Sonntag, 14. Juli, 2024

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Samtpfötchen als Platzanweiser – Kolumne aus der Chefredaktion

Wenn Sie eine Katze oder einen Hund haben, kennen Sie das vielleicht: Die treue Fellnase lauert am Abend schon darauf, es sich auf Ihrem Bett gemütlich zu machen. Natürlich gibt es über den Umstand, dass ein Tier mit ins Bett darf, immer wieder Diskussionen – hier scheiden sich die Geister. Doch wie mit so vielem im Leben ist das eine ganz persönliche Angelegenheit, jeder Tierbesitzer wird hier nach Belieben entscheiden. So auch ich. Obwohl: Entschieden habe ICH gar nichts. Mein Samtpfötchen, Kater Jacky (im Bild), den ich mit einer Gehbehinderung vor einiger Zeit aus dem Tierheim geholt habe – zusammen mit seinem Kumpel Lucky – hat das von sich aus so festgelegt.

Wenn sich Samtpfötchen auf den Daunen niederlässt…

Im Gegensatz zu Lucky, der nachts lieber draußen herumstreunt, fühlt sich Jacky auf weichen Daunen pudelwohl und will von so einem gemütlichen Plätzchen nicht lassen. Irgendwann hat er es zu seinem Ritual erkoren, spätabends – kurz bevor die eigentlichen Nutzer des Schlafzimmers ihre müden Häupter auf die Kissen betten – Kurs auf mein Bett zu nehmen und es sich auf der Bettdecke schon mal gemütlich zu machen.

Gemütlich – das ist denn auch das Stichwort! Denn zunächst hat dieses süße Ritual tatsächlich etwas von heimeliger Gemütlichkeit und ich liebe es, abends beim Lesen den Jacky selig schnurrend auf der Bettdecke zu haben. Das strahlt so viel Ruhe aus, macht eine wahnsinnig friedliche Stimmung und lässt einen – zusammen mit der Stille, die am Abend an unserem Wohnort einkehrt – richtig runterkommen.

Doch mit der friedlichen Gemütlichkeit ist es schnell vorbei, sobald ich das Licht lösche und schlafen möchte. Dafür drehe ich mich nämlich stets auf die Seite und Jacky muss seine Position gezwungenermaßen wechseln. Zumeist legt er sich dann auf meine Beine oder rollt sich auf Höhe meiner Hüfte zusammen. Für mich sind beide “Stellagen” nicht optimal, denn entweder liegt er so, dass ich an den Füßen zu wenig Bettdecke habe und es mir luftig-ungemütlich um die Zehen wird oder er thront so felsenfest auf meiner Seitenlage, dass es stört.

Jacky gibt den Platzanweiser

Doch so oft ich ihn auch nehme und umsetze oder ihm durch meine Bewegungen mit den Füßen zu verstehen gebe, dass ich den besagten Platz nutzen will – es nützt nichts. Jacky verharrt unverdrossen und gibt somit den Platzanweiser.

Mit diesem Phänomen habe im übrigen nicht nur ich zu kämpfen, sondern viele andere Tierfreunde auch. Das weiß ich aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis, wo es bei Tierbesitzern ähnlich abläuft.

Zudem wurde das menschliche Schlafverhalten im Zusammenhang mit Haustieren schon wissenschaftlich untersucht und die Ergebnisse sprechen Bände…

Doch wie dem auch sei: Irgendwie finde ich letztlich doch immer in den Schlaf und die absolute Beinfreiheit erlange ich im Morgengrauen wieder. Dann nämlich hüpft Jacky – fast immer zur gleichen Uhrzeit – aus dem Schlafzimmerfenster und geht im Garten auf die Pirsch. Pünktlich zum Frühstück gegen 6.00 Uhr wird er dann wieder hereingelassen.

Ein Leben ohne Katze ist möglich, aber sinnlos

Wenn ich am Wochenende ausschlafen kann und mich nach der morgendlichen “Raubtierfütterung” noch mal ein wenig hinlege, ist er – satt und zufrieden – sofort wieder da, mein Platzanweiser.

Und legt sich eimal mehr dorthin, wo es ihm beliebt. Und ganz ehrlich: Es ist trotzdem unfassbar herrlich und mir würde wohl was fehlen, wenn sich kein Fellbündel auf der Bettdecke einfinden würde…!

Deshalb: Ein Leben ohne Katzen ist möglich, aber sinnlos…
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