Die Buchdecken können also immer wieder verwendet werden. Und das ganz Besondere und innovative an unserer Erfindung ist, dass sich die Spielfläche auf 2 cm zusammenklappen lässt und einfach wie ein Buch im Bücherregal verstaut werden kann. So kann man in Sekundenschnelle im Kinderzimmer aufräumen und Platz schaffen. Genauso schnell kann man aber auch wieder in das Spiel einsteigen. Wir wissen aus eigener Erfahrung unserer Kinder, dass die Spielzeuge, die offensichtlich im Kinderzimmer stehen, wie Puppenstuben, Parkhäuser, Ritterburegn ect., am Ende nur einstauben und schnell zu langweilig werden. Was aber immer wieder neu aus dem Schrank geholt werden kann, bleibt interessant.

FB: Habt ihr eure Idee im Vorfeld durch kleine Erdenbürger testen lassen? Wenn ja, auf welche Art und wie haben die Kinder diese außergewöhnliche Idee für`s Kinderzimmer angenommen?

Ja, wir haben den Proof of Concept durchgeführt, indem wir eine Nullserie von 200 Exemplaren hergestellt haben und sie in sieben Kindergärten in Leipzig mit 365 Kindern getestet haben. Wir haben Kurzzeittests durchgeführt und Langzeittests. Bei den Kurzzeittests haben wir die Kinder beobachtet, wie sie mit den Spielzeugen umgegangen sind, wie sie den Aufbau bewältigt haben, ihre Eindrücke und Ideen haben wir notiert. Ganz oft waren die Kinder freudig überrascht, dass aus einem Buchobjekt plötzlich ein Spielhaus entstehen kann. Einige wollten auch wissen, warum wir es auch Pappe herstellen und nicht aus Plastik. Und die meisten haben sich total gefreut, dass sie es nun auch noch gestalten dürfen. Mit Schere, Leim und Farben sind sie beherzt umgegangen. Nach 4 Wochen haben wir die Häuser wieder eingesammelt. Die waren schön bunt und alle verschieden. Das war der Härtetest: alle Spielwelten waren noch ganz. Außerdem haben wir eine deutschlandweite Verlosung stattfinden lassen und die Spielwelten an 60 Familien gesendet, um wertvolles Feedback zu erhalten. Daraufhin konnten wir die Spielwelten noch optimieren und kleine Details verbessern.

FB: Was in Sachen Kreativität und Spiel in Kinderhände gelangen soll, muss stabil sein. Wie habt ihr das mit dem Material, dem Karton, gelöst?  

Wir haben ein nachhaltiges Material gesucht, was sich 1. gut falzen lassen muss, 2. reißfest sein sollte und 3. nicht schadstoffbelastet sein darf. Für 3. fielen dann schon mal alle Recyclingkartonagen weg, weil man nie zu 100% sagen kann, dass sie frei von Schwermetallen sind. Das war sehr schade, da wir hierfür eigentlich ganz tolle, farbige Kartonagen aus Recyclingprozessen vorgesehen hatten. Für 1. eignen sich auch keine Recyclingfasern, da diese zu kurz sind und daher an den Falzen zu schnell brechen. Deshalb eignen sich nur Materialien, die lange, frische Fasern haben. Und um 2. bedienen zu können, kommen nur sog. Kraftliner in Frage. Da haben wir uns ein schwed. Unternehmen als Partner gesucht, die in erster Linie Waldbauern sind und ihre Wälder nachhaltig nach FSC-Standards bewirtschaften und ihr Unternehmen nach ISO-Standards führen. Sie nutzen zu fast 100% Biokraftstoffe und versorgen mehrere 10.000 Haushalte mit Abwärme. Man kennt das Material übrigens von Biersixpacks, die werden mit Kraftkarton als tragbare Banderole zusammengehalten. Und durch unsere ausgetüftelten Stabilisierungsmechanismen werden die Spielwelten wirklich  stabil.

FB: Welche Vorteile bietet Pappka denjenigen, die die von euch entworfenen Spielwelten zukünftig kaufen sollen, den Mamas und Papas?      

Also man muss sich jetzt zum Beispiel keinen Schleich-Plastik-Pferdehof mehr ins Kinderzimmer stellen, wenn die Pferde der Kinder ein Dach über den Kopf brauchen. Oder wenn die Brioeisenbahn einen Lokschuppen benötigt. Oder wenn die ganzen Fillypferde und Einhörner zur Schule gehen sollen.

Unser Bauernhof ist ein vielfältig einsetzbares Objekt, was die Kinder so nutzen können, wie sie es möchten. Und wenn fertig gespielt ist, klappt man ihn zusammen und schwups ist Ordnung im Kinderzimmer. Die PAPPKA-Spielwelten lassen sich gestalten.

Viele Kinder freuen sich darüber, dass aus einem Haus ihr eigenes, persönliches Haus wird, so wie sie es wollen. Manche malen es stundenlang an und haben viele Ergänzungsideen: z.B. mit getrockneten Blumen bekleben, Stroh im Dachstuhl einfüllen, aus Ahornnasen Dachschindeln werden lassen, eigene Dinge entwerfen, die noch fehlen. Zum Beispiel das Mobiliar für Innen oder ein Bauer. Der wird dann gemalt, auf feste Pappe geklebt und nun muss man sich noch Gedanken machen, wie der eigentlich stehen kann.

Der Vorteil also ist, das Kind kommt in die kreative Beschäftigung. Erlebt, wie aus einer Fläche ein Objekt wird. Ergänzt, hat Ideen, die Feinmotorik wird gefördert, die Fantasie wird angeregt. Letztendlich auch das Rollenspiel. Die Kinder nutzen alles, was es gibt in ihrem Kinderzimmer. Und sie spielen Situationen nach, die sie beschäftigen. Der Bauernhof kann auch dazu einladen, die Kinder auf Themen zu sensibilisieren, z.B. Nutztierhaltung, Lebenshof für gerettete Tiere… man kann auch schwierige Themen besprechen, bespielen, warum hält er Mensch Schweine? Was bedeutet das für die Tiere. Sie sind ja nicht alle nur zum Streicheln da. Diese sensiblen Themen können die Eltern durchaus mit ihren Kindern gemeinsam angehen.

Und natürlich, ein Vorteil liegt auf der Hand: PAPPKA passt in jeden Rucksack und in jedes noch so vollgestopfte Auto. Es kann auf Reisen mitgenommen werden. An Orte, wo es Wartesituationen gibt: zum Arzt, ins Restaurant. Ein schöner Zeitvertreib.

FB: Nachhaltigkeit und Recycling – das sind Themen, die euch wichtig sind, auch und gerade im Zusammenhang mit eurer Geschäftsidee. Nun ist aber nicht jedes Material, das recycelt werden kann, gut für Kinder. Erzähl doch hierüber bitte einmal mehr und berichte gern auch, wie ihr diesen Anspruch in Einklang mit eurem Produkt gebracht habt.

Nachhaltig heißt für uns, dass das Hauptmaterial, also der Karton aus einem nachwachsenden Rohstoff besteht. Für einen gefällten Baum, werden drei neue gepflanzt. Die Ressource ist also nicht endlich und irgendwann aufgebraucht. Außerdem kann unser Produkt in seine Einzelteile zerlegt werden, die Materialien können in ihre technischen und biologischen Kreisläufe zurückgeführt werden.

Heißt konkret: ist PAPPKA ausgespielt, legt man es ins Altpapier. Zuvor schraubt man die Buchschrauben ab, aus denen lässt sich wieder was machen, z.B. eine selbstgebaute Uhr zum Üben der Uhrzeit. Auch die beiden Rundgummis können weiterhin genutzt werden. Dadurch, dass wir dem Papierrecycling neue, frische Fasern zuführen, bleibt der Wiederverwertungsprozess bestehen, denn der funktioniert nur, wenn immer wieder frische Fasern hinzukommen, sonst verkürzen sich die Fasern im Fasernbrei so sehr, dass sich kein Papier mehr herstellen lässt. Recycling aus Recyclingfasern ist nur endlich möglich. Dass aus Recyclingmaterialien Schwermetalle migrieren können, hatte ich ja schon gesagt. Kein Mensch möchte, dass sein Kind mit belasteten Materialien spielt.

FB: Wie eingangs erwähnt, habt ihr alle Nachwuchs. Wie gestaltet ihr die Herausforderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf – gerade in Anbetracht der Tatsache, dass man (Frau) ja gerade beim Geschäftsaufbau unglaublich powern muss?

Wir haben alle Männer, die nicht arbeiten und sich zu 100% um die Kinder kümmern. Ha,ha. Das war ein Witz! Nein, wir sind ganz normale Familien: jedes Elternteil bringt sich ein. Wir Frauen schaffen Haushalt, Kinder und Business per Spagat und kreativen Arbeitszeiten. Heißt: Kernarbeitszeit.

Wenn alle Kinder im Kindergarten und in der Schule gut angekommen sind und bevor man sie alle wieder einsammelt. Also von 9.00 Uhr bis 15.00 Uhr. Dann sind wir erst einmal hauptberuflich Mama und verbringen unsere Freizeit mit den Kindern. Abends, wenn alle schlafen und träumen, geht’s weiter. Oft bis weit nach Mitternacht. Also mir geht das so, da ist endlich Ruhe eingekehrt, in der Stille der Nacht kann ich besonders gut denken und mich konzentrieren. Ich habe den Vorteil, nicht viel Schlafbedarf zu haben. Ein weiterer Vorteil ist, wir wissen alle, wie das ist: heute hat das eine Kind Fieber, morgen hat der Kindergarten zu, weil pädagogischer Tag ist, übermorgen hat man noch den einzigen Zahnarzttermin ergattert, den es kurzfristig vormittags noch gab, weil plötzlich Karies im Milchzahn hockt… ständig ist irgendwas Ungeplantes los. Wir haben alle Verständnis für diese Situationen „Mütter“ zu sein und keine nimmt es der anderen krumm, weil sie los muss, um ihr Kind zu versorgen.

Diese Flexibilität und dieses Verständnis sind Gold wert. Denn so können wir es schaffen, auch ohne, dass unsere Kinder uns irgendwann einmal siezen. Wenn wir es nicht übertreiben mit schlaflosen Nächten, dann ist das ein guter Weg: da sein für die Kinder und genügend Zeit für das Business zu haben. Wirklich, nicht selten haben wir Skype-Termine nachts halb 10.

FB: Bislang hat es sich gelohnt, dass ihr euer ganzes Herzblut in Pappka.de steckt – ihr seid ausgezeichnet und auch prämiert worden. Welche Ehre genau wurde euch zuteil?

Wir sind letztes Jahr von der Innovationsplattform futureSAX für den Innovationspreis nominiert wurden: unter die 10 besten innovativsten Gründungsideen hat es PAPPKA® geschafft.  Das war eine Ehre, neben Ideen der Automobilbranche und neben Kunststoffideen nominiert zu sein. Außerdem hat uns die Stadt Leipzig ausgezeichnet mit einer Prämie für innovative Gründer. Das war ein gut angelegtes Startgeld.

FB: Was steht aktuell bei euch an und kannst Du auch schon von euren Plänen in Sachen Pappka.de berichten? 

Jetzt haben wir ganz erfolgreich unsere Crowdfunding-Kampagne mit 104% des angestrebten Fundingziels erreicht. Juchhu! Das ist ein gutes Gefühl. Und nun müssen wir natürlich in die Produktion einsteigen: Das Material muss angefertigt und bestellt werden, die Stanzen werden gebaut. Drucken, stanzen, konfektionieren… das wird eine straffe Zeit.

Bis Oktober und dann wollen wir lieferfähig sein. Nebenbei wird Martina an der neuen Welt schneiden, falten und kleben, bis wir Markttests durchführen können. Cordula wird die Messen planen, ich werde die Aufbauanleitung gestalten, die Bogenreiter finalisieren, der Handel muss von uns erfahren… es wird nicht langweilig. Wir schaffen alles… in unserem Rhythmus und Tempo. Und das macht Spaß. Es ist unser Traumjob.

Mehr zu pappka.de erfahren Sie hier.

Bildnachweis: Fotocredt: (c)MuseKind

Annett Laufer

Naturheilkunde und alles, was damit zu tun hat – das ist die große Leidenschaft von Annett Laufer (im Bild). In einem beschaulichen Örtchen in Sachsen, das sowohl an Sachsen-Anhalt als auch an Brandenburg grenzt, hat sich die Naturliebhaberin vor einigen Jahren einen Traum erfüllt und ihr eigenes Massage- und Wellness-Studio eröffnet. Parallel zu ihrem eigentlichen Beruf im Handel hatte sie sich zur Wellness- und Massage-Therapeutin weitergebildet und geht in diesen beruflichen Aktivitäten nunmehr voll auf.

Gesundheitliche Probleme gaben Ausschlag für Naturheilkunde

Durch eigene Autoimmunerkrankungen immer auf der Suche nach neuen Wegen, ihren Gesundheitszustand zu verbessern, gibt Annett Müllner eigene Erfahrungen zwischenzeitlich an andere Menschen weiter. Wir haben mit ihr gesprochen.

FB: Annett – Du hast Dir mit einem eigenen Wellness-Studio einen großen Traum erfüllt. Wie lange hast Du den schon geträumt und wie kamst Du zum Thema Wellness?

Mein Beruf als Fachverkäuferin, den ich fast seit 30 Jahren ausübte, machte mich nicht glücklich. Die Liebe und das Interesse für die alternative Heilkunde beschäftigen mich seit Jahren. Somit habe ich den Entschluss gefasst, neue Wege zu gehen und machte 2016 eine Ausbildung zur Massage – und Wellnesstherapeutin. Im Oktober eröffnete ich mein Wellnessstudio und erfüllte mir einen großen Traum.

FB: Was bietest Du für Massagen an? Kannst Du etwas näher darauf eingehen?

Ja – natürlich, die gängigste ist immer noch die klassische Massage, schon beim Verteilen des Massageöls erfühle ich die Problemzonen in der Muskulatur, um diese dann zielgerichtet durch kräftige Knetungen, Walkungen und Streichungen zu lockern und die Durchblutung im Gewebe zu steigern.

Gezielte Massagen für Wohlbefinden von Kopf bis Fuß

Bei der Schröpfmassage wird nach vorherigem Einölen der Haut der Schröpfkopf über die Haut gezogen, bis sie sich rötet. Ziel dieser Massage ist es, die Durchblutung anzuregen. Schröpfen hat seinen Ursprung in der traditionellen chinesischen Medizin und ist ein klassisches Ausleitungsverfahren. Die Fußreflexzonenmassage hilft uns dabei, nicht nur zu entspannen, sondern auch gezieltem Einsatz bestimmter Körperregionen und Organe zu beeinflussen und somit die Selbstheilungskräfte anzuregen. Durch die Massage werden die Füße gelockert, die Gelenke gedehnt und die Durchblutung angeregt. Darüber hinaus wirkt sie angenehm beruhigend auf das gesamte Nervensystem.

Wellness pur ist die Aromaölmassage. Harmonisch fließende Bewegungsabläufe mit reichlich und gut temperiertem, von den Kunden ausgewählten Aromaöl, bringen Sie in einen Zustand von Entspannung, Ruhe und innerem Frieden und hinterlassen ein langanhaltendes Wohlgefühl.

Aufbauende Massagen lindern Verspannungen

Die Breuss-Massage ist eine regenerierende und aufbauende Massage, die sowohl körperliche wie seelische Verspannungen zu lindern vermag.

Zum guten Schluss biete ich noch die faszinierende Methode der Hot Stone Massage an, wo nicht nur mit sehr warmen Basaltsteinen, sondern abwechselnd auch mit sehr warmen Händen massiert wird. Die sich über den ganzen Körper ausbreitende Wärme sorgt für optimale Muskellockerung und wohlige Entspannung.

FB: Das Thema Gesundheit bzw. Naturheilkunde ist generell sehr wichtig für Dich, Du beschäftigst Dich auch mit Stoffwechselkuren und Darmreinigung. Erzähl doch mal mehr hierüber!

Durch Autoimmunerkrankungen suchte ich immerzu neue Möglichkeiten, meinen Gesundheitszustand zu verbessern. Nach Jahren bin ich dann auf die Stoffwechselkur gestoßen und konnte durch diese meinen Gesundheitszustand enorm verbessern. Ich fand wieder zu mehr Energie und Lebensqualität. Dieses Wissen möchte ich nun an Menschen, die gesundheitliche Probleme oder übergewichtig sind, weitergeben. Darmreinigungen sollte man sowieso regelmäßig durchführen, da ein verschlackter Darm Krankheiten hervorrufen kann.

FB: Stellt sich sofort ein gesundheitlicher Effekt ein, wenn man seinem Körper diese Maßnahmen angedeihen lässt?

Der Körper braucht schon seine Zeit, sich zu regenerieren. Man muss ja bedenken, wie lange es gebraucht hat, bis sich die Beschwerden oder Übergewicht eingestellt haben, mitunter über Jahre. Wir arbeiten in einem Team zusammen und konnten schon viele Erfahrungsberichte darüber sammeln.

Facebook-Gruppe zu Naturheilkunde ist gestartet

FB: Zu all diesen Themen hast Du eine Facebook-Gruppe gegründet, die auf sehr viel Interesse stößt. Welche Kommunikation findet hier zwischen Dir und den Mitgliedern statt?

“Sanft entgiften-abnehmen-entschlacken und einfach Wohlfühlen“ ist der Name der Gruppe. Da können sich die Mitglieder in Ruhe umschauen und Erfahrungsberichte lesen. Wer Interesse hat, bekommt dann individuell, auf seine Probleme zugeschnitten, die Informationen zugesandt. Eine Anleitung und Betreuung über die Kuren hinweg, sowie Zugang in Gruppen mit Stoffwechsel – und Darmreinigungskurteilnehmer, mit großem Austausch über Gesundheit und Rezepten wäre dann der nächste Schritt.

Am schönsten sind die Feedbacks, die ich danach erhalte, das macht mich zufrieden und glücklich.

FB: Wenn Du mal Zeit für Dich hast, was machst Du dann? Gibt es Hobbys?

In meiner Freizeit gehe ich gern mit meiner Familie und unserem Hund in die Natur, lange Spaziergänge, sowie Gartenarbeit zum Ausgleich tun mir gut… Dann lese ich gern, vor allem Sachbücher zur Naturheilkunde.

FB: Was steht als nächstes bei Dir in Sachen Wellness und Naturheilkunde an, gibt es Pläne, die Du Deinen (potentiellen) Kunden schon verraten kannst?

In Sachen Wellness bin ich immer auf der Suche nach Weiterbildungen, sodass ich mein Angebot erweitern kann. Monatlich habe ich immer eine Rabattaktion, die auch auf Facebook, auf meine Seite „Massage & Wellness Annett Müllner“ veröffentlicht werden.

Informationsabende zu Stoffwechsel- und Darmreinigungskuren

Im Team laufen Vorbereitungen für Informationsabende zur Stoffwechsel- und Darmreinigungskur. Dies wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen, vorgesehen sind Leipzig, Dresden und Langenreichenbach. Die Termine werden rechtzeitig bekannt gegeben und jeder interessierte ist herzlich dazu eingeladen.

Mehr Informationen finden Sie hier.

Bildnachweis: Annett Müllner

Unverträglichkeit, fragwürdige Zusatzstoffe und oftmals viel zu viel Chemie – das alles hört man immer wieder, wenn es um Kosmetikprodukte aus den üblichen Drogeriemärkten und Kaufhäusern geht. Wenn man bedenkt, wie viele Inhaltsstoffe die Durschschnitts-Benutzerin herkömmlicher Kosmetik bereits auf der Haut hat, bevor sie morgens überhaupt das Haus verlässt, da kann man schon mal ins Grübeln kommen.

Dieses Thema steht auch immer wieder im Fokus wissenschaftlicher Erhebungen und ist Gegenstand gesellschaftlicher Debatten. Das Resultat ist, dass immer mehr Frauen ihren Kosmetik-Konsum kritisch sehen und viele Dinge mehr hinterfragen. Spätestens dann, wenn sich Nachwuchs ankündigt, setzen sich viele Frauen sehr intensiv mit dieser Thematik auseinander und kaufen gezielt natürliche und nachhaltige Produkte. Sowohl für sich als auch für den neuen Erdenbürger. Nicht selten fällt die Wahl dieser Frauen auf die Kosmetikprodukte einer Frau, die Nachhaltigkeit in allen Lebensbereichen groß schreibt und in diesem Zusammenhang eine eigene Kosmetiklinie entwickelt hat:

Gerlinda Pichler, Gründerin der Marke LaLinda. Wir haben mit der Frau aus Bayern (im Bild), die auch Frauen coacht, gesprochen.

FB: Gerlinde – LaLinda, Deine Kosmetiklinie für Babys, Kinder und Mütter ist eine ganz besondere. Unter anderem enthält sie sogar reines Gebirgswasser. Erzähl` doch einfach mal mehr darüber!

Wir produzieren in der Tat in den Alpen, südlich von München und der wichtigste Bestandteil unserer Cremes ist Wasser. Da wir am Fuße der Quelle produzieren, kommt unser Wasser direkt vom Berg und ist von der mit der Energie der Natur angereichert.

FB: Du warst schon immer sehr an Nachhaltigkeit interessiert und die Natur hat es Dir angetan. Nur zum vegetarischen Ernährungsstil bist Du eher zufällig gekommen – was hat es damit auf sich?

Ja das bin ich. Ich bin in einem kleinen Ort am Land aufgewachsen wo wir das gegessen haben was im Garten grad zu ernten war. Fleisch gab es nur Sontags. Als ich dann plötzlich einen Studentenjob hatte, wo ich fast täglich Fleisch essen musste, habe ich mir einfallen lassen, Vegetarierin zu sein, was mich davon entbunden hat. Damals war das Angebot an vegetarischen Speisen sehr bescheiden – ich hatte dann immer Salatplatte, Gemüseplatte oder Käseplatte zur Wahl…Heute koche ich, was ich gern mag, immer mit viel Gemüse.

FB: Wie viele andere Frauen auch hattest Du einst Probleme mit einer trockenen Kopfhaut. Das war für Dich der Anlass, Kräuter selbst zu mixen und etwas herum zu experimentieren, um selbst ein Shampoo herzustellen. Wie erfolgreich war das und wie ging es dann nach diesen ersten Experimentierversuchen weiter?

Ich habe mir selbst unterschiedliche Waschlotionen gemischt und war ganz begeistert davon. Ich habe das lange nur für mich selbst und dann für einige Freundinnen gemacht, aber die Freude dabei wuchs.Vor 3 Jahren habe ich dann gedacht, jetzt mache ich nochmal was Neues in diesem Leben bevor ich zu alt dafür werde, habe mir eine professionelle Produktionsfirma gesucht und mit den Vorbereitungen wie Marken Name, Registrierung usw. begonnen. Nach einem Jahr war dann meine erste Produktion fertig  und seither bin ich intensiv dabei, meine Produkte bekannter zu machen und zu meinen Kunden zu bringen.

FB: Was für Vorteile bietet Deine Kosmetiklinie LaLinda Menschen mit wirklich extrem empfindlicher Haut?

Meine Produkte sind pflanzliche Wirkstoffprodukte ohne allergenhaltige Duftstoffe. Sie lassen sich sehr gut auftragen und ziehen gut ein, duften sanft und machen ein wirklich tolles Hautgefühl.

Ich arbeite mit einer Dermatologin zusammen, die besonders meine Baby Linie ihren kleinen Patienten mit Milchschorf oder leichter Neurodermitis empfiehlt. Sie hat auch selbst in ihrer Schwangerschaft nur meine Produkte ohne Allergien vertragen.

Meine Baby Gesichtscreme hilft auch gut bei Hautjucken und bei Akne bei größeren Kindern und Teenagern. Das berichten mir Kundinnen.

FB: Wie wird in der Produktion sichergestellt, dass tatsächlich nur die Stoffe in Deine Produkte kommen, die Du Dir vorstellst? Überwachst Du das?

Das ist durch die Rezeptur vorgegeben.

FB: Im Hauptberuf bist Du Coach für Frauen und hast hier häufig mit weiblichen Zeitgenossinnen um die 40 oder/und mit Frauen in der Elternzeit zu tun. Inwiefern lässt sich diese Arbeit mit der Entwicklung Deiner LaLinda-Produkte verbinden?

Das lässt sich gut verbinden, denn einige von ihnen merken in ihrer Elternzeit, dass sich ihre Prioritäten verändert haben und sie gar nicht mehr zurück wollen in ihren alten Job wollen, Ich bin immer auf der Suche nach Kooperations-Partnerinnen, was manche meiner Kundinnen nun schon sind. Zudem habe ich immer wieder Geschäftsideen, die ich längst nicht alle umsetzen kann – die gebe ich auch gern weiter.

FB: Nachhaltigkeit ist – wie gesagt – Dein Ding. Du verwendest sogar Versandboxen mehrfach. Gestaltest Du auch Deinen Alltag entsprechend?

Ja klar, ich trenne natürlich Müll, nehme das Fahrrad oder den Zug, wenn möglich. Bei mir werden keine Lebensmittel weggeworfen. Es kann höchstens mal im Sommer passieren, dass eine Erdbeere oder sonstiges Stück Obst über Nacht faulig wird, das entsorge ich, aber sonst kaufe ich nur, was ich auch verwende, oder friere es ein, sollte ich mal unerwartet auswärts essen oder kurzfristig verreisen.

FB: Aktuell steckst Du viel Zeit in die Entwicklung und Vermarktung Deiner Produkte. Wenn Du doch mal etwas freie Zeit hast, wie verbringst Du die? Hast Du Hobbys?

 „Ihre Haut ist unsere Leidenschaft“ – steht auf der Rückseite meiner Visitenkarte – insofern gibt es keinen großen Unterschied zwischen Arbeit und Nicht-Arbeit. Im Sommer gehe ich sehr gern schwimmen und sonst in die Oper, hab diesmal Karten für  3 Vorstellungen der Münchner Opernfestspiele – darauf freue mich schon.

FB: Welche Produkte gibt es aktuell bei LaLinda und welche sind in Planung?

Es gibt – unter anderem – LaLinda Baby Soft Pflegeprodukte, Mama Soft für werdende Mütter und für Damen aller Altergruppen gibt es derzeit eine ganz tolle, hochwertige LaLinda Shine Handcreme und eine Feuchtigkeitscreme aus Bio-Traubenkernöl, die eine Allroundcreme ist.

In Planung ist ein Bio-Sonnenschutz für Kleinkinder und Erwachsene mit empfindlicher Haut und zwei natürliche Brightening Produkte gegen Pigmentflecken im Gesicht.

Mehr zu den LaLinda-Produkten finden Sie hier.

Copyright: alleyesonyou

 

 

Die eine Frau erlebt sie früher, die andere später: die Wechseljahre. Aber jede Frau erlebt sie irgendwann und nicht selten ist, sobald dieser Lebensabschnitt anbricht, die Verunsicherung über das was nun kommt, groß. Auch Angela Löhr aus Hamburg (im Bild) wurde in Sachen Wechseljahre kalt erwischt, war damals sogar geschockt.

Allerdings machte sie irgendwann aus der Not eine Tugend und gründete das Online-Portal Lemondays.de. Die Plattform dürfte im digitalen Kosmos das Einzigartigste im Hinblick auf Informationen für Frauen rund um die Wechseljahre sein. Artikel, Interviews, Angebote zum Mitmachen, Kurse, und, und, und….Die Palette, die Angela Löhr ihrer Zielgruppe online bietet, ist außerordentlich vielfältig und versorgt interessierte Frauen nicht nur mit wirklich guten Informationen zu den Wechseljahren, sondern lädt in ansprechendem Design zum Stöbern und Mitmachen ein.

Wir haben mit der engagierten Unternehmerin über die Wechseljahre und ihr Internetportal gesprochen.

FB: Angela, Du betreibst das Online-Magazin Lemondays.de – eine Plattform für Frauen in den Wechseljahren. Zunächst einmal: wie bist Du auf den Namen gekommen?

Die Zitrone ist eine fabelhafte Frucht, finde ich. Im ersten Moment sauer, gibt sie vielen Gerichten das ganz besondere Aroma, das gewisse Etwas.

Genauso ist es mit den Wechseljahren. Die Tage, an denen die Wechseljahre besonders spürbar sind, sind nicht immer angenehm, aber bei näherer Betrachtung und dem Sich-Darauf-Einlassen ist diese Lebensphase ein großes Geschenk. Daher habe ich das Magazin LEMONDAYS getauft.

Denn was machst Du, wenn Dir das Leben Zitronen schenkt? Genau: Du machst Dir eine köstliche Limonade. Oder holst Dir Salz und Tequila, wenn es mal heftiger ist. (lacht)

FB: Was ist Frauen in den Wechseljahren wichtig – welche Informationen suchen sie?

Wenn Frauen feststellen, dass sie in die Wechseljahre kommen, sind sie sehr verunsichert. Sie wünschen sich Aufklärung, denn sie wissen so gut wie nichts. Horrorgeschichten über Hitzewallungen, heftige Schlafstörungen und Depressionen machen die Runde. Daher suchen sie Tipps, wie sie sich bei den bekannten Symptomen helfen können, was sie ohne „Chemiekeule“ für sich tun können.

Auch Angst vor dem plötzlichen Altsein überkommt viele Frauen. Sie freuen sich über eine positive Ansprache, wenn Mut gemacht und das Ganze auch mal mit einem Augenzwinkern betrachtet wird. Und Frauen in den Wechseljahren suchen Gleichgesinnte.

FB: Nicht alle Frauen in den Wechseljahren haben körperliche Probleme, aber doch sehr viele. Kannst Du hier Angaben machen, welche Zahlen im Spiel sind?

Kürzlich bin ich gefragt worden, ob wirklich jede Frau in die Wechseljahre kommt. Dazu ganz klar: Ja, jede Frau geht durch die Wechseljahre.

Es heißt, ein Drittel der europäischen Frauen hat überhaupt keine Beschwerden, die Hormonumstellung läuft im Hintergrund quasi unbemerkt ab, bis die Regel irgendwann ausbleibt. Das zweite Drittel hat leichte Beschwerden, auf die mit etwas KnowHow gut reagiert werden kann und die verbleibenden 33 Prozent haben leider richtig zu kämpfen. Mit unterschiedlichsten körperlichen und seelischen Symptomen.

Wir sind übrigens ganz schon viele – rund 10 Millionen Frauen in Deutschland sind zurzeit im Wechseljahresalter. Krass, oder?

FB: Gibt es ein ganz spezielles körperliches Signal, woran man merkt, dass die Wechseljahre definitiv da sind?

Die Wechseljahre machen sich sehr unterschiedlich bemerkbar, viele Frauen registrieren sie in den ersten Jahren überhaupt nicht. Typische Erscheinungen der ersten Phase, der sogenannten Prämenopause, sind beispielsweise ein unregelmäßig werdender Zyklus, teils mit sehr starken Blutungen und eine große innere Unruhe, manchmal mit ersten Schlafstörungen verbunden. Aber es gibt noch viele andere mögliche Anzeichen. In diesem Artikel sind die häufigsten Symptome der Prämenopause zusammengefasst.

FB: Was tun Frauen, die sich unsicher sind, ob körperliche Erscheinungen schon die Wechseljahre sind? Sich erst mal belesen oder gleich zum Arzt? Ist letzterer überhaupt nötig? Immerhin ist dieser Lebensabschnitt ja keine Krankheit!

Das hängt sehr stark von den Beschwerden ab. Im Zweifelsfall unbedingt zum Arzt gehen, keine Frage! Wichtig ist dabei, dass die Frauen ihre Vermutungen klar ansprechen, denn manchmal kommen auch Ärzte nicht auf die Idee, dass es sich gerade „nur“ um Erscheinungen der Wechseljahre handeln könnte.

Lesen hilft natürlich immer, wenn man gute Lektüre findet. Ich kenne da ein gutes Online-Magazin… (lacht)

FB: Auf Lemondays.de gibt es eine Menge Ratschläge, wie man gut durch die Wechseljahre kommt. Kannst Du ein, zwei Kriterien nennen, die in dieser Lebensphase wichtig sind?

Das Allerwichtigste ist meiner Meinung nach zu akzeptieren und loszulassen. Wenn Du Dich intensiv mit dem neuen Thema beschäftigst und positiv herangehst, verschwindet auch die Angst und Du kannst Deinen eigenen Körper wieder erspüren. Wie geht es ihm und was braucht er jetzt? Und dann gibst Du ihm genau das.

FB: Kann FRAU sich auf diese Hormonumstellung des Körpers eigentlich vorbereiten? Oder gilt hier das Motto: „Einfach auf einen zukommen lassen“?

Wir haben ja einige Themen im Leben, die wir gern verdrängen und die Wechseljahre gehören leider dazu. Ich finde immer, eine offene Herangehensweise ist die beste Basis. Wenn die Umstellung kommt, kommt sie sowieso. Also lass sie auf Dich zukommen und lausche in Deinen Körper hinein. Er braucht nun mehr Aufmerksamkeit und liebevolles Kümmern. So viele Jahren hat er zumeist problemlos funktioniert und alles mitgemacht, ohne zu Murren. Also die beste Vorbereitung ist, sich ab sofort wirklich gut um sich selbst zu kümmern! Egal, wie alt Du bist, wenn Du das hier liest.

FB: Auf Deiner Plattform gibt es diverse Angebote für Frauen in diesem Lebensabschnitt – vom Workshop bis zum Online-Kurs. Erzähle doch mal etwas darüber.

In einem Magazin-Artikel kann natürlich schon etwas Wissen vermittelt und es können auch gute, alltagstaugliche Tipps gegeben werden, aber die Möglichkeiten sind beschränkt.

Wer tiefer einsteigen möchte, kann deshalb in der LEMONDAYS Academy Onlineworkshops oder Onlinekurse buchen. Sie sind ganz bewusst als anonyme Selbstlernkurse gestaltet und laden ein, sich genau mit dem Thema zu beschäftigen, was einem gerade besonders am Herzen liegt. Ob es um natürliche Hilfe bei typischen Symptomen der Wechseljahre, um gute Entspannungsmethoden oder auch um das große Thema Selbstliebe geht, denn in diesem Lebensabschnitt „Wechseljahre“ wollen sich viele Frauen selbst (wieder) entdecken, lange Verborgenes endlich herauslassen und ihr Leben nun selbst in die Hand nehmen.

Dabei unterstützen die Angebote in der LEMONDAYS Academy, die ich von verschiedenen Experten habe erstellen lassen. Sie sind genau passend auf Frauen wie uns zugeschnitten.

FB: Wie gehst Du persönlich mit diesem speziellen Lebensabschnitt um?

Als ich mit Anfang 40 recht uncharmant durch eine Gynäkologin mit den Wechseljahren konfrontiert wurde, war ich ehrlich gesagt ziemlich geschockt. Ich fühlte mich viel zu jung dafür und hatte überhaupt keine Ahnung, was auf mich zukommt. Das hat mich – immer fröhlichen und positiven Menschen – ganz schön nach unten gezogen. Getan habe ich dann, was ich immer tue, wenn ich etwas nicht verstehe: Ich habe gelesen. Fachbücher und Erfahrungsberichte so viel ich finden konnte. Damit habe ich mir das Wissen angelesen, was ich brauchte, um erstens beruhigt zu sein und zweitens zu wissen, was ich ändern muss.

Und dann habe ich LEMONDAYS gegründet, damit Frauen, denen es ähnlich geht wie mir damals, schnell Aufmunterung, Wissenswertes und gute Tipps finden.

FB: Als beruflich selbständige Frau bist Du zeitlich sehr eingespannt. Was tust Du, wenn Du dennoch etwas Zeit für Dich hast? Gibt es Hobbies?

Mir Zeit für mich zu nehmen, ist mir inzwischen sehr wichtig. Ich merke, dass ich Auszeiten zum Auftanken brauche und Ortswechsel zur Inspiration. Daher bin ich immer draußen und unterwegs, wenn es sich einrichten lässt, sehr gern am Meer und neuerdings auch mit meinem SUP auf den norddeutschen Gewässern zu finden. Außerdem bin ich süchtig nach Büchern und ja, ich liebe das Schreiben…

Mehr Informationen gibt es auf Lemondays.de.

Copyright: Angela Löhr

Eine Hommage an das Landleben, genauer gesagt an das Allgäu – das sind die Krimis die Barbara Edelmann (im Bild) schreibt. Sie alle spielen in der Region, in der die Autorin lange schon zuhause ist und den Menschen dort „aufs Maul schaut“, wie sie selbst sagt.  „Mordsdepp“, „Mordsgeschäft“ und „Mordsrausch“ sind Edelmanns Bestseller, mit denen sie sich eine begeisterte Leserschaft aufgebaut hat.

Um sich für ihre Bücher inspirieren zu lassen, muss die Schriftstellerin ihre Heimat nicht verlassen, denn die beschauliche Idylle mit Alpen-Panorama bietet genug Stoff, den Barbara Edelmann kreativ im Schreiben verarbeitet. Wir haben mit der Autorin, die auch Kolumnen für uns schreibt, gesprochen:

FB: Frau Edelmann, Sie haben sich mit Ihren Regionalkrimis, die in Bayern – im Allgäu – spielen, einen Namen als Autorin gemacht. Wie kam es dazu, dass Sie sich Ihrer Heimatregion literarisch zugewandt haben?

Man soll über das schreiben, was man kennt, lautet eine eiserne Regel. Und im Allgäu kenne ich mich aus – immerhin weigere ich mich seit Jahrzehnten, „mein Tal“ zu verlassen, trotz guter Stellenangebote. Einmal hätte ich sogar die Gelegenheit gehabt, in den USA zu arbeiten. Aber alles, was mir dazu einfiel, war: „Mein Baggersee, meine Freunde, mein Wald-Café, meine Oma, mein Elternhaus, meine Heimatstadt!“ Amerika hatte keine Chance.

Im August 2014 saß ich dann eines Tages auf meiner sonnenbeschienen Terrasse und gönnte mir einen Kaffee, als das melodische Tuckern eines Traktors ertönte und kurz darauf der aromatische Geschmack von Gülle mein Näschen so penetrant umwehte, dass ich fluchend ins Haus rannte.

Eine Stunde zuvor war ich versehentlich mit meinem frischgewaschenen Cabrio durch einen cremigen Kuhfladen gebrettert und hatte mir das Auto wieder eingesaut. Rechts von mir bimmelten Kuhglocken, links von mir zerkleinerte gerade der Nachbar Holz für den Winter mit einer Hochleistungs-Kreissäge. Seit 7:00 Uhr morgens, an einem Samstag. Es war einer dieser Momente, wo man nicht weiß, ob man das Landleben hasst oder liebt.

Da kam mir der Gedanke:  „Schreib doch mal einen Allgäu-Krimi, da kannst du das alles unterbringen“. Gesagt getan, innerhalb kürzester Zeit war „Mordsbraut“ fertig. Und unterm Schreiben bemerkte ich, wie sehr ich an meiner Heimat hänge, und wie sehr ich sie mag. Es war einfach meine ureigene, merkwürdige Art, „danke“ zu sagen, eine Liebeserklärung auf 400 Seiten.

FB: Woher nehmen Sie die Inspirationen für Ihre Krimis?  

Ich wohne seit mittlerweile 25 Jahren auf dem Land. Seit 25 Jahren schaue ich den Leuten aufs Maul und höre ihnen zu, wenn sie von Erlebnissen erzählen, denn es sind viele gute und interessante Storys darunter. Manchmal reicht auch ein Blick in den Lokalteil des örtlichen Käseblattes. Oder große Ohren im Biergarten, wenn der Hans am Nachbartisch im Flüsterton dem Sepp erzählt, wie der Luis neulich besoffen in den Bach gefahren ist. Dafür entschuldige ich mich, aber ich kann einfach nicht anders und muss lauschen.

Viele Geschichten, die mir erzählt werden, beinhalten Potenzial für einen guten Krimi. Leider darf ich nicht ins Detail gehen, aber es sei Ihnen versichert, auch bei uns in der Vorzeige-Idylle mit dem Alpen-Panorama und dem höchsten Rindviehbestand in Süddeutschland passiert genug, das Stoff für eine anständige „Tatort“-Folge böte.

Es gibt auch bei uns Leute, die dem Bier mehr zugetan sind als ihnen gut tut, Raufereien, Nachbarschaftsstreitigkeiten, Diebstahl oder Betrug und vieles mehr.

Aber: Die Strukturen auf dem Land sind anders. Ihren Nachbarn entgeht nicht, wer Sie zum Kaffee besucht oder wann Sie Ihre Partys feiern. Die kriegen genau mit, wenn Sie vergessen, Ihr Laub zu rechen („fliegt in meinen Garten!“), ob Ihre Rollläden länger geschlossen sind als sonst und ob Sie dem Postboten im Morgenmantel die Tür öffnen. Ich war 22 Jahre lang mit einer äußerst aufmerksamen Nachbarin gesegnet, der nichts entging, und die mich mit herrlichen Anekdoten über andere Dorfbewohner versorgte. Sie war, was wir hier eine „Brieftaube“ nennen, eine resolute Dame mit unbestechlichem Blick für die Splitter in den Augen der anderen. Ich vermisse sie heute noch.

An meinem früheren Wohnort wurde sogar darüber getuschelt, weil ich eines Sonntags tatsächlich im Bikini (!) auf meiner Hollywoodschaukel gelegen bin. Am Tag des Herrn! Entweder ist man diejenige, die mit anderen über Dritte redet oder die, über die geredet wird. Anfangs kann man sich das heraussuchen.

Solange Sie Ihren Garten in Ordnung halten und keinem Plausch am Zaun ausweichen, sind Sie wohlgelitten. Was man auf dem Land nicht mag, ist Arroganz, Leute, die sich absondern, nur übers Landleben schimpfen und sich nie auf Feierlichkeiten sehen lassen. Leider habe ich Einladungen zu mindestens 10 Tupper-Partys nicht wahrgenommen, das bereue ich heute noch – vielleicht wäre dann mein Bikini an einem Sonntag nicht Gesprächsstoff gewesen.

Jedenfalls weiß hier jeder alles über jeden. Das hat natürlich auch sein Gutes, denn die Leute passen ja auch aufeinander auf. Ich habe es in 25 Jahren auf dem Lande nicht erlebt, dass jemand lange tot in seiner Wohnung liegt, ohne gefunden zu werden, denn irgendjemandem fällt schon auf, dass Oma Käthe gestern die Rollos nicht hochgezogen hat und sich – entgegen ihren Gewohnheiten – nicht im winzigen Supermarkt blicken ließ.

Nachbarschaftshilfe ist auf dem Land kein Fremdwort, Anonymität hingegen schon, Vereine ersetzen ein gerüttelt Maß der sozialen Arbeit. Die Festivitäten sind andere als in der Stadt. Veranstaltungen, auf denen ein Schausteller mit einer Schiffschaukel anreist, werden als „Jahrmärkte“ bezeichnet, aber wissen Sie was? Die sind sehr beliebt und werden von allen gern besucht. Auf dem Wochenmarkt begegnet man sich und tauscht sich aus, an der Supermarktkasse wartet man geduldig, bis die alte Landwirtin vom Einsiedler-Hof ihr Kleingeld herausgekramt und von ihrer letzten Hüft-OP erzählt hat, man nimmt Rücksicht und hilft einander.

Es ist anders, es ist langsamer, aber ich finde dieses reduzierte Tempo, dieses „leben und leben lassen“ der Gesundheit zuträglich und schön.

Sie schreiben ja Krimis. Gibt es dennoch etwas, das Sie den Lesern vielleicht in Ihren Büchern mitteilen möchten?

Mein Ermittlerpaar besteht aus einem unglaublich attraktiven Berliner, der sich aufgrund einer Liebesgeschichte nach Memmingen versetzen ließ und an diesem Landstrich – bis auf das Essen, das ihm schmeckt – kein gutes Haar lässt, sowie seiner Partnerin, einer hübschen, glücklich verheirateten Allgäuerin mit ein paar Gramm zu viel auf den Rippen, die gern kocht und bäckt.

Die Intention in meinen Büchern ist, dem Leser einen „Urlaub im Kopf“ zu gönnen, denn die Welt in meinen Romanen ist größtenteils heil, von schrulligen Charakteren bevölkert, die neben ihrem Kartoffel-Vorrat alle ihre größeren und kleineren Leichen im Keller haben. Eine meiner Lieblingsfiguren ist Erna Dobler, eine rüstige ehemalige Landwirtin mit einer Vorliebe für Melissengeist und amerikanische Krimi-Serien, die sich gern dreist und vorlaut in die Ermittlungen der Polizei mischt. Ich hoffe, sie lebt noch ewig. Nein, ich weiß es, denn ich bin dafür zuständig, dass Erna steinalt wird.

In meinen Büchern gibt es keinen Zynismus, sie leben von den augenzwinkernden Hinweisen auf die Verschrobenheit einiger Zeitgenossen und regions-spezifischen Begebenheiten.

Ich entwerfe mit Liebe zum Detail wunderliche Charaktere, mische das ganze mit ein wenig Lokalkolorit und hoffe, dass die Verbundenheit mit meiner Heimat dem Leser aus jeder Zeile entgegenlächelt.

Und ich möchte gern zeigen, dass auch bei uns im Allgäu – entgegen gängiger Klischees – nicht alle im Dirndl und der Lederhose herumlaufen, Knödel rollen und den ganzen Tag jodeln. Bei uns gibt es blitzgescheite Leute und eine ansehnliche Infrastruktur in den Ballungszentren. Die Menschen sind bodenständig und fleißig, sie gehen sonntags zur Kirche, weil man das einfach tut, Landwirtschaft wird mit sehr viel Köpfchen und Knowhow betrieben, und im Großen und Ganzen ist das Allgäu ein Landstrich wie alle anderen auch, nur eben mit einem speziellen Menschenschlag bevölkert, der nicht drum herum redet. Sie sagen nicht viel, aber wenn sie den Mund aufmachen, sind sie ehrlich und gerade heraus.

Es gibt sehr liebenswerte Menschen, die Biergärten sind unglaublich schön, und wer Sahne, Butter und Käse mag, welche die Hauptbestandteile unserer Spezialitäten bilden, wird sich hier wie im Paradies fühlen. Wir essen  Maultaschen genauso wie Novelle Cousine, wir tanzen aber auch Tango und Samba  und schuhplatteln nur gelegentlich. Meine Krimis spielen meistens im ländlichen Raum, weil ich die Landschaft wunderschön finde und möchte, dass man das aus meinen Büchern herausliest. Hier ist die Welt, oberflächlich gesehen, in Ordnung.

FB: Wenn Sie eine Buch-Idee haben – wie geht es dann weiter, wie bauen Sie sich das schreibtechnische Gerüst für Ihre Bücher auf? 

Am Anfang ist die Idee. Sie zwickt mich in den Nacken und lässt mir keine Ruhe mehr. Wenn sie sich so benimmt, dann ist sie gut und wert, dass ich sie zu einem Roman verarbeite. Und erst dann setze ich mich hin und fange ganz einfach an. Manche Bücher beginne ich sogar mehrmals. Es ist unglaublich befriedigend, ein ganzes Universum zu schaffen. Ich mache das Wetter, entscheide über Leben und Tod oder darüber, wer heiratet. Für mich sind alle meine Figuren sehr lebendig, und ich mag jede einzelne.

Eine Geschichte wächst wie ein Baum. Bei meinem ersten Krimi „Mordsbraut“ setzte ich mich nachmittags an den Tisch, um meinen Hauptverdächtigen endlich hinter Gitter zu bringen, und am Abend war der Typ tatsächlich tot, was mich selbst überraschte.

Das Buch hatte mir scheinbar den weiteren Ablauf diktiert, so merkwürdig das klingt. Geschichten wollen geschrieben werden, wenn sie es wert sind und treiben einen schon in die passende Richtung. Allerdings brachte mich damals der tragische Tod meines Hauptverdächtigen in Nöte, denn ich musste einen neuen Mörder finden.

Logische Fehler werden im Laufe des Prozesses nach und nach ausgemerzt. Sollte ich wirklich etwas übersehen, macht mich die Lektorin darauf aufmerksam. Mein Arbeitsplatz sieht in dieser Zeit fürchterlich aus, denn ich mache mir Notizen auf dem Handy, auf losen Blättern, in Notizbüchern, die ich überall mit mir herumschleppe und sogar auf Servietten im Restaurant.

Ist das Manuskript dann fertig, wird es überarbeitet, Wort für Wort, Satz für Satz. Doppelungen müssen gestrichen und ersetzt werden, zu häufig benützte Wörter dezimiert, Redewendungen geändert, Dialoge umgeschrieben.

Der Leser weiß nicht, wie viel Disziplin hinter einem fertigen Buch steckt. Es ist manchmal mühsam, aber ich kann mir nichts Schöneres vorstellen.

FB: Wann haben Sie Ihre Begeisterung für das Schreiben entdeckt? 

Ich schreibe schon mein ganzes Leben lang. Seit meiner frühesten Jugend kritzelte ich DIN-A-4-große Bücher von Hand voll. Irgendwann kaufte ich mir eine Typenrad-Schreibmaschine ohne Korrekturband. Dann kam gottseidank WORD.

In jungen Jahren schrieb ich für den kulturellen Teil einer regionalen Wochenzeitung und auch für eine größere Regionalzeitung als freie Mitarbeiterin. Ich stellte allerdings fest, dass es nicht war, was ich wollte, denn freie Mitarbeiter wurden gern zu Veranstaltungen geschickt, die den „alten Hasen“ zu langweilig waren. Verstanden habe ich es ab dem Abend, als ich während eines Sopran-Konzerts, bei dem ich den einzigen Stuhl mit der Aufschrift „Presse“ besetzte, eingeschlafen bin und erst beim „Da capo!“ wieder aufwachte.

Ein Buch zu schreiben hatte ich mir schon mein Leben lang vorgenommen, fand aber immer prima Ausreden, es nicht zu tun: zu viel Arbeit im Büro, im Haus, im Garten, zu viel Ärger mit den Kindern, der Verein, müde, nicht das richtige Laptop, oder andere abstruse Ausreden. Wer will, findet Wege, wer nicht will, findet Gründe.

FB: Wo holen Sie sich für Ihre Bücher, in denen es um Kriminelle geht, Ihr Know-How her? Recherchieren Sie bei Polizei, Staatsanwaltschaft & Co? Und wenn ja, wie schaut das in der Praxisaus? 

Ich habe im Laufe der Jahre ein paar bemerkenswert hilfreicher Kontakte knüpfen können. Dazu gehören Rechtsmediziner, Kripobeamte, Polizeibeamte, Ärzte und Psychologen. Gerade was Kriminalität als solches angeht, bekam ich schon mehr als einmal gutes Feedback von erfahrenen Polizisten.

Die Berufserfahrung eines gestandenen Beamten, eines Arztes oder eines Psychologen sind nicht mit Gold aufzuwiegen und können von einer Internet-Suchmaschine nicht ersetzt werden. „Das sind oft ganz normale Leute“ sagte mir ein hochrangiger Beamter, als wir uns über Mörder unterhielten. „Die sind oft sogar sympathisch. Sie würden nie glauben, dass solche Menschen ein Verbrechen begehen könnten.“

Und genau das versuche ich in meinen Büchern auch herüberzubringen. Oft reicht ein einziger Moment, in dem man durchdreht, und Existenzen sind zerstört. Aber trotz allem darf bei mir das Schmunzeln nicht zu kurz kommen.

Mit einer Prise gesundem Sarkasmus rettet man sich durch manche schwierige Situation, das ist zumindest meine Erfahrung.

Lassen wir uns unseren Humor nicht austreiben, er ist wie eine orthopädische Schuheinlage, wenn uns das Leben mal wieder aus dem Gleichgewicht gebracht hat. Ich würde mich freuen, wenn ich ein paar Leser auf unser schönes Allgäu habe aufmerksam machen können.

Und wenn Sie bei mir vorbeikommen, serviere ich Ihnen sogar einen Kaffee. Versprochen.

Die Bücher von Barbara Edelmann sind unter anderem hier erhältlich und die Kolumnen von ihr für unser Magazin können Sie hier lesen.

Bildnachweis: Karl-Heinz Schweigert

Skandalfrei, bodenständig und authentisch: das ist Bianca Graf, die Musikerin, die auch als „Gräfin des deutschen Pop-Schlagers“ bekannt ist. Doch sind es nicht nur die schnellen Rhythmen, denen sich die Sängerin widmet – verträumte Balladen hat die sympathische Künstlerin ebenso im Programm.

Ihre Lieder präsentiert die Bitterfelderin sowohl in TV-Sendungen als auch in eigens konzipierten Shows. Mit ihrem aktuellen Hit „Wärst Du die Sonne“ hat Bianca Graf gerade in Holland den Platz 1 gestürmt. Trotz des Erfolges ist die quirlige Frau, die demnächst auch eine Show für Howard Carpendale moderiert, immer heimatverbunden geblieben. Ihrem Lebensmittelpunkt – Bitterfeld-Wolfen – hat sie sogar einen eigenen Song gewidmet.

Wir haben mit der erfolgreichen Künstlerin gesprochen

FB: Frau Graf, Ihr neues Album „Wunderland“ ist bei einem der größten Plattenlabel Deutschlands erschienen. Das wievielte Album ist das und was erwartet die Fans (oder die, die es noch werden wollen)?

Es ist das 8. Album. Es erwarten den Hörer anspruchsvolle, tanzbare  Pop-Schlager, aber auch Balladen mit tiefgründigen Texten, zum Teil von mir selber. Alles ist authentisch und beschreibt auch zum Teil mein Leben, aber auch Geschichten, mit denen sich viele Menschen identifizieren können.

Die erste Single-Auskopplung daraus „Wärst Du die Sonne“ bewegt sich gerade in den Deutschen Charts und ist diese Woche in Holland auf Platz 1 gestürmt.

FB: Sie sind sehr vielseitig. Sie singen, konzipieren eigene Shows, moderieren auch und sind dadurch unheimlich viel unterwegs. Wer unterstützt Sie hierbei, sowohl privat als auch beruflich?

Natürlich habe ich eine ganzes Team um mich herum, aber immer dabei ist mein Mann und Manager Edgar Plepp, der mir immer mit Rat und Tat, mit neuen Ideen, usw. zur Seite steht und natürlich mein kleiner Silberpudel Axel, der uns beiden sehr viel Freude bereitet. Mit meinen Produzenten Felice Pedulla’ und Christoph Seipel verbindet uns seit 8 Jahren eine enge Zusammenarbeit. Sie sorgen immer wieder für moderne anspruchsvolle Songs und alle zusammen bilden wir, einschließlich meiner Plattenfirma Solis Music, ein kreatives Team.

FB: Sie stammen aus einer Gegend, die vor Jahrzehnten noch als die dreckigste Europas galt – Bitterfeld-Wolfen. Mittlerweile sind dort aus Tagebaulandschaften Seen entstanden, die tagtäglich Erholungssuchende anziehen. Dennoch hallt hier und da der schlechte Ruf, den die Gegend so lange hatte, nach. Sie aber halten dagegen – vor allem musikalisch. Erzählen Sie doch mal darüber!

Mit meinem ganzen Schaffen versuche ich immer auch Werbung für meine Region, meine Heimat zu machen. Ich habe zum Beispiel auch nie meinen Heimatort Wolfen verheimlicht, sondern bin auch irgendwie stolz, hier zu leben. Es gibt mir immer wieder Bodenständigkeit, wenn ich die Menschen um mich herum sehe. Viele Benefiz-Konzerte habe ich auch hier bereits ins Leben gerufen, z.B. für  die Deutsche Herzstiftung, für die Aktion Sorgenkind des ZDF, für die Flutkatastrophe in unserer Region. Der UNICEF habe ich das Lied „Hier sind Deine Freunde“ geschenkt, um nur einige zu nennen. In diesem Jahr durfte ich an der traditionellen Aids-Gala in der Lutherstadt Wittenberg teilnehmen, die unter der Schirmherrschaft von Rita Süßmuth steht und schon viele Jahre von den Chefs des Klack-Theaters organisiert wird.

Die Menschen kommen immer gern zu meinen eher seltenen Konzerten hier in meinem Heimatort. So freue ich mich schon jetzt auf den 23. Juni 2018, wo ich seit langer Zeit einmal wieder das Bitterfelder Hafenfest musikalisch eröffnen darf und natürlich mein aktuelles Album „WUNDERLAND“ präsentieren werde. Und natürlich steht auch das für meine Heimatstadt eigens geschriebene Lied „Seh’n wir uns nicht in dieser Welt, dann seh’n wir uns in Bitterfeld (Video auf YouTube) auf meiner Titel-Liste.

FB: In Ihren Songs geht es oftmals um Gefühle, um die Beziehung zwischen Mann und Frau. Sie selbst leben schon 30 Jahre mit Ihrem Mann zusammen, Skandale und Stoff für billigen Klatsch sucht man bei Ihnen vergebens. Was ist Ihr persönliches Erfolgsrezept in Sachen Partnerschaft?  

So soll es auch bleiben! Ich konzentriere mich lieber auf meine Musik!

Als erstes möchte ich die Liebe nennen, die uns immer noch verbindet, auch der gleiche Beruf ist in meinen Augen ein wichtiger Baustein. Ich finde es ganz hervorragend, wenn man sich über  musikalische Sichtweisen gemeinsam austauschen kann. Man hat das gleiche Fachwissen. Aber auch über Politik, Wirtschaft, Gesundheit, usw. wird geredet und diskutiert. Beiderseitige Kompromissbereitschaft ist ganz wichtig, denn nicht immer sind wir einer Meinung. Dann halte ich die gegenseitige Achtung für ganz wichtig, den Respekt gegenüber dem Partner. Für die Liebe muss man natürlich auch immer etwas tun, sich nicht gehen lassen und gemeinsame Ziele haben, sich gegenseitig überraschen und den Humor nicht verlieren, jeden Tag genießen.

Ich finde es z.B. schrecklich, wenn ältere Menschen sich kaum noch unterhalten und wenn, dann nur noch über Krankheiten. Sicher werden wir alle nicht jünger, aber dennoch sollte man immer optimistisch nach vorn blicken. Das Leben hält so viele positive Überraschungen bereit und wenn es manchmal nur die kleinen Dinge sind. Besonders die sollte man erkennen und sich daran erfreuen !

FB: Als eine Musikerin mit DDR-Biographie haben Sie die Künstlerszene auch zu Zeiten der Teilung Deutschlands erlebt. Wie war es damals, Musik zu machen und welche Voraussetzungen musste man mitbringen, um überhaupt als Künstler vom damaligen Staat anerkannt zu werden?

In der DDR gab es eine Amateur- und eine Profi-Szene. Ich habe beides kennen gelernt. Als Profi musste man ein Musik-Studium nachweisen. Mein Mann und ich hatten dies absolviert. Es entstand die Formation „BIANCA & INTENSION“. Wir waren viel in den „Sozialistischen Bruderstaaten“, Russland, damals noch UdSSR, Tschechei, Polen , Ungarn auf Tournee, natürlich auch in der DDR mit unserem Show-Programm „Musik Party“.  Meine Solo-Karriere habe ich erst kurz vor der Wende gestartet. Mein erster DDR-Hit „Träume habe Flügel“ kam 1988. Mit meinen damaligen Produzenten sollten wir bei „AMIGA“ eine LP heraus bringen. Wir brauchten dafür 12 Titel und haben wie die Blöden fast Tag und Nacht gearbeitet. Aufgenommen wurden die Songs damals im einzigen Pop-Studio der DDR in Berlin. Das war ein großes Privileg. Aber dann kam uns die Wende dazwischen und ich musste bei Punkt 0 beginnen! Mit viel Engagement und Glück gelang mir dies auch. Heute habe ich 8 Alben, ca. 85 Singles und Songs auf über 300 Samplern europaweit !

FB: Zu DDR-Zeiten hatten Sie zu vielen anderen bekannten Künstlern Kontakt, haben später auch mit dem kürzlich verstorbenen Michael Barakowski, – einst Frontmann der Gruppe „Perl“ – ein Duett gesungen („Zwei Träumer auf der Flucht“). Bestehen Ihrerseits noch Verbindungen zu Künstlern von damals – tauscht man sich untereinander aus?

Leider ist man heutzutage fast immer allein auf der Bühne und absolviert sein Konzert. Der „Austausch“ hat sich in einen harten Konkurrenzkampf oder Existenzkampf gewandelt, da nur noch ganz bestimmte, wenige Künstler – unterstützt von großen Major Companys  das „Spitzenfeld“ anführen – egal ob sie gut oder schlecht sind. Hinzu kommt, dass nur noch ganz wenige Sender deutsche Schlager- und Pop-Musik spielen . Aber so lange ich noch in diesem „Haifischbecken“ herumschwimmen kann, will ich mich nicht beklagen. Es wäre nur schön, wenn die Sender mehr auf das Publikum bzw. die Hörer und Zuschauer eingehen würden, denn die erkennen schon den richtigen Trend, auch was gute oder schlechte Musik ist, selbst wenn es mehr im Unterbewusstsein ist. Ich merke dies immer in meinen Live-Shows.

Und ehemalige „DDR-Kollegen“ treffe ich eher selten, da meine Karriere als Künstlerin ja erst begann, als es die DDR schon nicht mehr gab.

FB: Was machen Sie gerne, wenn Sie Zeit für sich haben?

Ich lese gern mal ein gutes Buch und das am liebsten in meinem Garten.

FB: Wie halten Sie sich fit?

Ich mache jeden Tag Sport und zwar hier vor Ort – bei mir daheim. Das ist unheimlich wichtig, nicht zuletzt, da ich für die Bühne fit sein muss.

FB: Ihr Terminkalender für die nächsten Monate ist bereits wieder prall gefüllt. Was liegt an und wo kann man Sie live sehen?   

Am 24. Mai 2018 in Berlin bei der „Berliner Schlagerstunde“, am 27. Mai 2018 in Hamburg (Hafenkonzert) und auch am 09. Juni 2018 bei „Sonnenklar TV“ in einer Live-Show. Weiterhin auch am 10. Juni 2018, zum Schlossfest in Merseburg und am 23. Juni 201806. zum Hafenfest in Bitterfeld sowie am 29. Juni 2018, 19.00 Uhr beim Inselfest in Frauenhain und am 30. Juni 2018 in Saarbrücken bei Radio Schlagerparadies. So geht das den ganzen Sommer über bis zum 1. September 2018, da habe ich eine große Show mit Howard Carpendale zu moderieren und natürlich werde ich auch singen…in Bad Elster.

Dann gibt es im Oktober 2018 eine Kreuzfahrt nach Südamerika, wo ich als Stargast arbeiten werde.

Und die Vorbereitungen für meine Weihnachts-Tournee „Weihnachten mit Dir“ laufen bereits auf Hochtouren.

Wer die Künstlerin auf ihrer Homepage besuchen möchte, kann das hier tun, das aktuelle Album von Bianca Graf ist hier erhältlich.

Bildnachweis: Gamze Ay

Die Kinder, der Beruf und nicht zuletzt die mehr oder weniger lästigen Pflichten, die tagtäglich anfallen: als Mama ist man oft diejenige, die den Familienalltag von A bis Z organisiert – als alleinerziehende Mutter sowieso. Dass man dabei schnell an seine Grenzen kommt, ist klar. Viele berufstätige Frauen mit Kindern fühlen sich deshalb oft ausgebrannt, erschöpft und ohne Energie. Mit dem Kind dem Sonnenuntergang entgegen träumen – wie im Bild links zu sehen – ist, wenn überhaupt, nur im Urlaub möglich.

Denn im Alltag muss freilich alles seinen Gang gehen, ganz gleich, ob das Kind krank, die Mama erschöpft oder der Job gerade extrem anstrengend ist.

Sich in dieser Situation als Mutter klar zu strukturieren ist eine Kunst, die mal mehr und mal weniger gut beherrscht wird.

Um hier neue Energie zu tanken und sich selbst als Mama und Frau nicht zu verlieren, gibt es die Möglichkeit des Mama-Coachings. Julia Ressel aus Niesky (im Bild) bietet diese Art der Unterstützung an. Sie kennt das Alltagsleben mit Nachwuchs, denn sie hat selbst zwei Kinder im Vorschulalter.

Neben ihrer Arbeit als Mama-Coach ist sie zudem als virtuelle Assistentin tätig und kann dadurch ihre Vereinbarkeit zwischen Familie und Beruf gut händeln. Im Interview gibt sie uns einen Einblick in ihren Mama-Alltag und die Bedürfnisse ihrer Kundinnen, die Mama-Coachings bei ihr buchen. Auch über ihr spannendes Online-Business, das sie in Kontakt mit Kundinnen aus dem gesamten Bundesgebiet bringt, verrät Julia interessante Details.

FB: Julia, Du bist Mama-Coach – was genau muss man sich darunter vorstellen?

Ich unterstütze Mamas dabei ihren Alltag mit ihren Kindern bedürfnisorientierter zu gestalten. Wir Mamas vergessen uns selbst viel zu schnell selbst in unserem Familien Alltag. Ich leite Mamas in meinen Coachings dazu an, wieder sich selbst an erste Stelle zu setzen und sich ihren Bedürfnissen bewusst zu werden und diese dann auch im Alltag mit ihren Kindern zu erfüllen. Das mache ich alles online über Skype, in Einzel- und Gruppencoachings.

FB: Um welche Themen geht es in Deinem Coaching vordergründig?

Selbstliebe & Selbstbewusstsein, mehr Gelassenheit, mehr Energie im Mama Alltag.

FB: Wie läuft ein Mama-Coaching bei Dir konkret ab?

Im Einzelcoaching gibt es erst ein kostenloses Kennenlern Gespräch, in dem ich den Coachee kennenlerne und von seiner Situation erfahre. Sollten wir beide dann feststellen, dass wir gut zueinander passen, entscheidet sich die Mama für eines meiner Coaching Pakete. Eine Session dauert etwa 60 Minuten. Die Gruppen Coachings finden monatlich statt. Jeder Monat steht unter einem bestimmten Motto und es nehmen maximal drei Mamas pro Gruppe teil.

FB: Was für Mamas melden sich bei Dir und wo liegt deren Bedarf?

Da sind die unterschiedlichsten Mamas dabei. Von 20 bis 40, 1 Kind bis 4 Kinder, alleinerziehend oder mit Partner. Bei vielen Mamas ist wirklich der Knackpunkt „Wie finde ich wieder mehr Zeit für mich?“ und „Wie ziehe ich aus dieser Zeit besonders viel Energie für den Familien Alltag?“

FB: Parallel arbeitest Du auch als virtuelle Assistentin – erzähl doch hierüber mal etwas mehr!

Mir war als alleinerziehende Mama wichtig, ein weiteres Standbein in der Selbständigkeit zu haben. Aus meinen Hobbys und Leidenschaften hat sich dann meine Spezialisierung als Virtuelle Assistentin ergeben. Ich berate Unternehmer, Coaches, Selbständige rund um ihre Auftritte in den sozialen Medien wie Facebook, Instagram und YouTube. Außerdem vertone ich für meine Kunden Podcast, Werbefime, Ebooks und Onlinekurse.

FB: Du bist selbst Mama von zwei Kindern – wie stemmst Du persönlich die Vereinbarkeit von Familie und Beruf?

Ein riesen Vorteil ist, dass ich für meinen Beruf brenne, ihn leidenschaftlich gern tue. Außerdem bin ich durch die Selbständigkeit und das Arbeiten von zu Hause sehr flexibel für meine Kinder bei zum Beispiel Krankheit. Und nebenbei wasche ich schnell mal Wäsche oder sauge die Wohnung durch.

FB: Ist die Thematik der Vereinbarkeit auch Thema bei Deinen Klientinnen? Wenn ja, inwiefern?

Viele Mamas sind einfach schon von ihrem Job erschöpft und haben dann kaum noch Kraft für ihren Familien Alltag. Einige sind auch genervt von der mangelnden Flexibilität ihrer Arbeitgeber, wenn es um die Kinder geht.

FB: Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Dir aus?

Wenn ich aus dem Kindergarten wieder zu Hause bin und das Chaos beseitigt und ein bisschen Haushalt gemacht habe, starte ich meist mit meinen eigenen Social Media Aktivitäten, bevor ich dann Kundenaufträge bearbeite oder coache. Meist arbeite ich bis 13 Uhr, um danach noch einzukaufen und alles andere zu erledigen, bevor die Kinder gegen 15.00 Uhr wieder nach Hause kommen.

FB: Wenn in Deinem Alltag einmal Zeit nur für Dich bleibt, wie nutzt Du sie? Gibt es Hobbys?

Julia: Ich meditiere, lese oder mache Yoga. Mir sind aber auch die Beziehungen zu meinen Freunden sehr wichtig und ich pflege sie sehr stark.

Bildnachweis:  pexels.com / Julia Ressel

Frau auf Titelbild

Wer die DDR noch bewusst miterlebt und dort seinerzeit Modezeitschriften gelesen hat, wird sie von Fotos her kennen: Renate Stephan. Das damalige DDR-Mannequin war Fotomodel für Zeitschriften, wie zum Beispiel die Sybille oder Modische Maschen (links im Bild) und spielte auch kleinere Rollen für das DDR-Fernsehen.

Zudem stand Renate Stephan auch für sehr bekannte Produkte im Mauerstaat vor der Kamera – unter anderem für Esda-Strumpfhosen. Junge Mädchen und Frauen, die in der DDR modelten, taten dies unter gänzlich anderen Bedingungen, als Models, die international arbeiteten. Im sozialistischen System ging es eher gemütlich zu, aber auch ziemlich reglementiert.

Modeln – in der DDR ein exotischer Job

Nichtsdestotrotz erlebte, wer damals im sozialistischen Deutschland diesem außergewöhnlichen Job nachging, eine aufregende Zeit. Wie diese sich gestaltete – damit haben wir mit Renate Stephan (im Bild unten links) gesprochen. Im Interview gibt sie spannende Einblicke über ihre Arbeit in der Werbefoto- und Modebranche in der untergegangen Republik. 

FB: Frau Stephan, Sie sind in Leipzig entdeckt worden. Erzählen Sie doch mal, wie sich das genau zugetragen hat!

1965 arbeitete ich in den Ferien, wie viele meines Alters, in einem Geschäft für Haushaltwaren in der Hainstrasse. Günter Rössler und seine Frau sprachen mich an, ob ich Interesse hätte an Modefotografie. Ich war doch sehr erstaunt, da ich mir bewusst war, dass ich doch noch sehr kindlich aussah mit meinen 15 Jahren. Ich fühlte mich sehr dünn und unansehnlich, vermutlich genau das Richtige – ein unbeschriebenes Blatt… Somit kam ich in die Modeszene der 60ziger Jahre in der DDR, die doch noch sehr überschaubar war.

FB: Wie sahen Ihre ersten Aufträge aus?

Ich bin jedes 2. Wochenende nach Berlin gefahren. Es wurden gleich Titel für die Sibylle (unten links im Bild) und für die Modischen Maschen gemacht. Außerdem Fotos für den Brühlkalender. 1966 fuhren wir nach Budapest für eine große Fotosession (so nannte man das damals aber noch nicht). Alles sehr aufregend.

Dazumal als Model oft erkannt

Dann wurden überlebensgroße Aufnahmen für das ehemalige Brühl-Konsument-Kaufhaus  und diverse Aufnahmen in historischen Kostümen für den “Barthels Hof“ gemacht. Es war eine Zeit, von 1965 bis 1971, in der ich in Leipzig sehr oft erkannt und angesprochen wurde.

FB: In Sachen Ausbildung ging es erstmal ganz unglamourös zu – Sie besuchten die Berufsschule, um den Abschluss der Gärtnerin mit Abitur zu erwerben. Wie gestaltete sich das Ganze?

Ja, es war eine Berufsschule für Landwirtschaft- und Gärtnerei, in meinem Fall mit Abiturabschluss. Leider konnte ich in diese Schule nicht lange gehen. Am 10.12.1967 in Berlin, wurde ich am Bahnhof Karlshorst von dem Fotografen und einem weiteren Model für einen Auftrag abgeholt. Winter, Schnee, vertiefte Straßenbahnschienen – der Wartburg blieb in den Schienen hängen, dann wurden wir rausgeschleudert, niemand war angeschnallt und so rasten wir auf einen hölzernen Laternenmast zu…. an meinem linken Knie hatte ich einen komplizierten Patellatrümmerbruch und rechts eine große Fleischwunde im Knie… danach lag ich bis Ende April 1968 im Krankenhaus. Alle anderen sind mit einer Gehirnerschütterung davongekommen.

Was tun nach so einer langen Auszeit?

Auf Grund der Behinderung, die ich noch ziemlich lange nach meiner Entlassung hatte, wurde ein Aufhebungsvertrag vereinbart. Damit ich aber doch noch zu meinem Abitur kam, meldete ich mich in der Volkshochschule an. In der Zeit hatte ich vor, einmal Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst zu studieren.

SYBILLE – Kultzeitschrift DDR

Mal ganz nebenbei: 1968 war ein spannendes Jahr – da wurde die Universitätskirche gesprengt und viele Schüler und Studenten streikten dagegen. Die flogen dann meistens auch von ihren Schulen und landeten später in unserer Klasse.

FB: Im Gegensatz zum internationalen Parkett gab es in den 60igern nur wenige Mädchen und junge Frauen, die als Model arbeiteten. Wie sah deren Arbeitsalltag aus und welche staatliche Stelle steuerte das Ganze dazumal?

In den 60ziger Jahren gab es vielleicht eine Handvoll „Mädchen“, die wenigsten arbeiteten hauptberuflich als Model. Für ein Titelbild, z.B. für die Sibylle oder für die Für Dich gab es 50 Mark, für ein Farbfoto 35 Mark und für ein schwarz/weiß Foto 25 Mark. Für Werbeaufnahmen (im Bild auf einem Foto für die Verpackung von Esda-Strumpfhosen) gab es schon mal 80 oder 100 Mark für ein Foto. Wir haben auch Aktaufnahmen gemacht, die vorwiegend im “Magazin“ erschienen. Das war ganz normal und hatte nicht pornografisches oder voyeuristisches an sich.

Als DDR-Model viel gereist

Wie schon gesagt, hatte ich in den ersten Jahren nur am Wochenende Zeit. 1971 lernte ich meinen Mann kennen. Für ihn, Regisseur bei der DEFA- Spielfilm, und auch schon in den 60ziger Jahren, habe ich in verschiedenen Filmen in kleinen Rollen mitspielen dürfen. Ab 1973 nahm ich 2 x im Jahr als Mannequin im Ringmessehaus zur Leipziger Messe für die Firma  „VEB Trikotagen und Strümpfe“ und 2 x an der Binnenhandelsmesse, ebenfalls in Leipzig, teil. Mit dieser Firma habe ich viele Jahre 5 sozialistische Länder besuchen können, in denen für die dortigen Handelseinrichtungen Textilien aus der DDR verkauft wurden, die wir vorführen mussten.

Außerdem  konnten wir jeweils auch eine glamouröse Modenschau entweder in den DDR- Botschaften oder auch im Kaufhaus GUM zeigen. Zum Beispiel tolle lange Abendkleider vom VEB Plauener Spitze.  Mit vollem Erfolg! Nur dass niemand diese Kleider kaufen konnte, sie waren nur für den Export in das westliche Ausland bestimmt!

Übrigens musste man als Mannequin ca. ab Mitte der 70iger Jahre beim Modeinstitut einen “Berechtigungsschein“ machen.

1977 gründeten wir eine eigene Modenschaugruppe („Maschenhits“) mit den Modellen, die wir von unseren Firmen, für die wir die Modenschauen zur Messe  liefen, erhielten.

Esda-Strümpfe – sehr gefragt zu DDR-Zeiten

Diese Firmen in Apolda und Mühlhausen fungierten auch als sogenannte Trägerbetriebe. Das heißt, sie erklärten sich bereit, uns zu kontrollieren…Was aber nie geschah…In der damaligen DDR entstanden dann immer mehr Modenschaugruppen, die dann auch vom Ministerium für Leichtindustrie nach einer Vorstellung und Prüfung eine Einstufung bekamen. In jedem Bezirk gab es eine Konzert- und Gastspieldirektion, die jeweils bestimmte Künstler und auch Modenschaugruppen betreuten. Wir tourten also durch die ganze Republik und führten unsere Modenschauen, mit Choreografien einstudiert, als Unterhaltungsprogramm vor.

Kaufen konnte man DDR-Mode meist nicht

Die Mode war nur zum Ansehen, nicht zum kaufen! Aber wir verdienten für DDR-Verhältnisse nicht schlecht. Pro Modenschau 125 Mark und manchmal, zum Frauentag, 7.Oktober, Silvester u. ä., konnten wir mehrere Modenschauen am Tag machen.

FB: 1971 haben Sie Ihren jetzigen Mann, den Regisseur Bernhard Stephan, kennengelernt. Welchen Einfluss hatte ihre Ehe auf Ihre weitere berufliche Laufbahn?

Auf meine berufliche Laufbahn hatte mein Mann keinen Einfluss. Er hat mich immer unterstützt und es gut gefunden, dass wir beide selbständig und selbstbewusst – jeder in seinem Metier – zufrieden waren. Dass ich hin und wieder in seinen Filmen eine kleine Rolle spielen durfte, war mehr ein Spaß.

FB: In der DDR gab es auch eine lebendige Werbeszene. Wie sah die aus und wofür wurden die Models eingesetzt?

Naja, eine lebendige Werbeszene kann man nicht sagen. Es gab “Tausend Teletips“ für die einige wenige selbsternannte Werbefilmer arbeiteten. Mehr schlecht als recht, eben mit den eingeschränkten Mitteln. Zuletzt gab es ja kaum etwas von den beworbenen Sachen zu kaufen. Dann wurde vor allem Kraut in allen Variationen schmackhaft gemacht….

FB: Wie viele andere Menschen auch, waren Sie zur Zeit der Wende euphorisch, im Hinblick auf die berufliche Zukunft Ihrer Formation. Wie sah die Realität dann für Sie und Ihre Mitstreiterinnen aus?

Die Euphorie betraf vor allem den Umstand, dass endlich etwas passiert, dass man aus der Lethargie rauskommt.  Dabei lebten wir schon privilegiert – jeder Tag sah anders aus, unser Leben war schon recht abwechslungsreich. Im November ’89 habe ich mich schon mit Annoncen von Modeagenturen beschäftigt. Ich dachte, man könnte Modelle für unsere Show kaufen oder leihen.

Interesse an Modenschauen sank kurz nach der Wende

Bald war mir klar, dass das nicht so weiter geht. Die Betriebe wurden mit der Zeit abgewickelt und es bestand kein Interesse mehr, an Trallala-Modenschauen – jetzt konnte man alles kaufen.

Nun war sich jeder selbst der nächste. Ich habe mich bei den verschiedensten Firmen beworben, vor allem im Außendienst., ich wollte eine gewisse Selbstständigkeit. Genau davor hatten dann viele aus der ehemaligen DDR Angst.

In der Zwischenzeit habe ich Promotion gemacht, auf der Automesse AAA bei General Motors als Hostess gearbeitet und im Oktober 1990 bei einer hochwertigen Schmuckfirma im Außendienst angefangen. Das habe ich bis April 1993 gemacht. Dann war abzusehen, dass sich das für meine Firma nicht lohnt. In der ehemaligen DDR war der Bedarf an echtem Schmuck, an Gold, groß – aber nur an 333er Gold und nicht an 750er mit echten Brillanten….

Inzwischen hatte mein Mann Fuß gefasst und war damit in der westlichen Fernsehszene etabliert und ich konnte meinen Job, für den ich zeitweise 4000 km im Monat fahren musste, aufgeben.

FB: Heute führen Sie eine erfolgreiche Mode-Boutique in Frohnau. Diese hat eine klare Botschaft, auf Ihrer Homepage heißt es: „Wir stehen mitten im Leben, sind nicht mehr jung – aber jung geblieben. Dieses Gefühl verbindet uns mit den meisten unserer Kundinnen.“ Ist es diese Haltung, die den Erfolg Ihres Geschäftes begründet?

Es zeigt, dass wir sehr nah an der Kundin dran sind, nicht arrogant, jedoch verständnisvoll, beraten ehrlich und offen. Unsere Kundinnen wissen, wenn sie ohne einen Kauf das Geschäft verlassen, haben wir vollstes Verständnis, sie kommen wieder. Auch wenn wir überzeugt sind, dass die Kundin super aussieht in dem Teil (z.B. die Oversize Pullis), sie aber sich nicht damit identifizieren kann, dann raten wir ihr eher ab. Oft sind mehrere Kundinnen im Geschäft und alle beraten sich gegenseitig… das ist eine tolle Stimmung und macht Spaß.

FB: Wie schaut heute ein ganz normaler Arbeitstag für Sie aus?

Wenn ich im Geschäft bin, was normalerweise 3 x in der Woche ist, verlasse ich das Haus 8.30 Uhr und bin dann 9.30 Uhr im Geschäft. 10.00 Uhr wird geöffnet. Dann muss ich noch zur Bank und habe noch einige Vorbereitungen zu treffen.

Einst DDR-Model – jetzt erfolgreiche Unternehmerin

Montag und Donnerstag muss ich oft zum Steuerbüro, ins Modecenter, oder habe Order bei einer unserer Firmen ( zur Zeit habe ich Ware von 14 Firmen und jede Firma hat pro Saison 2-3 Ordertermine, es sind relativ viele Firmen für meinen kleinen Laden, aber ich picke mir immer nur die Highlights raus…).

2 x im Jahr finden die Modemessen und die Fashion Week in Berlin statt. In diesen 4 Tagen bin ich auch immer unterwegs. Informiere mich und bin auf Suche nach neuen Sachen, die man noch nicht im Schrank hat. Mein beruflicher Alltag ist sehr abwechslungsreich.

FB: Haben Sie noch Kontakt zu den damaligen Kolleginnen – aus der DDR-Zeit?

Ja, mit 4 “Mädels“ sehr eng – wir fahren einmal im Jahr für eine Woche weg, z.B. nach Kroatien…

Mit vielen anderen halten wir locker Kontakt und freuen uns immer, wenn wir uns wiedersehen – das ist dann immer wie Klassentreffen…

FB: Verfolgen Sie das heutige Geschehen in der nationalen und internationalen Model-Szene?

Natürlich. Aber heute würde ich nicht mehr Model sein wollen. Würde auch meine Tochter, wenn ich nun eine hätte, nicht in diesem Zirkus verbraten wissen. Vielleicht nebenbei, um schöne Fotos und Erinnerungen für später zu haben….

Modelgeschäft früher war nicht so knallhart

Das Modelgeschäft ist knallhart, da haben wir richtig gemütlich gelebt und viel Spaß gehabt – es war Hobby und Job in einem.

Sehr oft gefällt mir auch die vorgeschlagene Mode –  zum Beispiel in der InStyle – nicht. Da frage ich mich, wer soll das tragen? Ein Kuddelmuddel – wenn ich das sagen darf. Es ist alles erlaubt, oft sehr nuttig, oft kein Stilbewusstsein ! ich bin auch für lässig, lustig, bunt, sportlich… meinen Stil würde ich mit sportlich-elegant bezeichnen. Heute gehe ich jünger gekleidet als in den 90zigern.  Damals mit Kostümchen, hohen Schuhen, schwarzen Anzügen… Schick, aber langweilig…

Übrigens haben wir einen Sohn, der in diesem Jahr 40 wird und Oberarzt für diabetische Fußchirurgie ist. Also Unfallchirurg und Orthopäde und wir haben 3 süße Enkel – dass muss ich als stolze Mutter und Oma mal sagen.

Wer sich für das Thema DDR-Modefotografie interessiert – bis Juli 2018 läuft hierzu in Berlin eine Ausstellung.

Bildnachweise: privat

 

Mit Leib und Seele Floristin und dazu noch mit einer hochkreativen Ader ausgestattet: das ist Heike aus Düsseldorf.

In der Rheinmetropole hat sie sich mit „Flowers & Emotions“ nicht nur den Traum vom eigenen Laden verwirklicht, sondern hier auch ihren Partner – ebenfalls Florist – kennengelernt. Beide bieten Stamm- und Neukunden viele Dienstleistungen rund um die verführerischen Blüten und urige Naturprodukte an.

Workshops, Shootings, Kindergeburtstage, und, und, und…In Heikes Alltag kommt keine Langeweile auf! Auch weil die herzliche Geschäftsfrau eine begnadete Netzwerkerin ist. Im Privatleben bedeutet ihr die gemeinsame Familienzeit mit Mann und Tochter viel – ist sie doch das entspannende Pendant zum prall gefüllten Arbeitsrhythmus. Im Interview gibt uns Heike (im Bild) einen Einblick in ihr buntes Leben.

FB: Heike, Du hast bereits im zarten Alter von 6 Jahren ein Faible für`s Gestalten entwickelt. Was genau hast Du im Kindesalter so alles kreiert? 

Angefangen hat alles mit Wald- und Wiesensträußchen auf Wanderungen – die ich für ein paar Pfennige verkauft habe – und Adventskränzen, damals aus Blaufichte und stupfig ohne Ende. Nachdem der erste fertig war, kamen 10 weitere hinzu …

Die Hände waren total verstupft und wenn ich zurückdenke (lacht) hat es mir damals wie heute nicht so viel ausgemacht – der Duft der Blaufichte war eine tolle Entschädigung dafür. Heute hat sich das Material zum Glück komplett geändert und nicht nur aus Nordmanntanne und Moosarten ist vieles möglich, sondern beispielsweise auch aus Seedatteln und Succulenten.

Und natürlich darf der Klassiker vergessen werden: das GÄNSEBLÜMCHENARMBAND. Das liebe ich heute noch genauso wie als Kind. Mittlerweile ist es eine Tradition – sobald sie aus der Erde blicken, wird die erste Gänseblümchenkette gefrickelt und entweder für den Kopf oder für den Arm verwendet.

Meine Tochter Amber ist da ebenfalls schon in meine Fußstapfen getreten. Mit ihren 12 Jahren gibt es bei uns immer eine kreative Überraschung!

FB: Wie ging es später in Sachen beruflicher Werdegang weiter?

Ich habe mit 13 verschiedene Praktika besucht. In der Floristik, in der Verkaufsgärtnerei in der Wilhelma in Stuttgart, aber die Liebe zu den geschnitten Blumen ist die größere gewesen und daher habe ich mit 16 Jahren meine Ausbildung als Floristin absolviert und damals bei den ersten Flower Olympics mit einer Freundin den 1. Platz gewonnen. Nach der Ausbildung habe ich dann die Ausbildereignungsprüfung absolviert und ausgebildet.  Mit 20 habe ich 2 Jahre lang die Meisterschule besucht und mich dann in Düsseldorf mit Flowers & Emotions auf ca. 60 Quadratmetern selbstständig  gemacht. Diese haben sich in den letzten 15 Jahren mit einer Blütenwerkstatt vergrössert.

Nach den ersten 5 Jahren bin ich mit dem Laden um`s Eck gezogen und habe dadurch ca. 80 Quadratmeter mehr Außenstellfläche dazugewonnen und  liebevolle Vermieter gleich dazu!

FB: Als Süddeutsche hat es Dich nach Düsseldorf verschlagen, wo Du dann in Sachen Selbständigkeit richtig losgelegt hast.  Erzähl doch mal von den Anfängen! 

Ja – die Anfänge, sie bedeuten vor allem viel Arbeit und wenig Freizeit. Ich hatte fast keinen Urlaub, morgens früh ging es auf den Großmarkt, dann  im Laden ca. 10 Stunden und abends müde auf der Couch eingeschlafen. Glücklicherweise wurden die Stammkundschaft und die Firmenkunden für wöchentliche Abos immer mehr! Ich habe 2004 meinen jetzigen Mann kennen gelernt, Floristikmeister und damals noch selbstständig mit einem eigenen Laden. Da hat man dann doch denselben Tagesrhythmus und die gleichen Interessen. Vor 12 Jahren hat unsere Tochter Amber unser Leben bereichert und wir haben uns auch geschäftlich zusammen auf meinen Laden konzentriert.

Das ermöglicht mehr Freizeit für uns und unsere Familie. Heute muss ich nicht mehr jeden Tag früh aufstehen, da ich beliefert werde. Jeden Tag frisch – direkt in den Laden, das ist ein Luxus den ich liebe!

FB: Im Gegensatz zu anderen Blumengeschäften hat Dein Laden auch eine Werkstatt und Du bietest vom Kindergeburtstag bis hin zu Junggesellinnen-Abschiede so einiges an. Was genau alles und wie läuft das jeweils ab? 

Ja genau, ich gebe schon immer Workshops, das bereichert die Teilnehmer und mich genauso. Der Unterschied bei uns ist, dass wir oft das gleiche Material und den gleichen Werkstoff zur Auswahl haben, jeder aber sein eigenes Werkstück produzieren kann. Das macht es interessant und meine Kunden und Teilnehmerinnen lieben es. Natürlich darf ein leckerer Kaffee Latte und was zum Naschen nicht fehlen! Das sind dann die sogenannten offenen Workshops, wo ich die Daten auf der Homepage, im Laden oder via Whatsapp und Social Media bewerbe und öffentlich stelle.

Ebenso kann man diese Workshops als geschlossene Gruppe buchen – als Geburtstagsgeschenk oder auch als Jungesellinnen-Abschied. Da wird dann vorab beschlossen, was wir machen werden. So beispielsweise Flowercrowns und Armbänder, die dann farblich zum Thema oder Outfit passen.

Gerne auch noch in der Kombi mit einem Fotoshootingtermin. So hat man einen tollen Nachmittag mit seinen Liebsten und bekommt ein schönes florales Endergebnis mit nach Hause

Kinderworkshops gebe ich auch alle zwei Monate. Es ist ein öffentlicher Workshop und wir arbeiten ein passendes floristisches Werkstück zur Jahreszeit – immer wieder spannend! Daraus sind auch die Kindergeburtstage entstanden. Man kann bei uns feiern und kreativ arbeiten.

Die Mütter bringen alles mit – von Kuchen über Snacks bis hin zu den Getränken. So können wir den Nachmittag erst mit Geburtstagskuchen einläuten und dann geht es los mit dem kreativ werden. Im Schnitt arbeiten wir 2 bis 3 verschiedene, tolle Werkstücke (kleine und große). Alles natürlich nach Absprache und Budget.

Ich liebe diese Kindergeburtstage, sie sind so voller Leben – rund und bunt! Da wird etwas ausgedrückt, was wir Erwachsenen leider oft verlernt haben: dass nicht immer alles perfekt sein muss, sondern dass wir es selbst gestaltet haben, ist es, was unser Herz erfüllt!

FB: Du hast sogar schon die Prominenz mit Deinen floristischen Kreationen versorgt – berichte doch mal, wie es dazu kam. 

Ja, unter anderem Harpe Kerkeling mit seinem „Kein Pardon“. Zur Eröffnung durften wir mit unseren blumigen Emotions 25 Präsent-Sträuße und die Eventdekoration im Raum übernehmen.

Ein Kunde hat uns damals weiterempfohlen und das war einfach klasse. Ich bekam die Farbthemen und musste einen Probestrauß abgeben und so hatten wir den Zuschlag erhalten. Ebenso konnten wir uns für SWAROWSKI auf der KÖ bei einem tollen EVENT einbringen, das war auch sehr spannend.

Aber eigentlich ist jeder Auftrag wie eine kleine oder größere Prominenz für mich, denn wenn der Kunde glücklich ist – haben wir alles richtig gemacht.

FB: Auch Shootings gehören zu Deinem Portfolio – wer bucht diese Shootings und wie läuft das Ganze ab? 

Da gibt es einmal, wie schon erwähnt, die Jungesellinnenabschiede. Dann haben wir Kunden, die konkrete Wünsche haben, wie zum Beispiel ein Dekorationsgesteck für ihre neue Homepage, das dann perfekt stimmig sein muss.

Dann gibt es – mit verschiedenen Dienstleistern aus der Hochzeitsbranche – die Möglichkeit, ein Inspirationsshooting zu organisieren. Oder auch für ein Medium wie das „Braut- und Bräutigam Magazin“. Das habe ich in Münster besucht und wir haben dort einen Workshop für Flowercrowns und Armbänder gegeben und diesen dann mit einem Shooting abgerundet.

FB: Als engagierte, energiegeladene Frau bist Du im beruflichen Alltag viel am Netzwerken und hast so bereits einige Kooperationen für Dein Geschäft eingefädelt. Wie schauen diese aus? 

Die einfachsten und schnellsten Gespräche finden ja im Laden statt, beim Strauß binden. Hier erfährt man ja so Einiges. „Ich suche…, „Ich brauche…“,  „Kennst du vielleicht…?“ und so hat man in den vielen Jahren viele Dienstleister kennen gelernt. Und Kontakte, die man gerne weiter geben kann!

Aber auch auf Facebook und Instagram geht das ganz toll mit dem Netzwerken, wie ich finde. So auch unser Beispiel, liebe Anja –  das passte ja auch sofort!

Zudem bin ich Mitglied bei den Business Frauen Hilden und dort seit zwei Jahren für die Mitgliederbetreuung zuständig. Hier tauschen sich Frauen unter Frauen aus und das einmal im Monat, bei einem entspannten Business Lunch. Dadurch ergab sich schon die die eine oder andere Geschäftskooperation.

Ich liebe es, neue Menschen kennen zu lernen und das fällt mir auch glücklicherweise nicht schwer. Man muss einfach nur manchmal ausselektieren, was zu einem passt und was nicht. So sehe ich das auch bei allen Netzwerken die monatlich richtig Geld dafür nehmen.

Ich bin in erster Linie Netzwerkerin mit Herzblut und das was ich an Kontakten in den 15 Jahren gesammelt habe, gebe ich gerne mit einer ehrlichen Empfehlung weiter

Nicht zu vergessen, habe ich Anfang des Jahres ein tolles Ticket gewonnen: für den W.I.N- Business Kongress in München – da bin ich wahrlich eine GeWINnnerin, so ein fantastisches Ticket gewonnen zu haben! Hierbei ergab sich dann auch eine Kooperation mit W.I.N.-Gründerin Petra Polk, so dass wir den Kongress mit unseren blumigen Emotions begleiten werden. Was gibt es Schöneres?

FB: Du bist neben Deiner Rolle als Unternehmerin auch Mama und Ehefrau. Wie gelingt Dir die Vereinbarkeit von Familie und Beruf? 

Das stimmt! Ich finde, jede Unternehmerin ist erstmal eine Frau – Mutter oder Ehefrau oder auch alles in allem! Mir fällt es nicht schwer, gut zu organisieren, das war, als unsere Tochter klein war, einer der wichtigsten Punkte. Dazu haben wir Leihomas und -opas hinzugenommen, die uns unter der Woche immer wieder unterstützt haben. Jetzt mit ihren 12 Jahren ist es entspannter – da verabredet sich Amber  schon selbst mit Freudinnen. Ich bin aber auch jemand, der gerne loslässt. Mein Mann und ich haben unsere Tochter zur Selbstständigkeit erzogen, ich bin keine Vollzeitmama. Dennoch genieße ich die Zeit, die wir haben, sehr intensiv, auch mit meiner Familie.

In einer Partnerschaft ist das natürlich auch kein Rosarot mehr mit Herzchenbrille – nach 12 Jahren Ehe und sechs Tage die Woche zusammen arbeiten, plus den siebten dann gemeinsam zu verbringen.

Wichtig ist mir, dass jeder seine Bedürfnisse immer klar ausspricht und diese ändern sich auch in den Jahren. Das erlauben mein Mann und uns immer wieder: zu zweit auszugehen und den Abend zu genießen.

Aber: wenn man so eng zusammen arbeitet – und bei uns kommt auch noch ein Altersunterschied von 13 Jahren hinzu – fliegen schon mal die Fetzen, gibt es Diskussionen und Meinungsverschiedenheiten. Ich bin mit unserer Familie glücklich, so turbulent sie auch manchmal sein mag

FB: Aktuell steht der Frühling vor der Tür, worauf können sich Deine Kunden freuen, gibt es Pläne, über die Du schon sprechen kannst?

Da wir gerade die ersten Osterworkshops und Ostern hinter uns haben, kommt der Sommer –  und die Hochzeitssaison beginnt in vollen Zügen. Im Mai werde ich mich zu diesem Thema zwei Tage weiterbilden. Dann gibt es noch eine Erweiterung bei Flowers & Emotions zu unseren floristischen Hochzeitsdekoration und auch ein Vermietungskonzept.

Das bleibt aber noch etwas geheim….!

Weitere Infos auf Flowers & Emotions.

Copyrights:

Hannah Conda Fotografie Benrath/ Goldlichtstudios

Die eigenen Liebsten für die Ewigkeit auf Fotografien festhalten – dieses Bedürfnis ist trotz einer stark durchdigitalisierten Welt ungebrochen. Es gehört einfach dazu, besondere Anlässe fotografisch so in Szene zu setzen, dass das fertige Bild ein Blickfang auf der Kommode oder der Wohnzimmerschrankwand ist.

Vor allem frischgebackene Eltern lassen es sich meist nicht nehmen, für den Nachwuchs einen Termin im Fotostudio zu vereinbaren. Das Angebot an Fotografen ist groß. Allerdings sind wenige Fotostudios so professionell und kreativ auf Neugeborene eingestellt wie Janine Fischer mit ihrem Fotostudio Memory Art.

Die Leipzigerin liebt es, wenige Tage alte Babys zu fotografieren und hat sich auch in Sachen Requisiten voll auf diese kleinen Erdenbürger eingestellt. So können die Eltern der Babys für das Neugeborenen-Shooting einen Dschungel oder einen Wald wählen. Zum Beispiel.

Mit Liebe schafft Janine Fischer eine kreative Umgebung für ihre kleinen Kunden und tut vor Ort alles, damit diese sich wohlfühlen und die Impressionen fürs Babyalbum oder den Bilderrahmen etwas ganz Besonderes werden. Dass hier viel persönliches Herzblut im Spiel ist, sieht man den Bildern an. Wir haben mit Janine Fischer (im Bild) über ihre außergewöhnliche Arbeit gesprochen.

FB: Janine, in Deinem eigenen Foto-Atelier bist Du mit Fotoshootings gut beschäftigt. Am meisten haben es Dir Neugeborene angetan, wie kam es dazu?

Das hat sich mit der Zeit heraus kristallisiert. Die Arbeit mit den Mini`s hat mir einfach am meisten Spaß gemacht und ich liebe es, kreativ zu arbeiten und mich ständig neu zu erfinden. Und es mag vielleicht seltsam klingen, aber es sind die unkompliziertesten „Kunden“. Denn bei schlechter Tagesform macht man einfach einen neuen Termin, böse kann man den kleinen Mäusen ja nicht sein.

FB: In Sachen Deko, Requisiten und Kulissen bist Du immens kreativ und dekorierst auch schon mal einen Dschungel. Woher nimmst Du Deine Ideen und welche Kulisse ist eigentlich am meisten gefragt?

Wenn es die Zeit erlaubt, bastle ich gern selbst an neuen Accessoires. Ich lege sehr viel Wert auf Individualität. Aber das Meiste lasse ich speziell anfertigen, wie die Requisiten aus Holz, gefilzte und gestrickte Sachen usw. Und manchmal wird auch die ganze Familie mit eingespannt. Mein Studio ist ganz auf die Baby –und Kinderfotografie orientiert. Die Größe erlaubt es mir, aufwendige Kulissen zu kreieren, wie z.B. einen Wald, Strand oder aktuell einen Dschungel. Die Ideen dazu entstehen ständig neu und naturelle sowie tierische Kulissen kommen bei allen gut an.

FB: Wie läuft so eine Gestaltung ab – von der Idee bis zur Umsetzung? Und: wie lange arbeitest Du an einem so außergewöhnlichen Hintergrund?

Nun, zunächst muss ich mir Gedanken über den Hintergrund machen, ihn selbst gestalten oder als Leinwand bestellen. Dann arbeite ich mich schrittweise voran, mit allen möglichen Requisiten die dazu passen könnten und arbeite sie babygerecht ein, so dass am Ende das Ganze in einer 3D-Optik erscheint. Die Dauer bis zur Fertigstellung ist sehr unterschiedlich und hängt vom Aufwand ab. Aber eigentlich wird man nie wirklich fertig, weil ständig neue Ideen dazu kommen und ich immer irgendetwas verändere.

FB: Bei so viel geballter Kreativität und Freude an Deinem Beruf: wie kamst Du zur Fotografie?

Die Fotografie war anfangs nur ein großes Hobby. Mein Ziel war damals ein Studium zur Zahnmedizin. Aber nach der Uni fand ich gar keinen Gefallen mehr daran, wollte aber auch nicht noch länger die Schulbank drücken. Also besuchte ich Workshops, machte ein Fernstudium usw. Und vor gut 10 Jahren eröffnete ich dann mein eigenes Studio. Ich denke, es ist nicht wichtig, wie man zu seinem Job gekommen ist, vielmehr, mit wieviel Herzblut man etwas betreibt – wie bei allem im Leben.

FB: Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Dir aus?

Typisch gibt es bei mir nicht, das ist ja gerade das Schöne. Aber prinzipiell folgt den Shootings die Bildbearbeitung, die dann ja eigentlich mehr Zeit in Anspruch nimmt als das Shooting selbst.

FB: Wann ist für frischgebackene Eltern die beste Zeit, mit ihrem neugeborenen Kind zu einem Fotoshooting zu kommen? Und was gibt es dabei zu beachten?

Die ersten 10 Tage eignen sich am besten für ein Neugeborenen-Shooting. Da schlafen die Kleinen noch sehr viel bzw. verschlafen im Idealfall das Ganze. Und je jünger, um so besser lassen sie sich in allen möglichen Posen und Accessoires in Szene setzen. Zu beachten gibt es nichts weiter. Nur, dass man für „Flaschenbabys“ etwas mehr Proviant einpacken sollte. Hier braucht es manchmal ein Schlückchen mehr für zwischendurch. Und reichlich Zeit ist mitzubringen. Ich plane auch sehr großzügig, damit so ein Shooting auch entspannt ablaufen kann. Das ist mir sehr wichtig.

FB: Der Frühling steht vor der Tür. Was liegt dahingehend bei Dir an?

Nun, ab Mai beginnt für mich die Hochzeitssaison. Ein Genre, dass ich neben der Baby –und Schwangerschaftsfotografie auch bediene. Da bin ich bis September sehr oft an den Wochenenden dahingehend unterwegs. Aber für meine kleinen Mäuse finde ich dennoch immer Zeit. Da stelle ich vieles hinten an. Und wenn man dann mit einem so dankbarem Lachen wie das der glücklichen Eltern belohnt wird, ist das alle Mühe wert.

Bildnachweis: Fotostudio Memory Art