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Expertin für`s Finanzielle: Christine Aschauer

Haben Sie einen sehnlichen Wunsch, den Sie sich gerne erfüllen würden? Oder einen Kindheitstraum, der noch immer darauf wartet, Realität zu werden? Viele Frauen haben unerfüllte Träume und Ziele. Warum? Immer wieder stoße ich auf Frauen, die sich Ihre Träume schlichtweg nicht erfüllen können, weil das nötige Kleingeld fehlt. Gründe dafür gibt es so einige: familiäre Herkunft, Partnerabhängigkeit, Elternzeit,… – um nur ein paar davon zu nennen.

Fehlendes Geld wirkt sich negativ auf gesamtes Leben aus

Abgesehen davon, dass Sie ohne Geld Ihre Träume und Wünsche nicht finanzieren können, hat fehlendes Geld negative Auswirkungen auf Ihr gesamtes Leben, auf Ihre Entscheidungen und ihr persönliches Wachstum.

3 Gründe, warum ein Mangel an Geld negative Auswirkungen auf Ihr Leben hat

  1. Wachsende Existenzängste
    Was würde passieren, wenn Sie Ihren Job verlieren? Wie lange würden Sie mit Ihren momentanen Ersparnissen über die Runden kommen? Wie lange könnten Sie Ihre Miete oder den Kredit für Ihr Haus bezahlen?
    Haben Sie keinen entsprechenden Geldpolster für diese Themen hinterlegt, werden Sie früher oder später von Existenzängsten geplagt. Die Ausprägung kommt stark auf Ihre Persönlichkeit an. Aus Erfahrung weiß ich, dass im Grunde jeder von uns Existenzängste kennt – manchmal bewusst, manchmal weniger bewusst. Diese Ängste beeinflussen in unserem Unterbewusstsein all unsere Entscheidungen, die wir in unserem Leben treffen (Partner, Job, Karriere, Kinder,…).
  2. Steigende Abhängigkeit
    Haben Sie zu wenig Geld oder das Gefühl, dass Sie mit Geld nicht umgehen können, werden Sie abhängig von anderen Personen. Zuerst sind es Ihre Eltern, die Ihnen lange vorschreiben, wofür Sie Geld ausgeben dürfen und welche Wünsche Sie sich erfüllen dürfen. Später ist es häufig der Partner. Sollten Sie Kredit benötigen, werden Sie wiederum abhängig von Ihrer Bank. Dies führt dazu, dass Sie keine freien Entscheidungen treffen können. Sie werden eingeengt, können sich persönlich nicht entfalten und bleiben unter Ihren Möglichkeiten
  3. Behinderung von Wachstum & Persönlichkeit
    Wann haben Sie das letzte Mal einen Kurs, ein Seminar, einen Vortrag besucht oder in Fachbücher investiert?
    Investition in Ihr Wissen, in Weiterbildung und Persönlichkeitsentwicklung ist das

Wichtigste und Beständigste in Ihrem Leben. Bildung kann Ihnen niemand wegnehmen. Vielmehr noch steigert es Ihren inneren und äußeren Wert und bestimmt Ihr künftiges Einkommen und langfristiges Vermögen. Um in Ihrem Leben voran zu kommen und die Karriere zu verfolgen, die Sie sich wünschen und vorstellen, benötigen Sie das nötige Kleingeld und die Möglichkeit sich persönlich weiterzuentwickeln.

Ganz egal, worin die Ursache liegt, warum Ihnen Geld fehlt – mit schnell umsetzbaren Schritten, können Sie bereits zum Ende des Monats mehr Geld zur Verfügung haben.

Das Geld selbst in die Hand nehmen!

Nehmen Sie Ihr Geld selbst in die Hand! Ihre Existenzängste werden minimiert. Sie werden ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben führen und in Ihrer Persönlichkeit wachsen. Es werden sich neue Türen für Sie öffnen und ihre langersehnten Träume können dadurch Realität werden.

Ich verrate Ihnen heute ein paar Tipps, wie Sie Ihren Herzenswünschen um ein ganz schönes Stück näher kommen und anderen Frauen in diesem Thema 3 Schritte voraus sind.

Haben Sie Lust? Los geht’s:

6 Tipps, die Sie bereits Morgen umsetzen können:

  1. Ausgaben aufdecken – Werden Sie sich über Ihre laufenden Ausgaben bewusst. Häufig sind es die kleinen Dinge, die zusammengezählt am Monatsende einen großen Anteil an Ihren Ausgaben haben. Ein Haushaltsbuch ist hier empfehlenswert, weil es alle Ausgaben strukturiert aufzeigt. Es reicht, das Haushaltsbuch für 3 Monate zu führen. Sie werden nach dieser Zeit bereits ein gutes Gefühl für Ihre Ausgaben haben und wissen, wo Sie sparen können. Mein persönlicher Rat: Schätzen Sie vorab Ihre monatlichen Ausgaben. Sie werden überrascht sein, wie hoch sie tatsächlich sind. Mir ging es genauso. Bei meinem Haushaltsbuch hatte ich das geschätzte Budget für auswärts Essen bereits nach 2 Wochen aufgebraucht. Bei anderen Ausgaben war es ähnlich. Da war noch sehr viel Monat ohne geplantem Budget übrig.
  2. Ausgaben reduzieren – Wenn Sie einen guten Überblick über Ihre Ausgaben haben, ist es ein Leichtes über mögliche Einsparungen nachzudenken. Notieren Sie sich Ihre Einsparungspotenziale schriftlich, so erhalten Sie mehr Verbindlichkeit. Handys und unnötige Versicherungen – immer wieder sind wir „überversichert“ – sind Kostenpositionen, auf die Sie besonders Augenmerk legen sollten. Decken Sie dadurch Ausgaben auf, von denen Ihnen überhaupt nicht bewusst war, dass es sie gibt und eliminieren Sie diese. Achten Sie auch auf kleine Positionen, denn in Summe können diese einen wesentlichen Einfluss auf Ihr Vermögen haben.
  3. Spar-Rate festlegen – Sie kennen Ihre monatlichen Einkünfte und Sie wissen mittlerweile besser über Ihre Ausgaben und Sparpotenziale bescheid. Nun können Sie Ihre monatliche Sparrate festlegen. Diese zweigen Sie am besten bereits am Anfang des Monats ab und überweisen den Betrag auf ein eigenes Sparkonto. Sie werden erstaunt sein, wie schnell Sie es schaffen werden, höhere Summen als bisher zu sparen. Werden Sie Ihre eigene Schatzmeisterin!
  4.  Bewusstsein schaffen – Werden Sie sich bewusst, wofür Sie Geld ausgeben möchten. Tun Sie es nicht aus Gewohnheit oder weil Ihr Umfeld sich gewisse Dinge leistet. Seien Sie ehrlich zu sich selbst. Gönnen Sie sich lieber jene Dinge, die Sie in Ihrem Leben vorwärts bringen, mehr Einkünfte schaffen oder die Sie sich sehnlich wünschen.
  5. Ziele festlegen – Setzen Sie sich Ziele, die Sie in Ihrem Leben erreichen möchten. Halten Sie diese schriftlich fest um Verbindlichkeit zu schaffen. Überlegen Sie sich anschließend, wieviel Geld Sie für die Erreichung Ihrer Ziele benötigen. Wichtig: nicht umgekehrt! Zuerst über Ihre Ziele nachdenken und erst im Anschluss über das notwendige Geld.
    Schränken Sie sich hier nicht durch Ihre aktuelle finanzielle Situation ein. Seien Sie kreativ und hören Sie auf Ihr Bauchgefühl. Jetzt ist der beste Zeitpunkt über Ihre Zukunft nachzudenken und wie Sie diese gestalten möchten.
  6. Finanziell weiterbilden – Auf Sie warten interessante Blogs, Bücher und Veranstaltungen über Möglichkeiten zum Vermögensaufbau. Viele Frauen schreiben und halten Vorträge zu diesem Thema um Finanzen und Geld anderen Frauen zugänglicher zu machen. Haben Sie keine Scheu vor Börsen und Aktien. Halten Sie sich an gewisse Grundregeln und der Aktienmarkt wird positive Überraschungen für Sie bereit halten. Sie wären nicht die erste Person und insbesondere auch nicht die erste Frau, die vorher keine Ahnung über Finanzen und Vermögensaufbau hatte und nach kurzer Zeit fasziniert ist von diesem Thema.

Haben Sie Vertrauen – Leben Sie ein selbstbestimmtes Leben und Ihre Träume und Herzenswünsche werden Wirklichkeit!

Schauen Sie auf sich!

Zur Person:

Christine Aschauer hat sich ihr Know-How in mehr als 15 Jahren Organisationsentwicklung und im strategischen Management erfolgreicher, international tätiger Unternehmen erworben. Heute lässt sie ihr Wissen bei jungen, engagierten Selbständigen und Unternehmern einfließen und schöpft dabei aus einem vielfältigen Erfahrungsschatz, den sie sich bei Einblicken in unterschiedlichste Branchen angeeignet hat. Diesen weiterzugeben ist der engagierten Österreicherin ein Herzensanliegen.

Mehr zu Christine Aschauer finden Sie hier.

Bildnachweis: by Botagraph

Anwälte

Anwälte kennen die meisten Menschen nur als Helden aus dem Fernsehen. In der Wirklichkeit werden sie oftmals als nichtsnutzige Parasiten wahrgenommen, von denen es gar nicht so viele geben bräuchte.

Im Buch „Anwälte – Roman eines seltsamen Berufes“ (DIVA Verlag) will eine Studentin unbedingt wissen, welches Bild von Anwälten denn nun das richtige ist. Denn: Sie will selbst Anwältin werden. Während ihres Praktikums fragt sie einen Anwalt, der es wissen muss. Immerhin hat er schon namhafte Leute vertreten – vom Bankvorstand bis hin zum Spekulanten. Und nicht zuletzt natürlich auch Anwälte. 

Anwälte – eine seltsame Spezies!

Wer auf sensationelle Verbrechen mit Todesfolge gespannt ist, dem sei gesagt: Da hier kein Strafverteidiger erzählt, hält sich die Zahl Ermordeter in Grenzen. Aber nichtsdestotrotz geht es von Kapitel zu Kapitel turbulenter zu. Nicht ohne Opfer, denn von dem für jedermanns Wohlbefinden nötige Vertrauen in die Grundlagen unserer Gesellschaft bleibt so gut wie nichts mehr übrig….! 

Prädikat: „äußerst lesenswert“

Lesen Sie selbst – das Buch verdient das Prädikat „äußerst lesenswert“ 

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Bildnachweis: DIVA Verlag

Frau mit modischer Tasche

Hier ein tolles Posing, dort der coole Drink und da mal noch der Schnappschuss vom Luxushotel. Auf Instagram werden zum größten Teil sehr profane Dinge präsentiert. Essen, Getränke, Menschen und Mode. Der Hype um dieses soziale Netzwerk ist manchmal schwer zu verstehen, zumal die wenigen Text-Botschaften dort meist in einem Meer aus Hashtags untergehen. Aber dennoch: die Plattform hat sich vor allem bei ganz jungen Menschen etabliert. Vielleicht können „wir älteren“ (also ab 35 aufwärts….) das nicht so nachvollziehen, weil wir nicht wirklich etwas Wertiges darin sehen, wenn Nichtigkeiten in Szene gesetzt werden? Sei`s drum. Das Bilderparadies hat sich inzwischen einen Namen als Werbeplattform gemacht und es ist wohl vor allem Instagram zu verdanken, dass es für weibliche Instagram-User, die sehr erfolgreich mit ihrem Account sind, den Begriff Influencerin gibt. Solche – meist jungen – Userinnen warten oftmals mit einer riesigen Followerschar, gutem Aussehen und einem großen Hang zur Selbstdarstellung auf.

Manche Influencerin hat sprudelnde Werbeeinnahmen

Firmen nutzen das und so manche Influencerin kann sich über sprudelnde Werbeeinnahmen freuen. Prominenz hilft dabei ganz gut. Obwohl man keine alteingesessene Prominente sein muss. Nein – auf Instagram kann man bei Erfolg sogar in rasend kurzer Zeit selbst prominent werden. Viele Insta-VIP`s dürften im Offline-Leben den wenigsten Leuten bekannt sein, aber im digitalen Raum spielen sie eine berühmte Rolle.

Das dürfte auch auf die Influencerin Arii zutreffen. Die 18jährige ist eine Berühmtheit, die wohl nur kennt, wer regelmäßig zwischen den Instagram-Bildern und – hashtags umhersurft. Das Mädchen spielt allerdings digital in der Oberliga, denn sie hat über 2 Millionen Follower vorzuweisen. „Eine Menge Reichweite“ scheint sich da so mancher jetzt zu denken. Allerdings: ganz so einfach ist es nicht.

Denn die Influencerin hat jüngst einen ziemlichen Flop hingelegt. Trotz ihrer Millionen Fans. Was war passiert? Nun – wie so viele andere Insta-Sternchen wollte auch Arii ihre eigene Modekollektion herausbringen. Einem Bericht von WELT.de zufolge soll der Instagram-VIP für diese Idee auch einen Partner gefunden haben. Der aber wollte die Shirts, die die junge Frau produzieren lassen wollte, erst in die finale Produktion geben, wenn es der Influencerin gelingt, 36 T-Shirts über ihren Insta-Account zu verkaufen. 36 T-Shirts bei über 2 Millionen Followern sollten ja keine Hürde sein. Denkt man zuerst einmal.

Trotz hoher Reichweite gelang vorgegebener Produktverkauf nicht

Aber Pustekuchen! Falsch gedacht.

Denn: Arii bekam die geforderten 36 verkauften T-Shirts nicht zusammen. Dies berichtet WELT.de in dem erwähnten Beitrag auf der zu WELT.de gehörenden Publikation ICONIST.

Wortwörtlich heißt es da über den Flop der Influencerin:

„Wie es nun eben auch zum guten Ton bei siebenstelligen Fanzahlen gehört, startete Arii eine eigene Modelinie, „Era“. Damit die Kollektion regulär in Produktion geht, musste sie – so soll ihr Deal gewesen sein – 36 Shirts verkaufen. Und das hat nicht geklappt. Unter diesen vielen, vielen Menschen fanden sich keine 36, die wirklich Geld investieren wollten.“

Das beweist mal wieder, dass der alte Grundsatz, dass PR noch keine Produkte verkauft, auch in Zeiten von Facebook, Instagram & Co. gilt.

Fans und Follower sind noch keine Käufer

Natürlich werden viele Follower die Influencerin Arii gut finden, aber deshalb öffnen sie noch lange nicht ihre Geldbörse und geben Geld für Produkte ihres Insta-Stars aus.

Auf WELT.de heißt es in diesem Zusammenhang weiter:

„Zielgruppe und Produkt müssen genau zusammenpassen – und da muss die Community des Influencers auch gar nicht riesig sein. Ein Special-Interest-Account mit vielleicht vierstelligen Abonnentenzahlen kann mit der richtigen Ansprache in absoluten Zahlen mehr Käufe generieren als ein riesiger Account, der etwas völlig wahllos und unpassend unter die Menge bringen will. Luxusfirmen, die 18-jährige Social-Media-Phänomene mit teurem Schmuck ausstatten, merken schnell, dass Zigtausende minderjähriger Follower praktisch nichts wert sind.“

Genau so ist es! Unter den vielen Followern vieler sogenannter Insta-Stars sind oftmals sehr viele junge Leute, die nicht selten noch zur Schule gehen oder eine Ausbildung machen. Dass die nun nicht gerade zur Zielgruppe für hochpreisige Produkte gehören und auch für preiswerte Artikel meist kein Geld haben, dürfte klar sein.

PR bringt selten sofort neue Kunden

Ebenso ist klar, dass – zum Beispiel – auch die Präsenz in einer großen Tageszeitung mit einem Riesenartikel über eine Person, die kommerzielle Produkte verkauft, keinen großartigen Verkaufsschub bringen muss.

All das ist und bleibt PR. Die bringt zwar Öffentlichkeit und Interesse, aber oft keine neuen (oder nur wenige neue) Kunden.

Das gilt für die Online- als auch für die Offline-Welt.

Der Originalartikel über die Influencerin Arii ist hier nachzulesen.

Mehr zum Thema.

Bildnachweis (Symbolfoto): pexels.com

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Sanduhr mit rotem Sand

Gestern besuchte ich einen ganz besonderen Ort – eine kleine Lichtung mitten im Wald, wo seit über 30 Jahren ein Einsiedler lebt. Er hat sich dort mit tausenden von der Sonne ausgebleichten Seidenblumen, die in angeschlagenen Plastiktöpfen schmale, mit verwitterten Steinplatten ausgelegte Wege säumen, und unbeholfen gezimmerten, dämmerigen Holzhütten voller vergilbter Heiligenbildchen, ein skurriles Refugium geschaffen. Fernab vom hektischen Treiben, allumfassender Konsumgier und der rasenden, uns immer mehr in ihren Strudel aus Verpflichtungen und Begehrlichkeiten hineinreißenden Geschwindigkeit unserer Welt.

Betritt man einen der verwinkelten Pfade, die durch ein unübersichtliches Labyrinth im dichten Nadelwald im Kreis führen, befindet man sich schlagartig in einer Welt der Stille, einem kleinen buntgemusterten Universum aus gelebter, zu Herzen gehender Frömmigkeit und innerer Einkehr. Alle Hektik fällt von einem ab, und man durchwandert selbstvergessen diese Enklave, den manifestierten Traum eines introvertierten Einzelgängers, der für sich selbst beschlossen hat, dass ihn das Treiben „dort draußen“ nicht mehr interessiert, weil er nicht dazugehören möchte.

Dieser Einsiedler verzichtet auf jede Art von Konsum seit mehr als drei Jahrzehnten, läuft fast immer barfuß und bezeichnet seine Eremitage selbst als einen heiligen Ort. Ab und zu besuche ich ihn und lausche in der flüsternden Kühle dieser aus der Welt gefallenen Insel der Seligen dem gequälten Wispern meiner gehetzten Seele, fernab von Trubel, Alltagssorgen, übervollen Terminkalendern und dem lästigen Vibrieren meines Mobiltelefons. Dieses Stück Wald ist ein wunderbarer Ort zur Einkehr, eine Herausforderung für uns „digitale“ Arbeitssklaven, eine kleine Flucht ins Unwirkliche.

Außerdem beeindrucken mich Konsequenz, Beharrlichkeit und der tiefe Glauben an eine übergeordnete Macht, mit denen dieser Mensch sein eigenes kleines Reich gestaltet hat, in dem er schon so lange ohne Strom oder fließendes Wasser (außer dem kleinen Bach, der an dem Grundstück vorbeifließt) lebt und jetzt bei allerbester Gesundheit bald seinen 80ten Geburtstag feiern darf.
Wobei ich mir nicht sicher bin, was „feiern“ bei ihm bedeutet.

Gestern nun, als ich mit einer Freundin die wispernde Ruhe des Waldes durchschritt, wie jedes Mal beeindruckt von der Frömmigkeit und Bescheidenheit, die dieser von Menschenhand geschaffene Ort ausstrahlt, sah ich den Eremiten stehen, der sich mit jemandem unterhielt. Bei ihm verweilte ein Ehepaar Mitte 50. Der Mann klammerte sich in grotesk verzerrter, gebückter Haltung an einen Rollstuhl und starrte mich mit einer Eindringlichkeit an, die bekommen machte. Er wirkte, als würde er sich an mich erinnern, oder sich zu erinnern versuchen, obwohl ich ihn nicht kannte. Man sah ihm an, dass er sich verzweifelt bemühte, nicht zusammenzusacken, als sei er gerade hingefallen und beim Aufstehen auf halber Höhe daran gehindert worden.

Meine Freundin und ich taten, was uns angemessen schien – wir grüßten höflich und gingen weiter. Aber das Bild des Mannes, der sich an diesen Stuhl klammert und aussieht, als würde er gleich in sich zusammenfallen, lässt mich seitdem nicht mehr los.

Ich bin ganz sicher, für diese beiden Menschen, ein dem Anschein nach altgedientes Ehepaar, hat sich die ganze Welt innerhalb von Sekundenbruchteilen für immer verändert. Vielleicht machten sie früher regelmäßig Radtouren, feierten ausgelassen mit Freunden auf der Terrasse ihres Hauses, zogen Kinder groß, gingen samstags zum Einkaufen und hatten alles durchgeplant bis zur Rente. Vielleicht stritten sie gelegentlich über die Freizeitgestaltung, probierten regelmäßig neue Diäten aus und überlegten, ob sie die Oma ins Pflegeheim bringen sollten. Manchmal hatten sie unter Umständen das Gefühl, das Geld reiche nicht und bekamen sich in die Wolle, weil er unbedingt ein neues Auto kaufen wollte, sie aber meinte, man müsse fürs Alter etwas sparen. Eventuell hatten sie Sorgen, weil eines ihrer Kinder über die Stränge schlug. Die Möglichkeiten sind unendlich.

Und dann… kam dieser Schicksalsschlag, der alles zunichte machte. Vielleicht ein Schlaganfall, vielleicht ein Verkehrsunfall oder eine gemeine Krankheit. Eine Millisekunde, die ihr künftiges Leben unter einer von Kummer eingetrübten Käseglocke für alle Zeiten konservierte, unter welcher sie seitdem zu existieren gezwungen sind. Dieser eine Moment, in dem unsere Wünsche, Hoffnungen und Träume, all unser Ärger um Kleinigkeiten, in sich zusammenfallen wie ein angestochener Helium-Ballon, er hängt über jeden einzelnen Schicksal wie ein Damokles-Schwert. Übrig bleibt dann nur noch die leere Hülle unserer vorherigen Existenz: unter Umständen ein nicht abbezahltes Haus, zu wenig Krankengeld und … Schmerz. Jede Menge Schmerz und die Frage: „Warum ausgerechnet ich?“

Wissen Sie, was ich am häufigsten von meinen Freunden höre, wenn ich vorschlage, mal wieder was zu unternehmen? „Ich habe keine Zeit.“

Durch die Bank sind sie gestresst, reiben sich zwischen Arbeit, Gartenpflege, Kindererziehung oder Hobbies auf, streamen gelegentlich zur Entspannung einen Film oder gönnen sich einen Kino-Besuch und denken, sie hätten alles im Griff, denn nichts ist wichtiger heutzutage, als gut durchorganisiert zu sein. Ihre Urlaube planen sie mindestens ein Jahr im Voraus wegen dem Frühbucher-Rabatt, sie zahlen pünktlich jeden Monat in ihre Altersvorsorge ein und sparen fleißig („Damit ich mir in der Rente was gönnen und auch mal eine Kreuzfahrt machen kann“). Sie verschwenden, außer auf Beerdigungen von alten Freunden, keinen Gedanken dran, dass ihr Lebensplan nicht in Stein gemeißelt sein könnte, wie sie das zu glauben scheinen. Glauben müssen, denn die Wahrheit ist einfach zu grausam.

Aber das Leben nimmt keine Kreditkarten und unterschreibt keine Verträge. Auch nicht, wenn man 17 verschiedene Versicherungen abgeschlossen hat, unter anderem gegen Asteroideneinschlag oder Poltergeister. „Willst du Gott amüsieren, dann mach’ einen Plan“, las ich neulich.

Wer oder was auch immer unsere Geschicke lenken sollte – es/er ist unberechenbar, manchmal boshaft … und sehr, sehr mächtig. „Unter jedem Dach ein Ach“, sagte meine Mutter immer, und heute – mit all meiner Lebenserfahrung – muss ich ihr leider zustimmen.

Bestimmt kennen auch Sie Geschichten von Leuten, die 40 Jahre gearbeitet haben und dann kurz vor Antritt der Rente todkrank wurden und verstarben. „Das mache ich später, jetzt geht es nicht“, versichern mir Freunde, wenn ich einen Ausflug vorschlage. Auf dem Balkon zu sitzen und versonnen den Mond zu betrachten oder die nackten Füße in einem Bach baumeln zu lassen ist unmodern geworden – seit es Netflix und Handys gibt.

Manchmal hat man den Eindruck, die meisten fürchten sich vor der Besinnlichkeit, die sie zwingen könnte, darüber nachzudenken, was morgen sein wird, und wir versuchen deshalb, „was ist“, bis ins Unendliche zu verlängern, denn „was sein wird“, könnte sich für uns als unerträglich herausstellen. Wir Menschen sind nicht allzu gut in Schicksalsschlägen, habe ich das Gefühl. Feiern können wir definitiv besser.

Es gibt ja auch die sogenannten Stoiker, die sich jeden Morgen ungefähr 10 Minuten lang alles Schlimme vorstellen, das ihnen im Laufe des Tages zustoßen könnte – die werden dann wenigstens immer nur angenehm überrascht. („Gottseidank ist mir heute kein Klavier auf den Kopf gefallen.“)

Alle anderen rennen wie kreischende, von Besessenheit getriebene Hamster im sich immer schneller drehenden Rad einem imaginären Ziel hinterher, bis sie aufgrund der Fliehkraft oder vor Erschöpfung herausfallen und liegenbleiben. Manche stehen nie wieder auf. Andere nehmen Anlauf, hechten erneut ins Hamsterrad und fangen von vorn an.
Meine Bewunderung sei ihnen gewiss.

Ein Freund von mir erlitt mit 26 Jahren beim Rasenmähen einen Schlaganfall. Er konnte sich davon restlos erholen und lebt heute beschwerdefrei seit vielen Jahrzehnten, allerdings sehr viel dankbarer als vorher. Der andere verstarb mit 47 an Krebs. Und erst kürzlich musste ich einen alten Bekannten beerdigen, der mit 53 Jahren einfach umgefallen ist, trotzdem er nie rauchte oder trank. Im Gegenteil: Ich kannte niemanden, der gesünder lebte als er. Dann steht man beklommen am offenen Grab und denkt: „Er hatte doch eigentlich gar nichts vom Leben – immer nur gearbeitet und sich um seine alten Eltern gekümmert.“

Unser eigener Kilometerzähler läuft kontinuierlich mit jedem Tag schneller, und dann drehen wir einfach unser Leben „lauter“, um das bedrohliche weiße Hintergrundrauschen der Unendlichkeit auszublenden.

Wäre das alles hier ein Computerspiel, dann säße an den Steuerungselementen ein frustrierter, unberechenbarer Spieler, der willkürlich die „Delete“-Taste drückt und uns scheinbar nach Belieben löscht. Es gibt da die wahre Geschichte einer früheren Nachbarin, die aus dem Supermarkt kam, ihre Einkäufe im Auto verstaute, und in dem Moment, als sie den Motor startete, mit dem Kopf aufs Lenkrad knallte und starb. Einfach so.

Mittlerweile denke ich: „Hätte schlimmer kommen können, wenigstens war sie gut drauf, weil sie vielleicht noch ein Sonderangebot erwischt hat und musste nicht jahrelang leiden.“

Auf einem Friedhof sah ich mal ein steinernes Herz auf dem Grab einer Frau, die mit gerade mal 40 Jahren gestorben war mit der Inschrift: „Wir haben sie von Herzen geliebt.“ Es tut weh, so etwas zu lesen.

Geliebt zu werden schützt einen nicht vor Unabwägbarkeiten. Versicherungen oder Vitaminpillen übrigens auch nicht. Jeden Moment des Lebens darauf gefasst zu sein, dass das Schicksal mit dem Hammer draufhaut, scheint mir sinnvoller. Wären 10minütige Achterbahnfahrten denn schöner, wenn sie Stunden oder Tage dauerten? Ich denke nicht.

Alles ist endlich. Das Glück und auch das Leid. Nur kommt‘s einem bei zweiterem länger vor.

„Ich habe keine Zeit.“ Von wegen. Sie „haben“ gar nichts, das ist das Problem. Die Zeit gehört nicht Ihnen, sie ist nur eine Art Cluster, ein virtuelles Schwimmbecken, innerhalb dessen Sie sich bewegen dürfen, trotzdem Sie sich bemühen, Ihre Existenz in kontrollierbare Strukturen zu packen, unterstützt von tickenden Uhren, vollgepackten Kalendern und eng gesetzten Terminen.

Wir haben nichts. Es bleibt immer nur der Augenblick.

Und genau das sollte uns eindringlich bewusst werden. Eine Sandburg aus Träumen „haben“ wir, eine im Mahlstrom der Ereignisse trudelnde Seifenblase, inmitten derer wir schweben und uns bemühen müssen, nicht deren Rand zu berühren, weil diese sonst platzt und wir unsanft auf dem Boden unserer eigenen Sterblichkeit landen. Unser Sein ist voller unabwägbarer Ereignisse, die einen urplötzlich und ohne jede Vorwarnung treffen und einem den Boden unter den Füßen wegziehen können.
Schrecklicher Gedanke, nicht wahr?

Was oder wer auch immer unsere Geschicke lenkt, er ist unbestechlich und macht uns vielleicht einen Strich durch Hoffnungen oder Vorstellungen, ehe wir „ab in den Urlaub“ sagen, geschweige denn die Koffer packen können. Und genau um das zu verdrängen, lenken wir uns ab auf Teufel komm raus, denn wir wollen nicht mit der hässlichen Tatsache konfrontiert werden, dass wir nichts sind und keinen Einfluss darauf haben, was das Schicksal demnächst mit uns plant.

Neulich machte ich einen Stadtbummel und wollte mir zum Abschluss noch eine Tasse Cappuccino in einem Straßencafé gönnen. Da alle Tische an den Rändern besetzt waren, musste ich in der Mitte des bunten Pulks Platz nehmen und wurde von allen Seiten unfreiwilliger Zeuge sämtlicher Gespräche.

„Nächstes Jahr fliegen wir wieder auf die Malediven. Das hat uns vor vier Jahren so gut gefallen.“

„Letzte Woche hat der … zu mir gesagt, er hält das nicht mehr lange aus. Das macht er jetzt seit Jahren.“

„Ich freue mich so auf nächste Woche, da kriegen wir endlich die neue Küche. Und Ende August lade ich euch alle zum Essen sein.“

Und so weiter und so fort. Keiner von all diesen Menschen war wirklich da. Anwesend. Präsent. „Gestern, heute, morgen, nächstes Jahr, letzten Monat …“. Wir sind wirklich nie zuhause. In unserem Leben, meine ich.

Ich wiederhole: Wir haben nichts. Alles, das uns ausmacht, kann von der einen zur nächsten Sekunde Vergangenheit sein. Und die schöne neue digitalisierte Welt hilft uns vortrefflich dabei, diesen Gedanken zu verdrängen.

Es gibt nichts Zerbrechlicheres als die menschliche Existenz, und nur, um dessen nicht gewahr zu werden, packen wir unser Leben voll mit Pflichten, Verbindlichkeiten und scheinbarer Zeitnot. Außerdem haben wir doch Netflix, Online-Medien, Bungee-Jumping und Yoga-Kurse. Wir werden das wohl hinkriegen, jede Minute des Tages mit „sinnvollen“ Aktivitäten zu füllen, so dass unser Hirn nicht zur Ruhe kommt. Denn wenn es zur Ruhe käme… Um Himmels Willen!

Erst kürzlich sagte mir eine liebe Nachbarin, die vor kurzem ihren 60ten Geburtstag gefeiert hat: „ich werde nichts mehr hinausschieben, aufs nächste Jahr oder nächsten Monat, wie zum Beispiel einen Urlaub oder ein Treffen mit netten Leuten, denn ich lebe jetzt. Und es ist mir neulich erst bewusst geworden, dass es vielleicht irgendwann keine Gelegenheit mehr zum Verschieben geben werden wird.“

Wissen Sie: DAS könnte der Grund sein, warum Rentner so viel und oft verreisen. Worauf sollen sie denn noch warten? Bis zu ihrem 90ten Geburtstag? DANN gönnen sie sich aber wirklich was?

Aber zurück zu gestern. Diese Frau und ihr bedauernswerter Ehemann, auch sie hatten mit Sicherheit ein ganz normales Leben und vielleicht fürs Alter gespart. Sie hatten Pläne für ihre Rentenzeit geschmiedet, sich eventuell auf ein Enkelkind gefreut oder vor kurzem ihr Badezimmer renoviert.

Jetzt schiebt die Frau den Rollstuhl des Mannes, der verzweifelt versucht, wieder auf eigenen Beinen zu stehen, weil in seinem Gehirn vielleicht ein Rest von Autonomiebestreben erhalten blieb, vielleicht auch Scham darüber, dass er jede Minute des Tages auf jemanden angewiesen ist (Wir Menschen sind merkwürdige Wesen…). Vielleicht erinnert er sich daran, wie schön es war, zu laufen, zu schwimmen, Auto zu fahren oder den Rasen zu mähen.

Es hätte auch andersherum laufen können und seine Frau treffen. Es hätte auch gar nichts passieren können, und beide wären zusammen in gepflegter Langeweile alt geworden.

Ich hätte es ihnen so gegönnt.

„Wenn du schon etwas tun musst, dann tu es gern“, ermahnte mich während meiner Schulzeit ein Lehrer. Das habe ich bis heute beherzigt, denn unser ganzes Leben besteht unter anderem aus vielen ungeliebten Tätigkeiten wie bei mir zum Beispiel Putzen oder schwere Gartenarbeit, einem Job, den man nur ausübt, weil man die Kohle braucht oder pflegebedürftigen Eltern hat.

„Tu es gern“, verwandelt verhasste Aufgaben vielleicht in die Erkenntnis, dass auch das Hacken von Unkraut von unserer Lebenszeit abgezogen wird. Und diese Lebenszeit sollten wir nicht mit Groll im Herzen verbringen. Stellen Sie sich doch einfach vor, Sie hätten keine Möglichkeit mehr, all das zu tun, was Sie nicht mögen.

„So eine miese Bude, in der ich wohne, ausgerechnet im dritten Stock, und all diese Treppen.“ Und wenn man nicht mehr dazu imstande ist, ein paar Stufen zu nehmen, dann erinnert man sich wehmütig daran, wie schön es noch war, einen Fuß vor den anderen setzen zu können.

Das gilt übrigens für so gut wie alles, das einem sauer aufstößt. Uns fehlt nur das Bewusstsein und die Dankbarkeit dafür, dass wir überhaupt KÖNNEN. Die Chance steht täglich bei 50:50, dass das morgen schon ganz anders aussehen könnte, denn wie Friedrich Schiller mal so treffend sagte:

„Doch mit des Geschickes Mächten Ist kein ew’ger Bund zu flechten,
Und das Unglück schreitet schnell.“

Wenn ich zum Beispiel putze (ich hasse es…), trage ich riesige geräuschunterdrückende Kopfhörer und singe lauthals alle bekannten Lieder mit. Gelegentlich spiele ich mit sogar dem Schrubber Luftgitarre und tue, als wäre ich Ozzy Osbourne. Weil ich Putzen nicht mag, es aber erledigt werden muss. Und weil auch Putzen von meiner kostbaren Lebenszeit abgeht. Wenn ich versuche, es gern zu tun, habe ich mehr davon. Versuchen Sie es einfach mal.

Denn unser aller Leben ist kurz und beschränkt. Vielleicht kommt eine Gelegenheit, bei der Sie sich mit Bedauern daran erinnern, wie Sie flott den Feudel geschwungen haben zu den Klängen von Jethro Tull. Ich wünsche das niemanden, aber es kann uns alle treffen.

Deshalb: Genießen Sie jede Minute Ihres Lebens, und sei sie noch so beschissen. Schlimmer geht schließlich immer.

Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche und eine gute Zeit!

Ihre Barbara Edelmann

Bildnachweis: pexels.com

Zellweger

Was hat man sich amüsiert vor Jahren – über Renée Zellweger und ihre „Schokolade zum Frühstück“-Komödie! Auch die Anschluss-Movies waren allesamt Publikumsschlager, was natürlich in erster Linie an Hauptdarstellerin Zellweger lag.

Mit der von ihr verkörperten Singlefrau, die mit Übergewicht und für den Mann des Lebens kämpft, konnte man sich seinerzeit nur allzu gut identifizieren. Ging es einem doch selbst so oder ähnlich. Zellweger spielte sich vor allem wegen ihrer Unperfektheit in die Herzen der Zuschauer. Mit nettem Durchnittsgesicht und Bauch-weg-Slip wirkte sie wie die beste Freundin und war schon allein dadurch weit entfernt von der Optik der üblichen Verdächtigen aus Hollywood.

Renée Zellweger war eine von uns!

Sympathisch wirkte auch, dass die Aktrice offenbar kein Problem damit hatte, sich für ihre Rollen etwas Bauchspeck anzufuttern.

Jahrelang kannte man Renée Zellweger mit einem natürlich attraktiven Gesicht und mal mehr und mal weniger schlank. Alles bestens und sympathisch also.

Heute ist davon kaum mehr etwas übrig und wer sich ihre aktuelle Rolle in der Netflix-Serie „What/If“ anschaut, der wird vielleicht sogar erschrecken. Zunächst: im eng anliegenden weißen Kleid und superschlank sieht Zellweger eher aus wie Kim Basinger in Basic-Instinkt. Aber das ist es nicht, was einen erschrecken lässt, wenn man das Bild anschaut. Es ist das Gesicht von Renée Zellweger, das einer eingefrorenen Maske gleicht.

Klar, wir alle werden älter und kein Mensch erwartet, dass die einstige „Schokolade-zum-Frühstück“-Frau heute noch so ausschaut wie seinerzeit im Film an der Seite von Hugh Grant. Aber: jede Wette, dass Zellweger heute OHNE Botox oder chirurgische Eingriffe, die ganz bestimmt zum Einsatz gekommen sind, immer noch supergut ausschauen würde! Sympathisch und mit lebender Mimik.

Ihr Gesicht wirkt wie eine Maske

Davon scheint nichts mehr da. Im Gegenteil: ihr Gesicht wirkt wie eine eingefrorene Maske, die aufpolierte Optik verleiht der Schauspielerin etwas Kaltes und Abstoßendes. Und man fragt sich einmal mehr, warum Darstellerinnen dieses Formats nicht einfach mit dem was sie – ja sowieso schon im Überfluss – haben, zufrieden sind? Ein attraktives Äußeres, Geld, Erfolg – warum es nicht dabei belassen?

Ja klar, das Argument, dass Frauen „beim Film“ „sowas“ eben machen, kommt in solchen Fällen so gut wie immer. Aber warum wird das als normal angesehen? Und warum können die wenigsten erfolgreichen Schauspielerinnen ihr Leben mit ihrer naturgegebenen Optik genießen? Zumal vor dem Hintergrund, dass bereits mehrere Millionen eingespielt sind und FRAU doch auch ein Leben ganz ohne diesen Beauty-Wahn führen könnte? Warum tun die sich das an und lassen für vermeintlich attraktive Rollen ihr Äußeres so immens verunstalten?

Oder nehmen die das gar nicht als verunstaltet wahr? Weil um sie herum sowieso jeder gesichts- und körpertechnisch getunt ist?

Fragen über Fragen….!

Manche Otto-Normalo-Frau wäre froh über diese Optik!

Die wahrscheinlich nur für uns „Otto-Normalo“-Frauen nachvollziehbar sind. Ein Hollywood-Star stellt sich diese offenbar nicht. Geld und Erfolg sind für diese Leute wahrscheinlich so viel wichtiger, als der eigene Köper, das individuelle ICH. Man hat das kürzlich auch bei Sylvie Meis sehen können, die ja noch um einiges jünger ist als Zellweger, aber mit demselben Maskengesicht in der Öffentlichkeit auftauchte.

Schade, dass diese VIP-Frauen offenbar so wenig Selbstvertrauen haben, dass sie ihre naturgegebene Optik – die ja sowohl bei Zellweger als auch bei Meis top gewesen sind! – nicht zu schätzen wissen. So manche „Frau von nebenan“ wäre wohl begeistert, hätte sie das Original-Aussehen von einer der beiden.

Aber nun ja: „Frauen von nebenan“ und VIP-Ladys trennen nun mal Welten. Und Falten.

Bildnachweis: picture alliance/Everett Collection

 

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Gala Christoph Metzelder Stiftung

Seit nunmehr 12 Jahren unterstützt die Christoph Metzelder Stiftung bundesweit Projekte der offenen Kinder- und Jugendarbeit in prekären Stadtteilen, um für junge Menschen vor Ort da zu sein. Wer bis dato glaubte, dass in Deutschland dafür kein wirklich großer Bedarf besteht, irrt sich gewaltig. Denn auch in Deutschland ist die Zahl derer zu hoch, die wirtschaftlich, sozial und gesellschaftlich benachteiligt sind. Kurz gesagt: Die Christoph Metzelder Stiftung widmet sich der Förderung in den Bereichen Bildung, Ausbildung und Integration sowie der Bekämpfung von Kinderarmut.

Christoph Metzelder Stiftung engagiert sich für Kinder und Jugendliche

Ich persönlich bin schon seit vielen Jahren ein Fan der Arbeit und des Engagements des Fußballers. Aus diesem Grund bin ichauch immer gern dabei, wenn es darum geht, diese Stiftung zu unterstützen. Sei es bei Aktionen mitzuwirken, um Geld einzunehmen oder wie kürzlich in Potsdam bei dem Christoph Metzelder Stiftung Galabend dabei zu sein.Wer jetzt überlegt „Wie kann ein Galaabend helfen?“ oder „Ihr macht doch nur Party?“, der irrt. Diese Abende sind dazu da, um zu sehen was bisher schon geleistet wurde. Prominente Persönlichkeiten sind ebenfalls stets geladen und ziehen so gut wie immer die Presse an und sorgen so für mehr Öffentlichkeitsarbeit und einen noch höheren Bekanntheitsgrad der Stiftung.

Gleichzeitig wurden an diesem Abend viele tolle Dinge versteigert. Fotografien von Carsten Sander oder eine Bronze Skulptur von Tina Heuter sind nur einige der hochwertigen Stücke, die auf großzügige Bieter warteten. Zusätzlich gab es eine grossartige Tombola mit hochwertigen Losen, die natürlich auch ihren Preis hatte. Vielen Gästen aber fiel es leicht, für eine so schöne Sache zu spenden. Die Preise hatten insgesamt einen Gesamtwert von über 30.000 €! Darunter auch ein Aufenthalt im The Grand Ahrenshoop.

Tombola mit hochwertigen Preisen

Jean Bork mit Christoph Metzelder

Christoph Metzelder – starker Mann, starkes Engagement!

Der Erlös aus Versteigerung und verkauften Tombola-Losen ging zu 100% in die Stiftung und erreichte allein an diesem Abend einen Wert von über € 92.000. Und spätestens jetzt versteht man, warum diese Abende wichtig sind, auch wenn sie auf den ersten Blick anders wirken. Ich habe diesen Abend sehr genossen und finde Christoph Metzelder als Gastgeber immer wieder sehr sympathisch. Zudem wundert es mich auch nicht, dass dieser Mann ein so großes Herz hat und seine ganze Liebe in seine Projekte steckt.

Der Abend in der Schinkelhalle in Potsdam war wundervoll. Das Highlight war unter anderem die Sängerin Ingrid Arthur von den Weather Girls mit einem grandiosen Auftritt, der damit endete, dass wir Frauen am Ende alle auf die Bühne gezogen wurden. So tanzte ich mit Blümchen und Fernanda Brandao zum Erfolgssong It’s Raining Men um die Wette. Ich muss sagen, beide Frauen sehen wirklich unglaublich sportlich aus. Kompliment an dieser Stelle von mir!

Alles in allem ein wirklich schöner Abend mit Herz und großer Zukunft für Jugendliche in Deutschland. Danke Christoph Metzelder für dein Engangement!

Bildnachweis: Jean Bork

Die meisten Leute, die beruflich an einem Schreibtisch arbeiten, dürften es kennen: das Phänomen, dass sich nach einem gründlichen Aufräumen des Schreibtisches nur wenige Tage später erneut Chaos am Arbeitsplatz breit macht. Auch ich, die ich im Home-Office arbeite, kann ein Lied davon singen. Bedingt dadurch, dass ich als „Familienmanagerin“ auch den Schriftverkehr von Mann und Kind manage, landet irgendwie alles auf dem Schreibtisch im heimischen Büro. 

Räume ich auf und sortiere ich ab, kann ich schon darauf warten, dass nur kurze Zeit später mein Schreibtisch vor lauter kreuz und quer liegenden Unterlagen wieder kaum mehr zu sehen ist. 

Ablage-Chaos durch eintrudelnden Papierkram – geht bei der Familienmanagerin gar nicht! 

Das kommt auch davon, dass ich vieles, was am Nachmittag eintrudelt (die Post kommt bei uns erst gegen 14.00 Uhr) oder sich erst im Laufe des Tages ergibt, erstmal auf meinen Schreibtisch lege, weil nachmittags Familienzeit ist. Stromrechnungen, Abrechnungen für`s Schulessen, Tankquittungen und Belege vom Einkauf für`s Geschäft – alles landet zunächst im Home-Office. Bei mir, der Familienmanagerin.

Meist nehme ich mir dann für den nächsten Tag vor, alles zu sortieren, aber wenn Aufträge drängen oder/und Kundentermine anstehen, verschiebe ich das. An einer leichten Aufschieberitis leide ich nämlich definitiv!

Da mich aber der sich stets wieder einstellende Chaos-Zustand auf meinem Schreibtisch mehr und mehr nervt, werde ich jetzt Nägel mit Köpfen machen und Struktur in mein Arbeitsumfeld bringen. Es ist nicht so, dass ich diese nicht habe, immerhin habe ich für jedes berufliche und private Thema einen Ordner, aber ehe diese Papiere dort landen, verursachen sie vermeidbares Chaos an meinem Arbeitsplatz. 

Ordnungscoaches kennen das….! 

So manchen Morgen muss ich mich erstmal zu meinem Kalender vortasten, weil darüber unzählige Papiere liegen, die ich am Abend zuvor dort abgelegt habe. 

Um mich zu motivieren, las ich mir noch einmal den Artikel über die Ordnungscoaches durch, den ich sogar selbst produziert habe. Ich habe auch mit all` diesen Expertinnen persönlich gesprochen und wie ein roter Faden zog sich eine bestimmte Aussage durch diese Gespräche. Nämlich die Aussage, dass man, wenn man denn Struktur schaffen will – ganz gleich, ob im Keller oder auf dem Schreibtisch – einfach loslegen und nichts aufschieben sollte. Wie gesagt: an letzterem hapert es bei mir so manches Mal….! 

Um das zu ändern, habe ich mich zunächst durch`s Internet geklickt, um mich zu motivieren. Und siehe da: mein Problem haben viele andere Frauen auch! Und genau so viele Frauen haben auch superordentliche und strukturierte Schreibtische, die gezeigten Fotos sprechen immerhin für sich. 

So motiviert stöberte ich weiter im Web, um mich mit kleinen Ordnungshelfern einzudecken, denn meine Vorgehensweise stand fest. Ich würde keine großartige „Alles-verändern“-Aktion starten, sondern einfach mein Ablagesystem verändern. Oder besser gesagt: erst mal eines schaffen. Denn bislang war meine Ablage – leider – der gesamte Schreibtisch. 

Auf einfache Weise Struktur in die Ablage bringen

Fündig wird man im Netz schnell, was die kleinen Helferlein betrifft und so brauchte es auch gar nicht viel, um mir eine gute Struktur zu schaffen. Da das eingangs erwähnte Chaos nur meinen Schreibtisch und nichts anderes betraf, herrscht dort jetzt Ordnung. Und das auf ganz einfache Art und Weise. Ich habe für jedes Thema (von der Rechnung bis zum Info-Brief von der Schule meines Kindes) jetzt eine eigene Ablage. Dort hinein kommt das jeweilige Dokument und dort bleibt es auch, bis ich es endgültig im jeweiligen Ordner abhefte. Eine – zugegeben – sehr simple Maßnahme, doch sie hilft. Und bedeutet nur einen minimalen Zeitaufwand mehr. Statt – wie früher – alles auf den Schreibtisch zu knallen, nehme ich mir jetzt die halbe Minute mehr und lege die Papiere in die jeweils dafür vorgesehenen Ablagen ab. Ganz simpel, das Ganze. Man muss nur einen überwinden: den inneren Schweinehund!  

Bildnachweis: pixabay.com

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Stellen Sie sich vor, Sie verlieren einen Familienangehörigen, Freund oder engen Verwandten, wohnen seiner Beerdigung bei und entdecken auf dieser plötzlich eine mysteriöse Frau – abseits stehend und dunkel gekleidet. Was klingt, wie aus einem Thriller-, Mystery- oder Horror-Roman wird tatsächlich seit einiger Zeit real angeboten.

Mystische Frau auf Beerdigung als Geschäftsmodell

Von einer Frau, der dieses Geschäftsmodell eingefallen ist und die dafür, Medienangaben zufolge, auf Twitter bejubelt wird. Mehr noch: die Autoren eines STERN-Artikels, der dieses Business zum Inhalt hat, bedauern gar, dass ihnen diese Idee nicht selbst eingefallen ist. Und so läuft die makabre Angelegenheit:

Die Erfinderin dieses Geschäftsmodells bietet Interessierten an, nach deren Tod, für 50,00 Dollar, die vorab überwiesen werden sollen, auf dem Friedhof, am Tag der Beerdigung, zu erscheinen und sich abseits zu positionieren. Ganz in Schwarz und mit einem Schirm.

Laut STERN sind die User verzückt von dem Angebot und unterbreiten der Frau sogar noch Vorschläge, diese Geschäftsidee „aufzupeppen“. Indem sie nämlich gern noch mit einem Kind erscheinen oder am Ende der Beerdigung eine mysteriöse Schachtel auf den Sarg legen sollte.

Nach solchem Erlebnis auf Beerdigung könnten Hinterbliebene geschockt sein

Ganz ehrlich? Beim Lesen dieses Beitrages fragt man sich tatsächlich, ob der Großteil der Menschheit noch alle Tassen im Schrank hat? Es scheint keiner der Leute, die diese makabre Geschäftsidee bejubeln, auf den Gedanken zu kommen, was das mit den Angehörigen macht.

Man stelle sich vor, auf der Beerdigung des – sagen wir – Bruders zu sein und während der Zeremonie abseits eine mysteriöse Frau mit Regenschirm und dunkel gekleidet zu sehen, die ihre Blicke auf die Beerdigungsgesellschaft richtet.

Denkt wirklich niemand daran, dass dieser makabre Scherz etwas in den Hinterbliebenen auslöst? Dass diese vielleicht für den Rest des Lebens grübeln, was denn der oder die Verstorbene für ein dunkles Geheimnis hatte? Denjenigen dann vielleicht gar noch in einem anderen Licht sehen? Oder einen richtigen Schock bekommen?

Viele Leute oft gedankenlos!

Ideen wie diese zeigen, wie gedankenlos doch viele Leute sind! Ohne nachzudenken würden offenbar tatsächlich nicht wenige Personen eine solche geschmacklose Offerte annehmen und die eigene Beerdigung mit diesem schlechten Scherz „krönen“.

Insofern wünscht man der Erfinderin nur eines: dass sich abseits der eingeschworenen Twitter-Gemeinde im realen Leben möglichst wenige Kunden finden, die ihr Angebot annehmen!

Nicht umsonst geht es, im Zusammenhang mit Tod und Beerdigung, immer auch um den „Frieden“. Vordergründig natürlich für den Verstorbenen, aber auch die hinterbliebenen Angehörigen sollen ihn finden.

Mit der Präsenz einer fremden Frau auf dem letzten Weg wird das Gegenteil erreicht! Definitiv!

Bildnachweis: pixabay.com

 

 

Gabriela Friedrich mit dem inflationär verwendeten Attribut „Powerfrau“ zu versehen, passt nicht. Nicht nur, weil aktuell gefühlt jede zweite beruflich erfolgreiche Frau dieses Etikett – meist medial – verpasst bekommt, sondern weil das, was Gabriela Friedrich ausmacht, viel mehr ist als weibliche Power.

Die Hamburgerin (im Bild), deren Vita sich bereits wie ein Abenteuer liest, ist beruflich unglaublich vielseitig aufgestellt und strahlt dennoch die Gelassenheit derer aus, die das „Hamsterrad“ hinter sich gelassen haben. Gabriela Friedrich, die sowohl Coachings anbietet, als auch Bücher und Fachpublikationen schreibt und zudem Veranstaltungen organisiert, widmet sich mit ihren Klienten intensiv Konflikten, die aus menschlichen Prägungen heraus entstehen. Wer die tiefgründige, charismatische Norddeutsche erlebt, spürt, dass sie ihr Business mit innerer Kraft und Intuition organisiert. Im Interview stand uns Gabriela Friedrich Rede und Antwort.

FB: Gabriela, Du bist im Web gleich mit drei Geschäftszweigen präsent – richtest Deinen Fokus auf den Finanzsektor, agierst aber auch im Hinblick auf Männer und bist zudem sehr erfolgreich in Sachen Coaching von Frauen – vordergründig Businessfrauen. Gib uns doch dahingehend einmal einen Einblick.

Was auf den ersten Blick so unterschiedlich wirkt, ist doch im Kern immer dasselbe. Es geht bei meinen Telefoncoachings, ganz gleich mit wem, in erster Linie um Prägungen als bestimmenden Einflussfaktor. Dr. Bruce Lipton sagt, dass 95 Prozent unseres Lebens durch innere Muster bestimmt werden, die in den ersten sieben Jahren unseres Lebens entstanden sind. So hoch würde ich den Wert nicht ansetzen – es gibt auch im Erwachsenenalter viele prägende Erfahrungen –, aber generell ist der Mensch weitaus mehr von Konditionierungen gesteuert als ihm bewusst ist.

Deshalb beginnt meine Arbeit – egal mit wem – immer mit der Suche nach inneren Programmen als mögliche verborgene Ursache des Problems, das im Coaching gelöst werden soll. Beispielsweise bat mich einmal eine Frau um Hilfe im Umgang mit ihrem Kollegen. Sie und er waren Vorstände eines Finanzunternehmens und in jedem Jahr machte es die Frau wahnsinnig, wie sehr ihr Kollege bei der Lieferung der Daten für den Geschäftsbericht trödelte. In dieser Situation hätte sich eine Mediation oder eine Kommunikationsberatung zur Lösung des Konfliktes angeboten, wäre aber ein Fehler gewesen. Denn tatsächlich war nicht der Kollege, sondern die Großmutter der Klientin für den Konflikt verantwortlich. Granny hatte nämlich Jahrzehnte zuvor gegenüber ihrer Enkelin immer wieder ihre große Furcht vor dem Finanzamt geäußert und damit eine entsprechende Konditionierung verursacht, die bei der Erstellung des Geschäftsberichts getriggert wurde.

Mit der von mir entwickelten Mentaltechnik (S)HE – (Self) Hypno Empowerment dauerte es ca. 15 Minuten, bis die Konditionierung gelöst und die Klientin in Bezug auf die Fertigstellung des Geschäftsberichts entspannt war.

Nun löse ich nicht nur Konditionierungen per Telefon, sondern bringe meinen Klientinnen und Klienten auch eine andere Haltung gegenüber ihren Emotionen bei. Jedes Gefühl hat eine Indikatorfunktion und es ist unsere Aufgabe, es ernst zu nehmen und sorgfältig zu analysieren, damit wir verstehen, was es uns sagen will. Dann erst können wir die passenden Maßnahmen ergreifen, wie z.B. eine Eigenbehandlung mit (S)HE.

Der Erfolg von (S)HE beruht darauf, mit dem Innersten so einfühlsam zu sprechen, dass es sich verstanden fühlt und Lust bekommt sich zu verändern. Das lässt sich wunderbar auf den Umgang mit unseren Mitmenschen übertragen. Ergo berate ich meine Klienten auch dabei, erfolgreicher mit ihren Ehepartnern, Kunden oder Chefs zu sprechen.

Und das letzte zielgruppenübergreifende Thema meiner Coachings ist die geschlechtliche Identität bzw. das Verhältnis von Frauen und Männer. Aber dazu später mehr. 

FB: Wie hat sich Dein Berufsleben gestaltet, bis Du an den Punkt gekommen bist, wo Du heute erfolgreich stehst?

Meine Vita ist etwas schräg: Ich wollte eigentlich ins Hotelfach, bin aber durch einen 2 ½-jährigen Aufenthalt an der Côte d’Azur in Cannes und ein Jahr in London bzw. Richmond in der Kommunikationsbranche gelandet. Seit 28 Jahren bin ich nun PR-/Marketingberaterin und Texterin, habe lange in Agenturen gearbeitet, eine sechsmonatige Fortbildung zum Werbe- und Eventassistenten für ein Bildungszentrum in Kassel konzipiert und realisiert, die Hamburger Texterschmiede gemeinsam mit den Vorständen aufgebaut und über 12 Jahre geleitet und parallel dazu seit fast 25 Jahren als professioneller Mentalcoach gearbeitet, vier Bücher geschrieben, ca. 35 Fachartikel publiziert und Kollegen in meiner Methode ausgebildet. Außerdem verantworte ich seit zwei Jahren die Schlussredaktion des Verbands-Magazins HAMBURGER UNTERNEHMER und veranstalte regelmäßig mit Partnern Vortragsveranstaltungen zu Digitalisierungs- und Wirtschaftsthemen. Mit anderen Worten: Ich kenne die Businesswelt und ihre Anforderungen ebenso gut wie die Innenwelt.

FB: Dein Know-how in Sachen Business dürfte auch eine große Rolle bezüglich Deiner bisher erschienen Publikationen gespielt haben. Wie kam es dazu und welche Bücher gibt es von Dir? 

Bisher gibt es vier Bücher, an dem fünften schreibe ich derzeit. Das erste Buch heißt „Ändere nicht deinen Partner, ändere dich selbst. Negative Erziehungsmuster erkennen und auflösen. So machen Sie nie wieder dieselben Fehler“, erschienen Anfang 2012 bei mvg. Es ist das Buch, mit dessen Hilfe wir unbewusste Beziehungssaboteure erkennen und beseitigen, die uns davon abhalten das Richtige zu tun. Meist wissen wir ja, wie wir uns eigentlich verhalten sollten. Wenn uns das nicht gelingt, liegt dies an Konditionierungen. Um die geht es in den meisten meiner Bücher. So auch in Buch Nr. 2: „4 Schritte zur Gelassenheit. Wie wir unseren Ängsten die Macht nehmen“ Egal ob Redeängste, Selbstzweifel oder die Sorge nicht dazu zu gehören – auch dieses Buch vermittelt, wie wir uns von angstverursachenden Prägungen befreien können.

Die beiden anderen Bücher sind „Best Practice“-Sammlungen für emotionale Kompetenz in der Wirtschaft. Da ist zum einen das kostenlose E-Book „Wer fühlt, gewinnt!“ und dann das Buch „FINANZEINHÖRNER – good guys in the money business“, erscheinen bei Z&G. Ich glaube an die Wirkung positiver Vorbilder. Deshalb präsentiere ich gerne Menschen, die mit Anstand, Menschenkenntnis und Empathie erfolgreich sind.

FB: Begleitend zu Deinen Themen gibst Du Lesungen und hältst Vorträge. Wo bist Du diesbezüglich präsent, aus welchen Branchen kommen – im Zusammenhang mit Deinen Vorträgen – die Auftraggeber, vor welchem Publikum agierst Du? 

Früher habe ich häufiger Präsenz-Vorträge gehalten, sei es vor Selbständigen und Unternehmern, vor Führungskräften oder in Frauennetzwerken. Mittlerweile bin ich dazu übergegangen, Vorträge und Lesungen per Telefonkonferenz zu veranstalten. So kann jeder aus ganz Deutschland, der sich für das Thema interessiert, ohne Aufwand dabei sein.

FB: Du vertrittst die These, dass Frauen sich doch mit echten Problemen beschäftigen sollten – was konkret meinst Du damit?

Wann immer ich bei Facebook Frauengruppen beitrete oder Frauen-Netzwerk-Veranstaltungen besuche, fällt mir etwas auf: Frauen beschäftigen sich dort primär mit „soften Themen“, die die Welt zu einem schöneren, lebenswerteren Ort machen. Das ist im Prinzip gut und wichtig, doch würde ich mir auch eine faktenbasierte Auseinandersetzung mit unserem Finanzsystem, nationaler und internationaler (Wirtschafts-)Politik und gesellschaftlichen Tendenzen sowie deren Hintergründen wünschen. Ohne das erforderliche Hintergrundwissen werden Frauen leicht zu Opfern von Ideologen und Medien, die sie mittels Emotionen und Scheinmoral steuern. In unserer aktuellen gesamtpolitischen Lage ist das hochgefährlich.

FB: Um da ein bisschen im Bild zu bleiben: bilden die beruflichen Probleme, mit denen Frauen sich an Dich wenden, die Probleme, die in der Öffentlichkeit dargestellt werden (Gleichstellung, Gender-Gap, Diskriminierung von Frauen im Berufsleben, usw.) ab?

Ganz selten. Das mag daran liegen, dass meine Klientinnen wissen: Bei Gabriela Friedrich geht es um Eigenverantwortung. Wer über die von Dir genannten Probleme klagt, sieht die Verantwortung für seine Situation meist bei Dritten. Beim Arbeitgeber, bei der Gesellschaft, bei den Männern.

Nun gibt es zwar hier und da noch einige patriarchische Strukturen in Unternehmen, häufiger aber hat es mit prägenden Erlebnissen in ihrer Kindheit zu tun, wenn sich eine Frau diskriminiert fühlt. Sobald die bearbeitet und gelöst sind, ändern sich ihr Auftreten, ihre Erwartungshaltung und ihre Ausstrahlung. Und schon geht die Umwelt anders mit ihr um, respektiert sie und nimmt sie ernst.

Manche Klientinnen fragen mich, wie sie authentisch führen, ohne männliche Verhaltensweisen zu kopieren und ohne innerlich zu verhärten. Oder sie möchten die Beziehung zu ihrem Vorgesetzten oder Kollegen verbessern. Ein ganz großes Thema ist der Wunsch, erfüllter und sinnstiftender zu arbeiten. Wieder andere sind im Gespräch für eine Führungsposition und tun sich schwer mit der Entscheidung, weil für sie Macht negativ besetzt ist. Die Anliegen sind also vielfältig, wobei in zahlreichen Anliegen auch Spannungen zwischen den Geschlechtern eine Rolle spielen. Vielfach fehlt das Bewusstsein für die eigene geschlechtliche Identität und deren Bedeutung ebenso wie das Verständnis für die Eigenheiten und Sensibilitäten des anderen Geschlechts. Und es ist schön zu erleben, wie rasch sind die Dinge durch etwas mehr Achtsamkeit und Bewusstheit harmonisieren.

FB: Stehen sich manche Frauen selbst zu sehr im Weg und wenn ja, inwiefern?

Grundsätzlich steht sich jeder mit seinen Konditionierungen in irgendeiner Weise im Weg. Allerdings beobachte ich bei Frauen und Männern im Coaching unterschiedliche Herangehensweisen an Probleme. Männer springen sofort auf das Konzept der Eigenverantwortung, auf die logische Analyse von Gefühlen und ihren Ursachen und auf die Möglichkeit der schnellen Lösung an. Frauen hingegen stellen gerne Nähe zu anderen Frauen her, in dem sie über ihre Probleme sprechen. Sie bekommen Verständnis, Mitgefühl und Zuspruch, was sich gut anfühlt. Da ist dann der Antrieb, das Problem los zu werden, viel geringer. Außerdem begeben sich Frauen – natürlich nicht alle, aber doch erstaunlich viele – gerne in die Opferrolle. Häufig ist ihnen gar nicht bewusst, dass sie sich komfortabel in dieser Haltung von „ich leide und Du bist schuld und musst Dich ändern“ eingerichtet haben. Wenn ihnen das im Coaching klar wird, ist das Entsetzen meist groß. Doch dann folgt der Schritt ihn ihre wahre Größe und damit in die bedingungslose Eigenverantwortung.

FB: Du coachst Frauen zwar vordergründig im beruflichen Bereich, hast aber auch Klientinnen, die sich an Dich im Zusammenhang mit privaten Schwierigkeiten oder/und Problemen wenden. Vor welchen Herausforderungen stehen diese Frauen?

Ich trenne nicht wirklich zwischen beruflichen und privaten Themen; wir sind überall Mensch und tragen unsere Konditionierungen in alle Lebensbereiche hinein. Viele meiner Klientinnen haben ein niedriges Selbstwertgefühl, tun sich schwer damit Grenzen zu setzen, glauben sich Liebe verdienen zu müssen, fühlen sich verantwortlich für die Gefühle ihrer Nächsten, leiden unter Selbstvorwürfen, Schuldgefühlen oder schleppen uralte Wut auf jemanden mit sich herum, der sie irgendwann verletzt hat. Ein wiederkehrendes Problem ist das gestörte Verhältnis zu Vater oder Mutter, was sich in der Liebe genauso auswirken kann wie in der Karriere. Oder die klammernde Mutter hindert ihre erwachsene Tochter, zur unabhängigen, starken Frau zu werden. Bei Paarkonflikten aller Art werde ich häufig um Hilfe gebeten oder auch bei ungewollter Partnerlosigkeit. Zu letzteren gehört meist auch, alte schmerzvolle Männererfahrungen mit (S)HE zu bearbeiten, damit die Frau ihr Herz wieder zu öffnen vermag. Sehr vielen Frauen vermittle ich derzeit, Männer besser zu verstehen und mit ihnen erfolgreicher umzugehen. Das zahlt sich privat und im Beruf aus.

FB: Wie gestalten sich Deine Coachings mit Frauen?

Das hängt von davon ab, was die Frau von mir möchte. Erst gibt es ein ausführliches, kostenloses Kennenlern-Telefonat, bei dem ich der Frau meine zugegebenermaßen ungewöhnliche Mentaltechnik erkläre. Wenn sie sich entscheidet mit mir zu arbeiten, erhält sie per Mail einen langen Text, den sie laut lesen und mit einem selbst gewählten Schlüsselwort codieren muss. Das ist die sogenannte (S)HE-Installation, eine Art von langfristig wirksamem Programm, das durch Lesen im Unterbewusstsein installiert wird. Mit ihm gelingt es, selbst jahrzehntealte schmerzvolle Erlebnisse in kurzer Zeit zu neutralisieren. Häufig beseitigen wir damit pro 60-minütiger Sitzung drei massive Faktoren, die das Selbstbild oder die Einstellungen der Frau negativ beeinflussen.

Welche Erlebnisse oder Glaubenssätze das sein könnten, erforscht die Frau zunächst in Eigenregie, denn ich möchte, dass jede Klientin die Expertin für ihr eigenes Innenleben wird.

In der ersten „echten“ Telefonsitzung sichten wir gemeinsam die Forschungsergebnisse, ich helfe Zusammenhänge zu erkennen und die wichtigsten, machtvollsten Prägungen zu identifizieren. Die nehmen wir uns dann eine nach der anderen vor. Die Klientin braucht sich dann nur auf die alte prägende Erfahrung oder den einschränkenden Glaubenssatz zu konzentrieren, den Rest erledige ich. Wenn die Konditionierungen beseitigt sind, die für das Problem der Frau verantwortlich waren, besprechen wir weitere Coaching-Inhalte wie z.B. Kommunikationsberatung. Es hängt ganz davon ab, was für diese spezielle Frau in ihrer individuellen Situation zusätzlich sinnvoll ist.

FB: Oftmals gehen die Anliegen, mit denen Klientinnen sich an Dich wenden, auch sehr ins Private, Stichwort: Sexualität. Was für Themen spielen da eine Rolle?

Die Themen reichen von Hemmungen bei bestimmten Praktiken bis hin zu einer generell negativer Haltung gegenüber Sexualität oder großer Scham, weil sie sich nicht schön genug finden. Auch wenn nach einigen Jahren der Partnerschaft sexuelle Unlust aufkommt, kann ein Mentalcoaching helfen. Denn bei vielen dieser Schwierigkeiten spielen mentale und emotionale Prägungen eine Rolle. Wenn die beseitigt sind, kann die Frau ihre Lust endlich frei genießen.

FB: Wie gestaltet sich bei Dir ein typischer Arbeitstag? 

Den gibt es nicht; jeder Tag ist anders. Das liegt allerdings nicht nur an der Vielfalt dessen, was ich tue. Ich versuche auch die Aufgaben dann zu erledigen, wenn es sich richtig anfühlt. Alles hat seinen optimalen Zeitpunkt, an dem es leicht und gut gelingt.

FB: Du bist beruflich sehr eingespannt. Wie schaltest Du ab, gibt es Hobbys?

Ich liebe England, seine Landschaften und die Architektur. Deshalb schaue ich mit Begeisterung auf YouTube Folgen der britische Serie „Escape to the Country“. Darin geht es um potentielle Immobilienkäufer, die sich in ihrer Lieblings-Region drei Objekte anschauen. Dabei werden nicht nur die überwiegend historischen Häuser gezeigt, sondern auch die Gegend vorgestellt. Ich habe eine Weile in England gelebt, war lange mit einem Engländer liiert und nähre mit diesen Videos den anglophilen Teil meiner Seele.

FB: Was für Pläne gibt es derzeit in Sachen Coaching, Bücher oder auch Lesungen/Vorträge? Und: wo kann man Dich öffentlich erleben?

Ab Februar oder März startet das große, ganzheitliche Gesundheitsportal MyHealthy.Plus, das ein ehemaliger Top-Banker gegründet hat. Er gehört zu den von mir porträtierten Finanzeinhörnern und hat sich aufgrund schwerer Krankheit mit den Aspekten von Gesunderhaltung beschäftigt. Bei dem Portal verantworte ich MyMentalCoach.Plus, weil schließlich das emotionale Wohlbefinden und glückliche Beziehungen wichtige Faktoren für unsere Gesundheit sind. Im Shop des Portals kann sich jeder mein kostenloses E-Book über (S)HE herunterladen. Und ab März werde ich für die Interessenten des Portals einmal monatlich kostenlos in einer Telefonkonferenz erreichbar sein. Bei dieser Gelegenheit kann man mich kennen lernen, mir Fragen stellen oder sich Tipps für die Selbstanwendung von (S)HE holen. Schließlich biete ich über den Shop von MyHealthy.Plus auch ein kurzes (S)HE-Training plus Unterlagen an, sodass man sich im Alltag jederzeit selbst helfen kann.

Außerdem werden dort im Shop die Produkte von Ethno Health erhältlich sein, einem der wenigen Anbieter von Heilkräuterrezepturen, die meiner Einschätzung nach wirklich gut sind.

Mein größtes Projekt für 2019 ist es, endlich mein Buch „Männer sind wundervoll, Frauen auch“ fertig zu stellen. Es ist ein Männer-/Frauen-Versöhnungsbuch mit konkreten Tipps für beruflichen Erfolg, grandiosen Sex und erfüllende Liebe. Während ich das Buch schreibe, werde ich bereits daraus lesen. Natürlich auch per Telko – die Termine stehen rechtzeitig auf meiner Website. Genauso wie die Termine für die(S)HE-Telkos, bei denen ich Menschen erkläre, wie sie Freundschaft mit ihrem eigenen Hirn schließen und mit ihm so nett sprechen, dass es gerne tut was sie möchten. Ich würde mich sehr freuen, auch deine Leserinnen bei diesen Lesungen und Vorträgen zu begrüßen. Vielleicht interessieren sie sich ja für ein besseres Miteinander der Geschlechter, für mehr Gelassenheit und Selbstliebe.

Weitere Informationen finden sich auf der Homepage von Gabriela Friedrich. Und auch hier.

Copyright: Gabriela Friedrich

Julia Sohn – Initiatorin der Aktion #grüneBüroklammer in Nordrhein-Westfalen

Mit einer Büroklammer für den guten Zweck – was hat das zu bedeuten? So reagierte ich, als mir auf Facebook die #grüneBüroklammer als Hashtag im Newsfeed unterkam. Aus Neugier klickte ich drauf und staunte was man – oder besser gesagt: Frau – mit diesem kleinen Büro-Utensil so alles erreichen kann.

Julia Sohn, eine engagierte Unternehmerin aus Nordrhein-Westfalen, nutzt nämlich tatsächlich eine  simple Büroklammer, um sich für den guten Zweck zu engagieren. Mittlerweile hat die umtriebige Düsseldorferin, die in der bekannten Metropole am Rhein auch eine eigene Business Academy aufgebaut hat, bereits die unterschiedlichsten Unternehmerinnen und Unternehmer in ihrer Region mit der Initiative #grüneBüroklammer angesteckt.

Erreichen möchte sie mit der außergewöhnlichen Idee, dass am Ende ein stattlicher Erlös in ein Kinderarmutsprojekt der Stiftung Sterntaler fließt.

Doch schon innerhalb der jetzigen Aktivitäten konnte finanziell benachteiligten Menschen geholfen werden – so einem Rentner, der dank der Aktion erforderliche Zahnarztbehandlungen vornehmen lassen kann, die er sich selbst nicht mehr leisten konnte. Alles in allem ist die #grüneBüroklammer ein außerordenlich kreatives Projekt, über das Julia Sohn – die selbst Mutter ist – im Interview Auskunft gibt.

FB: Frau Sohn, bevor wir zu Ihrer Aktion kommen – erzählen Sie doch etwas über sich und Ihre Arbeit, sowie über die Kurse, die Sie für Kinder entwickelt haben.  

Ich selbst habe Marketingkommunikation studiert und mir war schnell klar, dass ich mein eigener Chef sein möchte. 2001 habe ich mich mit der vame Business Academy selbstständig gemacht, ein Online-Weiterbildungsinstitut, dass ich seitdem als Akademieleiterin leite. Seinerzeit steckte das Thema eLearning noch in den Kinderschuhen. Manchmal weiß ich selber nicht, wo ich die Kraft hergenommen habe, so lange durchzuhalten. Heute weiß ich, dass sich das definitiv gelohnt hat. Im Angebot stehen bei uns diverse IHK-Prüfungsvorbereitungskurse sowie private Studiengänge aus den Bereichen: Vertrieb, BWL, Marketing, Werbung, Eventmanagement. Die vame arbeitet bundesweit und ortsunabhängig. Unsere Lehrgänge werden im Blended Learning-Format angeboten.

2008 kam meine Tochter zur Welt und da ich seinerzeit keinen sinnvollen Krabbelkurs gefunden habe, der auch mein Hirn etwas beansprucht, habe ich kurzerhand selbst einen kreiert. Daraus entstanden ist das „Krabbelreich“ in Düsseldorf-Oberkassel, das es bis heute parallel zur vame Business Academy gibt. Viele hundert Mütter haben schon an unseren Kursen teilgenommen. Von klassischer Rückbildung, Krabbelkursen mit Bildungscharakter, musikalischer Frühförderung, 1. Hilfe Kursen mit Schwerpunkt Babys und Kinder und seit über 1 Jahr auch 1. Hilfe-Kurse für Kinder ab 6 Jahren.

Die Kinder lernen bei uns, wie man sich in Notsituationen zu verhalten hat. Von 112 anrufen, stabiler Seitenlage, Verbänden anlegen bis zur Bedienung eines Defibrillators. Ein sehr sinnvoller Kurs, der unter dem Motto steht: Auch Kinder können Leben retten! Seit einigen Monaten ist daraus in Kooperation mit der Stiftung Sterntaler ein Stadtprojekt geworden. Wir versorgen gemeinsam alle 4. Klassen der Grundschulen mit diesem Kurs. Was gibt es sonst noch über mich zu sagen? Ich würde mich als sehr kreativen Menschen bezeichnen, der gerne mit der Zeit geht und verrückte Ideen blitzschnell umsetzt.

2017 habe ich den Unternehmerinnenpreis der Stadt Düsseldorf gewonnen, was mir gezeigt hat, dass ich mit meinen Ideen nicht ganz falsch liege.

Mit einer Flasche Wein ging`s los – Julia Sohn mit Petra Mennigmann.

FB: Die besagte Aktion, der Sie sich derzeit widmen, ist eher ungewöhnlich und auch der Name – #grüneBüroklammer – lässt erst mal nicht auf ein Charity-Engagement schließen. Was steckt dahinter und wie kamen Sie zu dieser Idee? 

Das war wieder eine meiner verrückten Ideen. Ich war laufen und hatte ein Hörbuch auf den Ohren. Mitunter ging es in diesem um eine Geschichte, die 2006 in Kanada stattgefunden hat. Ein Kanadier schaffte es binnen 1 Jahr eine rote Büroklammer in ein Haus zu tauschen. Das Haus schenkte er schlussendlich seiner Verlobten. Ich fand die Geschichte witzig und habe nach einigem Zögern eine eigene Geschichte daraus gestrickt. Allerdings zugunsten der Stiftung Sterntaler und in deutlich abgewandelter Form.

Der Betrag, der am Ende dabei herauskommt, wird 1:1 in ein Kinderarmutsprojekt der Sterntaler gesteckt.

FB: Wie gestaltet sich die Aktion in der Praxis – wo finden Sie die Tauschpartner und was wird so alles angeboten?

André Schnaudt u. Thorsten Poersch (Part2Gallery) tauschen Matratzen-Gutschein gegen tolles Bild.

Gar nicht so einfach, wie zunächst gedacht. Der Ursprungsgedanke war, dass ich „etwas“ gegen etwas Gleichwertiges oder im besten Falle Höherwertiges eintausche. In kürzester Zeit schoss die Summe nach oben und ich konnte Dinge, die ich toll fand, die aber vielleicht etwas günstiger waren, als das Tauschobjekt, nicht mehr annehmen. In den Moment ist eine zweite Sparte entstanden: nämlich, dass ich Gutscheine oder Sachgegenstände in Form von Spenden annehme. Schon war das „Preisproblem“ gelöst. Die Spenden fließen an Stellen in die Geschichte ein, wo es einmal klemmt. Z. B., wenn ein Tauschgeschäft keinen klar definierbaren Wert hat oder ich jemanden dazu bringe seinen Tauschgegenstand direkt weiter zu spenden und er aber trotzdem eine Kleinigkeit dafür bekommen soll.

Ein Beispiel: Ich habe zwischendurch einen 500 EUR Gutschein eines Zahnlabors in den Händen gehalten. Dieser wurde von einem Cateringunternehmen gegen einen Catering-Gutschein eingetauscht. Gemeinsam haben wir entschieden den Zahnlabor-Gutschein direkt an die Bürgerstiftung weiter zu reichen. Nun hat ein Rentner etwas davon, der sich keine Zähne mehr leisten kann und das Cateringunternehmen bekommt von mir ein kleines Goody, damit es nicht ganz leer ausgeht. Alle Sachspenden, die am Ende übrig sind, werden auf einer Abschlussveranstaltung versteigert.

Die Summe kommt dann auch in die Sterntaler-Kasse.

Der Story folgen kann man zum Beispiel auf unserer Homepage. Dort findet man eine Zusammenfassung. Die volle Story kann man bei Facebook mitlesen, wenn man dort: #grüneBüroklammer eingibt.

Julia Sohn mit Sonja und Vera Schmittmann von der Edelbrennerei Schmittmann.

Angefangen haben wir mit einer Flasche Wein, dabei waren schon Champagner, Kunstwerke, eine professionelle Zahnreinigung, private Golfstunden, ein Frühstück für 4 Personen im Riesenrad von Oscar Bruch und vieles mehr. Man selbst weiß nie, was als Nächstes kommt. Ganz schön aufregend! Was mich sehr freut: am 13. Januar 2019 wird es eine tolle Abschlussveranstaltung geben im „Chateau Rikx“ – ein begehrter Club in Düsseldorf. Der Betreiber wird alle Getränkeeinnahmen, die auf der Veranstaltung über die Theke gehen, in meinen Spendentopf werfen. Das wird die Summe noch mal anständig nach oben treiben. Noch dazu wird Theo Fitsos, ein bekannter DJ aus Düsseldorf kostenlos auflegen, um ein wenig Schwung in die Veranstaltung zu bringen und Peter Inhoven, ein großartiger Metzger aus Düsseldorf, wird einen Würstchenstand aufstellen und die Einnahmen ebenfalls spenden. Ich freue mich über ein sehr breites Netzwerk. Meine Tauschpartner finde ich auf diesem Wege, etliche sprechen mich von sich aus an.

FB: Klappt es immer, dass der eingetauschte Gegenstand einen höheren Wert hat?

Das ist ziemlich viel Organisation meinerseits – aber ja. Und seitdem ich noch zusätzlich Spenden ohne Tauschgegenstand annehme, hat sich das Problem ohnehin gelöst. Schön ist zu sehen, dass viele einfach etwas Gutes tun- und bei der Story dabei sein wollen und gar nicht so sehr darauf schauen, ob und was sie dafür bekommen.

FB: Wie profitieren die teilnehmenden Unternehmen?

Jeder, der etwas gibt (ab einem Wert von 50 EUR aufwärts) bekommt eine Story in Form eines redaktionellen Beitrags, wo die Person/das Unternehmen/das Tätigkeitsfeld vorgestellt wird. Es ist kaum zu glauben, wie viel Reichweite die Storys haben. Ich kann tatsächlich nirgendwo mehr hingehen, wo nicht jemand „grüne Büroklammer“ sagt. Sehr lustig. Ich träume auch schon von grünen Büroklammern ;-). Die Beiträge erscheinen auf einer Vielzahl von Plattformen. 4 Seiten bei Facebook, LinkedIn, nebenan.de, auf unserer Homepage, bei XING, auch werden sie weitergeteilt…das ist ein klarer Mehrwert, da die Leute lieber eine schöne Geschichte lesen, als auf eine langweilige Werbeanzeige zu klicken und schon werden Personen und Unternehmen gesehen, die vielleicht vorher gar nicht so präsent waren.

FB: Was geschieht mit dem Erlös?

Alles wird bis auf den letzten Cent an die Stiftung Sterntaler gespendet. Dort wird der Betrag gut investiert, in ein Projekt gegen Kinderarmut in den eigenen Reihen.

FB: Wie lange läuft die Aktion noch und wie können Interessenten mit Ihnen in Kontakt treten?

Die Aktion selbst läuft noch bis zum 01.01.2019. Dann ist mit den Tauschgeschäften und Spendenannahmen Schluss. Dann gibt es noch die Abschlussveranstaltung am 13. Januar, 15:00 Uhr h und danach brauche ich erst mal Urlaub…Neben 2 Firmen und einem Kind, ist das alles ist doch nicht ohne. Wer noch etwas Tolles anzubieten hat (bitte keine alten Skiklamotten oder Ähnliches), darf sich sehr gerne melden: jsohn@vame.de

Bildnachweis / Copyrights: Julia Sohn