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Public Relation – abgekürzt PR – das klingt aufregend! Und ganz ehrlich: das ist es auch. Zumindest wenn ich einmal aus dem Nähkästchen meiner Erfahrungen plaudern darf, die ich als PR-Beraterin im Bereich Prominente und Lifestyle machte.

Es ist nun schon eine ganze Weile her, mittlerweile arbeite ich pr-technisch online, aber ich schaue gerne zurück auf diese Zeit und schwelge in Erinnerungen.

Vor allem in solchen, die mich als PR-Beraterin mit Prominenten zusammenbrachte. Natürlich nicht einfach so. Ich rutschte per Quereinstieg in dieses Promi-Ding und hatte jahrelang sowohl eine Promi-Kolumne als auch eine Promi-Sendung.

Freilich alles in unserer Region, aber das reichte aus, um mit vielen großen Namen in Kontakt zu kommen. Das geschah meist in Form von Interviews, ich erinnere mich aber auch gern daran, wie ich Prominente im Rahmen von PR-Aktionen betreute.

Und da fange ich gleich mal an mit meinen verrückten Erfahrungen. Natürlich werde ich die Namen der meisten VIP`s hier nicht preisgeben, sondern dahingehend etwas anonymisieren. Sicher ist sicher. Nicht, dass sich der eine oder andere womöglich im Nachgang auf den Schlips getreten fühlt.

Als PR-Beraterin empfand ich die Superstars am angenehmsten!

Obwohl ich in diesem Zusammenhang sagen muss, dass ich die Erfahrung gemacht habe, dass sich meist nur die „C“-Promis aufspielen und die richtigen Megastars total zurücknehmen.

Ja, wirklich!

Ich denke da an eine Backstage-Begegnung mit Peter Maffay (ihn muss ich nicht anonymisieren!) zurück, damals war er noch mit Tanja zusammen, die ebenso anwesend war.

Hier wartete ich leider mit einem Fauxpas auf, denn ich begrüßte Tanja mit „Michaela“. Diese war allerdings seinerzeit schon die Expartnerin von Maffay und ich erschrak natürlich, als man mich lachend darauf aufmerksam machte.

Da aber wirklich alle lachten – Tanja, der Manager, die Partnerin des Managers und Maffay selbst – konnte ich erleichtert auch mit einstimmen und mit dem Interview beginnen. Im Schlepptau hatte ich  meinen Kameramann, da wir damals den Dreh mit Maffay im Zusammenhang mit einer Charity-Gala planten. Nach dem Interview saßen wir noch eine Weile zusammen, Maffays damalige Frau begutachtete, ganz frei von der Leber weg – gemeinsam mit der Frau des anwesenden Managers –, ihre offenbar gerade erst gekauften Schuhe. Supernatürlich und ohne jedwede Allüren. Genau wie Maffay selbst!

Aber apropos Allüren.

Die kamen mir natürlich auch unter. Und – wie oben schon erwähnt – von Promis, die nicht gerade von sich behaupten konnten, in der allerersten Promi-Kategorie mitzuspielen.

So zum Beispiel der – eher stets im Hintergrund wirkende – Co-Moderator eines super bekannten Late-Night-Talkers.

Wie heute auch noch bei Leuten dieser Art üblich, hatte er seinerzeit ein Buch herausgebraucht, über das das damalige Magazin, für das ich arbeitete, ein Interview mit diesem Menschen wollte. Nun, ich organisierte das und es lief darauf hinaus, dass dieses Interview via Telefon geführt werden sollte, wenn dieser Mann – im Rahmen seiner Lesetour – in einem Hotel unserer Stadt eingetroffen ist.

Ich vereinbarte das so mit seinem Management. Eigentlich war es mehr als albern, dass sich dieser Typ ein Management leistete, aber das hatte ja damals schon jede Frau, die einen One-Night-Stand mit einem Promi verbrachte, am nächsten Tag….Egal.

Da ich selbst an diesem Tag anderweitig verplant war, delegierte ich dieses Telefoninterview an meine Assistentin. Diese rief auch zum vereinbarten Termin brav im Hotel an und ließ sich in das Zimmer dieses Mannes verbinden.

Aus Höflichkeit begann sie das Gespräch mit „Hallo, Herr XY, wir haben ja für heute den Telefontermin vereinbart, ist es Ihnen recht?!“.

Logisch, dass sie daraufhin ein „ja“ erwartete, aber der Typ – unfassbar eigentlich! – legte, ein mürrisches „Nein“ dazu brummelnd, kurzerhand auf. Tja – auch so kanns gehen.

Heute übrigens ist dieser Mensch lange schon in der Versenkung verschwunden, es ist auch nicht bekannt, dass das Buch irgendwelche Verkaufsrekorde schlug – im Gegenteil!

Viele lustige und skurrile Erfahrungen!

Aber schauen wir doch weiter auf ein eher lustiges Ereignis. Na ja, lustig ist vielleicht etwas übertrieben, eher skurril. Ich sollte für eine PR-Aktion, die ich für einen Kunden organisiert hatte, den Schauspieler, der für dieses Event gebucht war, von Berlin nach Leipzig fahren.  Dieser Mann war und ist durch die Sonntagabend-Tatorte sehr bekannt.

Da ich viele Freunde in Berlin habe, verband ich diese Aktion mit einem Besuch bei einer guten Freundin.

Am nächsten Morgen – ich hatte mir natürlich den Wecker schon sehr früh gestellt, um nicht zu spät zu der Abholung zu kommen (Pünktlichkeit ist für mich als PR-Beraterin immer das A und O gewesen) – wurde ich schon im Morgengrauen via Handy aus dem Schlaf gerissen und der besagte Schauspieler war dran.

„Anja, Du musst sofort kommen, die haben mein Auto geklaut“ rief er durch die Leitung. Ich wusste erstmal gar nicht, wie mir geschah, zumal ich Minuten zuvor noch tief und fest geschlafen hatte.

Es stellte sich rasch heraus, dass tatsächlich jemand die Nobelkarosse von dem Promi geklaut hatte, ausgerechnet in der Nacht vor unserer PR-Aktion! Da seine Frau nicht da war und er – logisch! – keinen Bock hatte, mit den Öffentlichen zum Polizeipräsidium zu fahren, bat er mich, dies zu übernehmen.

Ich sah also zu, dass ich mich in Windeseile fertig machte und düste zum Privathaus des Schauspielers, den alle Welt vom Bildschirm nur als ermittelnden Kommissar kennt.

Schon komisch, wenn man dann als PR-Beraterin in eine solche absurde Situation kommt und diesen Promi höchstpersönlich zum Polizeirevier fährt, damit er eine Anzeige für seinen gestohlenen Wagen aufgeben kann!

Das Prozedere erledigte er ziemlich rasch und professionell wie er war, stand er mir dann für den bevorstehenden PR-Termin zur Verfügung.

Allerdings störte es mich – ich bin Nichtraucherin – sehr, dass er die gesamte Fahrt über in meinem Auto stinkende Zigarillos Kette rauchte.

Ich hatte wahnsinnige Kopfschmerzen und mir graute vor der Tatsache, dass ich auch noch die Rückfahrt übernehmen sollte. Eigentlich sind solche Transferleistungen keine Dienstleistung, die eine PR-Beraterin übernimmt, aber damals hatte sich das so ergeben, warum genau, weiß ich nicht mehr.

Auf jeden Fall war mir klar, dass ich unmöglich die Rückfahrt noch übernehmen konnte, da ich ja auch die Organisation und Durchführung des gesamten PR-Termins mit innehatte.

Meine damalige Assistentin war dann so nett und fuhr den Herrn „Hauptkommissar“ wieder nach Hause.

Eine PR-Beraterin muss gegenüber Kunden immer professionell bleiben!

Viele werden jetzt vielleicht auch darüber nachdenken, ob man als PR-Beraterin mit den männlichen Prominenten vielleicht auch mal flirtet. Dazu kann ich – ausgehend von meiner Person – nur sagen: „nein, nein und nochmals nein!“.

Ich habe das nie gemacht und es wäre auch höchst unprofessionell! Das heißt aber noch lange nicht, dass nicht das prominente Gegenüber nicht einen entsprechenden Versuch startet. So passierte das mir im Rahmen eines Interview mit einem hochkarätigen Film-Star aus DDR-Zeiten, der im Rahmen einer Lesung in der Stadt war.

Er unterbrach das Interview immer wieder – ganz aus heiterem Himmel – um mich anzuflirten und mich zu überreden, mit ihm nach seiner Lesung noch auszugehen.

Ich verneinte das jedoch.

Aber weiter mit den Plaudereien aus dem Nähkästchen über die Erfahrungen einer PR-Beraterin. Eine amüsante, aber doch recht stressige Begegnung mit einer sehr bekannten weiblichen Formation ist mir sehr stark noch in Erinnerung geblieben.

Und zwar stand wieder einmal eine Charity-Gala an, dessen VIP-Akquise ich mit belgeitet hatte. In diesem Zusammenhang buchte mich der Kunde für die Betreuung dreier VIP`s / Acts gleich mit.

Bei diesen handelte es sich um einen Schlagersänger, eine Sportlerin und die besagte Formation der Frauen, die allesamt ihre Kunst mit kleinen Tieren darboten.

Sie stiegen alle in einem Luxushotel ab und ich wartete am Nachmittag am Tag der Veranstaltung vor dem Hotel auf ihr Eintreffen. Während der Schlagersänger und die Sportlerin geräuschlos ihre Suiten bezogen, ging mit der Frauen-Formation samt ihren kleinen Tieren ein großes Hallo los. Nicht nur, dass sie Unmengen an Gepäck dabei hatten – nein: ehe man es sich versah, nahmen die Tierchen die ganze Lobby in Beschlag, zur Irritation manch` anderer Gäste und auch zur Freude einiger Leute, die in dem Hause abgestiegen sind und sich gerade im Empfangsbereich aufhielten.

Es war, als lieferten sie hier – vor den Augen des Luxushotel-Publikums – eine separate Show ab!

Irgendwann aber kehrte dann Ruhe ein, die Damen hatten sich – nebst ihren Tieren – auf ihre Zimmer zurückgezogen und der Gala-Abend wurde ein voller Erfolg. Am nächsten Nachmittag – einem Sonntag – fiel mir dann die Aufgabe zu, diese Promis zu verabschieden. Erwartungsgemäß ging das mit dem Schlagersänger und der Sportlerin recht rasch über die Bühne.

Allein die kunterbunte Formation der sehr bekannten Promi-Ladies präsentierte wieder ganz großes Kino.

Wie schon bei der Anreise wurde auch zur Abreise die Hotellobby von den Tieren der Frauen in Beschlag genommen und aufgrund der vielen mitgebrachten Gepäckstücke musste der Hotel-Boy mit seinem güldenen Gepäckwagen pausenlos rotieren.

Erfahrungen als schöne Erinnerung

Ich erinnere mich noch daran, dass es ein brütend heißer Tag war – die ganze Verabschiedungs-„Show“ spielte sich auch vor den Augen der amüsierten Gäste des Freisitzes des Hotels ab – und ich von Minute zu Minute mehr Kopfschmerzen bekam.

Die Damen waren allesamt recht laut und  – na ja – gackernd unterwegs und bis die letzte nebst ihren Kleidern und dem jeweiligen Tier im Auto saß, vergingen für mich gefühlte Stunden, dabei waren gerade mal sechzig Minuten vergangen. Ich war wirklich froh, dann die Rücklichter des VIP-Kleinbusses zu sehen und legte mich den Rest des Tages schlafen.

Das ist auch so ein Thema bei einer PR-Beraterin: da sie oft arbeitet, wenn andere Feierabend haben oder/und sich zur Nachtruhe begeben, nutzen engagierte PR-Damen freie Stunden oder Wochenenden oft zum schlafen, lesen oder ausruhen.

Zumindest ging mir das immer so und ich kenne es auch von Kolleginnen, die ebenfalls als PR-Beraterin arbeiten. Da man schon im normalen Alltag ein kunterbuntes Programm hat, verspüren die wenigsten Leute, die in diesem Job arbeiten, in ihrer Freizeit den Drang, auf Events zu gehen oder wild abzufeiern.

Aber vielleicht hat sich das ja mittlerweile auch geändert – ich rede hier immerhin von Erinnerungen, die bald ein Jahrzehnt zurück liegen.

Aber wie auch immer: schön war es!

Nachweis Symbolfoto: pixabay.com

Ein Gastbeitrag von Dorothea zum Thema Mobbing.

Eine der wohl schlimmsten Erfahrungen, die Frauen in ihrem Berufsleben machen, ist Mobbing.

Die häufige Hilflosigkeit darüber und auch der Frust spiegeln sich beispielsweise in diversen Internet-Foren und -Artikeln wider, die sich mit diesem Thema beschäftigen.

Auf welche Art und Weise Frauen Mobbing erleben, ist total unterschiedlich und auch, wie sie damit umgehen.

Ich möchte hier meine eigene Mobbing-Geschichte erzählen – so wie sie mir widerfahren ist.

Es ist schon einige Jahre her. Ich arbeitete damals bei einem renommierten Unternehmen, das jedoch nach einigen Jahren seine Filiale in der Stadt, in der ich damals lebte und arbeitete, schloss. Ich war gezwungen, mir einen neuen Job zu suchen.

Als ausgebildete Marketingfachfrau war das nicht einmal schwer, ja – ich hatte sogar ein wirklich gutes Angebot.

Allerdings traf ich durch einen Zufall auf einen kreativen Mann, der ein riesiges Kulturprojekt plante und marketingmäßig jemanden brauchte. Er wollte unbedingt, dass ich bei ihm anfange. Das Ganze klang verlockend und so ganz anders als der eher trockene Bürojob, der mich definitiv bei dem anderen Angebot erwartete und so sagte ich zu.

Keine drei Tage später war ich bei dem Kreativen vor Ort – und fand erst einmal das totale Chaos vor. Er plante eine absolut außergewöhnliche Kunstinstallation, die sich schon weit über die Grenzen unserer Stadt herumgesprochen hatte und somit streiften auch immer wieder Medienvertreter auf dem Gelände herum.

Ich sollte vielleicht noch dazu sagen, dass die Eröffnung seiner Installation nur fünf Tage nach meinem Antritt geplant war, deshalb auch das Chaos. Wie es eben bei Künstlern so ist…!

Dennoch blieben alle irgendwie cool und jeder verrichtete sein Werk. Ich wurde für Medienarbeit und Marketing abgestellt und begann vom Fleck weg mit meiner Arbeit, die mir von der ersten Minute an riesigen Spaß machte.

Wenige Tage später wurde die Installation mit einem Riesen-Brimborium und unzähligen Lokal-Prominenten in unserer Stadt eröffnet. Das Medienecho war riesig und überaus positiv. Kurz darauf war das kreative Gesamtkunstwerk für die Öffentlichkeit zugänglich. Es schlug absolut ein – die Leute waren begeistert. Da allerdings noch immer keine richtige Struktur in den Bereichen, die nun zu betreuen waren (Event, Ausstellung, Führungen, Reisegruppen), zu verzeichnen war, bat mich mein Chef, der besagte Künstler, dies in die Hand zu nehmen und auch Leute einzustellen.

Er gab mir freie Hand und ich begann damit, jeweils ein Team für die verschiedenen Bereiche, die es abzudecken galt, ein- und zusammenzustellen.

Parallel begleitete ich meinen Chef zu diversen Medienterminen, darunter große Sender, bei denen er in bekannten Talk-Shows auftrat.

Es brachte es mit sich, dass ich bei solchen Auftritten als seine berufliche Begleitung stets einen Platz in der ersten Reihe zur Verfügung gestellt bekam. Das wäre an und für sich keine Information wert, ich erwähne es aber, weil es eine Rolle bei dem Mobbing, das mir noch widerfahren sollte, spielt.

Tja – und das Mobbing: es kam schneller, als ich gucken konnte und zwar in Form einer neuen Mitarbeiterin. Aber nicht irgendeiner! Die Geliebte des Chefs persönlich wurde eines Tages in der Firma angestellt. Dass sie tatsächlich die Geliebte von ihm war, war nicht nur bekannt, sondern man bekam es im täglichen Arbeits-Miteinander auch mit.

Auch sie selbst machte keinen Hehl daraus. Der Künstler selbst lebte getrennt von seiner Partnerin, aber so oder so war es ja sein Leben.

Nun gut.

Die Frau bekam also einen Job in dem mittlerweile sehr gut laufendem Kulturbetrieb (die Kunstinstallation hat zwischenzeitlich viele tausende Besucher am Tag!).

Man druckte ihr eine Visitenkarte und schrieb „Account Managerin“ darauf, warum auch immer. Ich selbst hatte erst einmal nicht wirklich viel mit ihr zu tun, zumal ihr Büro am anderen Ende des Ganges lag.

Das änderte sich allerdings rasch. Eines Tages, an dessen Abend für den Künstler wieder einmal ein Auftritt in einer bekannten Sendung auf dem Plan stand, zu der ich ihn begleiten sollte (ich hatte Wochen zuvor immer wieder Kontakt mit dem Redaktionsteam des Fernsehsenders gehabt und ihn schlussendlich tatsächlich in die Sendung bekommen), rief mich diese besagte Frau – nennen wir sie hier Verena – von ihrem Büro aus in meinem Büro an.

„Du, Dorothea, Du kannst Dir heute Abend frei nehmen, in die Sendung gehe ich mit ihm“ tönte es aus dem Hörer.

„Ach so, ja – wie das?“ fragte ich. „Weil ich halt mit ihm gehe“ war die kurze Antwort – dann legte sie auf.

Ich war natürlich verunsichert. Als ich später am Tag meinen Chef an meinem Büro vorbeigehen sah, folgte ich ihm kurz und fragte ihn, ob es tatsächlich so sei, dass sie ihn begleitet. Er nickte zerstreut.

Nun, okay – ich wusste Bescheid. Irgendwie schwante mir da schon was, obgleich ich das freilich nicht einordnen konnte.

Aber gut, ich bereitete mich meinerseits auf einen netten Feierabend mit meinem Partner vor, denn den gab es in meinem Job selten. Meist kamen wir – als das Team des Künstlers – nicht vor zehn abends heim, konnten aber am nächsten Morgen kommen, wann wir wollten. Ein wenige Laissez-faire…wie bei vielen Künstlern halt üblich.

Allerdings: am nächsten Morgen erwartete mich eine weitere Überraschung. Keine gute.

Meine Sekretärin, die ich zu diesem Zeitpunkt schon geraume Zeit hatte, setzte mich in Kenntnis, dass sie ab sofort für Verena arbeiten sollte. Und dass Verena sich auch ab sofort um das Buchungsgeschäft mit den Reiseveranstaltern – ein Zweig, den ich mühsam aufgebaut hatte – kümmern würde.

Anweisung von selbiger…Ich konnte es nicht fassen und stürmte zu Verena ins Büro.

„Wieso arbeitet Frau Müller ab jetzt für Dich?“ fragte ich sie. „Und wieso willst Du jetzt die Reisebusse übernehmen?“ schob ich nach.

Verena saß im Sessel ihrer Büro-Sitzgruppe, rauchte und lächelte maliziös. „Ach, weißt Du, Doro, Du solltest langsam ein wenig entlastet werden!“ sagte sie scheinheilig.

Ich eilte zurück in meine Büro und versuchte mich zu fassen, zu sammeln. An Mobbing dachte ich in diesem Moment nicht. Noch nicht. Statt dessen überstand ich den Tag irgendwie und ging abends fix und fertig nach Hause. Ich bemerkte einmal mehr, dass ich Magen- und Darmprobleme hatte – wie auch in den letzten Wochen schon.

Ich rief meine Freundin Katrin an und erzählte ihr, was sich zugetragen hatte. Katrin hörte mir lange zu, während sie dabei einen Apfel aß.

Als ich geendet hatte, sagte sie nur vier Worte: „Du – das ist Mobbing“.

Mobbing? Ich war verstört, weil ich bis dato mit diesem Phänomen überhaupt keine Erfahrung hatte (wer will die auch schon?).

Ich ließ Katrins Fazit an diesem Abend sacken und machte mich am nächsten Vormittag wie gewohnt zur Arbeit, mit einem leichten Magendrücken.

Verena kam in mein Büro, kaum das ich den Computer hochgefahren hatte. „Hier – schau mal: heute Morgen stand ein Reisebus schon um 9.00 Uhr vor der Ausstellung, die meinten, die hätten die Info von Dir!“

Ich schaute auf den Wisch, den sie mir auf den Schreibtisch klatschte und verstand überhaupt nichts.

Klar, die gesamten Buchungen liefen bei mir und meinem Team zusammen, aber warum sollte ich einer Reisegruppe die Auskunft geben, dass sie schon um 9.00 Uhr reinkann? Die Ausstellung öffnete um 10.00 Uhr.

Ich verstand es nicht.

Da Verena den Zettel auch blitzschnell wieder wegnahm, konnte ich mir die Aufzeichnungen, die er enthielt, nicht anschauen.

Ich registrierte noch, dass meine Sekretärin, Frau Müller, die im Vorzimmer saß, zu dem die Türe meines Büros geöffnet war, betreten ins Nichts starrte – offenbar war ihr die Szene peinlich.

Der Spuk war aber genau so schnell vorbei, wie er gekommen war, denn Verena funkelte noch einmal wütend mit ihren Augen, machte dann auf dem Absatz kehrt und verließ das Büro. Ich war wie benommen und fuhr wie in Trance meinen Rechner hoch, um nachvollziehen zu können, worauf die Panne beruhte.

Hier lauerte allerdings die nächste Überraschung: in meinem Computer war nichts mehr, wie es war. Es fehlten Dateien und auf dem Desktop herrschte das reinste Chaos.

Ich war mir sofort sicher, dass hier Verena ihre Hände im Spiel hatte.

Immerhin hatte ich kein Passwort zu dem Rechner, das hat damals, in der Eile und Hektik zu Beginn des Kunstprojektes, eigentlich keiner gemacht – wir sind immer untereinander auch an die Rechner der Kollegen gekommen.

Nun ja, ich war bedient.

Ich schützte noch einen Auswärts-Termin vor und fuhr nach Hause, unter größten Magen- und Darmbeschwerden. Ich muss dazu sagen, dass sich Ärger bei mir immer auf diese Organe legt.

Als ich im Abend erneut meiner Freundin Katrin von den Geschehnissen im Büro berichtete, bekräftige diese ihren Verdacht und deklarierte das Treiben als Mobbing. Das sah auch mein Partner so, der das natürlich mitbekam und mit dem ich ebenso darüber sprach.

„Klar – das ist Mobbing – such Dir was anderes, Du kommst gegen niemanden an, der mit dem Chef ins Bett geht“ sagte er zu mir.

Apropos Chef. Ich nahm mir vor, am nächsten Tag mit dem Künstler höchstpersönlich zu sprechen.

Am nächsten Morgen wählte ich seine Nummer, noch bevor ich ins Büro fuhr und erreichte ihn sofort. Ich schilderte ihm die Geschehnisse und sagte ihm klipp und klar, dass ich mich als Opfer von Mobbing sah.

Er hörte mir zu, aber was er letzten Endes zu dem Ganzen sagte, ließ mich mut- und hoffnungslos werden. Denn er meinte nur kurz und knapp: „Macht das unter euch aus“. Dann entschuldigte er sich, dass er gleich einen wichtigen Termin hätte und legte auf.

Ich war fassungslos.

Dennoch zwang ich mich, meinen Arbeitstag zu beginnen und fuhr ins Büro. Heute sollte ein Treffen mit bekannten Veranstaltungs-Managern unserer Stadt stattfinden, die in unserer Ausstellung einen Event durchführen wollten. Auch die Vertreter des Sponsoring-Unternehmens, die mit involviert waren, hatten sich angekündigt.

Ich muss dazu sagen, dass es bei diesem Projekt mittlerweile normal war, dass Unternehmen das Umfeld der Kunstinstallation als Event-Location buchten. Auch darum kümmerte ich mich und bis Verena mitmischte, verlief auch alles reibungslos. Zudem: bei jedem Event verdiente der Künstler mit einer Miete, die er verlangte, Geld. Und da ich in der Szene gut vernetzt war, kamen viele meiner Kontakte, um die Location gegen Gebühr zu mieten.

So war es auch diesmal. Die Leute, die sich angekündigt hatten, waren einige Tage zuvor schon mit mir über das Ausstellungsgelände gegangen und wir hatten alle Details in Sachen der geplanten Veranstaltung besprochen.

Heute sollten die Verträge dazu unterzeichnet werden, ich hatte alles vorbereitet.

Als alle Beteiligten gegen 12.00 Uhr eingetroffen waren, traf ich mich mit ihnen – wie bis dato immer – in unserem Konferenzraum.

Es dauerte keine zehn Minuten und Verena – die mit diesem Metier gar nichts zu tun hatte – betrat den Raum. „Also mit dieser Veranstaltung, das wird nichts“ schleuderte sie den Managern, die verblüfft auf Verena schauten, entgegen.

„Sie hat sich da vermacht, wir haben an diesem Tag schon die Firma XY als Buchung drinstehen“ ließ sie sich vernehmen und deutete gleichzeitig auf mich.

Ich wusste nicht, wie mir geschah, als alle Gesichter fragend in meine Richtung starrten.

Wie lange ich da so saß, ohne auch nur ein Wort heraus zu bringen, weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur noch, dass – nach einer gefühlten Ewigkeit – ein herrisches „So, meine Herren, ich bedanke mich trotzdem, dass sie da waren“ von Verena ertönte und die Männer sich erhoben.

Irgendwann (so ganz bekomme ich das bis heute nicht zusammen…) stand ich wieder in meinem Büro, doch das bizarre Schauspiel hatte noch kein Ende, denn auch hier tauchte Verena auf. „Du bist gefeuert“ ließ sie mich wissen.

Wie ein Roboter packte ich meine Bürosachen zusammen, mir war endgültig klar, dass hier ein fieses Mobbing gegen mich lief.

Ich fuhr nach Hause und erhielt schon am nächsten Tag meine Kündigung per Post. Verena hatte ganze Arbeit geleistet. Als Grund wurde angegeben, dass ich meine Arbeit nicht zufriedenstellend ausgeführt habe, doch das war ja vorhersehbar.

Ehe ich es mich versah, war ich also zum Mobbing-Opfer geworden – so richtig fassen konnte ich das alles noch nicht.

Nun – der Rest meiner Geschichte ist schnell erzählt: ich ging zu einem Anwalt, berichtete ihm, dass ich Mobbing erlebt hatte und klagte gegen die Kündigung, so wie sie war. Natürlich wollte ich dorthin nicht zurück, aber es ging noch um -zig andere Sachen. Arbeitszeugnis, Urlaubsgeld & Co.

Ich startete in diesem Zusammenhang auch noch mal einen Versuch, mit meinem Chef zu sprechen und die Lage zu (er)klären. Es war mir nicht möglich. Er hielt zu Verena, Mobbing hin, Mobbing her.

Aber: am Ende stand ich das Ganze durch und es wurde seitens des Gerichtes auch in meinem Sinne geurteilt.

Allerdings dauerte es eine Weile, bis ich wieder soweit war, mich beruflich neu aufzustellen. Heute bin ich schon über 15 Jahre selbstständig und habe seitdem nie wieder Mobbing erlebt. Das Kunstprojekt indes, bei dem sich dies alles zutrug und ich tatsächlich zum Mobbing-Opfer wurde, gibt es noch heute, es ist eines der bekanntesten in Deutschland.

Verena arbeitet schon lange nicht mehr dort. Ich habe sie ein einziges Mal gegoogelt und fand sie in einem ganz anderen beruflichen Umfeld wieder.

Allerdings blieb es bei dieser einmaligen Nachforschung. Ich möchte mit diesen Leuten nie wieder etwas zu tun haben und bin froh, dass Mobbing in meinem Leben nie wieder ein Thema war! Bis heute nicht. Und ich gehe davon aus, dass das so bleibt!

Hilfe bei Mobbing gibt es – unter anderem – hier.

Bildnachweis (Symbolbild): pexels.com

Spielzeug, das erst heiß ersehnt und nach kurzer Zeit langweilig geworden ist –  davon können wohl die meisten Eltern oder Großeltern berichten. In vielen Kinderzimmern wimmelt es heute von Figuren, Bausteinen oder Stecksystemen namhafter Marken, aber oftmals fehlt diesen Dingen der Langzeiteffekt.

Das heißt, dass nicht selten das Spielzeug schon nach kurzer Zeit unbeachtet in der Ecke oder im Regal im Kinderzimmer verstaubt. Hinzu kommt: während diese Teile das Interesse der Kinder nicht mehr wirklich wecken können, werden parallel dazu schon wieder neue Begehrlichkeiten geweckt – sei es beim Einkaufen, durch Freunde oder durch die Werbung.

Es gibt ja für Eltern kaum mehr ein Bereich des öffentlichen Lebens, in dem sie nicht mit Einhörnern oder Elsa und Anna konfrontiert werden! Der „Haben-wollen“-Modus wird von der Spielzeugindustrie mehr als geschickt bei den Kleinen aktiviert – das Resultat ist zumeist Überfluss, Unnützigkeit und eben auch Abfall. Selbst wenn benutztes Spielzeug von engagierten Eltern an Vereine oder finanziell benachteiligte Familien gespendet wird – irgendwann hat jedes Spielzeug ausgedient und der Nachschub läuft ununterbrochen auf Hochtouren. Da muss man nur eins und eins zusammenzählen, um zu erahnen, was das auf Dauer mit der Umwelt macht, zumal vor dem Hintergrund, dass eine Menge Spielzeug mit fragwürdigen Inhaltsstoffen aufwartet.

Um diesem Wahnsinn zu begegnen, haben drei Frauen, allesamt Mütter, auf diese Situation reagiert und sich ihre eigenen Gedanken zum Überfluss im Kinderzimmer gemacht. Herausgekommen ist eine einzigartige und innovative Idee, die bald schon – als fertiges Produkt – in viele neugierige Kinderhände gelangen soll: Pappka, die faltbare Spielewelt, die auch in Sachen Nachhaltigkeit von sich reden macht.  Martina Musek, Cordula Hundrieser und Antje Stumpe (im Bild von links nach rechts) sind die kreativen Köpfe hinter dem Start-up Pappka.de aus Leipzig.

Im Interview erklärt Antje, wie es zu der Idee kam und wie die ausgefallene Spielewelt schon bald bei interessierten Familien Einzug halten soll. 

FB: Antje – das Team hinter pappka.de besteht komplett aus Müttern. Wie kam es dazu, dass ihr drei Mamas ein Start-up für kreative und umweltschonende Spielwelten gegründet habt?

Vor drei Jahren bin ich auf Martina Musek über die Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle gestoßen. Wir haben dort studiert. Ich studierte dort Kommunikationsdesign und Martina studiert dort Lern- und Spieldesign – ja, so einen Studienzweig gibt es wirklich.

Sie suchte eine visuelle Gestalterin für ihre faltbaren Spielwelten, die aus einem Semesterprojekt heraus entstanden sind. So kamen wir zusammen. Seither kümmere ich mich um den ganzen Markenaufbau der Spielwelten, jeder Buchstabe, jedes Zeichen, jede Farbe, jedes Foto und jede Videosequenz wird von mir genaustens überlegt und wie ein Puzzle zu einem großen und ganzen Erscheinungsbild zusammengefügt.

Am Ende ist ja nicht nur die Idee entscheidend, sondern auch, ob PAPPKA® als Marke stark genug ist. Beides muss stimmen.

Martina entwickelt also das Produkt, angefangen von den ausgeklügelten Falttechniken, bis hin zur Materialwahl, über Laser-und Plottertests der Ideen und ich gebe dem Ganzen dann eine visuelle Erscheinung. Und dann ist Cordula Hundrieser zu uns ins Team gekommen, eigentlich im passendsten Moment, den man sich vorstellen kann, denn der Bauernhof der Spielwelten war soweit fertig, um in die Welt hinausgetragen werden zu können. Da wir beiden Designerinnen aber eher scheue Rehe sind, ist Cordula die perfekte Ergänzung.

Cordula ist unser heißer Draht nach außen. Sie erstellt das Vertriebskonzept, kümmert sich um die Kalkulationen, bereitet die Wege vor, damit PAPPKA® in den Handel kommen kann. Marketing und Sales ist ihr Schwerpunkt. Wir drei zusammen sind ein starkes Team. Jede bringt sich voller Liebe, Leidenschaft und mit viel Herzblut ein. Jede tickt ein wenig anders, aber am Ende sind es die Synergien, die uns voranbringen. Zu dritt haben wir dreimal mehr Energie, als wenn wir allein wären. Das ist großartig. Es macht wirklich Spaß, als Frauenpowerteam die Idee der faltbaren Spielwelten gemeinsam voranzutreiben.

FB: Was genau steckt hinter dem Konzept von Pappka.de?

PAPPKA® hat mehrere konzeptionelle Ansätze. Zum einen das ausgetüftelte Spielkonzept: unsere Spielwelten sind Gestaltungs,- Rollen,- und Konstruktionspiel in einem. Außerdem vereint es Pop-up und Papercraft miteinander, also die Idee, etwas wird geöffnet und klappt sich dann auf, kombiniert mit der Idee des Modelbastelbogens. Hier ist für die Entstehung eines dreidimensonalen Objektes stabileres Material im Einsatz als aus Karton. Man kennt ja Pop-up Bücher, die sind so filigran, dass die Kinder sie nicht betätigen dürfen, aus Angst, dass die feinen Schieber und Klappen einreißen und kaputt gehen. Mit unseren Spielwelten aber sollen die Kinder auch spielen können. Bis zu 1.000 mal können die Klappen unbeschadet auf,- und zugeklappt werden.

Dann ist ein großer Schwerpunkt das Umweltkonzept: Wir haben uns überlegt, dass die Umverpackung gleich Teil des Spieles sein kann, um auch hier Rücksicht auf die Umwelt nehmen zu können. Das ganze Produkt besteht aus Materialien, die in ihre technischen und biologischen Kreisläufe zurückgeführt werden können. Außerdem lassen sich die Buchdecken entnehmen, so dass man, wenn man möchte, die nächste Spielwelt einsetzen kann, in dem Fall z.B., dass das Bauernhofhäuschen nicht mehr interessant ist und das Kind jetzt lieber mit der Ritterburg spielen möchte. Das schont nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel. Die Buchdecken können also immer wieder verwendet werden. Und das ganz Besondere und innovative an unserer Erfindung ist, dass sich die Spielfläche auf 2 cm zusammenklappen lässt und einfach wie ein Buch im Bücherregal verstaut werden kann. So kann man in Sekundenschnelle im Kinderzimmer aufräumen und Platz schaffen. Genauso schnell kann man aber auch wieder in das Spiel einsteigen. Wir wissen aus eigener Erfahrung unserer Kinder, dass die Spielzeuge, die offensichtlich im Kinderzimmer stehen, wie Puppenstuben, Parkhäuser, Ritterburegn ect., am Ende nur einstauben und schnell zu langweilig werden. Was aber immer wieder neu aus dem Schrank geholt werden kann, bleibt interessant.

FB: Habt ihr eure Idee im Vorfeld durch kleine Erdenbürger testen lassen? Wenn ja, auf welche Art und wie haben die Kinder diese außergewöhnliche Idee für`s Kinderzimmer angenommen?

Ja, wir haben den Proof of Concept durchgeführt, indem wir eine Nullserie von 200 Exemplaren hergestellt haben und sie in sieben Kindergärten in Leipzig mit 365 Kindern getestet haben. Wir haben Kurzzeittests durchgeführt und Langzeittests. Bei den Kurzzeittests haben wir die Kinder beobachtet, wie sie mit den Spielzeugen umgegangen sind, wie sie den Aufbau bewältigt haben, ihre Eindrücke und Ideen haben wir notiert. Ganz oft waren die Kinder freudig überrascht, dass aus einem Buchobjekt plötzlich ein Spielhaus entstehen kann. Einige wollten auch wissen, warum wir es auch Pappe herstellen und nicht aus Plastik. Und die meisten haben sich total gefreut, dass sie es nun auch noch gestalten dürfen. Mit Schere, Leim und Farben sind sie beherzt umgegangen. Nach 4 Wochen haben wir die Häuser wieder eingesammelt. Die waren schön bunt und alle verschieden. Das war der Härtetest: alle Spielwelten waren noch ganz. Außerdem haben wir eine deutschlandweite Verlosung stattfinden lassen und die Spielwelten an 60 Familien gesendet, um wertvolles Feedback zu erhalten. Daraufhin konnten wir die Spielwelten noch optimieren und kleine Details verbessern.

FB: Was in Sachen Kreativität und Spiel in Kinderhände gelangen soll, muss stabil sein. Wie habt ihr das mit dem Material, dem Karton, gelöst?  

Wir haben ein nachhaltiges Material gesucht, was sich 1. gut falzen lassen muss, 2. reißfest sein sollte und 3. nicht schadstoffbelastet sein darf. Für 3. fielen dann schon mal alle Recyclingkartonagen weg, weil man nie zu 100% sagen kann, dass sie frei von Schwermetallen sind. Das war sehr schade, da wir hierfür eigentlich ganz tolle, farbige Kartonagen aus Recyclingprozessen vorgesehen hatten. Für 1. eignen sich auch keine Recyclingfasern, da diese zu kurz sind und daher an den Falzen zu schnell brechen. Deshalb eignen sich nur Materialien, die lange, frische Fasern haben. Und um 2. bedienen zu können, kommen nur sog. Kraftliner in Frage. Da haben wir uns ein schwed. Unternehmen als Partner gesucht, die in erster Linie Waldbauern sind und ihre Wälder nachhaltig nach FSC-Standards bewirtschaften und ihr Unternehmen nach ISO-Standards führen. Sie nutzen zu fast 100% Biokraftstoffe und versorgen mehrere 10.000 Haushalte mit Abwärme. Man kennt das Material übrigens von Biersixpacks, die werden mit Kraftkarton als tragbare Banderole zusammengehalten. Und durch unsere ausgetüftelten Stabilisierungsmechanismen werden die Spielwelten wirklich  stabil.

FB: Welche Vorteile bietet Pappka denjenigen, die die von euch entworfenen Spielwelten zukünftig kaufen sollen, den Mamas und Papas?      

Also man muss sich jetzt zum Beispiel keinen Schleich-Plastik-Pferdehof mehr ins Kinderzimmer stellen, wenn die Pferde der Kinder ein Dach über den Kopf brauchen. Oder wenn die Brioeisenbahn einen Lokschuppen benötigt. Oder wenn die ganzen Fillypferde und Einhörner zur Schule gehen sollen.

Unser Bauernhof ist ein vielfältig einsetzbares Objekt, was die Kinder so nutzen können, wie sie es möchten. Und wenn fertig gespielt ist, klappt man ihn zusammen und schwups ist Ordnung im Kinderzimmer. Die PAPPKA-Spielwelten lassen sich gestalten.

Viele Kinder freuen sich darüber, dass aus einem Haus ihr eigenes, persönliches Haus wird, so wie sie es wollen. Manche malen es stundenlang an und haben viele Ergänzungsideen: z.B. mit getrockneten Blumen bekleben, Stroh im Dachstuhl einfüllen, aus Ahornnasen Dachschindeln werden lassen, eigene Dinge entwerfen, die noch fehlen. Zum Beispiel das Mobiliar für Innen oder ein Bauer. Der wird dann gemalt, auf feste Pappe geklebt und nun muss man sich noch Gedanken machen, wie der eigentlich stehen kann.

Der Vorteil also ist, das Kind kommt in die kreative Beschäftigung. Erlebt, wie aus einer Fläche ein Objekt wird. Ergänzt, hat Ideen, die Feinmotorik wird gefördert, die Fantasie wird angeregt. Letztendlich auch das Rollenspiel. Die Kinder nutzen alles, was es gibt in ihrem Kinderzimmer. Und sie spielen Situationen nach, die sie beschäftigen. Der Bauernhof kann auch dazu einladen, die Kinder auf Themen zu sensibilisieren, z.B. Nutztierhaltung, Lebenshof für gerettete Tiere… man kann auch schwierige Themen besprechen, bespielen, warum hält er Mensch Schweine? Was bedeutet das für die Tiere. Sie sind ja nicht alle nur zum Streicheln da. Diese sensiblen Themen können die Eltern durchaus mit ihren Kindern gemeinsam angehen.

Und natürlich, ein Vorteil liegt auf der Hand: PAPPKA passt in jeden Rucksack und in jedes noch so vollgestopfte Auto. Es kann auf Reisen mitgenommen werden. An Orte, wo es Wartesituationen gibt: zum Arzt, ins Restaurant. Ein schöner Zeitvertreib.

FB: Nachhaltigkeit und Recycling – das sind Themen, die euch wichtig sind, auch und gerade im Zusammenhang mit eurer Geschäftsidee. Nun ist aber nicht jedes Material, das recycelt werden kann, gut für Kinder. Erzähl doch hierüber bitte einmal mehr und berichte gern auch, wie ihr diesen Anspruch in Einklang mit eurem Produkt gebracht habt.

Nachhaltig heißt für uns, dass das Hauptmaterial, also der Karton aus einem nachwachsenden Rohstoff besteht. Für einen gefällten Baum, werden drei neue gepflanzt. Die Ressource ist also nicht endlich und irgendwann aufgebraucht. Außerdem kann unser Produkt in seine Einzelteile zerlegt werden, die Materialien können in ihre technischen und biologischen Kreisläufe zurückgeführt werden.

Heißt konkret: ist PAPPKA ausgespielt, legt man es ins Altpapier. Zuvor schraubt man die Buchschrauben ab, aus denen lässt sich wieder was machen, z.B. eine selbstgebaute Uhr zum Üben der Uhrzeit. Auch die beiden Rundgummis können weiterhin genutzt werden. Dadurch, dass wir dem Papierrecycling neue, frische Fasern zuführen, bleibt der Wiederverwertungsprozess bestehen, denn der funktioniert nur, wenn immer wieder frische Fasern hinzukommen, sonst verkürzen sich die Fasern im Fasernbrei so sehr, dass sich kein Papier mehr herstellen lässt. Recycling aus Recyclingfasern ist nur endlich möglich. Dass aus Recyclingmaterialien Schwermetalle migrieren können, hatte ich ja schon gesagt. Kein Mensch möchte, dass sein Kind mit belasteten Materialien spielt.

FB: Wie eingangs erwähnt, habt ihr alle Nachwuchs. Wie gestaltet ihr die Herausforderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf – gerade in Anbetracht der Tatsache, dass man (Frau) ja gerade beim Geschäftsaufbau unglaublich powern muss?

Wir haben alle Männer, die nicht arbeiten und sich zu 100% um die Kinder kümmern. Ha,ha. Das war ein Witz! Nein, wir sind ganz normale Familien: jedes Elternteil bringt sich ein. Wir Frauen schaffen Haushalt, Kinder und Business per Spagat und kreativen Arbeitszeiten. Heißt: Kernarbeitszeit.

Wenn alle Kinder im Kindergarten und in der Schule gut angekommen sind und bevor man sie alle wieder einsammelt. Also von 9.00 Uhr bis 15.00 Uhr. Dann sind wir erst einmal hauptberuflich Mama und verbringen unsere Freizeit mit den Kindern. Abends, wenn alle schlafen und träumen, geht’s weiter. Oft bis weit nach Mitternacht. Also mir geht das so, da ist endlich Ruhe eingekehrt, in der Stille der Nacht kann ich besonders gut denken und mich konzentrieren. Ich habe den Vorteil, nicht viel Schlafbedarf zu haben. Ein weiterer Vorteil ist, wir wissen alle, wie das ist: heute hat das eine Kind Fieber, morgen hat der Kindergarten zu, weil pädagogischer Tag ist, übermorgen hat man noch den einzigen Zahnarzttermin ergattert, den es kurzfristig vormittags noch gab, weil plötzlich Karies im Milchzahn hockt… ständig ist irgendwas Ungeplantes los. Wir haben alle Verständnis für diese Situationen „Mütter“ zu sein und keine nimmt es der anderen krumm, weil sie los muss, um ihr Kind zu versorgen.

Diese Flexibilität und dieses Verständnis sind Gold wert. Denn so können wir es schaffen, auch ohne, dass unsere Kinder uns irgendwann einmal siezen. Wenn wir es nicht übertreiben mit schlaflosen Nächten, dann ist das ein guter Weg: da sein für die Kinder und genügend Zeit für das Business zu haben. Wirklich, nicht selten haben wir Skype-Termine nachts halb 10.

FB: Bislang hat es sich gelohnt, dass ihr euer ganzes Herzblut in Pappka.de steckt – ihr seid ausgezeichnet und auch prämiert worden. Welche Ehre genau wurde euch zuteil?

Wir sind letztes Jahr von der Innovationsplattform futureSAX für den Innovationspreis nominiert wurden: unter die 10 besten innovativsten Gründungsideen hat es PAPPKA® geschafft.  Das war eine Ehre, neben Ideen der Automobilbranche und neben Kunststoffideen nominiert zu sein. Außerdem hat uns die Stadt Leipzig ausgezeichnet mit einer Prämie für innovative Gründer. Das war ein gut angelegtes Startgeld.

FB: Was steht aktuell bei euch an und kannst Du auch schon von euren Plänen in Sachen Pappka.de berichten? 

Jetzt haben wir ganz erfolgreich unsere Crowdfunding-Kampagne mit 104% des angestrebten Fundingziels erreicht. Juchhu! Das ist ein gutes Gefühl. Und nun müssen wir natürlich in die Produktion einsteigen: Das Material muss angefertigt und bestellt werden, die Stanzen werden gebaut. Drucken, stanzen, konfektionieren… das wird eine straffe Zeit.

Bis Oktober und dann wollen wir lieferfähig sein. Nebenbei wird Martina an der neuen Welt schneiden, falten und kleben, bis wir Markttests durchführen können. Cordula wird die Messen planen, ich werde die Aufbauanleitung gestalten, die Bogenreiter finalisieren, der Handel muss von uns erfahren… es wird nicht langweilig. Wir schaffen alles… in unserem Rhythmus und Tempo. Und das macht Spaß. Es ist unser Traumjob.

Mehr zu pappka.de erfahren Sie hier.

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Wer im Home-Office arbeitet kennt das:

so mancher Tag beginnt wunderbar – man ist voll motiviert, hat sein Tagespensum vor Augen, und dann kommt alles anders. Nicht, weil man selbst nachlässig war, sondern weil fiese Zeitfresser alles durcheinandergewirbelt haben.

Auch wenn man sich wieder und wieder vornimmt, sich nicht ablenken zu lassen – die Zeitfresser kommen meist durch die Hintertür und oft schafft man es nicht, sie (rechtzeitig) abzuwimmeln. Für den geplanten Tagesablauf hat das meist fatale Folgen, denn man schafft einfach nichts.

Dabei bedarf es meist nur einiger weniger Hebel, die man (FRAU) in Bewegung setzen muss und natürlich etwas Disziplin und einer charmant-höflichen Kommunikation, mit der sich Zeitfresser abwimmeln lassen. Auch die Selbstdisziplin spielt hierbei natürlich eine Rolle.

Vielleicht erkennen Sie sich sogar ein wenig wieder? Klicken Sie einfach mal rein  – hier wurde sich in einem umfangreichen Artikel diesem Thema gewidmet.

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Schöne neue Welt

Telefone mit Wählscheibe und Landkarten statt Navigationssysteme – viele Menschen können sich gar nicht mehr vorstellen, wie es einst zuging und junge Leute kennen all das sowieso nicht mehr. Schöne neue Welt eben – so auch der Titel der aktuellen Kolumne von Barbara Edelmann, die die modernen Errungenschaften mit einem Augenzwinkern aufs Korn nimmt:

„Wer lange fragt, geht lange irr“, pflegte meine Mutter zu sagen. Das sollte bedeuten, dass, wenn man zu viele verschiedene Menschen fragt, man vermutlich mehrere falsche Antworten bekommt und sich verzettelt.

Heute, im Informationszeitalter, war es noch nie so einfach, viele verschiedene Menschen zu fragen und viele unterschiedliche Antworten zu bekommen. Googeln Sie versuchshalber einfach ein durchschnittliches Krankheitssymptom wie zum Beispiel „erhöhte Temperatur“ und lernen Sie anschließend das Fürchten, denn vom irreparablen Motorschaden bis zur unentdeckten Tropenkrankheit, bei der einem am Schluss die Ohren abfallen, kann das wirklich alles sein. Und es steht da wie in Stein gemeißelt.

„Die Leute kommen mit einer fertigen Diagnose aus dem Internet zu mir“ seufzte mein Hausarzt frustriert. „Und sie lassen sich nicht umstimmen, dass es doch nicht die Beulenpest ist. Es ist viel schwieriger geworden, denn die Patienten sind nicht informiert, sondern irritiert.“

Vieles hat sich seit damals verändert, und wir sitzen mittlerweile auf einem Tiger, von dem man nicht mehr abspringen kann, ohne die Orientierung zu verlieren. Dabeisein ist schließlich alles.

Wieviele Eltern grübeln in dieser Sekunde, was ihr Kind am Computer grade tut? Sieht es sich bei Youtube Bugs-Bunny-Videos an, oder surft es auf einer Pornoseite, wo ihm Inhalte vermittelt werden könnten, die seine sexuelle Entwicklung nachhaltig schädigen?

In diesem riesigen virtuellen Sumpf blühen zum Teil schlimme Dinge unter der Oberfläche, grausige Blüten, gefüllt mit Hass, perfide Auswüchse des menschlichen Geistes, die der seelischen Gesundheit von Heranwachsenden und auch Erwachsenen nachgerade abträglich sind.

Das World Wide Web – dieser riesengroße digitale Bauchladen für die Menschheit, es wächst und wächst exponentiell. In ihm bekommen Sie heutzutage jede Information, die Sie möchten, ob es sich um eine weltweit nur von 7 Menschen ausgeübte Sexpraktik oder die Anleitung zum Bau einer Bombe handelt, ist egal.

Durch die rasende Geschwindigkeit dieser Entwicklung sind einige unserer Mitmenschen massiv überfordert. Immerwährende Erreichbarkeit und allezeit verfügbare Informationen haben einen hohen Preis. Wer dem Ganzen skeptisch oder unwissend gegenübersteht, wird mitgeschleift oder bleibt zurück.

Erinnert sich noch jemand an Autos ohne Navigationsgerät? Eins weiß ich sicher: Mit dem guten alten Shell-Atlas wäre es nicht passiert, versehentlich in ein Flussbett zu fahren. Der sagte nicht: „Halten Sie sich rechts.“ Den klappte man auf, suchte seine Route und fuhr dann los. Obwohl ich offengestanden nicht wirklich nachvollziehen kann, wie man mit den Augen auf der Straße und beiden Händen am Lenkrad in einen Fluss fahren kann.

Mittlerweile lese ich aber leider öfter die Schlagzeile: „Im Fluss/Bach/auf Eisenbahnschienen gelandet – Autofahrer folgte seinem Navi“. Selber schuld.

„Wieso gibst du deine Adresse als Zielpunkt ein?“ fragte ich neulich einen Freund. „Du wohnst da bereits 10 Jahre und kennst den Weg dorthin immer noch nicht?“

Das konnte er mir nicht beantworten. Er braucht vermutlich das Gefühl, dass ihm jemand sagt, was er zu tun hat. Ich fahre übrigens immer noch ohne, weil ich es hasse, wenn mir beim Fahren jemand dreinredet. Und wo ich wohne, weiß ich.

„Aktivieren Sie die Ortungsdienste, um unseren Service besser zu nützen“ fordern mich diverse Apps bei ihrer Installation auf. Sogar mein digitales Kochbuch möchte gerne wissen, wo ich mich herumtreibe. Kommt nicht in Frage.

Erinnert sich einer von Ihnen an Telefone mit Wählscheiben ohne Stimmwahl? An elektrische Tischrechner?  An Röhrenfernseher oder Musik-Kassetten? Nicht zurückgespulte Videobänder, für die man zur Strafe in der Videothek 2 Mark bezahlen musste? Unsere technische Entwicklung hat nicht FortSCHRITTE gemacht, sondern riesige Hüpfer. Und alle hüpfen mit.

Die Kehrseiten der Medaille ist ziemlich düster, denn alles, das mir nützlich sein sollte, oder der Unterhaltung dient, kann mich auch überwachen: mein Smart-TV, mein Handy, meine Fitness-Uhr.

Ich erinnere mich an die Proteste gegen die Volkszählung 1987. Sogar eine Verfassungsklage wurde damals eingereicht. Leute gingen entrüstet gegen die Erhebung ihrer Daten auf die Straße. Lang ist es her.

Heute sagen wir: „Hey, Alexa, bestell mir mal eine Flasche Waschmittel, aber such ein Sonderangebot heraus. Weißt ja, was ich gerne mag.“

Ich selbst würde mir eher die Hände abhacken lassen, als so ein Ding ins Wohnzimmer zu stellen. Meine Nachbarin kriegt schon genügend mit. Mehr unfreiwillige Lauscher brauche ich nicht.

Mein Internetprovider seit dem Jahr 2000 (Ich bin eine treue Seele…), teilte mir kürzlich mit, dass er künftig im Zusammenhang mit der Firma Blabla meine Email-Korrespondenz analysieren werde. Nichts, wirklich nichts ist mehr privat. Gewöhnen Sie sich dran.

Die schöne neue Welt frisst gerade ihre Kinder. Sie tut das rasend schnell. Und die meisten Kinder klatschen entzückt.

Irgendwie ist alles inflationär geworden: Fotos, Musik, sogar das geschriebene Wort. Es gibt Self-Publishing und Instagram. Wenn ich wollte, könnte ich meine Einkaufslisten der letzten vier Jahre bei Amazon veröffentlichen, vielleicht mit dem wohlklingenden Titel „Hagelschaden“. Na und? Endlich ein Buch von mir. Wer schreibt, der bleibt. Und „bleiben“ möchten wir doch alle, oder?

Millionen von Selbstdarstellern. Millionen von Menschen, die so gern besonders sein möchten, sich von der Masse abheben. Und doch darin untergehen. Ich finde das sehr traurig.

Wir haben das Internetzeitalter, meine Damen und Herren. Jeder Depp kann auf einer selbstgebastelten Plattform seinen Senf veröffentlichen. Es wird gebloggt und getwittert, Schauspielerinnen fotografieren sich beim Zahnarzt oder in pikanten Situationen und zeigen Millionen ihre Zahnlücke oder Körperstellen, die ich nie kennenlernen wollte. Scham ist hinderlich in der schönen neuen Welt. Mit Scham wird man nicht berühmt. Um sich heutzutage aus der Masse hervorzuheben, muss man immer noch einen drauflegen.

Man baut sich innerhalb kürzester Zeit eine Website – auch hierfür gibt es idiotensichere Programme, und lässt die Welt an seinem glückseligen Leben teilhaben. Kein Gedanke so dürftig, dass er es nicht wert wäre, veröffentlicht zu werden. Keine volltrunkene Fratze so dämlich, dass man sie nicht ins Netz stellen könnte. Wieso soll Herr Müller aus Leverkusen nicht sehen, dass Kunigunde aus Pforzheim vorgestern stockbesoffen auf einer Batterie von leeren Flaschen mit verrutschtem T-Shirt eingeschlafen ist?

Indivualität und Selbstverwirklichung heißen die Zauberworte einer ganzen Generation. Talkshowmaster sind die Scharfrichter im Nachmittagsprogramm, und die Inquisition findet täglich und unmittelbar statt und nennt sich „shitstorm“.

Willkommen in der schönen neuen Welt von Huxley – willkommen in einem einzigen gigantischen „Big-Brother“-Container:  dem Internet, das nie vergisst. Und Glückwünsche den paar vereinzelten echten Individuen, die es bis heute geschafft haben, ohne Paypal-Konto, Kreditkarten, Email-Account oder Handy mit GPS auszukommen. Die wahre Freiheit, die diese Menschen leben dürfen, erschließt sich heute keinem Jugendlichen mehr, für den es völlig normal scheint, dass unser aller Leben von heute auf morgen öffentlich gemacht wurde.

Glauben wir wirklich immer noch, dass „Big Brother“ nur aus einem Blech-Container besteht, oder haben wir mitbekommen, dass wir alle in einem gläsernen Käfig sitzen und staunend nach draußen blicken, wo uns unserer Meinung nach das „Nichts“ erwartet? Und dabei sind wir heute einsamer als früher.

Es gibt kein Leben ohne Eintrag bei „Facebook“, „Studi-VZ“ oder „Stayfriends“. Internet-Communities, bei denen wir nach Eingabe höchst sensibler und vertrauter Daten und Geheimnisse unseres Lebens wie ein Bilderbuch führen dürfen. Wir suchen unseren Partner, verwalten unser Tagesgeschehen, schließen virtuelle Freundschaften oder lehnen sie ab und lassen die Welt leichtsinnig an unserem Leben teilhaben. Jeder glaubt von sich, einzigartig zu sein und möchte das nach draußen bringen.

Ich bin ein ganz normaler Mensch, der im Laufe der letzten Jahrzehnte schon einge Menge erlebt hat und von dem atemberaubenden Fortschritt geblendet fasziniert beobachtet, wie Heerscharen von Menschen ihre Identität einer anonymen Masse preisgeben, die das im Grunde einen Dreck interessiert.

Versuchen Sie mal , einem Jugendlichen für einen Tag das Mobiltelefon abzunehmen. Er wird vermutlich nach einer halben Stunde ohne Kontakt zu seinen Freunden den Verstand verlieren. Natürlich könnte er ohne weiteres aufstehen, ein Haus weiterlaufen und dort an die Tür klopfen, aber das wäre total uncool.

Lehrer haben die größten Probleme, ihrer Klasse überhaupt noch etwas beizubringen, weil unter dem Tisch gechattet wird, dass sich die Balken biegen. Überhaupt ist der Lehrer als Respekts- oder Autoritätsperson schon lange überholt. Die neuen Vorbilder sind Youtouber und Influencer. Dieser Begriff wird nicht ohne Grund vom Namen einer ansteckenden Infektionskrankheit abgeleitet.

Von klein auf bekommen Kinder zu hören, dass sie als natürliche Ressourcen und zukünftige Renterversicherungszahler wichtige Einnahmequellen für den Staat und das Gemeinwohl darstellen. Das Fernsehen als unumgängliches Medium tut sein übriges. Die Uniformität von Sneakers , Hoodies, konformem Haarschnitt und Gruppengedöhns entgeht dem jungen künftigen Leistungsträger völlig, da er sich scheinbar freiwillig und ohne Nachdenken Zwängen unterordnet, die in ihrer ureigenen Form so restriktiv und gewalttätig sind, dass ihm bei genauem Nachdenken Angst und bange werden müsste.

Ich liebe Technik und bin allem Neuen gegenüber aufgeschlossen. Meinen Reciever habe ich allein angeschlossen und konfiguriert. Ich designe Internetseiten, mache Videoschnitt und digitale Bildbearbeitung und trage mein Mobiltelefon mit mir herum wie einen Herzschrittmacher, denn das ist mein Tor zu dieser gruseligen, ins Unendliche expandierende Welt aus Bits und Bytes. Der Eingang für einsame Herzen ins potenzielle Glück, das Portal für Sehnsüchte und Wünsche, die letzte Lagerstätte für zerborstene Träume der Hoffnungslosen, das Sammelbecken von Misanthropen, Realisten, Zynikern und Optimisten. Alles das und noch viel mehr.

Wissen Sie, was für mich die unheimlichste Stelle in dem Buch „1984“ von George Orwell war, in dem eine fiktive repressive, von einigen wenigen gesteuerte Zukunfsgesellschaft beschrieben wird, die allumfassender Bewachung ausgesetzt wird? Der allerletzte Satz. Der lautet nämlich:

„Er liebte den großen Bruder.“

Ihre

Barbara Edelmann

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Familie und Job vereinbaren – ein großes Thema auf allen Kanälen. Vor allem auf Mama-Blogs widmet man sich fast täglich dem Alltag von Müttern, der viel zu häufig mit beruflichen Belangen so gar nicht vereinbar ist.

Aus vielen dieser Beiträge klingt oft ein schlechtes Gewissen heraus, viele Mamas gestehen, dass sie die Vereinbarkeit nicht stemmen oder – das ist zuallermeist der Fall – gar nicht realisieren können.

Meist kommt irgendwas zu kurz: die Arbeit, der Haushalt, das Familienleben. Oft ist das auch unabhängig davon, ob man eine Partnerschaft hat oder nicht. Natürlich ist es für Alleinerziehende ungleich schwerer, den Alltag gewuppt zu bekommen, als für Menschen, die einen Partner haben. Wenn aber beide Partner (voll) arbeiten gehen und parallel (kleine) Kinder haben, ist die Vereinbarung auch hier kaum gegeben.

Die Gründe dafür sind vielschichtig und liegen vor allem in der Politik und nicht selten auch an den Herausforderungen des beruflichen Alltags. Natürlich sind viele Unternehmen bemüht, ihren Angestellten Vereinbarkeit von Familie und Beruf angedeihen zu lassen, aber nicht immer ist das (gut) möglich.

Wahrscheinlich wird es auch noch einige Zeit dauern, bis von einer wirklich guten Vereinbarkeit hierzulande gesprochen werden kann. Bis dahin aber müssen Eltern oder alleinerziehende Mamas oder Papas ihr Leben mit Kind(ern) gestalten.

Und es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, dass sich kein Elternteil von äußeren Faktoren stressen lässt. Sei es, weil medial viel zu oft regelrechte „Super-Mütter“ vorgestellt oder Mamas, die schon Wochen nach der Geburt ihr Leben mit links regeln in den Himmel gehoben werden.

Wer sich daran orientiert, stresst sich, setzt sich unter Druck und macht sich selbst das Leben schwer.

Denn: solche Wesen sind doch nun wirklich die absolute Ausnahme oder aber prominent. Oder adelig. Oder Lottogewinnerinnen. Was auch immer, auf jeden Fall sind sie: selten.

Der normale Alltag mit Kindern wird, wenn die Eltern berufstätig sind, immer seinen Tribut fordern.

Und da ist – ehrlich gesagt – die nicht gebügelte Wäsche oder der Stapel Geschirr in der Spüle wohl das geringste Problem. Auch die Tatsache, dass es an ein, zwei Abenden der Woche mal Pizza oder Frikassee aus der Fertigpackung gibt, ist kein Weltuntergang.

Sondern ganz normal, wenn man hierzulande als berufstätige Mama (und/oder Papa) den Familienalltag stemmen muss. Hier sollte man sich am besten an gar keinem orientieren, denn die anderen haben die selben Probleme. Ausgenommen Promis und VIP´S – siehe oben. Am besten wäre es, diese „Schlechte-Gewissen“-Thematik würde aus den Themenbereichen der Mama- und Familienblogs verschwinden! Denn diese trägt – wenn auch sicher nicht gewollt – dazu bei, dass das schlechte Gewissen weiterhin sein Existenzrecht bei Müttern und Vätern, die eben keine hundertprozentige Vereinbarkeit für sich verbuchen können, fordert.

Das braucht kein Mensch!

Aber ein Familienleben, das diesen Namen auch verdient hat und für das – trotz Job und Alltag – immer noch genügend Zeit ist, das brauchen Leute mit Kindern. Dafür müssen die Verantwortlichen sich stark machen! Weil das aber offenbar immer noch ziemlich viel Anschub benötigt, gibt es Landesfamilienverbände, die bei diesem Thema auch politisch Druck machen.

So zum Beispiel der SHIA e. V. Landesfamilienverband Sachsen, der in Sachen Vereinbarkeit von Familie und Beruf schon vieles auf die Beine gestellt hat und dies auch zukünftig zu tun gedenkt, siehe hier.

Insofern heißt die Devise für alle Eltern, die den Alltag zwischen Kind(ern), Job und den täglichen Pflichten bewältigen: nicht stressen lassen! Und unter Druck setzen lassen schon gar nicht!

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Ein Gastbeitrag von Liane.

Was haben Kiga- oder Schulbrote, Strumpfhosen und ein (nicht) gefüllter Autotank gemeinsam? Auf den ersten Blick gar nichts, auf den zweiten Blick schon viel mehr.

Denn: es sind wohl DIE Zeitfresser, die berufstätigen Mamas an manchem Morgen die Hölle heiß machen. Alleinerziehende Mamas wissen wahrscheinlich noch mehr ein Lied davon zu singen.

Zumindest geht mir das so und Gespräche mit Freundinnen zeigen mir immer wieder, dass ich nicht die einzige bin, der es so geht. Auch was den inneren Schweinehund betrifft…Denn: dieser wütet in meinem Inneren mal mehr, mal weniger erfolgreich.

So zum Beispiel beim Thema „tanken“. Komme ich am späten Nachmittag irgendwann heim, die Einkäufe und die Kinder im Gepäck, bin ich meistens ziemlich kaputt.

Obwohl unser Heimweg an einer Tankstelle vorbeiführt, bin ich – das gebe ich zu – häufig zu faul, um noch ranzufahren und den zur Neige gehenden Tank zu befüllen.

Natürlich rächt sich das oft!

Da ich an manchen Tagen erst abends in meinen Kalender schaue, um zu sehen, was am nächsten Tag anliegt, zucke ich so manches Mal zusammen, weil – zum Beispiel – mein nächster Morgen statt um neun früh schon um acht morgens beginnt.

Da braucht man den Zusatzweg über die Tankstelle natürlich wie einen Schuss ins Knie, aber wem sage ich das?

An solchen Tagen kommt in den Morgenstunden sowieso oft schon einiges zusammen: der Nachwuchs bleibt einfach noch ein paar Minütchen länger im Bett liegen, die Schnitten für den Kindergarten sind noch nicht gemacht und kurz vor dem Losgehen fällt der Blick auf die Strumpfhose, in der sich am Fußende eine lange Laufmasche gen Bein hangelt.

So oder ähnlich kennt das doch fast jede Frau – oder?

Ist es in der morgendlichen Routine schon hektisch, kommen garantiert noch ein, zwei Faktoren zusammen, die das Ganze noch „abrunden“.

Meine Tipps – nachdem ich viele solche Desaster-Tagesanfänge erlebt habe – sind deshalb:

  • Das Auto immer (IMMER!) mindestens halb voll getankt haben – das spart unglaublich Zeit und Nerven!
  • Strumpfhosen – auch Neue aus der Packung! – jeden Abend, beim Zurechtlegen der Kleidung auf Laufmaschen überprüfen (meist entdeckt man die Dinger erst, wenn man ins Auto steigt!),
  • die Zubereitung der Kindergarten – oder Schulbrote sollte man auf den Abend verlegen. Sie sind morgens oft ein riesiger Zeitfresser! Eine Nacht im Kühlschrank, in der Tupperdose, tut der Frische keinen Abbruch. Frühmorgens sollte man lediglich noch fünf Minuten für die Zubereitung von frischem Obst, als Beilage für den Pausensnack, einplanen.

Überwindet man für die Verrichungen in der vorgenannten Aufzählung seinen inneren Schweinehund, ist schon viel gewonnen – das ist zumindest meine Erfahrung!

Die (abendliche) Vorbereitung ist tatsächlich das A und O für einen entspannten Tagesstart. Deshalb sollte, wer sich früh oft einer nervenden Hektik ausgesetzt fühlt, schauen, ob die auftauchenden Zeitfresser nicht abgestellt werden können.

Meist ist dies problemlos möglich. Und: hat man das erstmal im Griff, merkt man schnell, wie wertvoll ein relaxter Tagesbeginn ist. Zudem hat man mit so einer Planung auch noch zeitliche Puffer in petto, falls Unvorhergesehenes eintritt.

Dass das dann oft auch so kommt, ist ja meist so sicher, wie das Amen in der Kirche, oder?!

Mehr zum Thema Zeitmanagement für Mamas finden Sie auch hier.

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Ganz gleich, wer je den Begriff „Powerfrau“ erfunden hat – auf Petra Polk trifft er definitiv zu.

Die gebürtige Sächsin (im Bild links) hat ihre Berufung darin gefunden, Business- und Karrierefrauen zusammenzubringen. Und das nicht etwa halbherzig in Form loser Treffen, die dann eher zu Schwatz- und Kaffeekränzchenrunden mutieren, sondern straff organisiert.  So straff, wie auch die allermeisten Frauen, die beruflich anspruchsvolle Herausforderungen meistern (müssen), ihren Alltag organisieren.

Diese Herangehensweise von Petra Polk fand von Beginn an großen Anklang und so etablierte sich W.I.N Women in Network®– so der Name ihres Konzepts, das mittlerweile auch als Markennamen eingetragen ist – relativ schnell. W.I.N steht hier für Women in Network und der Name ist Programm: Netzwerken.

Dass Frauen im Business erfolgreicher sind, wenn sie miteinander statt gegeneinander agieren, ist längst kein Geheimnis mehr. Gegenseitige Empfehlungen und Kooperationen sind nur einige der Vorteile, von denen Frauen profitieren, die sich in ein Netzwerk einbringen.

Doch was unterscheidet W.I.N Women in Network® von anderen Netzwerken für Frauen, die es in reicher Anzahl gibt?

Da sind zum einen die regelmäßigen Netzwerk-Abende in den verschiedensten Regionen Deutschlands, die allesamt einmal monatlich und stets am gleichen Tag und zu einer festgelegten Uhrzeit am Abend stattfinden (siehe Bild).

Zum anderen warten W.I.N – Veranstaltungen stets mit einem Mehrwert auf, sind unterteilt in BusinessMeetings, NetWorkMeetings und MembersMeeting. Die Frauen, die zweimal auch als Gäste eine solche Veranstaltung besuchen können, erwarten hier sowohl Vorträge als auch Workshops zu Themen, die im Berufsleben der Businessfrauen eine Rolle spielen. Sei es die Markenbildung des eigenen Unternehmens, Social Media, Smalltalk als Erfolgsfaktor beim Netzwerken, Selbstorganisation, der eigene Führungsstil und, und, und…

Dieses Konzept begeistert seit der Gründung des Netzwerkes durch Petra Polk und ihre damalige Partnerin, Marketingexpertin Algunda de Reuter, im Jahre 2010, Frauen aus den unterschiedlichsten Branchen und in verschiedenen Alterskategorien. Vertreten sind sowohl Mamas als auch Frauen ohne Kinder und Omas – die weibliche, gesellschaftliche Bandbreite eben.

Aktuell gibt es W.I.N – Veranstaltungsformate in mehreren deutschen Städten und die Community hat sich längst um verschiedene Tools erweitert. So gibt es mit W.I.N Campus ein Weiterbildungsportal von Frauen für Frauen und seit 2017 bringen die W.I.Nerinnen zudem ein eigenes Magazin heraus,  „die geWINnerin“.

Unter dem Engagement von Petra Polk und ihren Kooperationspartnerinnen hat sich W.I.N auch in der Schweiz und in Österreich etabliert – die Marke gibt es zwischenzeitlich auch als Franchise-Konzept.

Nichts weniger als die Vernetzung beruflich engagierter Frauen auf der ganzen Welt hat die Gründerin des Netzwerkes im Blick und möchte in den nächsten zehn Jahren in weiteren Ländern auf der Welt mit W.I.N etabliert sein. „Grenzenlos netzwerken“ so lautet Petra Polks Vision.

Sie selbst hat sich für diese Herausforderung längst adäquate Unterstützung gesucht und die Leitung der W.I.N Community Deutschland an Claudia Girnuweit übergeben.

Denn die W.I.N-Erfinderin selbst ist neben dem Engagement für das Frauennetzwerk als Rednerin, Netzwerkexpertin und Unternehmensberaterin tätig. Hierfür ist sie nahezu die Hälfte des Jahres unterwegs – zumeist gebucht von Unternehmen, die etwas für ihre weiblichen Angestellten tun möchten.

Ihr Kernthema ist hier – wie sollte es anders sein? – in erster Linie das Networking.  Aber auch in Sachen Social Media und Gendermarketing hat sich Petra Polk einen Namen gemacht und vermittelt  ihr Know-How auf Kongressen und Wirtschaftsveranstaltungen.

Doch welchen Tipp hat die erfolgreiche Unternehmerin für Menschen, denen Netzwerken (noch) ein Graus – weil mit Small-Talk verbunden – ist? Bekanntlich tun sich selbst auch Leute, die eher extrovertiert sind, schwer, auf Business-Events mit völlig Fremden ins Gespräch zu kommen.

Damit die Präsenz am Bankett- oder Stehtisch nicht zur Hängepartie wird, rät Petra Polk, mit anderen Gästen durch ein Thema ins Gespräch zu kommen, dass aus der Situation kommt.

„Wie war Ihre Anreise?“ oder „Wie hat Ihnen der Vortrag gefallen?“ sind typische Eisbrecher, die den Kontakt zum anderen eröffnen können. Auch ein nettes Lächeln oder ein Kompliment – wenn es denn ehrlich gemeint ist – tragen  dazu bei, mit anderen Gästen unverfänglich ins Gespräch zu kommen. Die Netzwerkexpertin plädiert übrigens dafür, dass Menschen, die sich auf einer Veranstaltung untereinander schon kennen, fremde Gäste unbedingt in die gemeinsame Kommunikation mit einbeziehen sollten. Ausgrenzung ist hier der völlig falsche Ansatz und guter Stil ohnehin nicht.

Nicht umsonst hat Petra Polk mit ihrer Netzwerkplattform Frauen erreicht, die ihr Motto des gemeinsamen Miteinanders teilen.

Dass diese Devise auf dem beruflichen Parkett Gold wert ist, beweisen die vielen Kooperationen und Projekte, die die Frauen der W.I.N-Community gemeinsam gestaltet haben und gestalten. Wie sie das Netzwerk für sich erleben, davon berichten Businessfrauen aus den unterschiedlichsten Branchen auf der Homepage des Netzwerkes.

Wer jetzt Lust bekommen hat, auch ein Teil der W.I.N Community zu sein, kann sich hier über die verschiedenen Arten, von dem Netzwerk zu profitieren, informieren.

Zudem findet in Kürze – am 21. April 2018 – der 6. Internationale W.I.N Business Kongress in Frankfurt am Main statt. Das Thema des Kongresses ist: 100 Jahre Frauenwahlrecht – Frauen gestern – Frauen heute – Frauen morgen.

Die Teilnehmerinnen erwarten fünf Vorträge von nationalen und internationalen Rednerinnen zu Themen aus Wirtschaft, Gesellschaft, Sport und Kultur. Außerdem findet die Verleihung des 1. W.I.N Adwards mit musikalischer Umrahmung statt und zahlreiche Impulsvorträge, Workshops, das WinBarCamp und das WinWorldCafe`. Petra Polk selbst führt als Moderatorin und Gastgeberin durch das Programm, das am Abend mit einer Kongressparty ausklingen wird. Mehr Informationen dazu gibt es hier.

Copyrights: Petra Polk / W.I.N Women in Network®

Alle brennen sie für ihre Idee, alle sind tierisch aufgeregt und alle wollen nur das eine: die Million von Finanzmogul Maschmeyer.

Die SAT-1-Gründer-Show „Start Up!“ wartete gestern – in der ersten Folge am Mittwochabend – mit einer Menge spannender Frauen auf, die jeweils ihre innovative Idee vorstellten. Das neue Format, bei dem Carsten Maschmeyer als Hauptfigur (weil Geldgeber) agiert, zeigte einmal mehr, dass auch viele Frauen in Deutschlands Gründerszene mitmischen. Den ewigen Meldungen zum Trotz, dass auf dem Start-up-Markt eher Männer dominieren, führten die unterschiedlichsten Frauen in der Show ihre Gründungs-Idee vor und diese Präsentationen konnten sich sehen lassen!

Vom neuartigen Büro-Utensil über ein innovatives Sonnensegel bis hin zu einer Art Strumpfhose für die Arme war alles dabei. Dass nur 14 der anwesenden Frauen und Männer die erste Hürde nehmen und mit Maschmeyer in ein stylisches Gründercamp am Berliner Ku`damm ziehen werden, ist die Tücke und natürlich der Sinn der Show.

Am Ende, nach acht Wochen, wartet eine Million auf die beste Gründerin oder den besten Gründer – wohlgemerkt auf einen einzigen! Bis dahin gilt es, sich als Start-upler zu gewähren und die von der Jury aufgestellten Hürden zu nehmen.

Viele Gründer der gestrigen Show konnten schon die erste nicht nehmen – was aber nicht unbedingt an ihrer Idee, sondern am NO oder GO der Jury lag. Diese entscheidet am Ende über Hopp oder Top und so schieden die ersten schon mal aus. Darunter zwei Frauen, deren Ideen es definitiv verdient hätten, in Maschmayers Gründungs-Zirkel zu gelangen – allein es wurde nichts draus.

So hat eine der Gründerinnen eine eigene Erfahrung als Mutter in einen Start-up-Gedanken umgesetzt, der nicht nur Charme hat, sondern bei einem Test der Frau in den sozialen Netzwerken auch super ankam: Essen für Kleinkinder, die ihre Mahlzeiten in Breiform ablehnen, in Form von kleinen Bällchen.

Eine tolle Alternative für kleine Essensverweigerer – aber leider nicht für Maschmeyer, der selbst Vater ist. Er äußerte die Befürchtung, dass die Kinder diese Bällchen vielleicht ja durch die ganze Wohnung werfen und konnte sich hier kein Engagement vorstellen – die Kandidatin war raus. Schade!

Ebenso die Frau, die eine Allround-Pflegeschürze für den Alltag pflegebedürftiger Menschen erfunden hat. Auch diese innovative Idee blieb gestern Abend chancenlos – keine zweite Runde für diese Bewerberin.

Dafür haben es andere Gründer-Ladies geschafft, gemeinsam mit den männlichen Kandidaten, die die erste Hürde genommen haben, in Maschmeyers Team zu gelangen. Darunter eine Gründerin, die neuartige BH`s entwickelt hat. Gemeinsam mit anderen Kandidatinnen, die – unter anderem – von der recycelten Socke über das Superfoodgetränk bis hin zum smarten Schulranzen allesamt mit coolen Ideen am Start sind, gilt es nun, die Aufgaben und Herausforderungen des Teams um Maschmayer zu lösen und zu bestehen und ihr ein Stück näher zu kommen:

der ersehnten Million, die Maschmeyer schon mal per Scheck ausgestellt hat. Was noch fehlt: die Unterschrift.

Infos / Sendezeiten Show: über SAT1

Bildnachweis / Copyright: SAT1 / André Kowalski

Potentielle Kunden auf ein Produkt aufmerksam zu machen oder über eine Dienstleistung zu informieren – das ist für viele Firmen ohne die sozialen Netzwerke im Internet kaum mehr denkbar. Seit Facebook & Co. in Deutschland vertreten sind, nutzen längst nicht nur private Nutzer diese Kanäle.

Vor allem für kommerzielle Anbieter sind sie eine gute Möglichkeit, neue Zielgruppen zu erschließen und mit der Kundschaft unkompliziert zu kommunizieren.

Allerdings ist es nicht damit getan, einen Account anzulegen und drauf los zu posten. Professionelles Social Media nimmt viel Zeit in Anspruch und will gekonnt sein.

Viele Unternehmer setzen deshalb auf Social Media Beratung. Hier kommen dann Menschen, wie Sabine Arndt-Ellerhold (im Bild) ins Spiel, die Firmen bei dieser speziellen Öffentlichkeitsarbeit begleiten und für ihre Kunden digital auf Facebook & Co. aktiv werden.

Social-Media kann kaum von der Sekretärin betreut werden

Wie konkret das aussieht und warum ein guter Social Media-Kanal nicht mal eben von der Sekretärin nebenbei betreut werden kann – darüber haben wir mit Frau Arndt-Ellerhold gesprochen.

FB: Sie haben sich mit Ihrer Agentur „wortsinnig“ auf Social Media spezialisiert – wie sind Sie dazu gekommen?

Schon als Angestellte in Marketing-Abteilungen verschiedener Unternehmen war ich für den Bereich Social Media zuständig. Dieser hat mich schon immer interessiert und besonders Spaß gemacht. Die sozialen Netzwerke, besonders Facebook, sind quasi mein zweites Wohnzimmer. Zu Beginn meiner Selbstständigkeit 2015 war ich dennoch zunächst etwas breiter aufgestellt und habe neben Social Media auch andere Online Marketing Bereiche, die Erstellung von SEO-Texten und Lektorat angeboten.

Mit der Zeit lernte ich, dass es besser ist, sich zu spezialisieren. Zum einen, weil ich mit einem geschärften Profil, also der richtigen Positionierung, genau die Kunden anziehe, mit denen ich arbeiten möchte. Zum anderen, weil es unglaubwürdig ist, wenn ich als Einzelunternehmerin behaupte, alles alleine zu können.

Arbeit mit Netzwerkpartnern ist wichtig

Wenn ein Kunde einen Bereich anfragt, der nicht zu meiner Spezialisierung zählt, arbeite ich nun mit Netzwerkpartnerinnen zusammen.

FB: Worin besteht das Potenzial von Facebook & Co?

Man kann ja mittels sozialer Netzwerke verschiedene Ziele erreichen: die Bekanntheit steigern, neue Kundengruppen erschließen und Kundenbeziehungen pflegen beispielsweise. Bestehende Kunden kann man an sich binden, indem man auf dem Kanal informative, lustige, spannende, hinter die Kulissen blickende Beiträge veröffentlicht, ab und zu eine Verkaufsaktion ankündigt, besondere Events, Rabattaktionen u.v.m. Wichtig ist immer, dass es für den Fan einen Mehrwert haben muss, ausgerechnet dieser Seite/diesem Kanal zu folgen.

Gleichzeitig besteht so die Möglichkeit, die Fanbasis zu erweitern, weil die bestehenden Kunden natürlich eine Referenz sind. Wenn jemand z. B. etwas auf Facebook kommentiert, teilt und mit „Gefällt-mir“ markiert, sehen das seine Freunde. So bekommt das Unternehmen auch Aufmerksamkeit eines erweiterten Personenkreises. Wenn die Facebook-Seite interessant genug ist, ist es leicht, auch von diesen Personen ein „Gefällt-mir“ zu bekommen. So wächst die Community und die Reichweite (auch wenn das mit der Reichweite für Seiten seit Januar 2018 schwieriger geworden ist, aber das ist ein anderes Thema).

Jedoch darf ein Unternehmen sich nicht zu abhängig von den sozialen Netzwerken machen. Das Worst-Case-Szenario wäre ja, dass Herr Zuckerberg irgendwann entscheidet, Facebook oder YouTube zu schließen oder für eine Facebook-Seite Geld zu verlangen. Ziel sollte daher immer sein, Kontrolle über die Kontakte zu bekommen und zu behalten! Zum Beispiel, indem man sie auf die eigene Homepage lotst und sie sich dort in einen Newsletter eintragen lässt. Der Aufbau einer Email-Liste ist m. E. essenziell.

Social Media dient nicht dem reinen Verkaufen

Ganz wichtig ist es, sich klarzumachen, dass Social Media nicht in erster Linie dem reinen Verkaufen dient. Sondern man baut hier eine Beziehung zum (potenziellen) Kunden auf, der Kunde kann das Unternehmen und die Menschen dahinter kennenlernen. Die User wollen einen Blick hinter die Kulissen werfen. Firmen können sich nahbar und menschlich zeigen. Verkaufen geschieht nicht auf Facebook, sondern auf anderen Wegen, also über die Homepage oder einen Shop. Es ist nicht ausgeschlossen, dass man auch auf Facebook verkaufen kann, ohne zuvor eine Fanbasis aufgebaut zu haben. Aber das funktioniert sicher nicht mit jedem Produkt und nicht für jede Art von Unternehmen.

Ergänzend zu den Inhalten, die ein Unternehmen regelmäßig auf den diversen Kanälen veröffentlicht, kann es gezielt Werbeanzeigen (z. B. Facebook Ads) schalten. Hier kann man wieder verschiedene Ziele erreichen: Mehr „Gefällt-mir“ Angaben für die Seite, mehr Reichweite für einen bestimmten Beitrag, oder die User auf die eigene Internetseite lotsen, um sie dort eine bestimmte Handlung ausführen zu lassen. Das letztgenannte Ziel ist das von mir favorisierte, denn es ist das einzige Ziel, das einen finanziell messbaren Erfolg mit sich bringt.

FB: Wie steht es um das Bewusstsein, dass Facebook & Co. für Marketing und PR vorteilhaft sein können – ist es im Mittelstand ausgeprägt oder eher (noch) nicht?

Da gibt es eine große Bandbreite. Es gibt Firmen, die das Potenzial schon erkannt haben, in den sozialen Netzwerken präsent sind und sich auch sehr gut vermarkten. Dann gibt es solche, die zwar z. B. auf Facebook sind und/oder einen YouTube-Kanal betreiben, deren Aktivitäten dort aber ungeplant und unsystematisch wirken. Und dann gibt es die, die noch nirgendwo zu finden sind.

Viele Unternehmen mit veraltetem Internet-Auftritt

Meistens sind dies auch Unternehmen, deren Internet-Auftritt sehr veraltet ist. Da ist dann noch viel Erklärungs- und Aufholbedarf.

Eine weitere Gruppe sind Firmen, die es schon einmal auf Facebook versucht haben und mit den Ergebnissen nicht zufrieden waren. Eine Aussage, die ich häufig höre, ist: „Wir haben mal eine Anzeige geschaltet, aber das hat gar nicht funktioniert, da waren Fakes im Spiel, plötzlich hatten wir ganz viele Likes aus dem Ausland.“ Oder: “Obwohl wir uns sehr viel Mühe gegeben haben, war die Reichweite sehr gering und es hat nichts gebracht, außer viel Arbeit. Deshalb haben wir wieder aufgehört.“

Solche Fälle sind sehr schade, denn diese Firmen sind einfach nicht gut beraten und begleitet worden. Mit einer guten Beratung gleich zu Beginn hätten sich diese Fehlentwicklungen vermeiden lassen.

FB: Wo setze ich als Inhaberin oder Inhaber eines mittelständischen Unternehmens an, wenn ich mich dem Social Media-Bereich widmen will?

Das kommt sehr auf das Produkt bzw. die Dienstleistung an. Man muss zuallererst analysieren, wo genau im Netz sich die Zielgruppe aufhält. Wenn man ein Produkt für Teenager anbietet, ist Facebook schon wieder out, da wäre Instagram oder YouTube die bessere Wahl. Aber die Generation 40+ ist sehr stark auf Facebook vertreten und auch aktiv.

Es gibt im B2B Bereich auch Branchen, in denen Social Media gar nicht funktioniert, z. B. bei sehr erklärungsbedürftigen, technischen Produkten. Eine genaue Analyse der Zielgruppe und der Ziele muss daher immer am Anfang stehen, und da sollte sich das Unternehmen auch Expertise von außen holen, wenn intern kein Know-how vorhanden ist.

Arbeitsaufwand für Social-Media nicht unterschätzen

Dann sollte das Unternehmen für die Betreuung der Kanäle eine eigene Stelle schaffen – denn der Arbeitsaufwand ist nicht zu unterschätzen. Das Erstellen von Beiträgen und das Community Management können sehr viel Zeit in Anspruch nehmen, wenn der Kanal lebendig sein soll und man es gut machen möchte. Bleibt z. B. eine Frage tagelang unbeantwortet, leidet das Image.

Bevor man also mit Social Media loslegt, sollte unbedingt geklärt sein, wessen Aufgabe dies ist. Es ist ein Trugschluss zu glauben, dass die Sekretärin das mal eben so nebenbei machen kann.

Wenn es in der Belegschaft niemanden gibt, der sich mit Social Media Marketing auskennt, sollte jemand eingestellt oder ein Freelancer bzw. eine Agentur beauftragt werden. Gerade bei Social Media ist es aber nicht ratsam, alles komplett auszulagern. Denn: Durch Social Media wird ja nicht in erster Linie ein Produkt verkauft, sondern es wird eine Beziehung zwischen Unternehmen und Kunden/Interessenten aufgebaut. In jedem Beitrag sollte daher der Anspruch stecken, mit den Kunden ins Gespräch zu kommen. Dabei muss man authentisch sein – und je weiter jemand vom Unternehmen entfernt ist, umso schwieriger wird es, diesem Anspruch gerecht zu werden. Daher rate ich jedem Unternehmen, auch intern Know-how aufzubauen, wenn dieses nicht von Anfang an vorhanden ist. Z. B. durch Mitarbeiterfortbildungen.

FB: In welcher Phase kommen Ihre Kunden auf Sie zu? Bevor sie in sozialen Netzwerken selbst aktiv werden oder währenddessen?

Sowohl, als auch. Ich habe Kunden, die schon aktiv sind und die merken, dass sie es alleine nicht mehr schaffen. An dieser Stelle werde ich dann als Freelancerin beauftragt, um das Management der Kanäle zu übernehmen oder um beim Community Management auszuhelfen. Gut ist in diesem Fall, dass ich mit einem frischen Blick herangehen kann. Dabei ist eine sehr enge Absprache mit den Verantwortlichen notwendig. Die Kommunikation muss ja einheitlich und es muss eine klare Linie erkennbar sein.

Kunden haben unterschiedliche Bedürfnisse

Dann ist es gut, wenn man vorher Kommunikationsrichtlinien ausgearbeitet hat. Wichtig ist auch die Rückkopplung zu Fachabteilungen, wenn über Social Media schwierige oder heikle Fragen (z. B. zu einem Produkt oder zu Zahlungsvorgängen) hereinkommen.

Zum anderen gibt es Kunden, die den Wunsch haben, eine Facebook-Seite oder einen Instagram Kanal aufzubauen, und die sich von Anfang an Beratung holen. Hier gehe ich dann so vor, wie bei zuvor beschrieben. Wichtig ist, eine Strategie, die Inhalte und die Häufigkeit der Beiträge festzulegen, also einen Redaktionsplan zu erstellen.

Gern gebucht wird auch mein Facebook-Basic Inhouse-Workshop, in dem die Teilnehmer alle Grundlagen lernen, die sie benötigen, um Facebook sicher zu bedienen. Sie lernen, wie der Algorithmus arbeitet, welche Art von Inhalten und welche Häufigkeit zu empfehlen ist, wie sie richtig mit der Community interagieren, wie sie die Fanbasis ausbauen und die Reichweite steigern können, und natürlich erkläre ich auch die Bedienweise von Facebook, denn so manche schlaue und praktische Funktion ist gar nicht so einfach zu finden.

FB: Wie kam es überhaupt dazu, dass Sie sich selbstständig gemacht haben?

Aus zwei Gründen:

  1. Um die Vorstellung von einer erfüllenden Arbeit, bei der ich – auch finanziell – wertgeschätzt werde, umsetzen zu können.
  2. Um Familie und Beruf besser vereinbaren zu können.

2014 wurde ich, nach mehreren Jahren in diversen Teilzeittätigkeiten von 20-25 Stunden Wochenumfang, überraschend arbeitslos. Mein Sohn war damals 9 Jahre alt und im 4. Schuljahr. Natürlich war er vormittags in der Schule und ich hätte arbeiten gehen können – aber eben weiterhin nur maximal 25 Stunden.

Da unser Sohn aus verschiedenen Gründen nicht auf eine Ganztagsschule geht, kommt er gegen 13:45 Uhr nach Hause. Für mich gehört es dann dazu, dass ich frisches Essen zubereite und wir gemeinsam zu Mittag essen. Anschließend beaufsichtige und unterstütze ich ihn bei seinen täglichen Hausaufgaben und lerne mit ihm für anstehende Klassenarbeiten.

Sohn früh zur Selbständigkeit erzogen

Natürlich sind auch manchmal Dinge zu erledigen wie Arztbesuche, Fahrten zu Trainingsterminen und Ähnliches (obwohl wir unseren Sohn schon früh zur Selbstständigkeit erzogen haben, und er Wege alleine zu Fuß oder mit ÖPNV zurücklegt, ist das manchmal nötig).

Hinzu kommt, dass er relativ häufig krank war und immer noch ist, und mal 2-3 Tage am Stück, und manchmal leider auch eine ganze Woche, krank zu Hause bleiben musste.

Alle Jobangebote, die ich zu der Zeit gefunden habe, entsprachen nicht meinen Vorstellungen von einer erfüllenden Arbeit. Wenn man von vorneherein angibt, nur 25 Stunden arbeiten zu können, werden einem keine spannenden, verantwortungsvollen, gut bezahlten Tätigkeiten angeboten. Sondern man ist immer „nur“ die Assistentin – ohne eigene Projekte, ohne Verantwortung und auch nur mit einem „Assistentinnen-Gehalt“. Die interessanten Stellen sind IMMER Vollzeitstellen. Aber diese konnte und wollte ich aus den o. g. Gründen nicht annehmen.

Außerdem hätte ich einen sehr verständnisvollen Chef gebraucht, für die vielen Kranktage meines Sohnes. Ich wusste, ich kann mehr, als Teilzeit-Assistentin zu sein, und ich verdiene es auch, mehr zu verdienen!

Deshalb habe ich mich letztendlich, auch durch Überzeugungsarbeit einer guten Freundin, die diesen Schritt acht Jahre vorher gegangen war, selbstständig gemacht. Als meine eigene Chefin kann ich mir die Zeit frei einteilen und Projekte annehmen, die ich spannend finde und die zu mir passen. Natürlich arbeite ich vormittags am konzentriertesten, denn da habe ich ja 5 Stunden am Stück Zeit. Kundentermine versuche ich stets in den Vormittag zu legen. Aber wenn einmal schönes Wetter ist, habe ich eben auch die Freiheit zu sagen, heute gönne ich mir einen freien Vormittag, gehe mit einer Freundin in ein Café oder drehe eine Laufrunde im Wald mit dem Hund. Und dann arbeite ich einfach abends noch einmal ein paar Stunden.

Ein ganz klarer Vorteil ist auch, dass ich immer zu Hause bin, wenn mein Sohn wieder einmal krank ist. Dass ich das ohne schlechtes Gewissen, und ohne Rechenschaft ablegen zu müssen, tun kann, ist einfach unbezahlbar!

FB: Wie schaffen Sie für sich eine gute Work-Life-Balance?

Ich habe von Anfang an gesagt, ich möchte nicht „selbst“ und „ständig“ arbeiten. Daher nehme ich nie mehr Projekte an, als ich wirklich ohne Stress stemmen kann. Ich möchte nie in die Situation kommen, dass ich bis spät in die Nacht arbeiten muss, ständig unter Strom stehe und nicht mehr weiß, wo mir der Kopf steht. Natürlich habe ich auch mal ein Projekt mit einer knappen Deadline und arbeite einen Abend bis Mitternacht. Aber das ist die Ausnahme.

Um ausgeglichen zu bleiben, plane ich meine Freizeit sehr bewusst. Ich verbringe sie gerne mit Laufen, Volleyballspielen, Wandern, Saunabesuchen, Kinoabenden oder Konzertbesuchen. Mindestens zweimal in der Woche einen solchen Termin für mich zu haben ist mir wichtig. Mein Mann und ich planen auch regelmäßig kinderfreie Abende ein. Zum Glück ist das inzwischen ja sogar ohne Babysitter möglich.

Ich versuche außerdem, alle Arbeit während der Werktage zu erledigen und mir die Wochenenden wirklich freizuhalten, für meine Familie und meine Hobbys.

Außerdem nehme ich keine Arbeit mit in den Urlaub, da bleibt das Handy dann auch mal eine Woche aus. Ich schalte dann wirklich ab, und es gibt nur Familie und Erholung. Am liebsten in den Bergen!

Infos zu den Leistungen Sabine Arndt-Ellerhold finden Sie auf wortsinnig.de

Bildnachweis: Sabine Arndt-Ellerhold