Montag, 4. März, 2024

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“Jeder Tag ein Neustart” – Personal Trainerin Linda Jones verrät, wie Fitness-Vorsätze bleiben

Im neuen Jahr gesünder leben und auch ein paar Pfunde verlieren: Das ist alljährlich Anfang Januar das Ziel und der Wunsch von Millionen Frauen. Viele gehen hochmotiviert an den Start und sind bestens gerüstet für fettärmer essen, Ernährungsumstellung & Co. Viele weibliche Zeitgenossinnen, die bis dato mit Sport nicht viel am Hut hatten, nehmen sich vor, regelmäßig zu walken, zu joggen oder im Fitnessstudio einer besseren Figur entgegen zu sporteln. Erfahrungsgemäß ist es jedoch oft so, dass sich viele Abnehmwillige ein zu straffes Programm auferlegen und die Fitness-Vorsätze schneller scheitern, als dass die ersten Kilos dahinschmelzen.

Manche nehmen sich zu viel vor und geben ihre Fitness-Vorsätze auf

Oft ist es die Kombination aus starren Sportterminen, noch nie zubereiteten, raffinierten Gesund-Rezepten und dem eisernen Willen, rasch möglichst viele Kilos zu verlieren. Klappt das nicht oder nur langsam und meldet sich dann der erste Heißhunger auf Schokolade, knicken die ersten schon wieder ein und so mancher Vorsatz bleibt auf der Strecke. Dass es soweit nicht kommen muss, ist klar – aber wie lassen sich Tiefs vermeiden oder abmildern? Hierüber haben wir mit Personal Trainerin Linda Jones (im Bild) gesprochen:

FB: Liebe Frau Jones, was raten Sie Frauen, die abnehmen wollen, motiviert gestartet sind und auf einmal ein Tief / einen Hänger haben?

Als erstes würde ich raten, sich daran zu erinnern, dass so ein Tief völlig normal und Teil der Reise ist. Kein Mensch ist konstant gleich motiviert. Alleine in Hinblick auf den monatlichen Zyklus können gerade wir Frauen weder körperlich noch mental konstant die gleiche Energie von uns erwarten. Also kein Grund, an sich selbst zu zweifeln oder alles in Frage zu stellen. 

Linda Jones

 

Nur weil wir mal zwei Tage oder eine Woche rausgekommen sind und uns nicht an den Plan gehalten haben, heißt das nicht, dass wir nicht morgen wieder starten können. Mir hilft der Gedanke, jeden Tag wie ein neues Leben zu betrachten. Jeder Tag ist ein Neustart!

Lieber zwei, drei kleine Dinge vornehmen

Da sind wir dann auch gleich beim nächsten Punkt. Wie realistisch war dein Plan? Viele sind zu Beginn hochmotiviert und wollen gleich alles auf einmal verändern. Das funktioniert, wenn überhaupt, kurzfristig, aber nicht auf Dauer. Passe deinen Plan an, nimm dir maximal zwei bis drei kleine Dinge vor, die du konsequent umsetzen willst und realistisch in deinen Alltag passen. Setze auf Routinen statt auf Disziplin, Schritt für Schritt. 

Was du ebenfalls überprüfen darfst, sind deine Erwartungen. Bleiben die gewünschten Ergebnisse aus, ist die Motivation nämlich schnell erloschen und die Fitness-Vorsätze sind dahin. Enttäuschung entsteht aufgrund anderer Erwartungen. Waren deine Erwartungen überhaupt realistisch? 

Und damit verbunden ist auch mein nächster Rat: Löse dich vom Ergebnis. Fitness, Wohlfühlen und Gesundheit sind keine Endziele, sondern ein lebenslanger Prozess. Finde eine Ernährungsweise, die zu dir passt. Eine Diät, die aus Verboten besteht und sich nach Verzicht anfühlt, kann meiner Meinung nach nicht langfristig funktionieren. Zwing dich nicht zum Joggen, wenn es nicht dein Ding ist. Finde eine Form der Bewegung, die dir Spaß macht.

Das zukünftige Leben imaginieren

Mein letzter Tipp: Erinnere dich an dein Warum. Wozu willst du abnehmen? Mach dir bewusst, wie sich dein ganzes Leben, deine Beziehungen, dein Job, dein Auftreten, deine Energie verändert, wenn du dich leichter, fitter und gesünder fühlst. Und male dir aus, wie dein Leben in fünf oder zehn Jahren aussieht, wenn du jetzt nicht handelst. Schreib dir am besten auf, warum es sich lohnt, dranzubleiben. Halte es dir genau in den Momenten vor Augen, wenn du mal wieder ein Tief hast. 

FB: Wieso schlägt eigentlich der innere Schweinehund so oft zu – selbst wenn man (FRAU) sich mental voll und ganz auf die Gewichtsabnahme eingestellt hat?

Das ist ein Streich der Natur, um uns das Leben besonders schwer zu machen. Nein, Spaß. Der innere Schweinehund will uns beschützen. Denn das ist die Aufgabe unseres Gehirns: Für Sicherheit zu sorgen. Alles was neu ist, bedeutet aus seiner Sicht erstmal Gefahr. Deshalb hasst es auch jede Art von Veränderung. Es funktioniert ganz nach dem Motto „Never change a running system“. Alles, was dich bis hierher gebracht hat, funktioniert offensichtlich, denn du lebst. 

Für die Fitness-Vorsätze: Gewohnheiten etablieren lohnt sich!

Wenn du zum Beispiel plötzlich zum Sport gehen willst, schlägt es erstmal Alarm. Es liefert diverse Gründe, warum das keine gute Idee ist und kann dabei ziemlich überzeugend sein. Entscheidend ist, dass wir uns trotzdem durchsetzen. Je öfter wir das machen und das gute Gefühl danach erleben, desto leiser wird die Stimme. Irgendwann ist auch dein Gehirn davon überzeugt, dass die neue Sportroutine gut für dich ist und es fühlt sich leicht an. Das ist das Schöne an Gewohnheiten – einmal etabliert, funktionieren sie fast automatisch. An den Punkt kommen nur viele erst gar nicht. 

FB: Sie selbst kennen solche Situationen – erzählen Sie doch mal!

Das stimmt wohl. Im Gegensatz zu den meisten Fitness Coaches kann ich nicht behaupten, dass Sport schon immer meine Leidenschaft war. Ganz im Gegenteil: Raucherin, viel Junk Food, kein Sport, wenig Disziplin, lautstarker Schweinehund, sehr unsicher, keine Feier und kein Glas Wein habe ich ausgelassen.

Linda Jones

Ich war die Traumkundin eines jeden Fitnessstudios – drei Wochen aktiv, den Rest des Jahres nie mehr gesehen. Training war für mich immer eine Überwindung und jede Erkältung oder beliebige andere Gründe Anlass genug, wieder alles sein zu lassen. Ich hatte auch eine super Strategie, mir meinen Lebensstil schön zu reden: “Man lebt nur einmal” war mein Motto.

Phänomen “Skinny fat”

Alle, die sportlich, trainiert und nach gesundem Leben aussahen, waren in meiner Welt Spaßbremsen. Hinzu kam, dass sich meine ungesunde Lebensweise nicht in Übergewicht gezeigt hat. “Alles halb so schlimm”, redete ich mir ein. Dennoch haben 20 Jahre dieses Lifestyles Spuren hinterlassen. Keine Kondition, hoher Körperfettanteil, wenig Muskulatur, klassische “Problemzone” Bauch, fahle Haut, schnell außer Atem, häufig krank und grundsätzlich war meine Energie schnell erloschen. 

Wie ich heute weiß, bezeichnet man diesen Zustand auch als “skinny fat”. Das bedeutet, dass trotz eines normalen Körpergewichts der Körperfettanteil höher ausfällt, als gesund ist. Nicht das Gewicht ist entscheidend, sondern vielmehr die innere Körperzusammensetzung. Das Risiko für gesundheitliche Probleme ist in dem Fall ähnlich wie bei sichtbarer Übergewichtigkeit. 

So wie mir damals, ist das vielen überhaupt nicht bewusst und der Drang zur Veränderung ist häufig nur halbherzig. Ich nenne es auch gerne die Gefahr der Mittelmäßigkeit – man spürt zwar das ungute Gefühl, aber der Leidensdruck ist nicht groß genug, um wirklich langfristig dranzubleiben.

FB: Heute sind Sie erfolgreich als Personal Trainerin und Mental-Coach tätig. Ihr Schwerpunkt liegt auf dem gesunden Abnehmen. Wie kam es dazu?

Hätte mir jemand das vor 6 Jahren gesagt, ich hätte herzlich gelacht. Geplant war das jedenfalls nicht. Tatsächlich hat mich mein eigener Weg zu meiner heutigen Mission gebracht. Mit Mitte 30 hat mir das Leben eine sehr schmerzvolle und gleichzeitig heilsame Erfahrung geschickt, das war der entscheidende Wendepunkt. 

Innere Arbeit als Schlüssel für den Lebenswandel

Ich habe angefangen, mich zum ersten Mal mit meinem Mindset, meiner inneren Gedankenwelt und unbewussten Mustern zu beschäftigen.

Die innere Arbeit war der Schlüssel für meinen Lebenswandel. Ich habe viele Seminare und Weiterbildungen besucht, Bücher gelesen und mich für ein neues Umfeld geöffnet.

Linda JonesSo bin ich auf Functional Training gestoßen und habe damit zum ersten Mal einen Sport gefunden, der mir Freude macht und gleichzeitig meinen Körper sichtbar verändert hat. Ganz automatisch war der Drang da, meine Ernährung umzustellen.

Stück für Stück habe ich neue Routinen und Tools für mich entdeckt und etabliert und schlechte Gewohnheiten abgelegt.

Dieser Prozess hat mich nicht nur optisch verändert, sondern vor allem mein eigenes Selbstbild, meine Identität auf den Kopf gestellt. Mein altes Leben inklusive meinem damaligen Marketing-Job hat nicht mehr zu meinem “neuen Ich” gepasst. 

2020 erfolgte der Schritt in die Selbständigkeit

Abends und am Wochenende habe ich meine Ausbildung zur Personal Trainerin gemacht. Es folgten weitere im Bereich Ernährung und Mental Coaching, die Kündigung im Büro, eine Festanstellung als Trainerin.

Bis ich im Jahr 2020 den Mut hatte, den Sprung in die Selbstständigkeit zu wagen und meinem Herzen zu folgen. Denn ich bin davon überzeugt: Mit der richtigen Strategie ist dieser Shift für jeden möglich und damit ein langfristig gesünderes, entspannteres und glücklicheres Leben. Ich selbst und meine Klientinnen sind der beste Beweis dafür.

FB: Was sind die größten Herausforderungen, denen Ihre Klientinnen im Zusammenhang mit der Gewichtsabnahme gegenüberstehen?

Einer der größten Herausforderungen ist wohl, langfristig dranzubleiben. Die meisten haben bereits schon einiges ausprobiert und schaffen es häufig auch kurzfristig, aber landen früher oder später eben immer wieder am gleichen Punkt. 

Frieden mit den Wechseljahren schließen

Ein weiteres großes Thema ist die schleichende Gewichtszunahme, obwohl sie gefühlt nichts verändert haben. Gerade Frauen in den 40ern erleben dieses Phänomen häufig, hier spielt auch das Thema Wechseljahre eine wichtige Rolle. Wir dürfen einfach damit Frieden schließen: Je älter wir werden, desto mehr dürfen wir uns um uns und unseren Körper kümmern, um überhaupt unsere Form zu halten – geschweige denn abzunehmen. Auch dürfen wir unseren Körper neu kennenlernen. Was früher funktioniert hat, gilt nicht automatisch ein Leben lang. 

Alltagsverpflichtungen lassen oft keinen Raum für gute Fitness-Vorsätze

Und dann gibt es noch diejenigen, die sich aufgrund einer Schwangerschaft, beruflichen Herausforderungen oder anderen Gründen selbst aus den Augen verloren haben und für alles und jeden da waren, außer für sich selbst. Sie fühlen sich gefangen in den Alltagsverpflichtungen, es fehlt ihnen an Energie und Zeit, sich aus diesem Teufelskreis zu befreien.

Kundin von Linda Jones beim Sport-CoachingWenn ich die Zusammenarbeit mit meinen Klientinnen und Klienten betrachte, ist die größte Herausforderung ziemlich einheitlich. 

Das ist nicht etwa die Ernährungsumstellung, die Routinen oder die Bewegung – das fällt den meisten mit der richtigen Anleitung und Strategie tatsächlich leichter als gedacht. Die eigentliche Arbeit findet im Innen statt.

Der Mindset-Part ist für den Großteil Neuland und fordert eben nochmal auf eine ganz andere Art und Weise, weil wir an den Kern gehen.

Das ist nicht immer angenehm und keine schnelle Lösung, aber eben die einzige, um wirklich erfolgreich nachhaltig etwas zu verändern. 

FB: Wie kann es gelingen, dauerhaft auf eine gesunde Ernährung umzustellen und auch die Bewegung kontinuierlich in das eigene Leben zu integrieren?

Zu den wichtigsten Schritten gehören aus meiner Sicht folgende:

Mein persönlicher Gamechanger – ich habe meine Intention, warum ich Sport treibe und gesünder esse, verändert. Früher war es vor allem aus optischen Gründen. Heute ist ein gesunder Lebensstil für mich ein Ausdruck von Selbstrespekt. Hier geht es vor allem um den inneren Shift: Wenn etwas wertvoll ist, behandeln wir es gut, oder? Dein Körper ist ein Spiegel deiner Gewohnheiten. Er kann nur so gut funktionieren und aussehen, wie wir ihn behandeln. Ich betrachte ihn gerne als lebenslangen Partner.

Den Körper als Spiegel der Gewohnheiten wahrnehmen

Die gemeinsame Lebensreise wird wesentlich leichter, wenn wir als Team durchs Leben gehen, statt als Feinde. Ich tue die Dinge heute FÜR ihn, damit es ihm gut geht, nicht gegen ihn, weil er so, wie er ist, nicht gut genug ist.

Personal TrainingWie oben schon angesprochen – akzeptiere, dass eine gesunde Lebensweise kein Projekt auf Zeit ist, sondern ein lebenslanger Prozess. Es macht also Sinn, einen Weg zu finden, der auch langfristig realistisch ist und vor allem dürfen wir lernen, den Weg zu genießen! Löse dich vom Endergebnis – es gibt kein Ende.

Wenn wir diese Perspektive einnehmen, ist auch völlig klar, dass es im Laufe des Lebens Phasen geben wird, in denen es uns besser gelingt als in anderen.

Akzeptiere Aufs und Abs als Teil des Weges. Das gilt auch für die Fitness-Vorsätze. Das Wichtigste ist, dass du zurück kommst und einfach da weitermachst, wo du aufgehört hast.

Finde heraus, was dir gut tut und für dich am besten funktioniert. Vom Lesen und Nachdenken wird sich nichts ändern. Geh los und probiere verschiedene Dinge aus. Gib dir vor allem Zeit dabei, bevor du sie voreilig bewertest. Setze dir konkrete, messbare Ziele und brich sie in kleine Etappen runter. Bau dir ein Feedback-System. Definiere genau, was du wann tun wirst und sei dabei realistisch. Besser kleine Schritte als Versprechen, die du nicht einhältst – so baust du nur systematisch Selbstvertrauen ab.

Ausreichend Schlafen und den Stresspegel im Auge behalten

Achte auf deinen Schlaf und finde einen gesunden Umgang mit Stress. Müdigkeit und Stress sind häufig eine Hauptursache, warum wir zu Essen greifen oder das Handtuch werfen.

Und zum Schluss: Bau dir ein Sicherheitsnetz! Das ist gerade in der Anfangszeit hilfreich. Das kann eine Freundin sein, mit der du gemeinsam die Reise startest und ihr euch gegenseitig motiviert. Ein Commitment-Buddy, den du regelmäßig über deine Versprechen und Fitness-Vorsätze informierst. Oder eben eine professionelle Begleitung. 

Leider warten Frauen häufig viel zu lange, bis sie sich Unterstützung holen. Gerade bei dem Thema glauben sie, das muss doch alleine zu schaffen sein und zweifeln an sich selbst. Dabei ist so eine dauerhafte Umstellung deutlich komplexer, als viele wissen. Wenn es so einfach wäre, wären wir alle fit und schlank, die Statistiken zeigen ein anderes Bild.

Ein 1:1-Coaching auf dem Weg zum Wohlfühlfaktor

Die gute Nachricht ist: Wenn wir den Schlüssel einmal gefunden haben, wird es leicht. Es wird zu einem natürlichen Teil von dir, zu einer Selbstverständlichkeit, zu deinem neuen Standard. Aus meiner Sicht gibt es nichts, was sich mehr lohnt, diesen Weg für sich zu meistern.

FB: Wie können Frauen, die sich langfristig fitter, gesünder und leichter fühlen wollen, mit Ihnen zusammenarbeiten?

Linda Jones mit Kundin beim Personal TrainingIn meinem 12-Wochen-Programm “Hallo Wohlfühlkörper” begleite ich Frauen im 1:1 Coaching genau dabei. Das Coaching findet online statt, so kann ich auch Frauen außerhalb von Köln unterstützen.

Bevor wir uns für den gemeinsamen Weg entscheiden, finden wir in einem unverbindlichen Beratungsgespräch heraus, ob wir zusammenpassen und mein Coaching-Ansatz das Richtige ist.

Das kostenfreie Erstgespräch ist also der erste wichtige Schritt auf dem Weg zum Wohlfühlkörper. Alles Informationen dazu finden Sie auf meiner Homepage.

Bilder / Copyright: Linda Jones

 

 

Dieser Artikel ist eine bezahlte Kooperation 

 

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