Mittwoch, 25. November, 2020

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Sparfüchsin trifft Lebemann – kann so eine Beziehung gut gehen?

Streitpunkt Geld. In vielen Beziehungen ist der schnöde Mammon fast ständig ein Thema. Zumeist dann, wenn die Ansichten der Partner hier weit auseinander driften.

Die Frage ist, ob eine Partnerschaft zwischen Menschen, die sehr unterschiedlich mit Geld umgehen, gut gehen kann? Die Antwort hierauf ist nicht einfach, wahrscheinlich wäre ein „Jein“ richtig. Denn viele Frauen und Männer in Beziehungen arrangieren sich, manche aber trennen sich auch, wenn die Vorstellungen bezüglich der Ausgaben zu weit voneinander entfernt liegen.

Sparfüchsin und Lebemann: Im Alltag eine schwierige Konstellation

Prinzipiell gilt, dass eine Beziehung, in der der eine prasst und der andere spart, oftmals schwierig ist. Streit ist zumeist an der Tagesordnung, viele Spannungen belasten den Alltag.

Das äußert sich anfangs manchmal nur in Kleinigkeiten, die aber zu einem großen Streit ausarten können. Schon die Frage, ob man für eine Wanderung daheim ein Proviant vorbereitet (preiswert) oder sich unterwegs an der Tankstelle eindecken will (eher teuer), kann die Vorfreude auf den Ausflug trüben oder ihn auch gleich ins Wasser fallen lassen.

Bei manchen Paaren führt auch die Vorliebe zu Kulinarischem zu Zoff. Schon ein simples  Brot, an der SIE drei Tage essen kann und das IHM schon am nächsten Tag nicht mehr frisch genug ist, kann den Paarsegen schief hängen lassen.

Doch wie damit umgehen? Das ist sicher eine Typ-Frage. Der eine kann das ganz gut ab und beruhigt sich nach einem Streit ums Geld wieder, dem anderen wiederum setzen solche Auseinandersetzungen derartig zu, dass er die Partnerschaft eines Tages aufkündigt und sich jemandem zuwendet, der ähnlich tickt, Stichwort: „Gleich und gleich gesellt sich gern!“.

Geld und unterschiedliche Lebensziele haben Potential für stetige Auseinandersetzungen

Schwierig wird es, wenn die Lebensziele unterschiedlich sind und das Geld hierbei eine entscheidende Rolle spielt. Sprich: Hat die Sparfüchsin eine eigene Immobilie vor Augen, die irgendwann einmal vom Ersparten gekauft werden soll und ist mit einem Lebemann zusammen, der das Geld lieber in häufige Restaurantbesuche und Markenklamotten steckt, als etwas anzusparen, kann das zu einer Belastungsprobe für die Beziehung werden.

Vor allem dann, wenn sich hier auch noch unterschiedliche Interessen auftun, in die der schnöde Mammon wie von selbst reinspielt. Sprich: Wer beispielsweise ländlich lebt und sich nichts daraus macht, mal ein, zwei Monate nicht ins Restaurant zu gehen oder seine Klamotten nur alle paar Jahre neu kauft und mit Markensachen schon gar nichts anfangen kann, tickt ganz anders, als jemand, der zwar auch ländlich lebt, aber eine Vorliebe für teure Garderobe und häufige Restaurantbesuche hat.

Sind diese Leute dann auch noch ein Paar, kann es gut und gerne sein, dass die Beziehung nicht in die Jahre kommt und man sich vorher trennt.

Miteinander reden sollte stets die erste Option sein!

Was aber, wenn trotz allem die Liebe stärker ist? Nun: Dann kann nur das miteinander reden helfen. Reden, reden und nochmals reden. Man sollte zu zweit herausarbeiten, was einem wichtig ist und schauen, ob man auf einen gemeinsamen Nenner kommt. Wenn der Partner vielleicht (noch) nicht die eigene Immobilie, auf die zu sparen es gilt, vor Augen hat, kann man als Sparfüchsin auch erst einmal einen Kompromiss eingehen und sich mit IHM zum Beispiel erst einmal darauf einigen, dass überhaupt etwas gespart wird. Wofür – das kann man später immer noch diskutieren, zumal ER bis dahin vielleicht ja eine andere Meinung zur eigenen Immobilie hat (Stichwort: wachsender Wohnraummangel).

Eine gute Sache ist auch das Führen eines Haushaltsbuches. Und zwar nicht jeden Monat, denn das halten die wenigsten Leute durch, sondern einfach erst einmal für vier Wochen. Dort werden in dieser Zeit alle anfallenden Kosten und ausgegebenes Geld über den Monat eingetragen. So sehen beide am Monatsende, wo die Geldfallen liegen und wo gegebenenfalls noch Spar-Potential rauszuholen ist.

Aber Achtung: Das tückische an der Konstellation „Sparfüchsin versus Lebemann“ ist ja gerade, dass beide unterschiedliche Bezüge zum Thema Ausgaben haben. Hier lohnt es sich, dass jeweils beide sich an die Ansicht des anderen annähern. Und vielleicht auch auf die Art des Partners einlassen.

Kompromisse sind nötig

Sprich: Sind dem Lebemann Restaurantbesuche wichtig, sollte man das nicht kappen wollen, sondern sich gemeinsam einen Zeitrahmen stecken, in dem man eine Gaststätte gemeinsam besucht. Vielleicht wählt die Location dann die Sparfüchsin aus und freut sich dann auf den gemeinsamen Abend? Einmal im Monat oder einmal alle acht Wochen wäre eine Hausnummer, auf die man sich einigen könnte, wenn bislang fast jede Woche ein Restaurantbesuch auf der Tagesordnung stand, der aber zu sehr ins Geld geht.

Im Gegenzug sollte dem Lebemann beispielsweise das selbst vorbereitete Proviant für einen Ausflug schmackhaft gemacht werden, so dass er die Finger von der teuren Selbstversorgung unterwegs lässt.

So oder ähnlich könnten zumindest Kompromisse aussehen, wenn in Sachen Geld die Ansichten in einer Beziehungen gar zu weit auseinandergehen.

Natürlich muss das nicht funktionieren und das Finanzielle dürfte ein Grund für viele, viele Trennungen von Paaren sein.

Sich auf die Sichtweise des anderen einlassen

Wenn aber trotz allem die Liebe überwiegt, sollten Versuche, wie die aufgeführten Beispiele, von denen es noch viele ähnliche mehr gibt, definitiv in Angriff genommen werden, um das Thema Geld in der Partnerschaft anders zu händeln.

Erst dann kann die Entscheidung für „hopp“ oder „top“ fallen – so wie oftmals auf dem Parkett des großen Geldes auch…!

Bildnachweis: pexels.com / Ketut Subiyanto

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