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Die meisten Leute, die beruflich an einem Schreibtisch arbeiten, dürften es kennen: das Phänomen, dass sich nach einem gründlichen Aufräumen des Schreibtisches nur wenige Tage später erneut Chaos am Arbeitsplatz breit macht. Auch ich, die ich im Home-Office arbeite, kann ein Lied davon singen. Bedingt dadurch, dass ich als „Familienmanagerin“ auch den Schriftverkehr von Mann und Kind manage, landet irgendwie alles auf dem Schreibtisch im heimischen Büro. 

Räume ich auf und sortiere ich ab, kann ich schon darauf warten, dass nur kurze Zeit später mein Schreibtisch vor lauter kreuz und quer liegenden Unterlagen wieder kaum mehr zu sehen ist. 

Ablage-Chaos durch eintrudelnden Papierkram – geht bei der Familienmanagerin gar nicht! 

Das kommt auch davon, dass ich vieles, was am Nachmittag eintrudelt (die Post kommt bei uns erst gegen 14.00 Uhr) oder sich erst im Laufe des Tages ergibt, erstmal auf meinen Schreibtisch lege, weil nachmittags Familienzeit ist. Stromrechnungen, Abrechnungen für`s Schulessen, Tankquittungen und Belege vom Einkauf für`s Geschäft – alles landet zunächst im Home-Office. Bei mir, der Familienmanagerin.

Meist nehme ich mir dann für den nächsten Tag vor, alles zu sortieren, aber wenn Aufträge drängen oder/und Kundentermine anstehen, verschiebe ich das. An einer leichten Aufschieberitis leide ich nämlich definitiv!

Da mich aber der sich stets wieder einstellende Chaos-Zustand auf meinem Schreibtisch mehr und mehr nervt, werde ich jetzt Nägel mit Köpfen machen und Struktur in mein Arbeitsumfeld bringen. Es ist nicht so, dass ich diese nicht habe, immerhin habe ich für jedes berufliche und private Thema einen Ordner, aber ehe diese Papiere dort landen, verursachen sie vermeidbares Chaos an meinem Arbeitsplatz. 

Ordnungscoaches kennen das….! 

So manchen Morgen muss ich mich erstmal zu meinem Kalender vortasten, weil darüber unzählige Papiere liegen, die ich am Abend zuvor dort abgelegt habe. 

Um mich zu motivieren, las ich mir noch einmal den Artikel über die Ordnungscoaches durch, den ich sogar selbst produziert habe. Ich habe auch mit all` diesen Expertinnen persönlich gesprochen und wie ein roter Faden zog sich eine bestimmte Aussage durch diese Gespräche. Nämlich die Aussage, dass man, wenn man denn Struktur schaffen will – ganz gleich, ob im Keller oder auf dem Schreibtisch – einfach loslegen und nichts aufschieben sollte. Wie gesagt: an letzterem hapert es bei mir so manches Mal….! 

Um das zu ändern, habe ich mich zunächst durch`s Internet geklickt, um mich zu motivieren. Und siehe da: mein Problem haben viele andere Frauen auch! Und genau so viele Frauen haben auch superordentliche und strukturierte Schreibtische, die gezeigten Fotos sprechen immerhin für sich. 

So motiviert stöberte ich weiter im Web, um mich mit kleinen Ordnungshelfern einzudecken, denn meine Vorgehensweise stand fest. Ich würde keine großartige „Alles-verändern“-Aktion starten, sondern einfach mein Ablagesystem verändern. Oder besser gesagt: erst mal eines schaffen. Denn bislang war meine Ablage – leider – der gesamte Schreibtisch. 

Auf einfache Weise Struktur in die Ablage bringen

Fündig wird man im Netz schnell, was die kleinen Helferlein betrifft und so brauchte es auch gar nicht viel, um mir eine gute Struktur zu schaffen. Da das eingangs erwähnte Chaos nur meinen Schreibtisch und nichts anderes betraf, herrscht dort jetzt Ordnung. Und das auf ganz einfache Art und Weise. Ich habe für jedes Thema (von der Rechnung bis zum Info-Brief von der Schule meines Kindes) jetzt eine eigene Ablage. Dort hinein kommt das jeweilige Dokument und dort bleibt es auch, bis ich es endgültig im jeweiligen Ordner abhefte. Eine – zugegeben – sehr simple Maßnahme, doch sie hilft. Und bedeutet nur einen minimalen Zeitaufwand mehr. Statt – wie früher – alles auf den Schreibtisch zu knallen, nehme ich mir jetzt die halbe Minute mehr und lege die Papiere in die jeweils dafür vorgesehenen Ablagen ab. Ganz simpel, das Ganze. Man muss nur einen überwinden: den inneren Schweinehund!  

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Stellen Sie sich vor, Sie verlieren einen Familienangehörigen, Freund oder engen Verwandten, wohnen seiner Beerdigung bei und entdecken auf dieser plötzlich eine mysteriöse Frau – abseits stehend und dunkel gekleidet. Was klingt, wie aus einem Thriller-, Mystery- oder Horror-Roman wird tatsächlich seit einiger Zeit real angeboten.

Mystische Frau auf Beerdigung als Geschäftsmodell

Von einer Frau, der dieses Geschäftsmodell eingefallen ist und die dafür, Medienangaben zufolge, auf Twitter bejubelt wird. Mehr noch: die Autoren eines STERN-Artikels, der dieses Business zum Inhalt hat, bedauern gar, dass ihnen diese Idee nicht selbst eingefallen ist. Und so läuft die makabre Angelegenheit:

Die Erfinderin dieses Geschäftsmodells bietet Interessierten an, nach deren Tod, für 50,00 Dollar, die vorab überwiesen werden sollen, auf dem Friedhof, am Tag der Beerdigung, zu erscheinen und sich abseits zu positionieren. Ganz in Schwarz und mit einem Schirm.

Laut STERN sind die User verzückt von dem Angebot und unterbreiten der Frau sogar noch Vorschläge, diese Geschäftsidee „aufzupeppen“. Indem sie nämlich gern noch mit einem Kind erscheinen oder am Ende der Beerdigung eine mysteriöse Schachtel auf den Sarg legen sollte.

Nach solchem Erlebnis auf Beerdigung könnten Hinterbliebene geschockt sein

Ganz ehrlich? Beim Lesen dieses Beitrages fragt man sich tatsächlich, ob der Großteil der Menschheit noch alle Tassen im Schrank hat? Es scheint keiner der Leute, die diese makabre Geschäftsidee bejubeln, auf den Gedanken zu kommen, was das mit den Angehörigen macht.

Man stelle sich vor, auf der Beerdigung des – sagen wir – Bruders zu sein und während der Zeremonie abseits eine mysteriöse Frau mit Regenschirm und dunkel gekleidet zu sehen, die ihre Blicke auf die Beerdigungsgesellschaft richtet.

Denkt wirklich niemand daran, dass dieser makabre Scherz etwas in den Hinterbliebenen auslöst? Dass diese vielleicht für den Rest des Lebens grübeln, was denn der oder die Verstorbene für ein dunkles Geheimnis hatte? Denjenigen dann vielleicht gar noch in einem anderen Licht sehen? Oder einen richtigen Schock bekommen?

Viele Leute oft gedankenlos!

Ideen wie diese zeigen, wie gedankenlos doch viele Leute sind! Ohne nachzudenken würden offenbar tatsächlich nicht wenige Personen eine solche geschmacklose Offerte annehmen und die eigene Beerdigung mit diesem schlechten Scherz „krönen“.

Insofern wünscht man der Erfinderin nur eines: dass sich abseits der eingeschworenen Twitter-Gemeinde im realen Leben möglichst wenige Kunden finden, die ihr Angebot annehmen!

Nicht umsonst geht es, im Zusammenhang mit Tod und Beerdigung, immer auch um den „Frieden“. Vordergründig natürlich für den Verstorbenen, aber auch die hinterbliebenen Angehörigen sollen ihn finden.

Mit der Präsenz einer fremden Frau auf dem letzten Weg wird das Gegenteil erreicht! Definitiv!

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Gabriela Friedrich mit dem inflationär verwendeten Attribut „Powerfrau“ zu versehen, passt nicht. Nicht nur, weil aktuell gefühlt jede zweite beruflich erfolgreiche Frau dieses Etikett – meist medial – verpasst bekommt, sondern weil das, was Gabriela Friedrich ausmacht, viel mehr ist als weibliche Power.

Die Hamburgerin (im Bild), deren Vita sich bereits wie ein Abenteuer liest, ist beruflich unglaublich vielseitig aufgestellt und strahlt dennoch die Gelassenheit derer aus, die das „Hamsterrad“ hinter sich gelassen haben. Gabriela Friedrich, die sowohl Coachings anbietet, als auch Bücher und Fachpublikationen schreibt und zudem Veranstaltungen organisiert, widmet sich mit ihren Klienten intensiv Konflikten, die aus menschlichen Prägungen heraus entstehen. Wer die tiefgründige, charismatische Norddeutsche erlebt, spürt, dass sie ihr Business mit innerer Kraft und Intuition organisiert. Im Interview stand uns Gabriela Friedrich Rede und Antwort.

FB: Gabriela, Du bist im Web gleich mit drei Geschäftszweigen präsent – richtest Deinen Fokus auf den Finanzsektor, agierst aber auch im Hinblick auf Männer und bist zudem sehr erfolgreich in Sachen Coaching von Frauen – vordergründig Businessfrauen. Gib uns doch dahingehend einmal einen Einblick.

Was auf den ersten Blick so unterschiedlich wirkt, ist doch im Kern immer dasselbe. Es geht bei meinen Telefoncoachings, ganz gleich mit wem, in erster Linie um Prägungen als bestimmenden Einflussfaktor. Dr. Bruce Lipton sagt, dass 95 Prozent unseres Lebens durch innere Muster bestimmt werden, die in den ersten sieben Jahren unseres Lebens entstanden sind. So hoch würde ich den Wert nicht ansetzen – es gibt auch im Erwachsenenalter viele prägende Erfahrungen –, aber generell ist der Mensch weitaus mehr von Konditionierungen gesteuert als ihm bewusst ist.

Deshalb beginnt meine Arbeit – egal mit wem – immer mit der Suche nach inneren Programmen als mögliche verborgene Ursache des Problems, das im Coaching gelöst werden soll. Beispielsweise bat mich einmal eine Frau um Hilfe im Umgang mit ihrem Kollegen. Sie und er waren Vorstände eines Finanzunternehmens und in jedem Jahr machte es die Frau wahnsinnig, wie sehr ihr Kollege bei der Lieferung der Daten für den Geschäftsbericht trödelte. In dieser Situation hätte sich eine Mediation oder eine Kommunikationsberatung zur Lösung des Konfliktes angeboten, wäre aber ein Fehler gewesen. Denn tatsächlich war nicht der Kollege, sondern die Großmutter der Klientin für den Konflikt verantwortlich. Granny hatte nämlich Jahrzehnte zuvor gegenüber ihrer Enkelin immer wieder ihre große Furcht vor dem Finanzamt geäußert und damit eine entsprechende Konditionierung verursacht, die bei der Erstellung des Geschäftsberichts getriggert wurde.

Mit der von mir entwickelten Mentaltechnik (S)HE – (Self) Hypno Empowerment dauerte es ca. 15 Minuten, bis die Konditionierung gelöst und die Klientin in Bezug auf die Fertigstellung des Geschäftsberichts entspannt war.

Nun löse ich nicht nur Konditionierungen per Telefon, sondern bringe meinen Klientinnen und Klienten auch eine andere Haltung gegenüber ihren Emotionen bei. Jedes Gefühl hat eine Indikatorfunktion und es ist unsere Aufgabe, es ernst zu nehmen und sorgfältig zu analysieren, damit wir verstehen, was es uns sagen will. Dann erst können wir die passenden Maßnahmen ergreifen, wie z.B. eine Eigenbehandlung mit (S)HE.

Der Erfolg von (S)HE beruht darauf, mit dem Innersten so einfühlsam zu sprechen, dass es sich verstanden fühlt und Lust bekommt sich zu verändern. Das lässt sich wunderbar auf den Umgang mit unseren Mitmenschen übertragen. Ergo berate ich meine Klienten auch dabei, erfolgreicher mit ihren Ehepartnern, Kunden oder Chefs zu sprechen.

Und das letzte zielgruppenübergreifende Thema meiner Coachings ist die geschlechtliche Identität bzw. das Verhältnis von Frauen und Männer. Aber dazu später mehr. 

FB: Wie hat sich Dein Berufsleben gestaltet, bis Du an den Punkt gekommen bist, wo Du heute erfolgreich stehst?

Meine Vita ist etwas schräg: Ich wollte eigentlich ins Hotelfach, bin aber durch einen 2 ½-jährigen Aufenthalt an der Côte d’Azur in Cannes und ein Jahr in London bzw. Richmond in der Kommunikationsbranche gelandet. Seit 28 Jahren bin ich nun PR-/Marketingberaterin und Texterin, habe lange in Agenturen gearbeitet, eine sechsmonatige Fortbildung zum Werbe- und Eventassistenten für ein Bildungszentrum in Kassel konzipiert und realisiert, die Hamburger Texterschmiede gemeinsam mit den Vorständen aufgebaut und über 12 Jahre geleitet und parallel dazu seit fast 25 Jahren als professioneller Mentalcoach gearbeitet, vier Bücher geschrieben, ca. 35 Fachartikel publiziert und Kollegen in meiner Methode ausgebildet. Außerdem verantworte ich seit zwei Jahren die Schlussredaktion des Verbands-Magazins HAMBURGER UNTERNEHMER und veranstalte regelmäßig mit Partnern Vortragsveranstaltungen zu Digitalisierungs- und Wirtschaftsthemen. Mit anderen Worten: Ich kenne die Businesswelt und ihre Anforderungen ebenso gut wie die Innenwelt.

FB: Dein Know-how in Sachen Business dürfte auch eine große Rolle bezüglich Deiner bisher erschienen Publikationen gespielt haben. Wie kam es dazu und welche Bücher gibt es von Dir? 

Bisher gibt es vier Bücher, an dem fünften schreibe ich derzeit. Das erste Buch heißt „Ändere nicht deinen Partner, ändere dich selbst. Negative Erziehungsmuster erkennen und auflösen. So machen Sie nie wieder dieselben Fehler“, erschienen Anfang 2012 bei mvg. Es ist das Buch, mit dessen Hilfe wir unbewusste Beziehungssaboteure erkennen und beseitigen, die uns davon abhalten das Richtige zu tun. Meist wissen wir ja, wie wir uns eigentlich verhalten sollten. Wenn uns das nicht gelingt, liegt dies an Konditionierungen. Um die geht es in den meisten meiner Bücher. So auch in Buch Nr. 2: „4 Schritte zur Gelassenheit. Wie wir unseren Ängsten die Macht nehmen“ Egal ob Redeängste, Selbstzweifel oder die Sorge nicht dazu zu gehören – auch dieses Buch vermittelt, wie wir uns von angstverursachenden Prägungen befreien können.

Die beiden anderen Bücher sind „Best Practice“-Sammlungen für emotionale Kompetenz in der Wirtschaft. Da ist zum einen das kostenlose E-Book „Wer fühlt, gewinnt!“ und dann das Buch „FINANZEINHÖRNER – good guys in the money business“, erscheinen bei Z&G. Ich glaube an die Wirkung positiver Vorbilder. Deshalb präsentiere ich gerne Menschen, die mit Anstand, Menschenkenntnis und Empathie erfolgreich sind.

FB: Begleitend zu Deinen Themen gibst Du Lesungen und hältst Vorträge. Wo bist Du diesbezüglich präsent, aus welchen Branchen kommen – im Zusammenhang mit Deinen Vorträgen – die Auftraggeber, vor welchem Publikum agierst Du? 

Früher habe ich häufiger Präsenz-Vorträge gehalten, sei es vor Selbständigen und Unternehmern, vor Führungskräften oder in Frauennetzwerken. Mittlerweile bin ich dazu übergegangen, Vorträge und Lesungen per Telefonkonferenz zu veranstalten. So kann jeder aus ganz Deutschland, der sich für das Thema interessiert, ohne Aufwand dabei sein.

FB: Du vertrittst die These, dass Frauen sich doch mit echten Problemen beschäftigen sollten – was konkret meinst Du damit?

Wann immer ich bei Facebook Frauengruppen beitrete oder Frauen-Netzwerk-Veranstaltungen besuche, fällt mir etwas auf: Frauen beschäftigen sich dort primär mit „soften Themen“, die die Welt zu einem schöneren, lebenswerteren Ort machen. Das ist im Prinzip gut und wichtig, doch würde ich mir auch eine faktenbasierte Auseinandersetzung mit unserem Finanzsystem, nationaler und internationaler (Wirtschafts-)Politik und gesellschaftlichen Tendenzen sowie deren Hintergründen wünschen. Ohne das erforderliche Hintergrundwissen werden Frauen leicht zu Opfern von Ideologen und Medien, die sie mittels Emotionen und Scheinmoral steuern. In unserer aktuellen gesamtpolitischen Lage ist das hochgefährlich.

FB: Um da ein bisschen im Bild zu bleiben: bilden die beruflichen Probleme, mit denen Frauen sich an Dich wenden, die Probleme, die in der Öffentlichkeit dargestellt werden (Gleichstellung, Gender-Gap, Diskriminierung von Frauen im Berufsleben, usw.) ab?

Ganz selten. Das mag daran liegen, dass meine Klientinnen wissen: Bei Gabriela Friedrich geht es um Eigenverantwortung. Wer über die von Dir genannten Probleme klagt, sieht die Verantwortung für seine Situation meist bei Dritten. Beim Arbeitgeber, bei der Gesellschaft, bei den Männern.

Nun gibt es zwar hier und da noch einige patriarchische Strukturen in Unternehmen, häufiger aber hat es mit prägenden Erlebnissen in ihrer Kindheit zu tun, wenn sich eine Frau diskriminiert fühlt. Sobald die bearbeitet und gelöst sind, ändern sich ihr Auftreten, ihre Erwartungshaltung und ihre Ausstrahlung. Und schon geht die Umwelt anders mit ihr um, respektiert sie und nimmt sie ernst.

Manche Klientinnen fragen mich, wie sie authentisch führen, ohne männliche Verhaltensweisen zu kopieren und ohne innerlich zu verhärten. Oder sie möchten die Beziehung zu ihrem Vorgesetzten oder Kollegen verbessern. Ein ganz großes Thema ist der Wunsch, erfüllter und sinnstiftender zu arbeiten. Wieder andere sind im Gespräch für eine Führungsposition und tun sich schwer mit der Entscheidung, weil für sie Macht negativ besetzt ist. Die Anliegen sind also vielfältig, wobei in zahlreichen Anliegen auch Spannungen zwischen den Geschlechtern eine Rolle spielen. Vielfach fehlt das Bewusstsein für die eigene geschlechtliche Identität und deren Bedeutung ebenso wie das Verständnis für die Eigenheiten und Sensibilitäten des anderen Geschlechts. Und es ist schön zu erleben, wie rasch sind die Dinge durch etwas mehr Achtsamkeit und Bewusstheit harmonisieren.

FB: Stehen sich manche Frauen selbst zu sehr im Weg und wenn ja, inwiefern?

Grundsätzlich steht sich jeder mit seinen Konditionierungen in irgendeiner Weise im Weg. Allerdings beobachte ich bei Frauen und Männern im Coaching unterschiedliche Herangehensweisen an Probleme. Männer springen sofort auf das Konzept der Eigenverantwortung, auf die logische Analyse von Gefühlen und ihren Ursachen und auf die Möglichkeit der schnellen Lösung an. Frauen hingegen stellen gerne Nähe zu anderen Frauen her, in dem sie über ihre Probleme sprechen. Sie bekommen Verständnis, Mitgefühl und Zuspruch, was sich gut anfühlt. Da ist dann der Antrieb, das Problem los zu werden, viel geringer. Außerdem begeben sich Frauen – natürlich nicht alle, aber doch erstaunlich viele – gerne in die Opferrolle. Häufig ist ihnen gar nicht bewusst, dass sie sich komfortabel in dieser Haltung von „ich leide und Du bist schuld und musst Dich ändern“ eingerichtet haben. Wenn ihnen das im Coaching klar wird, ist das Entsetzen meist groß. Doch dann folgt der Schritt ihn ihre wahre Größe und damit in die bedingungslose Eigenverantwortung.

FB: Du coachst Frauen zwar vordergründig im beruflichen Bereich, hast aber auch Klientinnen, die sich an Dich im Zusammenhang mit privaten Schwierigkeiten oder/und Problemen wenden. Vor welchen Herausforderungen stehen diese Frauen?

Ich trenne nicht wirklich zwischen beruflichen und privaten Themen; wir sind überall Mensch und tragen unsere Konditionierungen in alle Lebensbereiche hinein. Viele meiner Klientinnen haben ein niedriges Selbstwertgefühl, tun sich schwer damit Grenzen zu setzen, glauben sich Liebe verdienen zu müssen, fühlen sich verantwortlich für die Gefühle ihrer Nächsten, leiden unter Selbstvorwürfen, Schuldgefühlen oder schleppen uralte Wut auf jemanden mit sich herum, der sie irgendwann verletzt hat. Ein wiederkehrendes Problem ist das gestörte Verhältnis zu Vater oder Mutter, was sich in der Liebe genauso auswirken kann wie in der Karriere. Oder die klammernde Mutter hindert ihre erwachsene Tochter, zur unabhängigen, starken Frau zu werden. Bei Paarkonflikten aller Art werde ich häufig um Hilfe gebeten oder auch bei ungewollter Partnerlosigkeit. Zu letzteren gehört meist auch, alte schmerzvolle Männererfahrungen mit (S)HE zu bearbeiten, damit die Frau ihr Herz wieder zu öffnen vermag. Sehr vielen Frauen vermittle ich derzeit, Männer besser zu verstehen und mit ihnen erfolgreicher umzugehen. Das zahlt sich privat und im Beruf aus.

FB: Wie gestalten sich Deine Coachings mit Frauen?

Das hängt von davon ab, was die Frau von mir möchte. Erst gibt es ein ausführliches, kostenloses Kennenlern-Telefonat, bei dem ich der Frau meine zugegebenermaßen ungewöhnliche Mentaltechnik erkläre. Wenn sie sich entscheidet mit mir zu arbeiten, erhält sie per Mail einen langen Text, den sie laut lesen und mit einem selbst gewählten Schlüsselwort codieren muss. Das ist die sogenannte (S)HE-Installation, eine Art von langfristig wirksamem Programm, das durch Lesen im Unterbewusstsein installiert wird. Mit ihm gelingt es, selbst jahrzehntealte schmerzvolle Erlebnisse in kurzer Zeit zu neutralisieren. Häufig beseitigen wir damit pro 60-minütiger Sitzung drei massive Faktoren, die das Selbstbild oder die Einstellungen der Frau negativ beeinflussen.

Welche Erlebnisse oder Glaubenssätze das sein könnten, erforscht die Frau zunächst in Eigenregie, denn ich möchte, dass jede Klientin die Expertin für ihr eigenes Innenleben wird.

In der ersten „echten“ Telefonsitzung sichten wir gemeinsam die Forschungsergebnisse, ich helfe Zusammenhänge zu erkennen und die wichtigsten, machtvollsten Prägungen zu identifizieren. Die nehmen wir uns dann eine nach der anderen vor. Die Klientin braucht sich dann nur auf die alte prägende Erfahrung oder den einschränkenden Glaubenssatz zu konzentrieren, den Rest erledige ich. Wenn die Konditionierungen beseitigt sind, die für das Problem der Frau verantwortlich waren, besprechen wir weitere Coaching-Inhalte wie z.B. Kommunikationsberatung. Es hängt ganz davon ab, was für diese spezielle Frau in ihrer individuellen Situation zusätzlich sinnvoll ist.

FB: Oftmals gehen die Anliegen, mit denen Klientinnen sich an Dich wenden, auch sehr ins Private, Stichwort: Sexualität. Was für Themen spielen da eine Rolle?

Die Themen reichen von Hemmungen bei bestimmten Praktiken bis hin zu einer generell negativer Haltung gegenüber Sexualität oder großer Scham, weil sie sich nicht schön genug finden. Auch wenn nach einigen Jahren der Partnerschaft sexuelle Unlust aufkommt, kann ein Mentalcoaching helfen. Denn bei vielen dieser Schwierigkeiten spielen mentale und emotionale Prägungen eine Rolle. Wenn die beseitigt sind, kann die Frau ihre Lust endlich frei genießen.

FB: Wie gestaltet sich bei Dir ein typischer Arbeitstag? 

Den gibt es nicht; jeder Tag ist anders. Das liegt allerdings nicht nur an der Vielfalt dessen, was ich tue. Ich versuche auch die Aufgaben dann zu erledigen, wenn es sich richtig anfühlt. Alles hat seinen optimalen Zeitpunkt, an dem es leicht und gut gelingt.

FB: Du bist beruflich sehr eingespannt. Wie schaltest Du ab, gibt es Hobbys?

Ich liebe England, seine Landschaften und die Architektur. Deshalb schaue ich mit Begeisterung auf YouTube Folgen der britische Serie „Escape to the Country“. Darin geht es um potentielle Immobilienkäufer, die sich in ihrer Lieblings-Region drei Objekte anschauen. Dabei werden nicht nur die überwiegend historischen Häuser gezeigt, sondern auch die Gegend vorgestellt. Ich habe eine Weile in England gelebt, war lange mit einem Engländer liiert und nähre mit diesen Videos den anglophilen Teil meiner Seele.

FB: Was für Pläne gibt es derzeit in Sachen Coaching, Bücher oder auch Lesungen/Vorträge? Und: wo kann man Dich öffentlich erleben?

Ab Februar oder März startet das große, ganzheitliche Gesundheitsportal MyHealthy.Plus, das ein ehemaliger Top-Banker gegründet hat. Er gehört zu den von mir porträtierten Finanzeinhörnern und hat sich aufgrund schwerer Krankheit mit den Aspekten von Gesunderhaltung beschäftigt. Bei dem Portal verantworte ich MyMentalCoach.Plus, weil schließlich das emotionale Wohlbefinden und glückliche Beziehungen wichtige Faktoren für unsere Gesundheit sind. Im Shop des Portals kann sich jeder mein kostenloses E-Book über (S)HE herunterladen. Und ab März werde ich für die Interessenten des Portals einmal monatlich kostenlos in einer Telefonkonferenz erreichbar sein. Bei dieser Gelegenheit kann man mich kennen lernen, mir Fragen stellen oder sich Tipps für die Selbstanwendung von (S)HE holen. Schließlich biete ich über den Shop von MyHealthy.Plus auch ein kurzes (S)HE-Training plus Unterlagen an, sodass man sich im Alltag jederzeit selbst helfen kann.

Außerdem werden dort im Shop die Produkte von Ethno Health erhältlich sein, einem der wenigen Anbieter von Heilkräuterrezepturen, die meiner Einschätzung nach wirklich gut sind.

Mein größtes Projekt für 2019 ist es, endlich mein Buch „Männer sind wundervoll, Frauen auch“ fertig zu stellen. Es ist ein Männer-/Frauen-Versöhnungsbuch mit konkreten Tipps für beruflichen Erfolg, grandiosen Sex und erfüllende Liebe. Während ich das Buch schreibe, werde ich bereits daraus lesen. Natürlich auch per Telko – die Termine stehen rechtzeitig auf meiner Website. Genauso wie die Termine für die(S)HE-Telkos, bei denen ich Menschen erkläre, wie sie Freundschaft mit ihrem eigenen Hirn schließen und mit ihm so nett sprechen, dass es gerne tut was sie möchten. Ich würde mich sehr freuen, auch deine Leserinnen bei diesen Lesungen und Vorträgen zu begrüßen. Vielleicht interessieren sie sich ja für ein besseres Miteinander der Geschlechter, für mehr Gelassenheit und Selbstliebe.

Weitere Informationen finden sich auf der Homepage von Gabriela Friedrich. Und auch hier.

Copyright: Gabriela Friedrich

Julia Sohn – Initiatorin der Aktion #grüneBüroklammer in Nordrhein-Westfalen

Mit einer Büroklammer für den guten Zweck – was hat das zu bedeuten? So reagierte ich, als mir auf Facebook die #grüneBüroklammer als Hashtag im Newsfeed unterkam. Aus Neugier klickte ich drauf und staunte was man – oder besser gesagt: Frau – mit diesem kleinen Büro-Utensil so alles erreichen kann.

Julia Sohn, eine engagierte Unternehmerin aus Nordrhein-Westfalen, nutzt nämlich tatsächlich eine  simple Büroklammer, um sich für den guten Zweck zu engagieren. Mittlerweile hat die umtriebige Düsseldorferin, die in der bekannten Metropole am Rhein auch eine eigene Business Academy aufgebaut hat, bereits die unterschiedlichsten Unternehmerinnen und Unternehmer in ihrer Region mit der Initiative #grüneBüroklammer angesteckt.

Erreichen möchte sie mit der außergewöhnlichen Idee, dass am Ende ein stattlicher Erlös in ein Kinderarmutsprojekt der Stiftung Sterntaler fließt.

Doch schon innerhalb der jetzigen Aktivitäten konnte finanziell benachteiligten Menschen geholfen werden – so einem Rentner, der dank der Aktion erforderliche Zahnarztbehandlungen vornehmen lassen kann, die er sich selbst nicht mehr leisten konnte. Alles in allem ist die #grüneBüroklammer ein außerordenlich kreatives Projekt, über das Julia Sohn – die selbst Mutter ist – im Interview Auskunft gibt.

FB: Frau Sohn, bevor wir zu Ihrer Aktion kommen – erzählen Sie doch etwas über sich und Ihre Arbeit, sowie über die Kurse, die Sie für Kinder entwickelt haben.  

Ich selbst habe Marketingkommunikation studiert und mir war schnell klar, dass ich mein eigener Chef sein möchte. 2001 habe ich mich mit der vame Business Academy selbstständig gemacht, ein Online-Weiterbildungsinstitut, dass ich seitdem als Akademieleiterin leite. Seinerzeit steckte das Thema eLearning noch in den Kinderschuhen. Manchmal weiß ich selber nicht, wo ich die Kraft hergenommen habe, so lange durchzuhalten. Heute weiß ich, dass sich das definitiv gelohnt hat. Im Angebot stehen bei uns diverse IHK-Prüfungsvorbereitungskurse sowie private Studiengänge aus den Bereichen: Vertrieb, BWL, Marketing, Werbung, Eventmanagement. Die vame arbeitet bundesweit und ortsunabhängig. Unsere Lehrgänge werden im Blended Learning-Format angeboten.

2008 kam meine Tochter zur Welt und da ich seinerzeit keinen sinnvollen Krabbelkurs gefunden habe, der auch mein Hirn etwas beansprucht, habe ich kurzerhand selbst einen kreiert. Daraus entstanden ist das „Krabbelreich“ in Düsseldorf-Oberkassel, das es bis heute parallel zur vame Business Academy gibt. Viele hundert Mütter haben schon an unseren Kursen teilgenommen. Von klassischer Rückbildung, Krabbelkursen mit Bildungscharakter, musikalischer Frühförderung, 1. Hilfe Kursen mit Schwerpunkt Babys und Kinder und seit über 1 Jahr auch 1. Hilfe-Kurse für Kinder ab 6 Jahren.

Die Kinder lernen bei uns, wie man sich in Notsituationen zu verhalten hat. Von 112 anrufen, stabiler Seitenlage, Verbänden anlegen bis zur Bedienung eines Defibrillators. Ein sehr sinnvoller Kurs, der unter dem Motto steht: Auch Kinder können Leben retten! Seit einigen Monaten ist daraus in Kooperation mit der Stiftung Sterntaler ein Stadtprojekt geworden. Wir versorgen gemeinsam alle 4. Klassen der Grundschulen mit diesem Kurs. Was gibt es sonst noch über mich zu sagen? Ich würde mich als sehr kreativen Menschen bezeichnen, der gerne mit der Zeit geht und verrückte Ideen blitzschnell umsetzt.

2017 habe ich den Unternehmerinnenpreis der Stadt Düsseldorf gewonnen, was mir gezeigt hat, dass ich mit meinen Ideen nicht ganz falsch liege.

Mit einer Flasche Wein ging`s los – Julia Sohn mit Petra Mennigmann.

FB: Die besagte Aktion, der Sie sich derzeit widmen, ist eher ungewöhnlich und auch der Name – #grüneBüroklammer – lässt erst mal nicht auf ein Charity-Engagement schließen. Was steckt dahinter und wie kamen Sie zu dieser Idee? 

Das war wieder eine meiner verrückten Ideen. Ich war laufen und hatte ein Hörbuch auf den Ohren. Mitunter ging es in diesem um eine Geschichte, die 2006 in Kanada stattgefunden hat. Ein Kanadier schaffte es binnen 1 Jahr eine rote Büroklammer in ein Haus zu tauschen. Das Haus schenkte er schlussendlich seiner Verlobten. Ich fand die Geschichte witzig und habe nach einigem Zögern eine eigene Geschichte daraus gestrickt. Allerdings zugunsten der Stiftung Sterntaler und in deutlich abgewandelter Form.

Der Betrag, der am Ende dabei herauskommt, wird 1:1 in ein Kinderarmutsprojekt der Sterntaler gesteckt.

FB: Wie gestaltet sich die Aktion in der Praxis – wo finden Sie die Tauschpartner und was wird so alles angeboten?

André Schnaudt u. Thorsten Poersch (Part2Gallery) tauschen Matratzen-Gutschein gegen tolles Bild.

Gar nicht so einfach, wie zunächst gedacht. Der Ursprungsgedanke war, dass ich „etwas“ gegen etwas Gleichwertiges oder im besten Falle Höherwertiges eintausche. In kürzester Zeit schoss die Summe nach oben und ich konnte Dinge, die ich toll fand, die aber vielleicht etwas günstiger waren, als das Tauschobjekt, nicht mehr annehmen. In den Moment ist eine zweite Sparte entstanden: nämlich, dass ich Gutscheine oder Sachgegenstände in Form von Spenden annehme. Schon war das „Preisproblem“ gelöst. Die Spenden fließen an Stellen in die Geschichte ein, wo es einmal klemmt. Z. B., wenn ein Tauschgeschäft keinen klar definierbaren Wert hat oder ich jemanden dazu bringe seinen Tauschgegenstand direkt weiter zu spenden und er aber trotzdem eine Kleinigkeit dafür bekommen soll.

Ein Beispiel: Ich habe zwischendurch einen 500 EUR Gutschein eines Zahnlabors in den Händen gehalten. Dieser wurde von einem Cateringunternehmen gegen einen Catering-Gutschein eingetauscht. Gemeinsam haben wir entschieden den Zahnlabor-Gutschein direkt an die Bürgerstiftung weiter zu reichen. Nun hat ein Rentner etwas davon, der sich keine Zähne mehr leisten kann und das Cateringunternehmen bekommt von mir ein kleines Goody, damit es nicht ganz leer ausgeht. Alle Sachspenden, die am Ende übrig sind, werden auf einer Abschlussveranstaltung versteigert.

Die Summe kommt dann auch in die Sterntaler-Kasse.

Der Story folgen kann man zum Beispiel auf unserer Homepage. Dort findet man eine Zusammenfassung. Die volle Story kann man bei Facebook mitlesen, wenn man dort: #grüneBüroklammer eingibt.

Julia Sohn mit Sonja und Vera Schmittmann von der Edelbrennerei Schmittmann.

Angefangen haben wir mit einer Flasche Wein, dabei waren schon Champagner, Kunstwerke, eine professionelle Zahnreinigung, private Golfstunden, ein Frühstück für 4 Personen im Riesenrad von Oscar Bruch und vieles mehr. Man selbst weiß nie, was als Nächstes kommt. Ganz schön aufregend! Was mich sehr freut: am 13. Januar 2019 wird es eine tolle Abschlussveranstaltung geben im „Chateau Rikx“ – ein begehrter Club in Düsseldorf. Der Betreiber wird alle Getränkeeinnahmen, die auf der Veranstaltung über die Theke gehen, in meinen Spendentopf werfen. Das wird die Summe noch mal anständig nach oben treiben. Noch dazu wird Theo Fitsos, ein bekannter DJ aus Düsseldorf kostenlos auflegen, um ein wenig Schwung in die Veranstaltung zu bringen und Peter Inhoven, ein großartiger Metzger aus Düsseldorf, wird einen Würstchenstand aufstellen und die Einnahmen ebenfalls spenden. Ich freue mich über ein sehr breites Netzwerk. Meine Tauschpartner finde ich auf diesem Wege, etliche sprechen mich von sich aus an.

FB: Klappt es immer, dass der eingetauschte Gegenstand einen höheren Wert hat?

Das ist ziemlich viel Organisation meinerseits – aber ja. Und seitdem ich noch zusätzlich Spenden ohne Tauschgegenstand annehme, hat sich das Problem ohnehin gelöst. Schön ist zu sehen, dass viele einfach etwas Gutes tun- und bei der Story dabei sein wollen und gar nicht so sehr darauf schauen, ob und was sie dafür bekommen.

FB: Wie profitieren die teilnehmenden Unternehmen?

Jeder, der etwas gibt (ab einem Wert von 50 EUR aufwärts) bekommt eine Story in Form eines redaktionellen Beitrags, wo die Person/das Unternehmen/das Tätigkeitsfeld vorgestellt wird. Es ist kaum zu glauben, wie viel Reichweite die Storys haben. Ich kann tatsächlich nirgendwo mehr hingehen, wo nicht jemand „grüne Büroklammer“ sagt. Sehr lustig. Ich träume auch schon von grünen Büroklammern ;-). Die Beiträge erscheinen auf einer Vielzahl von Plattformen. 4 Seiten bei Facebook, LinkedIn, nebenan.de, auf unserer Homepage, bei XING, auch werden sie weitergeteilt…das ist ein klarer Mehrwert, da die Leute lieber eine schöne Geschichte lesen, als auf eine langweilige Werbeanzeige zu klicken und schon werden Personen und Unternehmen gesehen, die vielleicht vorher gar nicht so präsent waren.

FB: Was geschieht mit dem Erlös?

Alles wird bis auf den letzten Cent an die Stiftung Sterntaler gespendet. Dort wird der Betrag gut investiert, in ein Projekt gegen Kinderarmut in den eigenen Reihen.

FB: Wie lange läuft die Aktion noch und wie können Interessenten mit Ihnen in Kontakt treten?

Die Aktion selbst läuft noch bis zum 01.01.2019. Dann ist mit den Tauschgeschäften und Spendenannahmen Schluss. Dann gibt es noch die Abschlussveranstaltung am 13. Januar, 15:00 Uhr h und danach brauche ich erst mal Urlaub…Neben 2 Firmen und einem Kind, ist das alles ist doch nicht ohne. Wer noch etwas Tolles anzubieten hat (bitte keine alten Skiklamotten oder Ähnliches), darf sich sehr gerne melden: jsohn@vame.de

Bildnachweis / Copyrights: Julia Sohn

Dagmar Wöhrl

Das ist nun wirklich mal ungewöhnlich! Während in der VOX-Show „Die Höhle der Löwen“ manchen Start-ups von Dagmar Wöhrl & Co. eiskalt abgesagt wird („Ich bin raus“) – wie aktuell zum Beispiel der charmanten Schweizerin mit nachhaltigen Handtaschen aus Fischhaut – kämpfen gleich drei „Löwen“ um eine profane Wärmflasche. Nichts gegen das Teil an sich, das gestern in der Gründershow auf VOX vorgestellt wurde! Die jungen Männer, die mit TROY eine wirklich besondere Wärmflasche ertüftelten, haben sich durchaus Gedanken gemacht und in der Tat eine Neuerung geschaffen. Nur – ganz ehrlich -: wie oft verbrennt man sich denn beim Benutzen einer Wärmflasche? Das dürfte doch eigentlich so gut wie nie der Fall sein. Und wenn der Plastikwärmer tatsächlich mal zu heiß ist, wickeln wahrscheinlich die meisten Leute ein Geschirrtuch drum…!

Dagmar Wöhrl begeistert sich für so manche Idee

Die Gründer von TROY – Benjamin Ohmer und Volker Junior – stellten in der VOX-Show ihre Neuerung, die Temperatur in der Wärmflasche mit einer speziellen, integrierten Steuerung nicht auf Verbrennungs-Niveau ansteigen zu lassen, vor.

Zudem hält die Wärme in einer TROY-Wärmflasche doppelt so lange vor, wie bei einer herkömmlichen.

Nur: da man sich eine Wärmflasche ja `eh meist zum Einschlafen mit ins Bett legt, reicht die herkömmliche Wärme-Vorhaltezeit von um die sieben Stunden doch eigentlich aus…!

Hat eine doppelte Wärme-Vorhaltezeit wirklich einen so großen Nutzen? Und: geben die Leute dann auch tatsächlich die circa 39,00 Euro für so eine Wärmflasche aus? Zumal vor dem Hintergrund, dass herkömmliche Plastikflaschen schon ab 5,00 Euro im Handel zu haben sind?

Fragen über Fragen, die sich aber scheinbar die drei Löwen nicht stellten.

Attraktive Angebote für die Gründer

Denn sowohl Dagmar Wöhrl (im Bild), als auch Ralf Dümmel und Georg Kofler, wollten den Deal mit der Wärmflasche eingehen und machten den TROY-Gründern attraktive Angebote – siehe hier.

Nun ja – alle drei Unternehmer haben ausreichend Möglichkeiten, die Wärmflasche über ihre Kanäle und Connections zu vertreiben und zu promoten.

Ob die Verbraucher auf ein solches Teil gewartet haben oder ihre Hüften nach wie vor mit einer 5,00-Euro-Wärmflasche wärmen, bleibt deshalb wohl erst einmal abzuwarten…!

Eher eine Innovation ist eigentlich ein kleines Detail, das zusätzlich zur TROY-Wärmflasche gekauft werden kann. Nämlich ein abnehmbarer Verschluss, der sowohl bei Babys und Kleinkindern, als auch bei verwirrten oder demenzkranken Senioren verhindert, dass sich – wenn sie am Verschluss nesteln –  womöglich heißes Wasser über ihren Körper ergießt.

Zum Erfolg mit Dagmar Wöhrl?

DAS ist eigentlich der echte Start-up-Clou, den es zudem unabhängig von der TROY-Wärmflasche zu kaufen gibt und der sogar auf fast alle handelsüblichen Wärmflaschen passen soll.

Nun ja – so oder so bleibt den jungen Erfindern viel Glück zu wünschen, denn das hat wohl jedes Start-up verdient! Und mit Dagmar Wöhrl – der „Löwin“, für die die beiden jungen Männer sich letztlich als Deal-Partnerin entschieden – könnte sich dieser auch einstellen. Wenn denn die Leute mit innovativen Wärmflaschen warm werden…Mal schauen!

Bildnachweis: picture alliance/Eventpress

Public Relation – abgekürzt PR – das klingt aufregend! Und ganz ehrlich: das ist es auch. Zumindest wenn ich einmal aus dem Nähkästchen meiner Erfahrungen plaudern darf, die ich als PR-Beraterin im Bereich Prominente und Lifestyle machte.

Es ist nun schon eine ganze Weile her, mittlerweile arbeite ich pr-technisch online, aber ich schaue gerne zurück auf diese Zeit und schwelge in Erinnerungen.

Vor allem in solchen, die mich als PR-Beraterin mit Prominenten zusammenbrachte. Natürlich nicht einfach so. Ich rutschte per Quereinstieg in dieses Promi-Ding und hatte jahrelang sowohl eine Promi-Kolumne als auch eine Promi-Sendung.

Freilich alles in unserer Region, aber das reichte aus, um mit vielen großen Namen in Kontakt zu kommen. Das geschah meist in Form von Interviews, ich erinnere mich aber auch gern daran, wie ich Prominente im Rahmen von PR-Aktionen betreute.

Und da fange ich gleich mal an mit meinen verrückten Erfahrungen. Natürlich werde ich die Namen der meisten VIP`s hier nicht preisgeben, sondern dahingehend etwas anonymisieren. Sicher ist sicher. Nicht, dass sich der eine oder andere womöglich im Nachgang auf den Schlips getreten fühlt.

Als PR-Beraterin empfand ich die Superstars am angenehmsten!

Obwohl ich in diesem Zusammenhang sagen muss, dass ich die Erfahrung gemacht habe, dass sich meist nur die „C“-Promis aufspielen und die richtigen Megastars total zurücknehmen.

Ja, wirklich!

Ich denke da an eine Backstage-Begegnung mit Peter Maffay (ihn muss ich nicht anonymisieren!) zurück, damals war er noch mit Tanja zusammen, die ebenso anwesend war.

Hier wartete ich leider mit einem Fauxpas auf, denn ich begrüßte Tanja mit „Michaela“. Diese war allerdings seinerzeit schon die Expartnerin von Maffay und ich erschrak natürlich, als man mich lachend darauf aufmerksam machte.

Da aber wirklich alle lachten – Tanja, der Manager, die Partnerin des Managers und Maffay selbst – konnte ich erleichtert auch mit einstimmen und mit dem Interview beginnen. Im Schlepptau hatte ich  meinen Kameramann, da wir damals den Dreh mit Maffay im Zusammenhang mit einer Charity-Gala planten. Nach dem Interview saßen wir noch eine Weile zusammen, Maffays damalige Frau begutachtete, ganz frei von der Leber weg – gemeinsam mit der Frau des anwesenden Managers –, ihre offenbar gerade erst gekauften Schuhe. Supernatürlich und ohne jedwede Allüren. Genau wie Maffay selbst!

Aber apropos Allüren.

Die kamen mir natürlich auch unter. Und – wie oben schon erwähnt – von Promis, die nicht gerade von sich behaupten konnten, in der allerersten Promi-Kategorie mitzuspielen.

So zum Beispiel der – eher stets im Hintergrund wirkende – Co-Moderator eines super bekannten Late-Night-Talkers.

Wie heute auch noch bei Leuten dieser Art üblich, hatte er seinerzeit ein Buch herausgebraucht, über das das damalige Magazin, für das ich arbeitete, ein Interview mit diesem Menschen wollte. Nun, ich organisierte das und es lief darauf hinaus, dass dieses Interview via Telefon geführt werden sollte, wenn dieser Mann – im Rahmen seiner Lesetour – in einem Hotel unserer Stadt eingetroffen ist.

Ich vereinbarte das so mit seinem Management. Eigentlich war es mehr als albern, dass sich dieser Typ ein Management leistete, aber das hatte ja damals schon jede Frau, die einen One-Night-Stand mit einem Promi verbrachte, am nächsten Tag….Egal.

Da ich selbst an diesem Tag anderweitig verplant war, delegierte ich dieses Telefoninterview an meine Assistentin. Diese rief auch zum vereinbarten Termin brav im Hotel an und ließ sich in das Zimmer dieses Mannes verbinden.

Aus Höflichkeit begann sie das Gespräch mit „Hallo, Herr XY, wir haben ja für heute den Telefontermin vereinbart, ist es Ihnen recht?!“.

Logisch, dass sie daraufhin ein „ja“ erwartete, aber der Typ – unfassbar eigentlich! – legte, ein mürrisches „Nein“ dazu brummelnd, kurzerhand auf. Tja – auch so kanns gehen.

Heute übrigens ist dieser Mensch lange schon in der Versenkung verschwunden, es ist auch nicht bekannt, dass das Buch irgendwelche Verkaufsrekorde schlug – im Gegenteil!

Viele lustige und skurrile Erfahrungen!

Aber schauen wir doch weiter auf ein eher lustiges Ereignis. Na ja, lustig ist vielleicht etwas übertrieben, eher skurril. Ich sollte für eine PR-Aktion, die ich für einen Kunden organisiert hatte, den Schauspieler, der für dieses Event gebucht war, von Berlin nach Leipzig fahren.  Dieser Mann war und ist durch die Sonntagabend-Tatorte sehr bekannt.

Da ich viele Freunde in Berlin habe, verband ich diese Aktion mit einem Besuch bei einer guten Freundin.

Am nächsten Morgen – ich hatte mir natürlich den Wecker schon sehr früh gestellt, um nicht zu spät zu der Abholung zu kommen (Pünktlichkeit ist für mich als PR-Beraterin immer das A und O gewesen) – wurde ich schon im Morgengrauen via Handy aus dem Schlaf gerissen und der besagte Schauspieler war dran.

„Anja, Du musst sofort kommen, die haben mein Auto geklaut“ rief er durch die Leitung. Ich wusste erstmal gar nicht, wie mir geschah, zumal ich Minuten zuvor noch tief und fest geschlafen hatte.

Es stellte sich rasch heraus, dass tatsächlich jemand die Nobelkarosse von dem Promi geklaut hatte, ausgerechnet in der Nacht vor unserer PR-Aktion! Da seine Frau nicht da war und er – logisch! – keinen Bock hatte, mit den Öffentlichen zum Polizeipräsidium zu fahren, bat er mich, dies zu übernehmen.

Ich sah also zu, dass ich mich in Windeseile fertig machte und düste zum Privathaus des Schauspielers, den alle Welt vom Bildschirm nur als ermittelnden Kommissar kennt.

Schon komisch, wenn man dann als PR-Beraterin in eine solche absurde Situation kommt und diesen Promi höchstpersönlich zum Polizeirevier fährt, damit er eine Anzeige für seinen gestohlenen Wagen aufgeben kann!

Das Prozedere erledigte er ziemlich rasch und professionell wie er war, stand er mir dann für den bevorstehenden PR-Termin zur Verfügung.

Allerdings störte es mich – ich bin Nichtraucherin – sehr, dass er die gesamte Fahrt über in meinem Auto stinkende Zigarillos Kette rauchte.

Ich hatte wahnsinnige Kopfschmerzen und mir graute vor der Tatsache, dass ich auch noch die Rückfahrt übernehmen sollte. Eigentlich sind solche Transferleistungen keine Dienstleistung, die eine PR-Beraterin übernimmt, aber damals hatte sich das so ergeben, warum genau, weiß ich nicht mehr.

Auf jeden Fall war mir klar, dass ich unmöglich die Rückfahrt noch übernehmen konnte, da ich ja auch die Organisation und Durchführung des gesamten PR-Termins mit innehatte.

Meine damalige Assistentin war dann so nett und fuhr den Herrn „Hauptkommissar“ wieder nach Hause.

Eine PR-Beraterin muss gegenüber Kunden immer professionell bleiben!

Viele werden jetzt vielleicht auch darüber nachdenken, ob man als PR-Beraterin mit den männlichen Prominenten vielleicht auch mal flirtet. Dazu kann ich – ausgehend von meiner Person – nur sagen: „nein, nein und nochmals nein!“.

Ich habe das nie gemacht und es wäre auch höchst unprofessionell! Das heißt aber noch lange nicht, dass nicht das prominente Gegenüber nicht einen entsprechenden Versuch startet. So passierte das mir im Rahmen eines Interview mit einem hochkarätigen Film-Star aus DDR-Zeiten, der im Rahmen einer Lesung in der Stadt war.

Er unterbrach das Interview immer wieder – ganz aus heiterem Himmel – um mich anzuflirten und mich zu überreden, mit ihm nach seiner Lesung noch auszugehen.

Ich verneinte das jedoch.

Aber weiter mit den Plaudereien aus dem Nähkästchen über die Erfahrungen einer PR-Beraterin. Eine amüsante, aber doch recht stressige Begegnung mit einer sehr bekannten weiblichen Formation ist mir sehr stark noch in Erinnerung geblieben.

Und zwar stand wieder einmal eine Charity-Gala an, dessen VIP-Akquise ich mit belgeitet hatte. In diesem Zusammenhang buchte mich der Kunde für die Betreuung dreier VIP`s / Acts gleich mit.

Bei diesen handelte es sich um einen Schlagersänger, eine Sportlerin und die besagte Formation der Frauen, die allesamt ihre Kunst mit kleinen Tieren darboten.

Sie stiegen alle in einem Luxushotel ab und ich wartete am Nachmittag am Tag der Veranstaltung vor dem Hotel auf ihr Eintreffen. Während der Schlagersänger und die Sportlerin geräuschlos ihre Suiten bezogen, ging mit der Frauen-Formation samt ihren kleinen Tieren ein großes Hallo los. Nicht nur, dass sie Unmengen an Gepäck dabei hatten – nein: ehe man es sich versah, nahmen die Tierchen die ganze Lobby in Beschlag, zur Irritation manch` anderer Gäste und auch zur Freude einiger Leute, die in dem Hause abgestiegen sind und sich gerade im Empfangsbereich aufhielten.

Es war, als lieferten sie hier – vor den Augen des Luxushotel-Publikums – eine separate Show ab!

Irgendwann aber kehrte dann Ruhe ein, die Damen hatten sich – nebst ihren Tieren – auf ihre Zimmer zurückgezogen und der Gala-Abend wurde ein voller Erfolg. Am nächsten Nachmittag – einem Sonntag – fiel mir dann die Aufgabe zu, diese Promis zu verabschieden. Erwartungsgemäß ging das mit dem Schlagersänger und der Sportlerin recht rasch über die Bühne.

Allein die kunterbunte Formation der sehr bekannten Promi-Ladies präsentierte wieder ganz großes Kino.

Wie schon bei der Anreise wurde auch zur Abreise die Hotellobby von den Tieren der Frauen in Beschlag genommen und aufgrund der vielen mitgebrachten Gepäckstücke musste der Hotel-Boy mit seinem güldenen Gepäckwagen pausenlos rotieren.

Erfahrungen als schöne Erinnerung

Ich erinnere mich noch daran, dass es ein brütend heißer Tag war – die ganze Verabschiedungs-„Show“ spielte sich auch vor den Augen der amüsierten Gäste des Freisitzes des Hotels ab – und ich von Minute zu Minute mehr Kopfschmerzen bekam.

Die Damen waren allesamt recht laut und  – na ja – gackernd unterwegs und bis die letzte nebst ihren Kleidern und dem jeweiligen Tier im Auto saß, vergingen für mich gefühlte Stunden, dabei waren gerade mal sechzig Minuten vergangen. Ich war wirklich froh, dann die Rücklichter des VIP-Kleinbusses zu sehen und legte mich den Rest des Tages schlafen.

Das ist auch so ein Thema bei einer PR-Beraterin: da sie oft arbeitet, wenn andere Feierabend haben oder/und sich zur Nachtruhe begeben, nutzen engagierte PR-Damen freie Stunden oder Wochenenden oft zum schlafen, lesen oder ausruhen.

Zumindest ging mir das immer so und ich kenne es auch von Kolleginnen, die ebenfalls als PR-Beraterin arbeiten. Da man schon im normalen Alltag ein kunterbuntes Programm hat, verspüren die wenigsten Leute, die in diesem Job arbeiten, in ihrer Freizeit den Drang, auf Events zu gehen oder wild abzufeiern.

Aber vielleicht hat sich das ja mittlerweile auch geändert – ich rede hier immerhin von Erinnerungen, die bald ein Jahrzehnt zurück liegen.

Aber wie auch immer: schön war es!

Nachweis Symbolfoto: pixabay.com

Ein Gastbeitrag von Dorothea zum Thema Mobbing.

Eine der wohl schlimmsten Erfahrungen, die Frauen in ihrem Berufsleben machen, ist Mobbing.

Die häufige Hilflosigkeit darüber und auch der Frust spiegeln sich beispielsweise in diversen Internet-Foren und -Artikeln wider, die sich mit diesem Thema beschäftigen.

Auf welche Art und Weise Frauen Mobbing erleben, ist total unterschiedlich und auch, wie sie damit umgehen.

Ich möchte hier meine eigene Mobbing-Geschichte erzählen – so wie sie mir widerfahren ist.

Es ist schon einige Jahre her. Ich arbeitete damals bei einem renommierten Unternehmen, das jedoch nach einigen Jahren seine Filiale in der Stadt, in der ich damals lebte und arbeitete, schloss. Ich war gezwungen, mir einen neuen Job zu suchen.

Als ausgebildete Marketingfachfrau war das nicht einmal schwer, ja – ich hatte sogar ein wirklich gutes Angebot.

Allerdings traf ich durch einen Zufall auf einen kreativen Mann, der ein riesiges Kulturprojekt plante und marketingmäßig jemanden brauchte. Er wollte unbedingt, dass ich bei ihm anfange. Das Ganze klang verlockend und so ganz anders als der eher trockene Bürojob, der mich definitiv bei dem anderen Angebot erwartete und so sagte ich zu.

Keine drei Tage später war ich bei dem Kreativen vor Ort – und fand erst einmal das totale Chaos vor. Er plante eine absolut außergewöhnliche Kunstinstallation, die sich schon weit über die Grenzen unserer Stadt herumgesprochen hatte und somit streiften auch immer wieder Medienvertreter auf dem Gelände herum.

Ich sollte vielleicht noch dazu sagen, dass die Eröffnung seiner Installation nur fünf Tage nach meinem Antritt geplant war, deshalb auch das Chaos. Wie es eben bei Künstlern so ist…!

Dennoch blieben alle irgendwie cool und jeder verrichtete sein Werk. Ich wurde für Medienarbeit und Marketing abgestellt und begann vom Fleck weg mit meiner Arbeit, die mir von der ersten Minute an riesigen Spaß machte.

Wenige Tage später wurde die Installation mit einem Riesen-Brimborium und unzähligen Lokal-Prominenten in unserer Stadt eröffnet. Das Medienecho war riesig und überaus positiv. Kurz darauf war das kreative Gesamtkunstwerk für die Öffentlichkeit zugänglich. Es schlug absolut ein – die Leute waren begeistert. Da allerdings noch immer keine richtige Struktur in den Bereichen, die nun zu betreuen waren (Event, Ausstellung, Führungen, Reisegruppen), zu verzeichnen war, bat mich mein Chef, der besagte Künstler, dies in die Hand zu nehmen und auch Leute einzustellen.

Er gab mir freie Hand und ich begann damit, jeweils ein Team für die verschiedenen Bereiche, die es abzudecken galt, ein- und zusammenzustellen.

Parallel begleitete ich meinen Chef zu diversen Medienterminen, darunter große Sender, bei denen er in bekannten Talk-Shows auftrat.

Es brachte es mit sich, dass ich bei solchen Auftritten als seine berufliche Begleitung stets einen Platz in der ersten Reihe zur Verfügung gestellt bekam. Das wäre an und für sich keine Information wert, ich erwähne es aber, weil es eine Rolle bei dem Mobbing, das mir noch widerfahren sollte, spielt.

Tja – und das Mobbing: es kam schneller, als ich gucken konnte und zwar in Form einer neuen Mitarbeiterin. Aber nicht irgendeiner! Die Geliebte des Chefs persönlich wurde eines Tages in der Firma angestellt. Dass sie tatsächlich die Geliebte von ihm war, war nicht nur bekannt, sondern man bekam es im täglichen Arbeits-Miteinander auch mit.

Auch sie selbst machte keinen Hehl daraus. Der Künstler selbst lebte getrennt von seiner Partnerin, aber so oder so war es ja sein Leben.

Nun gut.

Die Frau bekam also einen Job in dem mittlerweile sehr gut laufendem Kulturbetrieb (die Kunstinstallation hat zwischenzeitlich viele tausende Besucher am Tag!).

Man druckte ihr eine Visitenkarte und schrieb „Account Managerin“ darauf, warum auch immer. Ich selbst hatte erst einmal nicht wirklich viel mit ihr zu tun, zumal ihr Büro am anderen Ende des Ganges lag.

Das änderte sich allerdings rasch. Eines Tages, an dessen Abend für den Künstler wieder einmal ein Auftritt in einer bekannten Sendung auf dem Plan stand, zu der ich ihn begleiten sollte (ich hatte Wochen zuvor immer wieder Kontakt mit dem Redaktionsteam des Fernsehsenders gehabt und ihn schlussendlich tatsächlich in die Sendung bekommen), rief mich diese besagte Frau – nennen wir sie hier Verena – von ihrem Büro aus in meinem Büro an.

„Du, Dorothea, Du kannst Dir heute Abend frei nehmen, in die Sendung gehe ich mit ihm“ tönte es aus dem Hörer.

„Ach so, ja – wie das?“ fragte ich. „Weil ich halt mit ihm gehe“ war die kurze Antwort – dann legte sie auf.

Ich war natürlich verunsichert. Als ich später am Tag meinen Chef an meinem Büro vorbeigehen sah, folgte ich ihm kurz und fragte ihn, ob es tatsächlich so sei, dass sie ihn begleitet. Er nickte zerstreut.

Nun, okay – ich wusste Bescheid. Irgendwie schwante mir da schon was, obgleich ich das freilich nicht einordnen konnte.

Aber gut, ich bereitete mich meinerseits auf einen netten Feierabend mit meinem Partner vor, denn den gab es in meinem Job selten. Meist kamen wir – als das Team des Künstlers – nicht vor zehn abends heim, konnten aber am nächsten Morgen kommen, wann wir wollten. Ein wenige Laissez-faire…wie bei vielen Künstlern halt üblich.

Allerdings: am nächsten Morgen erwartete mich eine weitere Überraschung. Keine gute.

Meine Sekretärin, die ich zu diesem Zeitpunkt schon geraume Zeit hatte, setzte mich in Kenntnis, dass sie ab sofort für Verena arbeiten sollte. Und dass Verena sich auch ab sofort um das Buchungsgeschäft mit den Reiseveranstaltern – ein Zweig, den ich mühsam aufgebaut hatte – kümmern würde.

Anweisung von selbiger…Ich konnte es nicht fassen und stürmte zu Verena ins Büro.

„Wieso arbeitet Frau Müller ab jetzt für Dich?“ fragte ich sie. „Und wieso willst Du jetzt die Reisebusse übernehmen?“ schob ich nach.

Verena saß im Sessel ihrer Büro-Sitzgruppe, rauchte und lächelte maliziös. „Ach, weißt Du, Doro, Du solltest langsam ein wenig entlastet werden!“ sagte sie scheinheilig.

Ich eilte zurück in meine Büro und versuchte mich zu fassen, zu sammeln. An Mobbing dachte ich in diesem Moment nicht. Noch nicht. Statt dessen überstand ich den Tag irgendwie und ging abends fix und fertig nach Hause. Ich bemerkte einmal mehr, dass ich Magen- und Darmprobleme hatte – wie auch in den letzten Wochen schon.

Ich rief meine Freundin Katrin an und erzählte ihr, was sich zugetragen hatte. Katrin hörte mir lange zu, während sie dabei einen Apfel aß.

Als ich geendet hatte, sagte sie nur vier Worte: „Du – das ist Mobbing“.

Mobbing? Ich war verstört, weil ich bis dato mit diesem Phänomen überhaupt keine Erfahrung hatte (wer will die auch schon?).

Ich ließ Katrins Fazit an diesem Abend sacken und machte mich am nächsten Vormittag wie gewohnt zur Arbeit, mit einem leichten Magendrücken.

Verena kam in mein Büro, kaum das ich den Computer hochgefahren hatte. „Hier – schau mal: heute Morgen stand ein Reisebus schon um 9.00 Uhr vor der Ausstellung, die meinten, die hätten die Info von Dir!“

Ich schaute auf den Wisch, den sie mir auf den Schreibtisch klatschte und verstand überhaupt nichts.

Klar, die gesamten Buchungen liefen bei mir und meinem Team zusammen, aber warum sollte ich einer Reisegruppe die Auskunft geben, dass sie schon um 9.00 Uhr reinkann? Die Ausstellung öffnete um 10.00 Uhr.

Ich verstand es nicht.

Da Verena den Zettel auch blitzschnell wieder wegnahm, konnte ich mir die Aufzeichnungen, die er enthielt, nicht anschauen.

Ich registrierte noch, dass meine Sekretärin, Frau Müller, die im Vorzimmer saß, zu dem die Türe meines Büros geöffnet war, betreten ins Nichts starrte – offenbar war ihr die Szene peinlich.

Der Spuk war aber genau so schnell vorbei, wie er gekommen war, denn Verena funkelte noch einmal wütend mit ihren Augen, machte dann auf dem Absatz kehrt und verließ das Büro. Ich war wie benommen und fuhr wie in Trance meinen Rechner hoch, um nachvollziehen zu können, worauf die Panne beruhte.

Hier lauerte allerdings die nächste Überraschung: in meinem Computer war nichts mehr, wie es war. Es fehlten Dateien und auf dem Desktop herrschte das reinste Chaos.

Ich war mir sofort sicher, dass hier Verena ihre Hände im Spiel hatte.

Immerhin hatte ich kein Passwort zu dem Rechner, das hat damals, in der Eile und Hektik zu Beginn des Kunstprojektes, eigentlich keiner gemacht – wir sind immer untereinander auch an die Rechner der Kollegen gekommen.

Nun ja, ich war bedient.

Ich schützte noch einen Auswärts-Termin vor und fuhr nach Hause, unter größten Magen- und Darmbeschwerden. Ich muss dazu sagen, dass sich Ärger bei mir immer auf diese Organe legt.

Als ich im Abend erneut meiner Freundin Katrin von den Geschehnissen im Büro berichtete, bekräftige diese ihren Verdacht und deklarierte das Treiben als Mobbing. Das sah auch mein Partner so, der das natürlich mitbekam und mit dem ich ebenso darüber sprach.

„Klar – das ist Mobbing – such Dir was anderes, Du kommst gegen niemanden an, der mit dem Chef ins Bett geht“ sagte er zu mir.

Apropos Chef. Ich nahm mir vor, am nächsten Tag mit dem Künstler höchstpersönlich zu sprechen.

Am nächsten Morgen wählte ich seine Nummer, noch bevor ich ins Büro fuhr und erreichte ihn sofort. Ich schilderte ihm die Geschehnisse und sagte ihm klipp und klar, dass ich mich als Opfer von Mobbing sah.

Er hörte mir zu, aber was er letzten Endes zu dem Ganzen sagte, ließ mich mut- und hoffnungslos werden. Denn er meinte nur kurz und knapp: „Macht das unter euch aus“. Dann entschuldigte er sich, dass er gleich einen wichtigen Termin hätte und legte auf.

Ich war fassungslos.

Dennoch zwang ich mich, meinen Arbeitstag zu beginnen und fuhr ins Büro. Heute sollte ein Treffen mit bekannten Veranstaltungs-Managern unserer Stadt stattfinden, die in unserer Ausstellung einen Event durchführen wollten. Auch die Vertreter des Sponsoring-Unternehmens, die mit involviert waren, hatten sich angekündigt.

Ich muss dazu sagen, dass es bei diesem Projekt mittlerweile normal war, dass Unternehmen das Umfeld der Kunstinstallation als Event-Location buchten. Auch darum kümmerte ich mich und bis Verena mitmischte, verlief auch alles reibungslos. Zudem: bei jedem Event verdiente der Künstler mit einer Miete, die er verlangte, Geld. Und da ich in der Szene gut vernetzt war, kamen viele meiner Kontakte, um die Location gegen Gebühr zu mieten.

So war es auch diesmal. Die Leute, die sich angekündigt hatten, waren einige Tage zuvor schon mit mir über das Ausstellungsgelände gegangen und wir hatten alle Details in Sachen der geplanten Veranstaltung besprochen.

Heute sollten die Verträge dazu unterzeichnet werden, ich hatte alles vorbereitet.

Als alle Beteiligten gegen 12.00 Uhr eingetroffen waren, traf ich mich mit ihnen – wie bis dato immer – in unserem Konferenzraum.

Es dauerte keine zehn Minuten und Verena – die mit diesem Metier gar nichts zu tun hatte – betrat den Raum. „Also mit dieser Veranstaltung, das wird nichts“ schleuderte sie den Managern, die verblüfft auf Verena schauten, entgegen.

„Sie hat sich da vermacht, wir haben an diesem Tag schon die Firma XY als Buchung drinstehen“ ließ sie sich vernehmen und deutete gleichzeitig auf mich.

Ich wusste nicht, wie mir geschah, als alle Gesichter fragend in meine Richtung starrten.

Wie lange ich da so saß, ohne auch nur ein Wort heraus zu bringen, weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur noch, dass – nach einer gefühlten Ewigkeit – ein herrisches „So, meine Herren, ich bedanke mich trotzdem, dass sie da waren“ von Verena ertönte und die Männer sich erhoben.

Irgendwann (so ganz bekomme ich das bis heute nicht zusammen…) stand ich wieder in meinem Büro, doch das bizarre Schauspiel hatte noch kein Ende, denn auch hier tauchte Verena auf. „Du bist gefeuert“ ließ sie mich wissen.

Wie ein Roboter packte ich meine Bürosachen zusammen, mir war endgültig klar, dass hier ein fieses Mobbing gegen mich lief.

Ich fuhr nach Hause und erhielt schon am nächsten Tag meine Kündigung per Post. Verena hatte ganze Arbeit geleistet. Als Grund wurde angegeben, dass ich meine Arbeit nicht zufriedenstellend ausgeführt habe, doch das war ja vorhersehbar.

Ehe ich es mich versah, war ich also zum Mobbing-Opfer geworden – so richtig fassen konnte ich das alles noch nicht.

Nun – der Rest meiner Geschichte ist schnell erzählt: ich ging zu einem Anwalt, berichtete ihm, dass ich Mobbing erlebt hatte und klagte gegen die Kündigung, so wie sie war. Natürlich wollte ich dorthin nicht zurück, aber es ging noch um -zig andere Sachen. Arbeitszeugnis, Urlaubsgeld & Co.

Ich startete in diesem Zusammenhang auch noch mal einen Versuch, mit meinem Chef zu sprechen und die Lage zu (er)klären. Es war mir nicht möglich. Er hielt zu Verena, Mobbing hin, Mobbing her.

Aber: am Ende stand ich das Ganze durch und es wurde seitens des Gerichtes auch in meinem Sinne geurteilt.

Allerdings dauerte es eine Weile, bis ich wieder soweit war, mich beruflich neu aufzustellen. Heute bin ich schon über 15 Jahre selbstständig und habe seitdem nie wieder Mobbing erlebt. Das Kunstprojekt indes, bei dem sich dies alles zutrug und ich tatsächlich zum Mobbing-Opfer wurde, gibt es noch heute, es ist eines der bekanntesten in Deutschland.

Verena arbeitet schon lange nicht mehr dort. Ich habe sie ein einziges Mal gegoogelt und fand sie in einem ganz anderen beruflichen Umfeld wieder.

Allerdings blieb es bei dieser einmaligen Nachforschung. Ich möchte mit diesen Leuten nie wieder etwas zu tun haben und bin froh, dass Mobbing in meinem Leben nie wieder ein Thema war! Bis heute nicht. Und ich gehe davon aus, dass das so bleibt!

Hilfe bei Mobbing gibt es – unter anderem – hier.

Bildnachweis (Symbolbild): pexels.com

Spielzeug, das erst heiß ersehnt und nach kurzer Zeit langweilig geworden ist –  davon können wohl die meisten Eltern oder Großeltern berichten. In vielen Kinderzimmern wimmelt es heute von Figuren, Bausteinen oder Stecksystemen namhafter Marken, aber oftmals fehlt diesen Dingen der Langzeiteffekt.

Das heißt, dass nicht selten das Spielzeug schon nach kurzer Zeit unbeachtet in der Ecke oder im Regal im Kinderzimmer verstaubt. Hinzu kommt: während diese Teile das Interesse der Kinder nicht mehr wirklich wecken können, werden parallel dazu schon wieder neue Begehrlichkeiten geweckt – sei es beim Einkaufen, durch Freunde oder durch die Werbung.

Es gibt ja für Eltern kaum mehr ein Bereich des öffentlichen Lebens, in dem sie nicht mit Einhörnern oder Elsa und Anna konfrontiert werden! Der „Haben-wollen“-Modus wird von der Spielzeugindustrie mehr als geschickt bei den Kleinen aktiviert – das Resultat ist zumeist Überfluss, Unnützigkeit und eben auch Abfall. Selbst wenn benutztes Spielzeug von engagierten Eltern an Vereine oder finanziell benachteiligte Familien gespendet wird – irgendwann hat jedes Spielzeug ausgedient und der Nachschub läuft ununterbrochen auf Hochtouren. Da muss man nur eins und eins zusammenzählen, um zu erahnen, was das auf Dauer mit der Umwelt macht, zumal vor dem Hintergrund, dass eine Menge Spielzeug mit fragwürdigen Inhaltsstoffen aufwartet.

Um diesem Wahnsinn zu begegnen, haben drei Frauen, allesamt Mütter, auf diese Situation reagiert und sich ihre eigenen Gedanken zum Überfluss im Kinderzimmer gemacht. Herausgekommen ist eine einzigartige und innovative Idee, die bald schon – als fertiges Produkt – in viele neugierige Kinderhände gelangen soll: Pappka, die faltbare Spielewelt, die auch in Sachen Nachhaltigkeit von sich reden macht.  Martina Musek, Cordula Hundrieser und Antje Stumpe (im Bild von links nach rechts) sind die kreativen Köpfe hinter dem Start-up Pappka.de aus Leipzig.

Im Interview erklärt Antje, wie es zu der Idee kam und wie die ausgefallene Spielewelt schon bald bei interessierten Familien Einzug halten soll. 

FB: Antje – das Team hinter pappka.de besteht komplett aus Müttern. Wie kam es dazu, dass ihr drei Mamas ein Start-up für kreative und umweltschonende Spielwelten gegründet habt?

Vor drei Jahren bin ich auf Martina Musek über die Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle gestoßen. Wir haben dort studiert. Ich studierte dort Kommunikationsdesign und Martina studiert dort Lern- und Spieldesign – ja, so einen Studienzweig gibt es wirklich.

Sie suchte eine visuelle Gestalterin für ihre faltbaren Spielwelten, die aus einem Semesterprojekt heraus entstanden sind. So kamen wir zusammen. Seither kümmere ich mich um den ganzen Markenaufbau der Spielwelten, jeder Buchstabe, jedes Zeichen, jede Farbe, jedes Foto und jede Videosequenz wird von mir genaustens überlegt und wie ein Puzzle zu einem großen und ganzen Erscheinungsbild zusammengefügt.

Am Ende ist ja nicht nur die Idee entscheidend, sondern auch, ob PAPPKA® als Marke stark genug ist. Beides muss stimmen.

Martina entwickelt also das Produkt, angefangen von den ausgeklügelten Falttechniken, bis hin zur Materialwahl, über Laser-und Plottertests der Ideen und ich gebe dem Ganzen dann eine visuelle Erscheinung. Und dann ist Cordula Hundrieser zu uns ins Team gekommen, eigentlich im passendsten Moment, den man sich vorstellen kann, denn der Bauernhof der Spielwelten war soweit fertig, um in die Welt hinausgetragen werden zu können. Da wir beiden Designerinnen aber eher scheue Rehe sind, ist Cordula die perfekte Ergänzung.

Cordula ist unser heißer Draht nach außen. Sie erstellt das Vertriebskonzept, kümmert sich um die Kalkulationen, bereitet die Wege vor, damit PAPPKA® in den Handel kommen kann. Marketing und Sales ist ihr Schwerpunkt. Wir drei zusammen sind ein starkes Team. Jede bringt sich voller Liebe, Leidenschaft und mit viel Herzblut ein. Jede tickt ein wenig anders, aber am Ende sind es die Synergien, die uns voranbringen. Zu dritt haben wir dreimal mehr Energie, als wenn wir allein wären. Das ist großartig. Es macht wirklich Spaß, als Frauenpowerteam die Idee der faltbaren Spielwelten gemeinsam voranzutreiben.

FB: Was genau steckt hinter dem Konzept von Pappka.de?

PAPPKA® hat mehrere konzeptionelle Ansätze. Zum einen das ausgetüftelte Spielkonzept: unsere Spielwelten sind Gestaltungs,- Rollen,- und Konstruktionspiel in einem. Außerdem vereint es Pop-up und Papercraft miteinander, also die Idee, etwas wird geöffnet und klappt sich dann auf, kombiniert mit der Idee des Modelbastelbogens. Hier ist für die Entstehung eines dreidimensonalen Objektes stabileres Material im Einsatz als aus Karton. Man kennt ja Pop-up Bücher, die sind so filigran, dass die Kinder sie nicht betätigen dürfen, aus Angst, dass die feinen Schieber und Klappen einreißen und kaputt gehen. Mit unseren Spielwelten aber sollen die Kinder auch spielen können. Bis zu 1.000 mal können die Klappen unbeschadet auf,- und zugeklappt werden.

Dann ist ein großer Schwerpunkt das Umweltkonzept: Wir haben uns überlegt, dass die Umverpackung gleich Teil des Spieles sein kann, um auch hier Rücksicht auf die Umwelt nehmen zu können. Das ganze Produkt besteht aus Materialien, die in ihre technischen und biologischen Kreisläufe zurückgeführt werden können. Außerdem lassen sich die Buchdecken entnehmen, so dass man, wenn man möchte, die nächste Spielwelt einsetzen kann, in dem Fall z.B., dass das Bauernhofhäuschen nicht mehr interessant ist und das Kind jetzt lieber mit der Ritterburg spielen möchte. Das schont nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel. Die Buchdecken können also immer wieder verwendet werden. Und das ganz Besondere und innovative an unserer Erfindung ist, dass sich die Spielfläche auf 2 cm zusammenklappen lässt und einfach wie ein Buch im Bücherregal verstaut werden kann. So kann man in Sekundenschnelle im Kinderzimmer aufräumen und Platz schaffen. Genauso schnell kann man aber auch wieder in das Spiel einsteigen. Wir wissen aus eigener Erfahrung unserer Kinder, dass die Spielzeuge, die offensichtlich im Kinderzimmer stehen, wie Puppenstuben, Parkhäuser, Ritterburegn ect., am Ende nur einstauben und schnell zu langweilig werden. Was aber immer wieder neu aus dem Schrank geholt werden kann, bleibt interessant.

FB: Habt ihr eure Idee im Vorfeld durch kleine Erdenbürger testen lassen? Wenn ja, auf welche Art und wie haben die Kinder diese außergewöhnliche Idee für`s Kinderzimmer angenommen?

Ja, wir haben den Proof of Concept durchgeführt, indem wir eine Nullserie von 200 Exemplaren hergestellt haben und sie in sieben Kindergärten in Leipzig mit 365 Kindern getestet haben. Wir haben Kurzzeittests durchgeführt und Langzeittests. Bei den Kurzzeittests haben wir die Kinder beobachtet, wie sie mit den Spielzeugen umgegangen sind, wie sie den Aufbau bewältigt haben, ihre Eindrücke und Ideen haben wir notiert. Ganz oft waren die Kinder freudig überrascht, dass aus einem Buchobjekt plötzlich ein Spielhaus entstehen kann. Einige wollten auch wissen, warum wir es auch Pappe herstellen und nicht aus Plastik. Und die meisten haben sich total gefreut, dass sie es nun auch noch gestalten dürfen. Mit Schere, Leim und Farben sind sie beherzt umgegangen. Nach 4 Wochen haben wir die Häuser wieder eingesammelt. Die waren schön bunt und alle verschieden. Das war der Härtetest: alle Spielwelten waren noch ganz. Außerdem haben wir eine deutschlandweite Verlosung stattfinden lassen und die Spielwelten an 60 Familien gesendet, um wertvolles Feedback zu erhalten. Daraufhin konnten wir die Spielwelten noch optimieren und kleine Details verbessern.

FB: Was in Sachen Kreativität und Spiel in Kinderhände gelangen soll, muss stabil sein. Wie habt ihr das mit dem Material, dem Karton, gelöst?  

Wir haben ein nachhaltiges Material gesucht, was sich 1. gut falzen lassen muss, 2. reißfest sein sollte und 3. nicht schadstoffbelastet sein darf. Für 3. fielen dann schon mal alle Recyclingkartonagen weg, weil man nie zu 100% sagen kann, dass sie frei von Schwermetallen sind. Das war sehr schade, da wir hierfür eigentlich ganz tolle, farbige Kartonagen aus Recyclingprozessen vorgesehen hatten. Für 1. eignen sich auch keine Recyclingfasern, da diese zu kurz sind und daher an den Falzen zu schnell brechen. Deshalb eignen sich nur Materialien, die lange, frische Fasern haben. Und um 2. bedienen zu können, kommen nur sog. Kraftliner in Frage. Da haben wir uns ein schwed. Unternehmen als Partner gesucht, die in erster Linie Waldbauern sind und ihre Wälder nachhaltig nach FSC-Standards bewirtschaften und ihr Unternehmen nach ISO-Standards führen. Sie nutzen zu fast 100% Biokraftstoffe und versorgen mehrere 10.000 Haushalte mit Abwärme. Man kennt das Material übrigens von Biersixpacks, die werden mit Kraftkarton als tragbare Banderole zusammengehalten. Und durch unsere ausgetüftelten Stabilisierungsmechanismen werden die Spielwelten wirklich  stabil.

FB: Welche Vorteile bietet Pappka denjenigen, die die von euch entworfenen Spielwelten zukünftig kaufen sollen, den Mamas und Papas?      

Also man muss sich jetzt zum Beispiel keinen Schleich-Plastik-Pferdehof mehr ins Kinderzimmer stellen, wenn die Pferde der Kinder ein Dach über den Kopf brauchen. Oder wenn die Brioeisenbahn einen Lokschuppen benötigt. Oder wenn die ganzen Fillypferde und Einhörner zur Schule gehen sollen.

Unser Bauernhof ist ein vielfältig einsetzbares Objekt, was die Kinder so nutzen können, wie sie es möchten. Und wenn fertig gespielt ist, klappt man ihn zusammen und schwups ist Ordnung im Kinderzimmer. Die PAPPKA-Spielwelten lassen sich gestalten.

Viele Kinder freuen sich darüber, dass aus einem Haus ihr eigenes, persönliches Haus wird, so wie sie es wollen. Manche malen es stundenlang an und haben viele Ergänzungsideen: z.B. mit getrockneten Blumen bekleben, Stroh im Dachstuhl einfüllen, aus Ahornnasen Dachschindeln werden lassen, eigene Dinge entwerfen, die noch fehlen. Zum Beispiel das Mobiliar für Innen oder ein Bauer. Der wird dann gemalt, auf feste Pappe geklebt und nun muss man sich noch Gedanken machen, wie der eigentlich stehen kann.

Der Vorteil also ist, das Kind kommt in die kreative Beschäftigung. Erlebt, wie aus einer Fläche ein Objekt wird. Ergänzt, hat Ideen, die Feinmotorik wird gefördert, die Fantasie wird angeregt. Letztendlich auch das Rollenspiel. Die Kinder nutzen alles, was es gibt in ihrem Kinderzimmer. Und sie spielen Situationen nach, die sie beschäftigen. Der Bauernhof kann auch dazu einladen, die Kinder auf Themen zu sensibilisieren, z.B. Nutztierhaltung, Lebenshof für gerettete Tiere… man kann auch schwierige Themen besprechen, bespielen, warum hält er Mensch Schweine? Was bedeutet das für die Tiere. Sie sind ja nicht alle nur zum Streicheln da. Diese sensiblen Themen können die Eltern durchaus mit ihren Kindern gemeinsam angehen.

Und natürlich, ein Vorteil liegt auf der Hand: PAPPKA passt in jeden Rucksack und in jedes noch so vollgestopfte Auto. Es kann auf Reisen mitgenommen werden. An Orte, wo es Wartesituationen gibt: zum Arzt, ins Restaurant. Ein schöner Zeitvertreib.

FB: Nachhaltigkeit und Recycling – das sind Themen, die euch wichtig sind, auch und gerade im Zusammenhang mit eurer Geschäftsidee. Nun ist aber nicht jedes Material, das recycelt werden kann, gut für Kinder. Erzähl doch hierüber bitte einmal mehr und berichte gern auch, wie ihr diesen Anspruch in Einklang mit eurem Produkt gebracht habt.

Nachhaltig heißt für uns, dass das Hauptmaterial, also der Karton aus einem nachwachsenden Rohstoff besteht. Für einen gefällten Baum, werden drei neue gepflanzt. Die Ressource ist also nicht endlich und irgendwann aufgebraucht. Außerdem kann unser Produkt in seine Einzelteile zerlegt werden, die Materialien können in ihre technischen und biologischen Kreisläufe zurückgeführt werden.

Heißt konkret: ist PAPPKA ausgespielt, legt man es ins Altpapier. Zuvor schraubt man die Buchschrauben ab, aus denen lässt sich wieder was machen, z.B. eine selbstgebaute Uhr zum Üben der Uhrzeit. Auch die beiden Rundgummis können weiterhin genutzt werden. Dadurch, dass wir dem Papierrecycling neue, frische Fasern zuführen, bleibt der Wiederverwertungsprozess bestehen, denn der funktioniert nur, wenn immer wieder frische Fasern hinzukommen, sonst verkürzen sich die Fasern im Fasernbrei so sehr, dass sich kein Papier mehr herstellen lässt. Recycling aus Recyclingfasern ist nur endlich möglich. Dass aus Recyclingmaterialien Schwermetalle migrieren können, hatte ich ja schon gesagt. Kein Mensch möchte, dass sein Kind mit belasteten Materialien spielt.

FB: Wie eingangs erwähnt, habt ihr alle Nachwuchs. Wie gestaltet ihr die Herausforderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf – gerade in Anbetracht der Tatsache, dass man (Frau) ja gerade beim Geschäftsaufbau unglaublich powern muss?

Wir haben alle Männer, die nicht arbeiten und sich zu 100% um die Kinder kümmern. Ha,ha. Das war ein Witz! Nein, wir sind ganz normale Familien: jedes Elternteil bringt sich ein. Wir Frauen schaffen Haushalt, Kinder und Business per Spagat und kreativen Arbeitszeiten. Heißt: Kernarbeitszeit.

Wenn alle Kinder im Kindergarten und in der Schule gut angekommen sind und bevor man sie alle wieder einsammelt. Also von 9.00 Uhr bis 15.00 Uhr. Dann sind wir erst einmal hauptberuflich Mama und verbringen unsere Freizeit mit den Kindern. Abends, wenn alle schlafen und träumen, geht’s weiter. Oft bis weit nach Mitternacht. Also mir geht das so, da ist endlich Ruhe eingekehrt, in der Stille der Nacht kann ich besonders gut denken und mich konzentrieren. Ich habe den Vorteil, nicht viel Schlafbedarf zu haben. Ein weiterer Vorteil ist, wir wissen alle, wie das ist: heute hat das eine Kind Fieber, morgen hat der Kindergarten zu, weil pädagogischer Tag ist, übermorgen hat man noch den einzigen Zahnarzttermin ergattert, den es kurzfristig vormittags noch gab, weil plötzlich Karies im Milchzahn hockt… ständig ist irgendwas Ungeplantes los. Wir haben alle Verständnis für diese Situationen „Mütter“ zu sein und keine nimmt es der anderen krumm, weil sie los muss, um ihr Kind zu versorgen.

Diese Flexibilität und dieses Verständnis sind Gold wert. Denn so können wir es schaffen, auch ohne, dass unsere Kinder uns irgendwann einmal siezen. Wenn wir es nicht übertreiben mit schlaflosen Nächten, dann ist das ein guter Weg: da sein für die Kinder und genügend Zeit für das Business zu haben. Wirklich, nicht selten haben wir Skype-Termine nachts halb 10.

FB: Bislang hat es sich gelohnt, dass ihr euer ganzes Herzblut in Pappka.de steckt – ihr seid ausgezeichnet und auch prämiert worden. Welche Ehre genau wurde euch zuteil?

Wir sind letztes Jahr von der Innovationsplattform futureSAX für den Innovationspreis nominiert wurden: unter die 10 besten innovativsten Gründungsideen hat es PAPPKA® geschafft.  Das war eine Ehre, neben Ideen der Automobilbranche und neben Kunststoffideen nominiert zu sein. Außerdem hat uns die Stadt Leipzig ausgezeichnet mit einer Prämie für innovative Gründer. Das war ein gut angelegtes Startgeld.

FB: Was steht aktuell bei euch an und kannst Du auch schon von euren Plänen in Sachen Pappka.de berichten? 

Jetzt haben wir ganz erfolgreich unsere Crowdfunding-Kampagne mit 104% des angestrebten Fundingziels erreicht. Juchhu! Das ist ein gutes Gefühl. Und nun müssen wir natürlich in die Produktion einsteigen: Das Material muss angefertigt und bestellt werden, die Stanzen werden gebaut. Drucken, stanzen, konfektionieren… das wird eine straffe Zeit.

Bis Oktober und dann wollen wir lieferfähig sein. Nebenbei wird Martina an der neuen Welt schneiden, falten und kleben, bis wir Markttests durchführen können. Cordula wird die Messen planen, ich werde die Aufbauanleitung gestalten, die Bogenreiter finalisieren, der Handel muss von uns erfahren… es wird nicht langweilig. Wir schaffen alles… in unserem Rhythmus und Tempo. Und das macht Spaß. Es ist unser Traumjob.

Mehr zu pappka.de erfahren Sie hier.

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Wer im Home-Office arbeitet kennt das:

so mancher Tag beginnt wunderbar – man ist voll motiviert, hat sein Tagespensum vor Augen, und dann kommt alles anders. Nicht, weil man selbst nachlässig war, sondern weil fiese Zeitfresser alles durcheinandergewirbelt haben.

Auch wenn man sich wieder und wieder vornimmt, sich nicht ablenken zu lassen – die Zeitfresser kommen meist durch die Hintertür und oft schafft man es nicht, sie (rechtzeitig) abzuwimmeln. Für den geplanten Tagesablauf hat das meist fatale Folgen, denn man schafft einfach nichts.

Dabei bedarf es meist nur einiger weniger Hebel, die man (FRAU) in Bewegung setzen muss und natürlich etwas Disziplin und einer charmant-höflichen Kommunikation, mit der sich Zeitfresser abwimmeln lassen. Auch die Selbstdisziplin spielt hierbei natürlich eine Rolle.

Vielleicht erkennen Sie sich sogar ein wenig wieder? Klicken Sie einfach mal rein  – hier wurde sich in einem umfangreichen Artikel diesem Thema gewidmet.

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Schöne neue Welt

Telefone mit Wählscheibe und Landkarten statt Navigationssysteme – viele Menschen können sich gar nicht mehr vorstellen, wie es einst zuging und junge Leute kennen all das sowieso nicht mehr. Schöne neue Welt eben – so auch der Titel der aktuellen Kolumne von Barbara Edelmann, die die modernen Errungenschaften mit einem Augenzwinkern aufs Korn nimmt:

„Wer lange fragt, geht lange irr“, pflegte meine Mutter zu sagen. Das sollte bedeuten, dass, wenn man zu viele verschiedene Menschen fragt, man vermutlich mehrere falsche Antworten bekommt und sich verzettelt.

Heute, im Informationszeitalter, war es noch nie so einfach, viele verschiedene Menschen zu fragen und viele unterschiedliche Antworten zu bekommen. Googeln Sie versuchshalber einfach ein durchschnittliches Krankheitssymptom wie zum Beispiel „erhöhte Temperatur“ und lernen Sie anschließend das Fürchten, denn vom irreparablen Motorschaden bis zur unentdeckten Tropenkrankheit, bei der einem am Schluss die Ohren abfallen, kann das wirklich alles sein. Und es steht da wie in Stein gemeißelt.

„Die Leute kommen mit einer fertigen Diagnose aus dem Internet zu mir“ seufzte mein Hausarzt frustriert. „Und sie lassen sich nicht umstimmen, dass es doch nicht die Beulenpest ist. Es ist viel schwieriger geworden, denn die Patienten sind nicht informiert, sondern irritiert.“

Vieles hat sich seit damals verändert, und wir sitzen mittlerweile auf einem Tiger, von dem man nicht mehr abspringen kann, ohne die Orientierung zu verlieren. Dabeisein ist schließlich alles.

Wieviele Eltern grübeln in dieser Sekunde, was ihr Kind am Computer grade tut? Sieht es sich bei Youtube Bugs-Bunny-Videos an, oder surft es auf einer Pornoseite, wo ihm Inhalte vermittelt werden könnten, die seine sexuelle Entwicklung nachhaltig schädigen?

In diesem riesigen virtuellen Sumpf blühen zum Teil schlimme Dinge unter der Oberfläche, grausige Blüten, gefüllt mit Hass, perfide Auswüchse des menschlichen Geistes, die der seelischen Gesundheit von Heranwachsenden und auch Erwachsenen nachgerade abträglich sind.

Das World Wide Web – dieser riesengroße digitale Bauchladen für die Menschheit, es wächst und wächst exponentiell. In ihm bekommen Sie heutzutage jede Information, die Sie möchten, ob es sich um eine weltweit nur von 7 Menschen ausgeübte Sexpraktik oder die Anleitung zum Bau einer Bombe handelt, ist egal.

Durch die rasende Geschwindigkeit dieser Entwicklung sind einige unserer Mitmenschen massiv überfordert. Immerwährende Erreichbarkeit und allezeit verfügbare Informationen haben einen hohen Preis. Wer dem Ganzen skeptisch oder unwissend gegenübersteht, wird mitgeschleift oder bleibt zurück.

Erinnert sich noch jemand an Autos ohne Navigationsgerät? Eins weiß ich sicher: Mit dem guten alten Shell-Atlas wäre es nicht passiert, versehentlich in ein Flussbett zu fahren. Der sagte nicht: „Halten Sie sich rechts.“ Den klappte man auf, suchte seine Route und fuhr dann los. Obwohl ich offengestanden nicht wirklich nachvollziehen kann, wie man mit den Augen auf der Straße und beiden Händen am Lenkrad in einen Fluss fahren kann.

Mittlerweile lese ich aber leider öfter die Schlagzeile: „Im Fluss/Bach/auf Eisenbahnschienen gelandet – Autofahrer folgte seinem Navi“. Selber schuld.

„Wieso gibst du deine Adresse als Zielpunkt ein?“ fragte ich neulich einen Freund. „Du wohnst da bereits 10 Jahre und kennst den Weg dorthin immer noch nicht?“

Das konnte er mir nicht beantworten. Er braucht vermutlich das Gefühl, dass ihm jemand sagt, was er zu tun hat. Ich fahre übrigens immer noch ohne, weil ich es hasse, wenn mir beim Fahren jemand dreinredet. Und wo ich wohne, weiß ich.

„Aktivieren Sie die Ortungsdienste, um unseren Service besser zu nützen“ fordern mich diverse Apps bei ihrer Installation auf. Sogar mein digitales Kochbuch möchte gerne wissen, wo ich mich herumtreibe. Kommt nicht in Frage.

Erinnert sich einer von Ihnen an Telefone mit Wählscheiben ohne Stimmwahl? An elektrische Tischrechner?  An Röhrenfernseher oder Musik-Kassetten? Nicht zurückgespulte Videobänder, für die man zur Strafe in der Videothek 2 Mark bezahlen musste? Unsere technische Entwicklung hat nicht FortSCHRITTE gemacht, sondern riesige Hüpfer. Und alle hüpfen mit.

Die Kehrseiten der Medaille ist ziemlich düster, denn alles, das mir nützlich sein sollte, oder der Unterhaltung dient, kann mich auch überwachen: mein Smart-TV, mein Handy, meine Fitness-Uhr.

Ich erinnere mich an die Proteste gegen die Volkszählung 1987. Sogar eine Verfassungsklage wurde damals eingereicht. Leute gingen entrüstet gegen die Erhebung ihrer Daten auf die Straße. Lang ist es her.

Heute sagen wir: „Hey, Alexa, bestell mir mal eine Flasche Waschmittel, aber such ein Sonderangebot heraus. Weißt ja, was ich gerne mag.“

Ich selbst würde mir eher die Hände abhacken lassen, als so ein Ding ins Wohnzimmer zu stellen. Meine Nachbarin kriegt schon genügend mit. Mehr unfreiwillige Lauscher brauche ich nicht.

Mein Internetprovider seit dem Jahr 2000 (Ich bin eine treue Seele…), teilte mir kürzlich mit, dass er künftig im Zusammenhang mit der Firma Blabla meine Email-Korrespondenz analysieren werde. Nichts, wirklich nichts ist mehr privat. Gewöhnen Sie sich dran.

Die schöne neue Welt frisst gerade ihre Kinder. Sie tut das rasend schnell. Und die meisten Kinder klatschen entzückt.

Irgendwie ist alles inflationär geworden: Fotos, Musik, sogar das geschriebene Wort. Es gibt Self-Publishing und Instagram. Wenn ich wollte, könnte ich meine Einkaufslisten der letzten vier Jahre bei Amazon veröffentlichen, vielleicht mit dem wohlklingenden Titel „Hagelschaden“. Na und? Endlich ein Buch von mir. Wer schreibt, der bleibt. Und „bleiben“ möchten wir doch alle, oder?

Millionen von Selbstdarstellern. Millionen von Menschen, die so gern besonders sein möchten, sich von der Masse abheben. Und doch darin untergehen. Ich finde das sehr traurig.

Wir haben das Internetzeitalter, meine Damen und Herren. Jeder Depp kann auf einer selbstgebastelten Plattform seinen Senf veröffentlichen. Es wird gebloggt und getwittert, Schauspielerinnen fotografieren sich beim Zahnarzt oder in pikanten Situationen und zeigen Millionen ihre Zahnlücke oder Körperstellen, die ich nie kennenlernen wollte. Scham ist hinderlich in der schönen neuen Welt. Mit Scham wird man nicht berühmt. Um sich heutzutage aus der Masse hervorzuheben, muss man immer noch einen drauflegen.

Man baut sich innerhalb kürzester Zeit eine Website – auch hierfür gibt es idiotensichere Programme, und lässt die Welt an seinem glückseligen Leben teilhaben. Kein Gedanke so dürftig, dass er es nicht wert wäre, veröffentlicht zu werden. Keine volltrunkene Fratze so dämlich, dass man sie nicht ins Netz stellen könnte. Wieso soll Herr Müller aus Leverkusen nicht sehen, dass Kunigunde aus Pforzheim vorgestern stockbesoffen auf einer Batterie von leeren Flaschen mit verrutschtem T-Shirt eingeschlafen ist?

Indivualität und Selbstverwirklichung heißen die Zauberworte einer ganzen Generation. Talkshowmaster sind die Scharfrichter im Nachmittagsprogramm, und die Inquisition findet täglich und unmittelbar statt und nennt sich „shitstorm“.

Willkommen in der schönen neuen Welt von Huxley – willkommen in einem einzigen gigantischen „Big-Brother“-Container:  dem Internet, das nie vergisst. Und Glückwünsche den paar vereinzelten echten Individuen, die es bis heute geschafft haben, ohne Paypal-Konto, Kreditkarten, Email-Account oder Handy mit GPS auszukommen. Die wahre Freiheit, die diese Menschen leben dürfen, erschließt sich heute keinem Jugendlichen mehr, für den es völlig normal scheint, dass unser aller Leben von heute auf morgen öffentlich gemacht wurde.

Glauben wir wirklich immer noch, dass „Big Brother“ nur aus einem Blech-Container besteht, oder haben wir mitbekommen, dass wir alle in einem gläsernen Käfig sitzen und staunend nach draußen blicken, wo uns unserer Meinung nach das „Nichts“ erwartet? Und dabei sind wir heute einsamer als früher.

Es gibt kein Leben ohne Eintrag bei „Facebook“, „Studi-VZ“ oder „Stayfriends“. Internet-Communities, bei denen wir nach Eingabe höchst sensibler und vertrauter Daten und Geheimnisse unseres Lebens wie ein Bilderbuch führen dürfen. Wir suchen unseren Partner, verwalten unser Tagesgeschehen, schließen virtuelle Freundschaften oder lehnen sie ab und lassen die Welt leichtsinnig an unserem Leben teilhaben. Jeder glaubt von sich, einzigartig zu sein und möchte das nach draußen bringen.

Ich bin ein ganz normaler Mensch, der im Laufe der letzten Jahrzehnte schon einge Menge erlebt hat und von dem atemberaubenden Fortschritt geblendet fasziniert beobachtet, wie Heerscharen von Menschen ihre Identität einer anonymen Masse preisgeben, die das im Grunde einen Dreck interessiert.

Versuchen Sie mal , einem Jugendlichen für einen Tag das Mobiltelefon abzunehmen. Er wird vermutlich nach einer halben Stunde ohne Kontakt zu seinen Freunden den Verstand verlieren. Natürlich könnte er ohne weiteres aufstehen, ein Haus weiterlaufen und dort an die Tür klopfen, aber das wäre total uncool.

Lehrer haben die größten Probleme, ihrer Klasse überhaupt noch etwas beizubringen, weil unter dem Tisch gechattet wird, dass sich die Balken biegen. Überhaupt ist der Lehrer als Respekts- oder Autoritätsperson schon lange überholt. Die neuen Vorbilder sind Youtouber und Influencer. Dieser Begriff wird nicht ohne Grund vom Namen einer ansteckenden Infektionskrankheit abgeleitet.

Von klein auf bekommen Kinder zu hören, dass sie als natürliche Ressourcen und zukünftige Renterversicherungszahler wichtige Einnahmequellen für den Staat und das Gemeinwohl darstellen. Das Fernsehen als unumgängliches Medium tut sein übriges. Die Uniformität von Sneakers , Hoodies, konformem Haarschnitt und Gruppengedöhns entgeht dem jungen künftigen Leistungsträger völlig, da er sich scheinbar freiwillig und ohne Nachdenken Zwängen unterordnet, die in ihrer ureigenen Form so restriktiv und gewalttätig sind, dass ihm bei genauem Nachdenken Angst und bange werden müsste.

Ich liebe Technik und bin allem Neuen gegenüber aufgeschlossen. Meinen Reciever habe ich allein angeschlossen und konfiguriert. Ich designe Internetseiten, mache Videoschnitt und digitale Bildbearbeitung und trage mein Mobiltelefon mit mir herum wie einen Herzschrittmacher, denn das ist mein Tor zu dieser gruseligen, ins Unendliche expandierende Welt aus Bits und Bytes. Der Eingang für einsame Herzen ins potenzielle Glück, das Portal für Sehnsüchte und Wünsche, die letzte Lagerstätte für zerborstene Träume der Hoffnungslosen, das Sammelbecken von Misanthropen, Realisten, Zynikern und Optimisten. Alles das und noch viel mehr.

Wissen Sie, was für mich die unheimlichste Stelle in dem Buch „1984“ von George Orwell war, in dem eine fiktive repressive, von einigen wenigen gesteuerte Zukunfsgesellschaft beschrieben wird, die allumfassender Bewachung ausgesetzt wird? Der allerletzte Satz. Der lautet nämlich:

„Er liebte den großen Bruder.“

Ihre

Barbara Edelmann

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