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Männer Shoping

Albert Einstein definierte vor langer Zeit Wahnsinn wie folgt: wenn man immer dasselbe tut, aber jedes Mal ein anderes Ergebnis erwartet. So geht es mir seit Jahren, wenn ich meinen Mann allein zum Einkaufen schicke. Genauso gut könnte ich mir wie ein düster dreinblickender Mafia-Boss eine Zigarre mit einem Geldschein anzünden und dann zusehen, wie die Banknote im Aschenbecher verbrennt.

Trotzdem musste ich aber vor einigen Wochen, während ich mit einer richtig fiesen Grippe, geschwollener Nase und geröteten Augen auf der Couch vor mich hin jammerte und im Fieberwahn wirre Facebook-Kommentare schrieb, in den sauren Apfel beißen und meinen Mann bitten, allein einkaufen zu gehen, was jedes Mal den größten anzunehmenden Unfall für unseren Geldbeutel bedeutet.

Für einen Marathon durch unseren Discounter fühlte ich mich außerstande, denn ich mag es schon an gesunden Tagen nicht, ständig von gehetzten Menschen angerempelt zu werden oder den Einkaufswagen in die Flanken zu kriegen, und jetzt war ich auch noch krank.

Also schrieb ich inmitten eines Bergs gebrauchter Papiertaschentücher folgende Liste:

  • 1 Netz Orangen
  • 2 mal 250 g Butter
  • 1 Tube scharfer Senf
  • 300 g Aufschnitt
  • 1 Päckchen Kamillentee
  • 10 Eier (Bio)
  • 2 Tafeln Schokolade (von Aldi, die mit der Praline-Füllung)
  • 1 Mischbrot
  • 2 Kästen Mineralwasser
  • 2 Kästen Cola Light, falls im Angebot
  • Sachen von der Reinigung abholen (bei Gül, gegenüber von der Kasse!)
  • Bitte Lottoschein abgeben und noch mal spielen (rechts vor dem Ausgang!)

Dann klemmte ich mit einer Büroklammer 100 € an den Zettel und legte mich wieder hin, während mein Mann mit verdächtig leuchtenden Augen und einem roten Klappkorb für die nächsten drei Stunden verschwand. Ich war während dieser Zeit kurz eingenickt und schreckte erst wieder hoch, als er schnaufend die Einkäufe in die Wohnung trug.

Wissen Sie, was er mitbrachte?

  • 30 Pfund Nudeln, verteilt auf 3 graue Plastikboxen mit blauem Deckel („Schau mal, da kann man Sachen drin aufbewahren, und du magst doch Nudeln!“)
  • 8 Pfund Kaffee („Den trinkst du ja auf jeden Fall, und ich habe uns insgesamt 8 € gespart!“)
  • 2 blaue Plastikeimer, bis oben hin gefüllt mit Orangen („Eimer kann man immer brauchen, finde ich.“)
  • 2 Päckchen Blasen- und Nierentee („Hab den Kamillentee nicht gefunden, aber in dem sind auch gesunde Sachen drin.“)
  • 10 Britta-Filterkartuschen („Waren 4 € billiger pro Packung, freu dich doch, dass ich mitdenke!“)
  • 500 g Margarine („Wir essen viel zu viel Butter, hast du neulich gesagt, und die kostet nur die Hälfte.“)
  • 6 hartgekochte, gefärbte Eier („Die musst du schon nicht mehr kochen.“)
  • 2 Packungen Vollkornbrot („Hält viel länger, bei der Bundeswehr haben wir das auch immer gegessen.“)
  • Kein Mineralwasser, kein Cola, kein Senf, kein Aufschnitt. Außerdem musste ich noch 14 € drauflegen, denn die 100 € hatten nicht gereicht. Weil wir doch mit den Plastikboxen voller Nudeln so viel gespart hatten…

„Ich habe den Einkaufszettel verloren, aber das meiste wusste ich auswendig“ gestand er mir zerknirscht, als ich die Nudel- und Orangenberge betrachtete, während ich mich fassungslos an der kalt gewordenen Wärmflasche festhielt.

Millionärin würde ich dieses Wochenende wohl wegen des nicht abgegebenen Lottoscheins nicht werden. Dick auch nicht, denn er hatte unter anderem die Schokolade vergessen. Meine Klamotten lagen immer noch bei der hübschen Gül in der Reinigung. Und ich fragte lieber nicht, wer zwei Eimer voller Orangen, von denen einige bereits schimmelten, zu Saft verarbeiten sollte, denn die Antwort hätte mich verunsichert.

Die 30 Pfund Nudeln lagerte ich neben dem bereits vorhandenen Zentner Makkaroni und Rigatoni, den er mir bei seinen letzten Einkäufen angeschleppt hat. Wird wohl noch eine Weile dauern, bis wir die Plastikboxen zur Aufbewahrung von etwas anderem verwenden können.

Normalerweise verwalte ich das Haushaltsbudget und gehe niemals ohne meine App „Einkaufsliste“ los.

Mein Mann schiebt dann immer den Wagen und wartet mit geistesabwesendem Gesichtsausdruck, während ich zielstrebig Artikel ansteuere und die Preise vergleiche. Immerhin verwalte ich das Haushaltsbudget und trage es am Körper, denn es meinem Mann anzuvertrauen, ist zu riskant.

Erstens kann er grundsätzlich nicht an Schildern mit der Aufschrift „Sonderangebot“ oder „Tiefpreis“ vorbeigehen, und zweitens haben wir beide von dem Wort „brauchen“ diametrale Vorstellungen.

Sobald etwas ungewöhnlich verpackt ist, in einer Plastikbox, einem Eimer, einer netten Blechdose oder einem Frischhaltebehälter, brennen bei ihm alle Sicherungen durch, denn es gibt quasi etwas umsonst dazu. Da kann er nicht nein sagen. Am schlimmsten sind diese bröseligen harten Kekse in Blechdosen.

Männer lieben nämlich Blechdosen, kann man doch so herrlich Dinge in ihnen aufbewahren, die man alle 5 Minuten dringend braucht wie zum Beispiel Imbus-Schlüssel von 20 Jahre alten Sofas oder brüchige Gardinenringe (Wir haben seit Jahrzehnten keine Gardinen mehr), angerostete Wäscheklammern, Schrauben in jeder erdenklichen Größe, Verbindungskabel für Computer-Mäuse aus den 90er-Jahren oder alles, aus dem McGyver sich eine Mikrowelle basteln könnte, wenn er mal eine bräuchte.

In unserem Keller lagern noch eine defekte Fritteuse, die ich ihn vor 7 Jahren gebeten habe zu entsorgen („Die repariere ich irgendwann, wenn ich Zeit habe“) und eine uralte Kaffeemaschine, die schon 15 Jahre nicht mehr benützt wurde („Die ist noch einwandfrei, die heben wir auf für den Fall, dass unsere kaputtgeht.“).

Jedenfalls sitzen wir wegen der Besessenheit meines Mannes für Aufbewahrungsbehälter aus buntem Blech immer noch auf einem Berg an dänischem Gebäck, das ich mich niemandem anzubieten getraue, weil es dann immer aussieht, als wäre ich zu faul gewesen, einen Kuchen zu backen. Aber irgendwann wird er sich die Dinger in den Kaffee bröseln, damit er wieder leere Dosen hat. Der Nachschub an krummen Verschlussclips, Verpackungsdraht oder in die Jahre gekommenen antiken Ladekabeln hört ja nie auf.

Ich denke, für Leute wie meinen Mann wird Werbung überhaupt gemacht, weil er vollkommen unkritisch auf alles hereinfällt, das die Branche sich ausdenkt. Jedes Mal, wenn ich ihn allein losschicke, verwandelt er sich in jemanden, der in den 60er-Jahren eingefroren und erst kürzlich wieder aufgetaut wurde. Ich stelle mir immer vor, wie er mit glänzenden Augen durch den Supermarkt spaziert wie ein unbeaufsichtigter Siebenjähriger, wo ihm alle paar Meter bunte Schilder mit verführerischen Worten wie „Rabatt“ oder „Reduziert!“ entgegenblinken.

Das ist zu viel für ihn, so viel Rechenleistung hat sein Gehirn nicht. Und Schilder mit der Aufschrift „Nur heute!“ überfordern ihn mental komplett, denn da müsste er sich eine einmalige Gelegenheit entgehen lassen. Als Jäger und Sammler verstößt das gegen seine innersten Prinzipien.

In der Adventszeit oder kurz nach Weihnachten darf er ohnehin grundsätzlich nicht alleine los – zu gefährlich.

Wissen Sie, manchmal vermisse ich die hübschen kleinen Tante-Emma-Läden, mit denen ich aufgewachsen bin. Ich könnte meinen Mann gefahrlos dorthin schicken, und er käme nur mit dem Notwendigsten nach Hause.

So aber spaziert er unbeaufsichtigt mit unserem Haushaltsgeld an Bergen von Dingen vorbei, die wir so dringend brauchen wie eine Lokomotive und läuft glücklich grinsend Zickzack von einem Sonderangebot zum nächsten wie ein angeschossener Rehbock. So lange eben das Geld reicht.

Das Schlimme ist: ich kann ihm nie wirklich böse sein. Er sieht nach jedem Discounter-Besuch so abgekämpft, aus, als käme er von einem Afghanistan-Einsatz zurück.

Den vergessenen Aufschnitt vermisste er übrigens am Abend des selben Tages, als er Hunger hatte. Ich lasse die Realität für mich arbeiten. Und ich bin mittlerweile wieder gesund.

Nächsten Samstag ziehen wir wieder zu zweit los. Er wird mich bei dem Weinsortiment mit Gratis-Korkenzieher oder der Großpackung Schokolade mit aufblasbarer Duschhaube wieder aufgeregt am Ärmel zupfen. Und Gnade uns Gott, wenn sie gerade irgendwas anbieten, das in einer Plastikbox verpackt ist. Oder in Blech.

Ich darf einfach nicht mehr krank werden. Basta.

Herzlichst,

Ihre Barbara Edelmann

Bildnachweis: picture alliance/United Archives

Diese Rechnung war saftig! Mehrere zehntausend Euro Gebühren sind angefallen, weil der Sohn einer Familie, die sich auf einer Mini-Kreuzfahrt befand, während dieser Ferienzeit einige Videos auf seinem Handy angeschaut hat. Für die Eltern dürfte es besonders bitter sein, denn eine Mini-Kreuzfahrt schlägt preislich lange nicht so stark zu Buche, wie eine Kreuzfahrt über zwei oder mehrere Wochen. Wenn man dann natürlich im Nachgang eine solch` gepfefferte Rechnung für die Handy-Nutzung an Bord bekommt, dürfte jeder Erholungseffekt binnen Sekunden dahin sein.

Die Reederei rechtfertigt die Summe im Gegenwert eines gebrauchten Wagens mit hohen Roaminggebühren.

Das Magazin STERN schreibt dazu auf stern.de: 

„12.000 Euro für ein paar Videos auf dem Handy – eine Mini-Kreuzfahrt ist für eine Berliner Familie zur Mega-Kostenfalle geworden. Wie NDR 1 Welle Nord am Mittwoch berichtet, nutzte der zwölfjährige Sohn der Familie auf der Fähre der Reederei Color Line von Kiel nach Oslo sein Handy, um sich Videos anzuschauen. Kurz nach dem Urlaub sei dann eine deftige Rechnung des Mobilfunkanbieters angekommen: 12.000 Euro für rund 470 Megabyte genutzte Daten. 

Das Handy des Jungen habe sich offenbar in das über Satellit ausgestrahlte Mobilfunknetz „Telenor Maritime“ eingewählt, sagt der Geschäftsführer der Reederei, Dirk Hundertmark der Deutschen Presse-Agentur. Wie auch in Flugzeugen fallen bei der Nutzung solcher Netze hohe Roaming-Gebühren an. Color Line versuche Passagiere vorab auf ihrer Internetseite über mögliche Kosten zu informieren. Es sei sehr selten, dass Passagiere sich unbemerkt in das Satellitennetz einwählten. Kunden würden per SMS von ihrem Anbieter über mögliche Kosten informiert.“     

Dieses Beispiel zeigt: Hände weg vom Handy auf der (Mini)Kreuzfahrt. Im Urlaub wäre es sowieso die bessere Idee, einfach mal handyfrei in den Tag zu leben, als allethalben das Smartphone zu checken.

Natürlich ist das manches Mal dem Nachwuchs schwer zu vermitteln, aber hier sollten Sie hart bleiben (oder aber – wenn machbar – im Vorfeld mit der Reederei sprechen und gegebenenfalls nachfragen, ob es Sondertarife während der Zeit an Bord gibt).

Denn, jeder der sich auf eine Kreuzfahrt begibt – egal, ob Mini- oder Groß-Kreuzfahrt – möchte doch wohl nach dem Motto „Eine Seefahrt, die ist lustig“ urlauben.  Und ganz ehrlich: ein Handy brauchts dazu nicht wirklich!

Die Schlagzeilen um die „Zuhause-im-Glück“-Teilnehmer, die sich mit hohen Finanzamt-Forderungen konfrontiert sehen, schlugen hohe Wellen. So hat beispielsweise der bekannte TV-Moderator Peter Escher auf seiner Facebook-Seite auf diese Fälle aufmerksam gemacht, wonach die Familien, die bei der beliebten Fernsehsendung ein wunderschönes Zuhause vom Sender (RTL II) bekommen hatten, nun verzweifelt sind.

Der Grund: das Finanzamt sieht naturgemäß die Verschönerungen und Sanierungen in den jeweiligen Immobilien, die in den einzelnen Folgen im Mittelpunkt standen, als einen Erhalt an, auf den Steuern gezahlt werden müssen.

Mehrere zehntausend Euro, so berichteten sowohl Peter Escher als auch andere Medien, sollen wohl bei so mancher Familie, die sich über das neue Zuhause gefreut hat, im Raume stehen.

Nun wird Hilfe versprochen. Aber nicht etwa in Form von Geld, sondern durch einen Steuerberater, der vom Sender gestellt wird und den betroffenen Familien, die jetzt eher im „Zuhause-im-Pech“ sitzen, zur Seite stehen soll.

So ist auf express.de zu lesen:

„Verzweifelt wenden sich einige Hausbesitzer an die RTL2-Renovierungsshow „Zuhause im Glück“ – klar, die will ja eigentlich auch Familien in Not helfen. Prompt rückt ein Handwerker-Team an und nimmt sich die in die Jahre gekommenen Häuser der Kandidaten vor. Im Handumdrehen entstehen so schicke neue Heime. Doch für einige Teilnehmer der Show kommt später das böse Erwachen – nämlich dann, wenn sich das Finanzamt meldet.(…)„Bild“ berichtet vom Fall einer Familie, die nach ihrer Teilnahme vor drei Jahren jetzt 35.000 Euro Steuern nachzahlen muss. Für das Finanzamt ist die Sache eindeutig.

Die Auftritte der Familien stehen in einem „gegen­seitigen Leistungs­verhältnis“. Für ihre schauspielerische Arbeit erhalten die Kandidaten in der Sendung eine sanierte Wohnung. Und darauf müssen Steuern gezahlt werden. Laut der Zeitung sind mindestens sechs Familien von hohen Forderungen betroffen.(…)Die Macher der Sendung reagieren jetzt. Wie die Zeitung berichtet, erhalten die Betroffenen Hilfe von einem Steuerberater. Zudem sollen künftige Kandidaten noch besser darauf hingewiesen werden, dass nach der Sendung Post vom Finanzamt droht. Bisher habe das lediglich als Klausel in den Verträgen gestanden.“

Nun ja – ein Steuerberater, das ist gut und schön und sicherlich zunächst hilfreich. Aber ob dieser es schafft, die monströsen Finanzamt-Forderungen für die betroffenen Familien abzuwehren? Jeder, der mit einem Steuerberater zu tun hat oder es mal hatte, weiß, dass das Know-How dieser Experten in Steuerangelegenheiten zwar unabdingbar, aber doch auch begrenzt ist.

Sprich: es dürfte kaum einen Steuerberater geben, der Finanzamt-Forderungen mit einem Handstreich auf Null jonglieren kann. Das heißt, dass – selbst wenn der Profi nachverhandelt – wahrscheinlich wohl auf jeden Fall Kosten auf die einst so glücklichen Sendungs-Teilnehmer zukommen werden. Nur in welcher Höhe, das bleibt erst einmal abzuwarten.

Fair wäre es deshalb, wenn der Sender den betroffenen Familien finanziell zur Seite steht, denn es dürfte kaum helfen, wenn sich – beispielsweise – eine Finanzamt-Forderung am Ende des Tages von ehemals 30.000,00 € auf – sagen wir – 19.000,00 € reduzieren lässt.

Auch solche Summen dürften die Leute, die sich eben tatsächlich „Zuhause-im-Glück“ gefühlt haben, wohl kaum mal eben so aus der Portokasse begleichen können.

Der Sender sollte also reagieren und seine ehemaligen Protagonisten auch über das Stellen eines Steuerberaters hinaus unterstützen.

Nur so ist sichergestellt, dass die Betroffenen auch weiterhin ihr „Zuhause-im-Glück“-Gefühl genießen können!

Bildnachweis: pexels.com

Quellen-Nachweis: https://www.express.de/30572188 ©2018

Ein Gastbeitrag von Jana. Viele Frauen, die die Erziehung des Nachwuchses ganz allein stemmen müssen, kennen das: im Alltag ist das Geld meist knapp, zu viele Kosten des täglichen Lebens schmälern das Familienbudget. Wer alleinerziehend ist – so wie ich – , für den bedeutet oft schon eine kaputte Waschmaschine oder der defekte Spüler eine Katastrophe.

Auch viele Extras für die Kinder fallen aufgrund der Kosten, die vorrangig bedient werden müssen (Miete, Lebensmittel, Strom, usw.) meistens weg.

Insofern bringt es der Status „alleinerziehend“ (die meisten Alleinerziehenden sind Frauen) mit sich, dass sich ein Großteil der Produkte, die gekauft werden müssen, aus dem Gebrauchtwaren-Markt speist. Für die meisten ist es selbstverständlich, in Sachen Kinderkleidung auf bereits getragene Produkte zurückzugreifen, unzählige Secondhandshops leben mittlerweile davon. Auch ich selbst kaufe die Kleidung für meine zwei Kinder –  beide im Vorschulalter – von Anfang an gebraucht.

Extras stehen im Alltag Alleinerziehender hintenan

Da, wer alleinerziehend ist, seinen Fokus im Alltag eher auf die Dinge lenkt, die wirklich benötigt werden, stehen Extras eher ganz hinten auf der Agenda. Aber auch diese sind – man mag es manchmal kaum für möglich halten – auch für jemanden, der alleinerziehend und stets knapp bei Kasse ist, gut zu bekommen. Zum Mini-Preis oder sogar kostenlos. Der Schlüssel hierfür sind Kleinanzeigen-Portale im Internet. Man fasst es manchmal gar nicht, was manche Leute hier zum absoluten Spottpreis anbieten oder gar verschenken!

Vom Trampolin über das Spielhaus bis hin zum Pool: hier ist nahezu alles superpreiswert oder sogar kostenlos zu haben. Das zumindest ist meine Erfahrung – ich bin mittlerweile zu einer richtigen Schnäppchenjägern mutiert, der Status „alleinerziehend“ bringt es mit sich.

Allerdings: wer in diesen digitalen Gefilden auf Schnäppchenjagd gehen will, sollte Zeit mitbringen. Denn die braucht, wer gute, gebrauchte Produkte kostenfrei oder zum schmalen Preis erwerben möchte.

Dass man natürlich nicht ganztägig am Web hängen und nach Schnäppchen suchen kann, ist natürlich ebenso klar.

Internet für Alleinerziehende tolle Fundgrube für Schnäppchen

Deshalb hier meine erprobten Tipps zu einer Vorgehensweise, die einem schon bald heiß begehrte Produkte bescheren kann:

  • Abends etwas Zeit in die Suche nach dem gewünschten Produkt auf den Kleinanzeigen-Portalen investieren. Ab 19.00 Uhr – zu einer Zeit, zu der viele andere Leute auch daheim sind haben – werden erfahrungsgemäß viele gebrauchte Produkte online gestellt, kostenfrei oder zum Mini-Preis. Wer hier schnell ist, hat durchaus die Gelegenheit, das Superschnäppchen zu machen.
  • Überregional suchen: Sie haben im Familien- oder Freundeskreis jemanden, der einen Fahrzeug-Anhänger oder sogar einen kleinen Transporter hat? Klären Sie vorher ab, ob der- oder diejenige bereit wäre, für ein tolles Schnäppchen ein paar Kilometer zu fahren. Denn wenn Sie auch über Ihre Region hinaus suchen, erhöhen sich die Chancen sehr, ein begehrtes Stück für den Nachwuchs (Puppenhaus, Spielhaus, Markenfahrrad usw.) geschenkt oder sehr billig zu bekommen. Natürlich muss vorher geklärt sein, was derjenige, der Ihnen den Transport stemmt, haben möchte. Geht es hier fair zu und Sie müssen maximal die Spritkosten bezahlen, ist das Ganze äußerst lohnenswert, vor allem, wenn es sich um hochwertige (Marken)Artikel handelt.
  • Steht eine besondere Anschaffung für Ihr Kind an, die eigentlich so gar nicht in Ihr Alleinerziehend-Budget passt, sollten Sie Ihr Hauptaugenmerk auf die Rubrik „Zu verschenken“ lenken. Auch hier werden erfahrungsgemäß  am frühen Abend  viele Angebote online gestellt, Schnelligkeit ist das A und O. Sind Sie auf der Suche nach einem bestimmten Artikel, macht es Sinn, sowohl in der Verkaufsrubrik als auch in der „Zu-verschenken“-Rubrik einen Suchauftrag zu erstellen. Dies ist binnen weniger Sekunden erledigt. Ein, zwei Klicks genügen und Sie werden ab diesem Zeitpunkt über alle Angebote informiert, die – passend zu Ihrer Suche – reinkommen.

Ich habe auf diese Weise – gemeinsam mit weiteren Familien hier in unserem Wohnkomplex, der aus zwei Mehrfamilienhäusern besteht und in dem einige alleinerziehend sind – sogar schon einen riesigen, gebrauchten Swimmingpool gekauft – für läppische 180,00 €. Er steht heute bei uns im Hof des Mehrfamilienhauses, die Kosten dafür (Strom, Wasser) teilen sich mehrere Ein- und Zwei-Eltern-Familien, darunter zwei Frauen und ein Mann, die alleinerziehend sind.

Natürlich haben wir das Ganze im Vorfeld mit dem Vermieter abgeklärt – er hatte keine Einwände. Derzeit sind wir, mit weiteren Familien, alleinerziehend und nicht alleinerziehend, auf der Suche nach einem Klettergerüst. Natürlich fahnden wir via Kleinanzeigenportal danach und es sieht ganz gut aus, dass wir fündig werden. Mehrfach in der Woche werden derlei Spielgeräte angeboten, sowohl in der „Zu-verschenken“- als auch in der „Zu-verkaufen“-Rubrik. Es ist wahrscheinlich nur noch eine Frage der Zeit, bis wir den Kindern ein Klettergerüst neben den Swimminpool stellen können.

Klar – die hier geschilderte Situation mag eine Ausnahmesituation sein, nicht jeder wohnt mit anderen Müttern oder Vätern, die auch alleinerziehend sind, in trauter Nachbarschaft. Aber – wie oben schon erwähnt – lohnt sich die Stöberei auf dem digitalen Kleinanzeigenmarkt, für jemanden, der alleinerziehend ist, auch in Sachen Fahrrad, Kasperletheater, Hochbett & Co.

Auch Unternehmungen am Wochenende gibt`s oft zum Mini-Preis

Ein weiteres Thema im Leben von Leuten, die alleinerziehend sind: Unternehmungen. Fast jedes Wochenende stellt sich die Frage, was man mit den Kindern wohl unternehmen könnte?

Auch hier gibt es diverse Möglichkeiten, preiswert „in die Komödie“ zu kommen, Stichwort: Veranstaltungen und Feste. Natürlich werde ich jetzt keine Veranstaltungen aufzählen, die pro Person 12,00 € Eintritt kosten, nein: die Rede ist von Festen, die ohne Eintritt zu besuchen sind.

In diesem Zusammenhang macht es sich gut, in kostenfreie, regionale Veranstaltungsmagazine oder ins Internet zu schauen. Es gibt nahezu in jeder Region an fast jedem Wochenende Veranstaltungen für die ganze Familie, die ohne Eintritt auskommen. Oftmals werden auf solchen Festivitäten auch kostenfreie Attraktionen geboten – von der Hüpfburg bis hin zum Kinderschminken. Klar, die obligatorische Bratwurst gibt es meist auch auf solchen Festen nicht umsonst, aber die Preise sind meist human und kein Vergleich zu kommerziellen Veranstaltungen, wo man für einen Imbiss pro Person schon mal 8,00 bis 10,00 € hinlegen muss.

Veranstaltet werden diese Feste meist von Vereinen, Verbänden oder auch Genossenschaften. Diesbezüglich lohnt auch ein Blick in die örtliche Tageszeitung, die meist bereits am Freitag viele Wochenend-Termine für Familienfeste veröffentlicht.

Alleinerziehend und Urlaubsplanung: finanzieller Zuschuss möglich

Last but not least das Thema Urlaub. Meist ist das ja eine Sache, die jemandem, die oder der alleinerziehend ist, besondere Magenschmerzen bereitet, Stichwort: teuer.

Wenn man nicht unbedingt das Ziel hat, unter Palmen zu urlauben, gibt es in einigen Bundesländern die Möglichkeit, einen Zuschuss für einen Urlaub zu erhalten. Dieser richtet sich an Personen, die alleinerziehend oder als Zwei-Eltern-Familie in einer finanziell schwierigen Lage sind.

Welche Voraussetzungen nötig sind, um diesen Zuschuss zu erhalten, kann man bei Wohlfahrtsverbänden, Jugendämtern oder Familienverbänden erfragen, so zum Beispiel beim Familienverband SHIA e. V.

Ich selbst, die ich nun schon lange alleinerziehend bin, nutze diesen Zuschuss alljährlich. Er gilt zwar nur für einen Urlaub in Deutschland, aber das stört mich und meine Kinder nicht.

Wir haben hierdurch schon wunderbare Ferientage erleben dürfen, ganz nach dem Motto: „Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?“.

In diesem Sinne: vielleicht probieren Sie ja den einen oder anderen Tipp von mir mal aus?! Ich wünsche Ihnen auf jeden Fall jetzt schon einmal viel Spaß bei der Schnäppchenjagd. Sie wissen ja: die strahlenden Kinderaugen sind das allemal wert!

Mehr zum Thema auch hier.

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Freundschaften und Geld – ein nie endendes werdendes Thema! Zu viele Leute tangiert das Verborgen von Geld, die meisten können wohl hiervon das berühmte Lied singen. So auch unsere Kolumnisten Barbara Edelmann, die mit dem schöden Mammon, im Zusammenhang mit Freundschaften, so ihre eigenen Erfahrungen gemacht und sich dieser Thematik ausgiebig gewidmet hat:

Wissen sie, wie ich meine Freunde verloren habe?

Sie stürzten nicht in Gletscherspalten oder wurden von Dreißigtonnern überfahren, sie starben nicht an einer Krankheit oder wurden von einem Asteroiden erschlagen, sie wurden nicht von Außerirdischen entführt, von Tsunamis untergepflügt oder verschwanden einfach so beim Zigarettenholen.

Ich habe ihnen Geld geliehen.

Würden Sie mich nach meinem Sternzeichen fragen, müsste ich antworten „Depp im vierten Haus, Aszendent Trottel“, denn ich war selbst schuld. Diese Freunde pumpten mich nie direkt an. Naja. Machen wir uns nichts vor. Sie kannten mich und wussten, dass eine traurige Geschichte genügt.

Meine Oma besaß ein kleines schwarzes Büchlein, das sie hütete wie einen Schatz.

Einmal durfte ich einen Blick hineinwerfen. Akribisch war jeder Betrag notiert, den sie mir je zukommen hatte lassen, auch wenn es sich nur um einen Euro gehandelt hatte.

Immerhin brachte sie es unter anderem dadurch auf stattliche drei Immobilien, um die sich ihre Kinder streiten konnten.

Ich hätte mir wohl auch so ein Büchlein zulegen sollen. All die „ausgelegten“ Kino-Karten, Bestell-Pizzas, Eisbecher in Biergärten, Tankfüllungen, Bahn-Tickets, Schuh-Sonderangebote und Ski-Pässe würden sich wahrscheinlich auf einen Gebrauchtwagen summieren.

Aber ich führe kein Buch, sonst wäre die Liste der Personen, die mit mir nicht mehr reden, weil sie mir Geld schulden, noch länger.

Dabei verfüge ich nicht über Reichtümer, doch ich wollte einfach nie jemand sein, dem man seine ersparten Scheine aus den erstarrten Fingern reißen muss. Geiz mag ich nicht. Ich lebe nicht über meine Verhältnisse und bin finanziell vorsichtig. Warum das Schicksal mir immer menschliche „Grillen“ schickt, die den ganzen Sommer auf die Pauke hauen, anstatt sich Vorräte für kommende Winter anzulegen, weiß der Himmel. Zum Dank für meine Hilfe ignorieren sie mich und kicken mich aus ihrem Leben.

Jedes Mal, wenn ich bisher Geld verlieh, kriegte ich im gleichen Moment einen drei Meter hohen, fünf Tonnen schweren knallrosa Elefanten geliefert, der bei jeder Begegnung mit einem meiner Schuldner mitten im Raum steht und spöttisch seinen Rüssel hebt. Er ist nicht zu übersehen, aber alle tun, als wäre er nicht da.

Nie sagt jemand: „Hey – da steht ein riesiger knallrosa Elefant neben deinem Vorhang. Vielleicht sollten wir mal drüber reden, dass du von mir noch Geld kriegst, ich hab’ hier 50 Euro, den Rest stottere ich ab wie vereinbart.“ Nie.

Nehmen wir zum Beispiel Susi. Seit unserer Teenagerzeit waren wir ein Herz und eine Seele und beste Freundinnen über drei Jahrzehnte. Ich bin Taufpatin eines ihrer Kinder, sie war meine Trauzeugin, zusammen mit Wolfgang, zu dem ich anschließend komme.

Susi ist geschieden, immer mal wieder solo, so alt wie ich, bei einer Zeitarbeitsfirma beschäftigt und ständig knapp bei Kasse. Das liegt nicht unbedingt daran, dass sie schlecht verdient, sondern ist ihrer Vorliebe für hochpreisige Unterwäsche, farbenprächtige Cocktails in schummrigen Bars und ihrer Schwäche für den Lebensstil von Melania Trump geschuldet. Susis Einkommen kann nämlich mit ihren Ansprüchen nie Schritt halten. Das war noch nie anders.

Bei Susi ist ab jedem 10. zu viel Monat am Ende des Geldes. Trotzdem mochte ich sie sehr, denn wenn man jemanden sein Leben lang kennt, sieht man ihm einiges nach.

„Hör auf mit deinen Predigten“ winkte sie jedes Mal lachend ab, wenn ich ihr zaghaft vorschlug, sich ein wenig einzuschränken. Dafür lebt sie einfach viel zu gern.

Dann wurde Susis Haustier krank: eine Norwegische Waldkatze, an der sie sehr hing. Susi konnte sich die Tierklinik nicht leisten, denn es war der 5. März, ging also schon wieder in Richtung Monatsende. Sie heulte ins Telefon, und mir brach beinahe das Herz. Darum bot ich ihr an, sie sollte das kranke Tier in die Klinik bringen und mir die Rechnung schicken. Die könnte sie dann bei mir abstottern.

Ein tolldreistes Angebot, denn ich wusste bis dahin nicht, wozu Veterinäre beziehungsweise ihre Buchhalter fähig sind.

Die Katze musste trotz aufwändiger Behandlung eingeschläfert werden, und ich bekam von Susi die Rechnung übersandt. Als ich den Umschlag öffnete, fing diese kleine Ader an meiner rechten Schläfe zu pochen, als würde sie gleich platzen, aber das tut sie immer, wenn es um Beträge geht, die mein monatliches Einkommen übersteigen. Da würde ich wohl an mein Sparbuch müssen. Ich hatte an einen Betrag von 200 oder 300 Euro gedacht. So kann man sich täuschen.

Versprochen war versprochen, oder? Also zahlte ich.

Und dann wartete ich. Und wartete. Und wartete. Susi meldete sich mittlerweile selten bei mir. Normalerweise rief sie mindestens zweimal die Woche an, jetzt hörte ich über zwei Monate fast nichts.

Gelegentlich bekam ich eine SMS mit dem Inhalt: „Ich weiß nicht mehr weiter. Am liebsten würde ich mich erhängen. Glaube nicht, dass ich mir noch was zu essen leisten kann.“

Ich bestellte bei einer größeren Firma einen Karton italienischer Pasta plus dazugehöriger Sauce und ließ es an ihre Adresse – eine schicke Dachgeschoßwohnung in der Innenstadt – liefern.

Die SMS hörten nicht auf. Immer häufiger kam darin das Wort „Erhängen“ darin vor, wahlweise „Strick“. Also schrieb ich ihr zum Geburtstag eine Karte: „Liebe Susi, ich erlasse dir hiermit deine Tierarztrechnung. Das ist mein Geschenk für dich. Alles Gute.“

Ich wusste genau, dass ich es ohnehin nie wieder bekommen würde.

Eine Woche darauf besuchte Susi mich auf eine Tasse Kaffee. Stolz drehte sie sich in einer nagelneuen schwarzen Lederjacke um die eigene Achse. „Wie findest du die?“ fragte sie und funkelte mich an. „War gar nicht teuer, nur knapp 100 Euro.“

„Aber ich dachte, du weißt nicht mehr, wie du finanziell klarkommst?“ fragte ich verdattert. Der riesige rosa Elefant neben dem Vorhang trompetete dankbar. Er hatte es satt, ignoriert zu werden. „Hätte ich mir denken können! Von wegen großzügig! Auf deine Geschenke kann ich in Zukunft verzichten!“ fauchte Susi, schnappte sich ihre „Michael Kors“-Handtasche und kündigte mir, als sie wieder zuhause war, mittels Whats App fristlos unsere über 30jährige Freundschaft.

Auf Emails oder andere Nachrichten reagierte sie einfach nicht mehr.

Bis heute weiß ich nicht einmal, ob sie noch lebt, denn um ihr nachzulaufen, war ich zu stolz. Sie würde mir ohnehin nur die Tür vor der Nase zuschlagen. Ab und an fahre ich bei ihr vorbei und lese das Klingelschild, weil ich immer noch nicht fassen kann, was genau denn nun schiefgelaufen ist.

Ich lerne scheinbar äußerst langsam. Nur so kann ich mir erklären, dass mir etwas Ähnliches kurz darauf mit Wolfgang passierte. Wir kannten uns bis dato 12 Jahre. Wolfgang lebt 600 Kilometer von mir entfernt in einer Großstadt. Seine Töchter hatten bei mir auf dem Land alle ihre Ferien verbracht, er war zusammen mit Susi Trauzeuge auf meiner Hochzeit gewesen, und wenn einer von uns Kummer hatte, telefonierten wir stundenlang. Ja, ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass Wolfgang mein Freund war.

Er leitete eine kleine Heizungsbaufirma mit zwei Angestellten und zog seine beiden Töchter nach einer hässlichen Scheidung allein groß. Beide bekamen täglich frischgekochte Mahlzeiten, er wusch, bügelte, kontrollierte ihre Hausaufgaben, kümmerte sich um seine Eltern, als sie Pflegefälle wurden – und stürzte dann plötzlich ab, nachdem die Kinder erwachsen und die Eltern tot waren. Der Alkohol kriegte ihn in seine hässlichen Fänge.

Wolfgang  stürzte so brutal ab, dass er seine Firma verlor und sogar seine Wohnung. Daraufhin kroch er bei einer Exfreundin im Souterrain ihres Hauses unter, die ihn aus Mitleid aufgenommen hatte. Glücklich war sie über dieses Arrangement nicht, denn mittlerweile schuldete ihr Wolfgang drei Monatsmieten, wie er mir zerknirscht am Telefon eingestand.

Ich bin Sternzeichen Depp. Denken Sie bitte daran.

Darum lieh ich ihm das Geld für die ausstehenden Mieten und noch ein bisschen mehr, denn er brauchte doch auch was zu essen.

Kurz darauf verlor ich Wolfgang, wie bereits Susi zuvor. Er schickte mir genau eine einzige Rate in einem Brief. Danach war er nicht mehr zu erreichen. Weder am Telefon, noch per Email, SMS oder Whats-App. Bei Facebook hatte er mich entfreundet und blockiert. Genau wie bei Susi wusste ich nicht einmal, ob er noch lebte. Das wurde allmählich zu einer lieben Gewohnheit.

Gibt es eigentlich Friedhöfe für gestorbene Freundschaften? Warum hatte ich ihn nichts unterschreiben oder wenigstens den Empfang quittieren lassen? Fragen über Fragen.

Zu Weihnachten schickte ich ihm eine Karte, auf der stand: „Du musst ganz schön viele Freunde haben, wenn du dir erlauben kannst, sie so zu behandeln.“ Natürlich reagierte er nicht. Und mein Geld war weg. Wieder mal.

Das ärgerte mich nicht – es tat mir weh. An diese Freundschaft hatte ich – genau wie zuvor bei Susi – geglaubt. Aber scheinbar hatte auch sie eine Halbwertzeit von 2000 Euro.

Düster nahm ich mir vor, in Zukunft gnadenlos zu werden. Ich würde mich ändern, nie mehr etwas verleihen. Die sollten mich alle kennenlernen. Knallhart würde ich sein. Nie mehr auf traurige Geschichten hereinfallen. Es ging genauso lange gut, bis Beate kam. Eine alleinstehende Frau Ende 40, schwierige Kindheit, immer auf der Suche nach Mr. oder Mrs. Right, Beate ist nämlich bisexuell und sehr einsam. Auch Beate kannte ich damals schon über 20 Jahre.

Mit Tränen in den Augen saß sie mir gegenüber und erzählte von dem Kirchenchor-Ausflug, an dem sie so gerne teilnehmen wollte. Nach Rom sollte es gehen, doch 500 Euro fehlten ihr noch. Und jetzt musste sie wohl zuhause bleiben, während sich ihre Sängerfreude auf dem Petersplatz gegenseitig fotografierten und abends unter dem römischen Himmel von unfreundlichen Kellnern bedient wurden.

„Ich arbeite so hart, und jetzt reicht es nicht mal für so was.“ Mit tränenfeuchten Augen sah Beate mich an.

Mein Deppen-Gen zwickte mich in den Nacken, also holte ich seufzend das Geld, überreichte es ihr und öffnete resigniert gleichzeitig die Tür für den großen rosaroten Elefanten, der ungeduldig draußen wartete. Er nahm, wie gewohnt, mitten im Raum Platz und sah mich höhnisch an.

Beate fiel mir um den Hals, verabschiedete sich freudestrahlend und verschwand in ihrem blitzblanken schwarzen Cabrio nach Hause. Kaum war sie weg, kriegte ich von meinem Verstand eine Standpauke.

„Bist du komplett bescheuert?“ fragte er wütend. „Beate arbeitet als Hausdame für dieses reiche Ehepaar am See und verdient 2600 Euro netto im Monat. Außerdem hat sie zwei Wohnungen in ihrem Haus, das längst abbezahlt ist, vermietet. Ich glaube, ich muss dich entmündigen, du dumme Gans. Ab jetzt übernehme ich.“

Wie es weiterging? Genau ein einziges Mal hatte ich noch Gelegenheit, mit Beate zu sprechen. Sie rief mich an, um sich bei mir über ihre Mieter zu beschweren, weil die ihr eine Python als Haustier verschwiegen hatten. Darüber war sie außerordentlich entrüstet.

Ganz vorsichtig versuchte ich im Laufe des Gesprächs, unauffällig das Wort „Geld“ unterzubringen, als sie mich abrupt unterbrach, mir erklärte, sie könnte mit so negativen Menschen wie mir nicht befreundet sein und einfach auflegte.

Einfach. Auflegte. Ist wirklich wahr.

„Ich hoffe, du hast es jetzt endlich kapiert, du Dumpfbacke“ sagte mein Verstand grimmig. Vorsichtig sah ich mich um. Der rosa Elefant war verschwunden. ich hoffe, der geht jetzt jemand anderem auf die Nerven, er nimmt nämlich ziemlich viel Platz weg.

Beim dritten Mal tat es gar nicht mehr so weh. Weil ich mir ja vorgenommen habe, aus Fehlern zu lernen.

Viele Freunde sind nicht mehr übriggeblieben, nur gute Bekannte. Denen werde ich nix leihen. Unter gar keinen Umständen. Sonst muss ich bald allein ins Kino. Sicherheitshalber habe ich trotzdem mir einen Quittungsblock gekauft und ein Kreditvertrags-Formular aus dem Internet heruntergeladen.

Hm. Grade fällt mir ein: Der Nachbar zwei Häuser weiter geht mir eigentlich ziemlich auf die Nerven. Ständig feiert er wüste Partys bis zum Morgengrauen, ist unhöflich und parkt meine Ausfahrt zu.

Gleich mache ich mich auf den Weg zu ihm und frage ihn, ob er Geld braucht, darum entschuldigen Sie mich jetzt bitte.

Ich wünsche Ihnen eine herrliche Restwoche.

Mit sparsamen Grüßen.

Ihre

Barbara Edelmann

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Leichtsinn, verlockende Angebote, Gedankenlosigkeit – oder alles zusammen? Was der Hauptgrund dafür ist, warum Menschen sich verschulden, kann wohl niemals endgültig geklärt werden.

Aber: Verbraucherschützer schlagen Alarm und beklagen immer mehr junge Menschen, die hier in der Falle sitzen und denen Schulden das Leben schwer machen.

So veröffentlichte kürzlich die Mitteldeutsche Zeitung in ihrer Online-Präsenz folgendes:

„Frau Müller* ist 24 Jahre, junge Mutter und hat ein Problem: Sie ist verschuldet. 11.500 Euro hat sie in den vergangenen Jahren an Außenständen angesammelt, verteilt auf 15 Gläubiger: Vermieter, Stromanbieter, Bank, Sky, GEZ, Handyanbieter und so weiter. Die Summe mag zunächst nicht hoch klingen, doch Frau Müller hat keinen Job, keine Ausbildung, die Lernbehindertenschule hat sie nach der neunten Klasse verlassen. Deshalb lebt sie von Hartz-IV.

Für Thomas Siegmeier, der bei der Schuldnerberatung des Saalekreises in Halle arbeitet und den realen Fall anonymisiert schildert, ist Frau Müller kein Einzelfall – im Gegenteil: „Die Verschuldung junger Leute hat stark zugenommen“, erklärt Siegmeiers Kollegin Katja Seidel. Allein 2017 gingen im Saalekreis 65 junge Erwachsene zwischen 18 und 25 Jahren in die Privatinsolvenz.(…) 

Betroffen davon sind vor allem junge Frauen – und Seidel präzisiert: „Insbesondere alleinerziehende Mütter, die mit 16, 17, 18 ihr erstes Kind bekommen haben. Sie haben deswegen keinen Schulabschluss und in der Konsequenz auch keine Ausbildung.“ Auch später, wenn das Kind in der Kita ist, falle es ihnen schwer eine Perspektive zu entwickeln. Entweder hätten sie keine Idee, was sie machen wollen oder übertriebene Jobvorstellungen.

Das Kind ist jedoch nur ein biografisches Begleitmerkmal, nicht aber die Ursache für die Verschuldung. Hier fallen den Schuldnerberatern viele Gründe ein – allen voran  das Konsumverhalten, gerade im Internet. „Sie wollen mithalten. Oft wird in der Werbung mit Null-Prozent-Finanzierungen suggeriert: ’Das kostet nichts’“, erklärt Seidel. Ihr Kollege verweist auf als zinslos beworbene Kredite. Die späteren Klienten würden hier oft an der Rückzahlung der Raten scheitern.“ – – Quelle: https://www.mz-web.de/29954926 ©2018

Natürlich – die Werbung suggeriert erstmal vieles. Vor allem schöne Produkte zum kleinen Preis. Der sogar noch finanziert werden kann! Vom Sofa über das neue Handy bis hin zum Küchengerät: Schulden werden sowohl für Alltags- als auch für Luxusgegenstände gemacht.

Nicht selten aber geht der Ärger schon nach kurzer Zeit los: andere Zahlungen waren dringender oder aber die Lebenssituation hat sich geändert – wie zum Beispiel der Verlust des Jobs. Hier kommt so mancher mit den Rückzahlungen ins Schleudern ist sitzt eher auf einem Berg Schulden, als er sich das hätte je ausmalen können.

Doch natürlich sind es längst nicht nur bestimmte Artikel, für die man sich verschuldet: gerade für Alleinerziehende und andere finanziell schwache Familien ist es trauriger Alltag, dass sie Schulden für den Lebensunterhalt anhäufen. So zum Beispiel beim Strom-, Gas- oder Wasseranbieter.

Hier ist schnell eine katastrophale Lage erreicht, so dass es Sinn macht (auch und vor allem im Vorhinein) mit Mitarbeitern von der Verbraucherzentrale oder anderen professionellen Personen über Alternativen zu sprechen – gerade beim Strom ist das oft möglich. Und gleichzeitig zu schauen, wo denn noch das Potential ist, hier zu sparen. Obwohl dies meist kaum möglich ist.

Denn Strom und auch andere Lebenshaltungskosten werden immer teurer. Sparlampen und ein bewusster Umgang mit dem Stromverbrauch ist deshalb auf jeden Fall angesagt.

Was aber tun, wenn gewisse Alltagsgegenstände – ein neues Bett, ein Sofa oder einfach nur eine Wickelkommode – benötigt werden, aber finanziell keine Reserve vorhanden ist?

Dank unserer digitalen Welt ist es gar nicht so schwer, hier Abhilfe zu schaffen, einzig der eigene Anspruch müsste gegebenenfalls nach unten korrigiert werden. Denn: Kleinanzeigen-Börsen im Internet bieten sekündlich neue Angebote und decken dabei das gesamte Spektrum von Gegenständen für den Alltag und auch besondere Artikel ab.

Sofas – zum Beispiel – sind hier zum Spottpreis zu haben, sehr häufig werden sie auch verschenkt. Das gilt auch für Geschirrspüler, Waschmaschinen, Regale, Kinderspielzeug, Fahrräder & Co. Wer sich mit diesen Alternativen anfreunden kann, muss keine Schulden anhäufen.

Einzig Zeit muss man mitbringen, um in der Fülle der Kleinanzeigen-Angebote das rauszufiltern, was einem persönlich zusagt.

Und: auch Freunde, Bekannte oder Nachbarn mit einem PKW-Anhänger oder anderen Transportmöglichkeiten sind wichtig. Denn: preiswerte oder kostenlose Angebote auf dem Markt der Kleinanzeigen im Netz sind so gut wie immer mit einer persönlichen Abholung verbunden.

Vielleicht ein kleiner Wermutstropfen…Allerdings: selbst wer niemanden kennt, der einem einen sperrigen Gegenstand von A nac B transportiert: hier einen Transportservice in Anspruch zu nehmen, ist in den meisten Fällen immer noch günstiger, als Schulden zu machen!

Eine Überlegung ist das allemal wert, wenn eine Kaufentscheidung für den Haushalt der Familie ansteht!

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