Mehr Zeit mit der eigenen Familie – das wünschen sich die meisten Kinder! Wie wäre es, wenn Sie sich gemeinsam mit Ihrem Nachwuchs auf eine spannende Entdeckungstour durch die eigene Heimatstadt oder durch fremde Städte begeben?

Möglich macht das das Stadtspiel, eine Art Schnitzeljagd, auf der Sie immer wieder Rätsel lösen müssen, um den nächsten Hinweis zu finden.

Das Stadtspiel ist eine neue und andere Art, mit der Familie oder mit Freunden etwas über die eigene Heimatstadt oder fremde Städte zu lernen. Denn mit der Stadtspiel-Box kann man die gewünschte Stadt auf eigene Faust erkunden und muss keine normale Stadtführung buchen.

Durch das Lösen von spannenden Rätseln entdeckt man gemeinsam mit seiner Familie und/oder Freunden den Weg durch die jeweilige Stadt und erfährt dabei an jeder Station wissenswerte Details zum Standort und zu den Sehenswürdigkeiten.

Hinter dem Stadtspiel „Handmade in Dresden“ verbirgt sich kein großer Konzern, sondern pure Frauenpower der zweifachen Mutter Anja Gena (im Bild). Zusammen mit vier festangestellten Mitarbeiterinnen und einer Aushilfe kümmert sich Anja um die Weiterentwicklung der Stadtspiele.

FB: Anja, wie kamst Du auf die Idee, Stadtspiele zu produzieren?

Direkt nach dem Studium wusste ich zunächst nicht so recht, was ich eigentlich arbeiten soll und wie meine berufliche Zukunft aussehen soll. Seit der Schulzeit hatte ich immer wieder verschiedene Nebenjobs, unter anderem als Tierarzthelferin, Kellnerin und Bürokraft in einer Fahrschule. So konnte ich zunächst in verschiedenste Bereiche hineinschnuppern und wusste daher zumindest schon einmal, was ich nicht wollte. Mit diesem Wissen gründete ich 2005 ein eigenes Unternehmen, doch diese Idee scheiterte zunächst. Vor einigen Jahren kam ich auf die Idee, eine ganz andere Art der Stadtführung zu erfinden. Die Stadtspiele entwickelte ich aber zunächst nebenberuflich, erst 2013 traf ich die Entscheidung, auch hauptberuflich Unternehmerin zu sein. Diesen Schritt habe ich nie bereut. Ganz im Gegenteil: angestellt zu sein ist für mich heute keine berufliche Option mehr.

FB: Wie viele Stadtspiele gibt es denn inzwischen?

Mittlerweile gibt es die Schnitzeljagden unter anderem von Dresden, Leipzig, Berlin, Hamburg, München und auch von Wien und Prag. Innerhalb der Städte sind meist auch verschiedene Touren verfügbar, je nachdem ob man lieber die Altstadt bzw. Innenstadt entdecken möchte oder vielleicht doch lieber einen bestimmten Stadtteil. Insgesamt gibt es 32 verschiedene Stadtspiele zur Auswahl und es kommen immer wieder neue dazu. Als Nächstes ist das schöne Rom geplant.

FB: Stemmst Du das alles allein oder hast Du auch Mitarbeiter?

Momentan beschäftige ich vier festangestellte Mitarbeiterinnen und eine Aushilfe, mit denen ich mich im eigenen Laden in Dresden, der auch als Büro, Lager und Produktionsstätte dient, um die Weiterentwicklung der Stadtspiele kümmere. In den nächsten Jahren wollen wir stetig und nachhaltig weiterwachsen. Ich plane, jedes Jahr mehrere neue Schnitzeljagden zu entwickeln, so dass wir in fünf Jahren an die 50 verschiedene Stadtspiele haben werden. Auch neue Mitarbeiter möchte ich einstellen.

FB: Wie entsteht ein Stadtspiel, kannst Du das genauer beschreiben?

Begonnen wird erst einmal immer mit einer gründlichen Recherche zur geplanten Tour vom Schreibtisch aus. Ausgerüstet mit Fotokamera und Notizbuch folge ich dann der am Schreibtisch grob ausgearbeiteten Schnitzeljagd in der jeweiligen Stadt. Nachdem die Texte zu den jeweiligen Sehenswürdigkeiten recherchiert und geschrieben wurden, werden die Rätsel an den einzelnen Stationen für die Schnitzeljagd erfunden. Danach folgt die grafische Gestaltung der jeweiligen Postkarten. Nach dem Druck der Karten werden alle Stadtspiele per Hand verpackt bei uns im Laden, dazu werden die Stadtspiel-Boxen gefaltet und mit den eigens designten Produktaufklebern händig beklebt. 

FB: Und wie läuft so eine Schnitzeljagd dann genau ab?

Um loszulegen, benötigt man lediglich die entsprechende Stadtspiel-Box und entscheidet dann selbst, wie viele Personen man mitnehmen, wann man starten und wie viel Zeit man sich an jeder Sehenswürdigkeit lassen möchte. In der Stadtspiel-Box liegt eine kurze Erklärung mit dem Hinweis zum Startpunkt. Außerdem findet man darin 8 bis 16 Briefumschläge, je nach gewählter Tour, und einen Lösungsumschlag. Die Hinweise und Foto-Karten führen dann von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit. Durch die Antwort auf jede Frage erfährt man, welchen Umschlag man als Nächstes öffnen soll und wie es weitergeht. Die etwas andere Stadtführung kann auch jederzeit in einem Café oder Restaurant unterbrochen und zu einem anderen Zeitpunkt fortgesetzt werden. Ganz nach Lust und Laune.

FB: Für wen eignen sich die Stadtspiel-Boxen?

Unsere Kunden sind ein bunt zusammen gewürfelter Haufen. Das sind Familien, aber auch Mamas, die einen Kindergeburtstag planen und sich die Fragen nicht selbst überlegen wollen. Aber auch Touristen zählen dazu oder Lehrer –  für Klassenfahrten sind die Stadtspiele nämlich auch eine coole Idee. Auch für Junggesellenabschiede werden die Boxen gern gekauft.

FB: Wie schaffst Du es, als zweifache Mama, Beruf und Familie unter einen Hut zur kriegen?

Das ist für mich immer noch eine große Herausforderung. Denn es ist leider für Frauen immer noch sehr schwierig, ein eigenes Unternehmen aufzubauen. Gerade wenn man kleinere Kinder hat und auf die leider immer noch unflexiblen Betreuungszeiten angewiesen ist. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass Frauen als Unternehmerinnen, gerade wenn sie noch jung sind, oft nicht ernst genommen werden und sich den Respekt erst erarbeiten müssen. Am Herzen liegt es mir deshalb ganz besonders, Frauen darin zu bestärken, eigene Unternehmen zu gründen und aufzubauen. Deshalb engagiere ich mich unter anderem im Vorstand des Landesverbandes Sachsen / Sachsen-Anhalt im Verband deutscher Unternehmerinnen e.V.

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