Frau macht Selfie

Übernachten in einem schönen Hotel, Eintritt in einen Club mit VIP-Tisch oder ein schönes Mode-Accessoire – nach den Vorstellungen so mancher Influencer muss das selbstverständlich sein. Das ist es auch, aber nur für ganz, ganz wenige Leute, die auf Instagram Bilder und Storys veröffentlichen. Meist handelt es sich um Prominente, die mit ihrem Instagram-Account eine Menge Leute erreichen.

Dreiste Influencer keine Seltenheit!

Logisch, dass hier die Werbeanfragen nur so herein purzeln und solche Internet-Größen wohl auch mit schicken Handtaschen, Schuhen und Kleidern überhäuft werden. Allerdings denken viele Nachahmer, dass man ihnen kostenfreie Goodies ebenso gewährt. Und so hört man immer wieder von jungen Leuten, die – weil Blogger oder Instagrammer – dreist ihre Forderungen an Hotel- oder Club-Besitzer stellen. Zum Beispiel.

Vor einiger Zeit machte ein Hotel die Anfrage einer britischen Bloggerin öffentlich, die meinte, kostenfrei in einem Luxushotel einchecken zu können, wenn Sie dem Hotel im Gegenzug einen Beitrag auf ihrem Blog widmet. Nur: einen Gegenzug kann es nur geben, wenn der andere auch gewillt ist, Partner zu sein. Im Fall der Internet-Lady aus England war das nicht so. Im Gegenteil: das Hotel empfand die Anfrage als Frechheit. Es machte die Bettel-Zeilen der Bloggerin, die mal eben einige Tage Aufenthalt in einem Hotel in Dublin kostenlos forderte, öffentlich. Auf kurier.at wurde es wie folgt zitiert:

„Danke für deine E-Mail, in der du nach kostenloser Unterkunft im Austausch für Publicity fragst. Es braucht ganz schön viel Mut, so eine E-Mail zu schreiben, dafür nicht besonders viel Selbstachtung und Würde. Wenn ich dich hier für ein Video übernachten lasse, wer bezahlt die Mitarbeiter, die sich um dich kümmern? Wer bezahlt das Housekeeping, das dein Zimmer putzt? Die Kellner, die dein Frühstück servieren? Die Rezeptionistin, die dich eincheckt?“ Der Text endet mit der klaren Ansage: „P.S.: Die Antwort ist nein“.

Das ist kein Einzelfall! Bei weitem nicht.

Kostenfreie Logis im Luxushotel erhofft sich mancher Influencer

Denn gleich an dreiste Blogger und Influencer in der Mehrzahl richtet sich ein Luxus-Strandhotel auf den Philippinen, welches von Nachfragen nach einem kostenlosen Aufenthalt mehr und mehr genervt ist.

Auf derstandard.de wurden vor einigen Tagen folgende Zeilen des Hotel-Managments bekannt:

„Wir erhalten viele Nachrichten über eine Zusammenarbeit mit Influencern. Wir würden gerne höflich bekanntgeben, dass White Banana nicht daran interessiert ist, mit selbsternannten Influencern zusammenzuarbeiten. Und wir würden [Ihnen] vorschlagen, andere Möglichkeiten zu suchen, um kostenlos Essen, Getränke oder Übernachtungen zu bekommen. Oder Ihr geht einfach richtig arbeiten.“

Harte Worte von Betreiber Gianluca Casaccia, der das Strandhotel White Banana auf der philippinischen Insel Siargao betreibt. Und nach eigener Aussage schon an die 100 Anfragen nach kostenloser Logis von Influencern bekommen hat.

Und – ganz ehrlich – man kann ihn verstehen! Denn natürlich bezahlt sich das Team eines Hotels nicht von selbst und ob die jeweiligen Influencer die gewünschte Zielgruppe wirklich erreichen, bleibt fraglich.

Deutscher Influencer blamiert sich

Fraglich ist auch das Verhalten eines deutschen Influencers, der eine Absage sogar noch öffentlich machte und dafür im Netz viel Spott und Häme einstecken musste.

Auf stern.de war über den 23jährigen Luca Scharpenberg („Concrafter“ auf Youtube) am 15. April 2019 folgendes zu lesen:

„Der Kölner, dem auf Youtube 3,7 Millionen Abonnenten folgen, erzählte, wie er mit einigen Freunden in der Düsseldorfer Altstadt am Wochenende unterwegs war. Über sein Management sei dann der Kontakt zu einem Club auf der Partymeile hergestellt worden, in dem die Gruppe gerne feiern wollte – mit freiem Eintritt, Tisch im VIP-Bereich und kostenlosen Getränken. Im Gegenzug wollte er den Club in seinen Storys auf Instagram markieren. Nach einigem Hin und Her kam auf die Anfrage des Influencers aber eine ziemlich eindeutige Antwort: „Die Sache ist, der Laden läuft auch ohne deine Posts gut“, schrieb ihm der Manager. „Du verdienst doch nicht schlecht, meinst du nicht, dass du 150 Euro auf der Tasche hast?“(…)Im Video auf seinem Channel ereifert sich der Youtuber über die Reaktion des Clubs. Mit anderen Läden sei das kein Problem, behauptet er, dort gebe es „für alle Beteiligten eine ganz nice Koop“, wie es im Influencer-Jargon heißt. Die Antwort des Düsseldorfer Clubs hingegen nennt er „unprofessionell“ und „Arroganz auf so einem hohen Level“.“

Die meisten Web-User sahen das freilich anders und wuschen dem jungen Mann mit der dreisten Anspruchshaltung gehörig den Kopf. Ein User bekam für folgende Zeilen an den Bubi mit der Anspruchshaltung immensen Zuspruch:

„So etwas öffentlich zu machen, zeugt einfach davon, dass man nicht weiß, wie man mit seinem Ego damit klarkommen soll“, lautet der Kommentar mit den meisten Likes.“

Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen, denn: die Kommentatoren haben recht. Und die Hotelbesitzer auch.

So mancher Instagram-„Star“ sollte sich hinterfragen!

Bleibt die Frage, ob sich „Youtuber“ mit Management und Bloggerinnen, die mal eben dreist einige Übernachtungen einfordern, nicht auch mal selbst hinterfragen sollten?! Denn noch immer gilt: diese Leute mögen einer gewissen Zielgruppe bekannt und mit einer beachtlichen Reichweite gesegnet sein. Aber dennoch agieren sie meist in Nischen und haben lange nicht den Bekanntheitsgrad wie wirkliche Prominente á la Peter Maffay & Co.

Den Unterschied macht auch, dass solche Größen sich nie im Leben so entblöden und nach kostenlosen Goodies hecheln würden!

Einfach mal drüber nachdenken, liebe Influencer!

Recherchenachweis: stern.de, kurier.at, derstandard.de

Bildnachweis (Symbolbild: pixabay.com)

 

 

 

 

 

 

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