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Digitalisierung der Schulen: Darum geht es so quälend langsam

Die Corona-Pandemie hat es einmal mehr gezeigt: Die Digitalisierung der staatlichen Schulen hierzulande lässt sehr zu wünschen übrig. Doch woran liegt es, dass diese Bildungseinrichtungen digital nicht in die Pötte kommen?

Wer jetzt auf den unsäglichen Amtsschimmel tippt, der in Deutschland noch immer stark wiehert, liegt goldrichtig.

Das zeigt das Beispiel Sachsen-Anhalt. Wie es um die Digitalisierung der staatlichen Schulen dieses Bundeslandes bestellt ist, veröffentlichte jetzt der MITTELDEUTSCHE RUNDFUNK auf seiner Homepage mdr.de.

Digitalisierung der Schulen: Kompetenz-Wirr-Warr bremst ungemein

Liest man sich den Artikel durch, stehen einem die Haare zu Berge angesichts des Kompetenz-Wirr-Warrs zwischen Bund und Kommunen.

Zitat:

„(…)Sachsen-Anhalts Kommunen zeigen Verständnis dafür, dass die Mittel aus dem „Digitalpakt Schule“ nur langsam fließen. Der Landrat des Burgenlandkreises, Ulrich, sagte MDR AKTUELL, in seinem Kreis habe es zweieinhalb Jahre gedauert, bis die Gelder tatsächlich angekommen seien. Da es keine direkten Finanzbeziehungen zwischen Bund und Kommunen gebe, müsse die Förderung über die Länder abgewickelt werden.(…)“

Und weiter heißt es:

„(…)Götz Ulrich ist seit mehr als sieben Jahren Landrat im Burgendlandkreis, 26 Schulen befinden sich in Trägerschaft des Landkreises. Er weiß: Die Mühlen der Verwaltung können langsam mahlen.(…)

Angesprochen auf die große Differenz zwischen bewilligten und ausgezahlten Fördermitteln, räumt er mit einem Mythos auf: „Die landläufige Vorstellung, der Bund beschließt jetzt, er gibt so und so viel Geld und am nächsten Tag kommt das dann bei den Landkreisen und Gemeinden an, die ist falsch. Wir haben eine Verfassungsordnung, wo es gar keine direkte Finanzbeziehung zwischen Bund und den Kreisen gibt.“ Deswegen müsse alles mit und über die Länder abgewickelt werden, erklärt Ulrich.(…)“

Und jetzt kommt der Amtsschimmel ins Spiel, der zudem quälend langsam unterwegs ist.

Der Amtsschimmel wiehert laut

Auszug aus dem besagten Artikel:

„(…)Dieses Abwickeln bedeutet: Viel Bürokratie, Klärung von rechtlichen Fragen und Zuständigkeiten. Heißt laut Ulrich konkret für die Millionen aus dem Digitalpakt Schule: „Zweieinhalb Jahre hat das Ganze benötigt, bis wir das Geld jetzt tatsächlich durch Bescheide haben. Darin liegt aber auch ein großer Zeitraum von ungefähr einem Jahr, wo wir Planung durchgeführt haben.“(…)“

Zweieinhalb Jahre – das sind in diesen digitalen Zeiten Lichtjahre! Die den Schülern, die noch immer nicht an die Digitalisierung angeschlossen sind, extrem zum Nachteil gereichen. An vielen Schulen dürften ein, zwei Schuljahre locker ins Land gehen, bis die Mittel in den Klassen ankommen.

Und das auch nur, wenn die jeweiligen Behörden finanziell so potent sind, das Geld vorzustrecken.

Hier braucht es eines unbedingt: Tempo, Tempo, Tempo!

Hier muss eindeutig an den „Bund-/Kommune“-Stellschrauben gedreht werden, um Tempo reinzubringen.

Damit dieses Fahrt aufnimmt, können auch Eltern Druck in Sachen Digitalisierung machen, wie das Beispiel einer Grundschule in Thüringen zeigt, die durch eine Petition den Booster im Zusammenhang mit virtuellem Lernen erhalten soll.

Wenn auch nicht jede dieser Eingaben Erfolg hat, so ist es ein Versuch dort, wo es an allen Ecken und Enden noch analog knarzt, auf jeden Fall wert.

Bild: picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow

Quelle: mdr.de. vom 17. Januar 2022

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