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Tiny House

Ein kleines Tiny-House am Waldrand, idyllisch platziert zwischen Feldern und Tannen und bestmöglich noch flankiert von vorbeischauenden Rehen: So romantisch werden die Mini-Domizile medial meist dargestellt. „Das ist weltfremde Träumerei“, sagt dazu Peter L. Pedersen, der mit seiner Firma Rolling Tiny Houses die gefragten Unterkünfte professionell ausstattet. Als Profi in Sachen Tiny House und profunder Kenner einer wachsenden Mini-Haus-Szene mag er der oftmals mit den außergewöhnlichen Häusern in Verbindung gebrachten Romantik so gar nichts abgewinnen. Im Gegenteil: Peter L. Pedersen verweist darauf, dass es einst die Not war, aus der die heute so beliebten Tiny-Häuser entstanden. Und zwar in den USA, in den Zeiten der Finanzkrise. Damals  verloren bekanntlich unzählige Amerikaner ihr Haus. Kleine mobile Unterkünfte waren für viele Gebeutelte die Rettung in der Not, so dass man Trailerparks für die Tiny Houses schaffte. Als Notprogramm. „Viele der rollenden Unterkünfte in diesen Parks haben nicht einmal Wasser oder Strom“, führt Pedersen aus, der nicht wirklich etwas für das kitschige Tiny-House-Klischee übrig hat. 

Falsche Vorstellungen vom Tiny-House an der Tagesordnung

Nicht zuletzt, weil er es nur allzu oft erlebt, dass Menschen mit falschen Vorstellungen zu ihm kommen und erwarten, für wenig Geld und Aufwand ein solches Häuschen erwerben zu können. 

Meist ist diesen Leuten gar nicht bewusst, dass man für ein Tiny-House eine Baugenehmigung benötigt. „Die braucht man in Deutschland – egal, ob ein Haus Räder oder Kufen hat“, weiß Peter L. Pedersen, der mit dieser Information schon so manchen potentiellen Käufer überrascht hat. Dazu kommt der Preis, der für jene unerwartet hoch ausfällt, die sich ihr Tiny-House hundertprozentig ökologisch ausstatten lassen möchten. „Diese Version ist die teuerste“, spricht Pedersen aus Erfahrung und verweist auf einen Kunden, für dessen gewünschte Öko-Version für ein Tiny-House letztlich um die 120.000 Euro auf der Rechnung standen. Mal eben einen Bauwagen mit Mobiliar ausstatten und ihn zum Wald ziehen, ist also nicht drin. Zumal es hierzulande auch gar nicht erlaubt ist, sich in Wald und Flur häuslich niederzulassen. 

Tiny House Innenraum

Paßgenau geplant, bietet ein Tiny House genügend Platz.

Nichtsdestotrotz spricht natürlich auch vieles für den Erwerb eines Tiny-Houses. Vor allem zu Vermietungszwecken, denn Übernachtungen in den kleinen außergewöhnlichen Quartieren sind äußerst gefragt. „Buchungen für Tiny-Houses überholen derzeit Buchungen für Ferienhäuser um Längen“, weiß Experte Pedersen und gibt Tipps, wie man mit professioneller Tiny-House-Vermietung stabile Einnahmen generieren kann.

Tiny-House vermieten – ein lohnenswertes Modell

Interessant dürfte das vor allem für jene sein, die auf ihrem Grundstück Platz haben oder ihre Ferienimmobilie in idyllischer Natur um ein solches Quartier erweitern wollen.  Steuerrechtlich wird die trendige Unterkunft als „mobil“ eingeordnet – so wie der Firmenwagen auch.  

Mit einem Tiny-House ist man vorsteuerabzugsberechtigt und kann dann mit 7 Prozent des Gastgeberzuschlages vermieten. Eine AfA – Absetzung für Abnutzung – wird über circa 8 Jahre gewährt. Um die 8.000 Euro AfA pro Jahr sind nach Abzug der Kosten denn auch als steuerfreie Einnahme drin.
Ein Modell, das genauer zu betrachten sich also durchaus lohnt. Nicht zuletzt deshalb, weil eine Übernachtung im Tiny-House ab circa 90-100 € zu Buche schlägt. Billig-Tourismus ist woanders!

Das zeigt sich auch an Pedersens neuestem Projekt – ein Tiny-House-Dorf, das er gerade am Plauer See in Mecklenburg-Vorpommern plant. In herrlicher Natur und mit eigener Marina können Interessierte hier ein Tiny-House erwerben, das sie selbst nutzen, aber auch vermieten können. Die Waldrandlage lädt zum Entspannen und „eins-sein-mit-der-Natur“ ein. Etwas, worauf jene, die mit einem Tiny-House liebäugeln, großen Wert legen. Die Eröffnung ist für 2020 angesetzt und noch können Grundstücke gepachtet werden. Steht dann ein komfortables Tiny-House drauf, dürften Urlauber, die sich für eine bestimmte Zeit in den charmanten Häusern einmieten, nicht lange auf sich warten lassen. Und wer weiß? Vielleicht sind das ja dann die Tiny-House-Käufer von morgen? 

Wer sich für Tiny-Houses begeistert, kommt meist nicht mehr los

Grünes Tiny House

Kompakt, komfortabel und im Grünen – so wünschen sich Tiny-House-Begeisterte ihr kleines Domizil.

Denn wer einmal Feuer und Flamme für diese Art der Unterkunft ist, wird vom Tiny-House nicht mehr loskommen. Auch davon weiß Pedersen zu berichten. Und er hat einen Tipp, für alle, die sich für ein Tiny-House begeistern: „Wie beim Autokauf die Probefahrt, so ist eine Probe-Übernachtung im Tiny-House unbedingt zu empfehlen.“ Er selbst bietet solche Übernachtungen schon seit geraumer Zeit an. Interessenten melden sich einfach über seine Homepage bei ihm. Unter dem Stichwort „Probewohnen“ sind dort zudem die wichtigsten Infos dazu zusammengefasst.

Experten beim Bau der kleinen Domizile zu Rate ziehen!

Wie wichtig es ist, einen Experten beim Bau der kleinen Domizile zu Rate zu ziehen, zeigt das Gespräch mit Jörg Angermann. Er ist mittlerweile darauf spezialisiert, Käufern der gefragten Domizile schon im Vorfeld als Experte zur Verfügung zu stehen. Als Zimmerer weiß er, worauf es beim Herstellen dieser Unterkünfte ankommt und geht die Konzeption des jeweilige Tiny-Houses mit seinem professionellen Know-How an. Im Gespräch gibt er einen Einblick in seinen beruflichen Alltag, in dem Tiny Houses mittlerweile eine große Rolle spielen.

FB: Herr Angermann – zum Thema Tiny-House hat Sie eigentlich Ihre Tochter gebracht. Wie kam es dazu?

Meine Tochter hat mir eines Tages ein Bild von einem ausgebauten Überseecontainer gezeigt und mich gebeten, ihr doch so etwas zu bauen. Der Container hatte ein Wohn- und Schlafbereich, Küche und einem kleinem Bad, sowie einer Holzterrasse über die gesammte Breite des Containers. Daraufhin habe ich mich zum ersten Mal mit dem Thema Tiny-Houses beschäftigt. Da ich noch ein altes Wohnwagengestell hatte, haben wir dann darauf ein TinyHouse geplant. Doch als ich mich dann mit einem Architekten und Statiker darüber unterhalten habe, wurde mir schnell klar, dass ich so nicht das geforderte Baurecht erfüllen kann.

Der Zimmerer hat besseres Gefühl für Statik

FB: Warum ist es so wichtig, beim Bau oder der Ausgestaltung eines Tiny-Houses einen Zimmermann zu Rate zu ziehen?

Tiny House im Grünen

So ein Tiny-House lässt Fans die Herzen der Mini-Haus-Fans garantiert höher schlagen!

Der Zimmerer hat ein besseres Gefühl für die Anforderungen der Statik, weil das ein Thema in der Ausbildung ist. Aus eigener Erfahrung mit Tischlern ist das in den meisten Fällen nicht gegeben. Es besteht doch ein gewaltiger Unterschied zwischen dem Bau von Möbeln und Dachstühlen.

FB: Wie läuft eine Beratung für potentielle Tiny-House-Kunden bei Ihnen ab?

Da ich zur Zeit ein Musterhaus von der Firma Rolling Tiny House bei mir auf meinem Grundstück stehen habe, lade ich alle Interessenten zu einer Besichtigung ein. So habe ich die Möglichkeit, ihnen unser Tiny-House im einzelnen vorzustellen. Da wir eine sehr umfangreiche Liste an Sonderausstattung haben, bitte ich sie, mir einmal per E-mail, ihre Wünsche aufzulisten, so dass ich dann ein individuelles Angebot für jeden Kunden erstellen kann. Welches dann in einem zweiten Termin persönlich besprochen wird.

FB: Wie gestaltet sich Ihre Zusammenarbeit mit Herrn Pedersen?

Herr Pedersen steht mir in der Beratung der Kunden zur Seite. Wir veranstalten zum Beispiel einmal im Monat gemeinsam einen Schautag in dem Musterhaus, das auf meinem Betriebsgelände steht.

FB: Gibt es bestimmte Vorhaben, die Leute gern für ihr Tiny-House umsetzen wollen, von denen Sie aber abraten würden? Wenn ja, was sind das für Pläne?

Ich bin der Meinung, dass ein Tiny-House, ein Singlehaus ist. Im Einzelfall spricht auch nichts gegen 2 Bewohner. Wenn aber einige Paare planen, ein Tiny-House mit ein oder zwei Kindern zu bewohnen, sehe ich das als problematisch an. Das mag ja alles noch funktionieren, wenn die Kinder klein sind, aber wenn sie dann älter werden, sollte auch genug Raum für die Kinder gegeben sein.

Moderne Nomaden sind mit Wohnwagen besser bedient

Genauso sehe ich es auch, dass ein Tiny-House nicht zum ständigen Reisen gedacht ist. Wenn man so etwas plant, sollte man sich einen Wohnwagen zulegen, der ist dafür besser geeignet.

FB: Was war das bislang ungewöhnlichste Tiny-House, das Sie umgesetzt haben?

Bis jetzt gab es noch keine ungewöhnlichen Wünsche.

FB: In Sachen Aus- bzw. Neubau solcher Domizile – wohin geht der Trend? 

Innenraum Tiny House

Komfort auf kleinstem Raum – das zeichnet ein gutes Tiny House aus

Ich gehe davon aus, dass sich der Trend weiter entwickelt, vorausgesetzt, dass sich das Baurecht und die Einstellung der Gemeinden, im Bezug auf Tiny-House Dörfer oder Stellplätze flexibler gestaltet. Viele Gespräche mit unseren Kunden scheitern am Ende an den zuständigen Bauämtern oder Gemeindevertretern, die sich gegen eine Ansiedlung von Tiny-Houses sträuben.

In vielen Städten besteht einfach ein großer Mangel an bezahlbarem Wohnraum, den man mit möglichen Stellflächen etwas entschärfen könnte. So hätten junge oder auch ältere Menschen die Möglichkeit, eigenständig zu wohnen.

Im Tiny-House wohnen oder Mini-Domizil vermieten – vieles ist möglich

Eigenständig in einem Tiny-House wohnen, ein solches Domizil als flexible Platzreserve vorhalten oder eben gewinnbringend als Ferienunterkunft vermieten – die Möglichkeiten im Zusammenhang mit dem attraktiven Mini-Haus sind vielfältig. Bleibt die Frage, wie man ein solches Projekt am besten finanzieren kann? Hier haben wir mit Finanzexpertin Corinna Lindenblatt gesprochen.

Die Fachberaterin für Finanzdienstleistungen widmet sich seit mehreren Jahren dem Schwerpunkt Baufinanzierung und betreut mit ihrem Unternehmen Bauherren und Immobilienkäufer im Bereich der Immobilienfinanzierung.

Nachfrage für Finanzierung der kleinen Domizile etabliert sich

Seit geraumer Zeit spielen auch Finanzierungen für Tiny-Houses eine Rolle. Hierzu haben wir die Fachfrau (im Bild) befragt.

Corinna Lindenblatt

Corinna Lindenblatt steht Interessenten und Käufern in Sachen Finanzierung Tiny House beratend zur Seite.

FB: Frau Lindenblatt, Tiny Houses sind im Moment in aller Munde, aber wie sieht es mit der Finanzierung aus? Immerhin sind die kleinen Domizile mit guter Ausstattung nicht billig – finanzieren sich das schon etliche Leute? 

Die Tiny Houses sind deswegen beliebt, weil sie multifunktional sind. Sie werden u.a. als Erst- oder Zweitwohnsitz genutzt, als Arbeitsplatz oder als Datscha. Verbreitet ist die Vorstellung: Kleine Immobilie, kleines Geld. Aber so einfach ist die Finanzierung aus Sicht der Banken nicht. Die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung muss auch hier stimmen, weshalb man stets einen unabhängigen Finanzdienstleister hinzuziehen sollte. Und grundsätzlich gilt natürlich: Ohne ein belastbares und nachhaltiges Einkommen wird man bei der Finanzierung eines TH nicht weit kommen.

FB: Gibt es aktuell eine spezielle Tiny-House-Finanzierung?

Banken, die mit ökologischer oder ethischer Nachhaltigkeit werben, erwecken gern diesen Eindruck. Aber hinter den vermeintlich neuen Produkten steckt nicht mehr als ein normaler Ratenkredit (oder Konsumentenkredit). Wichtiger als die Modenamen ist der Sachverstand im Umgang mit den verschiedenen Möglichkeiten.

Vermeintlich neues Produkt ist meist Raten- oder Konsumkredit

Dazu ein paar Orientierungspunkte:

(1) Das Eigenheimmodell: Wird das TH fester Bestandteil des eigenen Grundstücks, machen die Banken typischerweise keinen Unterschied zwischen dieser und anderen Immobilien. Ein hierfür aufgenommener Kredit wird mittels einer Hypothek oder einer Grundschuld abgesichert. Der Wert des Hauses bzw. des Grundstücks dienen dabei als Sicherheit für das Darlehen. Typischerweise kann der Kunde aus einem breiten Angebot auswählen – und auch hier sollte man sich von einem unabhänigen Experten beraten lassen. 

(2) Das Parkmodell: Wenn das TH auf einem eigenen Grundstück nur dauerhaft „geparkt“, d.h. nicht fest mit dem Grundstück verbunden wird, kann man mitunter trotzdem ein Immobiliendarlehen und damit ein grundbuchlich abgesichertes Darlehen nutzen. Allerdings kommt das TH selbst nicht mehr als Sicherheit in Frage. In diesem Fall muss der Wert des Grundstücks allein als Sicherheit für die Finanzierung herhalten, damit diese Lösung realisiert werden kann. 

(3) Das Pachtmodell: Zusätzliche Belastungen treten dann auf, sofern der Wert des Grundstücks als Sicherheit für die Bank nicht ausreicht oder ein Grundstück gepachtet bzw. gemietet werden muss. Dann bleibt nur der Weg über einen normalen Raten- oder Konsumentenkredit. Da die Bank keine Sicherheit erhält, fällt der Zinssatz höher aus als bei einem Immobiliendarlehen. Zudem setzt ein solches Darlehen eine entsprechende Bonität des Kunden voraus.

(4) Das Wohnmobilmodell: Soll das Tiny House mobil bleiben, muss es für den Straßenverkehr zugelassen werden. Dafür bedarf es eines Fahrzeugbriefs. Zur Finanzierung kommt neben dem Ratenkredit hier auch die Leasing-Option ins Spiel. Diese Variante bietet sich vor allem dann an, sofern man das Objekt als Büroraum oder als Ferienwohnung nutzen möchte.

FB: Was empfehlen Sie Leuten, die sich ein Tiny-House kaufen und finanzieren wollen? Worauf sollte man achten?

Die Finanzierung von Immobilien ist ein bisschen wie Pokern: Man sollte den anderen Mitspielern nicht zu viele Informationen geben. Sich nach dem Trial-and-Error-Prinzip als Kunde von Bank zu Bank durchzufragen, schmälert schnell den eigenen Handlungsspielraum gegenüber den Banken; zumal jede Absage die Aussicht auf eine gute Finanzierung verringert.

Beratung von unabhängiger Seite macht sich bezahlt

Gerade auch beim Tiny House macht sich Beratung von unabhängiger Seite bezahlt, denn es geht um die Erstellung passförmiger Angebote, die in einer glaubwürdigen und gut dokumentierten Geschichte zusammen mit den Kunden erarbeitet und dann maßgeschneidert für den jeweiligen Kredit der Bank präsentiert werden sollten. So lässt sich Erfolg planen…so dass dem Umzug ins kleine Glück nichts mehr im Wege steht.

FB: Können Sie eine Beispiel-Rechnung für ein Tiny-House mit guter Ausstattung aufmachen?

Gern. Die folgenden zwei Beispielrechnungen sind hoffentlich geeignet, einen ersten Eindruck zu vermitteln. Die erste bezieht sich auf ein Immobiliendarlehen (A), die zweite auf einen Raten- bzw. Konsumentenkredit (B)

A)

Darlehens-und Auszahlungs-summe Zinssatz soll Zinssatz eff Rate monatlich Zins-

bindung 

Laufzeit  Gesamtkreditbetrag (Auszahlungssumme plus Zinsen
60.000 € 1,36% 1,41% 381,00 15 Jahre 15 Jahre 66.138 €

(Notar-und Grundschuldkosten kommen noch hinzu für die Sicherheitenstellung)

B)
Darlehens-und Auszahlungs-summe Zinssatz soll Zinssatz eff Rate 

monatlich

Zins-

bindung 

Laufzeit  Gesamtkreditbetrag (Auszahlungssumme plus Zinsen
60.000 € 3,48% 3,43% 804,48 84 Monate  84 Monate 67.576,24€

Wir bedanken uns bei Frau Lindenblatt, Herrn Pedersen und Herrn Angermann ganz herzlich für die umfassenden Informationen und freuen uns, wenn wir dem einen oder anderen Tiny-House-Begeisterten wertvolle Inputs geben konnten.

 

Bildnachweis:

Rolling Tiny House GmbH 2019, Baufinanzierung Wenzel

 

 

 

 

 

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Frau und verleihen

Gehören Sie auch zu den Menschen, die schlecht „Nein“ sagen können? Willkommen im Club! Viele Jahre lang war ich sozusagen der „Depp vom Dienst“. Egal, ob Sie Hilfe bei der Kinderbetreuung, in stundenlanger Kleinarbeit angerichtete kalte Platten für Partys (zu denen ich nicht eingeladen war), Schlafsäcke fürs Camping oder Arzt- und Besorgungsfahrten brauchten – von mir bekamen Sie es.

Für ein 27seitiges Gedicht, das bei mir „bestellt“ worden war anlässlich der Hochzeit zweier Unbekannter, zu der ich selbstverständlich nicht geladen war, („Du kannst so gut reimen, und ich würde dafür viel länger brauchen“) erhielt ich als Bezahlung ein schiefes Holzbrett zum Zwiebelschneiden, denn der „Auftraggeber“ hatte Beziehungen zu einem Sägewerk, und ihn kostete das Ding nichts. Das Brett besitze ich übrigens heute noch, damit ich nie vergesse, wie billig ich mal gearbeitet habe. Und wie bescheuert ich war.

Ich war allerdings noch nie gut darin, irgendjemandem etwas abzuschlagen und könnte Bücher mit meinen persönlichen Niederlagen füllen. Einmal habe ich beispielsweise mitten in Texas einem chronisch abgebrannten Familienvater einen PC gekauft (Ich war die mit der Kreditwürdigkeit…), weil er mit flehendem Blick schwor: „Wenn du mir diesen Computer schenkst, dann bin ich mein ganzes Leben lang in deiner Schuld.“

Das „Nein“ kommt schwer aus meinem Mund…

Nun – ich hatte keinerlei Interesse daran, dass jemand in meiner Schuld stünde, denn ich wollte hier nur eine Woche Urlaub machen und seine Frau besuchen, also suchte ich nach den richtigen Worten für eine Absage.

Sie haben keine Ahnung, wie sehr sich das „Nein“ anstrengte, aus meinem Mund zu schlüpfen, aber ich war von seinem gequälten Blick so eingeschüchtert (Immerhin handelte es um den Mann einer alten Freundin), dass ich wortlos meine VISA zückte. Bitte sagen Sie nicht, ich sei dumm. Weiß ich selbst.

Mindestens 24 Stunden lang konnte ich anschließend meine eigene Spucke nicht mehr runterschlucken, so sehr schnürte es mir den Hals zu vor lauter Zorn über meine Feigheit. Eine Einladung von anderen Bekannten zum Dinner am selben Tag musste ich deswegen absagen und im Hotel bleiben. Die restliche Zeit verbrachte ich damit, sauer auf mich selbst zu sein.

Diesen treuherzig dreinblickenden Mann habe ich nach meiner Rückkehr nach Deutschland niemals wiedergesehen, da meine Freundschaft mit seiner Frau in die Brüche ging. Vor kurzem erfuhr ich, dass er sich einige Jahre nach meinem Besuch in den Staaten das Leben genommen hat. Das tut mir sehr, sehr leid, denn er war eine liebenswerte Person. Aber immerhin hat diese bedrückende Nachricht meinen Ärger über mich selbst relativiert, so dass ich nichts mehr bereue. Wenn ich dir eine kleine Freude machen konnte, dann ist es gut. Du warst ein netter Kerl, R., und scheinbar habe ich deine traurigen Augen schon damals richtig interpretiert. Mögest du in Frieden ruhen.

Aber zurück zu dem guten alten „Nein“, das ich jahrzehntelang nicht aussprechen konnte. Angefangen hat alles in grauer Vorzeit mit Büchern und Schallplatten – Sie wissen schon: der analoge Kram ohne Hintergrundbeleuchtung oder Nachschlage-Funktion, und die runden Teile aus Polyvinyl, auf die man tierisch aufpassen musste, um sie nicht zu zerkratzen.

Ich liebte schon immer Musik und knappste mir dafür von meinem kleinen Verdienst regelmäßig etwas für eine Schallplatte ab. Man konnte ja nicht, wie heute bei I-Tunes, einen Song probehören und anschließend aufs Handy streamen, nein, wir mussten in den nächstgelegenen Plattenladen – meist verrauchte Buden mit engagierten, aber geistesabwesenden Verkäufern – und dort in Bergen von riesigen Covern kramen. Eine Scheibe kostete um die 20 Deutsche Mark, das war ein nicht zu unterschätzender Teil meines sauer verdienten Gehalts. Dafür verzichtete ich oft auf vieles andere.

Meine kostbaren Schätze wurden stets ausgeliehen

Bei mir zuhause lagerte ich meine „Schätze“ aus Platzmangel dann in einfachen Regalen an der Wohnzimmerwand. Ich besaß ein Sortiment an fluffigen Tüchern zum Reinigen sowie einen gebraucht gekauften Plattenspieler, dessen teure Nadel ich hütete wie Gollum seinen Ring.

Oft saß man mit Bekannten auf dem Sofa, trank ein Glas Wein und hörte Musik. Leider sah bei solchen Gelegenheiten auch jeder, was ich im Regal stehen hatte, das war gefährlich, denn andere waren nicht so dumm wie ich. Die sparten sich ihr Geld für wichtige Sachen, im Gegensatz zu mir.

„Echt? Mike Oldfields ‘Tubular Bells’?”, fragte zum Beispiel T., ein schlaksiger Bursche mit wuscheligen Haaren und verträumtem Blick aufgeregt nach einem Blick in mein Plattenregal. „Die MUSST du mir unbedingt borgen.“ Ich hasse es, wenn jemand behauptet, ich müsste irgendwas…

Es handelte sich um eine sogenannte „Bildplatte“, die war wesentlich teurer gewesen als meine anderen Scheiben. Natürlich wollte ich diese Kostbarkeit nicht herausrücken, aber T. löcherte mich so lange, bis ich zähneknirschend nachgab. In den nächsten Jahren (!) erinnerte ich ihn bei jedem Treffen an die Bildplatte. „Was? Ich soll mir die geliehen haben? Da kann ich mich nicht dran erinnern. Wie sah die denn aus?“, fragte er immer und schüttelte den Kopf.

Wäre er der einzige gewesen, hätte mich das nicht so geschmerzt, aber bei mir entwickelte es sich epidemisch, Dingen hinterherzulaufen, die ich verborgt hatte. Scheinbar war ich die einzige Blöde im Bekanntenkreis, die Geld für etwas ausgab, das andere auch besitzen wollten. Und schwupps, hatte ICH es plötzlich nicht mehr.

Fünf (!) Jahre später bekam ich die Mike Oldfield-Platte zurück: ein zerkratztes Exemplar in zerfleddertem Cover mit aufgerissenen Ecken, und schon gar keine Bildplatte, sondern eine normale. Sie halten mich für nachtragend? Mittlerweile bin ich es wirklich.

Ich war wohl die einzige, die nie widersprach, wenn jemand was wollte…

Mit Büchern lief es übrigens genauso. Viele Jahre kaufte ich dicke Schmöker sogar nach Gewicht, denn ich las unglaublich viel und wollte lange etwas davon haben. Leider bewahrte ich meine Bücher ebenfalls im Wohnzimmer auf. Oberhalb der Schallplatten.

„Oh, du hast was über die psychologische Deutung von Träumen? Das MUSS ich mir anschauen“, behauptete eine Bekannte, schnappte sich das Buch und verschwand. Ich habe es bis zum heutige Tage nicht wiedergesehen. („Ach das? Ich habe es Heidrun geliehen, die wollte es unbedingt auch mal lesen. Sobald ich es zurückhabe, bringe ich es dir vorbei…“).

Sie wollen gar nicht wissen, wie lange das her ist, sonst erschrecken Sie über mein gutes Gedächtnis. So lief das immer: Wenn ich was hatte, kam kurz darauf jemand an und borgte es sich. Manchmal kam ich mir vor wie eine Bücherei oder ein Plattenladen, in dem es alles gratis gab. Für jeden außer mir. Dabei war ich die einzige im Bekanntenkreis, die ganz allein ihre Kohle verdiente, nicht zu zweit. Jeder wusste, wie sehr ich zu kämpfen hatte, um mich finanziell über Wasser zu halten, und welche Entbehrungen ich gelegentlich auf mich nehmen musste, um über die Runden zu kommen. Das juckte aber niemanden, denn scheinbar war ich die einzige, die nie widersprach, wenn man was von ihr wollte.

Die ganzen Geschichten gingen allmählich so richtig ins Geld, und wenn ich die Leute an meine Leihgaben erinnerte, war ich ein „kleinlicher Korinthenkacker mit einer Buchhalterseele“, wie mir mehr als einmal vorgeworfen wurde.

Sträubte man sich, etwas herauszurücken, bekam man zu hören: „Aber das gilt nicht für mich, oder? Wir kennen uns doch schon so viele Jahre! Traust du mir etwa nicht?“

Erst sehr viel später habe ich bemerkt, dass es wesentlich einfacher gewesen wäre, sofort „Nein“ zu sagen, als seinem Kram über Jahre nachzurennen.
Manche lernen eben nur durch Schmerz. Oder durch Nachkaufen.

Die Schnorrer starben auch in moderneren Zeiten nicht aus

Dann kam die digitale Revolution, und mit einem Mal waren meine geliebten Schallplatten unmodern geworden. Die viel kleineren CDs versteckte ich im Schlafzimmer, und als es erst mit dem Streamen losging, war ich erleichtert. Merkwürdigerweise wollte ab dem Aufkommen der Smartphones niemals mehr jemand ein Buch von mir, obwohl ich der ungeliebten Verleiherei mit dem Kauf eines Kindle entgegengewirkt hatte („Tut mir leid, alles digital, ich habe keine Printausgaben von dem neuen Roman von T.C. Boyle, musst du dir selber kaufen“). Ich könnte heute sogar alle meine Bücher mitten im Wohnzimmer zu einer Pyramide stapeln, das würde keinen mehr interessieren. Versuchen Sie heutzutage mal, welche zu verschenken, dafür müssen Sie sogar noch bezahlen. Zeiten ändern sich.

Die Schnorrer starben aber nicht aus, auch nicht, als die ersten PCs in Privathaushalten auftauchten. Einmal besuchte mich ein Bekannter, der wohnte 300 Kilometer entfernt, und gab ganz offen zu, er unternehme gerade eine „Rundreise“ und frage alle Leute, zu denen er kam, ob sie tolle Spiele hätten, die er sich dann kopierte, damit er sich selbst keine kaufen musste. So viel Unverschämtheit machte mich sprachlos, und ich bat ihn, zu gehen. Sie sehen, sogar ich habe meine Grenzen.

Auch bei Kleidung kannten viele meiner weiblichen Bekannten keine Scham. Gefährlich wurde es, als es mir finanziell besser ging, denn wenn ich mir was Neues kaufte – dummerweise in dieselben Größe wie eine gute „Freundin“, die wegen ihrer Vorliebe für teure Urlaubsreisen, ausgedehnte Barbesuche und große Autos ständig abgebrannt war – hatte ich es nicht mehr lange .

Bis heute fehlen mir etliche Designer-Jeans, Ralph Lauren-Shirts, edle Handtaschen („Bitte, nur einen Abend, kriegst sie nächste Woche wieder!“) und sogar eine Armbanduhr von „Dolce & Gabbana“ („Die passt so gut zu meinem roten Kostüm, Himmel, du kennst mich doch und weißt, dass du dein Zeug immer gleich zurückkriegst.“) Falls Sie glauben, ich spreche immer von derselben Person – weit gefehlt. Es waren mehrere sehr auf ihr Aussehen bedachte Damen mit großem Ego und kleinem Portemonnaie.

„Ist das echt?“, fragte eine Freundin hingerissen, als ich ihr stolz einen eben bei Ebay erstandenen Traum aus Tüll, Strass und Perlen zeigte: ein original Ballkleid aus den 50er-Jahren, das ich an Halloween tragen wollte. Ich hatte ein Vermögen dafür hingelegt.

Den Traum von Ballkleid verliehen…

„Das MUSST du mir leihen“, beschwor sie mich. „Wir gehen doch am Samstag auf den großen Faschingsball. Jetzt komm, sei nicht so. Immer hockst du auf deinem Zeug.“
(S. – ein Jahr jünger als ich, gleiche Kleidergröße – Außenstände in Sachwerten bei mir: 14 Bücher, Schallplatten in unbekannter Anzahl, und außerdem so hohe Geldschulden, dass ich mich schämen würde, Ihnen zu gestehen wie viel ich ihr im Laufe der Jahre geborgt hatte).

„Ich weiß nicht“, zierte ich mich aus o.g. Gründen. „Eigentlich hab ich das nur für mich gekauft.“ „Vertraust du mir nicht?“, entgegnete sie sauer. „Jetzt kennen wir uns schon über 20 Jahre.“

Am Ende hatte sie mich rumgekriegt, so wie immer. Also übergab ich ihr mit einem Knödel im Hals, wie damals in Texas, das herrliche Ballkleid mit der Bitte, darauf aufzupassen. Und fragte anschließend ein (!) Jahr lang immer wieder, wann ich es endlich zurückbekäme. Die Antworten lauteten wie folgt:

„Wir müssen es erst waschen, es ist ein wenig schmutzig geworden, und du weißt ja selbst, wie das bei Tüll so ist.“

„Es liegt gerade in der Reinigung. Kann noch dauern.“

„Ich finde es momentan nicht, keine Ahnung, wo ich es hingelegt habe.“

„Mann, bist du kleinlich, das nervt allmählich. Halloween ist doch schon lange vorbei. Als könntest du ohne diesen Fetzen nicht leben, ist ja peinlich.“

Kurz vor Silvester bekam ich dann die grausame Wahrheit serviert:

„Das Kleid ist so kaputt, das können wir dir nicht mehr zurückgeben“, (Lapidare Handbewegung). „Jemand an der Bar neben mir hat scheinbar mit einer Zigarette Löcher reingebrannt. Ich habe es weggeworfen.“ Total gleichgültig klang sie, als spräche sie von einer leeren Plastiktüte oder einem gebrauchten Küchentuch, als wäre es völlig egal, dass ich dieses herrliche Ballkleid gekauft und teuer bezahlt hatte. War ja nur mein Geld.

Ich bin definitiv zu gutmütig!

Das war für mich persönlich der Moment, in dem ich bemerkte: Ich war zu gutmütig. Oder zu blöde. Oder beides. Und ich beschloss, damit aufzuhören, denn ich hatte die Nase voll von Personen, die auf anderer Leute Kosten lebten und sich ihr eigenes Geld sparten, wie zum Beispiel ein Bekannter aus der Schweiz, der allen stolz erzählte, er besäße aus Umweltschutzgründen kein Auto. Außerdem sei jeder, der heutzutage noch ein Fahrzeug auf sich angemeldet hätte, ein rücksichtsloser Idiot.

Merkwürdigerweise war er aber das ganze Jahr durchgehend in ganz Europa unterwegs, wozu er sich dann Autos von Freunden lieh, die diese gekauft hatten, dafür Steuer und Versicherung bezahlten und im Endeffekt die Angeschmierten waren. Die Bahn war ihm nämlich zu unbequem.

Dieses Verleihen funktioniert eigentlich nur, solange es einen Deppen gibt, der alles kauft und bezahlt und einen, der es benutzen will, ohne was dafür zu tun.
Kann mir mal jemand erklären, warum ich immer der Gelackmeierte sein muss?

Irgendwann hatte ich es auf jeden Fall satt. Die Ausreden ebenfalls:

„Echt? Eine Bluray über Havanna? So was interessiert mich doch gar nicht, du verwechselst mich garantiert und hast das jemand anderem geborgt.“
(Nachgekauft)

„Die braunen Wildlederschuhe? Die habe ich dir doch schon ewig lange zurückgegeben. Du solltest echt mal wieder bei dir aufräumen.“
(Nie mehr erhalten)

„Also, das wüsste ich, wenn ich mir von dir einen DVD-Player geliehen hätte. Der müsste ja hier irgendwo stehen.“
(auf Streaming umgestiegen)

„Welches Waffeleisen? Ich backe doch überhaupt nicht?“
(Nachgekauft)

Und, und, und…

Es musste aufhören!

Ich musste damit aufhören. Es war meine einzige Chance. Denn bis auf mein Auto oder meine Tupperdosen hatte ich immer alles jedem geborgt.

Ja – Sie lesen schon richtig. Bei diesen beiden Dingen hört jeder Spaß auf, vor allem bei Tupperware, denn jede Frau weiß, wie viele Tupperdosen sie besitzt, welche Farbe die Deckel haben, und wann sie diese angeschafft hat. So was gibt man nicht her – da verleiht man eher seinen Ehemann.

Kleiner Scherz.

Aber nun kommen wir zur Königsdisziplin des Verleihens: dem Geld. Die Kür unter den Gefälligkeiten, und nur Hartgesottenen zu empfehlen. Sobald Sie ihrem Bekannten aus einer pekuniären Klemme helfen, mutieren Sie mit einem Mal nämlich vom netten Menschen zur Spezies „Gläubiger.“ Und den mag keiner so richtig. Jedes weitere Treffen wird künftig zur Belastungsprobe, denn der riesige rosa Elefant steht grundsätzlich dabei und grinst sich einen. Man bemüht sich, Themen zu vermeiden, die das Wort „Geld“ beinhalten, gefährlich sind auch „Euro“, „Betrag“ oder alles, das beim Schuldner eine Assoziationskette in Gang setzen könnte, die ihm signalisiert, Sie wollten ihn darauf ansprechen, wann er Ihnen endlich die Kohle wieder gibt.

In meinem Leben gab es wahrhaftig schon ein paar heikle Situationen, aber die waren nichts gegen den vorsichtigen Versuch, jemandem ins Gedächtnis zu rufen, dass er mir Geld schuldet und ich es wiederhaben möchte.

In den wenigsten Fällen wird man ja von Personen angepumpt, die ihr Leben auf der Reihe haben. Sollte es sich nur um kurzfristige, überschaubare Engpässe handeln, ist es kein Thema. Aber wer verzweifelt vor Ihnen steht und stottert, dass er nicht weiß, wie den Monat überstehen soll, dem wird es vermutlich in vier Wochen nicht wesentlich besser als heute gehen.

Letztes Jahr wurde ich von einem ehemaligen Geschäftsmann angepumpt, der es immerhin geschafft hat, über viele Jahrzehnte einen aufwändigen Lebensstil zu pflegen, mit Liegenschaften in der gesamten Republik, Golfspielen, Maßanzügen, kostspieligen Damenbekanntschaften und weiten Fernreisen, von denen er sich in seinem Luxus-Appartement in einer noblen Gegend erholte. Nun ist er Mitte 70 und so was von pleite, dass ihm die Obdachlosigkeit droht. Alles verjuckt, wirklich alles. Bis auf ein paar Kaschmirpullis und Poloshirts.

Mit der Rückzahlung des Geldes rechnete ich nicht…

Es ist nicht meine Angelegenheit, zu richten, denn auch ich habe in meinem Leben schon Fehler gemacht, also überwies ich ihm einen Betrag, der mir nicht allzu wehtat, denn ich wusste: Das Geld sehe ich nie wieder. Ich wünschte dem Mann alles Gute und wechselte meine Handynummer. Mit der Rückzahlung des Geldes rechnete ich keinen Moment, und damit liege ich vermutlich richtig.

Bitte halten Sie mich nicht für kleinlich – Niemand sagt was bei einem ausgelegten Kaffee für 2,50 €, oder einem Kino-Ticket, das man online im Voraus bezahlt hat. Das kann ich einem guten Freund mal schenken. Aber bei größeren Beträgen verwende ich mittlerweile Kreditvertrags-Vordrucke aus dem Internet, denn an so was zerbrechen Freundschaften.

Und seien Sie vorsichtig mit dem Satz: „Gib es mir zurück, wenn du kannst, es eilt nicht.“ In den meisten Fällen wird man nämlich beim Wort genommen, und auf Sie wartet eine peinliche Odyssee, an deren Ende SIE sich vermutlich fühlen, als hätten Sie was verbrochen.

„Aus Schaden wird man klug“, lautet ein altes Sprichwort. Leider sagt es einem aber nicht, wie lange so was dauern kann – in meinem Falle entschieden zu lange.

Wissen Sie, was mich heute so richtig freut? Dass ich meinem Ärger endlich einmal Luft machen konnte, denn Ihnen habe ich nichts geliehen. Sie können nicht behaupten, ich sei kleinlich oder eine Buchhalterseele, wie die neuen Besitzer meiner Platten, Bücher, Klamotten, DVDs und elektrischen Geräte. Und jetzt gehe ich in meine Küche und zähle Tupperdosen.

Mit herzlichen Grüßen

Ihre

Barbara Edelmann

Expertin für`s Finanzielle: Christine Aschauer

Haben Sie einen sehnlichen Wunsch, den Sie sich gerne erfüllen würden? Oder einen Kindheitstraum, der noch immer darauf wartet, Realität zu werden? Viele Frauen haben unerfüllte Träume und Ziele. Warum? Immer wieder stoße ich auf Frauen, die sich Ihre Träume schlichtweg nicht erfüllen können, weil das nötige Kleingeld fehlt. Gründe dafür gibt es so einige: familiäre Herkunft, Partnerabhängigkeit, Elternzeit,… – um nur ein paar davon zu nennen.

Fehlendes Geld wirkt sich negativ auf gesamtes Leben aus

Abgesehen davon, dass Sie ohne Geld Ihre Träume und Wünsche nicht finanzieren können, hat fehlendes Geld negative Auswirkungen auf Ihr gesamtes Leben, auf Ihre Entscheidungen und ihr persönliches Wachstum.

3 Gründe, warum ein Mangel an Geld negative Auswirkungen auf Ihr Leben hat

  1. Wachsende Existenzängste
    Was würde passieren, wenn Sie Ihren Job verlieren? Wie lange würden Sie mit Ihren momentanen Ersparnissen über die Runden kommen? Wie lange könnten Sie Ihre Miete oder den Kredit für Ihr Haus bezahlen?
    Haben Sie keinen entsprechenden Geldpolster für diese Themen hinterlegt, werden Sie früher oder später von Existenzängsten geplagt. Die Ausprägung kommt stark auf Ihre Persönlichkeit an. Aus Erfahrung weiß ich, dass im Grunde jeder von uns Existenzängste kennt – manchmal bewusst, manchmal weniger bewusst. Diese Ängste beeinflussen in unserem Unterbewusstsein all unsere Entscheidungen, die wir in unserem Leben treffen (Partner, Job, Karriere, Kinder,…).
  2. Steigende Abhängigkeit
    Haben Sie zu wenig Geld oder das Gefühl, dass Sie mit Geld nicht umgehen können, werden Sie abhängig von anderen Personen. Zuerst sind es Ihre Eltern, die Ihnen lange vorschreiben, wofür Sie Geld ausgeben dürfen und welche Wünsche Sie sich erfüllen dürfen. Später ist es häufig der Partner. Sollten Sie Kredit benötigen, werden Sie wiederum abhängig von Ihrer Bank. Dies führt dazu, dass Sie keine freien Entscheidungen treffen können. Sie werden eingeengt, können sich persönlich nicht entfalten und bleiben unter Ihren Möglichkeiten
  3. Behinderung von Wachstum & Persönlichkeit
    Wann haben Sie das letzte Mal einen Kurs, ein Seminar, einen Vortrag besucht oder in Fachbücher investiert?
    Investition in Ihr Wissen, in Weiterbildung und Persönlichkeitsentwicklung ist das

Wichtigste und Beständigste in Ihrem Leben. Bildung kann Ihnen niemand wegnehmen. Vielmehr noch steigert es Ihren inneren und äußeren Wert und bestimmt Ihr künftiges Einkommen und langfristiges Vermögen. Um in Ihrem Leben voran zu kommen und die Karriere zu verfolgen, die Sie sich wünschen und vorstellen, benötigen Sie das nötige Kleingeld und die Möglichkeit sich persönlich weiterzuentwickeln.

Ganz egal, worin die Ursache liegt, warum Ihnen Geld fehlt – mit schnell umsetzbaren Schritten, können Sie bereits zum Ende des Monats mehr Geld zur Verfügung haben.

Das Geld selbst in die Hand nehmen!

Nehmen Sie Ihr Geld selbst in die Hand! Ihre Existenzängste werden minimiert. Sie werden ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben führen und in Ihrer Persönlichkeit wachsen. Es werden sich neue Türen für Sie öffnen und ihre langersehnten Träume können dadurch Realität werden.

Ich verrate Ihnen heute ein paar Tipps, wie Sie Ihren Herzenswünschen um ein ganz schönes Stück näher kommen und anderen Frauen in diesem Thema 3 Schritte voraus sind.

Haben Sie Lust? Los geht’s:

6 Tipps, die Sie bereits Morgen umsetzen können:

  1. Ausgaben aufdecken – Werden Sie sich über Ihre laufenden Ausgaben bewusst. Häufig sind es die kleinen Dinge, die zusammengezählt am Monatsende einen großen Anteil an Ihren Ausgaben haben. Ein Haushaltsbuch ist hier empfehlenswert, weil es alle Ausgaben strukturiert aufzeigt. Es reicht, das Haushaltsbuch für 3 Monate zu führen. Sie werden nach dieser Zeit bereits ein gutes Gefühl für Ihre Ausgaben haben und wissen, wo Sie sparen können. Mein persönlicher Rat: Schätzen Sie vorab Ihre monatlichen Ausgaben. Sie werden überrascht sein, wie hoch sie tatsächlich sind. Mir ging es genauso. Bei meinem Haushaltsbuch hatte ich das geschätzte Budget für auswärts Essen bereits nach 2 Wochen aufgebraucht. Bei anderen Ausgaben war es ähnlich. Da war noch sehr viel Monat ohne geplantem Budget übrig.
  2. Ausgaben reduzieren – Wenn Sie einen guten Überblick über Ihre Ausgaben haben, ist es ein Leichtes über mögliche Einsparungen nachzudenken. Notieren Sie sich Ihre Einsparungspotenziale schriftlich, so erhalten Sie mehr Verbindlichkeit. Handys und unnötige Versicherungen – immer wieder sind wir „überversichert“ – sind Kostenpositionen, auf die Sie besonders Augenmerk legen sollten. Decken Sie dadurch Ausgaben auf, von denen Ihnen überhaupt nicht bewusst war, dass es sie gibt und eliminieren Sie diese. Achten Sie auch auf kleine Positionen, denn in Summe können diese einen wesentlichen Einfluss auf Ihr Vermögen haben.
  3. Spar-Rate festlegen – Sie kennen Ihre monatlichen Einkünfte und Sie wissen mittlerweile besser über Ihre Ausgaben und Sparpotenziale bescheid. Nun können Sie Ihre monatliche Sparrate festlegen. Diese zweigen Sie am besten bereits am Anfang des Monats ab und überweisen den Betrag auf ein eigenes Sparkonto. Sie werden erstaunt sein, wie schnell Sie es schaffen werden, höhere Summen als bisher zu sparen. Werden Sie Ihre eigene Schatzmeisterin!
  4.  Bewusstsein schaffen – Werden Sie sich bewusst, wofür Sie Geld ausgeben möchten. Tun Sie es nicht aus Gewohnheit oder weil Ihr Umfeld sich gewisse Dinge leistet. Seien Sie ehrlich zu sich selbst. Gönnen Sie sich lieber jene Dinge, die Sie in Ihrem Leben vorwärts bringen, mehr Einkünfte schaffen oder die Sie sich sehnlich wünschen.
  5. Ziele festlegen – Setzen Sie sich Ziele, die Sie in Ihrem Leben erreichen möchten. Halten Sie diese schriftlich fest um Verbindlichkeit zu schaffen. Überlegen Sie sich anschließend, wieviel Geld Sie für die Erreichung Ihrer Ziele benötigen. Wichtig: nicht umgekehrt! Zuerst über Ihre Ziele nachdenken und erst im Anschluss über das notwendige Geld.
    Schränken Sie sich hier nicht durch Ihre aktuelle finanzielle Situation ein. Seien Sie kreativ und hören Sie auf Ihr Bauchgefühl. Jetzt ist der beste Zeitpunkt über Ihre Zukunft nachzudenken und wie Sie diese gestalten möchten.
  6. Finanziell weiterbilden – Auf Sie warten interessante Blogs, Bücher und Veranstaltungen über Möglichkeiten zum Vermögensaufbau. Viele Frauen schreiben und halten Vorträge zu diesem Thema um Finanzen und Geld anderen Frauen zugänglicher zu machen. Haben Sie keine Scheu vor Börsen und Aktien. Halten Sie sich an gewisse Grundregeln und der Aktienmarkt wird positive Überraschungen für Sie bereit halten. Sie wären nicht die erste Person und insbesondere auch nicht die erste Frau, die vorher keine Ahnung über Finanzen und Vermögensaufbau hatte und nach kurzer Zeit fasziniert ist von diesem Thema.

Haben Sie Vertrauen – Leben Sie ein selbstbestimmtes Leben und Ihre Träume und Herzenswünsche werden Wirklichkeit!

Schauen Sie auf sich!

Zur Person:

Christine Aschauer hat sich ihr Know-How in mehr als 15 Jahren Organisationsentwicklung und im strategischen Management erfolgreicher, international tätiger Unternehmen erworben. Heute lässt sie ihr Wissen bei jungen, engagierten Selbständigen und Unternehmern einfließen und schöpft dabei aus einem vielfältigen Erfahrungsschatz, den sie sich bei Einblicken in unterschiedlichste Branchen angeeignet hat. Diesen weiterzugeben ist der engagierten Österreicherin ein Herzensanliegen.

Mehr zu Christine Aschauer finden Sie hier.

Bildnachweis: by Botagraph

Zufrieden sein

Mit wem muss ich schlafen, damit ich auch so ein Bett bekomme?“ Diese Frage stellte Paula, 47 Jahre alt, Mutter zweier entzückender Töchter, vor kurzem ihrem Mann, nachdem sie bei ihrer Freundin deren hübsches neues Prinzessinnen-Bett samt Baldachin neidisch begutachten durfte.

Eigentlich hatte die gute Paula bis dahin schon alles: ein hübsches Haus, zwei gesunde Kinder, und einen Mann, der sich bei seiner Arbeit in der Nachtschicht und Haus- und Gartenpflege aufreibt, damit Paula ungestört ihrem Halbtagsjob im Einzelhandel nachgehen und sich nachmittags beim Shopping mit Freundinnen erholen kann. Waschen oder kochen tut sie nämlich auch nicht.

Letztes Jahr wurde eine neue prestigeträchtige Einbauküche gekauft und anschließend das Bad nach Paulas Vorstellungen renoviert. Ihr Kleiderschrank platzt aus allen Nähten, den schnittigen blauen Kleinwagen hat sie vor sechs Monaten quasi beim Händler aus dem Schaufenster gefahren, gesponsert vom Gatten, der auch Steuern und Versicherung übernimmt. Alle vier Familienmitglieder sind kerngesund, finanzielle Sorgen existieren keine, und bis auf die normale Monotonie eines langjährigen Ehelebens hat niemand innerhalb der Familie nennenswerte Probleme.

Paulas Mundwinkel aber haben sich in den letzten 10 Jahren allerdings immer weiter nach unten gesenkt, und das letzte Mal habe ich sie ungefähr 1986 herzhaft lachen gehört. Sie ist unzufrieden mit ihrem Leben und hat sich in diesem Zustand eingerichtet wie in einem bequemen Sessel.

Man könnte meinen, sie müsste glücklich sein, so ganz ohne finanzielle oder gesundheitliche Sorgen, aber ihre Wunschliste ist sehr umfangreich und verlängert sich exponentiell mit jedem weiteren Schaufensterbummel. Weil Paula generell mit ihrem Leben hadert und das auch allen mehr oder weniger unverblümt mitteilt, wird sie oft zu Konzerten mit anschließender Übernachtung eingeladen, zum Essen in gute Lokale gebeten oder mit Geschenken überhäuft. Dieser Wahnsinn hat scheinbar Methode.

Einige Male war ich mit ihr einkaufen. Wühltische ziehen sie magisch an, das Haus quillt über von ungelesenen Hochglanz-Zeitschriften, Garage, Keller und Dachboden sind mittlerweile voll.
Aber das Loch in ihrem Herzen wird mit jedem Tag größer, denn je mehr Paula besitzt, um so mehr will sie haben.

Paula gibt es wirklich. Und ihre Unzufriedenheit ist dabei, sie nach und nach aufzufressen. Irgendwann werden von ihr nur noch die nach unten hängenden Mundwinkel übrig bleiben.

Sie ist in ihrer Erwartungshaltung mittlerweile erstarrt, und wenn sie sich in ihrem geräumigen, modern eingerichteten Haus umsieht, dann fallen ihr ausschließlich Dinge auf, die sie unbedingt noch braucht, um ihr Leben perfekt zu machen, nie alles, das sie schon besitzt.

„Ohne eine anständige Küchenmaschine wirkt die ganze Einrichtung doch dilettantisch“, erklärte sie mir neulich verdrossen. „Da gibt man 2000 € für einen Backofen aus, und dann habe ich nicht mal anständiges Arbeitsgerät wie eine Kitchenaid.“

So viel zu Paula.

Erinnern Sie sich vielleicht an die Firma „Louis London“ und ihren Werbeslogan: „Gestern Nacht träumte ich, ich hätte im Lotto gewonnen. Alle kleinen Wünsche waren weg, weil erfüllt. Schade“? Darüber habe ich früher oft nachgedacht und gedankenverloren genickt. Für mich wäre es schrecklich, keine Wünsche mehr zu haben.

Wenn alles zu besitzen und sich alles kaufen zu können so erstrebenswert ist, warum zieht dann Paris Hilton auf jedem Foto so ein gelangweiltes Gesicht? Wieso wirken wahre Superreiche immer irgendwie blasiert und angeödet? Das kann doch nicht nur vom Botox kommen.

Paula jedenfalls fällt täglich etwas anderes ein, das sie unbedingt noch benötigt, um ihr Leben zu vervollständigen. DANN ist sie aber bestimmt glücklich, meint sie. Ich habe mittlerweile den Kontakt zu ihr drastisch eingeschränkt, denn ihr permanentes Gejammer ging mir auf die Nerven.

Zufrieden ist sie nicht. Wird sie niemals werden.

Wenn Sie allerdings mit einem Mindestlohnjob Ihr Geld verdienen und abends in ihr Wohnklosett mit Kochnische heimkehren, den leeren Kühlschrank anstarren und dann frustriert die letzte Scheibe Knäckebrot mit Margarine bestreichen, haben Sie übrigens alles Recht der Welt, unzufrieden mit Ihrem Leben zu sein, wenn eine schwere Krankheit Sie erwischt hat, gegen die Sie ankämpfen müssen, gleichfalls.

Es gibt leider unzählige Menschen, denen sehr vieles fehlt, um auch nur menschenwürdig existieren zu können, das gebe ich zu. Um die dreht sich mein Beitrag aber nicht. Ihnen sei meine Hochachtung gewiss, weil Sie kämpfen, weil Sie sich durchschlagen, weil Sie nicht aufgeben, und ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen, dass sich Ihr Leben zum Positiven ändert.
Diese Seite des Lebens kenne ich nämlich auch bis zum Überdruss, und manches Mal war ich drauf und dran, zu verzweifeln.

Ich meine diejenigen, die alles haben, und glauben, immer noch etwas mehr zu brauchen. Daran ist die Werbung nicht ganz unschuldig, die uns mit unterschwelligen Schlüsselreizen wie „Sex“ und „Tod“ perfide-manipulativ in die Zange nimmt, bis endlich im Flusensieb unseres Unterbewusstseins hängenbleibt, dass wir uns unbedingt etwas kaufen müssen, ohne das wir nicht mehr leben oder zumindest nicht mehr „in“ sein können.

Ein Bekannter von mir ließ sich, als er das Gewicht von 170 Kilogramm erreicht hatte, ein Magenband legen und schaffte es tatsächlich, mit diesem innerhalb eines Jahres nochmal 12 Kilo zuzunehmen. Er meinte, Reis oder Salatblätter seien so schlecht zu schlucken und stieg deshalb auf Schokolade und Eis um, die prima sofort bis in den Magen rutschten.

Übermäßiger Konsum ist genau wie Schokolade: schnell gegessen, voller leerer Kalorien, und muss letztendlich irgendwo gelagert werden. Ob das Ihr übervoller Keller oder die Hüften sind, mag jeder für sich selbst entscheiden. Sie werden trotzdem nie das Gefühl haben, wirklich satt zu sein.

Warum können wir nicht einfach zufrieden sein? Warum ist das so schwer?

Gestern Vormittag befand ich mich auf dem Heimweg von einer Besorgung auf einer gewundenen, herrlichen Landstraße und war wegen des Gegenverkehrs gezwungen, eine gefühlte Ewigkeit hinter einem älteren Herrn im silbernen Cabrio her zu schleichen, da es keinerlei Überholmöglichkeiten gab. Normalerweise fahre ich defensiv und poche nie auf meine Vorfahrt, aber allmählich begann ich, die Geduld zu verlieren, denn der Senior ließ sich vormittags um 11:00 Uhr alle Zeit der Welt und besichtigte die schöne Landschaft mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 65 Stundenkilometern, während sich hinter ihm der Verkehr staute, und sogar die LKW-Fahrer allmählich ungehalten wurden, wie ich an dem aufgebrachten Handzeichen des Truckers hinter mir erkennen konnte.

Ich wartete bis zu einer übersichtlichen Stelle, gab Gas und überholte ihn mit röhrendem Motor, während mir wegen der herabgelassenen Fenster die langen Haare um die Nase wehten.
Gerade lief „Video killed the radio star“ von den Buggles in meinem Radio, und als ich wieder auf der rechten Spur einscherte, jauchzte ich unvermittelt auf und schrie lauthals: „Ist das geil!“

Entschuldigung, ja, das schrie ich wirklich. Der Fahrtwind, die Musik, der strahlende Sonnenschein und die ganze Kraft meines Motors, als sich bei 3500 Umdrehungen der Turbo einschaltete, all das vermischte sich innerhalb einer Millisekunde zu einem berauschenden Gefühl von Eins-Sein mit dem gesamten Universum – sogar mit allen Leuten, die ich normalerweise nicht leiden kann.
Und schwupp – war es wieder vorbei. Leider. Man kann ja nicht ständig Cabrios überholen.

Dieser eine Augenblick, in dem ich im wahrsten Sinne des Wortes juchzte – ich werde ihn für alle Zeiten in meinem Gedächtnis abspeichern. In dieser einen Sekunde des überbordenden Frohsinns passte alles zusammen: das Leben, das ich bis dahin gelebt hatte, die vielen Jahre, in denen ich mehr geweint als gelacht habe, all die winzigen kleinen Ereignisse, die dazu geführt hatten, dass ich mich genau in dieser Sekunde an genau diesem Ort befand und vor Freude schrie.

Es war das pure Glück. Solltest du mal ausprobieren, Paula. Aber du brauchst vermutlich mindestens einen Lamborghini dazu.

Glücklich sein wollen wir ja alle. Wir fordern es in Bekanntschafts-Anzeigen („Suche den Mann fürs Leben, mit dem ich glücklich werden kann“), spielen wöchentlich Lotto („Versuchen Sie Ihr Glück!“), und sind immer auf der Jagd nach diesem ominösen Bewusstseinszustand, den keiner von uns so genau beschreiben kann, außer den Menschen, die vielleicht an einer schweren Krankheit leiden und sich kein größeres Glück vorstellen können als eine Heilung. Sie sind von diesem Beitrag selbstverständlich ausgenommen.

Glück ist etwas Flüchtiges, wie ein geruchloses Gas. Manchmal hält es lediglich für die Länge eines Atemzuges oder Wimpernschlages vor. Und Sie haben es nicht mal bemerkt.
Die meisten von uns würden es nicht mal erkennen, wenn man es ihnen auf den Bauch bindet. Leider wahr.

Wie die Karotte vor der Nase des Esels hängt es durchscheinend als vager Umriss vor unserem Gesicht, und scheinbar müssen wir danach streben, in jeder freien Minute. Obwohl wir nicht wissen, wie es aussieht, wie es riecht… und wie es sich anfühlen sollte.

Es gibt eine herrliche Stelle in dem Film „City-Slickers“ aus dem Jahre 1991 mit Billy Cristal in der Hauptrolle. Frustrierte Großstädter verbringen einige Tage Urlaub auf einer Ranch und lernen dort einen alten Haudegen kennen, der sie total verunsichert, denn er ist ein rauer Bursche, der nicht viele Worte macht.

„Kennst du den Sinn des Lebens?“, fragt dieser Cowboy namens „Curly Washborn“, der von dem göttlichen Jack Palance verkörpert wird.

„Nein, was ist er?“, fragt der eingeschüchterte Billy Cristal zurück.

Curly deutet mit seinem knochigen Zeigefinger auf Billy und sagt: „Das. Und was das ist, muss jeder für sich selbst herausfinden.“

Na, dann suchen wir eben weiter. Das wird aber schwierig vor lauter Tagesgeschäft, ständig klingelnden Telefonen, Terminen, Blockbustern, To-Do-Listen, gesellschaftlichen Verpflichtungen und Verabredungen mit Leuten, die wir nicht ausstehen können. Manchmal steht das Glück nämlich genau neben uns, aber wir kriegen es nicht mit, weil wir gerade auf unser Handy-Display starren und bei Google eingegeben haben: „Wie werde ich schnell reich ohne Arbeit?“

Glück in des Wortes reinster Definition ist ein punktueller Zustand, ein winziges, nur Nanobruchteile von Sekunden dauerndes Gefühl, das sich weder in einem Einmachglas konservieren noch auf der Festplatte speichern lässt. Zwar bemüht sich die Werbung nach Kräften, analog wie auch digital, Ihnen das einzureden, aber glauben Sie mir: Die lügen.
Sie werden nicht glücklicher sein mit dem roten Auto, der Waschmaschine mit Turbo-Schleudergang oder dem neuesten Fertiggericht. Auch zwei oder drei Flaschen von dem neuen angesagten alkoholischen Mixgetränk in der stylischen Flasche machen Sie nicht glücklicher, nur besoffen.

Glück ist deshalb so begehrt, weil es sich schwer definieren lässt, mit keinem Gerät weltweit gemessen werden kann und sofort verfliegt, sobald man bemerkt, dass man es hat. Wieder nichts.

Die meisten von uns sind ganz normale Menschen mit einem Durchschnitts-Einkommen und einem Durchschnitts-Leben und sehnen sich vielleicht nach finanziellem Wohlstand, wenn wieder einmal zu viel Monat am Ende des Geldes herrscht. „Es wäre doch schön, sich alles kaufen zu können, was man will“, denkt man dann vielleicht.

„Ach wissen Sie, die sitzen dann alle bei mir auf der Couch“, erklärte mir diesbezüglich mal eine Psychologin auf einer Party, als ich mich bei ihr darüber beklagte, nie genug Geld zu haben und mich über meinen reichen Nachbarn beschwerte, der alle mit seinen Monate dauernden, lautstarken Umbauarbeiten in den Wahnsinn trieb, denn rücksichtlos war er außerdem.

„Glauben Sie nicht, dass Sie reich glücklicher wären, oder dass diese Leute es sind“, versicherte mir die Psychologin. „Wirklich überall ist etwas, und Probleme haben die genauso.“
Daran erinnere ich mich oft, bei mir hat dieser Spruch tatsächlich ein Umdenken bewirkt. Wie schon meine Mutter immer sagte: „Unter jedem Dach ein Ach“. Dieses „Ach“, das Leid und der Schmerz, vielleicht werden sie bei der Geburt mitgeliefert und gehören zur Serienausstattung unserer Existenz. Jeder bekommt seinen Teil. Und nur manche dürfen den Kummer häppchenweise schlucken. Anderen wird alles auf einmal serviert, und sie gehen daran zugrunde.

Ich kenne ein paar Leute, die reich sind. So richtig reich. Einer davon ist gute hundert Millionen schwer und hat seit dem Tag seiner Geburt das nutz- und sinnloseste Leben geführt, das ich persönlich mir vorstellen kann.

Geboren als Kind äußerst wohlhabender Eltern, nie dazu gezwungen, sich seinen Lebensunterhalt selbst verdienen zu müssen, hat er eigentlich die letzten Jahrzehnte nichts anderes getan, als Geld auszugeben, wenn auch widerwillig, denn was sollte man tun, wenn man Kohle hat ohne Ende, aber keine Freizeitbeschäftigung? Außerdem ist er extrem geizig. Ich habe selbst schon erlebt, wie er das Kerngehäuse eines Apfels, den jemand auf dem Tisch achtlos liegengelassen hatte, aufaß. Mit Stumpf und Stiel.

Seit vielen Jahrzehnten lebt er in permanenter Angst davor, finanziell ausgenutzt zu werden und wünscht sich – natürlich – aus Paritätsgründen eine Partnerin, die genauso reich ist. Da diese Sorte Damen aber mindestens genauso paranoid ist wie er und außerdem äußerst anspruchsvoll, ist dieser Mann nach wie vor einsam und hat seinen 60ten Geburtstag allein gefeiert.

Er lebt verbittert in einem heruntergekommenen Bungalow an der französischen Grenze (wird seit Jahren umgebaut, aber alle Handwerker bauen nur Mist laut seiner Aussage), kleidet sich wie ein Obdachloser, weil er fürchtet, jemand würde ihn anpumpen, sobald herauskommt, dass er Geld hat, und mag weder andere noch sich selbst. Im Grunde genommen ist es eine traurige Geschichte, und er ärmer dran als wir alle.

Glücklich ist er übrigens nicht und war er meines Wissens nach auch noch nie. Dazu reicht ein Blick auf seine herabhängenden Mundwinkel. Der kann sich gleich neben Paula stellen. Die beiden wären ein Dream-Team.

Aber zurück zum Thema. Glück ist keine Konserve, sondern eine scheue Gelegenheit, die sich selten blicken lässt, oftmals unansehnlich in alte Lumpen gekleidet und unscheinbar. Und wenn es bemerkt, dass man es nicht beachtet, dann dreht es sich um und geht. Und es kommt nicht wieder.

Anders verhält es sich mit der kleinen Schwester des Glücks, der Zufriedenheit. Zwar trägt sie meistens Grau und wirkt etwas langweilig, aber sie ist recht zuverlässig, nimmt selten was übel und ist sehr viel zugänglicher. Zufriedenheit lässt sich leicht mit einer positiven Grundeinstellung anlocken, und wenn sie es sich bei Ihnen gemütlich gemacht hat, dann bleibt sie Ihnen auch erhalten. Sie verlangt eigentlich nur, dass man ihr täglich Beachtung schenkt, mit einem guten Gedanken oder einem netten Wort, mehr nicht. Ich habe mich vor sehr langer Zeit für sie entschieden und bin mit „zufrieden“ mehr als zufrieden. Sollen andere versuchen, glücklich zu werden. Es wäre sogar gut möglich, dass ich es schon bin.

Und zur Zufriedenheit gehören diese „perfekten Momente“, von denen ich gestern einen erlebte.

In meinem eigenen Leben gibt es ein paar solcher wunderschöner Augenblicke, aus denen ich mir eine virtuelle Perlenkette gebastelt habe, die ich an besonders dunklen Tagen aus dem Versteck in meinem Gedächtnis hole, um sie wehmütig durch die Finger gleiten zu lassen. Ich tue das nicht allzu oft, denn sonst nutzt sie sich ab.

Das Leben ist eine bunte Mischung aus allem – Freude und auch Schmerz. Und wäre nicht das Leid, wie könnten wir das Schöne denn erkennen, das uns begegnet? Ohne die Dunkelheit würden Sie das Licht gar nicht bemerken. Vielleicht muss man wirklich erst gehörig vom Leben in die Mangel genommen worden sein, um kurze Verschnaufpausen schätzen zu lernen.

Der amerikanische Poet Ralph Waldo Emerson schrieb: „Aus den Trümmern unserer Verzweiflung bauen wir unseren Charakter.“ Wie sieht wohl die Persönlichkeit von jemandem aus, der nie gegen irgendwelche Widrigkeiten zu kämpfen hatte? Der ein stromlinienförmiges Leben lebte, ohne Entbehrungen, ohne Schmerz oder Verluste? Ganz ehrlich: Ich möchte mit keinem von denen tauschen.

Glück. Alle wollen es haben, keiner weiß genau, wie es aussieht. Die meisten Lottogewinner haben ein paar Jahre nach ihrem Gewinn noch weniger als vorher und sind außerdem um die Erfahrung reicher, dass Geld mit Glück nichts zu tun hat. Und das ist keine Plattitüde.

Glück ist Definitionssache. Und die wenigsten von uns haben es wirklich nötig, glaube ich. Gesund zu werden bei schwerer Krankheit DAS nenne ich Glück. Aus einer ausweglosen Situation gerettet zu werden ebenfalls. Alles andere fällt unter die Sparte „Zufriedenheit“.

Und nicht mal das können wir wirklich.

Schon Goethe behauptete seinerzeit: „Nichts ist schwerer zu ertragen als eine Reihe von guten Tagen.“ Der Gute hatte so was von recht. Weil wir Esel nämlich aufs Eis tappen, wenn es uns zu wohl wird – frei interpretiert. Narren sind wir, die Gemütlichkeit mit Langeweile verwechseln, denen unheimlich wird, wenn mal drei Tage nichts passiert.

Von Goethe stammt auch der Satz: „Wage es, glücklich zu sein.“ Und da der Geheimrat kein Narr war, was seine zeitlosen Werke beweisen, hatte er wohl seine Gründe. Man muss sich wirklich trauen, „glücklich“ oder zufrieden zu sein. Einfach ist es nicht, denn wir werden automatisch darauf warten, dass uns ein LKW überfährt.

Zufriedenheit ist die kleine Schwester des Glücks. Sie ist sehr viel zugänglicher und charmanter als ihre große Verwandte, und sie lässt sich auch häufiger sehen. Wir müssen nur hinschauen, aber wir sind gerade dabei, diese Fähigkeit zu verlernen. Wer 24 Stunden am Tag auf sein Handy-Display starrt, wird wohl die Gelegenheit verpassen, den „perfekten Moment“ zu erwischen. Er lauert nämlich nicht auf dem Home-Bildschirm, sondern steht draußen vor der Tür oder sitzt vielleicht lächelnd im Gras neben dem kleinen Teich, an dem Sie auf dem Weg zur Arbeit immer vorbeikommen.

Es gibt, wie gesagt, nicht viele solche perfekten Momente in meinem Leben. Einen erlebte ich, als mein alter Onkel im Sterben lag und meine Mutter nach tagelangem Bohren dazu überreden konnte, sich von ihm zu verabschieden. Die beiden waren seit Jahrzehnten zerstritten und hatten seit Ewigkeiten kein Wort mehr miteinander geredet.

Ich durfte dabei sein, als meine Mutter die von einem schweren Schlaganfall gezeichnete Hand ihres Bruders nahm, der versuchte, sie zu ergreifen und sie mit einem verbliebenen Auge anstarrte. „Alt sind wir geworden“, flüsterte meine Mutter liebevoll und streichelte meinem Onkel den Handrücken. Mir schossen damals Tränen in die Augen, als ich diese beiden gelebten Leben so nah beieinander sah, die durch belanglose Nichtigkeiten entzweit worden waren.

Rien ne va plus. Ihr Einsatz bitte. Nichts geht mehr…

Es war das Ergreifendste, das ich je gesehen habe. Ich werde es nie vergessen, weil ich glaube, DAS ist es, worauf es ankommt – diese Sekundenbruchteile, in denen wir eins sind mit dem, was wir eigentlich werden hätten sollen, dieses glitzernde, funkelnde kristallklare Reine, das in unserer Seele verschüttet liegt von dem Moment an, wo wir mit dem „wahren Leben“ beginnen und uns nicht mehr die Zeit und Mühe machen, um uns zu blicken und zu erkennen, dass wir nichts von alldem mitnehmen können, das wir jetzt anhäufen wie panische Eichhörnchen. Oder haben Sie schon mal einen Fichtensarg mit Anhängerkupplung gesehen?

So vieles entgeht uns, weil wir damit beschäftigt sind, durch die Jahre zu hecheln, weil wir verlernt haben, hinzuschauen und zuzuhören. Diese innere Stimme, die immer da ist in uns, die uns genau sagt, was eigentlich richtig und falsch wäre, sie kommt gegen den infernalischen Lärm, den unser Alltag verursacht, einfach nicht mehr an.

Wie gesagt – es gibt viele Situationen, in denen wir wahrhaftig von „Glück“ sprechen dürfen wie die Heilung von einer schweren Krankheit oder das Überleben eines grauenvollen Auto-Unfalles. Alles andere fällt in die Kategorie „Zufriedenheit“. Aber wie wir Menschen nun einmal sind: Mit der billigeren Kopie geben wir uns nie zufrieden. Es muss immer der Traumpartner sein, der Wunsch-Konto-Stand oder ein besseres Auto als der Nachbar, ein größeres Haus oder überhaupt eins und soviel Geld, wie man nur essen kann. Ich habe das jetzt mit Absicht geschrieben, um Ihnen zu verdeutlichen, wie sinnlos dieses Streben nach immer mehr und immer weiter eigentlich ist.

Perfekte Momente sind ein Geschenk. Zufriedenheit eine Entscheidung. Irgendwann wird der Croupier Sie auffordern, Ihr letztes Spiel zu machen. Bis dahin sollten Sie ausreichend gelächelt haben und sich an Schönes erinnern können.

Glauben Sie mir, ich kenne eine Menge Leute, die allen Grund zur Zufriedenheit hätten. Sie sind gut situiert, haben gesunde Kinder, keinerlei körperliche oder seelische Beschwerden, und ihr Leben scheint zu laufen wie ein gut funktionierendes Uhrwerk. Zufrieden sind sie aber nicht. Es scheint ihnen irgendetwas zu fehlen. Immer könnte es von allem etwas mehr sein: mehr Geld, mehr Freizeit, weniger Gewicht, weniger Falten und so weiter. Es reicht ganz einfach nie. So sind wir Menschen.

Ich bin in ärmlichsten Verhältnissen aufgewachsen, und so gut wie alles, das ich bis zum Antritt meiner Ausbildung in die Finger bekam, war gebraucht oder ein Geschenk von fremden Leuten. Von jedem einzelnen Stück in meiner Wohnung kenne ich heute noch den Preis und weiß genau, wann und wo ich es erworben habe. Meine erste Schreibmaschine habe ich auf Raten gekauft und lange abbezahlt. Sie hatte nicht mal ein Korrekturband. Die liegt heute noch gut verpackt im Keller, denn ich musste für sie auf so vieles verzichten, das ich ebenfalls dringend gebraucht hätte. Die gebe ich nicht mehr her.

Heute nun geht es mir relativ gut, auch wenn mein Auto allmählich Rente beantragen könnte und der Kühlschrank verdächtig laut rattert an schlechten Tagen. Ich besitze alles, was ich brauche, auch wenn sich manche meiner Träume nie erfüllt haben, wie eine Reise nach Hawaii zum Beispiel oder eine eigene Immobilie.

Dann setze ich mich auf den Balkon, genieße die Sonne, schlürfe einen Kaffee, lasse meinen Blick über die weitläufige Landschaft schweifen und fühle mich so richtig reich.
Mehr brauche ich nicht. Es ist mir nicht mehr wichtig.

Wenn ich Kaffee möchte, mache ich mir einen. Wenn etwas kaputt ist, kann ich es ersetzen.

Der Weg dahin war steinig, und manchmal hatte ich nicht mal Schuhe, rein metaphorisch gesehen. Diese Zufriedenheit – sie ist ein guter Platz zum Rasten. Es könnte alles so leicht sein, wenn wir nur die nörgelnde kleine Stimme in uns ausschalten, die und rund um die Uhr antreibt.

Die wichtigsten Dinge in meinem Leben konnte ich ohnehin nie käuflich erwerben, nicht mal auf Raten, denn sie hatten kein Preisschild. Ich bekam sie geschenkt. Und ich weiß sie sehr zu schätzen, gerade jetzt, wo manches etwas leichter geworden ist für mich.

Vielleicht hatte ich einfach nur Glück. Womit wir wieder beim Thema wären. Aber ich habe gelernt, hinzuschauen, damit ich es nie mehr übersehe.

Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche. Lächeln Sie. Sie haben es sich verdient.

Ihre Barbara Edelmann

Bildnachweis: pexels.com

Gala Christoph Metzelder Stiftung

Seit nunmehr 12 Jahren unterstützt die Christoph Metzelder Stiftung bundesweit Projekte der offenen Kinder- und Jugendarbeit in prekären Stadtteilen, um für junge Menschen vor Ort da zu sein. Wer bis dato glaubte, dass in Deutschland dafür kein wirklich großer Bedarf besteht, irrt sich gewaltig. Denn auch in Deutschland ist die Zahl derer zu hoch, die wirtschaftlich, sozial und gesellschaftlich benachteiligt sind. Kurz gesagt: Die Christoph Metzelder Stiftung widmet sich der Förderung in den Bereichen Bildung, Ausbildung und Integration sowie der Bekämpfung von Kinderarmut.

Christoph Metzelder Stiftung engagiert sich für Kinder und Jugendliche

Ich persönlich bin schon seit vielen Jahren ein Fan der Arbeit und des Engagements des Fußballers. Aus diesem Grund bin ichauch immer gern dabei, wenn es darum geht, diese Stiftung zu unterstützen. Sei es bei Aktionen mitzuwirken, um Geld einzunehmen oder wie kürzlich in Potsdam bei dem Christoph Metzelder Stiftung Galabend dabei zu sein.Wer jetzt überlegt „Wie kann ein Galaabend helfen?“ oder „Ihr macht doch nur Party?“, der irrt. Diese Abende sind dazu da, um zu sehen was bisher schon geleistet wurde. Prominente Persönlichkeiten sind ebenfalls stets geladen und ziehen so gut wie immer die Presse an und sorgen so für mehr Öffentlichkeitsarbeit und einen noch höheren Bekanntheitsgrad der Stiftung.

Gleichzeitig wurden an diesem Abend viele tolle Dinge versteigert. Fotografien von Carsten Sander oder eine Bronze Skulptur von Tina Heuter sind nur einige der hochwertigen Stücke, die auf großzügige Bieter warteten. Zusätzlich gab es eine grossartige Tombola mit hochwertigen Losen, die natürlich auch ihren Preis hatte. Vielen Gästen aber fiel es leicht, für eine so schöne Sache zu spenden. Die Preise hatten insgesamt einen Gesamtwert von über 30.000 €! Darunter auch ein Aufenthalt im The Grand Ahrenshoop.

Tombola mit hochwertigen Preisen

Jean Bork mit Christoph Metzelder

Christoph Metzelder – starker Mann, starkes Engagement!

Der Erlös aus Versteigerung und verkauften Tombola-Losen ging zu 100% in die Stiftung und erreichte allein an diesem Abend einen Wert von über € 92.000. Und spätestens jetzt versteht man, warum diese Abende wichtig sind, auch wenn sie auf den ersten Blick anders wirken. Ich habe diesen Abend sehr genossen und finde Christoph Metzelder als Gastgeber immer wieder sehr sympathisch. Zudem wundert es mich auch nicht, dass dieser Mann ein so großes Herz hat und seine ganze Liebe in seine Projekte steckt.

Der Abend in der Schinkelhalle in Potsdam war wundervoll. Das Highlight war unter anderem die Sängerin Ingrid Arthur von den Weather Girls mit einem grandiosen Auftritt, der damit endete, dass wir Frauen am Ende alle auf die Bühne gezogen wurden. So tanzte ich mit Blümchen und Fernanda Brandao zum Erfolgssong It’s Raining Men um die Wette. Ich muss sagen, beide Frauen sehen wirklich unglaublich sportlich aus. Kompliment an dieser Stelle von mir!

Alles in allem ein wirklich schöner Abend mit Herz und großer Zukunft für Jugendliche in Deutschland. Danke Christoph Metzelder für dein Engangement!

Bildnachweis: Jean Bork

Es ist die ewige Gretchenfrage in Sachen Date: wer zahlt? Vor allem bei einem ersten Date ist die Unsicherheit zumeist groß. Bei Mann UND Frau. In den allermeisten Fällen dürfte es so sein, dass ER zahlt.

Doch nicht immer. Und welche Folgen das haben kann, zeigt aktuell ein Fall, der im Internet für Furore sorgt. Ausgelöst hat die Diskussion ein Mann, der sich mit einer Frau zu einem ersten Date getroffen hat und sie schlichtweg ihr Essen selbst zahlen ließ. Als er sodann nach einem zweiten Date fragte, bekam er die Antwort, dass ein Gentleman beim ersten Treffen eine Frau einzuladen hat. Und natürlich gab sie auf seine Frage nach einem weiteren Date eine abschlägige Antwort.

Wie läuft es denn nun mit der Bezahlerei beim 1. Date?

Hat sie richtig gehandelt? Oder er? Und überhaupt: wie sollte man(n) es denn nun machen mit der Bezahlerei bei einem ersten Treffen?

Wie bereits erwähnt, ist dieses Thema Gegenstand unendlich vieler Diskussionen, vor allem im Netz. Die einen sehen das feministisch und würden sich als Frau niemals einladen lassen, wieder andere sehen es als guten Stil an, wenn er die Rechnung beim ersten Mal übernimmt.

Und ganz ehrlich: die meisten Männer machen das auch! Wenn ich mich an meine eigene Dating-Zeit erinnere, fällt mir kein Fall ein, bei dem ein Mann ganz selbstverständlich auf getrennte Rechnungen bestanden hätte.

Ich für meinen Teil habe es als Frau immer so gehalten, dass ich angeboten habe, die Rechnung zu teilen. Das wurde dann auch mal gemacht, obgleich sehr, sehr selten.

Für die meisten Männer ist es wohl auch eine Frage von Tradition und Männlichkeit, dass sie die Rechnung beim ersten Date übernehmen.

„Halbe/Halbe“ schadet als Vorschlag nie!

Frauen, die unsicher sind, wie man das denn nun mit der Bezahlerei nach dem Rendezvous machen sollte, sei angeraten, den Vorschlag zur gemeinsamen Bezahlung zu unterbreiten. Erfahrungsgemäß wird das vom Großteil der Männer abgelehnt.

Inwiefern dann eine Frau mit der Einladung leben kann, muss sie mit sich selbst ausmachen. Aber – ganz ehrlich: ein Verhalten á la Gentleman war noch nie verkehrt! Oder?

Bildnachweis: pixabay.com

Altersvorsorge – gerade für Frauen ein Riesenthema! Allerdings eines, dass gar nicht einfach zu händeln ist, denn die entsprechenden Angebote präsentieren sich als ein undurchdringlicher Dschungel. Da ist es nicht verwunderlich, wenn viele schwarze Schafe mitmischen.

Über einen speziellen Fall in diesem Zusammenhang berichtete vor wenigen Wochen der SPIEGEL, in seiner 52. Ausgabe. Interessant dabei: in der Reportage wurde eine Frau vorgestellt, die übel durch Anlagebetrüger um ihr Geld gebracht wurde.

Nach Anlagebetrug bangen mehr als 50 000 Sparer um ihr Geld

Worum gings? Nun –  in erster Linie stand das Unternehmen P & R im Focus, nach deren Pleite mehr als 50 000 Sparer um ihr Geld bangen müssen. Das Modell der Finanzfirma war über Jahrzehnte der Verkauf von Frachtcontainern an Kleinanleger, seit 2007 sollen die besagten Container nur noch auf dem Papier bestanden haben.

Mit dramatischen Folgen!

Porträtiert wird unter anderem Deike Wilhelm, eine 40jährige Künstlerin aus München, die bei besagter Firma investiert hat und glaubte, ihr Geld in guten Händen zu wissen. Dem war nicht so, das Geld der Anlegerin ist futsch! Doppelt bitter: die Frau hatte sich im Vorfeld an eine Finanzberatung gewandt, die auf Frauen spezialisiert ist und damit warb, unabhängig von Banken und Versicherungen zu arbeiten. Schon als die Geschäfte des Containeranbieters nicht mehr liefen – so ist dem SPIEGEL zu entnehmen –  wurde Fau Wilhelm seitens einer Finanzberaterin erklärt, dass diese Firma absolut verlässlich sei.

Heute weiß sie es anders, musste sie doch der Tatsache ins Auge sehen, dass sie bei dieser Anlage einen totalen Verlust erlitten hat.

Laut dem SPIEGEL war die Firma P & R offenbar schon 2010 insolvent, machte aber bis 2018 weiter. Ein gigantisches Schneeballsystem soll dahinter stehen, in denen Altanleger mit dem Geld von Neukunden bezahlt wurden.

Altersvorsorge dürfte weg sein

Die ersten P & R-Gesellschaften gingen im Frühjahr 2018 pleite – circa 54.000 Anleger sollen betroffen und ihr Geld wohl weg sein. Menschen, die mit diesem Anlagemodell ihre Altersvorsorge sichern wollten. So wie auch Deike Wilhelm.

Laut dem Nachrichtenmagazin glaubt sie in dieser Sache überhaupt niemandem mehr. Trotz dem sich nun Insolvenzverwalter mit der Pleite beschäftigen und mancher Anleger hofft, zumindest einen Teil seines Gelds wiederzukommen.

Es dürfte nicht sehr aussichtsreich sein!

Gegenüber dem SPIEGEL sagt Frau Wilhelm:

„Die beste Investition ist die in einen selbst, in die eigene Gesundheit, in Bildung, Reisen und gutes Essen“

Nun – da ist was dran, nur: was für Möglichkeiten hat FRAU denn nun noch, um seriös für das Alter vorsorgen zu können?

Diese Frage ist eigentlich überhaupt nicht zu beantworten. Weil man heutzutage keinesfalls eine bestimmte Anlageform empfehlen kann. Und schon gar nicht bestimmte Banken oder Versicherungen.

Spezialisiert auf Altersvorsorge für Frauen – kein Garant für Seriosität!

Ebenso scheint Misstrauen durchaus angebracht zu sein, bei den vielen weiblichen Finanzberaterinnen, die sich auf die Beratung zur Altersvorsorge von Frauen spezialisiert haben. Wie der Fall aus dem SPIEGEL zeigt, schützt auch das nicht davor, sein Geld bei irgendeiner dubiosen Anlage zu verlieren. Man ist ja fast wieder geneigt, den guten alten Sparstrumpf unters Kopfkissen zu legen….!

Vor diesem Hintergrund sollte man vielleicht zwei althergebrachte Möglichkeiten in Sachen Altersvorsorge nicht außer Acht lassen.

Zum Einen:

die Investition in eine Immobilie (gerade im ländlichen Bereich gibt es noch Regionen, wo Häuser bezahlbar sind). Am besten mit der Möglichkeit, einen Teil davon – oder eine separate Wohneinheit – (später) zu vermieten. Stichwort: airbnb & Co.

Und zum Anderen:

Man tut gut daran, sich eine stabile Partnerschaft zu erhalten (oder aufzubauen) und nicht gleich bei Kleinigkeiten zum Scheidungsanwalt zu laufen.

Als Paar gemeinsam um Altersvorsorge kümmern und im Alter den Alltag stemmen

Wer mit seinem Partner dem Lebensabschnitt des Alters entgegen geht, muss schon mal nicht alleine – nur von seinem Geld – die ganzen Lebenshaltungskosten stemmen. Zu zweit geht vieles besser, so auch die Wahrung eines adäquaten Lebensstandards im Alter. Idealerweise haben beide gemeinsam eine solide Altersvorsorge betrieben und können den Lebensabend sorgenfrei genießen.

Natürlich ist ein Ehemann keine Lebensversicherung, aber ganz so links liegen lassen sollte man diese Variante eben auch nicht. Es dürfte sich im Nachgang schon so mancher geärgert haben, eine Scheidung wegen (im Rückblick gesehen) Lappalien eingereicht zu haben. Zumal mit einem neuen Partner – männlich wie weiblich – auch rasch der Alltagstrott eintritt und die Welt nicht rosarot ist.

Aber das nur am Rande.

Es gibt nicht DEN ultimativen Tipp für die Altersvorsorge

Zurück zum Thema Altersvorsorge für Frauen: es gibt (leider) nicht DEN ultimativen Tipp. Wer in Anlagemodelle investieren will, sollte schauen, welche seriösen Experten hierzu Beratungen anbieten und vor allem auch gute Freunde oder Familienmitglieder ins Vertrauen ziehen. Nicht selten erhält man hier noch den einen oder anderen guten Ratschlag oder heißen Tipp.

Wichtig ist auch, sich vor dem Anlegen des eigenen Gelds im Internet über die jeweilige Anlageform bzw. den Anbieter schlau zu machen. Sind Firmen unseriös, gibt es dazu meist schon Einträge im Web, insofern diese Möglichkeit unbedingt nutzen!

Und ansonsten: die beiden „B`s“ in Betracht ziehen – Bauchgefühl und Betongold.

Letzteres sollte allerdings nicht gerade in einer No Go Area stehen – ist klar! Für mich persönlich steht fest: die Zukunft (von Familien) liegt auf dem Land.

Bildnachweis (Symbolbild): pexels.com

Wer je mit einem demenzkranken Menschen zu tun hatte, der weiß: diese Menschen blühen oft auf, wenn sie von der Vergangenheit erzählen, erzählt bekommen oder mittels Fotoalbum & Co. eine gedankliche Reise dorthin unternehmen. Zumindest ist das der Fall, wenn Demenzkranke noch nicht im Endstadium der Krankheit angekommen sind.

Am Anfang und zumeist bis hin zum Stadium der mittelschweren Demenz sind Angehörige, Ärzte und Betreuer deshalb auch bemüht, das Wohlbefinden der Erkrankten durch Erlebnisse und Situationen, auf die diese Menschen positiv reagieren, zu erhöhen.

Neben klassischen Maßnahmen, wie Spaziergänge, Musik aus alten Zeiten vorspielen und den Demenzkranken an familiären Situationen teilhaben zu lassen, machen auch immer wieder etwas aufseherregendere Aktionen im Zusammenhang mit Demenzkranken von sich reden.

Falsche Bushaltestellen erinnern Demenzkranke an früheren Alltag

So gab es vor einiger Zeit Berichte über falsche Bushaltestellen, die in manchen Pflegeeinrichtungen für Senioren installiert worden sind.

Dem Vernehmen nach sollen zwar manche schon wieder abgebaut sein, aber viele der Haltestellen-Attrappen tun sicher noch heute ihren Dienst, der da heißt: Demenzkranke an normale Alltagssituationen erinnern und zu einem ruhigen und entspannten Tun motivieren. Im Falle der unechten Bushaltestellen animieren diese die Patienten dazu, einfach entspannt an Ort und Stelle zu verweilen, zu warten.

Mittlerweile aber gibt es neue Konzepte. Eines davon ist die Idee, demenzkranke Menschen einige Stunden auf Bauernhöfen verbringen zu lassen.

Schleswig-Holstein führend in Sachen Bauernhöfe für Demenzkranke

Dazu macht derzeit das Bundesland Schleswig-Holstein positiv von sich reden. Laut einem SPIEGEL-Bericht vom Dezember 2018 gehören in dem Bundesland schon 12 Höfe zu einem Projekt für Demenzkranke. Laut dem Magazin wurde das Modellprojekt 2015 von der Schleswig-Holsteinischen Landwirtschaftskammer und dem Kompetenzzentrum für Demenz gestartet.

Deutschlandweit ist das Projekt einmalig und hat deshalb, so der SPIEGEL, schon mehrere Pflegepreise gewonnen. Andere Bundesländer überlegen, ein solches Modell einzuführen.

Das Gute an dieser außergewöhnlichen Maßnahme: alle Beteiligten haben etwas davon. Zunächst natürlich die Kranken, die mit Ausflügen dieser Art an ihr früheres Leben und somit höchstwahrscheinlich auch an viele glückliche Momente erinnert werden. Gleichzeitig stellt diese Form der Demenzbetreuung eine Entlastung für Angehörige und Pflegeeinrichtungen / Seniorenheime dar. Und nicht zuletzt haben die jeweiligen Bauern, die ihre Höfe für das Modellprojekt zur Verfügung stellen, eine kleine, zusätzliche Einnahmequelle. Doch wie gestaltet sich so ein Bauernhofbesuch demenzkranker Personen konkret?

Reportage zeigt auf, was Patienten auf Bauernhof geboten wird

Hierzu gibt es eine Reportage des NDR, in der ein auf Demenzkranke spezialisierter Hof porträtiert wird – „Bauernhöfe gegen Demenz“. Obgleich die Überschrift etwas irreführend ist, denn bekanntlich gibt es noch kein wirkliches Heilmittel gegen Demenz, ist der Beitrag sehr aufschlußreich.

„Die bäuerliche Umgebung kann bei Menschen mit Demenz Erinnerungen an früher wecken. Der Einsatz von Tieren in der Altenhilfe ist verbreitet: Das Streicheln und Füttern von Tieren kann das Wohlbefinden von Menschen mit Demenz steigern. Ihre Gefühle und Sinne werden angesprochen, Gespräche angeregt.
(…)
Die Landwirtin Urte Meves lädt seit Anfang 2018 Menschen mit Demenz auf ihren Bauernhof in Eddelak ein. Auf dem Hof von Urte Meves und ihrem Mann im Kreis Dithmarschen leben eine Herde Angus-Rinder, Ziegen, Schafe, Kaninchen, Hühner und Katzen. Der Vater von Urte Meves erkrankte vor einigen Jahren an Parkinson-Demenz, seitdem beschäftigt sie sich intensiv mit der Erkrankung. Die Landwirtin hat außerdem eine spezielle Fortbildung durchlaufen, um Demenzkranke bei sich empfangen zu können. „Die Tiere fragen nicht, ob ein Mensch gesund ist oder ob er Demenz hat, mit den Tieren kann jeder Mensch kommunizieren – auch wenn die Kommunikation vielleicht nicht mehr so gut läuft“, sagt Meves.“
Eine tolle Idee, die Schule machen und sich auch in den restlichen Bundesländern etablieren sollte! Die Chancen darauf dürften gut stehen, denn wie schon erwähnt, strahlt das Beispiel aus Schleswig-Holstein positiv auf andere Regionen aus.

Kassen beteiligen sich an Kosten – wichtig für Angehörige von Demenzkranken

Wer als Angehöriger in Schleswig-Holstein Interesse an dem Projekt hat und sich fragt, welche Kosten da womöglich anfallen, sollte sich bei der zuständigen Krankenkasse erkundigen. Laut der besagten NDR-Reportage wird ein großer Teil der Kosten für den Bauernhofbesuch von den Kassen übernommen.

(Erste) Anlaufstellen für Angehörige mit Demenzkranken sind weiterhin professionelle Zentren, deren Mitarbeiter konsultiert werden sollten. In Schleswig-Holstein beispielsweise das für Demenz zuständige Kompetenzzentrum.

Dieses schöne Beispiel zeigt einmal mehr, dass es unglaublich gute, kreative Ideen gibt, erkrankten Menschen im Verlauf ihrer Krankheit schöne Momente zu schenken. Mögen viele Patienten in den Genuss vorhandener Möglichkeiten kommen.

Und: auch die Hoffnung auf baldige medizinische Durchbrüche in Sachen Heilung von Demenz stirbt natürlich zuletzt!

Bildnachweis (Symbolbild): pixabay.com

 

 

Neues Jahr, neue Vorsätze. Wie immer…! Doch warum sich nur auf Vorhaben fokussieren, die man `eh nie großartig durchhält (mehr Sport, weniger Essen, neues Hobby usw….)? Durch eine Freundin, die alleinerziehend und Mitglied in einer Single-Eltern-Gruppe auf Facebook ist, wurde ich auf ein Posting in einer solchen Gruppe aufmerksam, das sich mit bewussterem Einkaufen und Sparen als Vorsatz für`s neue Jahr befasste.

Eine alleinerziehende Mutter hatte den Post erstellt, meine Freundin zeigte ihn mir.

Er lautete:

  • Ich hab mir für dieses Jahr vorgenommen, bewusster und sparsamer mit meinem Geld zu wirtschaften …
  • Kaffee to Go wurde letztes Jahr schon verbannt ….
  • Einkaufen geh ich jetzt bei Lidl und nicht mehr bei Edeka ….

Habt ihr noch Tipps – es geht nicht um sparen um zu müssen, sondern um bewusster mit Geld umzugehen, um auch Reserven aufbauen zu können. Ich hab mir zB neue „Tupper“dosen gekauft und koche jetzt öfter mehr – und auf Vorrat, gehe mit mehrfach Einkaufstüten einkaufen etc. Also – alle Tipps: gern gesehen“

Die Zeilen fanden Anklang und die angeregten Tipps kamen reichlich. Natürlich eignen sie sich nicht nur für Ein-Eltern-Familien, sondern auch für Familien und Singles ohne Kinder.

Für`s Sparen haben die meisten ihre individuellen Tipps

Mir fiel auf, dass viele User davon sprachen, auf verpackte Lebensmittel verzichten zu wollen und auch die Alternative „Fahrrad statt Auto“ wurde thematisiert.

Interessant war es vor allem, davon zu lesen, mit welchen coolen, individuellen Tricks sich die User der Gruppe einem bewussteren und sparsameren Alltag widmen.

Eine Frau bekannte:

Ich trinke fast nur Leitungswasser. Schont die Umwelt und den Geldbeutel

Auch bei einer anderen Userin war das ein Thema, sie hatte aber noch einige Tipps mehr auf Lager, vor allem im Hinblick auf das liebe Geld – Zitat:

Ich habe einen Budgetplan gemacht. Alles was vom Konto abgeht bleibt drauf. Der Rest wird abgehoben. Dann nach Haushaltsplan aufgeteilt, der Rest geht sofort in einen Sparpot. Wenn das Budget für Ausgehen aufgebraucht ist, dann geht’s eben in dem Monat nicht mehr. Das Selbe mit Friseur oder Kleidung. Was weg ist ist weg. Klappt super. Vor Allem seit ich nicht mehr mit ec Karte zahle.

Dann haben wir einen Wassersprudler gekauft und ich gehe nur einmal oder maximal 2mal in der Woche einkaufen nach Plan, was ich kochen will. Spart ne Menge Geld, weil man so dieses zusätzlich mal hier Süßkram, mal da Chips spart.“

Das Thema Kochen hatten mehrere Mitglieder der Gruppe auf dem Schirm. Kein Wunder: hier ist gute Planung tatsächlich alles, allein es wird oftmals nicht umgesetzt. Das kenne ich auch von mir. Wie oft schon habe ich mir vorgenommen, am Wochenende einen Kochplan für die gesamte Woche aufzustellen, so richtig umgesetzt habe ich es noch nie.

Selber kochen heißt Sparen!

Dabei dürfte das ein Vorhaben sein, das sich total auszahlt, wenn man es denn wirklich konsequent angeht. Auch wenn es Zeitgenossen gibt, die meinen, das alles sei ein Relikt aus Omas Zeiten. Man bedenke dabei: viele Omas hatten aber doch irgendwie immer was im Sparstrumpf….!

Eine Frau schreibt hierzu folgendes:

„Bei mir hat ein Wochen-Essensplan Wunder bewirkt. Wir planen am Samstag für die ganze Woche und ich mache einen großen Einkauf. Dann muss ich nicht so oft einkaufen und gebe nicht jedes Mal Geld für „Beifang“ aus.“

Für das Wort „Beifang“ bekam diese Userin sehr viel Zuspruch und entsprechendes Feedback. Es scheint also tatsächlich vielen, vielen Leuten so zu gehen, dass sie beim normalen Einkauf oftmals spontan überflüssige – oder sagen wir: nicht wirklich benötigte – Dinge einkaufen. Auch das kenne ich von mir…!

Weitere Tipps zum Thema zeigten auf, was man mit Kreativität alles so zaubern kann, so zum Beispiel dieser Kommentar:

Viele Dinge selber machen. Gekocht wird nur frisch, keine Fertigprodukte. Aber auch Dinge wie Waschmittel, Shampoo möchte ich dieses Jahr selbst herstellen, der Umwelt zuliebe, der Gesundheit zuliebe. Weiter bewusster einkaufen. Weniger plastikverpackungen. Nur, was aich verarbeitet und gegessen wird kaufen. Reste besser verwerten, haltbar machen. Habe mir zB einen Dörrautomat gekauft, um zB Äpfel zu dörren, die anstelle von Süßkram gegessen werden können. Was ich ebenfalls ändern möchte, mehr mit dem Fahrrad fahren, sobald es das Wetter zulässt. Spart Benzin, tut der Gesundheit gut.

So manche(r) geht seine Vorhaben richtig profimäßig an, das zumindest geht aus den Zeilen einer Frau vor, die sich wie folgt organisiert:

Ich habe alle Fixkosten des Jahres gezwölftelt und addiert. Dieser Betrag geht jeden Monat auf ein Girounterkonto. Wenn die Abbuchung in dem jeweiligen Monat kommt, nehme ich den Betrag von diesem Konto wieder auf mein normales Girokonto. Da ist eine Pauschale für Tierarzt, Urlaub, Elektrogeräte, Klassenfahrt, Autoreparatur, Versicherungen, alles, was nicht mtl. abgebucht wird. Und dann verzichte ich auch auf jegliches auf der Straße zu kaufendes a la Café to go… Ich gehe recht gern zu Aldi und Lidl und meide Rewe und Edeka.
Ich kaufe kaum noch mehrPackungen von etwas, nur weil der Artikel im Angebot ist. Die Werbeprospekte schaue ich dreimal durch, um wirklich zu hinterfragen, ob ich das wirklich brauche, sollte mir was gefallen haben. Wir essen den Kühlschrank leer, bevor ich neu plane, also bis auf Butter, Marmelade…

Beim Thema Geld erhielt die Möglichkeit, monatlich eine gewisse Summe des Familienbudgets ohne Wenn und Aber vom Konto abzuheben und zu sparen, Zuspruch. Allerdings klappt das nicht bei jedem und da geht es mal wieder den „Menschen so, wie den Leuten“….wie man so sagt.

Aber lesen Sie selbst, was ein Mann diesbezüglich kommentierte:

„Ich versuche das jedes Jahr aber klappt nicht weil sobald ich ein kleine Summe erspart habe geht was genau in der Höhe kaputt! Spare ich nicht bleibt alles heile!“

Auch eine Möglichkeit, ohne viele finanzielle Einbußen durch den Alltag zu kommen…So oder so: diese Tipps und Vorhaben zum Thema Sparen und bewusster leben sind es auf jeden Fall wert, dass man sie sich einmal durch den Kopf gehen lässt. Und sie mit dem eigenen Lebensstil abgleicht.

Warum nicht das eine oder andere davon umsetzen, vor allem jetzt, am Jahresanfang, wo die Motivation, Dinge neu anzugehen, bei vielen ja doch noch hoch ist?

Und wenn die Motivation erst einmal über gegangen ist in ein reguläres Alltagsverhalten, dann hat man es geschafft. Vor allem dann, wenn der Blick auf`s Konto und in den Abfalleimer doch ein wenig mehr (Geld) und auf der anderen Seite weniger (Müll) verheißt.

Insofern: mit diesen coolen Tipps sollte sich doch das neue Jahr gut angehen lassen!

Bildnachweis: pixabay.com

Weibliche Fachkräfte für technische Arbeitsplätze zu gewinnen, ist für viele Unternehmen hierzulande noch immer eine Herausforderung.

Das Unternehmen Nextkraftwerke, das als virtuelles Netzkraftwerk agiert und in Köln sitzt, kennt diese Problematik auch. Und hat sich jetzt für diese Thematik etwas eher Außergewöhnliches einfallen lassen: es sponsert die Frauenbundesligamannschaft des Hamburger Schachclubs! Die Zusammenarbeit kam auf den Vorschlag einer Frau zustande und wie genau sich das alles zugetragen hat, schreibt das Hamburger Abendblatt in seiner Online-Ausgabe abendblatt.de am 14. November 2018 wie folgt:

„Trikotsponsoring ist im Schach eine Seltenheit, weil es meist gar keine Trikots gibt. Die Frauen des Hamburger SK von 1830 (HSK), des ältesten deutschen Schachvereins und eines der Gründungsmitglieder der Damen-Bundesliga, haben jetzt weiße mit schwarz-weißem Aufdruck. Wie es dazu kam, ist eine besondere Geschichte.Großmeisterin Sarah Hoolt (30), Wirtschaftswissenschaftlerin mit den Schwerpunkten Energie und Finanzen, die seit sieben Jahren für den HSK zieht, überzeugte ihren Kölner Arbeitgeber Next Kraftwerke, ins Sponsoring einzusteigen. Das hatte das 2009 gegründete Unternehmen schon immer vor, wusste aber nicht, wo es sich engagieren sollte. Next Kraftwerke, Jahresumsatz 2017: 382,7 Millionen Euro, betreibt, so steht es auf deren Homepage, „eines der größten virtuellen Kraftwerke Europas, in dem Stromproduzenten, -verbraucher und -speicher intelligent vernetzt sind“. Eines der Ziele ist es dabei, erneuerbare Energien möglichst effektiv zu nutzen.(….) Die Firma, 141 Mitarbeiter an sieben Standorten, darunter in Hamburg, hat jedoch ein Problem: Sie sucht Fachkräfte, vor allem weibliche, die sind in den IT-Teams stark unterrepräsentiert. „Bei uns bewerben sich kaum Frauen für technische Arbeitsplätze. Mit den herkömmlichen Stellenausschreibungen hatten wir bisher wenig Erfolg“, klagt Unternehmenssprecher Jan Aengenvoort. Mit dem Trikotsponsoring beim HSK sollen nun bundesweit computer- und technikaffine Frauen angesprochen werden. Die werden, nicht ganz zu Unrecht, beim Schach vermutet. „Schachspielerinnen können komplexe Zusammenhänge schnell erfassen, das ist im Stromhandel von Vorteil“, sagt Aengenvoort. Der Vertrag läuft ein Jahr, dann werde wir die Zusammenarbeit ausgewertet. Verlängerung offen.“

Eine mehr als charmante Idee, wie wir finden! Zumal der Ansatz, dass Frauen, die sich dem Sport Schach widmen, wohl auch ein logisches und strukturiertes Denken haben und zudem hochintelligent sind und deshalb auch gut in technische Berufe passen, absolut sinnvoll ist.

Bleibt zu hoffen, dass der Sponsor im Rahmen seines Engagments mit den Damen fündig wird!

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