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Nichts nervt Single-Frauen, die sich wieder eine Beziehung wünschen, wohl so sehr, wie die Partnersuche. Es ist seit Jahren bekannt, dass sich diese in den aktuellen Zeiten schwieriger gestaltet, als vor Jahrzehnten noch.

Und das trotz immens gestiegener Möglichkeiten, wie Online-Dating, Date-Veranstaltungen und sozialen Netzwerken, wo sich viele Solisten herumtreiben.

Wer aber als Frau aktiv im Leben steht, einen Job und einen Freundeskreis hat, weiß: die Suche kann nervig werden, vor allem, wenn sie online stattfindet. Und auch offline scheinen sich – trotz diverser Events, die sowohl im Berufs – als auch im Privatleben fast permanent geboten werden – immer weniger Leute zu finden, die eine Partnerschaft eingehen.

Genau eine solche Situation porträtierte am letzten Dienstagabend die ZDF-Doku „37 °“ mit „Sag mir wo die Frauen sind“. Nur dass es sich, wie der Titel schon sagt, in dem Film ausschließlich um Männer handelte, die von ihrer schwierigen Suche nach einer Partnerin berichteten. Zudem waren alle drei Protagonisten aus Ostdeutschland und auf dem Land zuhause.

Bezeichnend: keiner der drei vorgestellten Männer, deren Singledasein in ihrer ländlichen Heimat porträtiert wurde, betreibt Online- oder Speed-Dating. Im Gegenteil: bis auf einen Mann, Uwe, bleiben sie eher passiv in ihren Bemühungen, eine Partnerin zu finden.

Allerdings waren sie ziemlich auskunftsfreudig und beschrieben auf sympathische Weise, welche Vorstellungen sie von einer zukünftigen Partnerin haben. Neben dem schon erwähnten Uwe aus Leuna wurde auch ein Biobauer aus dem Erzgebirge vorgestellt – Stefan. Er hat Haus, Hof und Tiere und hätte es schon gern, dass seine spätere Herzensdame zu ihm auf den Hof ins schöne Sachsen zieht.

Auch Olaf (im Bild), ein weiterer Protagonist aus der Sendung, ist mehr oder weniger ortsgebunden – er betreibt auf der Insel Usedom eine Pferdezucht und bietet in der Saison Ausritte mit seinen Tieren für Touristen an.

Uwe, der bereits schon erwähnte dritte Single, lebt ländlich im mitteldeutschen Leuna und findet ohne Partnerin „alles öde“.

Für die drei porträtierten Singlemänner ist es nicht unbedingt leicht, in ihrem Umfeld eine Partnerin zu finden, da vom dörflichen Raum viele (junge) Frauen in die Stadt abwandern. Und da die Jungs – wie eingangs schon erwähnt – weder in Sachen Online-Dating aktiv werden noch entsprechende Single-Events besuchen, ist ihre Situation wie sie ist.

Doch suchenden Frauen sollte das ein Wink mit dem Zaunpfahl sein, denn: alle drei Männer sind sympathische Typen, bodenständig, ohne Allüren und berufstätig ebenso. Mitten im Leben also – wie die meisten Frauen ab Anfang / Mitte Dreißig aufwärts auch. Die Altersklasse also, die auch in Singlebörsen häufig vertreten ist und so selten fündig wird.

Warum sich also – selbst wenn man (FRAU) in der Stadt lebt – nicht auch im dörflichen Raum nach einem Partner umschauen?

Eigentlich eine gute Idee, wenn nicht die Frage wäre, wie man überhaupt mit solchen Männern in Kontakt kommt? Die Protagonisten aus der Doku bleiben – wie gesagt – passiv und sind demzufolge auch in keiner Online-Singlebörse vertreten.

Man darf davon ausgehen, dass auch viele andere Landsingles so verfahren. Was also tun, wenn doch hier – trotz allem – vielleicht die Chancen, auf einen kernigen Naturtypen, der Single ist, recht gut stehen?

Unser Tipp:

schauen Sie in die (Online)Ausgaben der ländlichen Zeitungen in Ihrer Region. Es gibt kaum ein Wochenende, auf denen auf den Dörfern nicht irgendwas los ist. Vom Frühlings-, Sommer-, Herbst und Winterfest über Osterfeuer und kulinarische Märkte bis hin zu zünftigen Bauernfeten – es wird viel geboten auf dem Lande. Viele Feste werden am jeweiligen Vorabend zudem mit einer Disko-Veranstaltung eingeleitet.

Klar – den städtischen Schick sollte man in einem Festzelt auf dem Land vielleicht nicht erwarten, aber die Chancen stehen hoch, dass man hier auf  Singlemänner trifft. Ebenso wie auf den aufgezählten Festivitäten, bei denen die Dorf-Jungs sich oft auch aktiv einbringen.

Warum also nicht mal vor Ort schauen, was so geht? Klar, eine gewisse Affinität für diesen Schlag Mann sollte FRAU schon mitbringen. Wer mehr auf den durchgestylten Porsche-Fahrer im Designer-Look steht, ist hier fehl am Platz, das ist natürlich fakt.

Wer sich aber nach einem Partner sehnt, der nicht abgehoben und auch Realist ist, eine positive Einstellung zu Natur und Heimat hat und das Herz meist am rechten Fleck, der sollte auf jeden Fall mal einen Blick auf den Dörfern in seiner Umgebung riskieren! Und dann natürlich auch den Mut haben, ein paar Worte zu sagen, ein Gespräch zu beginnen.

Denn: auch echte Kerle vom Land können schüchtern sein. Hier als Frau dezenten den Anfang zu machen, kann sich lohnen!

Wer nun auf die 37°-Doku und die drei beschriebenen Protagonisten neugierig geworden ist, kann diese noch bis 20.08.19 anschauen und zwar hier.

Bildnachweis: © ZDF/Thomas Henk Henkel

Männer Shoping

Albert Einstein definierte vor langer Zeit Wahnsinn wie folgt: wenn man immer dasselbe tut, aber jedes Mal ein anderes Ergebnis erwartet. So geht es mir seit Jahren, wenn ich meinen Mann allein zum Einkaufen schicke. Genauso gut könnte ich mir wie ein düster dreinblickender Mafia-Boss eine Zigarre mit einem Geldschein anzünden und dann zusehen, wie die Banknote im Aschenbecher verbrennt.

Trotzdem musste ich aber vor einigen Wochen, während ich mit einer richtig fiesen Grippe, geschwollener Nase und geröteten Augen auf der Couch vor mich hin jammerte und im Fieberwahn wirre Facebook-Kommentare schrieb, in den sauren Apfel beißen und meinen Mann bitten, allein einkaufen zu gehen, was jedes Mal den größten anzunehmenden Unfall für unseren Geldbeutel bedeutet.

Für einen Marathon durch unseren Discounter fühlte ich mich außerstande, denn ich mag es schon an gesunden Tagen nicht, ständig von gehetzten Menschen angerempelt zu werden oder den Einkaufswagen in die Flanken zu kriegen, und jetzt war ich auch noch krank.

Also schrieb ich inmitten eines Bergs gebrauchter Papiertaschentücher folgende Liste:

  • 1 Netz Orangen
  • 2 mal 250 g Butter
  • 1 Tube scharfer Senf
  • 300 g Aufschnitt
  • 1 Päckchen Kamillentee
  • 10 Eier (Bio)
  • 2 Tafeln Schokolade (von Aldi, die mit der Praline-Füllung)
  • 1 Mischbrot
  • 2 Kästen Mineralwasser
  • 2 Kästen Cola Light, falls im Angebot
  • Sachen von der Reinigung abholen (bei Gül, gegenüber von der Kasse!)
  • Bitte Lottoschein abgeben und noch mal spielen (rechts vor dem Ausgang!)

Dann klemmte ich mit einer Büroklammer 100 € an den Zettel und legte mich wieder hin, während mein Mann mit verdächtig leuchtenden Augen und einem roten Klappkorb für die nächsten drei Stunden verschwand. Ich war während dieser Zeit kurz eingenickt und schreckte erst wieder hoch, als er schnaufend die Einkäufe in die Wohnung trug.

Wissen Sie, was er mitbrachte?

  • 30 Pfund Nudeln, verteilt auf 3 graue Plastikboxen mit blauem Deckel („Schau mal, da kann man Sachen drin aufbewahren, und du magst doch Nudeln!“)
  • 8 Pfund Kaffee („Den trinkst du ja auf jeden Fall, und ich habe uns insgesamt 8 € gespart!“)
  • 2 blaue Plastikeimer, bis oben hin gefüllt mit Orangen („Eimer kann man immer brauchen, finde ich.“)
  • 2 Päckchen Blasen- und Nierentee („Hab den Kamillentee nicht gefunden, aber in dem sind auch gesunde Sachen drin.“)
  • 10 Britta-Filterkartuschen („Waren 4 € billiger pro Packung, freu dich doch, dass ich mitdenke!“)
  • 500 g Margarine („Wir essen viel zu viel Butter, hast du neulich gesagt, und die kostet nur die Hälfte.“)
  • 6 hartgekochte, gefärbte Eier („Die musst du schon nicht mehr kochen.“)
  • 2 Packungen Vollkornbrot („Hält viel länger, bei der Bundeswehr haben wir das auch immer gegessen.“)
  • Kein Mineralwasser, kein Cola, kein Senf, kein Aufschnitt. Außerdem musste ich noch 14 € drauflegen, denn die 100 € hatten nicht gereicht. Weil wir doch mit den Plastikboxen voller Nudeln so viel gespart hatten…

„Ich habe den Einkaufszettel verloren, aber das meiste wusste ich auswendig“ gestand er mir zerknirscht, als ich die Nudel- und Orangenberge betrachtete, während ich mich fassungslos an der kalt gewordenen Wärmflasche festhielt.

Millionärin würde ich dieses Wochenende wohl wegen des nicht abgegebenen Lottoscheins nicht werden. Dick auch nicht, denn er hatte unter anderem die Schokolade vergessen. Meine Klamotten lagen immer noch bei der hübschen Gül in der Reinigung. Und ich fragte lieber nicht, wer zwei Eimer voller Orangen, von denen einige bereits schimmelten, zu Saft verarbeiten sollte, denn die Antwort hätte mich verunsichert.

Die 30 Pfund Nudeln lagerte ich neben dem bereits vorhandenen Zentner Makkaroni und Rigatoni, den er mir bei seinen letzten Einkäufen angeschleppt hat. Wird wohl noch eine Weile dauern, bis wir die Plastikboxen zur Aufbewahrung von etwas anderem verwenden können.

Normalerweise verwalte ich das Haushaltsbudget und gehe niemals ohne meine App „Einkaufsliste“ los.

Mein Mann schiebt dann immer den Wagen und wartet mit geistesabwesendem Gesichtsausdruck, während ich zielstrebig Artikel ansteuere und die Preise vergleiche. Immerhin verwalte ich das Haushaltsbudget und trage es am Körper, denn es meinem Mann anzuvertrauen, ist zu riskant.

Erstens kann er grundsätzlich nicht an Schildern mit der Aufschrift „Sonderangebot“ oder „Tiefpreis“ vorbeigehen, und zweitens haben wir beide von dem Wort „brauchen“ diametrale Vorstellungen.

Sobald etwas ungewöhnlich verpackt ist, in einer Plastikbox, einem Eimer, einer netten Blechdose oder einem Frischhaltebehälter, brennen bei ihm alle Sicherungen durch, denn es gibt quasi etwas umsonst dazu. Da kann er nicht nein sagen. Am schlimmsten sind diese bröseligen harten Kekse in Blechdosen.

Männer lieben nämlich Blechdosen, kann man doch so herrlich Dinge in ihnen aufbewahren, die man alle 5 Minuten dringend braucht wie zum Beispiel Imbus-Schlüssel von 20 Jahre alten Sofas oder brüchige Gardinenringe (Wir haben seit Jahrzehnten keine Gardinen mehr), angerostete Wäscheklammern, Schrauben in jeder erdenklichen Größe, Verbindungskabel für Computer-Mäuse aus den 90er-Jahren oder alles, aus dem McGyver sich eine Mikrowelle basteln könnte, wenn er mal eine bräuchte.

In unserem Keller lagern noch eine defekte Fritteuse, die ich ihn vor 7 Jahren gebeten habe zu entsorgen („Die repariere ich irgendwann, wenn ich Zeit habe“) und eine uralte Kaffeemaschine, die schon 15 Jahre nicht mehr benützt wurde („Die ist noch einwandfrei, die heben wir auf für den Fall, dass unsere kaputtgeht.“).

Jedenfalls sitzen wir wegen der Besessenheit meines Mannes für Aufbewahrungsbehälter aus buntem Blech immer noch auf einem Berg an dänischem Gebäck, das ich mich niemandem anzubieten getraue, weil es dann immer aussieht, als wäre ich zu faul gewesen, einen Kuchen zu backen. Aber irgendwann wird er sich die Dinger in den Kaffee bröseln, damit er wieder leere Dosen hat. Der Nachschub an krummen Verschlussclips, Verpackungsdraht oder in die Jahre gekommenen antiken Ladekabeln hört ja nie auf.

Ich denke, für Leute wie meinen Mann wird Werbung überhaupt gemacht, weil er vollkommen unkritisch auf alles hereinfällt, das die Branche sich ausdenkt. Jedes Mal, wenn ich ihn allein losschicke, verwandelt er sich in jemanden, der in den 60er-Jahren eingefroren und erst kürzlich wieder aufgetaut wurde. Ich stelle mir immer vor, wie er mit glänzenden Augen durch den Supermarkt spaziert wie ein unbeaufsichtigter Siebenjähriger, wo ihm alle paar Meter bunte Schilder mit verführerischen Worten wie „Rabatt“ oder „Reduziert!“ entgegenblinken.

Das ist zu viel für ihn, so viel Rechenleistung hat sein Gehirn nicht. Und Schilder mit der Aufschrift „Nur heute!“ überfordern ihn mental komplett, denn da müsste er sich eine einmalige Gelegenheit entgehen lassen. Als Jäger und Sammler verstößt das gegen seine innersten Prinzipien.

In der Adventszeit oder kurz nach Weihnachten darf er ohnehin grundsätzlich nicht alleine los – zu gefährlich.

Wissen Sie, manchmal vermisse ich die hübschen kleinen Tante-Emma-Läden, mit denen ich aufgewachsen bin. Ich könnte meinen Mann gefahrlos dorthin schicken, und er käme nur mit dem Notwendigsten nach Hause.

So aber spaziert er unbeaufsichtigt mit unserem Haushaltsgeld an Bergen von Dingen vorbei, die wir so dringend brauchen wie eine Lokomotive und läuft glücklich grinsend Zickzack von einem Sonderangebot zum nächsten wie ein angeschossener Rehbock. So lange eben das Geld reicht.

Das Schlimme ist: ich kann ihm nie wirklich böse sein. Er sieht nach jedem Discounter-Besuch so abgekämpft, aus, als käme er von einem Afghanistan-Einsatz zurück.

Den vergessenen Aufschnitt vermisste er übrigens am Abend des selben Tages, als er Hunger hatte. Ich lasse die Realität für mich arbeiten. Und ich bin mittlerweile wieder gesund.

Nächsten Samstag ziehen wir wieder zu zweit los. Er wird mich bei dem Weinsortiment mit Gratis-Korkenzieher oder der Großpackung Schokolade mit aufblasbarer Duschhaube wieder aufgeregt am Ärmel zupfen. Und Gnade uns Gott, wenn sie gerade irgendwas anbieten, das in einer Plastikbox verpackt ist. Oder in Blech.

Ich darf einfach nicht mehr krank werden. Basta.

Herzlichst,

Ihre Barbara Edelmann

Bildnachweis: picture alliance/United Archives

Stopfe alle Männer weltweit in einen Sack und schlag’ darauf – das trifft keinen Verkehrten“ sagt meine Freundin Biggi öfter verdrossen, was mich jedes Mal zum Lachen bringt. Eigentlich bin ich ein großer Fan von Männern und mag sie sehr. Ohne sie wäre mein Leben öd und leer verlaufen. Ohne sie hätte ich weniger gelacht, weniger geliebt – und weniger geheult.

Manchmal sind Männer sogar die besseren Frauen.

Sollten Sie selbst dem Schicksal oder einem glücklichen Umstand ein liebevolles, aufmerksames Exemplar dieser Gattung zu verdanken haben, dann meinen herzlichen Glückwunsch. Lesen Sie einfach nicht weiter.

Ich habe im Laufe meines Lebens gelernt, Dinge mit Humor zu nehmen, andernfalls säße ich jetzt immer noch inmitten eines Bergs aus vollgeweinten Taschentüchern.

Männer sind sehr oft wesentlich geradliniger als Frauen, meistens ehrlich, gelegentlich liebevoll, aber selten so richtig aufmerksam. „Warum der Straßenbahn nachlaufen, wenn man drin sitzt“, denken vermutlich einige von ihnen. Andere sind einfach nur stinkend faul. Und die dritte Sorte stellt sich blöd und hofft, dass Sie es nicht merken.

In meiner langjährigen beruflichen Laufbahn war es unkomplizierter, mit Männern zusammenzuarbeiten als mit meinen Geschlechtsgenossinnen.

Die Damen formierten sich nämlich häufig, sobald sie in der Mehrzahl waren, zu einer Art Hyänenrudel auf Stöckelschuhen, das sich irgend eine andere bedauernswerte Frau herauspickte, um anschließend mit dem Absatz ihrer Pumps mal so richtig draufzuhauen und ihr das Leben zur Hölle zu machen.

Mit Männern gab es hingegen selten Probleme.

Diese wurden im sachlichen Gespräch gelöst, Privates meist außen vor gelassen, und an Feierabend ging man seiner Wege und telefonierte nicht noch mit Uschi von der Buchhaltung eine Stunde, um Olga vom Empfang durch den Kakao zu ziehen, weil die schon wieder ein Oberteil anhatte, in dem ihr Busen beinahe aus dem Ausschnitt plumpste.

Vergessen Sie alle amerikanischen Serien und romantische Komödien. Ich mag diese Sorte Unterhaltung gern, aber die Ehemänner oder Lebensgefährten in solchen Produktionen entspringen der Phantasie eines Drehbuchschreibers, und Sie können vermutlich lange suchen, bis Ihnen solch ein Exemplar im richtigen Leben vor die Füße stolpert.

Hat man erst den Mann fürs Leben oder einen Teil davon gefunden, weichen irgendwann, spätestens nach 36 Monaten, wenn die Körperchemie nachlässt, die Schmetterlinge im Bauch den Raupen im Reizdarm. Der erste Zauber ist verflogen, vielleicht habe ich schon für ihn Wäsche gewaschen oder er für mich, er hat mich zur Darmspiegelung gefahren, weiß, wie ich aussehe, wenn ich Zahnweh habe oder morgens aufwache und mir ein Speichelfaden im Mundwinkel hängt. Da muss man durch.

„Fürs ganze Leben“ ist eine lange Zeit. Darum sollten wir keine Minute damit verschwenden, Männern kleine verbale Brocken hinzuwerfen, aus denen sie sich eine komplette Information basteln sollen und dann beleidigt bocken, wenn sie fragen: „Beate, was haste denn? Hab ich was falsch gemacht?“

Unsere Antwort lautet nämlich leider viel zu häufig: „Nix ist. Du interessierst dich doch ohnehin nicht für mich, sonst würdest du wissen, was ich meine.“

Männer brauchen Gebrauchsanleitungen. Dieser Satz ist keine.

Wenn ich für jedes Mal, wo ich den Satz „Mein Mann/Freund versteht mich nicht“ Geld bekommen hätte, dann würde ich diese Zeilen jetzt einem attraktiven Assistenten diktieren und müsste nicht selbst tippen. Aber zuerst einmal die gute Nachricht: Ihr Mann/Freund versteht Sie wirklich nicht. Der kann nichts dafür.

Stellen Sie sich vor, Sie stünden am Hauptbahnhof von Hamburg und blicken von oben auf ein weit verzweigtes Schienennetz herab. Es wird Ihnen schon zum Zuschauen schwindlig, wie viele Güterwaggons, Elektroloks und Passierzüge unterwegs sind, elegant Weichen ansteuern und dann ihren Zielort anfahren. Das sind Sie und Ihr Gehirn.

Und jetzt betrachten wir von einer Fußgängerbrücke aus ein einzelnes verlorenes kahles Gleis, das von Hinter-Pfuiteufel nach Weißnicht-Wohin führt: eine einzige kerzengerade und blankpolierte Schiene, die sich am Horizont verliert.

Das ist ein durchschnittliches Männer-Gehirn.

Während auf Ihrem eigenen Bahnhof ständig im Nanosekundentakt Züge rangieren und ein einzelner geschickter Streckenwärter alles so regelt, dass Sie ohne weiteres gleichzeitig zu mannigfaltigen komplexen sozialen Interaktionen in der Lage sind, fährt dieser eine Zug im Männergehirn gemütlich von A nach B. Immer schön geradeaus.

Wenn Sie von einem Mann etwas wollen, dann malen Sie ein riesiges Schild in Leuchtfarben und hauen es genau an der Strecke entlang in den Boden neben das Gleis.

Besorgen Sie sich zusätzlich einen Zaunpfahl und winken Sie damit, so dass er Sie nicht übersehen kann.

Rufen Sie sich nochmal das einzelne Gleis in Erinnerung.

Wenn Sie zum Beispiel ganz nebenbei sagen: „Oh, ich liebe Rosen“ und damit meinen „Du Mistkerl hast mir schon ewig keine Blumen mehr mitgebracht, das war’s dann mit der Liebe“, ist das für den Mann lediglich die Information, dass Sie diese Blumensorte mögen. Der versteht nicht, warum Sie sauer sind.

Auf der Seite „Medizinauskunft“ habe ich die interessante Information entdeckt, dass Frauen empathisch, also einfühlsam, und Männer systematisch, also in Schemata denken. Das entspricht voll und ganz meinen eigenen Erfahrungen.

Vom neurobiologischen Standpunkt her vermuten Wissenschaftler den Testosteronspiegel der Männer als Teil der Erklärung. Diese Ausrede lasse ich gelten.

Im Januar 1995 untersuchte Ruben Gur, Neurologe an der University von Pennsylvania, die Hirnfunktion von 24 Frauen und 37 Männern. Es stellte sich am Ende des Vorgangs heraus, dass bei Männern sogar in der Ruhephase des Gehirns ein Teil  im Schläfenlappen aktiv ist, der dem limbischen System angehört und sehr alt ist, denn er wird dem sogenannten „Reptiliengehirn“ zugerechnet, das kreatürliche Vorgänge wie Essen, Reproduktion, Flucht oder Zornesausbrüche steuert.

Haben Sie sich noch nie gedacht: „Männer wollen irgendwie immer nur das Eine“?

Sehen Sie: darum.

Bei den meisten Frauen hingegen waren während des Tests Neuronen in einem Bestandteil der Großhirnrinde aktiv. Die Großhirnrinde ist ein relativ neues Produkt der Evolution, lange nicht so alt wie das Reptiliengehirn. Vermutlich wurde die extra für uns Frauen gebaut. Sie ist zuständig für komplexere Fähigkeiten, die innerhalb einer Zivilisation nötig und förderlich sind.

Während ich also mit einem Kleinkind auf dem Arm immer noch imstande bin, die Suppe auf dem Herd umzurühren, das große Kind davon abzuhalten, das mittlere mit einem Brotmesser zu zersägen und gleichzeitig mit meiner Freundin am Telefon einen Termin für ein Kaffeekränzchen vereinbare, läuft das bei den meisten Männern etwas anders ab.

Vielleicht gibt es ja Herren der Schöpfung, die mit ihrem Freund telefonieren und sich währenddessen die Schuhe zubinden, aber sehr viele können das meiner Erfahrung nach nicht sein.

Steht ein Mann am Herd und kocht, dann unterbrechen Sie ihn besser nicht oder wählen am besten vorsorglich die Nummer der Notrufzentrale, denn er kann nicht gleichzeitig Zwiebeln schneiden, Fleisch anbraten und Ihnen dann auch noch erklären, wo er vorhin die Dreckwäsche vom Eishockey hingeworfen hat. Sein Zug fährt geradeaus. Von A nach B. Keine Haltestelle. Gar keine.

Ihr Mann möchte Sie sicher gern begreifen, aber so ist sein Gehirn nicht programmiert. Vergessen Sie nicht: Frauen denken empathisch, Männer schematisch. Das bedeutet im Klartext: stark vereinfacht, auf das Wesentliche konzentriert.

Also machen Sie es ihm so leicht wie möglich, Sie zu verstehen. Der steht nämlich inmitten Ihres riesigen Bahnhofs zwischen ein paar Gleisen und ist vollauf damit beschäftigt, Ihren rasend schnellen Dieselloks (oder Vorwürfen) auszuweichen, die hin- und her rangieren. Er ist vollauf damit beschäftigt, die Diskussion mit Ihnen heil zu überstehen. Auf viel mehr kann er sich nicht konzentrieren.

„Du hast am 23. April 2007 um 19:45 zu mir gesagt, ich hätte zugenommen, Günter. Seitdem mache ich eine Diät an der anderen. Und jetzt kommst du tatsächlich daher und willst Pizza essen gehen? Das machst du doch mit Absicht, damit du hinterher wieder sagen kannst, ich sei fett. Hattest wohl gedacht, dass ich das vergesse, was?“

Tja, Günter dachte das tatsächlich. Er hat’s nämlich schon längst wieder vergessen, weiß nicht, was er mit seiner harmlosen Frage anrichtet, und dass er damit eine Assoziationskette in Ihrem Gehirn in Gang setzt, die ihn aus den Schuhen hauen wird.

Also machen Sie es ihm einfach. Denken Sie an das Schema, was „vereinfacht“ bedeutet. Kaufen Sie sich notfalls einen großen Hammer und verleihen Ihrer Bitte/Forderung mit einem Schlag auf seine Zehen Nachdruck. Das wird er sich merken, denn auch Männer sind zu kognitiven Prozessen imstande. Sagen Sie ihm, was Sie wollen. Wenn möglich, sagen Sie ihm auch, wann Sie es wollen. Und wie.

Aber leider muss ich Ihnen abschließend gestehen: Wenn Sie mit Ihrem Herzblatt eine Unterhaltung über Gefühle führen möchten, müssen Sie selbst sehen, wie Sie klarkommen. Dafür habe ich bis heute kein Patentrezept gefunden. Die Gefühlregion liegt bei denen in einem Bereich, der nur mit Spezialausrüstung oder Gehirnsonden zugänglich ist. Vielleicht werden Sie ja im Outdoor-Shop fündig.

Also, versuchen Sie es ganz einfach mal. Schlucken Sie Ihren Stolz und Ihre romantischen Vorstellungen von einem Mann, der Ihnen jeden Wunsch von den Augen abliest, herunter und teilen Sie Ihrem Herzblatt mit, was Sie möchten.

Schlimmer kann’s ja nicht werden.

Augenzwinkernde Grüße,

Ihre Barbara Edelmann

Bildnachweis: pexels.com

Erinnert sich noch jemand an das Prä-Handy-Zeitalter? Diese dunkle Ära ohne Tinder, Snapchat, Facebook oder Online-Singlebösen?

Jedes Wochenende hieß es: ab auf die Piste. Man wühlte sich durch den Kleiderschrank, zwängte sich in ein Kleid, in dem man gerade noch atmen konnte, quälte sich in schwindelerregend hohe Pumps, schminkte sich mit der Akribie einer Visagistin und stöckelte dann durch die Nacht zur nächsten Disko oder einem anderen Etablissement,  um dort die Beine für mehrere Stunden dekorativ um einen Barhocker zu knoten. Immer schön lächeln, Bauch rein, Brust raus.

Manchmal hatte man Glück, meistens aber nicht, und musste alles am nächsten Samstag wiederholen. Oder unter der Woche, wenn man eine harte Natur mit Durchhaltevermögen war. Oft wurde man nur von den üblichen Verdächtigen angelallt („Du schiesch aber gut ausch, kommsch du mit schu mir?“), und manchmal ging der Kontakt zu einem sympathisch wirkenden Fremden nicht über ein Lächeln hinaus.

Ich hatte es beim Flirten besonders schwer. Zwar trug ich Kleidergröße 36 und C-Körbchen, aber so gut wie nie meine dringend nötige Brille, weil ich dachte, die würde mich entstellen. Das sorgte öfter für Irritationen, denn ich hätte nicht mal Brad Pitt erkannt, wenn der mir zugezwinkert hätte und war darauf angewiesen, dass der „Interessent“ sich auf den Weg zu mir machte und mich ansprach, so dass ich ihn sehen konnte.

Es gab keine Garantie, jemanden kennenzulernen, außer man bevorzugte den analogen Vorläufer der Online-Singlebörsen: das gute alte Heiratsinstitut.

Etwas einfacher hatten es Ladies, die nur auf einen One-Night-Stand aus waren. Die brauchten nur lange genug am Tresen sitzenzubleiben und wurden garantiert kurz vor der Sperrstunde von jemandem abgeholt.

Aber alle Mädels, die ich kannte, suchten einen Mann, der etwas länger durchhielt als 20 Minuten.

Tipps, wo man Männer kennenlernen konnte, kriegte man genug. „Geh zur Tankstelle am Samstagvormittag“ raunte meine Freundin Susi. „Wenn du lange genug wartest, braucht mal einer Benzin, der gut aussieht.“ „Am Donnerstagabend im Supermarkt kommen die ganzen Singles“ verriet mir eine andere Freundin. „Ist fast wie ein Heiratsmarkt. Kauf’ aber nicht zu viel ein, sonst wirkst du verfressen. Das mag keiner.“

Eine dritte schickte mich zum Baumarkt, ihren Worten zufolge ein todsicherer Tipp, denn jeder echte Mann brauchte angeblich irgendwann was zum Hämmern.

Ich traf dort leider nur Bekloppte.

Lachte einem das Glück dann doch einmal, und man knüpfte einen Kontakt, dann wurde es anstrengend, denn die Bitte um ein Rendezvous folgte auf dem Fuße. Das erste Date war immens wichtig. Immerhin entschied es über den Fortgang der Bekanntschaft.

Ich erinnere mich, als wäre es gestern gewesen, als ich diesen geheimnisvoll wirkenden attraktiven Architekten in einer Pilsbar traf.

Detlef behauptete, er sei auf der Suche nach einer Frau, mit der er wandern, segeln, Tennis spielen oder bergsteigen könne und sah aus wie Sir Sean Connery, nur jünger und ohne Lizenz zum Töten. „Wandern, Bergsteigen, Segeln, Tennis? Ist ja toll, das mag ich alles auch!“ antwortete ich wie aus der Pistole geschossen. Eine Notlüge war nämlich keine Sünde, hatte meine Oma mir beigebracht.

Dabei war ich schon zu dieser Zeit vom Typ her ein Vorläufer des klassischen Netflix-Abonnenten, wenngleich mit einem Röhrenfernseher und VHS-Band statt Breitband. Genaugenommen habe ich sogar das sogenannte „Binge-Watching“ – also fernsehen, bis der Arzt kommt – erfunden.

Gesegelt war ich noch nie, kannte aber ein paar Seemannslieder und war schon mal mit dem Kajak gepaddelt. Die Vorliebe für diese Wassersportart endete, als ich mich an einer sehr niedrigen Brücke, unter der ich wegen eventueller Spinnen auf gar keinen Fall durch wollte, mit dem Paddel am Mauerwerk abstützte, umkippte und ins Wasser fiel.

Badminton hieß damals noch „Federball“. Das konnte ich, obwohl ich schnell aus der Puste kam. Ich traute mir ohne weiteres zu, im weißen Dress auf dem Tennisplatz ein paar Bälle ins Netz zu schlagen und dabei gut auszusehen.

Und ich wanderte zur Genüge – dreimal in der Woche mit 10 Zentimeter hohen Absätzen zu meiner Lieblings-Pilsbar. Das zählte auf jeden Fall.

Ein wenig gruselte mich vor dem Bergsteigen, denn da hatte ich keinerlei praktische Erfahrung, war aber sicher, am Fuße jeder größeren Erhebung in Deutschland einen Sessellift vorzufinden. Unser Treffen sollte in einem Café stattfinden. Mitten im Wald. Also borgte ich mir ein knallgelbes Rennrad, kaufte mir einen farblich passenden Trainingsanzug plus Stirnband und strampelte los. Ich würde mit wehendem blonden Haar zum Treffpunkt radeln, geschmeidig abspringen und einen dynamischen Eindruck machen.

An „sportlich“ sollte es nicht scheitern. Nicht, wenn es nach mir ging.

Frohgemut arbeitete ich mich auf einem schmalen Weg an Fichtenschonungen vorbei durch den Forst. Der neue Trainingsanzug saß perfekt, das Make-Up war beinahe unsichtbar. Ich sah aus wie Farrah Fawcett für Arme. Ein Engel für Detlef. Der war immerhin Architekt, ich kann’s nicht oft genug wiederholen, charmant, solvent und intelligent.

Dafür wäre ich seinerzeit ziemlich weit geradelt. Das Café lag 4 Kilometer entfernt. Da ich mich nicht nur im Prä-Handy-Zeitalter sondern auch im Prä-Navigations-Zeitalter befand, verirrte ich mich erwartungsgemäß.

Eine Gabelung passierte ich insgesamt dreimal, bis mir dämmerte, dass ich auf dem Holzweg, äh… Waldweg war. Dann überfuhr ich in meiner mittlerweile panischen Hektik eine Wurzel und fiel samt dem geliehenen Rennrad in den Matsch, denn am Vortag hatte es geregnet.

Eine Stunde zu spät erreichte ich endlich das Café. Mittlerweile sah ich aus wie Rambo in Teil 1 gegen Ende des Films. Das Stirnband war mir auf die Nase gerutscht,  sämtlicher Stoff bis zu den Knien mit Schlamm durchtränkt, und eine Schramme am Schienbein hatte ich mir außerdem zugezogen. Humpelnd schob ich mein Rad auf den Parkplatz, denn einige Speichen waren verbogen.

Sportlich wirkte ich nicht. Eher verzweifelt.

Detlef wartete entspannt auf der Terrasse an einem Tisch auf mich. Der war trotz vollmundiger Ankündigung mit dem Auto gekommen. Ich bin so ein Depp.

Übrigens gab es nie ein zweites Mal. Das lag nicht an mir, es lag an ihm, denn als mich zerrupft und gedemütigt, mit Flecken im Gesicht, atemlos auf einen Stuhl plumpsen ließ, hatte Detlef ebenfalls rote Wangen, allerdings von einer tödlichen Mischung aus Beerenwein mit besonders hoher Klopfzahl und Jägermeister. All die Mühe umsonst. War ja nicht mein erstes Mal.

Heutzutage läuft das anders. Computer oder Tablet an:

  • Klick – oh, Brille, nö danke.
  • Klick – oh weia, Warze auf der Nase. Mag ich nicht.
  • Klick – nicht schlecht, aber der hat ja gar keinen Sixpack. Ich wollte doch einen Kerl, der aussieht wie Jason Statham.
  • Klick – Vollbart? Äh…nein. Da hängt vielleicht noch Essen drin.
  • Klick – ach, der ist ja kleiner als ich.
  • Klick – oh, der wohnt eine Stadt weiter. Nö, keine Lust auf die Fahrerei.
  • Und so weiter.

Internet-Singlebörsen ähneln meiner Meinung nach einer Rasterfahndung des BKA. Ich gebe ein, was ich gerne hätte und warte dann darauf, was der Algorithmus ausspuckt.

So viel Glück hatten wir damals wie gesagt nicht. Wir mussten den Herren der Schöpfung die Würmer aus der Nase ziehen – lange und mühsam. Oder einen Privat-Detektiv beauftragen.

Und trotzdem waren wir auf der sicheren Seite, weil wir keine nachbearbeiteten Profilbilder kennenlernten sondern die nackte Wahrheit. Wir wühlten uns nicht durch eine Art virtuellen Versandhauskatalog mit geschönten Fotos, sondern waren live zugeschaltet. Zur Verfügung hatten wir nur „eingebaute Dashcams“ – unsere Augen  und unseren Instinkt.

Gemogelt werden konnte bei dieser Methode nicht viel. Sie hatte der heutigen einiges voraus.

Angelogen wurden wir natürlich genauso, was den Beziehungsstatus  oder finanzielle Verhältnisse anging. Aber Männer mussten einem ins Gesicht sagen: „Es ist kompliziert“ und dabei verlegen von einem Fuß auf den anderen tappen, anstatt es im Facebook-Status einzutragen. Und wir Frauen konnten beim ersten Augenschein schon mit scharfem Blick erkennen, dass ein Streifen am Ringfinger blasser war als der Rest der Haut. Also verheiratet, frisch geschieden oder Ehering in der Hosentasche. Die Welt ist schlecht.

Es war nicht ganz so leicht damals, sich als jemand anderer auszugeben, um uns  Frauen zu täuschen. Und zu enttäuschen.

Viel hat sich seither geändert. Gleich geblieben ist aber eins: das verflixte erste Date. Da müssen wir durch. Aber: Anstatt hektisch im Kleiderschrank zu wühlen, sollten wir uns vor Augen führen, dass ein essenzielles Accessoire für so ein Stelldichein nicht das Kleid oder die hohen Schuhe sind.

Nein – das wichtigste Zubehör kostet keinen Cent und ist für jeden erschwinglich – es heißt „Selbstbewusstsein“. Sie können es unauffällig in die Handtasche stecken oder um den Hals tragen, es sich ins Haar flechten oder im Brillenbügel verstecken – Hauptsache, Sie haben es dabei.

Der schönste Gucci-Dress wirkt nämlich nicht, wenn er an hängenden Schultern ins Lokal getragen wird. Die engste Armani-Jeans erfüllt nicht ihren Zweck, wenn sie an unsicheren Beinen klebt. Kopf hoch. Brust raus. Blick gerade aus. Kostet gar nichts.

Seien Sie in jeder Sekunde Sie selbst. Verstellen Sie sich nicht. Es liegt zur Hälfte an Ihnen, ob es ein zweites Date gibt. Oder ein drittes. Seien Sie authentisch!

Behaupten Sie zum Beispiel bitte nicht, Eishockey-Fan zu sein, nur weil Ihre neue Flamme von Wayne Gretzky schwärmt. Sonst sitzen Sie am Ende einmal wöchentlich in einer zugigen Halle und verkühlen sich die Eierstöcke. Wenn Sie Fußball bescheuert finden außer dem Teil, wo die Spieler das Trikot tauschen, geben Sie es zu. Wenn für Sie Kochen vom Beliebtheitsgrad her gleich nach Darmspiegelung kommt, nur immer raus mit der Wahrheit. Vielleicht erwischen Sie ja mit viel Glück einen, der gerne kocht.

Es ist vollkommen normal, dass man sich so gut wie möglich darstellen möchte. Aber das tun Sie mit einem aus dem Herzen kommenden ehrlichen Lachen besser als mit einem gekünstelten „Oh, von ‚Hostel’ finde ich alle Teile absolut super!“.

Selber schuld, wenn Sie künftig jeden neuen Horror-Film mit vor die Augen geschlagenen Händen im Kino genießen dürfen bis ans Ende Ihrer Tage, obwohl Sie eigentlich auf romantische Komödien stehen und kein Blut sehen können.

Seien Sie ehrlich. Beschönigen Sie nicht. Verbiegen Sie sich nicht. Kichern Sie nicht über Witze, die Sie dämlich finden, sonst bekommen Sie die bis an Ihr Lebensende zu hören. Womöglich immer denselben.

Es ist verständlich, dass man den Mann, den man soeben  kennengelernt hat, beeindrucken möchte. Aber das erreicht man nicht mit dem Vorspiegeln falscher Tatsachen. Sie sind doch eine gestandene Frau, attraktiv (Jede Frau ist auf ihre Art und Weise wunderschön!), intelligent, tüchtig und von sich selbst überzeugt.

Stellen Sie sich einfach vor, wir wären alle wirklich erbarmungslos ehrlich beim ersten Date. Man lernt jemanden kennen, landet in der Kiste, heiratet und bekommt Kinder. Irgendwann sitzt man  dann ungeschminkt in der Jogginghose auf der Couch und löffelt Instant-Nudeln aus der Tupperschüssel, während Heinz-Rüdiger mit seinen Kegelfreunden auf Malle eine Auszeit nimmt.

Es würde frischen Wind an die Front bringen, kämen wir gleich in den Klamotten zur Verabredung, die wir gedenken, nach Abflauen der Körperchemie in spätestens 36 Monaten, zu tragen. Wenn Sie wirklich ernsthaft glauben, dass Sie nach vier oder fünf Jahren noch jeden Morgen in Pumps und ein Etuikleid schlüpfen, um ihm Frühstück zu machen, dann haben Sie eine blühende Phantasie.

Ein ehrliches Rendezvous würde vielleicht so aussehen: Heinz-Rüdiger sitzt in seiner Schlabber-Jeans mit dem alten AC/DC-Shirt brummig vor einem Bier, und Sie kommen ungeschminkt und mit dem schlimmsten PMS seit 20 Jahren in Ihren Jazz-Pants, mit denen Sie sich während Ihrer Netflix-Abende am liebsten auf der Couch lümmeln. Da weiß jeder gleich, was ihn erwartet.

Gut – Illusionen, die gelegentlich das Schönste an einer neuen Liebe sind, gehen dabei flöten, aber die Wahrheit ist auch nicht übel. Denn die kommt irgendwann ohnehin.

Die Schmetterlinge im Bauch werden sich im Laufe der Zeit verpuppen und zu Raupen entwickeln, welche Ihnen an miesen Tagen über die Leber kriechen. Ja, sogar mit Heinz-Rüdiger, der jetzt noch so nett lächelt und Ihnen Komplimente macht. Sie werden sich aufregen, weil er zum Fußball mit seinen Freunden möchte, obwohl er Ihnen versprochen hat, die Oma zu besuchen. Er wird sich ärgern, dass Sie wieder Kopfweh haben oder schlapp und gereizt sind. Ich sage doch: Raupen. Nix Schmetterlinge.

Außer „Schatzi“ werden Ihnen im Lauf der Zeit noch eine Menge anderer Bezeichnungen für Heinz-Rüdiger einfallen. Ihm aber auch. Machen wir uns nichts vor.

Warum also beim ersten Treffen nicht ehrlich sein? Sie müssen ja nicht ungeschminkt im Trainingsanzug, ihren Jutebeutel hinter sich her schleifend, im Lokal aufschlagen. Nein – machen Sie sich hübsch wie immer. Aber bleiben Sie in jedem Moment Sie selbst. Das lohnt sich. Egal, wie Sie sind: resolut, besitzergreifend, ängstlich, schüchtern, neurotisch – verstellen Sie sich bitte nicht. Sie tun sich keinen Gefallen.

Wissen Sie, was die meisten Männer an Frauen faszinierend finden? Selbstbewusstsein. Ich habe nachgefragt.

Und dazu brauchen Sie weder Prada noch Escada, sondern nur sich selbst – die menschliche Wundertüte mit all den Special Effekts wie spontanen Wutausbrüchen, Marathon-Telefonaten mit der besten Freundin, Fress-Attacken, PMS, fliegenden Tellern, Schimpftiraden oder unseren Schuh-Tick, auf die Heinz-Rüdiger sich noch freuen darf. Denn Sie sind wirklich eine Wundertüte. Sie sind einmalig, einzigartig, etwas ganz Besonderes. Vergessen Sie das bitte nie.

Ist das nicht faszinierend, wie leicht es sein könnte? Wenn Ihr Lächeln von Herzen kommt, wenn Sie ihre eigenen Ansichten selbstsicher vertreten, wenn Sie wissen, was Sie wollen und was Sie auf gar keinen Fall wollen, dann ist das besser als jeder Online-Algorithmus. Da können Facebook oder Tinder nicht mithalten.

Es ist gar nicht schwer. Sie sind es sich auf jeden Fall wert, denn es gibt Sie genau ein einziges Mal auf dieser Welt.

Denken Sie daran, dass Sie ein Unikat sind, außergewöhnlich und besonders. Und dass sie jemanden verdient haben, der das Komplettpaket nimmt. Weil Sie es sich wert sind. Ich wünsche Ihnen eine herrliche Woche und verbleibe mit augenzwinkernden Grüßen

Ihre Barbara Edelmann

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Ein Gastbeitrag von Carola. Weibliches Bauchgefühl trügt nie, wirklich nie! Das weiß wohl inzwischen so ziemlich jede Frau. Blöd nur, dass man (FRAU) dieses körpereigene Navi nur zu oft (und zu gern) überhört. Zumindest geht mir das oft so. Große Erfahrungswerte habe ich in diesem Zusammenhang übrigens früher beim Online-Dating gesammelt. Und viel Lehrgeld bezahlt!

Viel zu oft leider habe ich meine Zeit mit Dates verbracht, die von Vornherein zum Scheitern verurteilt waren. Und – um beim „Lehrgeld zahlen“ zu bleiben – ich habe nicht selten sogar die Rechnung für den Dating-Kandidaten mit bezahlt. Ja, sowas gibt’s auch und das hatte in diesen Momenten nichts mit dem Thema Gleichberechtigung zu tun. Oft waren diese Kandidaten chronische Pleitegeier. Aber das nur am Rande.

Fakt ist, dass es, als ich Single war, mehr als einmal diesen einen Moment beim Dating gab, wo ich dachte: „Hm…na ja, so toll ist das jetzt nicht.“

Oft kamen mir diese Gedanken beim Telefonat mit einem Mann aus der Singlebörse. Hier erfährt man (FRAU) ja schon immer sehr viel und kann ob eines solchen Plausches für sich entscheiden, ob man ein persönliches Treffen wahrnimmt oder es bleiben lässt.

Leider habe ich mich viel zu oft für die erstere Variante entschieden, auch wenn es im Telefonat zuvor Situationen gab, die mein schlechtes Bauchgefühl Achterbahn haben fahren lassen.

Ich bin aber eben ein Mensch, der nach dem Motto: „Dem sollte man eine Chance geben“ verfährt, wobei man das „dem“ hier getrost auf den männlichen Singlebörsen-Kandidaten übertragen kann.

Natürlich – Sie ahnen es vielleicht schon – ging das immer schief. War schon am Telefon irgendwas, was nicht ganz so rund war, so kam das natürlich bei dem persönlichen Treffen heraus.

Um es zusammenfassend zu sagen: solche Dates waren immer Zeitverschwendung – immer! Und mehr als einmal habe ich mir im Nachgang gesagt: „Hätte ich es bloß gelassen“.

Nun, auf diesem Gebiet bin ich mittlerweile „geheilt“, was aber auch daran liegen kann, dass ich meinen Traumpartner zwischenzeitlich gefunden habe, offline übrigens!

Im täglichen Leben allerdings kommt es schon immer mal noch vor, dass ich mich im Nachgang über eine Situation, die ich zugelassen habe, ärgere.

Das beste Beispiel dafür war das vergangene Wochenende. Wir – mein Partner und ich – waren in den Tagen zuvor sehr eingespannt, einschließlich des Feiertages. Wir haben ein fünfjähriges Kind, das wir in dieser Zeit in die Obhut der Großeltern gegeben haben.

Am Wochenende war dann – endlich! – für die ganze Familie Relaxen angesagt.

Da mich aber noch das schlechte Gewissen plagte, dass wir zuvor so wenig Zeit für das Kind hatten und ich ein Mensch bin, der allergrößten Wert auf gemeinsame, familiäre Unternehmungen legt, schlug ich am Samstag vor, eine Radtour zu machen. So richtig hatte niemand Lust, das Kind nicht und mein Partner auch nicht.

Mein Kind war beschäftigt mit Trampolinspringen und mein Partner entspannte sich mit einem Buch auf der Gartenliege. Ich selbst hatte auch noch eine Menge an Lesefutter und machte es mir auch erstmal auf der Gartenliege bequem.

Eigentlich hätte das alles an diesem Nachmittag so bleiben können.

Wenn…ja: wenn mich nicht mein schlechtes Gewissen (was ich laut meinem Partner gar nicht haben müsste) weiter geplagt hätte und ich auf eine gemeinsame Unternehmung an diesem Samstag setzte.

Nun: es kam, wie es kommen musste. Letzten Endes brachen wir – mehr oder weniger eher pflichtbewusst, als mit voller Lust – am späteren Nachmittag zu einer kleinen Radtour auf.

Und was soll ich Ihnen sagen? Wir kamen nicht mal vier Kilometer weit, weil mein Kind schon nach 15 Minuten in einer Kurve (wir fuhren auf einem autofreien Landwirtschaftsweg) so derartig hinfiel, dass sie ihren gesamten Mund in Mitleidenschaft zog, inklusive der Zähne.

Ihre beiden Schneidezähne oben hingen runter wie bei Dracula, dass es noch die Milchzähne sind, ist ein wenig Glück im Unglück.

Wir brachen das Unterfangen natürlich umgehend ab und schoben unsere Räder heim, unter dem Weinen meines Kindes.

Wie es weiterging? Zahnarzt, röntgen, eine kleine Kiefernbehandlung – das volle Programm. Glücklicherweise hatte der Fahrradunfall für mein Kind ansonsten keine bleibenden Folgen, aber ich ärgerte mich natürlich schwarz. Warum haben wir an dem besagten Nachmittag nicht einfach die Dinge belassen, wie sie sind?

Logisch, dass ich mir nach diesem Ereignis -zigmal sagte: „Hätte ich`s doch bloß gelassen!“.

Und wissen Sie was? Das nächste Mal – lasse ich es tatsächlich.

Es ist eigentlich genau die Funktion, die auf Facebook noch gefehlt hat: eine Rating-Option. Denn wo schon Millionen von Leuten sind, die in ihren Profilen sowohl Hobbies als auch Beziehungsstatus & Co. eingeben, ist es für den Algorithmen-Modus kein Problem, Leute mit gleichen Interessen digital zu verkuppeln. Und Facebook wäre wohl nicht Facebook, würden sie dieses Geschäft nicht mitnehmen.

Allerdings wird der Monopolist wohl auch hier wieder mit Gegenwind rechnen müssen, denn Kritik an der neuen Dating-Funktion kommt von Opfern von Romance Scammern. Und zwar konkret von solchen Opfern, die über Facebook an Liebesschufte geraten sind.

Mittlerweile gibt es vor diesen Kriminellen kontinuierlich Warnungen seitens Polizei und Verbraucherzentralen, denn auch, wenn vieles über die verschiedensten Betrugsfälle öffentlich wird – eingedämmt ist das Treiben dieser Leute noch lange nicht.

Und da sich solche – meist männliche – Personen häufig via Facebook das Vertrauen ihrer Opfer (meistens sind das Frauen) erschleichen, verwundert es nicht, dass die Skepsis groß ist.

Ist es für Romance Scammer schon jetzt ein Leichtes, per Mausklick Geld, Sachwerte und nicht zuletzt Gefühle eiskalt abzuzocken, steht völlig zu Recht die Frage im Raum, wie der Internet-Gigant dieses Problem innerhalb der neu entstehenden Facebook-Dating-Funktion angehen und lösen will?

Denn: so richtig lösbar ist das nämlich nicht, gerade Singlebörsen dürften ein Lied davon singen können. Kann man sich doch heutzutage in der virtuellen Welt im Handumdrehen ein seriöses Profil anlegen, selbst wenn man hochkriminelle Absichten hat.

So kann bis heute – mal als Extrembeispiel genommen – kein hochkarätiges Partnerportal verhindern, dass sich vom Romance Scammer bis hin zum Serienmörder kriminellste Gestalten bei ihm anmelden. Sieht bzw. liest man ja keinem an!

Genau das machen sich die Romance Scammer zunutze und zwar webweit! Liest man sich durch die Fälle der Opfer, ist fast immer, wenn es um digitales Romance Scamming geht, von Facebook oder irgendeiner Singlebörse die Rede. Hier lernen sich Opfer und Täter zum Großteil kennen – fast immer mit verheerenden Folgen.

Allein die Fälle, die in den letzten Wochen veröffentlicht wurden, lassen einem die Haare zu Berge stehen. Mal sind es 7000,00 €, die Frauen an Romance Scammer verloren haben, mal 100.000,00 €. Selbst ganze Sachwerte sind schon in die Hände dieser skrupellosen Typen geraten.

Ein Ende ist nicht in Sicht – warum sollten sich die kriminellen Abzocker dieses miese Geschäft auch entgehen lassen? Bei aller Aufklärung gibt es doch leider immer noch Menschen, die entweder davon noch nie was gehört haben oder nach dem Motto „meiner ist anders“ verfahren.

Insofern ist die entfachte Debatte um die Sicherheitsstandards von Facebook im Zusammenhang mit der geplanten Dating-Funktion mehr als wichtig! Vielleicht gelingt es dem sozialen Netzwerk ja, hier entsprechende Filtermechanismen einzubauen. Zu wünschen wäre es – allein vor dem Hintergrund des Leids der unzähligen Opfer!

Wenn Sie mehr zum Thema erfahren wollen, empfehlen wir Ihnen den englischen Originalbericht zum Thema „Facebook und Dating-Funktion“.  

Wie skrupellos sich die Romance Scammer an ihre Opfer auf Facebook heran machen, hat unsere Kolumnistin Barbara Edelmann kürzlich in einem ihrer Artikel abgehandelt, sie finden ihn hier.

Bildnachweise:

Fotograf: Marcio Jose Sanchez / Bildnachweis: picture alliance / AP Photo

Ein Gastbeitrag von Lisa. Wann immer es darum geht, monströse Schränke oder lange Regale bei IKEA zu kaufen und diese dann gen eigenes Zuhause zu kutschieren braucht FRAU meist einen (starken) Mann.

Das kennen sicher die meisten weiblichen Zeitgenossinnen aus eigener Erfahrung.

Zwar bietet der schwedische Möbelriese einen Lieferservice an, aber zumeist findet sich mit dem Partner, einem guten Freund oder dem eigenen Vater eine Möglichkeit, die sperrige Ware auf privatem Wege nach Haus fahren und in die eigenen vier Wände tragen zu lassen.

Zum Stöbern zu IKEA – besser nicht mit Mann!

Soweit – so gut und wohl auch bekannt. Allerdings sollte man auf die Begleitung eines Manns bei IKEA tunlichst verzichten, wenn man nur Kleinigkeiten einkaufen möchte, Deko, Accessoires und Zubehör. Mit einem quengelnden Typen in der Nähe wird das nämlich nichts. Ich weiß das eigentlich, aber leider unterlief mir dieser Fehler erst dieser Tage wieder.

Mein Partner und ich waren – was eigentlich nie vorkommt – binnen zwei Wochen zweimal bei IKEA.  Das erste Mal kauften wir ziemlich viel sperriges Mobiliar für ein neu hergerichtetes Zimmer, inklusive Lampen.

Da diese sich als Fehlkauf herausstellten, brachten wir sie wieder zurück. Die Dinger waren so schwer, dass mein Partner deswegen mitkam.

Ich wollte die Gelegenheit nutzen, noch schöne Bilderrahmen für den neu renovierten Raum zu kaufen, da viele Fotos bei mir daheim nur darauf warten, schön eingerahmt zu werden.

Wir tauschten also die Lampen um und ich nahm Kurs auf die Dekoabteilung.

Männer werden schnell ungeduldig

Das passte meinem Partner so gar nicht, denn er dachte, dass wir nun – nach dem Umtausch – gleich wieder fahren. Ich hatte nichts weiter von meinem Vorhaben erzählt, weil ich es für eine Lappalie hielt.

Dazu sollte ich vielleicht noch erwähnen, dass wir erst knapp ein Jahr zusammen sind.

Es kam, wie es kommen musste: ich stöberte ausgiebig in der Bilderrahmen-Abteilung, die ja nicht gerade klein ist, verglich Preise und Deko-Stile und war keineswegs in Hast.

Mein Freund schlich ungeduldig um mich herum, was mich absolut stresste. Wir verabredeten, dass er eben nach draußen, eine rauchen und vielleicht im Bistro noch einen Kaffee trinken, geht.

Ich wähnte mich also in Sicherheit, nun weiter entspannt nach meinen Dekorations-Utensilien Ausschau halten zu können.

Da ich viele Fotos, die ich in diversen unterschiedlichen Formaten habe anfertigen lassen, zur Probe mitgebracht habe, um zu schauen, ob das Maß hinhaut, brauchte ich schon etwas Zeit, um alles in Ruhe zu prüfen.

Männer machen einen oft verrückt beim Shopping

Mit der Ruhe – nun ja….das war dann aber nichts.

Denn: ehe ich es mich versah, stand mein Partner schon wieder neben mir und scharrte mit den Hufen.

„Bist Du denn nun soweit?“ fragte er ungehalten und ich fühlte mich sogleich unter Druck und echt gestresst.

Er entfernte sich wieder etwas, aber – mal ehrlich! – in so einer Atmosphäre ist an entspanntes Herumstöbern doch nicht ansatzweise zu denken!

Binnen weniger Minuten erschien er wieder und wiederholte seine Frage, wann wir denn nun endlich gehen?

Das Ende der Geschichte? Nun, ich gab auf. Ich hatte unter diesen Umständen nicht im Ansatz die Ruhe, die ich für meine Auswahl benötigte. Mit nur wenigen Bilderrahmen unter dem Arm nickte ich ihm seufzend zu und wir steuerten die Kasse an.

Als Frau lieber alleine zu IKEA

„Am besten, Du fährst für diese Kleinigkeiten das nächste Mal allein“ schlug mein Freund vor.

Logisch, dass ich diesen Vorsatz für mich schon längst gefasst habe, denn – wie wahrscheinlich viele Frauen – brauche ich für den Kauf solcher Kleinigkeiten Ruhe und Zeit. Die hat man – allermeist – mit einem Mann nicht.

Es sei denn, man (FRAU) hat ein Exemplar ergattert, dass ebenso deko-verrückt ist, wie man selbst.

Das ist allerdings wohl eher selten der Fall!

Ich musste an einen Zeitungsartikel denken, den ich vor ewigen Zeiten mal gelesen habe. Er handelte davon, dass Geschäftsinhaber irgendeiner Stadt – ich glaube, es war sogar in Deutschland – eine Art Männertreff konzipiert haben, wo Frauen, die Sonnabends in der Innenstadt bummeln wollen, ihre Männer „abgeben“ können. Mit Fußball-Lounge, Billardtisch und so weiter.

Ganz ehrlich: ich möchte fast darauf wetten, dass diese Idee von einer Frau stammt!

Die wahrscheinlich vorher mit ihrem Mann bei IKEA war!

Übrigens: was man (FRAU) für Beobachtungen im Baumarkt, wenn die Leute shoppen gehen, betreiben kann, findet sich hier.

Bildnachweis: Fotolia,

Datei: #127957639 | Urheber: lightpoet

Blogs für Yachten, Blogs für superedle Herrenkleidung, Blogs für den Mann von Welt – an Angeboten für Männer mangelt es im Netz nicht. Richteten sich zu Beginn des Internetzeitalters die meisten Angebote im Netz eher an Frauen, wird mittlerweile auch die männliche Zielgruppe sehr gut bedient.

Allerdings ähneln sich viele Blogmagazine für Männer sehr und sprechen oft nur die gutsituierten „Herren der Schöpfung“ an.

Nicht so das Magazin EXIMUM.de. Gegründet von Thilo Heffen, der sich als ganz normaler Typ von nebenan sieht, bietet das Online-Magazin für IHN einen Themenmix an, mit dem sich der ganz normale Mann identifizieren kann.

Diese Ausrichtung verfehlt seine Wirkung nicht – das Magazin erfreut sich einer steigenden Leserschar.

Mittlerweile arbeitet  Gründer Heffen, der schon in der Kindheit eine Faszination für das Schreiben hatte, daran, sein Magazin auch offline – als Printausgabe – herauszubringen.

Dem nicht genug, schreibt der umtriebige Blogger, der aus dem anfänglichen Bloggen für sein persönliches Umfeld ein professionelles Business gemacht hat, an seinem ersten Buch. Wir haben mit Thilo Heffen über sein Magazin und die Leidenschaft für`s Schreiben gesprochen. Herausgekommen ist ein spannender Einblick in die digitale Männerwelt.

FB: Herr Heffen, Sie arbeiteten im Hauptberuf in führender Position im Frachtbereich des Frankfurter Flughafens und danach als Niederlassungsleiter eines englischen Industriekonzerns – wie kommt man(n) da aufs bloggen?

TH: Das Bloggen sollte eigentlich einen Ausgleich zu meinem stressigen Berufsleben darstellen. Ich habe schon immer gerne geschrieben. Irgendwo muss es da auch noch eine Schachtel mit angefangenen Kurzgeschichten und so geben, wahrscheinlich bei meinen Eltern im Keller. Höhepunkt meiner recht kurzen literarischen Karriere, wenn man das so nennen will, war 1996 die Veröffentlichung einer Kurzgeschichte in einer Sammlung zeitgenössischer Stücke, Gedichte, Geschichten und so weiter eines Münchner Verlags.

Ich hatte den Aufruf zur Einsendung der eigenen Werke dazu gesehen und innerhalb zwei Nächten die wahrscheinlich schlechteste Kurzgeschichte der Welt produziert (lacht). Also lag es nahe,  dass ich mir die Schreiberei als ruhenden Pol aussuchen würde. Und im 21. Jahrhundert bietet das bloggen dafür noch seinen eigenen, speziellen Anreiz.

FB: Wann haben Sie Ihre Leidenschaft für`s Schreiben entdeckt?

TH: Das war von klein auf schon so. Ich habe immer viel gelesen, ich denke dass es damit zusammenhängt. Ich war einfach fasziniert wie manche Autoren es schafften, nur mit ihren geschrieben Worten bei mir im Kopf diese Bildwelten entstehen zu lassen. Das wollte ich auch einmal können. Ich erzähle auch unheimlich gerne Geschichten und liebe es wenn mir Menschen begeistert zuhören.

FB: Wie vollzog sich der Schritt vom Gedanken, einen eigenen Blog zu starten, bis hin zur realistischen Umsetzung Ihres Magazins EXIMUM.de?

TH: Der Blog sollte am Anfang eigentlich genau das sein: Ein Blog! Nichts weiter. Ein bisschen harmloses Schreiben. Ich hatte erwartet dass ihn vielleicht meine Frau liest, ein paar Freunde und vielleicht meine Mutter. Deshalb war die anfängliche Umsetzung recht einfach.

Allerdings habe ich sehr schnell Geschmack an den ganzen Möglichkeiten eines Blogs gefunden, verschiedene Themes und Plugins ausprobiert, bis dann nach ca. 2 Monaten EXIMUM in seiner jetzigen Form entstand. Die steigenden Besucher- und Zugriffszahlen motivierten mich natürlich auch und haben mir gezeigt, dass ich nicht so falsch lag.

FB: Der Zusatz-Titel Ihres Blogmagazins lautet: „Schokolade fürs Gehirn“. Wie sind Sie darauf gekommen, hat das eine besondere Bewandtnis?

TH (lacht): Ja, das ist eine gute Frage. Ich war auf der Suche nach einem Slogan der kurz und knackig daher kommt und vielleicht ein bisschen ungewöhnlich ist.

“Schokolade fürs Gehirn” kam mir letztendlich in den Kopf weil Schokolade lecker ist, ich sie liebe und sie beim Essen Spaß macht. Mein Ziel mit EXIMUM ist es, Inhalte zu produzieren, die beim Lesen für das Gehirn genauso lecker sind wie Schokolade für die Geschmacksnerven, wenn Sie verstehen was ich meine.

FB: Im Gegensatz zu anderen Bloggern können Sie mit einem kleinen Team aufwarten. Wie haben Sie dieses zusammengestellt und wer bringt sich wie ein?

TH: Thomas Wester und Jannik Jauer von www.trekkinglife.de habe ich über Facebook kennen gelernt. Der Schreibstil der Beiden auf ihrem eigenen Blog hat mir sehr gut gefallen, also habe ich sie einfach gefragt ob sie EXIMUM gerne unterstützen wollen. Die Beiden kümmern sich jetzt neben ihren eigenen Projekten um den Bereich Outdoor/Abenteuer.

Bei Christian Allner von www.schrift-architekt.de habe ich eine Weiterbildung belegt. Wir kamen ins Gespräch und er fand EXIMUM klasse. Jetzt unterstützt er durch Artikel und seine Expertise im technischen sowie im Marketingbereich.

Ich hoffe natürlich noch weitere talentierte Leute zu finden die von EXIMUM genauso begeistert sind wie wir, und die Lust haben, die Webseite und die anderen geplanten Projekte voran zu treiben.

FB: Die Themen Ihres Blogs richten sich an männliche Leser. Für diese Zielgruppe gibt es mehr und mehr  Angebote im Netz – womit hebt sich Ihr Magazin von anderen Blogformaten im Internet ab?

TH: Der überwiegende Teil der Männerblogs ist thematisch in Nischen angesiedelt: Papablogs, Gentlemenblogs, Blogs für Autoliebhaber, Blogs für dieses und jenes, Blogs für sibirische Hamsterzucht von April bis Juni in ungeraden Jahren.

EXIMUM hingegen ist weit weg von irgendwelchen Nischen.

Wir schreiben über alle möglichen Themen. Sie müssen nur interessant sein und uns auch selbst gefallen. Das können Sie schon anhand der Headlines erkennen. Hier nur mal drei Beispiele: “Die härtesten Sportarten: Calcio Storico”, “So steigen Sie ins Darknet ein” und “Hat Wasser ein Gedächtnis?” Wie gesagt, wir sind nicht unbedingt in engmaschige Kategorien einzuordnen.

Wir unterscheiden uns auch dahingehend, dass wir nicht über Dinge berichten und Produkte vorstellen, die außerhalb der Möglichkeiten unserer Leser liegen. Die Sachen, Veranstaltungen und Produkte, die Sie auf EXIMUM finden, sind für den Leser erleb- und bezahlbar.

EXIMUM richtet sich nicht an den Gentleman, den Playboy oder Männer, die maßgeschneiderte Schuhe und Anzüge tragen. EXIMUM richtet sich an den Durchschnittsmann, den „so-wie-ich“-Typen.

Wenn Sie Berichte über millionenschwere Yachten, Golfclubs oder super teure Autos suchen, dann müssen Sie sich auf anderen Blogs umschauen!

FB: Wie gehen Sie an die Themenfindung heran?

TH: Ich halte Augen und Ohren offen! Natürlich surfe ich viel im Internet, auf den verschiedenen Plattformen, und da fallen mir oft Dinge ins Auge die ich interessant finde.

Mittlerweile werde ich aber auch schon von Lesern angeschrieben, die mich auf bestimmte Themen hinweisen.

Aber es reicht auch schon ein Espresso in einem Café, um etwas aufzuschnappen oder zu sehen von dem man weiß, dass es als Artikel interessant sein könnte.

Wichtig ist, finde ich, dass man sehenden Auges durch die Welt läuft und dabei mal die eigene Klappe hält. Dann wird man auf genügend interessante Geschichten stoßen.

FB: Was hat sich in Ihrem Leben verändert, seit Sie ein eigenes Online-Magazin betreiben?

TH: Ich lerne jetzt viel mehr aus den verschiedensten Bereichen des Lebens. Während ich früher im Arbeitsleben spezialisiert war und überwiegend mit Menschen zu tun hatte, die genauso spezialisiert waren wie ich, habe ich heute mit den verschiedensten Leuten aus den unterschiedlichsten Branchen zu tun. Dabei lerne ich ständig neue Dinge kennen.

Ich netzwerke auch in Bereiche hinein, mit denen ich vorher logischerweise überhaupt keine Berührungspunkte hatte.

Dadurch lerne ich noch mehr, knüpfe weitere Kontakte und eröffne mir noch mehr Themenfelder. Man kann schon sagen dass mein Leben beruflich um einiges bunter geworden ist.

Privat bin ich viel ausgeglichener. Ich mache jetzt etwas das mir sehr viel Spaß macht und das mir liegt. Die Entscheidung mich Vollzeit auf EXIMUM zu konzentrieren und meine eigenen Pläne und Projekte voranzutreiben habe ich bisher noch nicht bereut.

FB: Wie sieht ein normaler Blog-Arbeitstag bei Ihnen aus?

TH: Im Regelfall sitze ich zwischen 04:30 und 05:00 Uhr schon am PC. Ganz nebenbei: Das frühe Aufstehen habe ich mir bei der Recherche zu genau diesem Thema angewöhnt.

Ich habe meine Woche in Themenblöcke unterteilt: An zwei Tagen schreibe ich nur für die Webseite, ein Tag ist für Projekte reserviert, ein Tag für die ganze technische Arbeit, einen Tag nehme ich mir zum schreiben meines Buches und einen Tag für Social Media Arbeit.

Je nachdem was anliegt sitze ich also am Rechner und schreibe, recherchiere, kommuniziere oder befasse mich – wenn möglich- mit einem Thema sogar vor Ort.

Das geht dann bis ca. 13.00 Uhr. Dann kommen meine Frau und unsere Tochter aus dem Kindergarten nach Hause und die Familienzeit, mit allem was dazu gehört, beginnt.

Es ist mir wichtig, dass ich diese Trennung vollziehe, denn nur so kann ich mich voll auf meine Arbeit und auch auf meine Familie konzentrieren.

FB: Sie haben Familie, schreiben gerade ein Buch und führen das Magazin – bleibt Zeit für Hobbys? Und  wie gestaltet sich das Familienleben?

TH: Durch die oben erwähnte Trennung von Beruf und Familie läuft es bei uns ziemlich harmonisch ab.

Natürlich hat meine Frau Verständnis wenn ich mal etwas fertig machen muss, weil die Zeit rennt. Das kommt aber selten vor. Im Regelfall bleibt genug Zeit für sie und unsere Tochter. Das ist mir auch unheimlich wichtig, denn schließlich war einer der Gründe, warum ich mich aus dem Managementbereich zurückgezogen habe, der Wunsch nach mehr Zeit mit der Familie. Und weil ich nie der Typ Mensch war, der Hobbys hatte, vermisse ich die auch nicht.

Wenn überhaupt kann man sagen, dass das Schreiben meines Buches so etwas wie ein Hobby ist. Thema des Buches ist die entspannte Selbstoptimierung bei Menschen ab den Vierzigern, die nicht mehr jedem Hype hinterher hecheln müssen. Und genauso handhabe ich das auch: Entspannt und locker. Es klingt seltsam, aber jetzt ist das Schreiben der Ausgleich zum Schreiben geworden! (Lacht)

FB: Welche Pläne schmieden Sie derzeit in Bezug auf Ihr Magazin? Können Sie schon Ausblicke geben?

TH: Momentan arbeiten wir an einer Printausgabe von EXIMUM. Das wird kein weiteres Herrenmagazin in einem Meer von Herrenmagazinen, sondern geht eher in die Richtung Corporate Publishing, das heißt, wir erstellen ein thematisch hochwertiges Magazin mit Artikeln aus den verschiedensten Bereichen.

Mit enthalten sind auch Artikel, die sich um den einen speziellen Hersteller sowie seine Produkte oder Dienstleistungen drehen, dessen Vertriebswege wir für die Distribution benutzen. Da wird momentan viel Gehirnschmalz eingesetzt!

Zeitgleich setzen wir den ersten von – hoffentlich vielen – Podcasts um, die sich in Interviews um Männerthemen, die wirklich interessieren, drehen werden.

Geplant sind zudem ein Webshop mit bezahlbaren und coolen Artikeln die man(n) so haben muss/möchte und, eventuell ein YouTube-Channel später dieses Jahr, diverse Kooperationen und, und… Ich habe eine ganze Schublade voller Ideen und fast täglich kommen neue dazu. Was sich aber letztendlich davon realistisch umsetzen lässt ist eine andere Frage.

Ich bin aber guter Dinge.

Zum Magazin Eximum geht es hier.