Von der Bankkauffrau zur Feng Shui-Beraterin in Singapur und Deutschland: Diesen Berufsweg hat Christine Kronshage aus Taunusstein gemeistert. Erfolgreich! Dass sie sich professionell der Feng Shui-Lehre widmet, ist einem Auslandsaufenthalt zu verdanken, der gerade zu dem Zeitpunkt in ihr Leben kam, als sie eigentlich in den alten Beruf zurückkehren wollte. Es kam – wie so oft im Leben – alles anders und heute ist Christine als Feng Shui-Beraterin erfolgreich. Das Rüstzeug dafür hat sie sich in Singapur geholt – der asiatischen Region, in der ohne Feng Shui-Regeln gar nichts geht. Was dort zum Alltag gehört, wird hierzulande teilweise ins Esoterische transportiert oder als Lifestyle abgetan. Über beides kann Feng Shui-Profi Christine nur mit den Kopf schütteln. Im Interview gibt sie spannende Einblicke in die asiatische Harmonielehre und räumt zudem mit einigen Klischees auf, die ihr diesbezüglich immer wieder begegnen. Interessant ist es auch zu lesen, wie die dreifache Mutter in Asien den Grundstein für ihre heutige berufliche Existenz legte.

FB: Christine, was hast Du beruflich gemacht, bevor Du Dich auf Feng Shui fokussiert hast?

In meinem „ersten Leben“ habe ich als Bankkauffrau bei einer großen deutschen Bank gearbeitet. Zunächst in der Kundenberatung, später dann in Projekten zur Prozessoptimierung. Das war soweit auch alles ganz interessant. Bis ich Ende der 90er Jahre ein Schlüsselerlebnis hatte, als ich für diese Bank 15 Monate in Asien arbeitete. Damals kam ich durch die lokalen Kollegen zum ersten Mal mit Feng Shui in Berührung. 

Durch meiner Arbeitskollegen bekam ich kleine Einblicke in die für mich unbekannte Welt der Chinesischen Metaphysik und erfuhr, quasi am eigenen Leib, dass es möglich ist, die Raumenergie zu beeinflussen um meine Ziele schneller und leichter zu erreichen. Und damit war ich infiziert…

Auslandsaufenthalt war Glücksfall

FB: Mit Feng Shui – so sagst Du – begann ein zweites Leben für Dich. Wie kam das? 

Als wir in 2011 als Familie mit drei Kindern nach Singapur umzogen, hatte ich gerade neun Jahre Elternzeit hinter mir. Eigentlich wollte ich zurück in meinen alten Beruf, doch der Auslandsaufenthalt machte mir einen Strich durch die Rechnung. Heute sage ich: Zum Glück! In Singapur ergriff ich die Gelegenheit, als eine der wenigen Ausländer, das faszinierende Thema Feng Shui an der Universität zu studieren. Und stellte fest, dass es riesige Unterschiede gibt zwischen dem, was ich mir vorher in Deutschland aus Büchern angelesen hatte und dem echten, asiatischen Feng Shui. 

FB: Die chinesische Harmonielehre wird in Asien ganz anders angegangen als in Deutschland. Wie muss man sich das vorstellen? 

Die Grundlagen von Feng Shui sind in der Bevölkerung allgemein bekannt. Kaum eine Familie, die in ihrem Haus nicht auf die wichtigen Kompetenten für Gesundheit, Wohlstand und gute Beziehungen achtet. Feng Shui gehört zum Alltag, fließt bereits in die Stadtplanung ein. Schulen, Bürogebäude, Einkaufszentren, Museen und Konzerthallen – in fast allen Gebäude wird auf gutes Feng Shui geachtet. Umgekehrt wird bei Unglücksfällen oder Umsatzeinbußen schnell ein Feng Shui Master zu Rate gezogen, um durch geeignete Maßnahmen die Energie wieder zum Fliessen zu bringen.  

Fernöstliche Lehre machte glücklich

FB: Was hat Dich persönlich an dieser fernöstlichen Lehre so fasziniert? 

Ganz einfach: Sie hat mich glücklicher gemacht. Seit ich nach diesen Regeln lebe und unser Haus so ein- und ausgerichtet habe, bin ich achtsamer geworden, zufriedener, mein Leben verläuft viel häufiger so, wie ich es mir wünsche. Und das finde ich klasse!

FB: Wann hast Du die Entscheidung getroffen, Dich mit Feng Shui selbständig zu machen?

Eigentlich war das gar nicht meine Entscheidung, sondern die meines ersten Lehrers. „Geh raus und sammle Erfahrungen“ sagte er. „Das ist nicht nur gut für Dich, sondern so kannst Du Dein Wissen teilen und anderen helfen.“ Mit seinem Empfehlungsschreiben in der Hand und ziemlich weichen Knien, stand ich dann irgendwann tatsächlich bei der zuständigen Behörde und bat um die Erlaubnis, ein Geschäft als Feng Shui Beraterin anzumelden. Als Deutsche. In Singapur. Und sie wurde erteilt … und damit war ich „die deutsche Asiatin“ und durfte offiziell als Feng Shui Beraterin unterwegs sein. Und andere Menschen glücklicher machen.

Feng Shui funktioniert einfach – kein Glaube daran nötig

FB: Was ist das stärkste Argument für Feng Shui?  

Es funktioniert. Und man muß nicht daran glauben! Wie oft ich bei uns zu Hause testweise Möbel umgestellt oder Bilder ab- und umgehängt habe, lässt sich gar nicht mehr zählen. Meinen Söhnen und meinem Mann habe ich gewöhnlich nicht vorher erklärt, warum ich dies tue, sondern nur aufmerksam zugehört – oder beiläufig nachgefragt – wenn sie dann in den folgenden Tagen von positiven Ereignissen oder Erfolgen berichtet haben.

FB: Wie siehst Du die esoterische Komponente im Zusammenhang mit dieser Harmonielehre? 

Feng Shui hat nichts mit Esoterik zu tun, ist weder mystisch noch spirituell. Es ist wirklich schade, dass Feng Shui hier teilweise belächelt oder als Humbug abgetan wird. Feng Shui sei „nicht mehr modern“ wurde mir neulich in einer Buchhandlung mitgeteilt. Leider werden tatsächlich viele merkwürdige und teils absurde Praktiken und Formeln verbreitet, die auf Aberglauben oder falschen Übersetzungen basieren. Echt bedauerlich. Das klassische, traditionelle Feng Shui, das auch heute noch im modernen Singapur angewandt wird, hat nichts mit Esoterik zu tun. In Asien ist Feng Shui eine anerkannte Wissenschaft, die logisch aufgebaut ist und auf Natur-Beobachtungen beruht. 

Mehr Harmonie wird oft gewünscht – vor allem in Beziehungen

FB: Was wünschen sich Deine Kunden, für die Du Projekte umsetzt und wie gestaltest Du die Herausforderungen der Kundschaft?

Christine Kronshage

Feng Shui-Beraterin Kronshage

Meine Kundinnen wünschen sich mehr Harmonie, Gesundheit und ein liebevolleres Miteinander in ihrer Familie. Manchmal geht es auch um mehr Erfolg im Beruf oder (für ihre Kinder) in der Schule oder im Studium. Aber meist handelt es sich um Beziehungsprobleme.  Gleichzeitig hängt in vielen Köpfen immer noch der Vorbehalt, das sich durch eine Feng Shui Beratung der gesamte Einrichtungsstil ändern müsste. Dem ist nicht so. Die Prinzipien des Feng Shui lassen sich wirklich in jedem Stil umsetzen. Gutes Feng Shui sieht man nicht – aber man spürt es!

Ich beginne immer mit einem Gespräch und finde dabei heraus, was die Kundinnen sich wünschen. Bei der Wohnungsbesichtigung geht es mir zuerst um eine Balance von Yin und Yang. Bereits während ich die Räume mit meinem Kompass vermesse, fallen mir Unregelmäßigkeiten auf, die ich sofort anspreche. Manchmal entfernen wir spontan kleinere Gegenstände oder Bilder und spüren die Energieveränderung! 

Rasche Lösungen, die nicht zu teuer sind, kommen zum Einsatz

Viele Menschen haben Dekorationsobjekte, Lampen, Bilder oder andere Objekte in ihren Wohnungen, die sie überhaupt nicht mögen. Oder die schlicht und einfach am falschen Platz stehen / hängen. Mit solchen „Kleinigkeiten“ beginnt schon ein Prozeß. Mir ist es wichtig, dass meine Lösungen schnell umsetzbar und nicht allzu kostspielig sind. Vor allem in Mietwohnungen ist es oft nicht möglich, „mal eben“ eine Tür zu versetzen. Und auch neue Wandfarbe ist für manche Menschen mit viel Aufwand verbunden. 

FB: Was für Räumlichkeiten lässt Deine Klientel bevorzugt umgestalten und wo liegen bei Neubauten die Prioritäten in Sachen Feng Shui? 

Vielfach wird Feng Shui im gleichen Atemzug mit Innenarchitektur und Raumgestaltung genannt. Dabei geht es aber eigentlich eher um Optimierung der Energie innerhalb von Räumen. Wir spüren, dass es uns nicht gut geht, machen es allerdings nur selten an den Räumen fest. Ich werde nicht direkt zur Umgestaltung gerufen, sondern um Probleme zu lösen. Dafür schaue ich mir die Räume an. 

Eingangsbereich ist am wichtigsten

Aus Feng Shui Sicht ist der Eingangsbereich am wichtigsten, denn – und das wird leider oft vergessen – die gute Energie kommt von draußen ins Haus. Und die Haustür, die täglich mehrfach geöffnet wird, ist nun mal der Zugang der Energie. Daher sollte der Eingang bereits draußen so gestaltet sein, dass Besucher sich willkommen fühlen. Mülltonnen direkt neben der Eingangstür sind daher keine gute Idee. Eine schöne Fußmatte, eine der Jahreszeit entsprechend dekorierte Haustür, eine funktionierende Klingel, eine schöne Lampe, ein gut lesbares Namensschild, bzw. die Hausnummer, vielleicht sogar noch eine oder zwei schöne Kübelpflanzen und eine Bank – so heißt man die Energie willkommen. 

Negative Energien vermeiden

Auch bei Neubauten ist der Eingangsbereich sehr wichtig. Außerdem wird geschaut, dass der Grundriss so gestaltet wird, dass alle Bewohner ihre positiven Bereiche gut nutzen können. Man versucht, negative Energie weitestgehend zu vermeiden, indem man bei der Platzierung von Treppen, Türen und Fenstern auf die Einhaltung der Regeln des Feng Shui achtet. 

FB: Du arbeitest bundesweit – woran derzeit? 

Mein Fokus liegt auf Einzelberatungen. Im Rhein/Main Gebiet erarbeite ich individuelle Lösungen für meine Kunden vor Ort in ihren Räumen. Außerdem biete ich über die Landesgrenzen hinaus online Beratungen an. Momentan plane ich beispielsweise bei einem Neubau in Österreich mit. Das wunderschön gelegene Grundstück hat einen tollen Blick, ist durch seine Hanglage aber auch eine Herausforderung, der ich mich gern stelle. 

Digitaler Workshop für kleinen Teilnehmerkreis geplant

Um für alle Interessierten gut erreichbar zu sein und das Wissen über Feng Shui zu verbreiten, biete ich in Kürze einen Online-Tagesworkshop an. Bei diesem Workshop arbeite ich intensiv und exklusiv mit einem kleinen Teilnehmerkreis. So kann ich mich optimal auf die Wünsche und Bedürfnisse des Einzelnen konzentrieren. Ziel des Workshops ist es, an nur einem Tag den Energiefluss und damit das Wohlbefinden des Teilnehmers spürbar zu verbessern. Besonders viel Freude habe ich auch bei der Produktion von Videos, die ich gern bei YouTube oder auf meinem Facebook Account veröffentliche.

Weitere Informationen zu Feng Shui und Christines Leistungsspektrum finden Interessierte auf ihrer Homepage.

Bildnachweis: Christine Kronshage

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