Frau mit modischer Tasche

Hier ein tolles Posing, dort der coole Drink und da mal noch der Schnappschuss vom Luxushotel. Auf Instagram werden zum größten Teil sehr profane Dinge präsentiert. Essen, Getränke, Menschen und Mode. Der Hype um dieses soziale Netzwerk ist manchmal schwer zu verstehen, zumal die wenigen Text-Botschaften dort meist in einem Meer aus Hashtags untergehen. Aber dennoch: die Plattform hat sich vor allem bei ganz jungen Menschen etabliert. Vielleicht können „wir älteren“ (also ab 35 aufwärts….) das nicht so nachvollziehen, weil wir nicht wirklich etwas Wertiges darin sehen, wenn Nichtigkeiten in Szene gesetzt werden? Sei`s drum. Das Bilderparadies hat sich inzwischen einen Namen als Werbeplattform gemacht und es ist wohl vor allem Instagram zu verdanken, dass es für weibliche Instagram-User, die sehr erfolgreich mit ihrem Account sind, den Begriff Influencerin gibt. Solche – meist jungen – Userinnen warten oftmals mit einer riesigen Followerschar, gutem Aussehen und einem großen Hang zur Selbstdarstellung auf.

Manche Influencerin hat sprudelnde Werbeeinnahmen

Firmen nutzen das und so manche Influencerin kann sich über sprudelnde Werbeeinnahmen freuen. Prominenz hilft dabei ganz gut. Obwohl man keine alteingesessene Prominente sein muss. Nein – auf Instagram kann man bei Erfolg sogar in rasend kurzer Zeit selbst prominent werden. Viele Insta-VIP`s dürften im Offline-Leben den wenigsten Leuten bekannt sein, aber im digitalen Raum spielen sie eine berühmte Rolle.

Das dürfte auch auf die Influencerin Arii zutreffen. Die 18jährige ist eine Berühmtheit, die wohl nur kennt, wer regelmäßig zwischen den Instagram-Bildern und – hashtags umhersurft. Das Mädchen spielt allerdings digital in der Oberliga, denn sie hat über 2 Millionen Follower vorzuweisen. „Eine Menge Reichweite“ scheint sich da so mancher jetzt zu denken. Allerdings: ganz so einfach ist es nicht.

Denn die Influencerin hat jüngst einen ziemlichen Flop hingelegt. Trotz ihrer Millionen Fans. Was war passiert? Nun – wie so viele andere Insta-Sternchen wollte auch Arii ihre eigene Modekollektion herausbringen. Einem Bericht von WELT.de zufolge soll der Instagram-VIP für diese Idee auch einen Partner gefunden haben. Der aber wollte die Shirts, die die junge Frau produzieren lassen wollte, erst in die finale Produktion geben, wenn es der Influencerin gelingt, 36 T-Shirts über ihren Insta-Account zu verkaufen. 36 T-Shirts bei über 2 Millionen Followern sollten ja keine Hürde sein. Denkt man zuerst einmal.

Trotz hoher Reichweite gelang vorgegebener Produktverkauf nicht

Aber Pustekuchen! Falsch gedacht.

Denn: Arii bekam die geforderten 36 verkauften T-Shirts nicht zusammen. Dies berichtet WELT.de in dem erwähnten Beitrag auf der zu WELT.de gehörenden Publikation ICONIST.

Wortwörtlich heißt es da über den Flop der Influencerin:

„Wie es nun eben auch zum guten Ton bei siebenstelligen Fanzahlen gehört, startete Arii eine eigene Modelinie, „Era“. Damit die Kollektion regulär in Produktion geht, musste sie – so soll ihr Deal gewesen sein – 36 Shirts verkaufen. Und das hat nicht geklappt. Unter diesen vielen, vielen Menschen fanden sich keine 36, die wirklich Geld investieren wollten.“

Das beweist mal wieder, dass der alte Grundsatz, dass PR noch keine Produkte verkauft, auch in Zeiten von Facebook, Instagram & Co. gilt.

Fans und Follower sind noch keine Käufer

Natürlich werden viele Follower die Influencerin Arii gut finden, aber deshalb öffnen sie noch lange nicht ihre Geldbörse und geben Geld für Produkte ihres Insta-Stars aus.

Auf WELT.de heißt es in diesem Zusammenhang weiter:

„Zielgruppe und Produkt müssen genau zusammenpassen – und da muss die Community des Influencers auch gar nicht riesig sein. Ein Special-Interest-Account mit vielleicht vierstelligen Abonnentenzahlen kann mit der richtigen Ansprache in absoluten Zahlen mehr Käufe generieren als ein riesiger Account, der etwas völlig wahllos und unpassend unter die Menge bringen will. Luxusfirmen, die 18-jährige Social-Media-Phänomene mit teurem Schmuck ausstatten, merken schnell, dass Zigtausende minderjähriger Follower praktisch nichts wert sind.“

Genau so ist es! Unter den vielen Followern vieler sogenannter Insta-Stars sind oftmals sehr viele junge Leute, die nicht selten noch zur Schule gehen oder eine Ausbildung machen. Dass die nun nicht gerade zur Zielgruppe für hochpreisige Produkte gehören und auch für preiswerte Artikel meist kein Geld haben, dürfte klar sein.

PR bringt selten sofort neue Kunden

Ebenso ist klar, dass – zum Beispiel – auch die Präsenz in einer großen Tageszeitung mit einem Riesenartikel über eine Person, die kommerzielle Produkte verkauft, keinen großartigen Verkaufsschub bringen muss.

All das ist und bleibt PR. Die bringt zwar Öffentlichkeit und Interesse, aber oft keine neuen (oder nur wenige neue) Kunden.

Das gilt für die Online- als auch für die Offline-Welt.

Der Originalartikel über die Influencerin Arii ist hier nachzulesen.

Mehr zum Thema.

Bildnachweis (Symbolfoto): pexels.com

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