Mittwoch, 25. November, 2020

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Schmuckdesignerin Alexandra Rettig: „Die Finger ruhig halten kann ich nicht!“

Sich von der Mutter Fähigkeiten für den eigenen Lebensweg abzuschauen, ist eine schöne Sache. So mancher Frau wurden im Elternhaus Grundlagen für kreatives Gestalten an die Hand gegeben, die sich im späteren Leben als gutes Rüstzeug erweisen. So war es auch bei Alexandra Rettig (im Bild), deren Vorbild ihre eigene Mutter ist. Die sympathisch-rührige Frau kam schon als kleines Kind mit kreativem Gestalten in Berührung und blieb auch als Erwachsene dran.

Auf das kreative Werkeln im Elternhaus folgte der Weg zur Schmuckdesignerin

Inzwischen ist sie eine gefragte Schmuckdesignerin mit eigenem Atelier in Berlin und hat zudem in Eigeninitiative das Goldschmieden erlernt. Wie sie ihre von der Mutter geprägte kreative Ader beruflich einsetzt, was sie inspiriert und wie sie in den aktuellen Krisenzeiten auch andere Kreative unterstützt, erzählt sie im Interview.

FB: Frau Rettig, wie kamen Sie zur Schmuckherstellung? 

Ich arbeitete für einen großen Onlineshop für Schmuck. Ich produzierte damals Schmuckstücke aus deren Schmucklinie. Zusammen entwarfen wir neue Schmuckstücke. Als der Shop immer mehr expandierte fragte mein Chef, warum ich nicht ein eigenes Schmucklabel gründe und meinte:

„Du bist kreativ und machst hier für uns tolle Sachen. Wenn uns Deine erste Kollektion gefällt, kaufen wir sie Dir ab und verkaufen Sie unter Deinem Namen in unserem Shop.“

Ich musste zunächst eine Weile darüber nachdenken, weil die anständige Schmuckherstellung eine Menge Investition bedeutet.

Schmuck aus Chinaware zusammen basteln kann jeder, das entspricht aber nicht meinen Vorstellungen und deckt sich nicht mit meinen persönlichen Grundsätzen.

Erste Schmuckkollektion in Zusammenarbeit mit den Pforzheimer Goldschmiedewerkstätten

Ich habe dann nach dem ersten halben Jahr meine erste Kollektion in Zusammenarbeit mit den Pforzheimer Goldschmiedewerkstätten herausgebracht, die meine Ideen für mich umgesetzt haben. Seitdem gibt es Evelynsdottir Berlin.

FB: Seit wann betätigen Sie sich kreativ? 

Mein großes Vorbild ist meine Mutter. Ich habe das große Glück, dass ich in eine kreative Familie hineingeboren wurde. Meine Mutter als Schneiderin, setzte mich schon als Kleinkind an eine alte Singer Tretmaschine, an der ich sehr früh das Schneidern lernte. Stricken, häkeln und Metallverarbeitung kamen nach und nach hinzu.

Sich an den Dingen versuchen, bis es klappt

Wir handwerkelten, bastelten und bauten gemeinsam und legten auch schon früh gemeinsam unsere Gärten an. Kurzum: Ich bin schon immer kreativ gewesen.

FB: Wann haben Sie das Schmiedehandwerk gelernt und wie setzen Sie diese traditionelle Handwerkskunst für das Herstellen von Schmuck ein? 

Das eigentliche Schmiedehandwerk erlerne ich in verschiedenen Kursen seit 2017. Irgendwann bin ich an Grenzen gestoßen und konnte individuelle Kundenwünsche nicht erfüllen, das hat mich gewurmt.

Ich habe keinen Abschluss und bin keine ausgebildete Goldschmiedin im herkömmlichen Sinne. Aber als Autodidaktin lernte ich neben den Goldschmiedekursen viel in Onlinekurse oder versuchte mich an vielen Dingen einfach so lange, bis es klappt. Vielleicht ist es deshalb so, dass mein Sortiment so umfangreich ist?!

Ich habe nach wie vor die ersten kleinen Serien von Ohrringen im Shop, die sich immer wieder um neue Stücke erweitern.

Ich habe mir beigebracht, Perlenketten zu knüpfen, Leder zu verflechten und habe eine kunterbunte Armband- und Ringkollektion mit Halbedelsteinen und zu dem Ganzen kommen nun auch meine handgeschmiedeten Stücke.

Ringe mit Halbedelsteinen und Knöpfen, Ketten mit Trommelsteinen. Ich liebe hochwertigen geschmiedeten Schmuck aber auch hochwertigen Modeschmuck.

Goldschmieden unterstützt die eigene Kreativität

Das Goldschmieden hilft mir, meine Ideen selbst zu verwirklichen und umzusetzen und individuelle Kundenwünsche zu erfüllen oder auch aus alten Schmuckstücken neue zu entwerfen. Es ist ein großartiges Handwerk! Ich bin glücklich es zu lernen und werde auch weiterhin Kurse besuchen.

FB: Wann haben Sie Ihr eigenes Label Evelynsdottir gegründet und woher kommt der fantasievoll-romantische Name?

Den Namen habe ich mir bereits 2011 gesichert und damit meine damalige kleine Kunstwerkstatt eröffnet, in der ich überwiegend mit Stoffen gearbeitet habe. Zu meinem Schmuck passt er jedoch viel besser. 

Der Name setzt sich aus zwei Teilen zusammen, dem Namen meiner Mutter, meiner Lehrerin Evelyn, und dem zweiten Teil: einer Mischung aus dem Schwedischen und Isländischen Namen für Mutter Dotter und Dotir.

Eigenes Label ist bereits eine eingetragene Marke

Ein Künstlername der bedeutet: Evelyns Tochter. Dieser Name sagt einfach alles aus, woher ich komme und wo ich alles gelernt habe, sowie meinen Bezug zu Schweden (Reisen) und Island (Pferde). 

Seit diesem Jahr ist evelynsdottir übrigens eine eingetragene Marke!

FB: Ihre handgefertigten Schmuckstücke kommen sehr feminin daher – Blüten, Blätter oder die Farben von Blumen und Steinen finden sich darin wieder. Woher nehmen Sie die Inspiration für die einzelnen Stücke? 

Meine Inspirationen kommen aus der Natur, ich fotografiere sehr gern, habe auch in diesem Bereich schon Kurse besucht. Von jeher durchstreife ich Wälder und Wiesen und vor Allem meinen großen Garten.

Mein Motto lautet: „Natürlich Du“ – das spiegelt sich eindeutig in meinen Schmuckstücken wider. Florale Ornamente oder Blätter, die ich – aus der Natur inspiriert – immer wieder in meinen Kollektionen aufnehme.

FB: Sie verkaufen Ihre Kollektionen sowohl in Ihrer Berliner Schmuckmanufaktur, aber auch auf Märkten und online. Kaufen sich die Frauen, mit denen Sie direkt in Kontakt kommen, Ihre Schmuckstücke eher für besondere Anlässe oder auch für den Alltag?  

Besondere Anlässe wie zum Beispiel Hochzeiten habe ich bereits bedient, auch Eheringe geschmiedet. Oder den kompletten Brautschmuck entworfen. Oft kaufen meine Kundinnen den Schmuck für sich selber, weil ihnen etwas auf Anhieb gefällt oder als Geschenk für Freunde und Familie.

Ohrschmuck für Gala und Alltag

Eine Musikerin hat sich bei mir gerade eine individuell geschmiedete Schmuckkollektion bestellt für ihre Auftritte mit ihrem Orchester. Meine Kollektionen sind breit gefächert, von besonderen Ohrringen für besondere Anlässe, bis hin zu kleinen, dezenten Schmuckstücken, so dass für jeden etwas dabei ist.

FB: Wie läuft die Fertigung eines Schmuckstückes ab – von der kreativen Idee bis zur Fertigstellung? Und wie lange dauert dieser Arbeitsprozess? 

Das ist eine gute Frage! Je nach Zeitmanagement. Leider bleibt in letzter Zeit durch die Pflege des Onlineshops und die vielen Versuche, gutes Marketing zu machen, wenig Zeit zum schmieden.

In der Regel brauche ich eine Woche, von der Idee über die Zeichnung, bis zur Fertigstellung. Mein Kopf ist so voller Ideen, dass ich täglich neue Dinge fertigen könnte und in meinem Atelier stehen bestimmt 20 Kästchen mit Projekten, die alle abgearbeitet werden möchten und die ich auch abarbeiten möchte.

Wenn ich dann konzentriert ans Schmieden gehe, sitze ich schon mal bis tief in die Nacht weil ich nicht aufhören kann.

FB: Mittlerweile werden Sie durch ein kleines Team unterstützt, mit dem Sie aktuell auch eine kleine Ausstellung mit anderen Künstlern organisieren. Erzählen Sie doch mal, worum es da geht!   

Ich habe eine Angestellte auf Minijobbasis, die mich bei den Onlinegeschäften unterstützt, so dass ich mehr Raum für Kreatives habe. Nachdem nun so nach und nach alle Weihnachtsmärkte abgesagt wurden, habe ich nach einer Alternative gesucht und nichts gefunden.

Kunstwerke live zu zeigen, ist das A und O

Es ist enorm wichtig, die Kunstwerke auch live zu zeigen, damit man den Schmuck vor Augen hat. Vieles kommt auf den Fotos gar nicht so richtig rüber oder ist nicht plastisch genug. Anfassen oder anprobieren hilft da sehr. Das bricht in diesem Jahr leider weg, ich habe durch die Märkte viele Kunden gewonnen, die sich auch immer wieder gern an mich erinnern.

Nachdem ich in diesem Jahr keine Alternative gefunden habe, kam ich auf die Idee, selber etwas auf die Beine zu stellen. Ich räumte meine ganze Werkstatt aus und renovierte und plante gemeinsam mit dem Tischler meines Vetrauens ein riesiges Ausstellungsregal über eine alte Treppenkonstruktion für meinen kleinen Raum, das sich dezent in die Ecke schmiegt.

Das Regal ist großartig geworden und erinnert an einen Baum. Es bietet nun Ausstellungsfläche für etwa 20 Künstler und die Wände bieten Raum für die Kunstwerke dreier Malerinnen.

Direkter Kundenkontakt bereitet Freude

Die Ausstellung läuft bereits seit dem 09.11.2020 und ich bin total gerührt von dem bisherigen Erfolg. Es kommen tatsächlich Kunden zu mir und kaufen die verschiedensten Dinge, natürlich auch meinen Schmuck. Das macht mich unsagbar glücklich und stolz. Ich hoffe es bleibt so.

Es macht so viel Spaß mit den Kunden direkt zu kommunizieren und sie zu beraten. Es gibt ein Video dazu auf @evelynsdottir, meinem Instagram-Account, das man sich gern anschauen kann.

Es ist für Kunden gedacht, die das Haus nicht verlassen können und darüber kommen bereits Bestellungen. Dank der tollen Unterstützung von Freunden und Bekannten, geht die Werbung quer durch Berlin. So muss es weitergehen, schließlich geht die Ausstellung noch 5 Wochen – bis zum 23.12.

FB: Sie bringen immer wieder neue Kollektionen heraus. Was ist aktuell geplant, worauf können sich die (potentiellen) Kundinnen freuen?

Meine neueste Kollektion ist wieder ein Ornamentschmuck. 25 Karat vergoldete filigrane Ohrhänger als Loopohrringe mit echten Swarovski-Steinen. Die Ohrringe sind bereits fertig und befinden sich in meiner Ausstellung um zu schauen, wie sie ankommen.

Neue Kollektion im Onlineshop

Drei Paar sind bereits beim Fotografen und sobald ich die Bilder habe, gehen sie in den Onlineshop zum Verkauf. An dieser Kollektion habe ich ein gutes dreiviertel Jahr gearbeitet. Corona macht die Goldlieferung schwierig und auch die Swarovskihändler hatten durch die schwierige Situation in Österreich Probleme, die Steine zu liefern. Aber nun hängen die Ohrringe da und ich bin gespannt wie sie den Kundinnen gefallen.

FB: Was machen Sie, wenn Sie nicht in Ihrer Schmuckmanufaktur arbeiten und freie Zeit haben? Gibt es Hobbys? 

Natur natürlich! Ich habe zwei Hunde, die viel Zeit fordern, weil es Laufhunde sind. Und ich habe ein Pferd, das mich absolut runter bringt wenn ich da bin und all meine Aufmerksamkeit fordert.

Die restliche Freizeit verbringe ich in meinem Garten und pflanze und fotografiere und bewundere alles was wächst und gedeiht. Im Sommer ernte ich und im Winter bekommen wir eine Biokiste geliefert und davon koche ich, auch eine große Leidenschaft von mir, genau wie das backen.

Backen und Kochen als entspannende Hobbys

Kurz vor Weihnachten veranstalte ich zuhause Backevents mit meinen Freundinnen, das geht dann schon mal bis tief in die Nacht, es werden Kiloweise Weihnachtsplätzchen gebacken, meist zum verschenken.

Backen und Kochen sind auch wirklich kreative Beschäftigungen.

Viel Freizeit habe ich nicht, aber es sind alles entspannende Hobbys, die ich habe. Wenn ich denn mal abends vorm Fernseher sitze, was sehr selten vorkommt, stricke ich. Finger ruhig halten kann ich  nicht. 

Aber ich bin glücklich und zufrieden in Allem was ich mache!

Die Schmuckstücke von Alexandra Rettig können online hier betrachtet und erworben werden.

Bilder: Evelynsdottir Berlin"Dieser Artikel ist eine bezahlte Promotion

 

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